
Deutsche Sprichwörter oder
Auf dieser Seite befinden sich deutsche Sprichwörter mit W, von Wer täglich bis Wer zwischen und auf über 80 weiteren alle anderen. Sprichwörter aus Deutschland sind die meisten, neben einigen aus benachbarten deutschsprachigen Ländern und Gebieten. Wenn hier noch besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.
Wer nicht Macht hat, einen neuen Brauch zu machen, dem gebührt auch nicht, den alten Brauch abzuschaffen noch zu verbessern.
Wer nicht mag haben, dass man ihn lehr, dem folget nimmer Nutz noch Ehr.
Wer nicht mag, wie er will, der muss tun, wie er kann.
Wer nicht mahlen will, kriegt kein Mehl.
Wer nicht will malen, der gerate des Mehls.
Wer nicht malen kann, muss Farbe reiben.
Wer nicht martern und fluchen kann, der dient zu keinem Kriegsmann.
Wer nicht mehr da ist, der hat genug gehabt.
Wer nicht mehr kann, der sieht doch sauer drum.
Wer nicht mit Lügen rühmen kann, der kommt zu Hof nicht hoch hinan. Und bleibt allzeit im untern Grad, er komm, wenn er will, so ists zu spat.
Wer nicht mitmacht, wird ausgelacht.
Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 12, 30: „Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.“ Ebenso im Lukas Evangelium 11, 23.)
Wer nicht nehmen will, braucht (auch) nicht zu geben.
Wer nicht passt auf den Tisch, muss essen, was übrig bleibt.
Wer nicht Pferde hat, muss mit Ochsen pflügen.
Wer nicht rast in der Jugend, der muss im Alter rasen.
Wer nicht Recht hat zunehmen, der hat nicht Recht zu behalten.
Wer nicht rechtmäßig gehört ist, wird nicht rechtmäßig verdammt.
Wer nicht recht und gabelt, wenn die Bremse sticht und krabbelt, der läuft den Winter mit einem Strohseil und fragt, hat niemand Heu feil?
(recht und gabelt = Heu zusammenharken, zusammenrechen und mit Heugabeln auf den Heuwagen laden. Bremse = Stechfliege, ähnlich einer Mücke.)
Wer nicht reich ist gewesen, dem tut Armut nicht wehe.
Hier hat der sonst glaubwürdige Karl Simrock in seiner Sprichwörtersammlung den Wortlaut des Sprichworts von Lehmann verändert. Das obige Sprichwort steht so 1630 bei Lehman auf Seite 43 unter Nr. 14. Simrock macht daraus unter Nr. 426 den untere Wortlaut:
Wer vorher nicht reich gewesen, dem tut die Arbeit nicht wehe.
Wer nichts zu tun hat, macht sich zu tun.
(Meist machen diese Leute aber besonders anderen unnütze Arbeit, und zu tun.)
Wer nicht viel waschen tut, der har einen weisen Mut.
(Waschen bedeutet hier - klaffen, lästern, fremder Leute Wäsche waschen, sich unbefugt in fremder Leute Dinge einmischen.)
Wer nicht viel weiß, der geigt immer einerlei.
(Nicht nur privat, auch öffentlich und in der Politik, wie manche Parteien, die für alle Probleme nur eine Meinung und Lösung haben - Ausländer raus! Für solche Parteien gibt es nur eine Lösung = nicht wählbar = raus aus den Parlamenten.)
Wer nicht viel weiß, der wähnt aber viel.
(wähnen, von Wahn, irrigerweise etwas annehmen, aber nicht wissen.)
Wer nicht vor sich sieht, bleibt zurück.
(Dieses Sprichwort steht 1685 bei Paul Winckler (Nr. 2000/72). Es könnte eine weitere Variation des obigen Sprichworts sein.)
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Wer nicht wagt, der nicht nagt.
Wer nicht wagt, kommt nicht nach Wehlau.
Wer nicht warten kann, muss laufen.
Wer nicht Wasser mag, den dürstet nicht.
