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Deutsche Sprichwörter Kategorie Armut

Deutsche Sprichwörter

Kategorie Männer


Die Armut steigt in Deutschland. 2015 wird weiter nur öffentlich auf Veranstaltungen diskutiert, in Hamburg am 2. Juni 2015 in der Apostelkirche. Wann wird endlich gehandelt? Auch 2016 bis 2021 und in Zukunft wahrscheinlich wieder nicht!!

Armut hat es schon immer gegeben. Schon immer waren Sprichwörter über die Armut im Umlauf. In der Sammlung „FLORILEGIUM POLITICUM - Politischer Blumengarten“ von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 werden auf sechs Seiten (von Seite 42 bis 47) Sprichworte mit Arm und Armut aufgelistet. Dieser Umfang zeigt das Ausmaß der Armut in seiner Zeit. Auch Später wurde der Zustand der Armen nicht besser. 1867 in der Sammlung von Karl Friedrich Wander hat sich die Zahl der Sprichwörter zu diesem Thema schon verzehnfacht: Unter dem Stichworten Arm (Adj.): 113, Der Arme: 322 und Armut: 329, die Fremdsprachigen und diejenigen unter anderen Stichworten nicht mitgerechnet.

Die Armut steigt in Deutschland. 2015 wird weiter nur öffentlich auf Veranstaltungen diskutiert, in Hamburg am 2. Juni 2015 in der Apostelkirche. Wann wird endlich gehandelt? Auch 2016 bis 2021 und in Zukunft wahrscheinlich wieder nicht!!

Armut hat es schon immer gegeben, ebenso wie Armut in deutschen Sprichwörtern. Schon immer waren Sprichwörter über die Armut im Umlauf. In der Sammlung „FLORILEGIUM POLITICUM - Politischer Blumengarten“ von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 werden auf sechs Seiten (von Seite 42 bis 47) Sprichworte mit Arm und Armut aufgelistet. Dieser Umfang zeigt das Ausmaß der Armut in seiner Zeit. Auch Später wurde der Zustand der Armen nicht besser. 1867 in der Sammlung von Karl Friedrich Wander hat sich die Zahl der Sprichwörter zu diesem Thema schon verzehnfacht: Unter dem Stichworten Arm (Adj.): 113, Der Arme: 322 und Armut: 329, die Fremdsprachigen und diejenigen unter anderen Stichworten nicht mitgerechnet.

Heute wird immer noch darüber geredet, nicht mit Sprichwörtern wie früher, sondern in öffentlichen Veranstaltungen und Diskussionen. Verbessert hat sich nichts, die Armut ist eher schlimmer geworden, dank der sozialen Gesetzgebung und Hartz IV? In Deutschland hat sich die Armutsquote von 2006 auf 2013 von 14,0% auf 15,5% der Bevölkerung erhöht (in Hamburg auf 16,9%). Das ist eine Steigerung um 10,7% auf 12,5 Millionen Menschen in Deutschland. Eine Zunahme der Armut trotz einer Wirtschaftsentwicklung und Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 2390 auf 2809 Mrd. Euro und Abnahme der Arbeitslosenzahlen! Besonders stark nahm im gleichen Zeitraum die Armut der 65-jährigen und älteren um 37,5 Prozent und die der Rentner und Pensionäre sogar um 47,5 Prozent zu. Die Riester und Rürup oder sonstigen Rentenverträge haben nichts zur Verbesserung beigetragen. Durch Provisionen und Gebühren ist es vorwiegend eine Förderung und Hilfe für die Versicherungsgesellschaften. Erst musste vom sowieso geringen Einkommen etwas abgezweigt und Verzicht geübt werden und später werden die daraus resultierenden Zahlungen auf den Hartz IV Betrag angerechnet und abgezogen oder Steuern erhoben. Trotz (oder durch?) privater Vorsorge - Doppelt verloren und Armut vergrößert!

Manche Politiker haben in der Vergangenheit gesagt, so viele Rentner wären ja gar nicht arm, sie würden zur Rente dazuverdienen und würden deswegen nicht als arm gelten. Umgekehrt wird ein Schuh daraus, weil sie arm sind und nicht genug zum Leben haben müssen viele dazuverdienen, um Miete und Lebensmittel bezahlen zu können. Zukünftig wird es immer mehr arme Rentner geben:
https://rentenbescheid24.de/arme-rentner/

Die Zahlen sind aus dem Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands. Die neuauflage des Armutsbericht 2022 steht im Internet zum Download zur Verfügung:
https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/ueberarbeitete-neuauflage-des-armutsberichts-2022/

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Männer in deutschen Sprichwörtern:

Abgunst bringt manchen hohen Mann zu Fall.

