Deutsche Sprichwörter  mit W

Deutsche Sprichwörter
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Wie macht / produziert man Sprichwörter?

Dafür muss man laut Wander: „das für diesen Zweck gebildete Sprachgefühl – ich (Wander) möchte es das Sprichwörterohr nennen – besitzen. . . und dann kann nichts als das rasch erkannte Gepräge, das dem Sammler eigene Sprachgefühl, der Sprichwörter-Instinkt, wenn ich so sagen darf, entscheiden.
Ich habe die Sprichwörter nach den obigen Ansichten aufgenommen, auch von keinem meiner geehrten Mitarbeiter einen tabellarischen Nachweis darüber verlangt, ob es ein wirkliches, normal entstandenes, durch Volksbeschluss als solches bestätigtes Sprichwort und nicht ein untergeschobener Wechselbalg sei; . . und mein Leben schien mir zu kurz, um bei jedem einzelnen Ausspruch, den ich bei einem Schriftsteller, in einer Zeitung angeführt fand, oder der mir von einem Sammler und Mitarbeiter geboten wurde, lange und unfruchtbare Erörterungen obiger Art anzustellen. Wenn ich ein Sprichwort einmal auf der Straße oder im Umgange hörte, wenn ich es einmal in einer Schrift angeführt fand, wenn es mir als Sprichwort zugesandt wurde, so nahm ich es in meine Sammlung auf. So ganz ohne Prüfung bin ich indes nicht verfahren; ich sah zunächst schon auf den sprichwörtlichen Charakter und suchte womöglich die Quelle anzugeben, aus der geschöpft war, das Land oder den Ort, wo es vernommen worden u. s. w.,“
(aus der Vorrede zum ersten Band des Deutschen Sprichwörter Lexikons Seite 13 - 14)

Aus den Text von Abraham a Sancta Clara hat Karl Friedrich Wilhelm Wander geschöpft und laut seinem Vorwort sämtliche Sprichwörter, Gleichnisreden, überhaupt alles, was sprichwörtliches Gepräge habe, sorgfältig gelesen und ausgezogen und 1838 in seinem Buch „Abrahamisches Parömakon“ veröffentlicht. Dass die Sprichwörter augenscheinlich nicht bekannt sind, soll der Ursache geschuldet sein, dass sie von Abraham a Sancta Clara so eigentümlich formuliert sind und wohl selten angewandt werden.

Die ersten 5 „Sprichwörter“ aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara ausgezogen lauten in Wanders Buch „Abrahamisches Parömiakon“ von 1838, teilweise mit anderem Wortlaut als bei A. a Sancta Clara:
 
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich. — Nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwandten Leib erwecken.
 
2. Weiber und Weinbeeren machen alle Beutel leer.
Oder:
3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
 
4. Auf den Weinmonat folgt im Kalender der Wintermonat, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler.
 
5. Die Kandel und Andel bringen einen armen Wandel, deswegen sollte Bacchus von Rechtswegen in der einen Hand einen Regimentsstab, in der andern einen Bettelstab führen; nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren.
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Der Originaltext aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara, Bd. 1. Salzburg, 1686, auf Seite 4 bis 5 lautet:
"Zu Dotrecht in Holland war nicht gar vor vielen Jahren ein Gesell, welcher fein sauber all das Seinige verschwendet durch stete Schlemmerei und Unsauberkeit, denn diese beide gemeiniglich verwandt sind und wenn Bacchus hinter dem Ofen sitzt, so heizt die Venus ein und sind diese so nahe beieinander, wie der Knopf bei der Hose. Auch zeigt es die öftere Erfahrung, dass Feuchtigkeit und nässe den Kalk anzündet, nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwanden Leib erwecken, die Weiber aber und Weinbeere machen mehristen Teil alle Beutel eitel und gleichwie in dem Kalender auf den Weinmonat der Wintermonat folget, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler. Dessenthalben soll Bacchus von Rechts wegen in einer Hand ein Regimentsstab, in der anderen Hand ein Bettelstab führen. Nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren, bringen also die Kandl und Andl einen Menschen zu einem armen Wandel."
(Andere Ausgaben sind gleichlautend.)

Allein das „Sprichwörterohr“ von Wander erkannte diese „Sprichwörter“, unabhängig davon, das sie nicht als Sprichwörter im Umlauf waren. Alle Stellen, in denen diese als „Sprichwörter“ auftauchen, datieren nach 1838 und haben wohl aus Wanders Werk geschöpft. Aus der Zeit vorher gibt es keine auffindbare Quelle, in der einer dieser Sprüche außerhalb des Textes von Abraham a Sancta Clara zitiert, oder als Sprichwort bezeichnet wird. Das schließt nicht aus, das Sancta Clara an anderen Stellen auch Sprichwörter gebraucht hat. Die sind aber dann unabhängig von ihm auch bei anderen Autoren als Sprichwörter zu finden.
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Einträge im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander:
   
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich.
(Stichwort Kalk Nr. 13, angegebene Quelle: Parömiakon, 1.)

2. Weiber und Weinbeer machen alle Beutel leer.
(Stichwort Weib Nr. 1128, angegebene Quelle: Parömiakon, 2, Leipziger Tageblatt, Nr. 260 vom 16.9.1864, Seite 1 (Spruch von Abr. a Sancta Clara))
(Möglicherweise hat Wander diesen Spruch in Anlehnung an ein anderes Sprichwort bei Sailer, Seite 100 formuliert: „Drei W machen viel Beutel leer: Würfel, Weiber, Weinbeer'.“ Würfel oder Spiel in Verbindung mit Weib und Wein oder Weinbeere kommen auch in anderen Sprichwörtern und bei anderen Autoren öfters vor.)

3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
(Stichwort Beutel Nr. 24, im Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quellenangabe.)

4. Auf den Weinmonat folgt der Wintermonat.
(Stichwort Weinmonat Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 4.)