Wer nicht Wein hat, der muss sich mit dem Bier und Wasser behelfen.
Wer nicht weiß, der lerne was, so nährt sich Weisheit ohne Maß.
Wer nicht weiß, was das für ein Geck ist, der kann`s an seinem Pferd sehen.
(Das Sprichwort ist schon mehrere hundert Jahre alt. Heute gilt es trotzdem noch, wenn man anstelle des Pferdes das Auto einsetzt, mit dem so mancher seine eigenen Unzulänglichkeiten kompensieren will und sich damit selbst entlarvt.)
Wer nicht weiß, was Laster sei, der Hof und Regiment lehrt's ihn fein.
Wer nicht weiß, was recht ist, der kann auch nicht erkennen, was unrecht sei.
Wer nicht weiß, wohin er sich kehren soll, der ist übel dran.
Wer nicht weiß zu teilen, muss oft lassen feilen.
Wer nicht will den Sack samt dem Band verlieren, der verzeihe sich zu weichen seines rechten.
Wer nicht will, der hat gegessen.
Wer nicht will, der hat schon.
Wer nicht will, hat schon gehabt.
Wer nicht will fallen der steig oder spring nicht hoch.
Wer nicht will folgen gutem Rat, den Spott er oft zum Schaden hat und ist sein Reu viel zu spat.
Wer nicht will gezwungen sein zu gehen, der soll es willig tun.
Wer nicht will glauben, muss am Ende fühlen.
Wer nicht willkommen ist, an dem sieht man lieber den Rücken als das Gesicht.
Wer nicht will vorliebnehmen, was die Kelle gibt, der ist nicht wert, dass man ihm Käse und Brot vorsetze.
Wer nicht will vor zu sehen, der sehe nach zu.
Wer nicht will zum Narren werden, der soll dem Narren nachgeben.
Wer nicht zum Narren werden will, muss den Narren nachgeben.
Wer nicht will zu sehen, der muss den Beutel ziehen.
(ziehen = auftun. Das bedeutet, beim Handel und Kaufen sollte man sich die Dinge genau ansehen, sonst bezahlt man zu viel.)
Wer nicht wird, der verwirrt.
Wer nicht wohl fechten kann, der soll die Messer liegen lahn.
Wer nicht wohl hört, der reimet wohl.
Wer nicht wohl kauft, der muss wohl bezahlen.
(Das gilt für Sonderpreise, Ausverkauf, Schlussverkauf und besonders im Internet in der Black Week, am Black Friday und anderen vermeintlichen Schnäppchen. Scheinbar günstige Preise entpuppen sich oft als Lockangebot für überteuerte Ware und Fake Shops. Zwei Mal hinsehen und das Kleingedruckte lesen, schützt meist vor Verlusten. Diese Seite ist zum Beispiel wirklich kostenlos, ohne versteckte Kosten, und täuscht über kein Sprichwort, wie viele Bücher der letzten 150 Jahre.)
Wer nicht wohl reden kann, dem steht schweigen besser an.
Wer nicht wohl Undank leiden kann, der ist der Welt ein unnützer Mann.
Wer nicht zahlen will, der bleib aus der Zech.
Wer nicht zu geben hat, der kann schwerlich zu großen Ehren kommen.
Wer nicht zu hoch steigt, der fällt nicht hart.
Wer nicht zu hoch steigt über sich, braucht nicht zu fallen unter sich.
Der sehe zu, dass er nicht fall, der zu hoch steigen will.
Wer nie ausgeht, kommt nie heim.
Wer nie auskam, der kam nie heim.
Wer nie fortgeht, kommt nie heim.
Wer nie bitter geschmeckt hat, weiß nicht, was süß ist.
Wer niedrig fliegt, der stößt sich nicht.
Wer nie ein Schüler war, der wird kein guter Meister.
Wer nie fiel, der stand nie auf.
Wer nie kein saures gekostet hat, der weiß nicht wie es schmeckt.
Wer nie krank gewesen ist, der weiß nicht wie einem Kranken im Sinn ist.
