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Über 26.000 Deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter mit W

Deutsche Sprichwörter mit W


Über 26.000 deutsche Sprichwörter


Auf dieser Seite stehen deutsche Sprichwörter mit D und mit 70 anderen Seiten zusammen über 26.000 neuere und bis zu 2000 Jahre alte deutsche Sprichwörter. Bei der großen Zahl der existierenden deutschen Sprichwörter ist es unmöglich, alle hier aufzuführen. Manchmal ist ein scheinbar bekanntes Sprichwort aus Deutschland hier nicht gleich zu finden, weil es wegen verschiedener Versionen, anderer Schreibweise oder unterschiedlichen Formulierungen unter anderen Anfangsbuchstaben steht, unter dem es dann zu suchen und zu finden ist.

Manchmal steht ein Sprichwort nicht hier bei den deutschen Sprichwörtern, da es in der Vergangenheit fälschlich als deutsches Sprichwort ausgegeben und veröffentlicht wurde. Dann ist es wahrscheinlich  HIER zu finden.

Wenn trotzdem noch Sprichwörter aus Deutschland, ein bestimmtes, besonderes, wichtiges, häufiges, anderes oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt. Möglicherweise kann ich auch noch nicht aufgeführte alte Sprichwörter in einem der alten Bücher oder Quellen finden. Mit der Zeit kommen hier immer mehr dazu, ein späterer Besuch könnte sich dann lohnen.

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Deutsche Sprichwörter von Wo bis Wohl

  

Wo Aas ist, da sammeln sich die Adler (Raben).
Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler (Aasgeier).
(Gewinnsüchtige Leute sammeln sich, um sich auf Kosten anderer zu bereichern, die sich nicht mehr dagegen wehren können. Der Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 24, 28: „Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier.“)


Wo Abraham schlacht und Sara kocht, da gehts recht zu.

Wo alle Menschenhand zu kurz ist, da ist Gotteshand noch lang genug.
Wo Menschenhand zu kurz ist, da ist Gottes Hand noch lang genug.

Wo alle Stricke reißen, ist viel Knüpfens.

Wo Arbeit das Haus bewacht, kann Armut nicht hinein.

Wo Bacchus nicht der Kellner ist, da ist verloren Kunst und List.

Wo bereits Feuer gewesen ist, da mag es leicht wieder brennen.

Wo bereits Wasser gewesen ist, da mag es leicht wieder nass werden.

Wo Berge abzutragen sind, reicht das Hände falten und Hände reiben nicht aus.

Wo blüht Einigkeit, da ist Fried und Seligkeit.

Wo böse Nahrung ist, da sind witzige Leute.

Wo Brot gewesen ist, da sind noch wohl Krümelchen.

Wo Brüder gegeneinander in Hass und Feindschaft geraten, da ist die Feindschaft ohne alle Maß.

Wo das Alter einzieht, da zieht es nicht wieder aus.


Wo das Auge weint, ist das Herz nicht erstarrt.

Wo das Bier im Keller versauert, ist Hopfen und Malz verloren.

Wo das Glück ansetzt, da regnet es Glück.

Wo das Glück hinschlägt, da ist man fröhlich.

Wo das Kalb ertrank, da war Wasser.

Wo das Pflugeisen rastet, wird das Land nicht wohl gebaut.

Wo das Recht wird verkehrt, da werden Land und Leut verstört.

Wo das Unglück erst hinschlägt, da kommt man selten auf einen grünen Zweig.

Wo das Volk ist, da ist Nahrung.

Wo das Wasser einmal hergeht, da fließt es mehr her.

Wo date reich ist, da ist dabitur noch viel reicher.
(Sprichwort mit Bezug auf die Bibel nach dem Evangelium nach Lukas 6, 38: „Gebt, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.“ Nach dem lateinischen Text: „Date, et dabitur vobis.“ = „Gebt, so wird euch gegeben.“ Wem gegeben wird ist natürlich reicher als der, der gibt.)

Wo date stirbt, da kann dabitur auch nicht lang leben.
(Gleicher Bezug auf den Bibeltext wie oben. Wenn keiner etwas gibt, kann auch der, der auf die Gaben angewiesen ist, nicht überleben.)