5. Kandel und Andel bringen einen armen (bösen) Wandel.
(Stichwort Kandel Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
    Andel und Kandel machen einen bösen Wandel.
(Stichwort Andel (Diminutiv von Anna), angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
Weitere von Wander angegebene Quellen, in denen aber ein etwas anderer Text für das Sprichwort steht. Wander bemängelt den anderen Text bei Karl Simrock als Druckfehler. Wahrscheinlich hat Braun 1840 von Wander (1838) abgeschrieben und den Text etwas verändert, alle anderen dann von ihm.:
    Kandel und Andel bringen einen warmen Mantel.
(Braun 1840, Nr. 1740; Marbach 1842, Seite 52; Simrock 1846, Nr. 5395; Wilhelm Körte zweite Auflage 1861, Nr. 4085 (sind ein warmer Mantel.) Nicht in Körtes 1. Auflage von 1837 enthalten)
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Von Wander angegebenen Quellen zu Sprichwörtern von Abraham a Sancta Clara stammen aus seinem eigenen Buch „Abrahamisches Parömakon“ von 1838, also von ihm selbst oder von anderen, die ihrerseits von ihm abgeschrieben haben. So kann man aus Texten vieler Autoren mit etwas Geschick und Sprichwörterohr Sprichwörter herausziehen und mit Wortumstellungen zu Sprichwörtern machen. Auf Seite 5 der Vorrede in Band 1 des Sprichwörter Lexikons zitiert Wander aus einem Gutachten der Gesellschaft für deutsche Sprache in Berlin „Weil es als Münze, unbesehen und unverändert umläuft, wird nicht jeder Denk- noch Sinnspruch zum Sprichwort." Leider richtet sich Wander nicht danach. Etliche seiner „Sprichwörter“ sind keine Sprichwörter, da sie nie als Sprichwörter unter den Menschen bekannt geworden sind oder umgehen. Sie bleiben, was sie vorher waren, Zitate aus Büchern anderer Autoren, auch wenn sie später bei Wander als „Sprichwörter“ abgeschrieben wurden. Nur wenn sie auch in anderen Quellen zu finden sind, sind es wahrscheinlich wirklich Sprichwörter.

Ein weiteres Beispiel auf dieser Seite:

In seinen Büchern „Scheidemünze oder neue deutsche Sprichwörter“, 2 Bände aus den Jahren 1831 und 1832 und „Sprichwörtergarten“ aus dem Jahr 1838 veröffentlichte Wander selbst fabrizierte Sprüche, den Sprichwörtern nachempfunden. Diese selbst gemachten „Sprichwörter“ seiner vorangegangenen Bücher nahm er ebenso als Quelle für sein Sprichwörter Lexikon, wie alles andere.
Im “Sprichwörtergarten“ Nr. 204 und in „Scheidemünze“ 1. Band, Nr. 4519 steht der von ihm gemachte Spruch „Wem's in den Füßen zuckt, der tanzt ohne Musik.“. Der wird mit entsprechenden Quellenangabe in in Band 1 des Deutschen Sprichwörter Lexikons in Spalte 1299 unter Fuss Nr. 116 übernommen, wobei „zuckt“ durch „juckt“ ersetzt wird.
Einige Sprichwörterbücher der letzten 20 Jahre, ebenso andere Bücher und Internetseiten übernahmen daraus nun den von Wander fabrizierten Spruch als deutsches Sprichwort. Ein Beleg für den tatsächlichen Umlauf als Sprichwort ist nicht vorhanden.

Ein Beispiel für ein echtes Sprichwort durch ältere Quellen:
„Er schickt sich in alle Sättel.“ steht in „Abrahamisches Parömakon“ unter Nr. 2764. Bei A. a Sancta Clara steht im „Wohl angefüllter Weinkeller“ auf Seite 471: „Ein Schmeichler schickt sich in alle Sättel.“ Hier hat auch Sancta Clara ein Sprichwort zur Verdeutlichung seiner Gedanken verwendet. Ältere Quellen finden sich in der deutschen Ausgabe der Baierische Chronik von Johannes Aventin (1477 - 1534), herausgegeben 1566 (Auf alle Sachen und alle Sättel geschickt.), in „Florilegium Ethico-Politicum“ von Jan de Gruytere (1560 - 1627) aus dem Jahr 1612 und 1630 im Politischen Blumengarten von Christoph Lehmann (1568 - 1638), (bei beiden : „Zu schimpf und ernst auf alle Sättel gerecht.“).
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Wechseln ist kein Raub.

Wechseln lädt ihm Unglück auf die Achseln.
(Erklärung dazu von Johannes Mathesy aus dessen Buch „Das ist Christliche, Lehrhaffte, Trostreiche und lustige Erklerung und Außlegung deß schönen Haußbuchs, so der weyse Mann Syrach zusammen gebracht und geschrieben“ aus dem Jahr 1605: „Bist du ein Knecht berufen, sorge dir nicht. Das ist, bleibe ein Knecht, also bist du zum Bauer, zum Kaplan oder Schulmeister berufen, lass dir an deinem Kanton und Stand genügen. Denn wählen bringt Quall, wechseln lädt ihm Unglück auf die Achseln.“)

Wechseln macht fehlen.
(Laut der früheren Ansicht gibt es nachteilige Probleme, wenn man versucht, seinen vom Schicksal zugewiesen Platz in der Gesellschaft verändern oder wechseln zu wollen. Früher hinderte der Standesunterschied den gesellschaftlichen Aufstieg, heute sind es meist Bildung und Geld.)

Weder nie noch immerfort, ist der Liebe Losungswort.

Wegen böser Leute kommen schwere Zeiten.

Wegen dem Denken kann man einen nicht henken, aber wegen dem Sagen gar oft aufs Maul schlagen.

Wegen des Missbrauchs soll man den rechten Brauch nicht niederlegen.

Wegen des süßen Honigs leckt die Katz die Schüssel.

Wegen dichter Saat darf niemand seine Scheuer*31 größer bauen.

Wegen eines Stücks Fleisch geben die Hunde die Freundschaft auf.

Wegen einer Erdbeere sollte ein Mann neunmal vom Pferde steigen.

Wegen wenig frommer Personen tut Gott vieler Gottlosen schonen.
Von wegen wenig frommer Personen tut Gott viele Gottlose verschonen.

Weh den Eseln oder Pferden, so die Bettler reiten werden.

Wehe dem Bein, da viel Hunde an nagen.
Wehe dem Bein, daran viel Hunde nagen.

Wehe dem, der allein ist, wenn er fällt, denn hilft niemand auf.

Wehe dem, der damit Grund dem Lästerer fällt in den Mund.

Wehe dem, der die Briefe tragen muss.

Wehe dem, der die Statt mit Blut baut, und richt sie zu mit Unrecht.

Wehe dem, der einen bösen Nachbarn hat.

Wehe dem, der in ein bös Gerücht kommt.

Wehe dem, der schuldig ist und hat keine Frist und weiß nicht, wo Geld ist.

Wehe dem, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht.

Wehe dem, der sein Gut mehrt mit fremdem Gut: Wie lang wirds währen? Und ladet nur viel Schlamm auf sich.

Wehe dem, der sein Haus mit Sünden baut und sein Gemach mit Unrecht.

Wehe dem, der sich an einem alten bösen Weib reibt.

Wehe dem, der sich vor dreien nicht hütet: Wollust*35, Wein und Würfel.

Wehe dem, der Ursach gibt zu Schand.

Wehe dem Herrn, der seinem Knecht muss zu Willen sein.

