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Über 30.000 Deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter mit W

Deutsche Sprichwörter mit W


Über 30.000 deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter oder

Sprichwörter aus Deutschland ?


Schon vor Jahrhunderten wurden deutsche Sprichwörter oder der Deutschen gesammelt und veröffentlicht, von Agricola und Sebastian Franck im 16., Lehmann, Eyering, Petri, Gruter und Winckler im 17., Bücking, Siebenkees und Sutor im 18. bis Braun, Eiselein, Körte, Simrock und Wander im 19. Jahrhundert. Einige mundartliche Sammlungen kamen aus begrenzten Sprachgebieten, aber keine war „aus“ dem Land Deutschland. Bis 1806 gab es auch kein Deutschland, sondern nur seit dem 10. Jahrhundert das „Heiliges Römisches Reich“, ab dem 15. Jahrhundert mit dem Zusatz „deutscher Nation“.

Danach gab es mehrere regionale Herrschaftsgebiete, und seit 1871 das Deutsche Reich und das Kaiserreich Österreich-Ungarn. Hochdeutsch war ein Dialekt von mehreren, der z. B. in Prag bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Mehrheitssprache war und bis in die 1930er Jahren von über 42.000 Menschen als Muttersprache gesprochen wurde. Früher und heute wird Hochdeutsch außer in Deutschland auch in Österreich, in Teilen der Schweiz und den Grenzregionen in allen anderen Nachbarländern und teilweise in Afrika in den ehemaligen deutschen Kolonien gesprochen.

Im Deutschen Sprichwörter Lexikon hat auch Wander ohne jeden Unterschied jedes noch so entfernte deutschsprachige Werk aus anderen Ländern mit herangezogen. Der schweizerische Autor Kirchhofer schreibt im Vorbericht der Sammlung schweizerischer Sprichwörter „Wahrheit und Dichtung“ auf Seite 6 von einer Sammlung schweizerischer Sprichwörter, die nach München gegangen ist und nicht wiederkam. Sie wird wahrscheinlich eine andere deutsche Sammlung bereichert haben. Einigen „deutschen“ Sprichwörtern ist ihre schweizerische oder österreichische Herkunft auch anzumerken. Deswegen gibt es auch hier nur „Deutsche Sprichwörter“ und keine mit der Herkunftsbezeichnung „aus Deutschland“, da die meisten überall im deutschen Sprachraum entstanden und verbreitet sein können.


Auf dieser Seite befinden sich deutsche Sprichwörter mit W, von Wer täglich bis Wer zwischen und auf über 80 weiteren alle anderen. Sprichwörter aus Deutschland sind die meisten, neben einigen aus benachbarten deutschsprachigen Ländern und Gebieten. Wenn hier noch besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.


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Deutsche Sprichwörter von Wer nicht Macht bis Wer sehr

  

Wer nicht Macht hat, einen neuen Brauch zu machen, dem gebührt auch nicht, den alten Brauch abzuschaffen noch zu verbessern.


Wer nicht mag haben, dass man ihn lehr, dem folget nimmer Nutz noch Ehr.


Wer nicht mag, wie er will, der muss tun, wie er kann.


Wer nicht mahlen will, kriegt kein Mehl.

Wer nicht mühlet, will kein Mehl.

Wer nicht will malen, der gerate des Mehls.


Wer nicht malen kann, muss Farbe reiben.


Wer nicht martern und fluchen kann, der dient zu keinem Kriegsmann.

Wer nicht mehr da ist, der hat genug gehabt.

Wer nicht mehr kann, denn fromm sein, der diene nicht zu Hof.


Wer nicht mehr kann, der sieht doch sauer drum.


Wer nicht mit einbrockt, soll nicht mit essen.


Wer nicht mit Lügen rühmen kann, der kommt zu Hof nicht hoch hinan. Und bleibt allzeit im untern Grad, er komm, wenn er will, so ists zu spat.


Wer nicht mitmacht, wird ausgelacht.


Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.

(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach  Matthäus 12, 30: „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer  nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Ebenso im Lukas Evangelium 11,  23.)

Wer nicht mit will, der bleib dahinten.


Wer nicht nehmen will, braucht (auch) nicht zu geben.


Wer nicht passt auf den Tisch, muss essen, was übrig bleibt.


Wer nicht Pferde hat, muss mit Ochsen pflügen.


Wer nicht rast in der Jugend, der muss im Alter rasen.


Wer nicht Recht hat zunehmen, der hat nicht Recht zu behalten.

Wer nicht rechtmäßig gehört ist, der wird sehr unrechtmäßig verdammt.

Wer nicht rechtmäßig gehört ist, wird nicht rechtmäßig verdammt.


Wer nicht recht und gabelt, wenn die Bremse sticht und krabbelt, der läuft den Winter mit einem Strohseil und fragt, hat niemand Heu feil?

(recht und gabelt = Heu zusammenharken, zusammenrechen und mit Heugabeln auf den Heuwagen laden. Bremse = Stechfliege, ähnlich einer Mücke.)


Wer nicht reich ist gewesen, dem tut Armut nicht wehe.

Hier hat der sonst glaubwürdige Karl Simrock in seiner Sprichwörtersammlung den Wortlaut des Sprichworts von Lehmann verändert. Das obige Sprichwort steht so 1630 bei Lehman auf Seite 43 unter Nr. 14. Simrock macht daraus unter Nr. 426 den untere Wortlaut:

Wer vorher nicht reich gewesen, dem tut die Arbeit nicht wehe.


Wer nicht reiten kann, der hält sich an den Sattelknopf.
(Das bedeutet, wie 1630 Christoph Lehmann schon meinte: „Also der die Recht  und Gesetze nicht weiß, der folgt den opinionen (Meinungen).“ Als dem,  der am lautesten andere überschreit, selbst nachdenken ist in dieser  Welt mit immer mehr künstlicher Computerintelligenz nicht mehr gefragt.)

Wer nicht richtig faulenzen kann, kann auch nicht richtig arbeiten.

Wer nicht ruht, der kann die länge auch die Arbeit nicht tragen.

Wer nicht sagen darf, dass ihm wehe ist, dem ist weh.


Wer nichts an die Angel steckt, der fängt nichts.

