Deutsche Sprichwörter  mit W

Deutsche Sprichwörter
Über 23.000 deutsche Sprichwörter
Wachen bis Was er
Schon in früheren Jahrhunderten haben etliche Autoren deutsche Sprichwörter gesammelt und in gedruckten Büchern veröffentlicht. Einige davon sind:

Agricola von Issleben 1530, Sebastian Franck 1541, Andream Gartner 1574, M. Fridericum Petri 1605, Jan Gruter 1610, Georg Henisch 1616, Christoph Lehmann 1630, Andreas Sutor 1716, Joachim Christian Blum 1780, Samuel Christoph Wagener 1813, Georg von Gaal, 1830, Wilhelm Körte 1837, Karl Simrock 1846, Otto Freiherr von Reinsberg, Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld mehrere Bücher von 1863 bis 1872, Otto Sutermeister 1869, und das Deutsche Sprichwörterlexikon in 5 Bänden von Karl Friedrich Wilhelm Wander, veröffentlicht zwischen 1866 und 1880 und andere. Im 20. Jahrhundert haben weitere Autoren Sprichwörter meist aus älteren Sammlungen ausgewählt und anders zusammengestellt veröffentlicht.

Bis heute ist die Sprichwörtersammlung von Simrock die verbreitetste und das Sprichwörter Lexikon von Wander die Umfangreichste. Wenn man die Vorworte und Einleitungen der alten Bücher liest, haben sich etliche der Autoren gegenseitig kritisiert. Einige wegen zu vieler, andere wegen zu weniger Erklärungen, in anderen fehlte jede Erklärung, oder Quellen wurden angezweifelt. Andere wären angeblich gar keine Sprichwörter und Wander wurde vorgeworfen, Sprichwörter zu erfinden. Alle beanstandeten die Reihenfolge, Sortierung und Auswahl der anderen oder sprachen ihnen den Wert ab.

Auch diese Sammlung ist nicht perfekt. Da hier alles nach dem Alphabet sortiert ist, (auch Ä, Ö, Ü, ß sind gleichwertig unter die Buchstaben A, O, U und S einsortiert) sind Sprichwörter mit vergleichbaren Inhalten teilweise getrennt. So ist jedes nur einmal vorhanden, manches hätte sonst unter verschiedenen Stichworten sortiert werden können. Alle sind weitestgehend in neuer Rechtschreibung, was in den bisherigen Sammlungen nicht der Fall ist. Ausnahmen sind die Fälle mit Reimen, alten Wörtern, Kunstwörtern oder für bestimmte Sprichwörter typischen Ausdrücken. Auch die Grammatik wurde nicht verändert, die in Sprichwörtern vielfach nicht ganz den Regeln entspricht.

Von etlichen Sprichwörtern gibt es nach Jahrhunderten oft mehrere verschiedene Variationen mit einem anderen Wort (in Klammern eingefügt), oder ganzen Satzstellungen. In etlichen alten Sammlungen finden sich die gleichen Sprichwörter, nur in anderer Wortreihenfolge. Viele sind hier enthalten, alle zusammen meist unter dem Anfangsbuchstaben, welcher als Erster im Alphabet steht. Gleichlautende, fast gleiche und doppelte (bei Simrock über 100) stehen hier nur ein Mal. Sprichwörter aus dem Sprichwörter Lexikon von Wander stehen hier nicht, nur die aus seinen Quellen auffindbare im Wortlaut der Quelle, nicht in Wanders oft veränderter Form.

Es sind hier fast alle Sprichwörter von Simrock enthalten und viele aus etlichen anderen alten Sammlungen. Bei vielen veralteten oder heute unbekannten Ausdrücken steht eine Erklärung zur Bedeutung. Ebenso ist bei vielen Sprichwörtern die Bedeutung oder Herkunft erklärt, da sie wegen ihres Alters meist vergessen sind.

Wenn hier noch ein besonderes, wichtiges, häufiges oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Wachen und Beten lässt die Frucht nicht zertreten.

Wächst das Ansehen (die Ehre) spannenlang, wächst die Torheit ellenlang.
(Erklärung dazu bei Körte 1837: „Ehren und Würden ändern die Sitten nicht, sondern enthüllen sie nur. Nur Wenige haben Charakter genug, sich in der Niedrigkeit zu zeigen, wie sie sind; Würden aber entkleiden sie der Scham und Scheu, sodass sie sich dann ganz so roh zeigen, wie sie sind.“)

Wächst das Geld, so nimmt die Sorg auch zu, verkürzt den Schlaf und alle Ruh.

Wach viel, schlaf wenig zu aller Frist: Faulheit der Laster Nahrung ist.

Wacker auf der Straße, im Hause wohl zu Maße.

Waffen ohne Rat helfen nicht.

Wagemann, Gewinnemann.
Wagemann, Winnemann.

Wagen gewinnt, Wagen verliert.

Wagen hat Glück.

Wagen hilft nicht, wo Gott nicht drüber den Segen spricht.

Wagen ist besser als wägen.

Waghals brach schon oft den Hals.
Waghals bricht (brach) den Hals.

Wagst du nicht, so gewinnst du nicht, verlierst auch nicht.

Wag's um Nutz, gehts, was schadt's.

Wag's und lass Gott walten.

Wag', was du nicht umgehen kannst

Wag was, so wirst du was.

Wahl bringt Qual.
Wahl macht Qual.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Wahn erheischt viel, Notdurft wenig.

Wahnolf ist Trügolfs Bruder.

Wahre deines Gewerbes, so wahrt es dich.

Wahre Freundschaft nirgends mag Herberge han, und rühmt sich ihr doch jedermann.

Wahre Liebe ist sicher vor Gefahr, auch im ärgsten Wetter fürchtet sie kein Haar.

Während das Gras wächst, ist der Hengst tot.
Wenn das Gras wächst, ist der Hengst tot.
Weil das Gras wächst, stirbt das Pferd.
Das Pferd stirbt oft, eh das Gras wächst.
Indessen das Gras wächst, verhungert der Gaul.

Während der Hund bellt, frisst der Wolf die Schafe.
Weil der Hund bellt, so frisst der Wolf das Schaf.

Während der Hund sch-, läuft der Has in den Busch.

Während ihrer zwei zanken um ein Ei, steckt's der dritte bei.
Während zwei zanken um ein Ei, steckt's der Dritte bei.
Wenn Zwei zanken um ein Ei, steckt es der Dritte bei.

Wahrer Mund und reine Hand wandern durch alle Lande.

Wahrer Scherz böser Scherz.