Wehe dem Land, wo der Herr ein Kind ist.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 10, 16: „Weh dir, Land, dessen König ein Kind ist und dessen Fürsten in der Frühe tafeln!“)

Wehe denen, die bei sich selbst weise sind, und halten sich selbst für klug.

Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen.

Wehe denen, die der Geizteufel besitzt.

Wehe denen, so Helden sind Wein zu saufen und Krieger in Völlerei.

Wehe den Schriftgelehrten die unrecht Gesetz machen und unrecht Urteil sprechen.

Wehe der Heldenhaufen ob ihrem Weinsaufen.

Wehe der Statt und Land, da Wölfe kriegen Oberhand.
(Statt = aus dem Mittelhoch- und Althochdeutschem - stat von Stehen = Stätte, Stelle, Platz, ein bestimmter Ort.)

Wehe immer wehe ein solcher Mann, der seinem Weib die Herrschaft gan.

Weher Tag lässt sich nicht bergen.

Wehrende Hand schuf Gott.

Wehrender Hand wird immer Rat.

Wehrt man nicht, so wachsen die Tannen in die Tischlade.

Weiben macht nicht leiben.

Weiben und Mannen ist sorglich.

Weiber an den Fenstern und Tauben auf der Gasse sind stets in Gefahr.

Weiberaugen, (sind) Feuerspiegel.
Weiberaug ist ein Feuerspiegel.
(Das bedeutet, sie verbrennen das Herz des Mannes.)

Weiber fangen selten was Gutes an, nehmen oft ein Drescher vor einem Tröster.

Weiber findet man nimmer ohne Rede.

Weiber führen das Schwert im Maule, drum muss man sie auf die Scheide schlagen.

Weiber geraten nicht allemal wohl.

Weibergestalt ist nur gemalt.
(Aus dem Kommentar dazu von Carl Steiger in seinem Buch „Pretiosen deutscher Sprichwörter“ aus dem Jahr 1865, Seite 88: „Wie Vielerlei ist beigefügt und weggeschafft, bis diese schöne Gestalt hergestellt war. Sie ist ein Kunstwerk, durch Zutaten erst geschaffen. Wie manche Vorrichtung, wie manche Nachhülfe wird angewendet — auch da, wo es redlich zugeht — den Reiz zu erhöhen, die Haltung zu veredeln, die ganze Erscheinung zu regeln.“)

Weiberglaube schadet den Männern nicht.

Weiber, Feuer und Meer sind drei gefährliche Dinge.

Weiber, Glück und Gold sind allen Narren hold.

Weiber haben langes Haar und kurzen Sinn.
(Dieses Sprichwort ist mit der Bezeichnung Frauen oder Weiber oder ganz ohne diesen Hinweis oder mit Haaren oder Röcken und Kleidern in Umlauf. Es deutet darauf hin, dass dieses Sprichwort wie etliche andere von Männern gemacht wurde. Es traut den Frauen keine große Intelligenz zu, im Gegensatz zu der, die sie sich selbst attestieren. Ein Vorurteil, das viele Männer, dank ihrer beschränkten Intelligenz, auch heute noch haben.)

Weiberhitze und List übertrifft Löwenstärke.

Weiber hüten ist vergebliche Arbeit.

Weiberkleider decken des Nachts wohl.

Weiber können weinen und lachen, wenn sie wollen.

Weiber können Wunden hauen, aber nicht heilen.

Weiberkrieg gilt nichts.

Weiberlieb und Herrengunst sind nicht mehr als blauer Dunst.

Weiberlist geht über alle List.
Weiberlist, nichts drüber ist!
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 25, 19: Alle Schlechtigkeit ist gering gegen die Schlechtigkeit einer Frau;)

Weiberlist, Gottes Gnade und der Bauern Schalkheit hat nimmer ein Ende.

Weiberlist übertrifft aller Welt Weisheit.

Weiberlist und süße Worte überwältigen Mannesstärke.

Weiber nehmen ist kein Pferdehandel.

Weibern und Geschossen soll niemand trauen.

Weibern und Jungfrauen war Ausgehen nie so gut, daheim bleiben war besser.

Weiberrache hat keine Grenzen.

Weiberreden, armes Reden.

Weiberregiment nimmt selten gut End.

Weiberröcke sollen mit Scham und Zucht verbrämt sein.

Weiber schlagen gibt schlechte Ehre.

Weiberschönheit, das Echo im Wald und Regenbogen vergehen bald.

Weiberschönheit hat manchen verderbt und betrogen.

Weiberschönheit ist ein verdeckter Unflat.

Weiber sind anfangs leicht, werden aber immer schwerer.

Weiber sind außen mit stolzen Kleidern und innerlich mit Falschheit gefüttert. Wenn mit ihnen rechnest, so übersteigt bei ihnen Zins und Unkosten das Kapital.

Weiber sind des Teufels Kloben, darin er fängt, was aufsitzt.

Weiber sind Katzen mit glatten Bälgen und scharfen Tatzen.

Weiber sind so leicht wie der Wind einzuschließen.

Weiber sind veränderlich wie Aprilwetter.

Weiber sollen mit dem Plewel und nicht immer mit dem Maul waschen.
(Plewel, Pleuel = ein kurzes, breites und flaches Holz, ähnlich eines Dreschflegels oder einer Flachs- oder Hanfschwinge. Früher wurde besonders den Frauen nachgesagt, das sie abschätzige Reden führen, wenn mehrere miteinander reden. Sie waschen dabei schmutzige Wäsche zum Nachteil anderer. Das weibliche Sprechen wurde grundsätzlich abgewertet, es wurde als Geräusch ohne Sinn oder Verstand gewertet. Ein Geräusch ähnlich dem Klatschen von Dreschflegeln, womit die Verbindung hergestellt war. Schon Luther hat öfters vom unnützen Waschen mit den Mäulern gesprochen und geschrieben, was zur Verbreitung von Ausdrücken und Sprichwort sorgte.)

Weiber und Geld schulden all' Übel der Welt.

Weiber und Hühner verlieren sich bald auf der Straße.

Weiber verschweigen nur, was sie nicht wissen.

Weiber weinen, trunkenen Bauern beten und Spieler schwören geschieht alles ohne Andacht.

Weiber, Wein und Würfel richten manchen zu Grunde.
Weiber, Wein und Würfelspiel Verderben manchen, wer's merken will.

Weiberwitz ist federleicht.

Weiber wollen gern schön sein und ist doch besser, wenn sie fromm sind.

Weiberzorn ist heftig.

Weiberzunge ist glatt.

Weibes Mutter ist nicht Tod.

Weibsbild soll nicht sein wild.

Weibs und Kinder vergessen ist kein Kinderspiel.

Weibsweinen will den Mann fällen.

Weib und Kind sind lieber, denn Vater und Mutter.

