
Auf dieser Seite sind mehrere Hundert, die allermeisten ohne derbe oder diskriminierende Ausdrücke, deutsche Sprichwörter mit E, von Es sagt bis Exempel am Anfang und auf über 80 weiteren Seiten alle anderen von A bis Z, alte und neuere in heutiger Rechtschreibung vorhanden. Wenn hier noch besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.
Es sagen viel Leute nicht, was sie Böses tun wollen, sondern tun es.
Es sagt vom andern mancher Quad, der selbst nichts Gutes im Herzen hat.
(Quad, Quade: Ein plattdeutsches Wort, das früher, bevor sich die hochdeutsche Ausdrucksweise überall und für alle durchgesetzt hatte, noch oft gebraucht wurde. Die Bedeutung konnte je nach Zusammenhang etwas variieren, bedeutete aber immer etwas Schlechtes oder Böses: dat Quaad, auch: Quade: das Böse, die Niedertracht, die Plage, die Schlechtigkeit, das Schlimme, das (sittlich) Schlechte, das Übel. de Quaad, auch: Quade, Mehrzahl: de Quaden: der Böse, der Schlechte, Missetäter, der Teufel, der Dämon.)
Esse ich mit dir, so schweig ich.
Ess ich mit, so schweig ich.
(Bei Petri im Jahr 1605 lautete das Sprichwort wie die obere Version. Wilhelm Körte (1837) und Karl Simrock (1846) verkürzten es auf die untere Version. Die Erklärung dazu gibt Jakob Venedey in seinem Buch „Die Deutschen und Franzosen nach dem Geiste ihrer Sprachen und Sprichwörter“, Seite 164, aus dem Jahr 1842: „In Deutschland tut jeder Beamte schweigend alles, was er für seine Pflicht hält, mag er über die Regierung denken, wie er will.“)
Es sind auch wohl arme Leute zuweilen fröhlich.
Es sind auch wohl Feinde bei den Freunden.
(Ein 500 Jahre altes Sprichwort, das den amerikanischen Präsidenten Trump, ab 2025 im weißen Haus, treffend beschreibt. Warum stellt er sich an die Seite von Putin und verrät mit seiner Politik Europa und sein eigenes Amerika an Russland?)
Es sind böse Kinder, die viel klaffen.
(klaffen = schreien, reden, Geräusche machen, bei Hunden: kläffen = bellen. In anderem Zusammenhang auch andere Bedeutungen möglich.)
Es sind faule Mägde, die gern Kinder tragen.
(Damit sind die gemeint, die Kinder bekommen und aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht arbeiten können, oder wollen.)
Es sind fromme Kinder, die man mit dem Holz stillen kann.
(Hier sind mit frommen Kindern artige und wohlerzogene Kinder gemeint.)
Es sind keine Stunden an einen Stock*33 gebunden.
(Das bedeutet, man kann keine Stunde aufhalten, Zeit sparen oder irgendwie aufhalten, wen die Stunde vorüber ist, ist sie für immer vergangen.)
Es sind zwei alte Gecken, ein alter Buhler und ein alter Zänker.
Es sind zwei Teufel, die das Recht verderben; einer heißt Trug und List, der machts grob; der andre heißt Schein des Rechten, der will fromm sein und nicht unrecht getan haben.
Es sind zwei Tiere dem Menschen hold, ein Pferd und ein Hund.
Es sind zwei Tiere, die dem Menschen hold sind, ein Hund und ein Pferd.
Es soll kein Stein auf dem andern bleiben.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, im Evangelium nach Matthäus 24, 2 „Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem anderen bleiben, der nicht zerbrochen werde.“ Ebenso fast wortgleich: Markus 13, 2 und Lukas 21, 6)
Es soll sich ein Mensch befleißigen, fromm in seiner Jugend zu leben und im Alter seelig zu sterben.
Es taug nicht, es hab denn ein Wiedehopf eine Pfauenfeder.
Es taugt nichts unversucht.
Es tönt wie ein alter Kessel.
Es trägt manche ihr Heiratsgut unter den Augen.
Es trägt mancher so großes Leid im Sack, das er dafür das Schnupftuch kann drein stecken.
Es träumt einen Schuldigen bald vom Teufel.
Es träumt ihm vom Kuckuck.
Es trinken tausend eher den Tod, ehe einer stirbt Durstes Not.
Es trinken tausend ehe den Tod, denn einer stirbt von Durstes Not.
Es trinken tausend sich den Tod eh einer stirbt von Durstes Not.
Es saufen sich mehr zu Tode, denn Durstes sterben.
Es tröpfelt so lang, bis es regnet und eine Wasserflut wird.
Es tucht sich, wie man's spinnt (man's gesponnen).
Es tu mit Willen jedermann, was er am allerbesten kann.