Wo deine Gaben liegen, da liegen auch deine Aufgaben.


Wo dein Herz, da dein Gott.

Wo dein Herz wohnt, da liegt dein Hort.
Wo dein Schatz, da dein Herz.
Wo der Schatz, da ist das Herz.
Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 6, 21: „Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“)

Wo der Abt die Würfel dreht (legt), spielt der Convent gern (dobbeln die Mönche).

Wo der beste Wein wächst, trinkt man den schlechtesten.


Wo der Bock zum (ein) Gärtner wird, die jungen Bäum' er selten (wenig) ziert.

Wo der Bürgermeister selbst ein Beck ist, da backt man das Brot zu klein.

Wo der Dünkel vor Augen liegt, da kann kein Licht hinein.

Wo der Eltern Strafe aufhört, da geht die Strafe der Obrigkeit an.

Wo (Wenn) der Esel in den ersten zehn Jahren keinen Schwanz kriegt, so bleibt er gewiss ein Mutz.

Wo der Esel sich einmal stößt, da stößt er sich nicht wieder.


Wo der Faden am schwächsten ist, da bricht er.

Wo der Ferkel viel sind, da ist das Gespül dünn.

Wo der Fluss am tiefsten ist, ist er am stillsten.

Wo der Fuchs liegt, da tut er keinen Schaden.

Wo der Fuchs sein Lager hat, da raubt er nicht.


Wo der Geiz regiert, da muss das Evangelium fallen und untergehen.

Wo der Glaube die Herzen trennt, da kann die Eheliebe nicht wohl ganz bleiben.

Wo der Hase gesetzt wird, ist er am liebsten.
Wo der Has gesetzt ist, will er bleiben.

Wo der Hausvater ein Splitterrichter ist, da lernet's das Gesinde auch bald.

Wo der Herr die Statt nicht behüt, so wacht der Wächter umsonst.

(Mit Herr ist der Herrgott gemeint und die Statt ist die Stätte, der Ort, an dem Man lebt und sein Zuhause hat.)


Wo der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die dran bauen.

Wo der Kaiser hinkommt, da steht ihm das Recht offen.


Wo der Kalk am dicksten liegt, ist die Mauer am schwächsten.

Wo der Kesselhacken über dem Feuer hängt, da ist ein guter Anfang zur Haushaltung.

Wo der König sitzt, da ist es obenan.

Wo der Kranke in der Kammer ist, da muss man dafür halten, dass der Tod vor der Türe sei.

Wo der Löffel ausreicht, da bedarf es der Kelle nicht.
Wo der Löffel reicht, bedarf's der Kelle nicht.
(Das bedeutet, wo einfache Dinge reichen, um etwas zu erreichen, sind große und aufwendige Aktionen überflüssig.)

Wo der Malzsack steht, kann der Roggensack nicht stehen.

Wo der Mann ausgeht und Buben ein, da kann nichts gutes sein.

Wo der Mann hinfällt, da fällt auch die Busse hin.
(Altes Rechtssprichwort. Es bedeutet, wo ein Verbrechen verübt wurde, dort muss es auch abgeurteilt werden. Zuständig ist immer das Gericht des Ortes des Verbrechens, nicht das des Wohnortes des Täters oder Opfers.)

Wo der Mann klagt, da muss er auch antworten.
(Altes Rechtssprichwort, vergleichbare Bedeutung und Entstehung wie das Sprichwort: Wer A sagt, muss auch B sagen. Ein Kläger muss sich bei einer Klage jederzeit vor demselben Gericht bei einer Gegenklage in gleicher Sache verantworten und auch „besagen“ das heißt, antworten.)

Wo der Mann nicht selbst kommt, da wird ihm sein Haupt nicht wohl gewaschen.
(In einigen alten Sammlungen (Sailer, 1810, Seite 275) steht auch: „nicht wohl gezwagt“. Zwagen oder gezwagt bedeutet, laut dem Bayerisches Wörterbuch von Johann Andreas Schmeller aus dem Jahr 1837 „Teile des Leibes, besonders aber dem Kopf, mit warmen (Seifen oder Laugen) Wasser waschen,)

Wo der Mann Recht fordert, da soll er auch Recht nehmen.
(Altes Rechtssprichwort, Bedeutung wie oben.)