Wer nicht sät, der mäht oder erntet nicht.

Wer nichts auf die Universität mitbringt, bringt auch nichts mit herunter.


Wer nichts aus sich macht, ist nichts.

Wer nichts begehrt, dem geht es gut. (nichts ab.)

Wer nichts Böses im Sinn hat, der vermutet nicht leicht von andern Böses.

Wer nicht schmeicheln kann, der ist ein Holzbock.

Wer nicht schreibt, der nicht bleibt.


Wer nicht Schritt halten kann, muss traben.

Wer nicht schweigen kann, ist übel dran.

Wer nicht Schweiß zahlt für täglich Brot, handelt wider Gottes Gebot.


Wer nicht schwimmen kann, gehe nicht ins Wasser.

Wer nicht schwitzt, den soll man reiben, wer nicht arbeitet, den soll man treiben.

Wer nichts denn Possen reißen kann, vor dem hüt sich ein jedermann.

Wer nicht seine Anschläge bergen kann, der ist kein weiser Mann.

Wer nicht seine Freud mag haben allein, dem geschieht recht, des sie wird gemein.

Wer nichts gelernt hat, auch nicht arbeiten will, der muss böse Händel*14 anfangen.

Wer nichts gelernet hat und kommt zum Amt, der bringt ein leeren Kram zum Markt und red von Sachen wie ein Papagei die deutsche Sprache.

Wer nichts gewinnt und viel vertut, der kommt gar bald um großes Gut.

Wer nichts Gutes tut, tut schon Böses genug.

Wer nichts hat, dem entfällt nichts (kann nichts verlieren) .
Wer nichts hat, dem kann nichts aus der Hand fallen.

Wer nichts hat, dem gibt man nichts.

Wer nichts hat, dem kann man nichts nehmen.

Wer nichts hat, der gibt auch nichts (gilt nichts).

Wer nichts hat, der ist nichts schuldig.

Wer nichts hat, der verliert nichts (kann nichts verlieren).
Wer nichts hat, was kann der verlieren?
Wer nichts hat, gilt nichts (geht sicher).

Wer nichts hat, dem gibt man nichts.

Wer nichts hinauf (auf die Universität) bringt, bringt nichts herunter.

Wer nicht Silber hat, der muss Kupfer vermünzen, oder was nur gelten will und drum einer seine Notdurft bekommen kann.

Wer nicht singen kann, mag pfeifen.

Wer nicht singen kann, will immer singen.

Wer nichts kann, ist des Grämens frei.

Wer nichts kann leiden, der kann nicht bleiben.

Wer nichts kann und nichts weiß, was sagt der, wenn er freien geht?

 
Wer nichts lieber übt als Tadel, hat im Herzen keinen Adel.
Wer nichts macht, macht nichts falsch.
(Wer nichts macht, kann auch nichts falsch machen, aber manchmal ist das  nichts machen, aber gerade das Falsche, wie in der Politik leider zu oft der Fall.)

Wer nichts nimmt, der darf nichts wiedergeben.

Wer nicht spart zur rechten Zeit, darbt zur Unzeit.


Wer nicht spielen kann, soll zusehen.
Wer des Spiels nicht kann, der soll zusehen.

Wer nicht spinnt, behält seinen Flachs.

Wer nicht spinnt und nicht gewinnt und sich doch stets zum Bier find, mich wundert, wo ers tut halen, damit er mag die Zeche bezahlen.

Wer nichts recht tut, der macht nimmer Feierabend.
Wer nichts recht tut, hat nie Feierabend.

Wer nichts sieht oder sehen will, der mag greifen und fühlen.

Wer nichts spricht, wer weiß, was ihm gebricht?

Wer nicht stirbt im März, der hat zu sorgen im April.


Wer nicht strebt, der nicht lebt.
(Obwohl dieser Spruch im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quelle  genannt wird, scheint er nicht von ihm zu sein. Bekannt ist der Spruch  durch den Schokoladenfabrikanten Wilhelm Felsche (1798 - 1867) aus  Leipzig. Zum 100 jährigen Bestehen seiner Fabrik wurde 1921 eine  Medaille mit diesem, seinem Wahlspruch, geprägt. Ebenso ist der Spruch  im Buch „Ein Wort über bezahlte Federn und über die rechten  Bundesgenossen“ von Moritz Müller aus dem Jahr 1859, Seite 40, zu  finden.)

Wer nichts tut, irrt nicht, und wer nicht irrt, bessert sich nicht.

Wer nicht sündigen will, verleumde niemanden und wer nicht betrogen sein will, traue niemand.

Wer nichts verschweigen kann, der ist ein unwerter Mann.

Wer nichts versprach, braucht nichts zu halten.
Wer nichts verspricht, braucht nichts zu halten.

Wer nichts weiß, dem entfällt auch nichts.

Wer nichts will wagen, bekommt nicht Pferd noch Wagen.

Wer nichts wird, wird Wirt.

Wer nichts zu ernten hat, muss nachlesen.


Wer nichts zu tun hat, macht sich zu tun.

(Meist machen diese Leute aber besonders anderen unnütze Arbeit, und zu tun.)


Wer nichts zu zanken hat, der nehme ein Weib.
Wer nicht zu hadern*14 hat, der nehm' ein Weib.

Wer nicht tanzen kann, sagt, dass der Boden nicht eben sei.
(Wenn man etwas nicht kann oder will, findet man immer eine Ausrede. Ähnliche Sprichworte bei vielen Völkern und in vielen Sprachen.)

Wer nicht tanzen kann, (der) bleibe vom Raine.

Wer nicht taug zum Zelter, der mag traben.

Wer nicht tief fallen will, der steige nicht hoch.


Wer nicht traut, dem ist nicht zu trauen.

Wer nicht traut, dem traue nicht.

Wer nicht traut, wird nicht betrogen.

Wer nicht trinken kann, der soll ins Bad gehen; wer nicht beten, aufs Meer; wer nicht schlafen, in die Predigt.

Wer nicht tun kann, was die Leute verdrießt, gibt keinen Schulzen ab.

Wer nicht übersehen und überhören kann, der kann auch nicht regieren.