Wahrer Spott, böser Spott.
Wahrer Spott, schlimmer Spott.

Wahre Schönheit kennt kein Alter.

Wahre Schönheit kommt von innen.

Wahr, Gefahr.
(Dazu der Kommentar von Wilhelm Körte: „Freunde, bedenket euch wohl, die tiefere, kühnere Wahrheit laut zu sagen; sogleich stellt man sie euch auf den Kopf!“)

Wahrheit baut mehr als tausend Arbeiter.

Wahrheit besteht allzeit mit Ehren.

Wahrheit bleibt bestehen, Lügen muss vergehen.

Wahrheit bleibt in Ewigkeit.

Wahrheit bleibt, Lügen geht unter.

Wahrheit bleibt Wahrheit.

Wahrheit bringt gute Ware ins Land.

Wahrheit ehrt man durch alle Lande.

Wahrheit erhält mehr Stände denn große Macht.

Wahrheit findet keine Herberge.
Die Wahrheit bekommt keine Herberge.

Wahrheit gebraucht man kaum an Feiertagen, geschweige dass man sollte Alltagshosen daraus machen.

Wahrheit geht vor allem Rechte.

Wahrheit geht vor Gewohnheit.
(In früherer Zeit vor mehreren Jahrhunderten wurden oft andere Worte als heute für dieselbe Bedeutung verwendet. Beispiele hierfür sind die Sprichwörter, die öfters in ihrem alten Wortlaut zitiert werden und dadurch scheinbar eine falsche Bedeutung erhalten oder nicht verstanden werden. Ein Beispiel hierfür ist das Wort „für“ mit der heutigen Bedeutung „vor“ in diesem Sprichwort, das in alten Sammlungen (In Der Teutschen Weissheit.von Friedrich Peters (Petri) 1605 und in Teutsche Sprach und Weissheit von Georg Henisch 1616, Spalte 1608, Zeile 66) noch als „Wahrheit geht für Gewohnheit.“ verzeichnet ist. Für etliche andere Sprichwörter gilt gleiches. Schon 1864 wurde diese Bedeutungsänderung von Eduard Graf im Buch „Deutsche Rechtssprichwörter“ (Seite14, Nr. 190) berücksichtigt, der Henisch als Quelle angibt.)

Wahrheit gibt kurzen Bescheid, Lügen machen viel Redens.

Wahrheit ist böses Kraut.

Wahrheit ist das Licht lieb.

Wahrheit ist der Zeit Tochter.
Wahrheit ist der Zeit Tochter, die aber nicht neun Monate zu ihrer Geburt bedarf.
Die Wahrheit ist der Zeit Tochter, sie hat aber nit neun Monate zu ihrer Geburt von Nöten.
(Wenn die Zeit reif ist, kommt jede Wahrheit ans Licht. Die Wahrheit ist auch, das jede dieser Variationen des Sprichworts bei Wander extra als ein Sprichwort aufgeführt sind, unter Wahrheit Nr. 56, 136 und 238)

Wahrheit ist eine Ehre bei jedermann.

Wahrheit ist ein selten Kraut, noch seltner, wer sie wohl verdaut.

Wahrheit ist ein selten Wildbret.

Wahrheit ist jetzt krank, Lügen hat einen weiten Gang.

Wahrheit ist rund und kurz.

Wahrheit ist unsterblich.

Wahrheit kriecht in keine Mauselöcher.

Wahrheit leidet großen Neid.

Wahrheit leidet keinen Schimpf, sagte der Bäcker, als man ihn Mehldieb schalt
Wahrheit leidet keinen Schimpf, sprach der Beck, als man ihn Mehldieb nannte.

Wahrheit leidet wohl Not, doch nicht den Tod.

Wahrheit liegt tief begraben.

Wahrheit macht Arbeit.

Wahrheit macht jedermann bequem und angenehm.

Wahrheit muss endlich recht behalten.

Wahrheit muss ins Hundeloch, Schmeichler sitzt am Ofenloch.

Wahrheit nutzt Herren und Fürsten.

Wahrheit, Recht, Redlichkeit und Ehr, Treu, Scham und Zucht nichts gelten mehr.

Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit sind in der Welt ein seltsam Ding.

Wahrheit sagt den Text ohne Glossen.

Wahrheit schützt Witwen und Waisen.

Wahrheit tut der Zunge weh.

Wahrheit und Leben dient nicht für die Welt, sondern Lügen und Mord, das will sie haben.

Wahrheit und Recht lassen sich wohl drücken, niemals jedoch unterdrücken.

Wahrheit verschlingt Falschheit.

Wahrheit wird wohl gedrückt, aber nicht erstickt.

Wahrheit ziert den Menschen besser, denn eine güldene Kette.

Wahrmanns Haus steht am längsten.
Warners Haus steht am längsten.
Warners oder Wahrmanns Haus steht am längsten.
(Bei Simrock steht 1846 das Haus des Wahrmanns am längsten. Bei Sutor ist es 1740 das Haus des Warners und Petri meint 1605 Warner oder Wahrmann in einem Sprichwort. Wahrscheinlich meinen alle dasselbe, nur Wander macht gleich zwei unterschiedliche Sprichwörter daraus, die doch nur ein und dasselbe sind.)

Wahrsager Kunst gar oft betrügt, der Teufels Beschwörer auch viel lügt. Willst du sein Verlust und Schadens frei, so hüt dich vor Wahrsagerei.

Wald hat Ohren, Feld hat Augen.
Der Wald hat Ohren, das Feld hat Augen.
Der Busch hat Ohren, das Feld hat Augen.

Wald- und Stubenräuber sind böse Gäste in einem ganzen Königreich, vielmehr in eines armen Mannes Küchen.

Walle, doch nicht falle!

Wallfahrer kommen selten heiliger nach Hause.

Walt's Gott ist aller Gebete Mutter.

Wälzender Stein begraset nicht.
Walzender Stein wird nicht moosig.
Gewälzter Stein wird nicht moosig.
Ein Stein, den man oft wälzt, bewächst nicht.

Wankelmut ist keine Jungfrauenzier.

Wann (wenn) eine zu viel küsst, kommt sie bald ins Bett.

Wanne ist kein Korb.

Wanns Stündlein kommt, hilft kein verziehen, der Wein gärt und die Trauben blühen.

Wär Armut nicht, so wär keine Kunst.

Wär' auch ein Haus so breit wie der Rhein, gehört nur ein Herr und eine Frau hinein.

Wäre der Vater ein Dieb, die Mutter hielte sich nicht ehrlich, doch hättest du Geld, so liebte dich die Welt.