Wo der Mistwagen nicht hingeht, da geht auch der Erntewagen nicht hin.
Wo der Mistwagen nicht hingeht, kommt der Erntewagen nicht her.
(Das obige Sprichwort steht so bei Simrock, leider hat er es falsch von anderen abgeschrieben. Da seine Sprichwörtersammlung im 20. Jahrhundert am weitesten von allen verbreitet war, wurde es von vielen ebenso falsch weiter abgeschrieben. Richtig ist das untere Sprichwort, so wie es vorher schon bei Körte und anderen stand. Teilweise steht anstelle von Mistwagen auch Kurzwagen und für Erntewagen Langwagen. Es bedeutet, nur wer den Acker düngt, kann auch einen Ertrag erwarten.)

Wo der Ochse König ist, sind die Kälber Prinzen.
(Nicht selten ist es auch umgekehrt.)

Wo der Ochs scheftig ist, da ist viel Einkommens.
(schefftig = geschäftig, arbeitsam. Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Altes Testament, Die Sprüche Salomos 14, 4: Luther-Bibel 1545: „Wo nicht Ochsen sind, da ist die Krippen rein; aber wo der Ochse schefftig ist, da ist viel Einkommens.“ Luther-Bibel 1912: „Wo nicht Ochsen sind, da ist die Krippe rein; aber wo der Ochse geschäftig ist, da ist viel Einkommen.“ Lutherbibel 1984 und 2017: „Wo keine Rinder sind, da ist die Krippe leer; aber die Kraft des Ochsen bringt reichen Ertrag.“)

Wo der Papst ist, da ist Rom.


Wo der Pflug hingeht, da geht auch der Zehent hin.

Wo der Pflug vom Rost zerfressen, wird sehr wenig Korn gegessen.

Wo der Pfuscher findet Brot, muss der Künstler leiden Not.


Wo der Rabe sitzt aufm Dach und der Fuchs vor der Tür, da hüte sich Ross und Mann dafür.

Wo der Schlüssel am Tor hängt, da geht man gern aus und ein.


Wo der Segen Gottes nicht ist, da hilft kein Glück.

Wo der Sohn Gottes zur Herberge einkehrt, da ziert er das Haus, das der Wirt sein weder Schaden noch Schande hat.

Wo der Taler*33 geschlagen ist, gilt er am meisten.

Wo der Teufel das Kreuz voranträgt, da gehe nicht nach.


Wo der Teufel drin ist, da ist er schwerlich auszutreiben.

Wo der Teufel mit dem Kopf hinein kommt, da kriecht er mit dem ganzen Leib hernach.

Wo der Teufel nicht hin mag kommen, da schickt er seinen Boten (ein alt Weib) hin.

Wo der Teufel nicht kann hinkommen oder etwas ausrichten, da schickt er seine boten hin. (nämlich ein altes böses Weib oder böse Zungen.)

Wo der Vogel singt, da ist das Nest nicht fern.

Wo der Wagen zum Holz geht, da ist gut warm einheizen.

Wo der Werg aus dem Hause trägt, da will ich nicht Flachs suchen.
Wo man Werg aus dem Hause trägt, muss man nicht Flachs suchen.

Wo der Wirt vor der Tür steht, da sind nicht viele Gäste.


Wo der Wolf des Gerichts will pflegen, da müssen andere Tiere gehen aus dem Weg.

Wo der Wolf ein Schaf findet, da sucht er auch das andere.

Wo der Wolf liegt, da würgt er nicht.

Wo der Wolf Richter ist, da ist den Schafen am besten, weit davon.

Wo der Wolf Schafhirt ist, da geht es nicht bloß an die Wolle, sondern auch ans Fell.

Wo der Wolf weidet die Herd, sind die Schäflein bald verzehrt.

Wo der Wolf wird der Hirt, da sind die Schafe verirrt.

