
Schweine sind Allesfresser; sie fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung. Schwein als deutscher Name stammt vom mittelhochdeutschen swin und bezeichnete ursprünglich nur Jungtiere. Das weibliche Schwein heißt Sau vom althochdeutschen sü. Das männliche Schwein ist der Eber und Jungtiere nennt man Ferkel. Die heutigen Schweinerassen entstanden erst in den letzten Zweihundert Jahren. Bis dahin sorgte die praktizierte Eichelmast in Wäldern für öftere Kreuzungen von Hausschweinen mit Wildschweinen.
Quelle: | https://de.wikipedia.org/wiki/Hausschwein |
Schweine in deutschen Sprichwörtern sind weit verbreitet. Säue in deutschen Sprichwörtern noch weiter, da sie zur Fleisch- und Wurstproduktion gehalten werden.
Mit einer Hand krauet man das Schwein, mit der andern sticht man die Gurgel ab.
(Bei Christoph Lehmann steht dieses Sprichwort im Kapitel Betrug und Wander bemerkt dazu: „Bild der falschen Freunde.“ Mir drängt sich dabei das Bild des jetzigen amerikanischen Präsidenten Trump in seinem Friedensplan für die Ukraine auf: Auf der einen Seite verspricht er der Ukraine Frieden mit Russland und meint, die Russen würden dafür nicht die ganze Ukraine erobern wollen, auf der anderen Seite will er sich mit Putins Russland die Rohstoffe und Bodenschätze teilen und verspricht Putin, die Ukraine wird nicht mehr unterstützt. Die Ukraine soll damit nicht nur von Russland vernichtet werden, Amerika will den Rest selbst ausplündern. Den Ukrainern bleibt nichts als leere Versprechungen ohne Garantien für die weitere Existenz.)
Des Hundes bellen jagt die Sau aus dem Walde.
Die Sache steht auf Saufedern.
(Das bedeutet, um die Sache ist es schlecht bestellt.)
Eine Sau hält sich gern zum Kot.
Eine Sau ist am liebsten im Dreck.
Eine Sau, wenn sie einen Dreck find't, so frisst sie ihn oder wühlt drin, oder wälzt darin.
(Christoph Lehmann erklärt die Sprichwort 1630 mit: „also der Verleumder.“)
Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem gülden Haarbande.
Ohne Zucht ist eine Frau wie eine geschmückte Sau.
Er fällt wie eine Sau ins Credo.
Er hört gern mit der Sauglocke läuten.
Er ist mit einer Sau durch die Schule gelaufen.
(Das bedeutet, mit seinem Wissen ist es nicht weit her. Heute im Zeitalter von Computer und KI könnte Man sagen, für ihn (oder sie) ist die KI durch die Schule gelaufen.)
Er ist bei den Säuen oder Eseln in die Schule gegangen.
Er läuft zu(m) Tisch wie eine Sau zum Trog.
(Das bedeutet, man geht ungewaschen, unrein und ohne Manieren oder ohne Tischgebet zum Essen und frisst ungehobelt und maßlos in sich hinein, anstatt wie richtige Menschen mit ordentlichem Benehmen zu essen.)
Er sieht aus, wie 'ne Sau, die Molken säuft.
Es ist der Sau leicht gut genug.
Es ist eine böse Sau, die ihre (eigenen) Ferkel frisst.
Es ist eine Sau voll; sind sie alle voll, so fahren wir, sprach der Kutscher.
Es ist (ein) Narrenwerk, wenn der Esel will auf der Harfe spielen und die Sau will spinnen.
Es ist nicht not, dass man die Sau schere, weil man sie brühen und sengen kann.
Es ist nicht not, dass man die Sau schiert, man sengt sie wohl.
Es ist nicht Not, dass man die Sau beschere, man kann sie wohl sengen, auch nicht Not, dass man die Schafe besenge, man kann sie wohl bescheren.
Es stirbt keine Sau ob einem unsaubern Troge.
Hast du einen Sautrog umgestoßen, so richt ihn nicht wieder auf.
(Das bedeutet, wenn man Albernheiten anstellt, soll man die nicht mit Dummheiten wieder gutmachen wollen.)
Hunger macht Saubohnen zuckersüß.
In eine Sau gehört nichts anders denn Treber.
In solche Säue gehören solche Treber.
Jede Sau hat ihren Martinstag.
Je schlimmer die Sau, desto besser die Eicheln.
Kratz die Sau, dass sie sich legt und stich ihr die Gurgel ab.
Kraue die Sau, bis sie liegt, dann gib ihr den Stich.