Wer niemals anfängt, bringt nie was zustande.
Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver Mann.
Wer niemals ins Bad kommt, dem kam der Bader*1 weder Fuß noch Haupt waschen und bleibt in seinem Wust.
Wer niemand achtet, des achtet niemand wieder.
Wer niemand betrügen kann, geh' in die Wüste.
Wer niemand Ehre beweist, bei dem ist Scham nicht groß.
Wer niemand schuldig ist, der mag ein Wort reden, da ein andrer muss schweigen.
Wer niemand traut, dem ist selbst nicht zu trauen.
Wer niemand traut ist gemeiniglich selbst untreu.
Wer nie nichts Unrechtes gemacht hat, der wird auch nichts recht machen.
Wer nimmt aus Vorwitz Fremdes an, wird drüber oft zum losen Mann.
Wer nirgend anstoßen will, muss Schickelmann fragen.
Wer nirgenswo will stoßen an, muss Schickelmann an Händen han.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will. Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann.“)
Wer nun wohl arbeitet, der soll morgen mitgehen.
Wer nur auf einem Bein steht, den stößt man leicht um.
Wer nur durch Geiz sucht sein Gewinn, des Lieb ist aus, der Glaub ist hin.
Wer nur ein Auge hat, der pflegt's oft zu wischen.
Wer nur ein Auge hat, hütet es doppelt (wischt es genau).
Wer nur ein Auge hat, ist allzeit bange dafür.
Wer nur einen Sohn hat, der macht ihn zum Narren, und wer nur ein Schwein hat, der macht es fett.
(Das bedeutet, Einzelkinder werden oft verzogen und verwöhnt, so das sie im späteren Leben zu Narren werden. Ausnahmen bestätigen hier wie anderswo die Regel. Mehrere Kinder oder Geschwister sind aber kein Schutz davor, zum Narren zu werden. Beides habe ich schon zur genüge bestätigt gefunden.)
Wer nur geschickt und gelehrt will sein, der wird nicht reich.
Wer nur Geschlechts wegen Ehr' (Lob) begehrt, derselbe ist keines Lobes wert.
Wer nur von Geschlechts wegen Lob begehrt, der selb ist keines Lobens wert.
Wer nur Gold und Silber im Herzen hat, bei dem wächst kein Glaub', keine Lieb' und keine Hoffnung.
Wer nur lust zu Krieg und Unruh hat, der gehört nicht in Himmel, da nichts denn Fried und Ruhe ist.
Wer nur mit einem Fuß schon in dem Steigbügel ist, der kann sich hierauf leicht gar im Sattel helfen.
Wer nur über eine Staffel will, kommt nie über eine Stiege.
Wer Nutzen sät, wird Nutzen ernten.
Wer Nutz und süß ineinander mengt, demselben Ruhm und Ehr anhängt.
Wer Nutz und Vorteil sucht, der scheut sich nicht ein Fuchsbalg zu tragen.
Wer obenaus will, der stößt sich an den Kopf.
Wer oben sitzt, der lässt sich grüßen und tritt die Untersten mit Füßen.
Wer oft begeht Sankt Martinstag, keine Gans noch Huhn aufbringen mag.
(Der Martinstag ist der 11. November, an dem es traditionell die sogenannte Martinsgans als Braten gibt.)
Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein aus.
Wer ohne Sünde ist, der heb den ersten Stein auf.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Johannes 8, 7: „Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.“)
Wer Pfennige hat, der hat viel Freunde.
(Heute müssten es wohl mehr als nur ein paar Euro sein. Die, welche noch ohne jeden Pfennig bleiben, sind die einzig echten.)
Wer rastet, der rostet.
Wer Rat bedarf, der such ihn bei den Alten.
Wer Rat begehrt, dem ist zu helfen.
Wer rät, der gibt nichts.
Wer ratet, der gibt nichts.
Wer Rauch verkauft, der erstickt auch billig im Rauch.