Wo der Zaun am längsten ist, da steigt jeder über.
Wo der Zaun am niedrigsten ist, da kann man bald hinübersteigen.
Wo der Zaun am niedrigsten ist, springt jeder über.
Wo der Zaun am niedrigsten ist, springt man am ersten drüber.
Wo der Zaun am niedrigsten ist, steigt man über zu aller Frist.
Wo der Zaun gebückt steht, jedermann darüber geht.
Wo sich der Zaun am niedrigsten zeigt, gern man da hinüber steigt.
Da der Zaun am niedrigsten ist, will jedermann übersteigen.
(Je nach Zeit und Ort hat das Sprichwort einen etwas anderen Wortlaut.)

Wo der Zaun am niedrigsten ist, da springt der Teufel hinüber.
(Im Klosterspiegel aus dem Jahr 1841 steht zu diesem Sprichwort der Nachsatz: „Es ist uns im Garten schon oft geschehen, sagte die Novizen-Mutter.“ Im Vorwort des Klosterspiegels steht unter anderem: „Urteile gesammelt, welche unsere Voreltern seit mehr denn sechshundert Jahren über Klöster und Klostervolk gefällt haben.“)

Wo die ersten Wetter hinziehen, da ziehen auch die andern hin.

Wo die Frau im Hause regiert, ist der Teufel Hausknecht.


Wo die Frau wirtschaftet, wächst der Speck am Balken.

Wo die Glocke von Leder ist und der Klöppel ein Fuchsschwanz, da hört man die Schläge nicht weit (da hört man's Läuten nicht).
Wo die Glocke von Leder ist, und der Klöppel von Fuchsschwanz, da hört man den Klang nicht fern.

Wo die Herrn sind, da ist der Hof.


Wo die Jesuiten Schul halten, da hat man bald keinen Schweinhirten mehr.

Wo die Kirche ist, da ist der Krug nicht weit.


Wo die Krähe hinfliegt, dahin muss ihr der Schwanz folgen.

Wo die Liebe hinfällt, da bleibt sie liegen, und wär es ein Misthaufen.


Wo die Liebe ist, da ist auch das Auge.

Wo die Liebe redet, kann die Zunge wohl müßig bleiben.

Wo die Löwenhaut nicht ausreicht, da knüpft man den Fuchspelz daran.
Wo die Löwenhaut nicht reicht, muss man den Fuchsbalg annähen.

Wo die Pflicht gebietet zu sprechen, da ist Schweigen ein Verbrechen.
Wo reden Pflicht ist, ist Schweigen ein Verbrechen.

Wo die Reben nicht beschnitten werden, da macht man keinen Herbst.

Wo die Sonne aufgeht, da tagt es.

Wo die Sonne scheint, da hat man den Mond nicht vonnöten.

Wo die Sparren faulen, stürzen bald die Säulen.

Wo die Steige nieder, da hüpfen alle Hunde drüber.
Wo die Stiegel nieder (niedrig) sind, (da) hüpfen die Hunde drüber.
(Stiegel, Steige oder ähnlich: Vorrichtung zum Übersteigen einer Absperrung, einer Einfriedung. Eine Treppe, Eingang oder Durchgang. Ein altes Rechtssprichwort, das laut Graf besagt: „einen Diebstahl, zu dessen Begehung vielleicht eine außerordentlich günstige Gelegenheit verleitet hat, gelinder zu ahnden, als jenen, der, mit Beseitigung mannigfacher Hindernisse begangen, von dem besonders bösen Mut des Täters Zeugniß gibt.“)

Wo die Wies ist gemein, ist das Gras gerne klein.

Wo die Wirte Hahnrei*16 sind, da kehren die Gäste gern ein.

Wo die Wölfe einander gute Nacht sagen.

Wo die Wollust*35 herrscht, da wird die Vernunft verwiesen.

Wo die Wurzel nicht gut ist, da kann weder Stamm, noch gute Frucht folgen.


Wo drei sind, muss einer allweg der Narr sein.
Wo drei sind, muss einer den Narren abgeben.

Wo du deinen Glauben gelassen hast, da musst du ihn wiedersuchen.

Wo du hinkommst, wirst du den Wirt daheim finden.

