
Geizhals oder Geizkragen ist eine tadelnde Bezeichnung für Menschen, die unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Lage das Hergeben von Gütern und Geld möglichst vermeidet, auch auf Kosten des eigenen Lebensstandards. Oft wird der Geiz mit der Zeit zur Habgier. Geiz ist auf der ganzen Welt verbreitet, und wird meist abgestritten. Wer Geizig ist, meint meist, er wäre nur sparsam. Ein großer Elektrohändler machte den Geiz scheinbar gesellschaftsfähig mit dem Werbespruch: „Geiz ist geil!“ Geiz ist alles andere, oft wird er krankhaft und zur Gier, nur geil ist er nicht.
Quellen: | https://de.wikipedia.org/wiki/Geiz_ist_geil |
Geiz und Geizhälse in Sprichwörtern aus aller Welt →
Dem Armen fehlt viel, dem Geizigen noch mehr.
Den Armen mangelt wenig, dem Geizigen alles.
Der Geizige hängt den Kopf nur zum Boden.
Der Geizige hilft gern mit dem Maul, aber nicht mit den Händen.
(Christoph Lehmann fügt 1630 noch an: „Er lädt gern Gäste in andre Leute Häuser, sein Sack kam nicht voll werden und sein Kiste ist reich, er ein armer Wolf.“)
Der Geizige nimmt sich arm.
Der Geiz sammelt sich arm, die Milde gibt sich reich.
Der Milde gibt sich reich, der Geizhals (geiz) nimmt sich arm.
Ein Geiziger hat nie genug.
Der Geizige hat nie genug.
(Die Version „Der Geizige“ ist in etlichen Bücher seit Anfang des 19. Jahrhunderts nachweisbar. 50 Jahre früher ist „Ein Geiziger“ schon Mitte des 18. Jahrhunderts zu finden.)
Es ist kein größerer Menschenfeind, denn ein Geiziger und Wucherer.
(Christoph Lehmann erklärt das Sprichwort 1630 mit: „Ursach, er reißt alles zu sich, dass man's von ihm, als von einem Gott muss betteln und empfangen. Er wollt, dass alle Not und Armut müssten leiden, wenn nur er allein hätt, dass er gleich als ein Gott über alle Menschen sein möchte.“)
Geiz ist eine Wurzel aller Bosheit.
Geiz ist eine Wurzel aller Sünde.
Wer geizt und sucht Lob bei der Gemein, der mag kein treuer Lehrer sein.
(bei der Gemein = bei der Allgemeinheit)
Willst du das Loben han, musst du das Geizen lahn.
(Worte aus der Mundart: han = haben, lahn = lassen.)
Karg, karger, kärger, kargste und kärgste bedeutet heute dünn, gering, jämmerlich, kläglich, ärmlich, spärlich, sparsam bis geizig. Das kann für Dinge, Mahlzeiten, Bezahlung und Lohn, für Landschaften und Böden, oder für Schweigsame, die sprichwörtlich wortkarg sind.
Informationen dazu im Internet: https://www.duden.de/rechtschreibung/karg
https://de.thefreedictionary.com/karger
https://fwb-online.de/lemma/karg.s.4adj
In deutschen Sprichwörtern ist mit Karger oft ein Geiziger gemeint, oder ärmere Menschen, die in kargen Umständen leben. Auch heutzutage sind immer mehr Menschen auf Sozialhilfe (Hartz IV, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, Bürgergeld oder anderes.) angewiesen und müssen deswegen immer öfter ihre kargen Lebensmittel durch öffentliche Tafeln aufstocken müssen.
Besser karg als arg.
Dem Kargen ist alle Freude schwer, man sing ihm denn, trag her, trag her.
Der Karge gibt mit Löffeln, nicht mit Scheffeln*30, gibts mit Fingern und nicht mit Handvoll.
Der Karge nicht darf sich essen satt, wenn es aus seinem Beutel gaht.
Des Kargen Geld ist sein Herr.
Die Milden nicht gar all verderben, die Kargen nicht all Schätze erwerben.
Einer teilt aus, und wird reicher, ein ander kargt und wird armer.
Eines kargen Reichen kam man nicht genießen, denn eins milden armen.
Ein Karger gibt seinen Schweinen gern, das tut er um der Würste willen.
Ein karger Hund vergisst der Freund.
Ein Karger ist lieber Gast als Wirt.
Ein Karger ist seinen Erben reich, sich selber arm.
Ein Karger ist seines Geldes Knecht.
Ein karger Reicher ist Salomons Esel.
Ein reicher Karger ist Salomons Esel.
Ein Reicher und Geiziger ist Salomons Esel.
Es geht nichts aus des Kargen Haus als Rauch.
Freigebig mit dem Maul, karg mit dem Beutel.
Geiz, Neid und Vorteil sind Geschwister Kinder und kommen von einem Vater her, der heißt ein Lauser und karger Filz.
Gut kommt nicht von Geuden, es kommt von kargen Leuten.
(geuden = altdeutsches Wort von dessen Bedeutungen Vergeudung geblieben ist, vergeuden, nutzlos vertun, verschwenden, ein Vermögen durchbringen.)
Je älter, je karger; je länger, je arger.
Je länger, je ärger, je älter, je kärger.
Je älter, je kälter; je kärger, je ärger.
(Die obere Version findet man schon 1605 in der Sammlung von Petri. Die mittlere vertauschte Version steht 25 Jahre später im Jahr 1630 bei Christoph Lehmann (Seite 11, Nr. 98). Von Lehmann schreiben 1824 Heuseler in Luther's Sprichwörter (Nr. 247) und 1846 Simrock (Nr. 260) ab. Bei Wilhelm Körte wurde 1837 daraus die untere Version (Nr. 3148), die Braun 1840 (Nr. 1635) von Körte abschrieb. Einzelne Teile in verschiedener Zusammenstellung tauchten bei anderen auf, so zum Beispiel 1810 bei Johann Michael Sailer auf Seite 193 „Je älter, je kärger.“)
Je reicher, je kärger.
Je reicher, je karger, je ärmer, je arger.
Je reicher, je kärger; so schnöder, so ärger.
Karges Weib geht oft zur Kiste.
Die karge Frau geht am meisten zur Kiste.
Karges Weib geht selten zur Kiste.
(Eigentlich widersprechen sich die beiden obigen Sprichwörter. Körte erklärt es so: „Selten, um etwas heraus zu nehmen; oft, um nachzusehen und sich daran zu weiden.“)
Mancher mit kargem Mut spart fremden Hab und Gut.
Reichtum kommt nicht von geuden, sondern von kargen Leuten.
(geuden = siehe weiter oben.)
Wer kärglich sät, der hat eine kärgliche Ernte.
Wer kein Geld hat, der muss wohl sparen und karg sein und sich des Weinhauses enthalten.
Wo man karg ist, da wachsen die Eier.
Zu Ehren soll man nichts kargen (sparen).