Kaiser bringt das Geleit mit sich.
Kaiserhaft gelebt, bettelhaft gestorben.
Kaiser Karls warmes Bad ist des einen Nutz, des andern Schad.
Kalbfleisch (ist) Halbfleisch.
(Leichtsinnige und unerfahrene junge Leute in Staatsämtern und Würden sind Kalbfleisch.)
Kalbfleisch hängt man nicht in den Rauch.
Kalbfleisch und Kuhfleisch kochen nicht zugleich.
Rindfleisch und Kalbfleisch sieden nicht zugleich.
Alt Kuhfleisch und Kalbfleisch sieden nimmer gleich.
(Dieses Sprichwort steht 1630 bei Christoph Lehmann unter der Überschrift: „Ob ein Junger Man ein alt Weib wegen Geld und Guts soll nehmen.“)
Kalk löscht man mit Wasser, sonst taugt er nicht, Wein soll man lassen, wie er ist.
Kalte Hände, warme Liebe.
Kalte Hand, warmes Herz.
Kalt Eisen brennt nicht.
Käm ein Armer ins Schlaraffenland, so wär er doch arm.
Käm's, ich nähm's.
Kandel und Andel bringen einen bösen Wandel.
(Kandel und Andel = Wein und Weiber. Das Sprichwort soll eine Warnung vor den bösen Folgen von zuviel Wein und Alkoholgenus und Ausschweifungen körperlicher Art sein. In der Sammlung von Karl Simrock steht unter Nr. 5395 durch einen Druckfehler falsch „warmer Mantel“)
Kann er nicht zimmern, so haut er doch Späne.
(Das bedeutet, er ist sehr ungeschickt und bringt nicht zustande, produziert nur Abfall.)
Kann ich nicht mehr, so will ich doch sauer dreinsehen.Kann ich nicht, was ich will, so will ich, was ich kann.(Mit dem Zusatz: was nicht zu ändern ist, das nehm' ich willig an.)Kann man den Feind nicht schlagen, so muss man ihn schrecken.
Kann man ohne Schaden einen Baum nicht ausrotten, so soll man ihn beschneiden und stümmeln, dass der Überfluss nicht zu stark wachse.
Kannst du das Geld brauchen, so bist du sein Herr, wo nicht sein Knecht.
Kannst du fliehen, versteh mit Ehren, so fliehe.Kannst du Karren schieben, kannst du Arbeit kriegen.
Kannst du nicht auf den Berg, so bleib doch nicht im Tal.Kannst du nicht im Vorderzug sein, so zieh im Tross nach.Kannst du nicht mit Wagen fahren, so fahre mit einem Karren.
Kannst du nicht auf einem Wagen fahren, so fahre auf einem Karren.Wer nicht kann mit einem Wagen fahren, der fahre mit einem Karren.Kannst du nicht Pfaff werden, so bleibe (werde) Küster.
Kannst du nicht werden Magister, so bleib ein Küster.Kannst du regnen, kann ich auf Holzschuhen gehen.Kannst du regnen, so kann ich auf Stelzen gehen.Kannst du's, so treib es; weißt du's, so üb es.
Kannst du was, dann bist du was. Bist du was, dann hast du was.
Kann unser Herrgott regnen, so können die Reichen auf Stelzen gehen.Kappen, Kleider und Kalk verdecken manchen Schalk.Kappen, Pfeffer und Kalk, verbergen manchen Schalk.Pfeffer, Kappe und Kalk verdecken manchen Schalk.
Karges Weib geht oft zur Kiste.Die karge Frau geht am meisten zur Kiste.Karges Weib geht selten zur Kiste.(Eigentlich widersprechen sich die beiden obigen Sprichwörter. Körte erklärt es so: „Selten, um etwas heraus zu nehmen; oft, um nachzusehen und sich daran zu weiden.“)Kart aus der Hand, willst du gewinnen.(Das bedeutet, wer spielt, wird auch verlieren. Nur, wer die Spielarten aus der Hand legt und nicht mehr spielt, kann am Ende gewinnen.)Kartenspiel ist des Teufels Brevier.Kartenspiel ist des Teufels Gebetbuch.Ein Spiel Karten ist des Teufels Gebetbuch.
Kassenschlüssel schließen alle Schlösser.Kastrat ist ein Kammerherr, dem man beide Knöpfe abgeschnitten und nur den Schlüssel gelassen hat.