Wo du hörst hohe Schwüre, steht Lüge vor der Türe.
(Dieses alte Sprichwort erinnert zweifellos an die Zusagen und Verträge von Putin und seinem Russland. 1933 haben Hitler und seine Nazis versprochen, die Gesetze der Weimarer Republik zu beachten und zu schützen. Sie änderten alles nach ihren wünschen und verursachten den 2. Weltkrieg mit über 60 Millionen Toten. Putins russischem Angriffskrieg gegen die Ukraine ab Februar 2022 sind bis Ende 2023 schon über 300.000 zum Opfer gefallen und täglich werden es mehr. Ebenso verkünden alternative deutsche Parteien,die Gesetze Deutschland zu beachten, trotzdem planen einige ihrer Mitglieder schon 2023 unter dem Unwort „Remigration“die Vertreibung viele Deutscher mit nichtdeutschen Vorfahren aus Deutschland.)

Wo du nicht bist, Herr Organist, da schweigen alle Flöten.


Wo du nicht hingelegt hast, da nimm nicht auf.

Wo Dünkel über den Augen liegt, da kann kein Licht hinein.

Wo Edelleute sind, da sind auch Hasen.


Wo Eigensinn bei Dummheit ficht, wird durch Vernunft nichts ausgericht't.

Wo ein Anfang ist, muss auch ein Ende sein.


Wo ein Backhaus steht, kann kein Brauhaus stehen.
Wo ein Brauhaus steht, kann kein Backhaus stehen.

Wo eine Frau, macht's den Mann grau.
(Das bedeutet, der Mann bekommt graue Haare. 1837 erklärte Wilhelm Körte in seinem Sprichwörterbuch dazu: „Man muss eine kleine Frau nehmen, weil man unter mehreren Übeln das kleinste wählen soll.“ Es verwundert nur, das die meisten Männer trotzdem eine Frau wollen. Wahrscheinlich stammt das Sprichwort von dem einen, der „die böse Frau“ tatsächlich abbekommen hat, von dem das anderes Sprichwort handelt: Es gibt nur ein böses Weib, aber ein jeder meint, er hätt' es.)

Wo eine Kloppe (Begine, Beguine) im Haus ist, sitzt der Teufel im Schornstein.
(Beginen, Beguine, Begutten (weibliche) oder Begarden (männliche) = Angehörige einer christlichen Gemeinschaft ab dem 12. Jahrhundert, die keine Ordensgelübde ablegten und nicht im Kloster, sondern ein religiöses, eheloses Leben in Gemeinschaft in Beginenhöfen oder -häusern lebten.)

Wo eine Null steht, hätte eine Neun auch Platz.

Wo einer hinaus will, da ist er vor gewesen.

Wo einer hin will, da tut ihm das Glück die Tür auf.
Wo jemand hin will, da tut ihm das Glück die Tür auf.

Wo einer sein Gut findet, da spricht er es an.

Wo einer weise ist, sind zweie glücklich.


Wo eine Volle ist, kann man schon hausen.

Wo ein Gespenst ist, ist der Teufel nicht weit.


Wo ein großes Schiff fortkommt, da kann auch ein Boot gehen.

Wo ein Hesse in ein fremd Haus kommt, so zittern die Nägel an den Wänden.

Wo Einigkeit ihre Wohnung hat, da glücklich geht all Ding von statt.

Wo Einigkeit ist, wohnt Gott.
Wo Einigkeit wohnt, da wohnt Gott.

Wo ein Kerl fällt, da kann ein Kerl aufstehen.

Wo ein Kirchturm ist, da steckt unser Herrgott seinen Finger aus der Erde.

Wo ein Mann gewinnen will, da soll er auch verlieren.
(Altes Rechtssprichwort, das ein Kläger sich jederzeit bei einer Gegenklage in derselben Sache vor demselben Gericht stellen muss und dabei verlieren kann. Das Urteil muss er anerkennen, auch wenn das Gericht eigentlich nicht für ihn zuständig sein sollte.)

Wo ein Ort auf der Hölle steht, tritt man dem Teufel leicht auf den Kopf.

Wo ein Schaf vorgeht, folgen die anderen nach.

Wo ein Schatz liegt, da liegt auch eine Schlange.
(Nach altem Volksglauben bewacht ein Drache (die Schlange) einen Schatz.)

Wo ein Schild aushängt, da ist Einkehr.


Wo ein schöner Fleck ist, da schmeißt der Teufel ein Kloster hin oder einen Edelmann.