Wer recht abkommen will, der muss die Bolzen selbst fidern und schiften und das Armbrust stechen können, sagen die Schützen.
Wer recht beichtet, dem gibt man rechte Buße.
Wer Recht fordert, muss auch Recht pflegen.
Wer recht hat, behält den Sieg.
Wer recht hat, hat niemand zu fürchten.
Wer Recht hat zu nehmen, der hat Recht zu behalten.
Wer recht lehrt und übel lebt, der nimmt mit der einen Hand wieder weg, was er mit der andern gegeben hat.
Wer Recht nicht will leiden, darf über Gewalt nicht klagen.
Wer Recht nicht will leiden, dem geschieht durch Gewalt nicht unrecht.
Wer recht schwört, betet recht.
Wer Recht tut, der betet ohne Unterlass.
Wer recht tut, der hat Gönner genug.
Wer recht tut, der ist edel genug geboren.
Wer recht tut, der ist von Gott geboren.
Wer Recht tut, der ist wohlgeboren.
Wer Recht will, der will nicht Unrecht.
Wer recht will kennen einen Mann,
der merkt, welches Webs er sich nimmt an.
Keine Taube sich zu der Krähe tut,
Kein Ehrlicher nimmt eine Böse hut.
Wer richtig wohl haushalten will,
der muss des Dings haben viel.
Haus, Hof, Weib, auch Rind und Kind,
das man beim guten Haus wird find.
Wer schenkt und Gaben beut, der vermeint, damit Leute zu blenden.
(Beut = kann verschiedene Bedeutungen haben - hier bedeutet es = bietet, Gaben anbieten.)
Wer schlägt, der trägt sein Haupt feil und wird wieder geschlagen.
(Ein über 500 Jahre altes Sprichwort. Auch früher hat sich keiner darüber gewundert, wenn man sich gegen einen Angreifer gewehrt hat. Da Putins Russland seit 2022 überall in der Ukraine Wohnhäuser und Infrastruktur zerstört und unzählige Zivilisten ermordet, hat die Ukraine auch jedes Recht, überall in Russland alles für Russlands völkerrechtswidrigen Angriffskrieg relevante anzugreifen und zu zerstören. Das freie Europa hat ebenso jedes Recht, der Ukraine alles, Waffen und anderes, zur Verteidigung nötige zur Verfügung zu stellen. Putin hat es in der Hand, mit einem Rückzugsbefehl seinen ungerechten Krieg zu beenden und den Frieden wieder herzustellen. Den Krieg gegen Europa und die EU hat Putin seit 2022 ebenfalls schon durch Drohungen, Cyberattacken (Schaden nur in Deutschland 2024 = 178 Mrd Euro) und Sabotage begonnen, nur das noch keine regulären Soldaten einmarschiert sind.)
Wer schlechte Pfeifen hat und kann selbst pfeifen, der verkauft seine Pfeifen am ehesten.
(Christoph Lehmann gibt 1630 dafür folgende Erklärung: „Kommt daher: zween Pfeifenkrämer hatten nebeneinander feil, der eine hatte gute Pfeifen und konnt nicht pfeifen, der andere hatte schlechte und konnt wohl pfeifen, dem lief man zu und kaufte; der andere blieb mit seinen guten Pfeifen sitzen.“ Ebenso geht es heute in der Politik: Die demokratischen Parteien versuchen, alles gleichermaßen ordentlich demokratisch zu regeln, können es aber wegen komplizierter Zusammenhänge nicht, der Bevölkerung verständlich zu vermitteln. Die nachweislich radikale, vermeintliche Alternative verbreitet lautstark vermeintliche einfache Lösungen, wie zum Beispiel >Ausländer raus - dann geht es den Deutschen besser< (wieso erinnert das an das schon einmal gescheiterte 3. Reich 1933 - 1945?) und andere unsinnige Forderungen. Viele folgen den scheinbar einfachen und lautstark verbreiteten Parolen wie die Ratten dem Rattenfänger und sehen nicht den Abgrund, auf den sie zulaufen.)