(Das obere Sprichwort steht so 1630 bei Lehmann auf Seite 382 unter Nr. 11. Eiselein macht 1840 daraus die untere Version, die 1846 von Simrock und 1870 von Wander ungeprüft abgeschrieben wird.)
Man achtet nicht, was die Sau auch schreit.
Mancher ist der Sauen Speis gewohnt und gilt ihm gleich, ob man's süß oder sauer anrichtet.
Man macht oft die Sau feister, als sie ist.
Man muss dem Hund ein Bengel anhenken, der Kuh die Hörner abschneiden, der Sau ein Knebel ins Maul geben.
(Bengel = derber Stock, Knüppel, Prügel, derbes Holzstück; bengeln = prügeln. In früheren Zeiten hatten Bauern kein Jagdrecht. Damit deren frei laufende Hunde nicht widerrechtlich dem Wild hinterher jagte, mussten ihnen Knüppel um den Hals vor die Vorderbeine gehängt werden, welche die Hunde am schnellen Laufen und Jagen hinderten.)
Man muss die Wurst nach der Speckseite werfen.
Die Wurst nach dem Sausack werfen.
Man muss der Sau keine Perlen anhängen.
Man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen.
Perlen soll man nicht vor die Säue werfen.
Perlen vor die Säue werfen.
Wer Perlen vor die Säue schüttet, dem sind die Sinne wohl zerrüttet.
(Man soll Edles und Wertvolles nicht denen geben, die es nicht verdienen oder zu würdigen wissen.
Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 7, 6: „Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, auf dass sie dieselben nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen.“)
Man verklagt keine Sau, die einen besudelt (beschmutzt).
Pfaffen im Rat, Säue im Bad und Hunde in der Kirchen oder Küchen sind nie nütz gewesen.
Pfaffen im Rat, Säue im Bad und Hund in der Küche haben nie was getaugt (niemalengut tat).
Pfaffen im Rat, Säue im Bad, Hund in der Küche gelten minder als eine Bohne.
Reich wie ein Sautreiber an Martini.
(Die Sautreiber kamen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts mit großen Herden junger Schweine im Frühjahr in die Dörfer und boten sie zum Verkauf an. Die Preise wurden ausgehandelt und die Schweine ohne Bezahlung dagelassen. Zu Martini am 11. November kamen die Sautreiber, um den ausgemachten Preis zu kassieren. Da so der ganze Jahresverdienst an einem Tag anfiel, kamen meist bedeutende Summen zusammen, so das die Sautreiben an Martini oft die reichsten Leute (mit dem größten Bargeldbesitz) waren.)
Sattel (Sattle) eine Sau, es wird kein Zelter daraus.
Wenn man die Sau sattelt, wird deshalb kein Zelter draus.
(Zelter ist ein leichtes Reitpferd oder Maultier, das den Zeltgang (die Gangarten Pass und Tölt als einseitigem Schritt) beherrscht. Es ist eine besonders ruhige Gangart, die für den Reiter besonders bequem und ruhig ist. Seit dem wurden Zelter gerne als Reisepferde genommen, ebenso für Damen- oder Seitsättel für höher gestellte Frauen.
Das obere Sprichwort steht bei Simrock (1846) und Eiselein (1840). In der Sammlung von Wilhelm Körte (1837 und 1861) steht das untere. Im Deutschen Sprichwörterlexikon, Band 4 von 1876 verändert K. F. W. Wander es ohne Quellenangabe in „Man sattle eine Sau, es wird kein Zelter draus.“ Es bedeutet immer dasselbe: Egal wie man sich oder etwas herausputzt, anzieht oder verkleidet, man oder es bleibt, was man oder es ist, die Dinge ändern sich auch mit anderem Aussehen nicht.)
Säue fressen die Eicheln und sehen nimmer auf, nach dem Baum, da sie herunter fallen.
Säue gehören in Kot, da ist ihnen wohl.
Säu(e) sind Säu(e) und bleiben Säu(e).
Säue wühlen nur den Kot auf und sehen die Rosen nicht im Garten.
Sieh dich wohl vor, du greifst die wilde Sau am Ohr.
Sind auch Kleien da? fragte die Sau an der Tafel des Löwen.
Soll die Sau Speck und Würste geben, so muss man sie stechen und brühen.
Ungebettet essen ist Säue und Esel essen.
Was die Sau verschuldet, das muss das Ferkelein büßen.
Was die Sau wühlt, des entgelten die Ferklein.
Was kein Bildstock*3werden will, das wird ein Sautrog.
Was nicht will werden ein Bildstock*3, das werde ein Sautrog.