Es tun nicht alle Schläge weh.
Es tut einem jeden die Ehre sanft.
Es tut ihm kein Zahn mehr weh.
(Das bedeutet, er ist verstorben. Da Zahnschmerzen viele Menschen früher, ohne richtige Zahnärzte, arg geplagt haben, wurde gerade der Zahn hervorgehoben. Wem die Zähne nicht mehr weh tun, der ist Tod. Heute könnte es auch bedeuten, man ist schon sehr alt und hat gar keine mehr.)
Es tut ihm nichts, er hat Briefe, dass man sein nicht spotten soll.
Es tut kein Wildtier größeren Schaden, denn eine falsche Zunge.
„Es tut nichts!“ hat manchen ins Grab gelegt.
(Das passiert, wenn man manche Sicherheitsvorschrift, die man nicht gleich versteht, ignoriert, Handy am Steuer oder zu schnelles Fahren oder zu viel Alkohol und vieles mehr.)
„Es tut nichts,“ hat viele an den Galgen gebracht.
Es tut niemand wehe, wenn sich einer stößt, als der den Stoß getan.
Es tut wehe, wenn einer mit seinem eignen Fett beträufelt wird.
Es übereilt sich oft ein Mann, der nicht mit sinnen handeln kann.
Es übergibt sich niemand leicht.
Es unterbleibt manch guter Kauf aus Mangel des Geldes.
Es bleibt mancher guter Kauf nach aus Mangel des Geldes.
Es verderben immer neun Späte, eh' ein Früher zugrunde geht.
Es verderben wohl neun Spät, eh ein Früh zugrunde geht.
Es verdirbt einem lieber ein Schuh, denn ein Fuß.
Es verdirbt keiner, er könne denn nicht rechnen.
Es verdirbt mancher gute Rat in eines Armen Munde.
Es verdirbt viel Weisheit in eines armen Mannes Tasche.
Es verdirbt viel Weisheit in eines Armen Säckel.
Es verdirbt viel Witz in eines armen Mannes Beutel.
In Armer Leute Mund verdirbt viel Weisheit.
Viel Klugheit verdirbt in eines armen Manns Beutel.
Viel Weisheit verdirbt unter eines armen Mannes Rock.
(Schon in früheren Zeiten gab es etliche Sprichwörter, die alle dasselbe meinten: Wer arm ist, kann noch so klug und weise sein, er wurde für dumm gehalten und nicht beachtet. Auch heute werden viele kluge Menschen nicht gehört, wenn sie keine hohen Posten oder viel Geld haben. Etliche falsche oder nicht nachvollziehbare politische und wirtschaftliche und weitreichende Entscheidungen scheinen diese Sprichwörter zu bestätigen. Es wird meist nur das getan, was kurzfristig den meisten Gewinn bringt, nicht das langfristig Sinnvollste.)
Es verdrießt einen Alten, wenn man ihn bei dem Bart will halten.
Es verliert mancher, dass er nie gehabt hat.
Es verliert mancher seinen Haber (Hafer), eh er zum Acker kommt.
Es versät mancher seinen Haber, eh er zum Acker kommt.
Es verliert niemand gern etwas.
Es versetzen die Leute wohl die Kleider, aber nicht die Zunge.
Es wachsen nicht alle Bäume grade.
Es wächst zum Fenster heraus.
(Ein Geheimnis kann nicht geheim bleiben.)
Es wagt keiner einen Heller*17 an einen Topf, er klopft erst an, ob er klingt.
Es währt mit unglückseligen Leuten die Länge nicht.
Es währt nicht ewig, dass zweie einen raufen.
Es währt nicht lang, dass arme Leute was haben.
Es währt von Elf bis Mittag.
Es währt von zwölf bis Mittag.
Es ward auf Erden nie so schlecht, es ging Gewalt stets vor Recht.
Es ward keine Ehe jemals vollbracht, sie war zuvor im Himmel gemacht.
Es ward nie ein guter Vormund gekoren.
Es wird nie ein treuer Vormund gefunden.
Es wird kein treuer Vormund gefunden.
(Früher war die gängige Meinung, ein Vormund ist nur auf die Bereicherung zulasten vom unter ihrer Verwaltung stehenden Hab und Gut der Pflegekinder aus. Ähnliche andere Sprichwörter aus der gleichen Zeit meinen ebenfalls, Vormünder sind treulos und falsch. Siehe dazu bei Pflegerlieb oder Pflegertreu.)
Es ward wohl schon eher eine üble Scheide gefunden, in der ein guter Degen steckte.
Es wäre gut Herrgotte nach ihm schnitzen.
Es wäre gut Teufel nach ihm malen.
Es war ein gut Ross, da wir's hatten.
Es wär' ein Schlump, dass man einen Hasen mit der Trommel finge.