Wer nicht über seine Arbeiter wacht, der lässt ihnen seinen Beutel offen.

Wer nicht verlieren will, der spiele nicht.

Wer nicht vermag, dass er kann, seinen Bart lassen scheren, der muss ihn nicht lassen einbalsamieren.

Wer nicht vermag groß Gut und Geld, der ist veracht in aller Welt.

Wer nicht versehen und hinterm Berg halten kann, der gibt keinen guten Amtmann.

Wer nicht verständig reden kann, dem stehet schweigen besser an.

Wer nicht versteht, dem's nicht gerät.

Wer nicht vertraut, dem ist nicht zu trauen.

Wer nicht vertraut, wird nicht betrogen.

Wer nicht viel hat, kann nicht viel entbehren.
Wer wenig hat, der kann nicht viel entbehren.

Wer nicht viel hat zu schaffen, der verwirre sich mit Gottlosen Pfaffen, mit Huren und Reuters Knaben, so wird er genug zu schaffen haben.

Wer nicht viel sät, der kann nicht viel ernten.

Wer nicht viel Tuch hat, der muss den Rock desto kürzer machen.
Wer wenig Tuch hat, der muss den Rock desto kürzer machen.

Wer nicht viel Tugend tut, der lerne doch von Tugend reden.


Wer nicht viel waschen tut, der har einen weisen Mut.

(Waschen bedeutet hier - klaffen, lästern, fremder Leute Wäsche waschen, sich unbefugt in fremder Leute Dinge einmischen.)


Wer nicht viel weiß, der geigt immer einerlei.

(Nicht nur privat, auch öffentlich und in der Politik, wie manche Parteien, die für alle Probleme nur eine Meinung und Lösung haben - Ausländer raus! Für solche Parteien gibt es nur eine Lösung = nicht wählbar = raus aus den Parlamenten.)


Wer nicht viel weiß, der wähnt aber viel.

(wähnen, von Wahn, irrigerweise etwas annehmen, aber nicht wissen.)


Wer nicht viel zu bereiten hat, der darf nicht viel beschlagen.

Wer nicht vor sich gehet, der gehet hinter sich.

Wer nicht vorwärts geht, der kommt zurück.
Wer nicht vorwärts kommt, bleibt zurück.

Wer nicht vorwärts kommt, kommt rückwärts.
(Ein über 500 Jahre altes Sprichwort. Die oberste Version, noch mit dem Wort „für“ anstelle des heutigen gleichbedeutenden „vor“ steht 1605 in der Sammlung von Friedrich Peters (Petri, 1549-1617). Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) übernimmt es 1797 in „Hermann und Dorothea“, einem Epos in neun Gesängen. Im 3. Gesang „Thalia. Die Bürger“ gesagt von Hermanns Vater, weil Hermann ein mittelloses Mädchen aus einer Flüchtlingsgruppe (die vor dem französischen Revolutionsheer flüchten) heiraten will, was der Vater missbilligt. Nur in der Sammlung von Simrock 1846 findet sich Goethes Originaltext (unten). In den Sammlungen von Körte 1837 (3. von oben) und von Braun 1840 (2. von oben) befindet sich ein etwas veränderter Text. Das Sprichwort wird bis heute gern zitiert, manches Mal mit anderem Ende, z.B.: „Wer nicht vorwärts geht, geht unter.“ Es bedeutet, man muss sich weiterentwickeln und dazu lernen. Wer mit dem Lernen aufhört, vergisst, sein Wissen wird mit der Zeit immer weniger. In den deutsch-jüdischen Sprichwörtern von Tendlau 1860 unter Nr. 786: „Wer nit mehrt, mindert.“ Dieser Fortschritt wird oft fälschlich mit wirtschaftlicher Steigerung oder Gewinnerhöhung verwechselt, der zu vermehrter Umweltzerstörung und Ressourcenverbrauch führt.)
Informationen im Internet:  https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_und_Dorothea
Volltext von Hermann_und_Dorothea im Projekt Gutenberg unter Goethe: https://lueersen.homedns.org/!gutenb/

Wer nicht vor sich sieht, bleibt zurück.

(Dieses Sprichwort steht 1685 bei Paul Winckler (Nr. 2000/72). Es könnte eine weitere Variation des obigen Sprichworts sein.)

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Wer nicht wagt, der nicht nagt.

Wer nicht wagt, kommt nicht nach Wehlau.

Wer nicht warten kann, muss laufen.

Wer nicht Wasser mag, den dürstet nicht.

Wer nicht Wein hat, der muss sich mit dem Bier und Wasser behelfen.


Wer nicht weiß, der lerne was, so nährt sich Weisheit ohne Maß.


Wer nicht weiß, was das für ein Geck ist, der kann`s an seinem Pferd sehen.

(Das Sprichwort ist schon mehrere hundert Jahre alt. Heute gilt es trotzdem  noch, wenn man anstelle des Pferdes das Auto einsetzt, mit dem so  mancher seine eigenen Unzulänglichkeiten kompensieren will und sich  damit selbst entlarvt.)


Wer nicht weiß, was Laster sei, der Hof und Regiment lehrt's ihn fein.


Wer nicht weiß, was recht ist, der kann auch nicht erkennen, was unrecht sei.


Wer nicht weiß, wohin er sich kehren soll, der ist übel dran.


Wer nicht weiß zu teilen, muss oft lassen feilen.


Wer nicht will den Sack samt dem Band verlieren, der verzeihe sich zu weichen seines rechten.


Wer nicht will, der hat gegessen.
Wer nicht will, der hat schon.
Wer nicht will, hat schon gehabt.


Wer nicht will fallen der steig oder spring nicht hoch.


Wer nicht will folgen gutem Rat, den Spott er oft zum Schaden hat und ist sein Reu viel zu spat.


Wer nicht will gezwungen sein zu gehen, der soll es willig tun.


Wer nicht will glauben, muss am Ende fühlen.

Wer nicht willkommen ist, an dem sieht man lieber den Rücken als das Gesicht.


Wer nicht will vorliebnehmen, was die Kelle gibt, der ist nicht wert, dass man ihm Käse und Brot vorsetze.


Wer nicht will vor zu sehen, der sehe nach zu.