Wo ein Verstand ist, der birgt sich nicht, er bricht heraus.

Wo ein Vieh hingeht, da geht auch das andere hin.

Wo ein Westfale verdirbt und eine Weide vergeht, da muss es dürre sein.
Wo ein Westfale verdirbt und ’ne Weide versohrt, da muss sein ein gar schrager Ort.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
(Dieses Sprichwort bedeutet, dass man alles erreichen kann, wenn man hart und entschlossen genug daran arbeitet. Es ist die Übersetzung eines englischen Sprichworts, das in Deutschland eingebürgert wurde. Englische Versionen des Sprichworts sind seit fast 500 Jahren belegt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es mit dem Hinweis „englisches Sprichwort“ auf Deutsch zitiert. Im 20. Jahrhundert fehlte dann der Hinweis und es wurde zum deutschen Sprichwort, mit Migrationshintergrund, der heute den meisten unbekannt ist. Ausführliche Erklärung mit Belegstellen dazu bei der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.Dasselbe Sprichwort gibt es folglich im englischen (where there is a will, there is a way) und ähnliche in anderen Ländern: Afghanisch: Es ist ein Weg an die Spitze des höchsten Berges, in Nepal: Ein essender Mund wird vom Schnurrbart nicht aufgehalten.)


Wo er hinkommt, da ist's gut gewesen oder will schlimm werden.

Wo es eben geht, ist gut Fuhrmann sein.

Wo es einem wehe tut, dahin greift man sich oft.
Wo es schmerzt, da greift man hin.
Wo der Schmerz ist, da greift man hin.
Wo der Schmerz ist, ist auch die Hand.


Wo es genau ist, da muss man's genau nehmen.
Wo man genau ist, muss man's genau nehmen.
Wo man's genau nimmt, muss man's genau nehmen.

Wo es immer tröpfelt, wird es nimmer trocken.


Wo es kahl ist, kann man nichts ausraufen.

Wo es mich juckt, da darf ich nicht krauen.

Wo es mir wohlgeht, da ist mein Vaterland.

Wo es nicht juckt, kratzen nicht.
(Wander erweitert das Bayrische Sprichwort, das Thomas Mayer 1812 im 2. Band seiner „Baierschen Sprichwört“ veröffentlichte in seinem „Deutschen Sprichwörter Lexikon“ zu „Wo es nicht juckt, soll man nicht kratzen.“)


Wo es nicht stinken darf, muss man nicht f–.


Wo es raucht, da darf wohl bald ein Feuer folgen.
(Ein über 500 Jahre altes Sprichwort, auch heute noch aktuell. Aus etliche AFD-Landesverbänden kommt schon jetzt (2023) starker brauner Rauch. Wenn jetzt nicht gelöscht wird, folgt bald das Feuer, das die Demokratie wie 1933 verbrennen kann.)

Wo etwas Guts blüht, da setzt der Teufel einen Wurm darein, der es nagt.

Wo Eulen und Kauze einander Gute Nacht sagen.

Wo Falschheit ist gemein, da bricht die Treue leicht ein Bein.


Wo fasten ist und Beten, da bleibt keine Metzim Haus.

(* Metze = Bezeichnung aus dem Spätmittelalter für Prostituierte. Ursprünglich ein Mädchen von geringem Stand Andere Bedeutung kann auch eine Koseform vom Vornamen Mechthild, Mathilde sein.)


Wo Freude ist, da ist Gesundheit und Leben.

Wo Freunde, da Reichtum.

Wo Frömmigkeit blüht, da setzt der Teufel ein Wurm darein, der sie nagt.

Wo Frösche sind, da sind auch Störche.

Wo Furcht, da (ist) Ehre.
Wo Furcht, da Scham; wo Scham, da Ehre.

Wo Gänse sind, da ist Geschnatter, und wo Frauen, da sind viel Mären.

Wo gehobelt wird, (da) fallen Späne.
Wo Holz gehauen wird, da fallen Späne.
Wo man Holz haut, da fallen Späne.
Wo man zimmert, da fallen Späne.
(Es fallen noch in manch anderen Sprichwörtern Späne, oder auch nicht, wenn derjenige gerade Pause macht oder zu faul ist.)
Wo geläutet wird, sind Glocken.