Wäre die Zunge ein Spieß, so täte mancher mehr als zehn andere.

Wäre Frankfurt mein, so wollt ichs in Mainz verzehren.

Wäre Hoffart ein Wohlgeruch, so (er) wär er eitel Bisam.

Wäre Holzhauen ein Mönchsorden, man würde wenig Brüder darin finden.
Wäre Holzhauen ein Orden, wären (wär') nicht so viele (mancher) Mönch geworden.

Ware in der Not, (ist) doppelt Geld.

Wäre Judas zwier getauft, er hätte doch den Herrn verkauft.

Wäre kein Dieb, so wäre kein Galgen.

Wäre kein Eigenwille, so wäre keine Hölle.

Wäre kein Links, so wäre kein Rechts.

Wäre Leipzig mein, so wollt ich's in Freiberg verzehren.
Wenn Leipzig mein wäre, wollt' ich's in Freiberg verzehren.
(Dazu bei Wilhelm Körte der Zusatz: „Als im Jahre 1678 zu Leipzig und Dresden die Pest wütete, flüchtete der Hof nach der wegen ihrer gesunden Lage berühmten Bergstadt Freiberg.“ Freiberg ist eine Kreisstadt zwischen Dresden und Chemnitz, seit 2008 Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen.)

Wäre Lügen so schwer, wie Steine tragen, würde mancher lieber die Wahrheit sagen.

Ware macht manchen Dieb.

Wäre Narrheit das Zipperlein, man würde wenig Leute beim Tanze sehen.
Wäre Narrheit ein Zipperlein, man würde wenig beim Tanze seh'n.

Wäre Naumburg mein, wollt ich's in Jena verzehren.

Wären Bratwürste Hellebarden, so hätten sie ihresgleichen nicht.

Wären die Jungfern stachlig geborn, als wie die wilden Hagedorn, so gäb' ich sicher den Bescheid, sie blieben Jungfern allezeit.

Wären die Kinder nicht lieb, wer würde sie erziehen?
Wären Kinder nicht lieb, wer möchte sie ziehen?

Wäre Nürnberg mein, wollt ich's zu Bamberg verzehren.
(Dazu meint 1837 Wilhelm Körte: „dort gilt Fleiß, Kunst, Industrie; hier ist, im reichen Bistum, eitel Wohlleben bei weniger Arbeit!“)

Wären keine Sünder, so wären keine Heiligen.

Wären wir alle gescheit, so gälte ein Narr hundert Taler*33.

War es deine Schuld, so trag` es mit Geduld.

Wäre seine Zunge ein Spieß, er täte mehr Wunder, als andere zehn.

Wäre Straßburg vom Himmel gefallen, es hätte nicht besser (schöner) können zu liegen kommen.

Ware von gutem Kauf zieht das Geld aus dem Beutel.

Wär Hoffart eine Krankheit, so wär' er längst tot.
Wär Hoffart eine Krankheit, so wären schon viel tot.
Wenn Hoffart eine Krankheit wäre, würde man viel Leichen haben.

Wär Hoffart eine Kunst, so wär er längst Doktor.
Wäre Hoffart eine Kunst, so hieß' er längst Doktor.
Wenn Hoffart eine Kunst wär, so wär mancher ein (längst) Doktor.
Wenn Hoffart eine Kunst wäre, was würden wir für Doktores haben

Wär Hoffart ein Wohlgeruch, so wär' er eitel Bisam.
Röche Hoffart wohl, so wär er lauter Bisam.

Wär' ihm die Nase nicht angewachsen, er vergäße sie.

Wärme dich, weil das Feuer brennt.

Warmes Wasser gefriert am Ersten.

Warm ist das Leben, kalt der Tod.

Wär' sein Wort eine Brücke, ich ginge nicht darüber.

Wär's Mein und Dein auf Erden nicht, wir hätten wohl guten Frieden.

Warte auf das Glück, aber vergiss nicht, ihm die Tür zu öffnen.

Warte das Deine, willst du unbetrogen sein.

Warte deines Amtes.
Warte deines Amtes, oder lass es fahren.

Warte deines Berufes und trau auf Gott, der lässt nicht stecken in der Not.

Warte des Deinen.

Warten erfreut wie Essig die Zähne und Rauch die Augen.

Warten, ist nicht schenken.

Warten vexiert.
(vexieren, vexiert = aus dem Lateinischen - vexare = stark bewegen, schütteln, plagen, quälen; veraltet bedeutet necken; ärgern; quälen.)

Wart, es ist noch ein Kind zu taufen.

„Wart's ab!“, sagt Tuckermann.
(Laut Wilhelm Körte soll der Wischhändler Tuckermann in Halberstadt meist auf alles nur „Wart's ab!“ gesagt haben, und immer gut damit gefahren sein.)

Wart, über eine Weile kommt dein Part.
Wart, über ein Weil kommt dein Part!

Warum? Darum.

Warum kämmen sich die, die kein Haar haben?

Warum soll einer das Fleisch schlan, damit er muss zu Bette gahn!

Warum tust du das? Um des Glaubens halber, dass der Papst nicht toll werde.

Was acht der reiche Mann des Armen.

Was acht die Welt aufs Allerbest, das wird verbittert doch zuletzt.

Was acht ein Mensch auf zeitlich Gut, das nicht für Zahnweh helfen tut.

Was achtet hoch die kluge Welt, für Gott ein Gräuel ist gezählt.

Was alle Leute tragen können, das kann auch wohl einer tragen.
(Im Zusammenhang mit dem obigen Sprichwort steht 1605 bei Petri neben diesem ein weiteres, das genau die gegenteilige Aussage enthält.)
Was alle nicht können tragen, das kann auch einer allein nicht tragen.

Was allen gefällt, ist schwer zu behalten (man schwer behält).

Was alle Welt verdrießt, verdrießt auch Gott.

Was Allmann sagt, ist gerne wahr.

Was alt ist, das klä't sich, was jung ist, das frä't sich.

Was alt und überjahret ist, das ist nahe bei seinem Ende.

Was alt wird, brummt gern.

Was am Galgen vertrocknen soll, ersäuft nicht im Wasser.
Was an Galgen gehört, das ersäuft im Wasser nicht.
Was an Galgen gehört, das fressen die Wölfe nicht.
(Ähnliche Sprichworte auch in anderen europäischen Ländern.)

Was an einem Ort abgeht, das geht am andern zu.

Was arg ist, das wird nicht besser, wenn man's gleich zehnmal anders machte.