Wer nicht will zum Narren werden, der soll dem Narren nachgeben.
Wer nicht zum Narren werden will, muss den Narren nachgeben.


Wer nicht will zu sehen, der muss den Beutel ziehen.

(ziehen = auftun. Das bedeutet, beim Handel und Kaufen sollte man sich die Dinge genau ansehen, sonst bezahlt man zu viel.) 


Wer nicht wird, der verwirrt.


Wer nicht wohl fechten kann, der soll die Messer liegen lahn.


Wer nicht wohl hört, der reimet wohl.


Wer nicht wohl kauft, der muss wohl bezahlen.

(Das gilt für Sonderpreise, Ausverkauf, Schlussverkauf und besonders im Internet in der Black Week, am Black Friday und anderen vermeintlichen Schnäppchen. Scheinbar günstige Preise entpuppen sich oft als Lockangebot für überteuerte Ware und Fake Shops. Zwei Mal hinsehen und das Kleingedruckte lesen, schützt meist vor Verlusten. Diese Seite ist zum Beispiel wirklich kostenlos, ohne versteckte Kosten, und täuscht über kein Sprichwort, wie viele Bücher der letzten 150 Jahre.)


Wer nicht wohl reden kann, dem steht schweigen besser an.


Wer nicht wohl Undank leiden kann, der ist der Welt ein unnützer Mann.


Wer nicht zahlen will, der bleib aus der Zech.


Wer nicht zu geben hat, der kann schwerlich zu großen Ehren kommen.


Wer nicht zu hoch steigt, der fällt nicht hart.

Wer nicht zu hoch steigt über sich, braucht nicht zu fallen unter sich.
Der sehe zu, dass er nicht fall, der zu hoch steigen will.

Wer nie ausgeht, kommt nie heim.
Wer nie auskam, der kam nie heim.

Wer nie fortgeht, kommt nie heim.

Wer nie bitter geschmeckt hat, weiß nicht, was süß ist.

Wer niedrig fliegt, der stößt sich nicht.

Wer nie ein Schüler war, der wird kein guter Meister.

Wer nie fiel, der stand nie auf.

Wer nie kein saures gekostet hat, der weiß nicht wie es schmeckt.

Wer nie krank gewesen ist, der weiß nicht wie einem Kranken im Sinn ist.

Wer niemals anfängt, bringt nie was zustande.

 Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver Mann.

Wer niemals ins Bad kommt, dem kam der Bader*1 weder Fuß noch Haupt waschen und bleibt in seinem Wust.

Wer niemand achtet, des achtet niemand wieder.

Wer niemand betrügen kann, geh' in die Wüste.

Wer niemand Ehre beweist, bei dem ist Scham nicht groß.

Wer niemand schuldig ist, der mag ein Wort reden, da ein andrer muss schweigen.

Wer niemand traut, dem ist selbst nicht zu trauen.
Wer niemand traut ist gemeiniglich selbst untreu.

Wer nie nichts Unrechtes gemacht hat, der wird auch nichts recht machen.


Wer nimmt aus Vorwitz Fremdes an, wird drüber oft zum losen Mann.


Wer nirgend anstoßen will, muss Schickelmann fragen.

Wer nirgenswo will stoßen an, muss Schickelmann an Händen han.
(Die  Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von  Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet  an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und  muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will. Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen  kann.“)

Wer nun wohl arbeitet, der soll morgen mitgehen.


Wer nur auf einem Bein steht, den stößt man leicht um.


Wer nur durch Geiz sucht sein Gewinn, des Lieb ist aus, der Glaub ist hin.


Wer nur ein Auge hat, der pflegt's oft zu wischen.
Wer nur ein Auge hat, hütet es doppelt (wischt es genau).


Wer nur ein Auge hat, ist allzeit bange dafür.

Wer nur einen Sohn hat, der macht ihn zum Narren, und wer nur ein Schwein hat, der macht es fett.
(Das bedeutet, Einzelkinder werden oft verzogen und verwöhnt, so das sie im  späteren Leben zu Narren werden. Ausnahmen bestätigen hier wie anderswo  die Regel. Mehrere Kinder oder Geschwister sind aber kein Schutz davor,  zum Narren zu werden. Beides habe ich schon zur genüge bestätigt  gefunden.)

Wer nur geschickt und gelehrt will sein, der wird nicht reich.

Wer nur Geschlechts wegen Ehr' (Lob) begehrt, derselbe ist keines Lobes wert.
Wer nur von Geschlechts wegen Lob begehrt, der selb ist keines Lobens wert.


Wer nur Gold und Silber im Herzen hat, bei dem wächst kein Glaub', keine Lieb' und keine Hoffnung.

Wer nur lust zu Krieg und Unruh hat, der gehört nicht in Himmel, da nichts denn Fried und Ruhe ist.


Wer nur mit einem Fuß schon in dem Steigbügel ist, der kann sich hierauf leicht gar im Sattel helfen.

Wer nur über eine Staffel will, kommt nie über eine Stiege.

Wer Nutzen sät, wird Nutzen ernten.


Wer Nutz und süß ineinander mengt, demselben Ruhm und Ehr anhängt.


Wer Nutz und Vorteil sucht, der scheut sich nicht ein Fuchsbalg zu tragen.


​Wer obenaus will, der stößt sich an den Kopf.


​Wer oben sitzt, der lässt sich grüßen und tritt die Untersten mit Füßen.


Wer oft begeht Sankt Martinstag, keine Gans noch Huhn aufbringen mag.

(Der Martinstag ist der 11. November, an dem es traditionell die sogenannte Martinsgans als Braten gibt.)


Wer oft braut und verkauft kein Bier, der muss endlich die Pfanne einem andern übergeben.

Wer oft fällt, der muss oft aufstehen.

Wer oft gibt, der reizt zum Wiedergeben.

Wer oft Honig isst, der wird sein überdrüssig.

Wer oft jagd, der fängt ja zuweilen etwas.

Wer oft jagd und nichts fängt, was hilft dem das Jagen?

Wer oftmals in eine Stube geht und ihm sein Maul weit offen steht, und Händel*14 fremder Leute will wissen, dem wird auch oft ins Maul geschmissen.

Wer oft schießt, trifft endlich.