Ach, es ist zu spät, sprach die Frau, als der Knecht sie bei dem Leichenzug ihres Mannes um Heirat anging.

Ackersmann, Schlackersmann, ich lob mir den Handwerksmann.

Affen, Frauen, Kinder und trunken Mann, kein Ding lang heimlich halten kann.

Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, klagte die Nonne.
Alles kommt an den Mann, nur ich nicht, sprach das Mädchen.

Allzu gut ist Andermanns Narr.

Als Adam hackt' und Eva spann, wer war da wohl der Edelmann? (wo war der Edelmann?)
Als Adam grub und Eva spann, wo war da wohl der Edelmann?
(Kaiser Maximilian I (22.3.1459 - 12.1.1519) forschte nach seiner uralten Abstammung, da soll jemand heimlich dieses Sprichwort an eine Wand geschrieben haben. Kaiser Maximilian schrieb darunter:
Ich bin ein Mann wie ein andrer Mann, nur dass mir Gott die Ehre gann!)

Alter Fuhrmann hört noch gerne klatschen.

Alter Mann, guter Rat.

Alter Mann macht junger Frau Freude wie der Floh im Ohr.

Alter Mann und junges Weib, (zwei) gewisse Kinder, Junger Mann und altes Weib, nur arme Sünder.
Ein alter Mann und ein junges Weib sind ein ungleiches Zeug.
(Bei diesem Sprichwort bleibt es der Vorstellungskraft überlassen, wer hier mit den zwei gewissen Kindern gemeint ist, der alte Mann und die junge Frau, die sich so verhalten, oder deren Kinder, die möglicherweise nicht vom Mann stammen.)

Alter Mann und jung Weib besser als alt Weib und junger Mann.

Amtmann verdammt Mann.

Am Weib schlägt der Mann seine Schande.
An Weibern schlagen die Männer ihre Schand'.

An der Geduld erkennt man den Mann.

Andrer Mann, andres Glück.

An der Red erkennt man den Mann.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 22, 6)

Andrer Mann, anderes (andres) Glück.

An einem jungen Weibe frisst ein alter Mann den Tod sanft.

An einem Mann wird hoch gepreist, wenn Ehr und Tugend er beweist.

An eines Mannes Werken scheinet wohl, was man ihm fürder trauen soll.
(fürder, fürderhin = aus dem Mittelhochdeutschem, veraltend - in Zukunft, für die Zukunft.)

Anfechtung macht einen Mann.

Argwohn betrügt den Mann.

Armer Mann, unwerter Gast.

Arm Mann lecker hat seinen Willen nicht.

Auf alten Mann bauen ist misslich.

Aus einem frommen Mann ein großer Schalk werden kann.

Aus schlichtem Hause sieht oft ein kluger Mann heraus.

Bedrohter Mann lebt dreißig Jahr.

Bei dem Angesicht kennt man den Mann.

Bei der Gesellschaft kennt man den Mann.

Bei einem alten Mann guten Rat man holen kann.

Bei Gott der nächst ist solcher Mann, der mit Vernunft wohl schweigen kann.

Bei gutem Wetter kann jeder Steuermann sein.

Bei seiner Zunge wird der Mann erkannt.

Bekümmerter Mann ersieht selten seinen Vorteil.

Besser ein Mann, der Gelds bedarf, denn Geld, das eines Manns bedarf.
Besser ein Mann ohne Geld als Geld ohne Mann.

Besser ein reicher Bauer denn ein armer Edelmann.

Besser Manns Bosheit, denn Weibs falsche Frömmigkeit.

Besser ohne Mann, denn ohne Gott leben.

Besser vieler Leute Rat, denn eines Mannes Tat.

Besser zehn Manns Freundschaft, denn eines Manns Feindschaft.

Betrüglich lästern und Wort verkehren schändet manchen Mann an Leib und Ehren.