Käs her, wir sind des Brots satt.Käs her, wir sind des Fleisches satt.Käs ist morgens Gold, mittags Silber, abends Blei.Kassenschlüssel schließen alle Schlösser.Kastanienbäume zeugen keine Pomeranzen.Käs und Brot, besser als der bittre Tod.
Käs und Brot macht Wangen rot.(Bei diesem Sprichwort macht Wilhelm Körte 1837 die Einschränkung: „wenn dabei tüchtig gearbeitet wird.“)Katz aus dem Haus, rührt sich die Maus.
Katze, die mausen will, wird nie miauen.Katzen, die am Speck lecken, muss man nicht zum Gebratenen lassen.Katzengebet dringt nicht in den Himmel (himmelt nicht).Katzen haben alle Klauen.Katzenkinder lernen wohl mausen.Katzenkinder mausen gern.Katzen sehen bei Tag und Nacht und sehen doch nicht allezeit eine Maus, die vorüber lauft.
Katzen sollen nicht mit Löwen kriegen.
Katzen, wie hoch sie fallen oder springen, so kommen sie auf die Beine.Kauf auf borg, und verkauf um bar Geld.Kauf bedarf hundert Augen, Verkauf hat an einem genug. Der Käufer hat nur eines, der Verkäufer aber hundert Augen vonnöten.Wer einkauft hat hundert Augen nötig, wer verkauft, nur eins.Kauf bricht Miete.Kaufe deines Nachbarn Rind und freie deines Nachbarn Kind.(Da weiß man schon vorher, was man bekommt.)Kaufen ist wohlfeiler denn bitten.Kauf erfordert Kaufmannsgut und Kaufmannsglauben.Kaufe, was du nicht brauchst, so wirst du bald verkaufen müssen, was du brauchst.Wer kauft, was er nicht braucht, muss verkaufen, was er braucht.Wer alles kauft, was er nicht braucht, muss bald verkaufen, was er braucht.Wer da kauft, was er nicht kann, der muss wieder verkaufen, was ihn gereut.
Kauf ichs teuer, so geb ichs danach.
Kauf in der Zeit, so hast du in der Not.Kaufleute, geschwinde Leute.Kaufmann, Glaubmann oder Laufmann.Kaufmannschaft leidet keine Freundschaft.Kaufmanns Gut ist Ebbe und Flut.Kauf mit Gottespfennig darf nicht widersprochen werden.
Kauft, weil der Markt vor der Tür ist.
Kauf, weil der Markt vor der Tür ist.
Kauf, weil der Markt vor der Tür ist, auf das dich nicht friere nach dem Sonnenschein.
Kauf und Backenstreich sind ungleich.Kecker Mut, der beste Harnisch.Kehr dich an nichts, ist auch ein Trost.Kehr erst vor deiner Tür; dann hilf dem Nachbarn.
Kein Ackersmann so gut, er ziehe wohl krumme Furchen.
Kein Aff', er schwört, er habe die schönsten Kinder.Kein Ämtchen so klein, es ist Henkens wert.Kein ärgerer Feind auf Erden seind, denn wenn man Freunde macht zum Feind.Kein Armer soll verachtet werden, denn Christus war auch arm auf Erden.
Kein Arzt ist besser denn (als) drei.
Kein Bericht, guter Bericht.
Kein Bescheid ist auch Bescheid.
Kein besser Ding auf Erden ist, denn haben Fried zu aller Frist.
Kein besser Kleid, denn Ehr und Frömmigkeit, je länger man's trägt, je besser es wird und je schöner es steht.
Kein besser Recht denn das Gegenrecht.
Kein Bettler erschrickt vor einem großen Stück.
Kein Bettler ist je hungers gestorben.
Kein Bettler schlägt ein Almosen aus, kein Hund eine Bratwurst, kein Krämer eine Lüge.Kein braver Mann fällt (einen) von hinten an.
Kein Brot ist zu hart, aber kein Brot ist hart.
Kein Brot ohne Krusten, kein Wein ohne Hefen, kein Baum ohne Rinde, keine Jugend ohne Fehler.Kein Ding ist so gering, es ist einer Bitte wert.Kein Dorf ist so klein, es hat jährlich seine Kirchweihe.Kein Dorf so klein, es hat jährlich seine Kirmes.Es ist kein Dörflein so klein: Es wird darin des Jahres einmal Kirchweih gehalten.