Wer oft schwört, der sündigt oft.

Wer oft und gerne fragen tut und was er gefragt, wohl hält in hut, und was er behalten, treulich lehrt, derselbe weit über'n Meister fährt.

Wer oft wechselt mit Freundschaft, der ist unbeständig.

Wer oft wenig gewinnt, gewinnt viel.


Wer ohne Freund lebt (ist), lebt nur halb.

Wer ohne Geld geht, dem entfällt keine Münze.

Wer ohne Gott und wider Gottes Willen läuft, der kann nicht fortkommen.

Wer ohne Sonne muss sein, der nimmt vorlieb des Mondes Schein.


Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein aus.

Wer ohne Sünde ist, der heb den ersten Stein auf.

(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Johannes 8, 7: „Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“)


Wer ohne Verdienst will haben Lohn, des Anschlag wird auf Krebsen gohn.

Wer ohne Zank lebt, ist mit keinem Weibe beschleppt.


Wer ohne Züchtigung ist, der ist ein Bastard und kein Kind.

Wer Ohren hat zu hören, der höre.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 11, 15.)

Wer Öle wiegt, besalbt sich die Finger.

Wer Ordnung zum Gesetz macht, muss sie zuerst halten.

Wer Pech angreift, besudelt sich.
(Das bedeutet, wer mit schlechten oder bösen Menschen umgeht, auf den geht  das Schlechte und Böse über. Ursprung des Sprichworts ist die Bibel,  Jesus Sirach 13, 1: „Wer Pech angreift, der besudelt sich damit;“)

Wer Pfannkuchen essen will, muss Eier schlagen.


Wer Pfeffer genug hat, der pfeffert auch seinen Brei.

Wer Pfeifen feil hat und kann pfeifen, dem kauft man sie ab.


Wer Pfennige hat, der hat viel Freunde.

(Heute müssten es wohl mehr als nur ein paar Euro sein. Die, welche noch ohne jeden Pfennig bleiben, sind die einzig echten.)


Wer Pfennige hat, derselbe besteht oder des Sache wohl staht.

Wer Pfennige hat, der wird gefreit.

Wer Pferd und Sattel hat, der mag reiten, wenn er will.

Wer pflügen mit bösen Frauen will, der macht der krummen Furchen viel.

Wer pflügt, der soll auf Hoffnung pflügen, dass er seiner Hoffnung teilhaftig werde.

Wer plaudert viel und ohne Verstand, der bring sich selbst in Schad und Schand.

Wer prasst und geizt aus leichtem Mut, der kommt gar bald um Ehr und Gut.

Wer Priester, Jungfrauen und Obrigkeit ehrt, den ehrt Gott wieder.

Wer Priester, Weib und Alter nicht in Ehren hat, der schändet Gott.

Wer protzt (mault) bei der Schüssel, dem schadet's am Rüssel.

Wer (einen) Prozess um eine Henne hat, nehme lieber das Ei dafür.

Wer Prügel hat, der darf niemand mit Bratwürsten werfen.

Wer rastet, der rostet.


Wer Rat bedarf, der such ihn bei den Alten.


Wer Rat begehrt, dem ist zu helfen.

Wer rät, der gibt nichts.
Wer ratet, der gibt nichts.


Wer Rauch verkauft, der erstickt auch billig im Rauch.


Wer recht abkommen will, der muss die Bolzen selbst fidern und schiften und das Armbrust stechen können, sagen die Schützen.


Wer recht beichtet, dem gibt man rechte Buße.

Wer Recht fordert, muss auch Recht pflegen.


Wer recht hat, behält den Sieg.


Wer recht hat, hat niemand zu fürchten.


Wer Recht hat zu nehmen, der hat Recht zu behalten.


Wer recht lehrt und übel lebt, der nimmt mit der einen Hand wieder weg, was er mit der andern gegeben hat.


Wer Recht nicht will leiden, darf über Gewalt nicht klagen.


Wer Recht nicht will leiden, dem geschieht durch Gewalt nicht unrecht.


Wer recht schwört, betet recht.


Wer Recht tut, der betet ohne Unterlass.


Wer recht tut, der hat Gönner genug.


Wer recht tut, der ist edel genug geboren.


Wer recht tut, der ist von Gott geboren.


Wer Recht tut, der ist wohlgeboren.


Wer Recht tut, wird Recht finden.

Wer recht tut, wirds finden, wer unrecht tut, wirds auch finden.

Wer recht vorangeht, dem geht man recht nach.

Wer recht will, dem ist wohl zu helfen.


​Wer Recht will, der will nicht Unrecht.


Wer recht will kennen einen Mann,

der merkt, welches Webs er sich nimmt an.

Keine Taube sich zu der Krähe tut,

Kein Ehrlicher nimmt eine Böse hut.


Wer recht zu Ehren kommen will, der meng sich nicht in alle Spiel.

Wer recht zur Weisheit schießen will, der sehe, das er halt Maß und Ziel.

Wer recht zu tun den Willen hat, der acht nicht, was ein jeder red't.

Wer reden kann, dass besser ist als geschwiegen, der soll nicht schweigen.

Wer reden kann, dass Nutzen schafft, der macht sich Gunst, wer zu Schaden schweigt der, macht sich Ungunst.

Wer reden soll, bedenk sich wohl.

Wer reden und schweigen kann, zu Rechte, der ist ein weiser Mann.

Wer redet das Beste zu allen Sachen, der kann sich Gunst und Freunde machen.

Wer redet, der redet zu einem Mal, wer schreibt, der redet stets überall.

Wer redet, der sät, wer hört, der erntet.


Wer redet gut Latein, der trinke guten Wein.

Wer redet, was er nicht soll, muss hören, was er nicht will.
Wer redet, was er nicht sollte, muss hören, was er nicht wollte.
Wer redet, was er will, muss hören, was er nicht will.
Wer redet, was ihm beliebt, muss hören, was ihn betrübt.
Wer redet, was ihn gelüstet, muss hören, was ihn entrüstet.
Wer da redet, was ihn gelüstet, der muss oft hören, das er nicht gerne höret.
Wer da sagt, was er nicht soll, muss hören, was er nicht will.
(Ein altes Sprichwort, das schon 1530 in der ersten Sammlung von Agricolas 300 Sprichwörtern unter Nr. 159 stand.)