Biedermanns Erbe liegt in allen Landen.
(Biedermann = allgemein ein ehrenwerter und rechtschaffener Mann. Das Sprichwort meint, wer ehrlich, aufrichtig und fleißig ist, ist sich selbst und anderen zu nutzen und überall willkommen. Manche gestrige Menschen mit niedrigem Horizont sind trotzdem gegen alle Fremden und Fremdartigen und übersehen zum eigenen Schaden den möglichen Nutzen, den zusätzliche Impulse bringen können. Stillstand ist hier meist Rückschritt.)

Blinder Mann, ein armer Mann, hätt` er auch Seid und Sammet an.
Blinder Mann, armer Mann, und hätt er seid'ne Kleider an.

Blinder Mann, ein armer Mann; noch ist das ein ärmrer Mann, der sein Weib nicht zwingen kann.

Blind sei das Weib, taub sei der Mann, wo Liebe in der Ehe soll lang bestahn.
(Die Zeiten ändern sich und damit auch Verständnis von Sprichwörtern und deren Lesart. Dieses Sprichwort steht 1616 im Buch „Teutsche Sprach und Weissheit“ von Georg Henisch (1549 - 1618) in Spalte 419, Zeile 67. Wander übernimmt es 1865 in den 1. Band seines Deutschen Sprichwörter Lexikons unter Blind Nr. 5. Dabei ändert er den 2. Teil in: „soll Lieb' und Ehe lang bestahn.“ Bei Henisch um 1600 war durch den Einfluss der Kirche eine Ehescheidung unmöglich und undenkbar. Die Frage im Sprichwort war nur, besteht die Ehe mit langer Liebe oder ohne, der Bestand der Ehe war unzweifelhaft. In der Zeit von Wander im 19. Jahrhundert war die Ehescheidung schon möglich, daher dehnte er die Frage auch auf den Fortbestand der Ehe aus, wodurch er aber das Sprichwort verfälschte. Der Schreibfehler im Wort „bestahn“ (eigentliche bestehen) ist dem Reim auf Mann geschuldet und daher im Sprichwort gewollt.)


Böser Nam tötet den Mann.

Brauch deine Stärke wider das Glück, nicht wider den Mann.

Brauwerk ist keine Kaufmannschaft.

Da hat's Mäuse, hat der Ratzemann gesagt.

Daheim ist einer viele Mannen wert.
Daheim ist ein Mann zwei.

Daheim ist er ein Mann.

Da kein Lehenmann, da ist auch kein Handlohn.

Da liegt ein Spielmann begraben.

Darnach der Mann, darnach der Quast.
(Erklärung dazu 1837 von Wilhelm Körte: Quaſt, ein Putz-Stück, teils ohne viel Wert, wo es dann oft erneuert werden muss, teils von großem Wert. – Vielleicht von quasen, schlemmen, mutwillig vergeuden, ohne Sinn und wahren Genuss.)

Darnach der Mann geraten, wird ihm die Wurst gebraten.

Darnach der Mann ist, brät man ihm den Hering.

Darnach Mann, darnach Gunst.

Das Amt lehrt den Mann.

Das Angesicht verrät den Mann.

Das beste Weib schilt des Mannes Hut.

Das Gerücht tötet den Mann.

Das Glück muss den Mann, nicht der Mann das Glück suchen.

Das Gold wird probiert durchs Feuer, die Frau durchs Gold, der Mann durch die Frau.
Gold probiert man durchs Feuer, die Weiber mit Gold, die Männer durch die Weiber.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 2, 5: „Denn wie das Gold durchs Feuer, so werden auch, die Gott gefallen, durchs Feuer der Trübsal erprobt.“)

Das Holz ist gut, wenn es nur zum rechten Zimmermann kommt.

Das ist der beste Fuhrmann, der auf engem Wege fährt.

Das ist ein nichtswertiges Weib, die in ihres Mannes Weiher fremde Fische lässt setzen.

Das ist nicht der beste Zimmermann, der viel Späne, noch der beste Schneider, der viel Flecken macht.

Das ist recht Hudelmanns Gesind, das langsam schafft und trinkt geschwind.
(Hudelmann = Lumpenmann, liederlicher Mann, ein auf Müßiggang, Faulheit und Kurzweil bedachter Mensch, hudelmanns Gesind = schlechtes Gesindel. Im 16. und 17. Jahrhundert oft vorkommendes Wort.)

Das Kleid macht den Mann.

Das Kleid ziert den Mann, wer es hat, der zieh' es an.

Das man mir nicht gann (gönnt), des war ich ein Mann.

Das Pferd beim Zaume, den Mann beim Wort.
Man fasst das Pferd beim Zaum, den Mann beim Wort.