Was artig ist, ist klein.

Was auf die Neige geht, wird gern sauer.

Was auf einen Sand gebaut wird, das muss zergehen.

Was aufgehen will, daran hilft jedermann bauen.

Was aus Armut geschieht, soll man leicht vergeben.

Was aus dem Munde eines ehrlichen Mannes kommt, soll erd- und nagelfest sein.

Was außer der Not unrecht ist, das ist in der Not recht.

Was aus Hurerei gepflanzet wird, das wurzelt nicht tief.

Was aus ist, schwärt nicht.
Was aus ist, das schwirrt nicht.

Was bald anfliegt, fliegt bald ab.
Was bald auffliegt, fliegt bald ab.
(Von diesen beiden Variationen ist das obere Sprichwort mit sehr großer Wahrscheinlichkeit das Richtige. Das Untere ist falsch abgeschrieben. Das Obere steht so schon 1605 bei Petri, das Untere taucht erst 1830 auf und steht auch erst 1846 bei Simrock und bei Wander natürlich beides als zwei Sprichwörter.)

Was bald aufgeht, fällt bald ab.

Was bald mürbt, bald verdirbt.

Was bald reif, hält nicht steif.
Was bald reif wird, wird bald faul.
Was bald wird reif, das hält nicht steif.
Was bald wird, das bald verdirbt.
Was bald wird, das vergeht bald.

Was bald reif wird, wird bald faul.

Was bald soll verderben, ist leicht zu erwerben.

Was bald wächst, das verdorrt auch leichtlich.

Was bald wird, dass bald verdirbt.
Was bald wird, vergeht auch bald wieder.

Was bedacht ist, kann oft misslingen und nicht geraten.

Was bedarf's der Kleider so viele weis, dein Leib wird doch der Würmer Speis. Bewahr ihn nur vor Hitz und Kält, denn Überfluss Gott nicht gefällt.

Was beginnt mit Lügen, muss enden mit Betrügen.
Wer beginnt mit Lügen, endet mit Betrügen.

Was bei dem Weisen die Vernunft, das tut bei dem Narren der Prügel.
Was beim Trunke geschwatzt wird, soll man nüchtern vergessen.

Was beschert ist, entläuft nicht.

Was beschert ist, das muss folgen.

Was beschissen ist, das will sich mit andrer Leute Unglimpf schön machen.
(beschissen = beschmiert, verdreckt, unrein, Betrug. Glimpf = angemessenes Benehmen, etwas angemessen tun, rücksichtsvoll sein; Unglimpf ist das Gegenteil. Das Sprichwort bedeutet, jemand tut Böses oder Schlechtes und versucht, sich reinzuwaschen oder von sich abzulenken, indem man auf andere und deren bösen Verhalten verweist.)

Was beschwingt, das bezwingt.

Was besser ist, als ne Laus, das nimm mit nach Haus.
Was besser ist denn eine Laus das trag in dein Haus, es bringt seinen Frommen zu seiner Zeit.

Was betrübt, das liebt.

Was billig und recht ist, ist Gott lieb.
Was recht ist, (das) hat Gott lieb.

Was blind ist, das soll nicht sehen.

Was brauch ich zu beten? sagte Kunz, hab ich doch das Essen vom Schloss.

Was brechen soll, das muss zuvor ein wenig krachen.

Wasch du mich, so wasch ich dich, so werden wir beide hübsch (schöne Buben).
Wasche mich und ich dich, so sind wir beide rein.

Wasch mir den Bart, so wasch ich dir die Hand.

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.
Wasch mir den Pelz und mach (mir) ihn nicht nass.

Was das Aug nicht sehen will, da helfen weder Licht noch Brill.
Wenn das Aug nicht sehen will, so helfen weder Licht noch Brill.
Wer ein Ding nicht sehen will, dem hilft weder Aug' noch Brill.
Wer ein Ding nicht sehen will, dem hilft weder Licht noch Brill.
Wer etwas nicht sehen will, bei dem hilft weder Fackel noch Brill.
Wer nicht sehen will, dem sagt keine Brille zu.

Was das Auge nicht sieht, beschwert das Herz nicht.
Was das Auge nicht sieht, das berührt, beschwert oder kränkt das Herz nicht.

Was das Bad bringt, muss es wieder nehmen.

Was das Gesinde einbrockt, muss der Hausvater aufessen.

Was das Kind nicht mag, das mag die Amme.
Was das Kind nicht mag, geht der Amme durch den Krag.
Was das Kind nicht mag, geht in der Amme Krag.
Du hast Ammenweise: was das Kind nicht verzehrt, issest du.
Er hat Säugammenart, was das Kind nicht mag, das mag die Amme.

Was deines Amtes nicht ist, da lass deinen Fürwitz (Vorwitz).
(Das bedeutet, man soll sich nicht um Dinge kümmern, die einen nichts angehen. Man soll nicht zu neugierig sein, weil man mit den eigenen Aufgaben schon voll ausgelastet ist. Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 3, 23 -25: „23. Denn es frommt dir nicht, dass du gaffst nach dem, was dir nicht befohlen ist. 24. Und was deines Amts nicht ist, da lass deinen Vorwitz. 25. Denn dir ist schon mehr befohlen, als du kannst ausrichten.“)

Was dem Besen entrinnt, das findet sein Grabstätt am Galgen.

Was dem einen recht ist, ist dem andern billig.
Was einem Recht ist, ist dem andern billig.

Was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall.

Was dem Herzen gefällt, das suchen die Augen.

Was dem Hirten zuleide geschieht, geschieht den Schafen zum Schaden.

Was dem Kalbfell gehorsamer ist denn Vater und Mutter, dem ist nicht zu helfen.
(Mit Kalbfell ist die Trommeln der Soldaten gemeint, die mit einem Kalbfell bespannt ist. Ähnlich das Sprichwort: Wer den Eltern nicht folgen will, muss . . .)

Was dem Vater Ehr gewinnt und Gold, dem sind die Weiber selten hold.

Was dem Wolf(e) in die Kehle kommt, ist alles verloren.

Was den Beinen recht, macht die Schuhe schlecht.


Was den Käfern entrinnt, fressen die Raupen.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Der Prophet Joel 1, 4: „Was die Raupen lassen, das fressen die Heuschrecken; und was die Heuschrecken lassen, das fressen die Käfer; und was die Käfer lassen, das frisst das Geschmeiß.“)

Was den Kindern wehe tut, das geht dem Vater um den kleinen Finger und der Mutter um den ganzen Leib.
(Ein Vorurteil zum Nachteil der Männer. Wenn Männer und Frauen gleichberechtigt in Rechten und Pflichten sind, darf man den Männern auch die Gefühle nicht absprechen. Falls es bei manchen Männern doch der Fall sein sollte, so haben meist die Frauen (Mütter) durch falsche Erziehung dazu beigetragen, da auch heute noch die Erziehung der Kinder meist durch Frauen erfolgt.)

