
Wer sein Bescheid hat, der mag reiten, wann er will.
Wer sein Betrübnis verhehlt, der machts schwerer.
Wer sein Bett am Morgen macht, braucht den ganzen Tag nicht mehr dafür zu sorgen.
Wer sein Bett macht am Morgen, braucht am Tag nicht zu sorgen.
Wer sein Bett macht am Morgen, braucht den ganzen Tag nicht mehr zu sorgen.
(Ein Sprichwort in verschiedenen Ausführungen. Das obere steht so 1840 in der Sammlung von Braun (Nr. 2766). Simrock schrieb für die eigene Sammlung auch bei Braun ab und veränderte es etwas, damit sich ein Reim ergab. 1846 standen gleich beide unteren Versionen in Simrocks Sammlung (Nr. 1012 und 7090) der deutschen Sprichwörter.)
Wer sein Bett verkauft, muss auf Stroh liegen.
Wer sein Brot allein isst, muss auch sein Pferd allein satteln.
Wer sein Ding macht recht und schlecht, bleibt immerzu ein armer Knecht.
Wer seine Augen im Brillenfutter hat, der kann viel übersehen.
Wer seine Augen im Futteral trägt, kann viel übersehen.
Wer seine Besserung aufs Alter spart, der hat seine Sachen nicht wohl (gar schlecht) verwahrt.
Wer seine Ehre zum Pfande setzt, dem ist übel (schlimm zu) borgen.
Wer seine eigenen Sachen auswäscht, wird schwerlich anderer verschweigen.
Wer seine Feinde verachtet, der meint, er habe halb gewonnen.
(Wenn man nicht aufpasst, kann das Ende aber andersherum kommen.)
Wer seine Finger in alle Löcher steckt, der zieht sie oft übel heraus.
Wer seine Finger in alle Löcher steckt, dem werden sie wohl mal abgezwickt.
Wer seine Finger in alle Löcher steckt, zieht sie oft besch...n wieder heraus.
Wer seine Schulden bezahlt, gewinnt Zinsen, oder: verbessert sein Vermögen.
Wer seine Schulden bezahlt, verbessert seine Umstände.
Wer seine Seele dem Geld und Gut anhängt, der wird auch dahin fahren, wo dasselb hinkommt.
(Christoph Lehmann fügt 1630 hinzu: „der Teufel sagts zum Herrn Christo, das ist alles mein.“)
Wer seines Leibes schont, der schont eines guten Freundes.
Wer sein Haus baut auf den Sand, der wird ein törichter Mann genannt.
Wer sein Haus bauet mit Beschwerung der Armen, der lädt den Fluch auf sich.
Wer sein Haus gern verkaufen will, der putzt gemeiniglich den Giebel.
Wer sein kläffig Maul nicht hält, muss hören, was ihm nicht gefällt.
Wer nicht sein schwätziges Maul zuhält, muss hören oft, dass ihm missfällt.
Wer sein tun ans Gesinde lan (lässt), dem bleibt viel Gutes ungetan.
Wer sein Unglück bergen kann, der trägt's am leichtesten.
Wer sein Unglück zuvor wüsste, der könnt sich darnach richten ihm vorzubauen.
Wer sein Vaterland verteidigt, der ist lobenswert, ob er gleich dem Feinde keine Festung abgewinnt.
Wer selber fleucht, ist leicht zu jagen.
(fleucht = flieht.)
Wer selber nicht gelernt hat, der kann andre nicht lehren.
Wer selber nichts taugt, der sagt von andern auch nichts Gutes.
(Ein Jahrhunderte altes Sprichwort, das sich auch heute noch vielfach immer wieder bestätigt, selbst in Familien, unter vermeintlichen Freunden und allernächster Nachbarschaft.)
Wer sich gut bettet, der schläft auch gut.
Wer sich gut bettet, schläft gut.
Wer sich in der Schalkheit befleißigt, der kann leicht in der Büberei Meister werden.
Wer sich der Schalkheit fleißt, mag der Büberei Meister werden.
Wer sich lang an die Sonne setzt, der wir endlich schwarz.