Weib und Leinwand kauft man nicht bei Lichte.
Weiber und Leinwand kauf nicht bei Lichte.
(Mit dem Licht ist wohl das unzureichende künstliche Licht gemeint, denn Wilhelm Körte meint dazu: „es gehört heller Tag dazu, wenn du nicht willst betrogen sein.“)

Weich bald, weich fern, komm langsam wieder, damit vertreibt die Pest ein jeder.

Weich du mir, so weich ich dir.

Weiche Betten helfen nicht allzeit zum Schlaf.

Weichen ist keine Schand, bist du übermannt.

Weichlicher Arzt macht faule Wunden.

Weichst du mir, so weich ich dir.

Weidenkopf und stolzen Bauer soll man alle drei Jahre behauen.
Weiden und Bauern muss man alle drei Jahre beschneiden, sonst werden sie zu geil.

Weil dem Geizigen der Odem geht, ist er zu nehmen stets bereit.

Weil der Hund bellt, verliert er den Knochen.

Weil der Hund brunst, so entlauft der Hass.
Weil der Hund pisst, entläuft ihm der Hase.

Weil der Krüppel lebt, so gehet's einem wohl zur Nahrung.

Weil der Schad das Gesinde nicht brennt, so löscht es auch das Feuer nicht viel.

Weil die Henne legt, so legt man ihr auch.

Weil die Kohlen riechen, bleibt die Köchin beim Pfaffen.

Weil die Kuh im Stall ist, soll man den Stall beschließen.

Weil die Obrigkeiten in der Schrift Götter heißen, so meint jeder Amtmann, er wäre ein Ölgötz.

Weil dir die Füße noch los sind, so geh.

Weil einer ein Kind ist, redet er wie ein Kind und ist klug wie ein Kind und hat kindische Anschläge.

Weil einer hat im Beutel Geld, solang man ihn lieb und wert hält.

Weil einer kann, so braucht man ihn; darnach schlägt man ihn ins Gras.

Weil ein Vater einen Stab tragen kann, soll er seinen Kindern sein Gut nicht übergeben oder vermachen.

Weil ein Weib Kinder zeugt, hat sie den besten Tag.

Weil ich hab Geld genommen, kann die Wahrheit nicht aus mir kommen.

Weil man Glauben hält, so stehts und gehts recht in der Welt.

Weil man hat gelernt durch die Finger sehen, ist den Brillenmachern groß Schad geschehen.

Weil mir aus Ungunst Glück gewährt, hat mir vielleicht Gott ein besseres beschert.

Weil Nutz der Pfennig bringen kann, so ist dem Pfennig niemand gram.

Weil sich die Welt will feiernt nähren, muss sich bei uns viel Unrats mehren.

Weil's Markt ist, muss man kaufen.

Weil wir sind Mist, Staub und veracht, was treiben wir denn große Pracht.

Wein auf Salat, schad’t dem Doctor einen Dukat.

Wein behält nicht rein.
Wein hält nicht rein.
(In früheren Jahrhunderten lautete das Sprichwort wie oben. Erst bei Eiselein (1840) und Simrock (1846) wurde aus „behält“ das kürzere „hält“. Zur Bedeutung schrieb 1645 der Superintendent Dr. Salomon Glaß in seinem Buch „Ebrietatis infamia: Gründlicher Bericht von der schändlichen und hochschädlichen Sünde der Trunkenheit“ auf Seite 190: „Ich will jetzt anderer Ursachen, die uns das verdammte und leider allzu tief eingerissene Laster der Völlerei erleiden sollen geschweigen, als dass mancher damit in Leiden und Not gebracht wird, wie unsere alte Teutschen gesagt, Wein behält nicht rein. Voller Mund offenbart des Herzen Abgrund. Da werden oft die allerbesten Freunde uneins, schmähen, schänden und lästern einander, darauf Mord und Main erfolget. Ein volles Haus speit seinen Wirt aus.“ Das bedeutet, auch wenn ein anderes Sprichwort behauptet „Im Wein liegt Wahrheit.“, ist wie schon immer ein zu viel ohne Ausnahme schädlich, wobei das Zuviel meist schon bei unbedeutenden kleinen Mengen liegt. Wein bleibt nicht rein, sondern sät oft Streit und Zwietracht.)

Wein den Hänsen, Wasser den Gänsen, Bier den Bauern, Branntwein den Huren.

Weinende Braut, lachende Frau.

Weinen hilft vor den Tod nicht.

Wein, Geld und Gut verkehrt der Weisen Mut.
Zu viel Wein, Geld und Gut verkehrt der Weisen Mut.

Wein gibt Mut und frisches Blut.

Wein hat keinen Riegel vor.

Wein hat keinen Schrein.

Wein hat offnen Schrein.

Wein hilft dem Alten aufs Bein.
Der Wein hilft den Alten aufs Bein.
(Ein Trugschluss, meist zieht er allen, auch den Jungen, die Beine weg.)

Wein hinein, Scham heraus.

Wein, Hurenlieb und Kartenspiel hat gebracht in Not und Armut viel.

Wein ist der Poeten Heiliger Geist.

Wein lehrt lallen.

Wein macht aus manchem weisen Mann, dass er die Narrenkappe streift an.

Wein macht fröhliche Leute.

Wein macht neu Geblüt.

Wein macht Unmuts vergessen.

Wein mäßig trinken ist sehr gut, erfreut das Herz und gibt frisches Blut.

Wein red't viel; aber bös Latein.
Der Wein redet schlecht latein.
(Der Wein löst die Zungen, aber selten kommt dann etwas Vernünftiges oder gar Brauchbares, und wenn, dann nur für andere, die Geheimnisse erfahren. Ein Sprichwort, das meist zutrifft, selten das Nachfolgende.)

Wein schiebt keine Riegel vor.

Wein spricht Latein.

Wein trinken heißt Wein bezahlen.
Wein trinken, Wein bezahlen.
Wer Wein trinkt, muss Wein bezahlen.

Wein und Bier folgen dem Zapfen.

Wein und Bier schmeckt süß, versauf ich gleich die Schuh, behalt ich doch die Füß.

Wein und Brot gibt auch eine Suppe.

Wein und Saitenspiel erfreuen das Herz.

Wein und Weiber betören die Weisen.
(betören = aus dem Mittelhochdeutschen = betrügen - zum Toren machen. Jemanden hinreißen, berücken verliebt machen, der nüchternen Überlegung berauben, zu etwas verführen. Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 19, 2: „Wein und Weiber betören die Weisen;“)

Wein und Weiber machen alle Welt zu Narren.

Wein, Weiber und Würden ändern den ganzen Menschen.

Wein, Weißbrot, gebraten Fleisch und Fisch, das macht das Blut und leben frisch.

Weise Buben sind die schädlichsten.

Weiße Hühner legen auch wohl die Eier in die Nesseln.