Was den Raben gehört, ertrinkt nicht.

Was den Vögeln gehört, wird den Fischen nicht.

Was der Acker nicht trägt, muss der Buckel tragen.


Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.


Was der Bettler erbettelt, steckt er in seinen eignen Sack.

Was der Bettler fischt, kann man nicht alles auf der Waage wiegen.

Was der Deutsche bezahlt, das isst er auch.

Was der eine einbrockt, muss der andere ausessen.
(Das bedeutet, andere sollen die negativen Folgen tragen für Fehler, die sie nicht verschuldet haben.)

Was der eine Freund scheuet, das scheuet auch der andre.

Was der eine heut ist, das kann der andre morgen werden.

Was der Freund bekommt, ist unverloren.

Was der Fuchs nicht durch Lügen erhält, das reißt er zu sich durch Gewalt.

Was der Fuchs nicht kann erschleichen, da muss des Löwen Klau hinreichen.

Was der Fürst will, das spricht der Richter, dass er ihm wieder einen Dienst tun soll.
(Heute sind es nicht die Fürsten, sondern Regierungen und Präsidenten, die sich in manchen Ländern mit von ihnen ausgesuchten Richtern über das Recht hinwegsetzen wollen.)

Was der Gerechte macht, das gerät wohl.

Was der Gerechte macht, kommt jedermann zu gut.

Was der Gottlose fürcht, das kommt ihm zu Haus und Hof oder wird ihm gern zuteil.

Was der Henker erreichen kann, ist sein.
Was der Henker mit seinem Schwert erreichen kann, ist sein.

Was der Hirt in seiner Hut verliert, das soll er entgelten.
(Das bedeutet, der Hirte ist für die ihm anvertrauten Schafe verantwortlich. Er muss dass, was er verschuldet oder durch Nachlässigkeit oder Unachtsamkeit an Schafen oder anderem verloren hat, entgelten, das heißt ersetzen.)

Was der Junge lernt, das tut der Alte.

Was der Knopf siegelt, soll die Spitze verteidigen.

Was der Löwe nicht kann, das kann der Fuchs.

Was der Mann kann, das zeigt das Werk an.
Was der Mann kann, zeigt sein Werk an.
Das Werk zeigt an, was der Mann kann.

Was der Mann kann, zeigt das Amt an, das Amt zeugt vom Mann.
Was der Mann kann, zeigt sein Amt an.
Den Mann zeigt's Amt an.
(Ein mehrere Jahrhunderte altes Sprichwort, das in einer zweistelligen Anzahl von Sprichwörtersammlungen enthalten ist. Früher wurde angenommen, weil jemand ein bestimmtes Amt innehatte, hatte er auch die Befähigung und Intelligenz dazu. Das wurde im Mittelalter durch den gesellschaftlichen Stand (Adel, Bürger, Bauern), in den man hineingeboren wurde und meist nicht verlassen konnte, begünstigt. Heute kann theoretisch jeder alles werden, sogar der größte Trottel oder Idiot bis in die höchsten Ämter aufsteigen. Beweis dafür sind immer noch etliche Präsidenten, Diktatoren und Tyrannen, die sich durch Gewalt an der Macht halten oder andere Länder beeinflussen wollen.)

Was der Mann kann, zeigt der Wein an.

Was der Mann kann, zeigt seine Red an.

Was der Mensch hat, das gefällt ihm nicht, was er nicht hat, da sehnet er sich nach.

Was der Mensch nicht ist, das kann man nicht aus ihm herauskriegen.
Was ein Mensch nicht ist, das kann man aus ihm nicht herauskriegen.

Was der Mund annimmt zu kauen, das muss der Magen verdauen.

Was der Mutter ans Herz geht, das geht dem Vater nur an die Knie.

Was der nüchtern denkt, das redet der Volle.
Was der Nüchterne denkt, das sagt der Volle.
Was der nüchtern denkt, das redet oder tut der Volle.

Was der Pastor nicht will, nimmt der Küster gerne.
Was der Pfaff nicht will, nimmt der Küster gern.

Was der Pfaff mit der Zunge und der Soldat mit dem Schwerte gewinnt, das faselt nicht.

Was der Pfau am Kopf zu wenig hat, hat er am Schwanz zu viel.

Was der Pöbel spricht, ist nicht ganz und gar erdicht’t.

Was der Reiche tut, muss alles heißen gut.

Was der Teufel gefügt hat, scheidet Gott nicht.

Was der Teufel mit Pauken zusammenführt, geht mit Trompeten wieder auseinander.

Was der Teufel nicht mag errichten, das muss ein altes Weib verrichten.
(Das bedeutet, früher dachten viele, alte Weiber wären so schlimm wie des Teufels Großmutter, die viel schlimmer gewesen sein soll, als er selbst.)

Was der Teufel tut, da drückt er allweg sein Insiegel mit dem Arsch (Hintern) darauf.

Was der Vater erspart, vertut der Sohn.

Was der Winkel stielt, das kommt endlich wieder an den Weg; was aber der Dieb stielt, das kriegt man nimmer wieder.

Was der Wirt schenkt, hängt er am Schild aus.

Was der Wolf tut, gefällt der Wölfin.

Was dich nicht anficht, das lass gehen, wie es geht.

Was dich nicht angeht, begehre nicht zu wissen.
Was dich nicht angeht, darnach sollst du auch nicht fragen.

Was dich nicht brennt, (das) blase nicht.

Was dich nicht brennt, sollst du nicht löschen (das lösche nicht).

Was dich nicht juckt, das kratze nicht.

Was die Alten gebaut, können die Jungen nicht unter Dach erhalten.
Was die Alten haben gebaut, das können die Jungen kaum ein Tag halten.
(Hier ändert ein Schreib- oder Druckfehler das Sprichwort. Original ist das untere Sprichwort 1605 in der Sprichwörtersammlung von Petri zu finden. 1810 macht Johann Michael Sailer im Buch „Die Weisheit auf der Gasse“ (Seite 196) und Simrock 1846 (Nr. 208) daraus das Obere, bei dem aus „Tag“ ein „Dach“ gemacht wird. Möglicherweise ist es auch der undeutlichen mündlichen Aussprache geschuldet, bei der man manchmal auch heute beim Tag ein Dach verstehen könnte.
Das Sprichwort bedeutet, das die Alten ihr Leben lang arbeiten, um etwas zu schaffen und zu erbauen. Die Jungen sind danach nicht fähig, das Erbaute auch nur einen Tag zu erhalten. Sie vertun und zerstören oft die Arbeit von Generationen. Oft wird auch heut von den Jungen vergessen, das sie von der Arbeit der Alten leben und ihnen den Wohlstand zu verdanken haben, wenn sie demonstrieren und klagen, das die Alten ihnen die Zukunft klauen.)