Was soll einem Esel ein Psalter; was sollen einer Sau Muskaten.
Wen ein Esel oder Sau mit Kot bespritzt, der solls trocken ausreiben und nicht riechen, sonst ist einer so witzig als der andre.
Wen es gelüst, der greift einer Sau um eine Handvoll feist in Hintern.
Wen es gelüstet, der greift einer Sau des Fettes wegen in Ars. . .
(Dieses Sprichwort steht 1630 bei Christoph Lehmann unter der Überschrift: „Ob ein Junger Man ein alt Weib wegen Geld und Guts soll nehmen.“)
Wenn die Sau geschlachtet ist, so geniest man sie am besten.
Wenn die Sau mit einem Fuß vorüber kommt, so folgt sie bald mit dem Rüssel hernach.
Wenn eine Mutter zwei Kinder hat, so ist eine Sau dabei.
Wenn eine reiche Sau kirret, so laufen die andern alle zu.
(kirret, kirren = locken, anlocken; kirre machen - verwirren.)
Wenn einer sauber ist, so ist nicht viel daran gelegen, wenn einem der Mantel von einer Sau besudelt wird, man reibt's wieder aus.
Wenn einer über einen andern einen Stank macht, so richtet er den Säuen ein Bankett an, dass sie all zum Schleck kommen.
Wenn man der Sau gleich ein gülden Stück anzöge, legt sie sich doch damit in den Dreck.
Wenn man eine Sau auch in Gold kleidet (kleidete), sie (so) legt sich dennoch (doch) in den Kot.
Und wenn man einer Sau ein gülden Stück anzöge, so legt sie sich doch damit in Dreck.
(Das bedeutet, der schlechte und unreine Mensch handelt auch in Festtagskleidern schlecht und unmoralisch. Ursprung des Sprichworts ist die Bibel: Der 2. Brief des Petrus, 2, 22)
Wenn man die Sau kitzelt, (so) legt sie sich in den Dreck.
Wenn man die Sau streichelt, so legt sie sich gar im Dreck.
Wenn zwei Trunkenbolde des überschütten Magens Wust zusammenkotzen, wer hat Lust davon als die Säue?
Wer einmal will gut leben, der nehme ein gebraten Huhn oder ein hübsches Maidlein; wer zweimal, der nehme eine Gans, am Abend hat er noch Kräglemägle; wer eine Woche, der stech' eine Sau, so hat er Schinken und Würste zu essen; wer einen Monat, der schlacht' einen Ochsen; wer ein Jahr, der nehm' ein Weib – wenn es so lange noch vorhält –; wer aber allzeit gut leben will, der werd' ein Pfaff.
Wer sich mischt unter die Kleie, den fressen die Säue.
Wer sich unter die Grüsch mischt, den fressen die Säue.
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue.
(Grüsch = Krüsch = Kleie = Treber.)
Wie die Sau durch einen Rübenacker gehen.
Es geht, wie die Sau durch den Rübenacker.
Er plumpt im Brei am Tisch fein wacker, gleich wie eine Sau im Rübenacker.
Fürwitzige Leser laufen über die Bücher hin, wie die Sau durch einen Rübenacker.
Mancher wühlt in einer Sach, wie eine Sau im Rübenacker.
Sie wühlen in Sachen wie die Sau im Rübenacker.
(Mit Sie sind hier Disputierer gemeint. / plumpen, plumpt = mit dumpfem Geräusch niederfallen. / Wer ohne Sinn und Verstand wühlt, sucht oder darüber herfällt, in einer Sache von der er nichts versteht, der wühlt wie eine Sau im Rübenacker. In früheren Zeiten war dies ein gängiger Vergleich, der oft benutzt wurde. Die oberste Version ist von Sebastian Franck aus dem Jahr 1541 überliefert, die anderen finden sich in Sammlungen späterer Zeit.)
Wo haben wir miteinander die Säue gehütet?
Wo haben wir zusammen die Schweine gehütet?
Wo viel Säue sind, wird das Gespül dünn.
(Gespül war früher das aufgefangene und gesammelte Spülwasser, womit man vorher das gebrauchte schmutzige Geschirr abgespült hatte. Es enthielt alle Lebensmittelreste und pflanzliche Abfälle, die man später den Schweinen in den Trog schüttete. Umso mehr Schweine da waren, umso mehr wasser wurde dazu geschüttet, umso dünner wurde das Gespül, damit alle etwas abbekamen. Genauso wie man etwas Wasser in die Suppe gießen konnte, wenn unerwartet noch ein Gast mehr gekommen war.)