(Ein über 500 Jahre altes Sprichwort, das sich heute immer mehr bewahrheitet. Seit 1980 hat sich die Diagnose schwarzer Hautkrebs vervierfacht. Durch den Klimawandel mit stärkerer und längerer Sonneneinstrahlung ist eine weitere Steigerung wahrscheinlich. Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Malignes_Melanom und www.krebshilfe.de/ . . /hautkrebs/)
Wer sich viel unterwind, muss viel tun.
(unterwinden = Sich eine Sach zueignen, sie im Besitz nehmen. Einer schweren Sache bewerkstelligen, etwas Wichtiges tun.)
Wer sich zum Unglück rüstet, ehe es kommt, der kanns am leichtesten tragen und überwinden.
Wer's nicht kann, dem ists Kunst genug.
(Mit Kunst ist in vielen alten Sprichwörtern wie hier das Können gemeint.)
Wer spannt sein Garn für jedermann, vor dem man sich leicht hüten kann.
(Mit Garn ist eine Falle gemeint.)
Wer stets mit seinem Weibe keift,
dazu nicht gerne daheimen bleibt,
und nimmt viel Gäste in sein Haus,
den beißt gar oft ein fremde Laus.
Wer stets schleicht, der kommt ferner denn der nicht allweg läuft.
Wer stets studiert, der lernt etwas.
Wer stets vorsätzlich lügt und andre ohne scheu betrügt, dass man ihm nicht mehr glaubt, der ist seiner Ehr beraubt.
Wer stiehlt und raubt, der führt die Braut, was gewinnt er aber für ein End?
Wer stille liegt, der ist tot.
Wer stirbt, eh' er stirbt, der stirbt nicht, wenn er stirbt.
Wer stolz ist, den kann Gott demütigen.
Wer stolz ist, ist auch grob.
Wer stößig ist, dem sagt man Bock.
Wer strauchelt und nicht fällt, befördert den Weg.
(Das bedeutet man verbessert seine Gangweise, um zukünftig nicht mehr zu stolpern.)
Wer streichen kann das fahle Pferd, der ist zu Hofe lieb und wert.
(fahl = grau, weißlich; scheckig von blasser Färbung, fast farblos. Dies alte Sprichwort ist heutzutage besonders bei amerikanischen und russischen Präsidenten und ihrem Hofstaat gültig! Wer selbst farblos ist ohne eigene Meinung und Trump und Putin schmeichelt und deren Meinung bestärkt, der ist bei ihnen besonders angesehen und lieb und wert.)
Wer's tut und ihn nicht verdrießt, es kommt die Zeit, dass ers genießt.
Wer subtil ist, dem entfallen die Hosen.
Wer sucht Arglist und böse Renke, des steckt sein Herz voll arger Schwenke.
Wer sucht, der findet.
Wer sucht, der findet, wer schläft, dem träumet.
(Sprichwort mit Quelle in der Bibel: Das Evangelium nach Matthäus 7, 7 Das Sprichwort gibt nur einen Teilaspek wieder. Text in der Bibel: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.“)
Wer sucht einen Fußsteig, wo die Straße gerade ist?
Wer sucht viel Reichtum groß und dick, fällt in Versuchung und viel Strick.
Wer Sünde zudeckt, der macht Freundschaft.
Wer Sünd und Laster sät, der erntet Schande.
Wer Sünd und Schand nicht mehr üben kann, der muss derselben müßig gahn.
Wer's Ungewisse will nach Hause führen, kann's Gewisse vom Wagen verlieren.
Wer's Unglück nicht versucht hat, ist des Glücks nicht wert.
Wer's Unkraut pflegt, verdirbt sich die Ernte.
Wer's Unrecht bereut, der scheut.
Wer süß will schlafen und früh aufstehen, darf abends nicht spät zum Essen gehen.
Wer's versucht hat, der fährt am besten.
Wer's wagen darf, der hat das Glück zum Gefährten.
Wer's wagt, dem sind Sorgen der erste Gewinn.
Wer's wissen soll, erfährt's zuletzt.
Wer's zu grob spinnt, der kanns nicht in die Nadel bringen.