Wo Geld ist, da ist der Teufel, wo keins ist, da ist er zweimal.
Wo Geld ist, da ist der Teufel, wo keins ist, da sind neunundneunzig.
Wo viel Geld ist, da wohnt der Teufel, wo aber keins ist, da sind zween.

Wo Geld ist, da kommt Geld ein (hin).

Wo Geld kehrt und wend't, hat die Freundschaft bald ein End'.

Wo Geld redet, da gilt alle Rede nicht.

Wo Geld und Gut, da ist kein Mut.

Wo Geld vorangeht, da stehen alle Wege offen.


Wo geschellt wird, sind Glocken.

Wo Gewalt geht vor Recht, bin ich lieber Herr denn Knecht.

Wo Gewalt Herr ist, da ist Gerechtigkeit Knecht.


Wo Gewalt ist, da muss Recht das Maul halten.
Wo Gewalt ist, da muss recht sein Mund halten.

Wo Gewalt kommt, da muss die Vernunft weichen.

Wo Gewalt Recht hat, hat das Recht keine Gewalt.

Wo Gewalt Richter ist, da ist bös rechten.

Wo Glück aufgeht, da geht Demut unter.
Wenn Glück aufgeht, so geht Demut unter.

Wo Glücksfall ist, ist noch mehr Zufall.

Wo Gold redet, da gilt all andre Rede nicht.

Wo Gold vorregnet, da regnet es Laster nach.


Wo Gott den Knopf nicht macht, da hält kein Bund.

Wo Gott eine Kapelle hat, baut der Teufel eine Kirche daneben.
Wo Gott eine Kirche baut, stellt der Teufel eine Kapelle daneben.
Wo Gott seine Kirche hat, da hat der Teufel seine Kapelle.
Wo unser Herrgott eine Kirche hinbauet, da bauet der Teufel auch ein Wirtshaus (Kapelle) daneben.
Wo unser Herr eine Kirche hat, da hat der Teufel eine Kapelle.

Wo Gott fünf segnet, da segnet er auch sechs.

Wo Gott geit (gibt), schad't kein Neid.

Wo Gott hilft, geht alles leicht zu.

Wo Gott nicht gibt, hilft keine Arbeit.

Wo Gott nicht zu Rat hält, da bleibt nichts, wenn's gleich in tausend Schlössern bewahrt wäre.

Wo Gott vorangeht, da mag ihm kein Riegel im Wege stehen.

Wo Gott zerstört und bricht, hilft alles Bauen nicht.

Wo große Tugenden sind, da sind auch große Gebrechen.

Wo guter Rat, da ist das Glück mit Tat.

Wo haben wir miteinander die Säue gehütet?
Wo haben wir zusammen die Schweine gehütet?

Wo Haut und Haar bös ist, gibt's keinen guten Pelz.
Wo Haut und Haar nicht gut sind, da gibt es keinen schönen Pelz.

Woher haben die Heiden die Hemden?

Wo Herren sind, da sind Decklaken.

Wo Hessen und Holländer verderben, wer könnte da sein Brot erwerben?

Wohin der Dieb mit dem Strang, dahin gehört der Hirsch mit dem Fang.

Wohin man pfarrt, da wird man verscharrt.
Wo man hin pfarrt, wird man verscharrt.

Wohl altem guten Wesen, wo es bleibt im Land.


Wohl angefangen ist gut, wohl enden ist besser.
Wohl angefangen ist nicht genug, sondern wohl ausmachen.

Wohl angefangen ist halb getan.
Wer wohl angefangen hat, der hat halbe Arbeit schon verbracht.
Wohl angefangen ist halb gewonnen.
Wohl begonnen ist halb gewonnen.

Wohl aufgehoben ist leicht gefunden.


Wohl bedacht gerät oft übel.


Wohl dem, der das Seine wohl bewehrt.


Wohl denn, der der Welt Freud klein achtet.


Wohl dem, der die Zeit wohl gebrauchen kann.


Wohl dem, der einen guten Namen hat.

Wohl dem, der fern ist von der Welt Händel*14 und List.


Wohl dem, der Friede haben mag.


Wohl dem, der kein bös Gewissen hat.