(Schlump, nicht nur ein Teil des Bezirks Eimsbüttel in Hamburg und Name einer Straße und eines U-Bahnhofs. Früher war es die Bezeichnung für einen unsympathischen, unordentlichen Menschen, liederlich, nachlässig, einer der schlampig ist.)
Es wäre nicht gut, dass alle Weiber fromme Männer hätten, denn sonst würde viel Ehebruch geschehen.
Es wäre oft einer fromm, wenn man ihn sein ließe.
Es war gut Bier, aber der Zapfen ist ab.
Es war kein Berg so hoch, das Tal war so niedrig.
Es war nie ein Berg so hoch, das Tal war so nieder.
Es war noch kein Feierkleid, das nicht Alltagskleid geworden.
Es war noch nie ein schön Kleid, das nicht Alltagskleid geworden.
Es wart ein jeder seiner Chance.
Es wässert ihm der Mund darnach.
Es weht nicht allzeit derselbe Wind.
Es weht nicht immer ein Wind.
Es weiß es niemand als Kirchenmarktleut.
Es weiß es niemand als nur jedermann.
Es weiß niemand, als nur jedermann.
Es weiß niemand besser, wo der Schuh drückt, als der, der ihn trägt.
Niemand weiß besser, wo ihn der Schuh drückt, als der ihn am Fuße hat.
Der die Schuhe anhat, der weiß, wo sie ihn drücken.
Es weiß niemand davon als die jungen Kinder und die alten Leute.
Es weiß niemand, wie ihm sein Tod beschert ist.
Es werden auch oft arme Leute groß.
Es werden keine lustigeren Schauspiele gehalten als auf der Bare eines reichen Weibes oder verächtlichen Mannes.
Es werden noch viele Räder umgehen, eh' es geschieht.
Es will alles mausen, was von Katzen kommt.
Was von Katzen kommt, will mausen.
Es will alles scharren, was von Hennen kommt.
Es will ihm nicht ein, man muss den Nürnberger Trichter holen.
Es will keiner der Katze die Schellen anhängen.
Keiner will der Katze die Schelle anhängen.
Niemand will gerne der Katze die Schelle anhenken.
(Der Katze die Schelle anhängen ist eine gefährliche Sache, welche die Meisten sich zu tun weigern. Ursprung des Sprichwortes ist eine Fabel, in der die Mäuse beschließen, der Katze eine Schelle umzuhängen, damit sie durch deren Klang vor ihrem kommen gewarnt würden und flüchten könnten. Leider fand sich keine maus dazu bereit und so fressen auch heute noch die Katzen alle Mäuse, die sie kriegen können.)
Die Fabel:
https://hekaya.de/fabeln/wer-haengt-der-katze-die-schelle-an--fabel_europa_128.html
http://www.zeno.org/ . . /+Der+Katze+Schellen+anhängen
Es will nicht buttern!
Es will oft einer fischen, so krebset er.
Es will sich jedermann gern bei dem Feuer wärmen.
Es wird dir bekommen wie dem Hunde das Gras.
Es wird ihm bekommen, wie dem Hund das Grasfressen.
Es wird dir glücken wie den Schwaben bei Lücken.
(Das Sprichwort geht auf die Schlacht bei Lucka, einer Kleinstadt im thüringischen Landkreis Altenburger Land, am 31. Mai 1307 zurück. Das Heer des römisch-deutschen Königs Albrecht I., das zu großen Teilen aus Schwaben bestand, wurde vom wettinischen Heer unter Burggraf Friedrich von Nürnberg geschlagen. Das Sprichwort bedeutet, wenn etwas genauso wie den Schwaben bei Lucka glückt, wird es misslingen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Lucka)
Es wird dir im Garten wachsen.
Es wird dir zu Haus und Hof kommen.
Es wird doch Tag, ob schon der Hahn nicht krähet.
Es wird doch Tag, wenn auch der Hahn nicht kräht.
Es wird nach Nacht noch Tag, obgleich der Hahn nicht kräht.
Es wird Tag, wenn auch der Hahn nicht kräht.
Es wird Tag, ohne dass der Hahn krähet.
Es wird Tag, wenn auch der Hahn nicht krähet.
Es wird ihm keine Rosen tragen.
Das wird ihm keine Rosen tragen.
Es wollte jedermann gern sein unrein Wasser in eines andern Schuh schütten.
Es wollt jedermann gern sein unrein Wasser in andre Leute Schuh schütten.
Es zieht sich übel, wenn die Rosse am Wagen einander beißen.
(Zusatz 1605 in der Sammlung von Petri: „Es bedarf Mühe und Arbeit, wenn sie gleich gar einig sind.“)
Etliche Weine sind erst im alter gut, also auch die Menschen.
Etliche Weine werden erst im alter gut.