Weise Hut behält ihr Gut.

Weise ist, der von jedem Menschen lernen kann.
(Dieser Spruch wird teilweise auch als Zitat aus dem Talmud oder als Sprichwort aus Persien Zitiert.)

Weise Kinder kriegen wohl graue Röcke, aber nicht graue Köpfe.

Weise Kinder sind der Eltern Freud.

Weise Leute erkennen, das ihre Weisheit nichts sei, Narren wissen alles und können nicht hören.

Weise Leute gehören in den Rat, Narren für den Tisch und Reiter ins Feld.

Weise Leute haben ihren Mund im Herzen.
Weise Leute haben ihre Zunge im Herzen, die Narren das Herz auf der Zunge.
(Der Ursprung für dieses Sprichwort ist in der Bibel. Jesus Sirach , Lutherbibel 2017, 21, 26: Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge, aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. Lutherbibel 1912 (1545), 21, 28 Die Narren haben ihr Herz im Maul; aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. (Dje Narren haben jr Hertz im maul, Aber die Weisen haben jren mund im hertzen.) Einige andere ähnliche Sprichwörter haben ihren Ursprung wahrscheinlich auf der gleichen Bibelstelle. Es bedeutet im Negativen, geschwätzig sein, alles gleich ausplaudern, auch Geheimnisse oder Beleidigungen. In seiner positiven Bedeutung heißt es, offenherzig und ehrlich zu sein.)

Weise Leute haben wohl viele Male gröblich genarret.

Weise Leute können wohl schweigen.

Weise Leute lachen wenig.

Weise Leute machen Gecken weis.

Weise Leute sind alle reich (sind auch allein reich).

Weise Leute sind auch etwa Narren.

Weise Leute, starke (reiche) Leute.

Weise Leute, weise Worte.

Weise Leute widerlegen viel mit Stillschweigen.

Weise mir den Mann, ich weise dir das Recht.

Weise mir den Wirt, ich weise dir den Gast.

Weisem Kind ist man feind.

Weisen Leuten stehen die Augen um Kopf, Narren gehen im finstern.

Weiß erkennt man am besten, wenn man Schwarz dagegen hält.

Weiser Mann hat Ohren lang und Zunge kurz.

Weiser Mann, starker Mann.

Weiser Rat für sich gat.

Weise sein ist nicht allzeit gut.

Weise Sprüche, gute Lehren soll man tun und nicht bloß hören.

Weise und Narren haben beide gern Gaben.

Weis genug sind die Leute übel zu tun, aber wohltun wollen sie nicht lernen.

Weisheit beschirmt.

Weisheit erhält ihre Kinder.

Weisheit find man eher unter Runzeln, als unter glatten Backen.

Weisheit folgt dem Fleiß.

Weisheit geht allzeit oben.

Weisheit geht für Stärke.

Weisheit hat bei Armut Leid.

Weisheit im Herzen, Scham in Augen und eine bedächtige Rede zieren die Knaben wohl.

Weisheit ist besser denn alle Welt.

Weisheit ist besser denn Harnisch.
(Sprichwort nach der Bibel, Der Prediger Salomo 9, 16: Lutherbibel 1912: „Da sprach ich: Weisheit ist ja besser denn Stärke; doch wird des Armen Weisheit verachtet und seinen Worten nicht gehorcht.“ Lutherbibel 2017: „Da sprach ich: Weisheit ist besser als Stärke, doch des Armen Weisheit wird verachtet, und auf seine Worte hört man nicht.“)

Weisheit ist der größte Reichtum.

Weisheit ist des Lebens Auge.

Weisheit ist gut mit einem Erbgut.

Weisheit ist nicht allzeit gut.

Weisheit kommt allein von Gott.

Weisheit kommt nicht in eine boshafte Seele.
(Ursprung aus Apokryphen des Alten Testaments, Das Buch der Weisheit; Die Weisheit Salomos 1, 4: Lutherbibel 1545: „Denn die Weisheit kommt nicht in eine boshaftig Seele und wohnet nicht in einem Leibe, der Sünden unterworfen.“ Lutherbibel 2017: „Denn die Weisheit kommt nicht in eine arglistige Seele und wohnt nicht in einem Leibe, der der Sünde verfallen ist.“)

Weisheit kommt nicht vor den Jahren.

Weisheit lässt sich finden von denen, die sie suchen.

Weisheit macht eine glückliche Hand.

Weisheit pflegen und Bulen will nicht zusammen stehen.

Weisheit regiert durch Worte, nicht durch Gewalt.

Weisheit regiert, nicht Gewalt oder Geld.

Weisheit regiert über Gewalt.

Weisheit trägt man nicht in Kleidern.

Weisheit und guter Rat, im fetten Wanst wenig Raum hat.

Weisheit und Lehr behüt Gott Gefähr.

Weisheit und Verstand stecken nicht im Kleidertand.

Weisheit wird Torheit, Witz wird Unverstand, wo man ihrer nicht recht gebraucht.

Weit beherret, nah geschwägert (ists best).
Weit beherret und nah befreundet.
(beherren = der Herr über etwas sein. Wenn etwas weit beherret ist, ist die Kontrolle des weit entfernten Herrn nicht so gründlich und man kann viel nach eigenem Ermessen tun. Von nahen Freunden oder Schwägern hat man größeren Nutzen.)

Weit davon ist gut vorm Schuss.
Weit davon ist gut vor dem Schuss.
Weit davon ist gut und für den Schuss.
Weit davon ist gut für harte Schüsse.
(Das bedeutet, je weiter man vom Schuss (oder einer anderen Gefahr) entfernt ist, umso sicherer ist man davor.)

Weit deinem Gut, nahe deinem Schaden.

Weiter Rat tut selten gut.

Weite Stiche geben auch Brot, sprechen die Schneider.

Weite und lange Stiche geben Brot, enge und dichte bringen Jammer und Not.

Weit gesessen, bald vergessen, nah an der Hand wird bald bekannt (oder bleibt lang bekannt).

Weit und gran fordert den Kürschner von dem Plan, eng und dicht fordert ihn gar nicht.

Weit vom Geschütz macht alte Kriegsleute.

Weit vom Streite macht alte Kriegsleute.

Weit voneinander bringt keinen Neid.

Weit von Hof hat wenig Verdruss.

Welche an allen Orten wohnen, die sind an keinem Ort gewiss daheim.

Welche andere oft betrügen, die muss es nicht wundern, wenn sie einmal wieder betrogen werden.

Welche Biene sticht, die bleibt nicht, sondern ist verdorben.

Welche das Kindbett nicht vorhält, die muss es nachhalten.

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Welche diese Welt brauchen, sollen zusehen, das sie derselbigen nicht missbrauchen.