Wer redlich ficht, wird gekrönt.

Wer redlich handelt und aufrecht, der scheut den Tag nicht noch das Licht.

Wer redlich tut, der hat die Ehr.


Wer regieren will, muss auch können durch die Finger sehen.
Wer nicht kann durch die Finger sehen, der kam nicht regieren oder haushalten.

Wer regieren will, muss hören und nicht hören, sehen und nicht sehen.

Wer reich ist, der hat viel Neider, Sorg und Gefahr.

Wer reich ist, der ist gehört.

Wer reich ist, des Wort ist gehört.

Wer reich ist, wollt gern lang leben, kann doch dem Tod nicht widerstreben.

Wer reichlich gibt, dem wird reichlich wieder gegeben.

Wer Reichtum und einen guten löblichen Namen hat, der ist glückselig.

Wer reich werden will, der such's nicht zu Hof.

Wer reich werden will, muss große Sorge und klein Gewissen haben.

Wer reich werden will, muss seine Seele hinter die Kiste werfen.
(Das bedeutet laut Wilhelm Körte „man darf an nichts anderes denken, als nur an Erwerb und Gewinn.“)

Wer reich werden will, muss zuerst dicke Bretter bohren.
(Es macht Mühe und kostet Arbeit, dicke Bretter zu bohren. Genauso darf man keine Mühe und Arbeit scheuen, wenn man es zu etwas bringen will.)

Wer reich zu sein träumt, wird ohn' Zweifel gar bald ein äußerst armer Teufel.

Wer reife Feigen essen kann, seinen Daumen leckt derselbe Mann.

Wer reif ist, der fällt ab.

Wer rein werden will, muss nicht den Nachbarn ins Bad schicken.
(Ein Sprichwort, das 1858 auf Seite 181 im „Deutschen Volks-Kalender“, herausgegeben von Friedrich Wilhelm Gubitz, steht. Von Wander wurde es unter Rein Nr. 30 in das Deutsche Sprichwörter Lexikon aufgenommen. Damit es sich reimt, veränderte Wander es in: „Willst du werden rein, so schicke nicht den Nachbar ins Bad hinein.“, ebenso wie er etliche andere auch veränderte.)

Wer reisen will, der vergesse des Regenmantels nicht.

Wer reist, muss den Beutel offen und das Maul zu haben.

Wer reist, weiß wohl seine Ausfahrt, aber nicht seine Heimkehr.
Wer reist, weiß wohl, wie er ausfährt, aber nicht, wie er heimkehrt.

Wer reit't, der reit't, wer leit (liegt), der leit.

Wer Rettich isst, der hustet unten und oben.


Wer richtig wohl haushalten will,

der muss des Dings haben viel.

Haus, Hof, Weib, auch Rind und Kind,

das man beim guten Haus wird find.


Wer richtig zahlt, dem dient man auch hinter dem Rücken.
(Ein Sprichwort, nach dem sich einige Arbeitgeber richten sollten, dann gingen auch die Geschäfte besser.)

Wer Rosen nicht im Sommer bricht, der bricht sie auch im Winter nicht.
Wer die Rose nicht im Sommer bricht, der bricht sie auch im Winter nicht.
(Das Sprichwort bedeutet, das man eine Gelegenheit nicht verpassen sollte, die wahrscheinlich nicht mehr wiederkommt.)

Wer Rosse hütet beim Haferacker, Kühe bei Wiesen, Gänse beim Wasser, Geiß beim Krautgarten, ein Weib beim Buhlen, bei denen ist Sorge und Hut verloren.

Wer rückwärts geht, läuft der Mutter Gottes in den Schoß.
(Siehe auch ein anderes Sprichwort mit dem Teufel: „Geht man rückwärts, geht man dem Teufel in die Arme.“)

Wer ruhen will, muss zuvor arbeiten.

Wer Ruhm und Ehre begehrt, der such sie durch Tugend und ehrlichen Taten, nicht durch böse Händel*14.


Wer Ruhm und Ehre will recht erjagen, der muss viel Gefahr und Unfall wagen.

Wer Ruhm von böser Tat begehrt, der ist eins stolzen Narren wert.

Wer sacht fährt, kommt auch an.
(Teilweise wird das Sprichwort auch „Wer sachte fährt, kommt auch an.“ zitiert. Ähnlich Varianten, die von Ida von Düringsfeld und Otto von Reinsberg-Düringsfeld in ihrem Buch „Sprichwörter der germanischen und romanischen Sprachen vergleichend zusammengestellt“ Band 1 aus dem Jahr 1872 auf Seite 17 unter Nr 35 mit etlichen anderen aus anderen Sprachen verzeichnet ist: „Wer sachte geht, kommt am Ende auch weit.“ und „Allgemach kommt man auch weit.“. Wo das obige Sprichwort erstmals genannt wurde oder wann es sich daraus gebildet hat, ist nicht mehr nachvollziehbar.)

Wer säet, der mähet.
Wer sät, der mäht.

Wer sagt, dass er sich nicht fürchtet, der hat noch kein Finger übers Licht gehalten.