Es ist kein Dorf so klein, man hat des Jahrs einmal Kirchweih drinnen.
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Keine Bosheit und Untugend ist so falscher Gestalt, als der Neid, wer den erkennen will, muss scharfe Luxaugen haben.Keine Elster heckt eine Taube.(Das bedeutet, keine Elster oder anderer Raubvogel wird eine Taube ausbrüten oder großziehen, denn Tauben stehen auf deren Speisezettel. Das Gegenteil gilt aber auch, wie andere Sprichwörter sagen. Menschen sind nicht immer genauso klug.)Keine festere Mauer denn Einigkeit.
Keine Festung ist jemals so hart belagert, als ein Fürst von Heuchlern belagert ist.
Keine Frau mag ihrem Manne mehr verlieren als 18 Pfennige.Keine Freud ohne Leid. Es ist kein Freud ohne Leid.
(Nach der Bibel, Altes Testament, Die Sprüche Salomos 14, 13)
Keine Gewalt bleibt fest.
Keine größere Wunde, denn falscher Freund.
Keine Henne fliegt über die Mauer.
Kein Eheweib heißt Hure, außer ihr Mann beschuldigt sie.
Keine Hochzeit ohne Gesang, kein Begräbnis ohne Klang.
Keine Hut ist so gut, als die ein Weib sich selber tut.
Keine Krone hilft vor Kopfweh.
Keine Kunst, eine gute Sache zu gewinnen, sondern eine böse.Keine Lieb ohne Leid.Keine Lust ohne Last.Keine Lust ohne Unlust.Keine Maus erstickt unter einem Fuder Heu.Unter einem Fuder Heu erstickt keine Maus.Keinem gefällt die Gerechtigkeit in seinem Hause.Keinem gelüstet es, sein Haar zum Raufen herzugeben.Keinem ist sein Liebchen ungestalt.Keine Mönchskappe so heilig, der Teufel kann drein schlüpfen.Es ist keine Mönchskappe so heilig, der Teufel kann drein schlüpfen.Keinem Tauben soll man zwei Messen singen.Keine Mutter trägt einen Bastard.
Keiner, der nicht nach Adam schmecke und der Eva Unterröcke.
Keiner gibt gerne seine Kleider von sich, ehe er schlafen geht.Keiner hat es so gut, der andre hab' es so übel.
Keiner hat wohl je gefreit, der’s nicht manchmal schwer bereut.
Es hat noch keiner je gefreit, der's nicht manchmal schwer bereut.
Es hat noch niemand je gefreit, der's nicht manchmal schwer bereut.
(Die oberste Version steht original so in der Sammlung „Sprüchwörterbuch in sechs Sprachen“ von Georg von Gaal im Jahr 1830 unter Nr. 493. Wander nennt Gaal im Deutschen Sprichwörter Lexikon als Quelle, veränderte aber den Wortlaut 1867 zur mittleren Version (1. Band, Spalte 1148, Freien Nr. 15) . Horst und Aneliies Beyer belassen es nicht dabei und führen 1984 auf Seite 428 die untere Variation auf.)Keiner ist alle Stunde weise.Keiner ist blinder, als der selber nicht sehen will.Keiner ist so alt, der nicht noch ein Jahr leben will; keiner so jung, der nicht heut noch sterben kann.Keiner so alt, der nicht noch ein Jahr leben will, und keiner so jung, der nicht heute sterben kann.
Keiner ist so arm den die Ehre nicht erfreut.
Keiner ist so gut, er hat wohl zweierlei Mut.
Keiner ist so klug, dass er nicht ein wenig Narrheit übrig hätte.
Keiner ist zu klein, ein Meister zu sein.
Keiner kann aus seiner Haut heraus.
(Dieser Spruch wurde erstmalig im Deutschen Sprichwörter Lexikon 2. Band 1870 unter Haut Nr. 68 von Wander ohne jede Quellenangabe veröffentlicht. Eine Eigenschöpfung von Wander, da kein älterer Beleg auffindbar ist? Einige Jahre vorher erschien vergleichbar „Niemand kann aus seiner Haut heraus.“ Heute sind beide Versionen so verbreitet, das man sie als Sprichwort bezeichnen kann.)
Keiner kann nichts und keiner kann alles.
Keiner mag Herr sein, er sei denn zuvor Knecht gewesen.
Keiner nimmt ein Weib um Gottes willen: Jeder hat gern Fleisch mit guter Brühe.