Welche einem beschert ist, darüber stirbt wohl ein andrer guter Kerl.

Welche einem einmal gefallen hat zu Ehe, die soll ihm sein lebenslang nicht missfallen.

Welche einem in der Jugend ist gut gewesen, die sei ihm im Alter auch gut.

Welche Frau wohl will, die tut selber recht; welche übel will, da hilft kein hüten.

Welche langsam zürnen, die zürnen lang.
Die langsam zürnen, zürnen lang.

Welchem Herrn du dienst, dessen Kleider du trägst.

Welche nackt zum Manne kommt, die bleibt wohl nackt.

Welchen die Liebe tut überwinden, macht sie an Leib und Seele erblinden.

Welchen ein Mägdlein lachet an, den will sie drum nicht alsbald han.

Welche nicht will eine Hure sein, die sollt nicht führen Hurenschein.

Welche ohne Gesetz sündigen, die werden auch ohne Gesetz verloren.

Welche ohne Gesetz sündigen, die werden durchs Gesetz verurteilt.

Welcher Arzt kann guten Grund, der macht sich billig selbst gesund.

Welcher dir hat viel gegeben, hofft, Gleiches zu erleben.

Welcher ein weibisch Leben führt, demselben nicht viel Ehr gebührt.

Welcher Freier heimlich bulen will, der darf nicht viel vertrauen.

Welcher Vater das sein gibt aus der Gewalt, den soll man totschlagen mit den Keulen bald.
(Schon im 16. Jahrhundert wird dieses Sprichwort in Luthers Tischreden erwähnt. Aus dem Buch „Colloquia oder christliche nützliche Tischreden, Doctor Martin Luthers“ aus dem Jahr 1577, Seite 415b: „Gib nicht alles aus der Hand, weil du lebst, denn die Kinder halten nicht Glauben. Ein Vater kann wohl zehn Kinder ernähren, aber zehn Kinder können nicht einen Vater ernähren. Darum predigte man vor Zeiten wider die undankbaren Kinder von einem Vater, der sein Testament hatte gemacht, welches er heimlich in ein Kasten verschloss und legte einen Zettel dazu samt einer Keule mit diesen Worten: Welcher Vater das seine gibt aus der Gewalt, den soll man totschlagen mit der Keule tot.“)

Welche Sach in einem hui geschehen, bald wieder auch im hui vergehen.
(Vergleichbar mit diesem Sprichwort schreibt Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon unter dem Stichwort Geschehen Nr. 55 seine Eigenschöpfung „Was geschicht in einem Nui, das zergeht in einem Hui.“ als vermeintliches Sprichwort und gibt als seine Quelle Mathesy, 52a an. Dort steht im Zusammenhang mit neuen und alten Freunden wörtlich: „Aber welche Händel und Sachen also bald in einem Hui geschehen, die müssen auch wiederum behänd in einem Hui zergehen.“ Dabei übernimmt Wander sogar den Druckfehler „Nui“ für das erste „Hui“ Es mag möglicherweise manch andere Version für Sprichwörter geben, aber nicht in der Menge und Form von Wanders willkürlichen Eigenschöpfungen. Nachzulesen auf Seite 55 a untere Hälfte unter „Die andere Predigt des neunten Capitels“ unter der Überschrift „Vergib einem alten Freund nicht“ im Buch „Syrach Mathesy Das ist, Christliche, Lehrhaffte,Trostreiche und lustige Erklerung und Außlegung deß schönen Haußbuchs, so der weyse Mann Syrach zusammen gebracht und geschrieben“ von Johannes Mathesius aus dem Jahr 1589. (Bei Ausgaben anderer Jahre variiert die Seitenzahl, der Wortlaut ist derselbe.) Das obige Sprichwort steht 1605 wörtlich so bei Petri, II, 621 (nach Wanders Seitenzählung, da im Original keine Seitenzahlen angegeben sind))

Welches Acker steht auf festem Grund, der kann sein fröhlich zu aller Stund.

Welches der vordere Zipfel an der Bratwurst sei, erfährt man, wenn man sie auf die Achsel legt.

Welches Herz dem Reichtum hängt an, dem lässt der Geiz kein genügen han.

Welches Land liefen die Schwaben nicht aus?

Welche viel wollen, den tut viel entfallen.

Welch Mensch ein bös Gewissen hat, der fürcht sich auch vorm rauschend Blatt.

Welch Mensch undankbar wird genennt, der ist aufs allerhöchst geschändt.

Welch Weib das Fenster stets am Hals trägt, die isst selten recht Fisch bis auf den Grat.

Welsch*34 Blut tut keinem Deutschen gut.

Welsche*34 Andacht und deutsche Fasten gelten eine Bohne.

Welt ist Welt, die steigt und fällt.

Welt ist Welt, wer sich drauf lässt, der fällt.

Weltkinder sind geschwind und auf alle Seile abgericht.

Weltkinder sind Weltkinder und können mehr denn Brot essen.

Weltliche Ehre ist ein lediger Wahn.

Weltliche Ehre ist vergänglich.

Weltliche Freude ist auf Sand gebaut.

Weltlich Gut lässt sich geistlich machen, aber geistlich Gut nicht weltlich.

Weltlich Gut und Glaub sind schwerlich beieinander.

Weltlust, Unlust.

Welt, wie du willst, Gott ist mein Schild.

Wem alle Sterne gram sind, den wird der Mond nicht lieb haben.

Wem borgen lieber ist denn bar Geld, der ist ein Narr.

Wem das Erdenleben den Staar nicht sticht, verliert im Himmel die Blindheit nicht.

Wem das Ferkel geboten wird, soll den Sack bereit haben.

Wem das Gefieder will zu groß werden, dem schneidet die Welt die Federn ab.
Wem das Gefieder zu groß werden will, dem zieht die Welt die Schwungfedern aus.

Wem das Glück den Finger reicht, der soll ihm die Hand bieten.

Wem das Glück die Hand bietet, dem schlägt's gern ein Bein unter.

Wem das Glück lacht, der gewinnt im Traum.

Wem das Glück nicht wohl will, den tritt's mit Füssen.

Wem das Glück nicht wohl will, der bricht sich das Bein auf ebener Erde.

Wem das Glück nicht wohl will, der wird bald entrüstet oder traurig.

Wem das Glück pfeift, der tanzet wohl.

Wem das Glück vorspielt, der hat gut Tanzen.

Wem das Glück wohl will, dem will niemand übel.

Wem das Glück wohl will, den machts reich.

Wem das Glück wohl will, der hat gut Spiel.

Wem das Glück zu wohl ist, den macht's zum Narren.

Wem das Wasser ins Maul geht, der lernt schwimmen.

Wem der Bettelstab einmal in der Hand erwarmt, der tut nimmer gut zur Arbeit.