Was die Alten scheucht und ihr spottet, das ist ein Narr und bleibt ein Narr.

Was die Alten sündigten, das büßen oft die Jungen.

Was die Armut schwer macht, macht auch den Reichtum schwer.

Was die Augen füllt, das ist angenehm.

Was die Augen sehen, betrügt das Herz nicht.
(Erklärung dazu von Agricola (1529) und Egenolff (1560) gleichlautend: „Was einer alleine gehört hat, des ist er ungewiss, was er aber gesehen hat, das lässt er ihm nicht nehmen.“)

Was die Augen sehen, glaubt das Herz.

Was die Bosheit will verbergen, öffnet Gott durch seine Schergen.

Was die Egge bestrichen und die Hacke bedecket, das folgt dem Erbe.

Was die Eltern einbrocken, das müssen die Kinder ausessen und trinken.
Was die Eltern einbrocken und einschenken müssen die Kinder ausessen und trinken.
(Das bedeutet, für Fehler der Eltern müssen die Kinder einstehen. Meist sind das Erziehungsfehler der Eltern, die nicht gelernt haben, ihre Kinder richtig auf das Leben vorzubereiten. Sie versagen deswegen häufiger in der Schule, der Ausbildung und später im Beruf und endlich in einer funktionierenden Partnerschaft im Leben, die vielen Singlehaushalte an manchen Orten sind ein Beweis. Früher war der Gottlose Lebenswandel gemeint, den Gott bis in 3. Glied der Kindeskinder straft. Ebenso sollte unrechtmäßig erworbener Reichtum nicht auf die Enkel vererbt werden, da die Kinder schon alles vertun und durchbringen.)

Was die Erde gibt, das nimmt sie wieder.

Was die Fackel verzehrt ist Fahrnis*.
(* bewegliches Vermögen; fahrende Habe)

Was die Frau erspart, ist so gut, als was der Mann erwirbt.

Was die Fürsten geigen, müssen die Untertanen tanzen.

Was die Gottlosen gern wollten, das ist verloren.

Was die Herren sündigen, das büßen die Armen.
Was die Herren sündigen, das büßen die Bauern.
Was die Herren sündigen, das müssen die Untertanen büßen.

Was die Jungen nicht können erwarten, das können die Alten noch viel weniger tun.

Was die Kinder am liebsten wollen, das soll man ihnen am wenigsten geben.

Was die Leute fleucht und immer zu Winkeln kreucht, das ist verdächtig.

Was die Leute nicht strafen, das straft Gott.
Was Menschen nicht strafen, straft Gott.

Was die Mütter gebären, sollen sie ernähren.

Was die Natur dem Hahn am Kamme nimmt, das gibt sie ihm am Schwanze.
Was die Natur dem Pfauen am Kopfe versagt, das ersetzt sie ihm am Schwanze.

Was die Natur versagt, kann niemand geben.
(Leider haben Regierungen, Großkonzerne und Wirtschaft, alle, die darauf reagieren müssten, oder etwas ändern könnten noch nichts begriffen. Stattdessen nur Konferenzen, bei denen nur heiße Luft und Treibhausgase herauskommen.)

Was die Sau verbrochen, am Ferkel wird's gerochen.
Was die Sau verschuldet, das muss das Ferkelein büßen.

Was die Sau wühlt, des entgelten die Ferklein.

Was die Untertanen beschwert, tut den Herrn nicht weh.
(Ein Sprichwort aus der Zeit, als noch Kaiser und Könige absolutistisch herrschten. Man könnt heute meinen, einige aus Regierung und Wirtschaft glauben, auch heute noch in der gleichen Zeit zu leben.)

Was die vorwitzigen Augen sehen, das wollen die Hände haben.

Was die Welt nicht kann mit Löwenstärke ausrichten, das vollbringt sie mit Fuchsschwänzen und Freundes Schempart.

Was die Welt sieht und erfährt, das glaubt sie sonst nicht.

Was die Welt verachtet und wegwirft, das liehst Gott auf, und hälts für eitel Heiligtum.

Was die Welt zu schaffen hat, da muss ein Mönch bei sein, soll man ihn auch dazu malen.

Was dir bös ist, das ist durch deine Schuld dir bös.
(Eine alte falsche Aussage, die wahrscheinlich vor langer Zeit von Neidern erfunden wurde. Wenn einer etwas kann oder hat, sind die Nichtskönner oder Habenichtse böse durch eigene Schuld.)

Was dir geloben die Jungfrauen, da sollst du nicht zu fest auf bauen. Was sie dir jetzt geredet han, kommt ein Reicher, du musst davon.

Was dir nicht angehört, lasse unangerührt.
(Man soll sich kein fremdes Eigentum aneignen.)

Was dir nicht gehört, das streift eine Maus mit dem Schwanze weg.

Was dir nicht werden kann, vergiss und kehr` den Sinn davon.
Was mir nicht werden kann, davon wende mir Gott den Sinn ab.
Was mir nicht werden mag, da kehre mir Gott denn Sinn ab.
(Unerreichbare Wünsche sollte man sich aus dem Sinn schlagen.)

Was dir zu eng ist, das leg nicht an.

Was dir zu hoch ist, das lass fliegen.

Was doch die Gewohnheit tut, sprach der Schneider, da warf er einen Lappen von seinem eigenen Tuch in die Hölle.

Was dreie wissen, erfahren bald dreißig.
Was dreie wissen, wissen hundert.
Was drei wissen, das erfahren hundert.

Was du allein willst wissen, das sage niemand.

Was du am Rocken*27 hast, musst du abspinnen.

Was du anfängst zu aller frist, bedenk das Ende ohne arge List.

Was du dem Freunde leihst, des mahnt der Feind.
(Das bedeutet, wenn man etwas jemandem leiht, wird man als Freund geachtet. Sobald man das Geliehene zurückfordert, wird man oft als Feind gesehen.)