Das Recht ist allzeit ein frommer Mann, aber der Richter ist oft ein Schalk.

Das Recht ist wohl ein guter Mann, aber nicht immer der Richter.

Das Regiment lehrt den Mann.

Das Ross schätzt man nicht aus dem Sattel und den Mann nicht aus den Kleidern.

Das Schiff geht nicht allweg, wo es der Schiffmann haben will.
Das Schiff geht nicht immer, wie der Steuermann will.

Das Weib fragt, der Mann sagt.

Dem ärgsten Zimmermann das beste Beil.
Dem ärgsten Zimmermann gibt man das beste Beihel (Bart).
Dem schlechtesten Werkmann gibt man das beste Beil.

Dem fleißigen Mann guckt der Hunger wohl ins Fenster; aber ins Haus darf er nicht kommen.

Dem Mann ein Vogel, sagte jener Fuhrmann und legte die Gans vor sich.

Dem Mann ist es keine Ehre, eine Frau zu schlagen.

Dem reichen Walde wenig schadet, dass sich ein Mann mit Holz beladet.

Dem trunkenen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen (geladener Wagen weichen).
Einem vollen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen.
Einem vollen Mann weicht ein Fuder Heu aus.
(Das Sprichwort bedeutet, man sollte betrunkenen und ähnlichen unberechenbaren Menschen besser aus dem Wege gehen, um nicht selbst zu Schaden zu kommen. Über mehrere Jahrhunderte ist dieses Sprichwort in verschiedenen Variationen in etlichen Sprichwörtersammlungen enthalten. Es ist im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander sogar über 10 Mal als unterschiedliches Sprichwort verzeichnet, mal mit, mal ohne Quellenangabe, mal mit oder ohne vergleichbar fremdsprachigen Sprichwörtern.)

Dem Zimmermann ist im Sommer keine Kanne zu teuer und im Winter keine Rinde zu hart.

Den gemeinen Mann soll man nicht lassen müßig gehen.

Den guten Wein und den tapfern Mann soll man nicht nach seinem Herkommen fragen.

Den Ochsen beim Horne, den Mann beim Worte, die Frau beim Rocke.
Einen Ochsen ergreift man bei den Hörnern und den Mann bei den Worten.
Den Ochsen soll man bei den Hörnern nehmen, den Mann beim Worte, die Frau beim Rock.
Fasse den Ochs beim Horn , den Mann beim Wort und die Frau am Rock.
Man fasst das Pferd beim Zaum, den Ochsen bei den Hörnern, den Mann bei seinem Wort.

Den Ziegel und den bösen Mann niemand reinwaschen kann.

Der Ackermann muss erst den Acker bauen, ehe er die Frucht genießt.

Der alte Mann schmeckt nach dem jungen.

Der alte Mann sucht das Leben in der Kanne.

Der arme Mann muss draußen vor der Tür stehen.

Der arme Mann muss in den Sack, was Geld gibt, hat guten Geschmack.

Einem armen Mann mangelt viel, einem Geizigen alles.

Der Bart wackert (weckt, wachsam, tüchtig, tapfer) den Mann.

Der Bart war früher als der Mann.

Der Bart ziert (macht) den Mann.

Der Baumann erhält Land und Leute.
(Aus dem Grammatisch-kritischem Wörterbuch von Johann Christoph Adelung: „Der Baumann = die Bauleute, an einigen Orten, besonders Oberdeutschlandes, so viel als ein Bauer oder Ackermann; in welcher Bedeutung dieses Wort schon in dem Schwabenspiegel vorkommt.“)

Der Baumann füllt Kasten und Keller.

Der bekannte Mann geht vor.

Der bekannte Mann zeugt (zieht) dem unbekannten das Brot aus dem Maul.

Der Büttel*6 löst das Gebot auf, das der Amtmann schließt.

Der erste Kaufmann der beste.
(Kaufmann bedeutet bei diesem Sprichwort ein Mann, der kauft, heute: Käufer.)

Der erste Mann ist Gold, der andre Kupfer und Blei.

Der Faulheit Armut tut nach gahn, stark wie ein gewappneter Mann.

Der Fisch ist gern im Wasser, der Vogel in der Luft, der Mann daheim.

Der Fuhrmann kann nicht allweg fahren, wie er will.
Ein Fuhrmann kann nicht allweg fahren, wohin er gern wollte.