Wem der Frieden wohl tut, der hält seine Zunge in hut.

Wem der Hunger wehe tut, dem deucht alle Speise gut.

Wem der Teufel einheizt, den friert nicht.

Wem die Augen in der Jugend ausgestochen sind, der sieht sein Lebtag nichts.

Wem die Heiligen hold sind, der mag leise beten.

Wem die Heirat übel gerät, der hat das Fegefeuer sein Leben lang im Haus.

Wem die Kuh gehört, der ergreift sie beim Schwanze.
Wem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.
Wem die Kuh gehört, der fasst sie beim Schwanz an.
Wem die Kuh gehört, der hebt sie beim Schwanze auf.
Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.
Dem die Kuh ist, der nimmt sie beim Schwanz.
Wer zur Kuh gehört, der ergreift sie bei dem Schwanz.
Wessen die Kuh ist, der fasst sie beim Kopf.

Wem die Sonne scheint, der fragt nicht(s) nach den Sternen.
Wenn die Sonne scheint, so fragt man nichts nach den Sternen.
Wem der Mond scheint, der fragt nicht nach den Sternen.

Wem Dreck wohl gefällt, der ist nicht Ehren wert.

Wem ein Ding angelegen und ernst ist, der bedarf für Worte nicht sorgen.
Wem ein Ding ernst ist und angelegen, der darf für Worte nicht sorgen.

Wem ein Zahn ausfällt, der verliert einen guten Freund.

Wem es am Buchrecht mangelt, und will sein recht in der Scheide suchen, der kann auch wohl eine gute Sache bös machen.

Wem es das Glück gönnt, der geht mit der Braut zu Bett.

Wem es ernst ist, der kam nicht scherzen, noch allezeit gleich leise treten.

Wem es Gott beschert, der hebt das Körblein.

Wem es Gott gahn, dem kann es nicht entstahn.

Wem es Gott gibt, der hats umsonst.

Wem es Gott gönnt, der zeugt ein Kind.

Wem es Gott zuwirft, der hats.

Wem es nicht anders befohlen ist, der soll in der rechten Fahrstraße bleiben.

Wem es übel geht, der zürnt bald.

Wem es übel geht, und ist ohne Rat, derselbe viel böse Gedanken hat.

Wem es wohl geht, der hat gut fröhlich zu sein.

Wem es wohl geht, der hat viel Freunde.

Wem genügt an dem, dass er hat, der ist reich, wie es ihm auch gat.

Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand.
(Leider stimmt das nicht, oder liegt es daran, das immer mehr Menschen von sich aus Karriere machen, bis sie auf einem Posten ankommen, von dem sie keine Ahnung haben? Danach werden diese Menschen wegen Inkompetenz nicht mehr weiter befördert und bleiben auf der Stelle, auf der sie erstmals versagten. So werden es immer mehr, die nichts von dem Verstehen, was sie machen sollen. Das gilt für die Wirtschaft und ebenso erst recht in Politik und Verwaltung: Dafür gibt es auch ein Sprichwort: Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.)

Wem Gott ein ehrlich Weib beschert, mit Tugend, Glaub und Zucht verehrt, der hat den schönsten Schatz auf Erd.

Wem Gott ein Kreuz zuschickt, dem zündet er damit ein Licht an, das er Gott und sich selbst desto besser kennenlerne.

Wem Gott empor hilft, der sehe zu, dass er nicht desto härter falle.

Wem Gott Flügel schaffet und ihm ruft, der soll folgen.

Wem Gott Glück beschert, der mag wohl fröhlich singen.

Wem Gott Glück beschert, im Schlaf es ihm widerfährt.

Wem Gott hält Schutz, der bleibet wohl, wenn gleich die Welt von Krieges voll.

Wem Gott hilft, dem ist wohl geholfen.

Wem Gott reichlich gibt, der soll nicht täglich St. Martins Abend halten.

Wem Gott und das Glück wohl will, dem kann, mag oder will niemand übel.

Wem Gott wohl will, dem leihet der Wind Holz.

Wem Gott wohl will, dem will St. Peter nicht übel.

Wem Gott wohl will, dem wollen die Leut und alle Welt wohl.

Wem ich meinen Leib gönne, dem gönn` ich auch mein Gut.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, überlässt sie ihm auch ihren gesamten Besitz und Vermögen zur Verwaltung. Er kann darüber rechtsgültig verfügen und sie muss ihn um Erlaubnis fragen, wenn sie selbst etwas davon verwenden will. Diese Erlaubnis konnte der Mann ohne Angabe von Gründen verweigern.)

Wem man ein(e) Handbreit gönnt (gibt), der nimmt ein(e) Ellenlang.

Wem man gibt, der schreibt's in Sand, wem man nimmt, in Stahl und Eisen.

Wem man nicht hold ist, dem steckt man keine Maien.

Wem man oft schenkt, der lernt fordern.

Wem man seine (die) Not klagt, der ist sattsam (genug) gebeten.
(Das bedeutet, wenn man schon jemandem seine Not klagt, braucht man nicht noch um Hilfe zu bitten. Der soll auch so sehen, das er helfen soll, ohne extra gebeten zu werden. Heutzutage hilft auch fast keiner, auch wenn man ihn extra bittet oder anfleht, auch wenn sie verpflichtet sind.)

Wem man weich bettet, der wird faul.

Wem nicht zu raten ist, dem ist (auch) nicht zu helfen.

Wem's allzeit zu früh dünkt, der kommt meist zu spät.

Wem Schafe schwärmen, der darf sich nicht härmen.

Wem sehr nach der Heimat verlangt, der fragt gern nach dem Weg.

Wem's Glück wohl will, der fährt auf einem Besenreis über den Rhein.

Wem's Gott vergönnt, der wird schlafend reich.
(Ähnlich in der Bibel: Altes Testament, Psalm 127, 2: „Es ist umsonst, dass ihr früh austeht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“)

Wem's juckt, der kratzt sich.

Wem soll der nützen, der sich selber nicht nützt?

Wem viel befohlen ist, von dem wird viel gefordert.
(Das Sprichwort stammt aus der Bibel, Das Evangelium nach Lukas 12, 48: „Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern.“)

Wem viele drohen, der lebt wohl 100 Jahre.

Wem viel gegeben ist, von dem wird man viel fordern.

Wem wohl ist, der bleibe.

Wem wohl ist, der schweige.


Wem zu wohl ist, der ringt nach Unglück.

Wem zu wohl wird, der nehm ein Weib.
Wen andere Leute nicht plagen, den quälen seine eignen Kinder.

Wen das Gerücht zum Buben macht, der bleibt sein Leben lang veracht.
Wen das Geschrei zum Buben macht, der bleibt sein Leben lang veracht.

Wen das Glück blend't, der fällt in seine Wänd'.