Wer sagt, dass Wucher nicht Sünde sei, der hat keinen Gott, das glaub mir frei.
Wer sagt, dass Wucher Sünde sei, der hat kein Geld, das glaube frei.
(Diese beiden Sprüche stehen unter Nr. 11905 und 11906 1846 in Simrocks Sprichwörtersammlung. Sie sind aber wesentlich älter und nicht beide Sprichwörter. Der Spruch: „Wer sagt, dass Wucher Sünde sei, der hat kein Geld, das glaube frei.“ soll zu Luthers Zeiten Sprichwort und Wahlspruch der Wucherer in Sachsen gewesen sein. Luther entgegnete ihnen darauf mit dem Spruch von ihm: „Wer sagt, dass Wucher nicht Sünde sei, der hat keinen Gott, das glaub mir frei.“ Bis 1837 in der Sammlung von Wilhelm Körte ist nur der eine Spruch als Sprichwort der Wucherer als Sprichwort angegeben und der andere als Luthers Antwort darauf. Erst Simrock gibt Luthers Antwort in seiner Sammlung 1846 ebenfalls als Sprichwort aus.
Belegt ist dieser Zusammenhang schon im Jahr 1681 im Buch „Hell-polirter Laster-Spiegel“ von Hannß-Jacob Baullern auf Seite 1031 in der 106. Lasterpredigt gegen den Wucher. Ebenso schon 1577 im Buch Colloquia oder christliche nützliche Tischreden von Martin Luther, herausgegeben von Nikolaus Selnecker.
Die damaligen Wucherer waren Geldwechsler, vergleichbar mit den Banken heute. Geholfen hat diese Predigt allerdings bis heute nicht, wie sonst soll man sich die Bankenkrise 2008 erklären, oder die Zinsen und Gebühren, die schon manchen Kunden arm gemacht haben. Nach jeder Krise werden die Geldgeschäfte undurchschaubarer und am Ende zahlt der Staat, das heißt alle Bürger des Landes. Früher musste man nur für geliehenes Geld Zinsen bezahlen, heute oft schon für das, was man den Banken zur Aufbewahrung gibt und leiht.
In der Predigt aus dem 17. Jahrhundert wird der Wucherer mit dem Schlangenbiss verglichen, weil der Wucherer vom Vermögen des Nächsten etwas hinweg gebissen und gerissen hat. Das geliehene Geld ist gleich dem Schlangengift. Anfangs geht’s nach einem Schlangenbiss noch gut, dann fällt man in einen Schlaf und stirbt. Mit dem geliehenen Geld geht’s anfangs auch gut, beim Zurückzahlen mit Zinseszins leert sich die Kasse und man rutscht oft in Insolvenz und Bankrott.)

Wer sagt, er hab' einem Gutes getan, der möcht es (von ihm) gerne wieder han.
Wer sagt, er hab' einem Gutes getan, der wollt's von ihm gerne wieder han.

Wer sagt, er liebe Gott und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner.

Wer sagt: grad sieben, der lügt gern.

Wer's allen recht machen kann, ist noch nicht geboren.


Wer's Alter nicht ehrt, ist des Alters nicht wert.
(Das bedeutet, wenn die jüngere Hälfte der Menschen der älteren Hälfte ihren erarbeiteten Besitz streitig macht oder missgönnt, mit dem Hinweis auf eigene Armut im Alter, können die Jüngeren mit Recht keinen Wohlstand im eigenen Alter erwarten. Nur wer in jungen Jahren das Alter respektiert, kann später selbst Respekt und Auskommen erwarten. Man sollte sich nicht auf düstere Zukunftsprognosen für die nächsten 50 Jahre verlassen, sondern lieber einmal die nicht eingetretenen Vorhersagen von vor 50 Jahre einmal genauer ansehen. Die nicht genannten Fakten und Interessen hinter vordergründig plausiblen Prognosen lassen oft ganz andere Schlussfolgerungen zu.)

Wers am besten kann, der ist Meister.

Wers am besten kann, der tuts oft am wenigsten.

Wer sammelt nicht in Sommerzeit, groß Mangel er im Winter leid't.

Wer sammelt, spart's einem andern Mann.

Wer sät, der schneid't, zu seiner Zeit.

Wer satt ist, der soll denken, dass er wieder hungern kann.

Wer sauber ist, braucht sich nicht zu waschen.
Wer sauber ist, darf sich nicht waschen.
(Das obere Sprichwort steht 1846 bei Simrock (Nr. 8762), das untere 1630 bei Lehmann (Seite 181). Damals wurde oft statt „bedarf“ nur „darf“ geschrieben. Die untere Version  bedeutet, es ist kein Verbot des Waschens, sondern, wer schon sauber ist, bedarf nicht des Wachens.)

Wer sauren Wein trinken will, der muss vorher lachen, den danach wirds ihm verboten.

Wer's bei den alten Löchern bewenden lässt, braucht nicht neue zu bohren.

Wer schäbig ist, kann bald blutrünstig werden.

Wer Schaden ohne großen Schaden nicht rechen kann, der soll durch die Finger sehen.


Wer Schaden tut, muss Schaden bessern.

Wer Schaden stiftet und Schaden tut, sind beide gleich gut, einer wie der andere.
Wer Schaden tut und Schaden stiftet, ist einer so gut als der andere.

Wer Schad und Unfall will abkehren, der muss ihm bald beizeiten wehren. Arznei ist kraftlos und verloren, wenn Schad ist mächtig in viel Jahren.

Wer Schafe hat, dem fehlt es nicht an Fellen.


Wer schafft, hat keine Langeweile.

Wer Schälke mit Schälken fangen soll, der muss ein Schalk stellen vor das Hohl.

Wer Schalkheit übt und Bosheit treibt, am Galgen er behangen bleibt.

Wer Schalks und Bubenstück will ausrichten, der muss Leute dazu brauchen, die vom Galgen gekauft sind.

Wer schändlich lebt, der wird gebüßet.

Wer scharf Gesicht und guten Verstand hat, der sieht inwendig und auswendig wohl.

Wer Schätze sammelt und niemanden Gutes tut, der spart sein Brot und läuft zur Hölle.

Wer scheel ist, der ist scheel, er sei es nötig oder gern.

Wer schelten will, der tut besser, wenn ers pfeift, als das ers sagt.


Wer scheltet wider Schelten, der will mit Schanden gelten.

Wer schenken will, der schenke was Guts, so weiß man's ihm Dank.


Wer schenkt und Gaben beut, der vermeint, damit Leute zu blenden. 

(Beut = kann verschiedene Bedeutungen haben - hier bedeutet es = bietet, Gaben anbieten.)


Wer Scherz ausgibt, muss Scherz einnehmen.

Wer scherzen will, soll auch Scherz verstehen und aufnehmen.

Wer schläft, der sündigt nicht.

Wer schießen soll, muss laden, wer arbeiten soll, muss essen.

Wer schilt, was er begehrt, ist keiner Bohne wert.

Wer schimpft, der kauft.

Wer schimpft, hat verloren.

Wer schläft, der beißt nicht.

Wer schläft, der schläft sich zum besten, auch wer isst und trinkt. Wer arbeitet, der weiß nicht, wem es zugutekommen wird.