Der Geizige nicht voll werden kann; wer sammelt, spart's für 'nen andern Mann.

Der Groschen, den die Frau erspart, ist so gut, als den der Mann erobert (erwirbt).

Der heißt ein rechter weiser Mann, wer Nützliches, nicht viele Dinge kann.

Der ist der (ein) Mann, der sich selbst regieren kann.

Der ist des Teufels Eigenmann, der nicht sein selbst will müßig gahn.
Der ist des Teufels eigen Mann, der sein selbst nicht will müßig gahn.

Der ist ein armer Mann, der seinen nutz nicht fördern kann.

Der ist ein kluger Mann, der sich in Menschen schicken kann.

Der ist ein Mann, der starke Worte reden kann.

Der ist ein starker Mann, der Laster überwinden kann.

Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will.“)

Der ist ein weiser Mann, der seinen nutz verschweigen kann.

Der ist ein weiser Mann, der zu Zeiten harren kann.

Der ist ein weis verständig Mann, der Freund und Freundschaft halten kann.
(Dieses Sprichwort steht schon 1605 im Buch „Der Teutschen Weissheit“ vom evangelischer Theologen und Sprichwörtersammler Friedrich Peters (Petri) (1549-1617). 11 Jahre später schreibt Georg Henisch (1549 - 1618) in seinem Buch „Teutsche Sprach und Weißheit Thesaurus“ in Spalte 1233, Zeile 50 es wahrscheinlich ab und verwechselt dabei Freund und Feind: „Der ist ein weis verständig Mann, der Feind und Freundschaft halten kann.“ Es gehört wesentlich mehr Weisheit dazu, Freund und Freundschaft über lange Zeit zu halten, als Feinde. Für Feindschaft ist keine Weisheit notwendig, Feinde kommen schon von selbst.)

Der ist ein weis verständig Mann, der Glück und Unglück tragen kam.

Der ist ein weis verständig Mann, der sich selbst kennen kann.

Der ist fürwahr ein selig Mann, der jetzt und ohne Spott leben kann.

Der ist fürwahr ein unweiser Mann, der seine Schande nicht (ver)schweigen kann.

Der ist fürwahr ein weiser Mann, der seinen Zorn wohl zähmen (bezähmen) kann.

Der ist fürwahr ein weiser Mann, der seine Zunge wohl steuern kann und seinen Dingen raten.

Der ist fürwahr ein weiser Mann, der Zorn und Rach kann fahren lan.

Der ist (gar) ein weiser Mann, der von Holdern Abbrech machen kann.
(Ein altes Sprichwort, das schon 1529 von Agricola aufgeführt wird (Nr. 749). Mit Holdern ist der Holunder oder Fliederbeerbusch (Sambucus) und mit Abbrech ist abbrechen gemeint. Übertragen bedeutet es, das man Holunder = etwas Holdes (was einem günstig, gnädig, treu, gewogen ist oder gern hat), abbrechen kann, der sich vom Liebsten zu trennen imstande ist. Ein weiser Mann wird seine eigenen Interessen abbrechen und hintenan stellen, wenn es besser für die Allgemeinheit oder dem anderen ist.)

Der ist Hudelmanns Art, der meint, jeder soll seines Feinds Feind sein.
(Hudelmann = Lumpenmann, liederlicher Mann, ein auf Müßiggang, Faulheit und Kurzweil bedachter Mensch, hudelmanns Gesind = schlechtes Gesindel. Im 16. und 17. Jahrh. oft vorkommendes Wort.)

Der Mann ist ehrenwert, der alle Dinge zum Besten kehrt.
Der Mann ist weis und wohlgelehrt, der alle Dinge zum Besten kehrt.

Der kluge Mann baut vor.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung aus „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller, Uraufführung in Weimar am 12.10. 1798, 1. Aufzug, 2. Auftritt, Gertrud zu Staufacher.)

Der letzte und sicherste Arzt ist Vetter Knochenmann; er heilt alle Krankheiten.
Der sicherste Arzt ist Vetter Knochenmann.

Der Mann (gehört) in den Rat, die Frau ins Bad.

Der Mann im Monde hat das Holz gestohlen.

Der Mann ist das Haupt, die Frau sein Hut.

Der Mann ist die Seele in seinem Hause.

Der Mann ist nicht besser als sein Wort.

Der Mann kann nicht so viel zum Tor hereinbringen als die Frau zum Hinterpförtchen heraustragen.