Wen das Glück hebt aus der Nieder, den stürzt es plötzlich wieder.

Was das Glück hebt, das will es werfen.
Wen das Glück in die Höhe hebt, den will's werfen.

Wen das Glück reich macht, den macht es auch wieder arm.

Wen das Glück verderben will, den zärtelt es wie eine Mutter.

Wen das Glück zärtelt, dem will es den Strick um den Hals werfen.

Wen das Land ernährt, der soll das Land schützen.

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dir.
(Sprichwort auch in Äthiopien, Südafrika, Thailand)

Wen der Haber (Hafer) sticht, der ist schwer zu halten.

Wen der Kaiser adelt, der genießt des Kaisers Adel. (, ist er gleich nicht edel von Geburt).

Wen der Kellner liebt, der trinkt oft.

Wen der März nicht will, den nimmt der April.

Wen der Schuh wringt und das Weib dringt, der ist ein armer Mann.

Wen der Teufel ärgern will, schickt er böse Weiber ins Haus.

Wen der Teufel bescheißen will, dem gibt er Glück und Reichtum viel.

Wen der Teufel treibt, der hat Eile.

Wen der Teufel treibt, der muss wohl laufen.

Wen der Teufel verführen will, der ist auch am Altar nicht sicher.
Wen der Teufel will hinführen, der ist auch auf dem Altar nicht sicher.

Wen der Wolf rächt, ist wohl gerochen.

Wen die Liebe kitzelt, dem ist der Tod nicht verhasster als Aufschub.

Wen die Liebe überwind, der ist verwegen, toll und blind.

Wen die Wahrheit trifft, der hasset sie.


Wen dünkt, dass er niemand bedarf, der kratzt sich an Dornen scharf.

Wen ein Mädchen lachet an, den will sie drum nicht alsbald han.

Wen es gelüst, der greift einer Sau um eine Handvoll feist in Hintern.
Wen es gelüstet, der greift einer Sau des Fettes wegen in Ars. . .
(Dieses Sprichwort steht 1630 bei Christoph Lehmann unter der Überschrift: „Ob ein Junger Man ein alt Weib wegen Geld und Guts soll nehmen.“)

Wen Falschheit kränkt und Undank quält, der geh beizeiten aus der Welt.

Wen Gott am liebsten hat, den führt er jung heim.
Was Gott am liebsten hat, führt er jung heim.
Was Gott am liebsten hat, führt er jung hin.
Was Gott am liebsten ist, das lebt nicht lang.
Was Gott lieb ist, das muss herhalten.

Wen Gott betrügt, der ist wohl betrogen.

Wen Gott grüßt, der soll es ihm danken.

Wen Gott nass macht, den macht er auch wieder trocken.

Wen Gott nicht hält, der fällt.

Wen Gott schickt, den macht er geschickt.

Wen Gott und die Natur zeichnet, vor dem soll sich Ross und Mann hüten.

Wenig bar Geld macht genau zehren.

Weniger ist mehr.

Weniger Rat und vieler Hände.

Wenig erwerben und viel verzehren, kann gewiss nicht lange währen.

Wenig gedeiht, zu viel zerstreut.

Wenig Gesetz, gutes Recht.
(Zu Beginn der Bundesrepublik Deutschland gab es nur kleine und dünne Gesetzbücher. 70 Jahre später sind daraus etliche unübersehbare dicke Wälzer geworden, nicht mitgezählt die europäischen Gesetze, die gleichfalls beachtet werden müssen. Täglich gibt es so viel neue Gesetze, das die Juristen und Richter nur noch mit dem Dazulernen beschäftigen müssen und keine Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben haben. Daraus folgt: Das Recht und die Gesetze werden immer schlechter und wenn Recht gesprochen wird, ist es wahrscheinlich falsch und entspricht nicht mehr den Gesetzen.)

Wenig Gewissen und grosser Fleiß machen goldenen Beutel.

Wenig Gut, leichtes Blut.

Wenig Honig versüßt viel Bitterkeit.

Wenig Kopf, viel Schwindel.

Wenig Küh', wenig Milch.

Wenig Kühe, wenig Mühe.

Wenig mit Liebe, viel mit Kolben.

Wenig mit Recht ist besser als viel mit Unrecht.

Wenig reden altert die Frauen.

Wenig reden und essen hat niemand gereut.
Wenig reden, wenig essen, wenig trinken, hat wenig gereut.

Wenig regieren macht guten Frieden.

Wenig schadet wenig.

Wenig und gut.

Wenig und oft macht zuletzt viel.
Wenig zu wenig macht zuletzt viel.

Wenig unternehmen gibt viel Frieden.

Wenig Verstand und viel Hochmut regieren die Welt.

Wenig Zuwenig macht zuletzt viel.

Wen man im Sacke findet, den schüttelt man heraus.

Wen man nicht jagt, der soll nicht laufen.

Wenn alle hinken, meint jeder, er gehe recht.

Wenn alle in den Brunnen springen, würdest du nachspringen?

Wenn alle Kugeln träfen, möchte der Teufel Soldat sein.

Wenn alle Menschen fromm wären, so dürfte man keine Tür noch Tor zuschließen.

Wenn alle Sünden alt werden, wird der Geiz jung.

Wenn alle Träume wahr wären, bliebe keine Nonne fromm.

Wenn Allzu dazu kommt, taugt Nichts was.

Wenn alte Hunde bellen, ist's Zeit, dass man ausschaut.

Wenn alte Leute tanzen, ist der Himmel in einer Farbe.

Wenn alte Scheuern*31 brennen, hilft kein Löschen.

Wenn alte Weiber tanzen, machen sie viel Gestäub.

Wenn Äpfel und Nüsse kommen, soll man schäkern.

Wenn Armut zur Tür eingeht, fliegt die Liebe zum Fenster hinaus.
Wenn die Armut kommt zur Tür herein, so entflieht die Liebe durchs Fensterlein.

(Ebenso wie mit der Armut verhält es sich mit dem Kummer.)

Wenn auf Lust nicht Unlust folgt, so ist es eine gute Lust.

Wenn Bacchus das Feuer schürt, so sitzt Venus beim Ofen.

Wenn Baueren anfangen zu wüten, so hilft an ihnen kein Güten. (keine Güte.)

Wenn Bauern nicht wären und ihre Güld', wär' ein Bettelsack der Edelleut' Schild.

Wenn Bescherung ist, soll man den Sack auftun und das Zuknüpfen nicht vergessen.

Wenn Blinde und Scheele*28 zusammenkommen, stoßen sie einander über den Haufen.

Wenn Bürger und Bauern Freiheit haben zu jagen, münzen und fischen, so gehen sie den Herren zur Seite.
(Wenn alle die gleichen Regeln befolgen, wird das heute Demokratie genannt.)