Wer schläft, der sündigt nicht.

Wer Schläge austeilt, muss Schläge einnehmen.

Wer schlägt, der bricht.


Wer schlägt, der trägt sein Haupt feil und wird wieder geschlagen.

(Ein über 500 Jahre altes Sprichwort. Auch früher hat sich keiner darüber gewundert, wenn man sich gegen einen Angreifer gewehrt hat. Da Putins Russland seit 2022  überall in der Ukraine Wohnhäuser und Infrastruktur zerstört und unzählige Zivilisten ermordet, hat die Ukraine auch jedes Recht, überall in Russland alles für Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg relevante anzugreifen und zu zerstören. Das freie Europa hat ebenso jedes Recht, der Ukraine alles, Waffen und anderes, zur Verteidigung nötige zur Verfügung zu stellen. Putin hat es in der Hand, mit einem Rückzugsbefehl seinen ungerechten Krieg zu beenden und den Frieden wieder herzustellen. Den Krieg gegen Europa und die EU hat Putin seit 2022 ebenfalls schon durch Drohungen, Cyberattacken (Schaden nur in Deutschland 2024 = 178 Mrd Euro) und Sabotage begonnen, nur das noch keine regulären Soldaten einmarschiert sind.)


Wer schlägt, ist im Unrecht.

Wer schlägt meinen Hund, der liebt mich nicht von Herzensgrund.


Wer schlechte Botschaft bringt, kommt früh genug.


Wer schlechte Pfeifen hat und kann selbst pfeifen, der verkauft seine Pfeifen am ehesten.

(Christoph Lehmann gibt 1630 dafür folgende Erklärung: „Kommt daher: zween Pfeifenkrämer hatten nebeneinander feil, der eine hatte gute Pfeifen und konnt nicht pfeifen, der andere hatte schlechte und konnt wohl pfeifen, dem lief man zu und kaufte; der andere blieb mit seinen guten Pfeifen sitzen.“ Ebenso geht es heute in der Politik: Die demokratischen Parteien versuchen, alles gleichermaßen ordentlich demokratisch zu regeln, können es aber wegen komplizierter Zusammenhänge nicht, der Bevölkerung verständlich zu vermitteln. Die nachweislich radikale, vermeintliche Alternative verbreitet lautstark vermeintliche einfache Lösungen, wie zum Beispiel >Ausländer raus - dann geht es den Deutschen besser< (wieso erinnert das an das schon einmal gescheiterte 3. Reich 1933 - 1945?) und andere unsinnige Forderungen. Viele folgen den scheinbar einfachen und lautstark verbreiteten Parolen wie die Ratten dem Rattenfänger und sehen nicht den Abgrund, auf den sie zulaufen.)


Wer schlecht geht, stolpert über einen Strohhalm.

Wer schlecht hört, reimt leicht.

Wer schlecht, macht alle Dinge recht.
(Das bedeutet, man macht etwas gerade, schlicht, ohne Falsch, einfach richtig und gut)

Wer schlecht sieht, soll desto besser tasten.

Wer schmäht Frauenbild, auf Erd kein Heller gilt.

Wer Schmeicheln kann, der ist der beste Hahn im Korb.

Wer schmiert, der fährt.

Wer schmückt böse Sach mit falschem Eid, von dem ist gewiss die Straf nicht weit.

Wer Schnecken fängt, hat Hörner.


Wer schon auf einem Knie kommt, den stößt man gerne ganz um; wer auf beiden, dem haut man den Kopf gar ab.
Wer auf ein Knie kommt, den stößt man gar darnieder. Wer auf beide kommt, dem schlägt man den Kopf gar ab.

Wer schöne Taten tut, der ist schön genug.

Wer Schönheit liebt und Ehr' nicht acht, der hat sein Glück nicht wohl betracht.

Wer schön ist, der ist nicht ganz arm.


Wer schon mit dem Teufel zu Schiffe gegangen, mag ihn wohl zum Gefährten haben.


Wer schön sein will, muss leiden.
(Dieses Sprichwort ist so erst im 20. Jahrhundert entstanden. Vorher waren nur ähnliche in anderen Sprachen verbreitet. Einen Artikel zur Herkunft gibt es im Internet unter: 
https://gfds.de/wer-schoen-sein-will-muss-leiden/
)

Wer schreit sauer Bier aus?

Wer schuldig ist, der darf sich nicht frei verantworten.

Wer schuldig ist, der wird gemahnt.

Wer schuldig ist, muss bezahlen.

Wer schwarz Wildbret geschossen, der hat lange daran zu essen.

Wer schwätzet viel, das sag ich dir, der lügt auch viel, das glaub du mir.

Wer schweigen kann, der ist der beste Mann.

Wer schweiget, was man ihm vertraut, tut dass, als der 'nen Acker baut.

Wer schweigt, bejaht.
Wer schweigt, stimmt heimlich zu.

Wer schweigt, dem kann man nichts nachsagen.

Wer schweigt, der folgt.

Wer schweigt, der ist überzeugt.

Wer schweigt und rot wird, der gibt sich schuldig.

Wer schwere Dinge forscht, dem wird's zu schwer.

Wer schwere Säcke weit tragen soll, der geht je länger je krümmer.

Wer schwindelig ist, muss kein Schieferdecker werden.

Wer schwört einen falschen bösen Eid, versagt ihm selbst die Seligkeit.

Wer sechs Taler*34 aufwendet, vier zu gewinnen, hat nicht nötig, sich um einen Beutel zu kümmern.
(Bei Paul Winckler steht 1685  das obige Sprichwort. Wander übernimmt es 1876 mit Winckler als Quelle in den 4. Band seines Deutschen Sprichwörter Lexikons mit Inflation. Er verändert das  Sprichwort in „Wer zehn Taler anwendet, um fünf zu gewinnen, der braucht sich um keinen Beutel zu kümmern.“ wobei sich die Anzahl der Taler von 6 auf 10 und von 4 auf 5 erhöht.)

Wer sehen will, dem muss die Sonne oder sonst ein Licht scheinen.

Wer sehr eilt, der verricht wenig.

Wer sehr eilt, mag nirgends hinkommen.

Wer sehr prangt, der verdirbt.
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