Was du dem Nachbar in den Garten wirfst, das wuchert für dich im Garten Gottes.

Was du einem tust, das erwarte vom andern.

Was du gern wolltest haben von mir, dasselb ich billig erwart von dir.

Was du hast andern Gutes getan, sollst du nicht stets im Gedächtnis han. Was dir von andern ist Gutes geschehen, sollst du stets dankbar eingedenk sein.
Dem wohl geschieht, solls im Gedächtnis han, der wohl tut, soll nicht denken dran.

Was du hast, das behalt, was hin ist, das lass fahren.

Was du hast, des bist du Gast.

Was du hast in deinem Haus, das plaudere nicht vor Herren (anderen) aus.

Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen.
Was du heute tun kannst, verschiebe nicht bis morgen.

Was du im Haus nicht wenden magst, schau das du das geduldig tragst.

Was du jetzt hast das halt für gut und streb nach dem, das besser tut.

Was du kannst tun, da lass dich an.

Was du mir fluchst, das bestehe dein Hals.

Was du mit Geld nicht bezahlen kannst, bezahle wenigstens mit Dank.

Was du nicht ändern kannst, das nimm geduldig hin.

Was du nicht findest in dem Beutel, das such in der Bibel, die weiß zu trösten.

Was du nicht gelegt hast, das hebe auch nicht auf.
Was du nicht von dir gelegt hast, das sollst du nicht aufheben.

Was du nicht haben willst, das suche nicht.

Was du nicht heben kannst, lass liegen.

Was du nicht kannst meiden, das sollst du willig leiden.

Was du nicht kannst wenden, das leid' und tu's nicht schänden.

Was du nicht willst, dass dir geschieht, das tu (du) auch einem (dem) andern nicht.
Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
Was du nicht willst, dass man dir tu, da lass ein andern auch mit Ruh.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 7, 12: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“)

Was du nicht willst dem Priester geben, das must du lassen den Landsknecht heben.

Was du nicht willst halten, das sollst du auch nicht geloben.

Was du niemand geben willst, sollst du auch von niemand verlangen.

Was durch böse Wege fortkommt, das hat keinen Bestand.

Was durch die Ohren kommt, geht wiederum durch den Mund aus.

Was du redest, das mach war, was du kaufst, das zahl bar.

Was du selbst nicht tun würdest, begehre nicht von andern.

Was du siehst, ist wie ein Schatten an der Wand.

Was du sparst, ist für dich später. als hättest du es gefunden.

Was du tun musst, das tue gern.

Was du tun willst, das tue bald.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Johannes 13, 27: „Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust (tun willst), das tue bald!“)

Was du tust, bedenk das Ende.
Erwig das Ende!
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 7, 40: „Was du tust, so bedenke das Ende, so wirst du nimmermehr Übles tun.“)

Was du von andern ungern hast, damit tu keinem Überlast.
(Der Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 7, 12: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ Das Sprichwort ist die Antithese des Bibeltextes.)

Was du von andern wirst nachsagen, musst du von andern wieder tragen.

Was du von Strafen hast verschuld, das leid, und trag es mit Geduld.
Die Straf, die du hast verschuld, sollst du aufnehmen mit Geduld.

Was du willst, das hole selbst, was du nicht willst, begehre durch einen andern.

Was du willst, das man dir tut, das tu einem andern auch.

Was du willst, das verschwiegen bleib, das sollst du sagen einem Weib. Es bleibt in ihrem Mund verschlossen, als hättest du Wasser in ein Sieb gegossen.

Was ein Dorn werden will, muss die Spitze in die Höhe kehren.

Was ein Dorn werden will, spitzt sich früh (das sticht).
Es sticht beizeiten, was ein Dorn werden will.

Was eine an den Wocken*27 bindet, das spinnt sie auch.

Was einem am Herzen liegt, und wehe tut davon muss er reden.

Was einem am ungesundesten ist, das isst er am liebsten.

Was einem an die Seele gebacken, das kann man mit keinem Scheidewasser losbeizen (abwaschen), es ist das letzte Hemd so wir antun und das Laken, an welchem wir zu Grabe getragen werden.

Was einem an seine Ehre tritt, das pflegt man gern zu verhüten oder abzulehnen.

Was einem begegnet, das kann jedermann begegnen.
Was einem begegnet, das mag auch einem jeden begegnen.

Was einem die Natur hat eingepflanzt, das wäscht ihm weder Elbe oder Rhein ab.

Was einem einmal hat gefallen, das liebt er stets vor andern allen.

Was einem frommt, das klagt der andre.

Was einem fügt oder wohl bekommt, das schadet dem andern.

Was einem liebt, das leidet dem andern.

Was einem Narren ohne Schaden ist, das bringt einem Weisen Gefahr.

Was einem neue Mär zuträgt, das trägt sie auch wieder hinweg.
(Mär = aus dem Althochdeutschem māren - verkünden, rühmen. Oft ironisch oder scherzhafte Erzählung, seltsame Geschichte oder unglaubwürdiger Bericht.)

Was einem nicht beschert ist, da führt eine Mücke auf dem Schwanz dahin.
Was einem nicht beschert ist, das nimmt eine Mücke hin.
Das nimmt 'ne Mücke auf dem Schwanz' über'n Rhein.

Was einem nicht im Leib ist, das tut ihm kein Schaden drin.

Was einem nicht kann werden, das ist das Liebste auf Erden!
Was einem nicht soll werden, ist das Liebste auf Erden.

Was einem nicht Not ist, das ist auch um ein Heller zu teuer.

Was einem recht, ist allen recht.
Was einem Recht ist, ist allen Recht.

Was einem Reichen übel ansteht, das steht vielmehr einem Armen übel an.

Was einem sauer und schwer angekommen ist, des gedenkt er mit desto mehr Freuden.

Was einem selbst nicht sauer worden ist, des acht er auch desto weniger.

Was einem zu eng ist, ist dreien zu weit, und nur zweien gerecht.
Was einem zu eng ist, ist zweien zu weit; das dritte Haupt trägt schwer daran.
Was einem zu eng ist, das ist zweien gerecht und Dreien allzu weit.
Was einem zu weit, ist dreien zu eng und nur zweien gerecht.
(Damit sind Heimlichkeiten und Geheimnisse gemeint. Ein oder zwei Menschen können Geheimnisse für sich behalten, sobald es aber drei wissen, werden es wahrscheinlich bald alle wissen.)

Was einen Anfang hat, das hat auch ein Ende.