Wohl dem, der mit Ehren mag alt sein.


Wohl dem, der sich an seinem Stand genügen lässt.

(Früher waren die Herrschenden der Meinung, die Ordnung von Arm und Reich, Königen und Untertanen sei Gottgewollt und keiner hätte das Recht, sich verbessern zu wollen. Ein einfacher Mensch, Bauer oder Handwerker muss sich mit seiner gesellschaftlichen Stellung abfinden, da Gott es so gewollt hätte.)


Wohl dem, der sich lässt eines andern Strafe eine Mahnung sein.


Wohl dem, der sich mit Ehren am eigenen Herd mag nähren.

Wohl dem, der sich mit Glimpf*12 aufhalten oder auseisen kann.


Wohl dem, der sich mit Gott und Ehren ohne großer Herrn Dienst kann nähren.


Wohl dem, der treue Warnung annimmt.

Wohl dem Mann, der treue Warnung nimmt.


Wohl dem, der unschuldig leidet.


Wohl dem der viel Freunde hat, wehe dem, des Trost auf Freunden staht.


Wohl dem, der zu geben hat.


Wohl dem Haus, das einen guten Hausvater hat.


Wohl dem Mann und seinem Leib, dem wird zuteil ein treues Weib.


Wohlerhalten verliegt sich nicht.

Wohlerzogen hat nie gelogen.
Wohl erzogen hat selten gelogen.


Wohlfahrt macht Hoffart.


Wohlfeil Brot soll man zur Not in großen Ehren aufheben.

Wohlfeil Brot vergiftet die Wucherer.

Wohlfeiler ist erkaufen, als erbitten.

Wohlfeil kostet viel Geld.

Wohlfeil kramen, nichts verschenken.

Wohl gebetet ist halb studiert.

Wohl geklopft (gehämmert) und übel gemacht ist eine halbe Meisterschaft.

Wohl gelebt, wohl gestorben.

Wohlgeratene Kinder, des Alters Stab.

Wohl gesäckelt, wohl gehalten.

Wohlgeschmack bringt Bettelsack.

Wohl gestorben ist nicht verdorben.

Wohlgetan ist viel getan.

Wohlgetan überlebt den Tod.

Wohl mancher söffe das ganze Meer, wenn nur kein Wenn und Aber wär.

Wohl oder besser tun ist niemand verboten.

Wohl reden und übel tun ist gemeiniglich beisammen.

Wohl regieren liegt nicht an Büchern noch Vernunft, sondern an Leuten, die Gott dazu auf Erden schickt.
(Wenn das stimmen sollte, braucht man sich über nichts zu wundern, denn seit 2020 Jahren hat Gott niemanden mehr auf die Erde geschickt. Wahrscheinlich hat er seine Gründe dafür.)

Wohlschmack bringt Bettelsack.

Wohl schweigen ist eine größere Kunst, als wohl reden.

Wohl Singen bringt Freud und Gunst.

Wohl sterben ist nicht verderben, sondern das ewige Leben erben.

Wohl Studieren tut aus Armut führen.
(Eine einfache Tatsache, die schon vor Jahrhunderten bekannt war, wie dies Sprichwort zeigt. Leider wird das con vielen Verantwortlichen immer wieder vergessen, wie sich bis heute zeigt. Warum wird sonst immer an den falschen Stellen gespart?)

Wohltat annehmen ist Freiheit verkaufen.


Wohltat, die bei Zeit Geschicht, dieselbe ist doppelt ausgericht.

Wohltaten schreibt man nicht in den Kalender.

Wohltat ist gar bald vergessen, Übeltat hart zugemessen.

Wohltat lebt und bleibt nach dem Tod.

Wohltat raubt Freiheit.

Wohltat, übel angewandt, wird Übeltat gar wohl genannt.

Wohltun ist bald tun.

Wohltun macht Freundschaft.

Wohltun soll heimlich geschehen.

Wohltun trägt Zinsen.


Wohltun und übel hören ist königlich.
Wohltun und übel Nachrede hören, ist fürstlich.

Wohl und übel, untereinander, wie es kommt.

Wohl vorgehen macht wohl folgen.

Wohlwähnendem und Wohlmeinendem ist wohler, als Wohlwissendem.

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