Was eine Nessel werden will, brennt beizeiten.
Was zur Nessel werden will, brennt jung (zeitig).
Was zur Nessel werden will, fängt zeitig an zu brennen.
Es brennt beizeiten, was eine Nessel werden will.

Was einen nicht angeht, das soll er lassen vorübergehen.

Was einen übergehen soll, das geht nicht um ihn hin.

Was einer am andern straft, das hat er oft selbst beide Hände voll.

Was einer am Trünklein Wein erspart, das muss er auf dem Siechbett verzehren.

Was einer angefangen oder zugeschnitten, soll ein anderer nicht ausmachen.

Was einer arges hat getan, sollst du nicht aufrücken jedermann.

Was einer bald geben kann, das soll er nicht zweimal sagen.

Was einer baut, das zerbricht oft der andre.

Was einer baut mit den Händen, das zertritt und zerbricht er oft selbst mit den Füssen.

Was einer braut, das muss er auch trinken können.

Was einer daheim hat, das braucht er nicht außen zu suchen.

Was einer duldet, das rächt der andre.

Was einer fürchtet, das liegt ihm täglich auf dem Hals.

Was einer für ein Mann gewesen sei, das find sich an seinen Nachkommen.

Was einer gern isst, das ist seine Speise.

Was einer gern tut, das tut er zum Ersten.

Was einer gern wollt, das glaubt er leichtlich.

„Was einer hat, das hat er!“, sagte der Schneider, und ließ, statt einer Kuh, eine Geiß aus dem Stall.

Was einer heute hat, das will er morgen mehr haben.

Was einer hört, das mag er wohl sagen, aber nicht alles, was er sieht.

Was einer im Sinn hat, das sieht man ihm an den Augen an.

Was einer ist, das ist der andere eher gewesen oder kanns noch werden.

Was einer ist, das kann man aus ihm machen.

Was einer ist, das sind wir alle.

Was einer jung sät, das erntet er, wenn er alt wird.

Was einer kann, das greift er an.

Was einer kann, das kann er einem andern auch lehren und von sich sagen.

Was einer kann verlieren, das ist nicht sein eigen.
Was einer kann verlieren, das soll er nicht für sein eigen achten.

Was einer Kreatur gebührt, am andern genug zu finden ist.

Was einer lernen will, das soll er nicht spät anfangen.

Was einer liebt, darauf stehen seine Gedanken.

Was einer liebt (oder fürcht), das ist sein Gott.

Was einer lobt, das schilt der andre.

Was einer nicht backt, das braut der andere.

Was einer nicht gegessen hat, das kann er nicht speien.

Was einer nicht gern hat, das glaubt er desto weniger.
(Ein altes Sprichwort, was sich bei vielen heute immer wieder bewahrheitet. Wer die Vorsichtsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht leiden kann, glaubt nicht an die Gefahr. Er geht auf Demonstrationen dagegen, auf Feiern und Veranstaltungen und beachtet nicht die kleinsten Vorsichtsmaßnahmen und verbreitet den Virus umso mehr. Verantwortung gegen sich und erst recht gegenüber anderen sieht anders aus und ist vielen Unbekannt.)

Was einer nicht gesehen hat, das soll er nicht fast für wahr halten.

Was einer nicht hat, davon darf er keine Rechnung geben.

Was einer nicht hat genossen, das hat er auch nicht zu entgelten.

Was einer nicht hat gesät, das soll er auch nicht ernten oder schneiden.

Was einer nicht im Sinn hat, das kommt ihm zuerst in den Sinn.

Was einer nicht ist, kann er noch werden.

Was einer nicht kann, des soll er sich nicht unterstehen.

Was einer nicht kennt, darnach er sich nicht sehnt.

Was einer nicht versteht, das kann er auch keinem andern lehren.

Was einer nicht weiß, das kränkt ihn nicht.

Was einer nimmt am Tag in acht, daher kommt ihm ein Traum zur Nacht.

Was einer öffentlich nicht tun mag, das soll er auch heimlich lassen.
Was einer nicht tun mag öffentlich, soll er auch lassen heimlich.
(Laut J. Eiselein (1840) ist dieser Spruch von Friedrich dem Schönen (1289 - 1330) leider ohne genaue Quellenangabe, von dem Wander ihn gleich zwei Mal (Oeffentlich ohne Nr. und Thun Nr. 244) in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon übernommen hat. Neuerdings wird auch Molière (1622 - 1673) als Autor genannt. Diese Nennungen stammen alle aus den letzten Jahren ohne eine Angabe, wo in seinen Werken das stehen soll. Deswegen ist die Angabe von Molière als Autor offensichtlich falsch.)

Was eine Rose werden will, das blüht bald.

Was einer sät, das schneidet der andre.

Was einer scheut, das muss er haben.

Was einer selbst macht, das muss er selbst haben.

Was einer selbst nicht hat oder weiß, das kann er andern nicht geben oder lehren.

Was einer selbst nicht leiden wollt, dass soll er einem andern nicht aufsatteln.

Was einer tun darf, dürfen andere sagen.

Was einer tun muss, da sagt man ihm keinen dank drum.

Was einer weinet, das pisset er nicht.

Was einer wert ist, das widerfährt ihm.

Was einer zum Handschuh denkt, da wird oft kaum ein Däumling draus.

Was ein Esel von mir spricht, das acht' ich nicht.

Was eine Stunde nicht tut, tun zwei.
Was eine Stunde nicht kann tun, das tun zwei.

Was ein Frosch werden will, muss erst ein Kühleskopp gewesen sein.

Was ein Kölner fordert, biete die Hälfte, so wirst du nicht betrogen.

Was einmal ausgelassen ist, das kann man nicht so leicht wiederkriegen.

Was einmal Unrecht gewesen ist, bleibt Unrecht zu aller Frist.

Was ein Mönch gedenkt, das darf er tun.

Was ein Pfaff gebissen, wird nimmer gesund.

Was ein Streich nicht kann, das tun zehne.
Was ein Streich nicht tun kann, das tun zwei.

Was ein Weib bei sich selbst gedenkt, ist henkenswert.

Was ein Wolf gebissen oder ein Pfaffe, das heilt hart.
Was Pfaffen und Wölfe beißen, ist schwer zu heilen.

Was Eltern bald vergessen kann, nimmt sich der Kinder auch nicht an.

Was enge angehet, das wohl bestehet.

Was er sagt, hat er von sich selbst gehört.
(Ebenso hat hat Wander in seinem Sprichwörter Lexikon etliche Sprüche aus seinen eigenen Büchern mit von ihm selbst fabrizierten Sprüchen.)

Was er verschenkt, ist gut für die Augen.