Der Mann macht Nägel mit Köpfen.

Der Mann muss Haar lassen, er mag eine Alte oder Junge heiraten.

Der Mann muss seine Frau führen und fassen.

Der Mann muss seine Frau tun bis auf den Kirchhof.

Der Mann taub und die Frau stumm, gibt die besten Ehen.

Der Mann wird reich, dem die Frauen übel geraten und die Immen wohl.

Der Mann zerbricht die Häfen*15, die Frau die Schüsseln.

Der Mensch ist eher geboren als der Amtmann.

Der Pfennig bleibt bei keinem armen Mann.

Der reiche Mann hat nimmer genug.

Der reiche Mann will alles han und sollt der Arme gleich betteln gahn.
(Daran hat sich in den letzten 2000 Jahren leider nichts geändert.)

Der sich (nicht) viel annimmt, des nimmt sich jedermann an.

Der Spielmann gehört an die Hochzeit.

Der Sturm setzt die Klugheit des Steuermanns auf die Probe.

Der Teufel ist gelehrt und geschickt, ist doch kein frommer Mann.

Der Teufel kann viel Künste und Sprachen, er ist aber darum kein frommer Mann.

Der Tod ist ein stiller Mann, aber er bezwingt jeden.

Der unten liegt, ist so wohl ein Kriegsmann, als der oben liegt.

Der Wein ist gut, kann aber doch den Mann über die Stiege hinunterwerfen.
Der Wein ist gut, wenn er auch den Mann die Treppe hinunterwirft.

Der zuerst gewann, ward zuletzt ein Bettelmann.
Der zuerst gewann, wird zuletzt ein armer Mann.
Des armen Mannes Füllen wird bald ein Pferd, und des reichen Mannes Tochter bald eine Frau.

Des Mannes Ehre ist der Frauen Tugend.

Des Mannes Mutter, (ist) der Frauen Teufel.

Des Mannes Sinn ist sein Gewinn.

Deutscher Mann, Ehrenmann.

Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.
(Dieses Sprichwort stammt aus dem Schauspiel „Wilhelm Tell“ (Uraufführung am 17. März 1804 in Weimar) von Friedrich Schiller (1759 - 1805), 3. Akt, 1. Szene. Es bedeutet, was man selber machen kann, brauchen keine fremden Handwerker tun, die man außerdem bezahlen müsste. Etwas, was sich besonders in den letzten Jahrzehnten immer weiter mit den Heimwerkern und Baumärkten verbreitet hat.
Text im Internet: www.friedrich-schiller-archiv.de/wilhelm-tell-text/3-akt-wilhelm-tell/3-aufzug-1-szene/)

Die Blassheit des Steuermannes ist ein Anzeiger bevorstehenden Ungewitters.

Die den Mann traut, die traut die Schuld.

Die Frau kann mit der Schürze mehr aus dem Hause tragen, als der Mann mit dem Erntewagen einfährt.

Die Frau vertraut ihrem Mann beide, Gut und Haut.
(Dieses alte Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf,. Nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Die Freiheit hat ein armer Mann, das man ihn doch lässt betteln gahn, ob man ihn gleich sieht übel an.
(An etlichen Orten haben Arme diese Freiheit nicht, betteln verboten.)

Die Gleisner*11werfen oft einem ehrlichen Mann einen Brand ins Haus und wenn es brennt, sind sie geschäftig im löschen und schüttet oft mehr Öl als Wasser drein.

Hausehre liegt am Weib und nicht am Mann.
Hausehre liegt am Mann, nicht am Weibe.
(Das bedeutet, Hausehre ist das Ansehen eines Hauswesens, welches durch die Frau, wirtschaftlich und sittlich gestützt wird. Früher wurde auch die Hausfrau selbst Hausehre genannt (auch, die Ehefrau ist seine Haustreu, Hausfreude, Hauszierde). Außerdem stand es im Mittelalter für Häuslichkeit und Wirtschaftlichkeit, welche nach Meinung des Sprichworts ganz vorzüglich eine Pflicht der Frau sei. Auch früher wurde manches ins Negative verkehrt und aus Hausfrau ein Hauskreuz, aus Hausmutter eine Hausotter, aus Hausfreude ein Hauskreuz oder aus Hausehre eine Hausbeschwere. Ebenso steht das Sprichwort umgekehrt in einigen Sammlungen.)

Die Kart' und die Kanne macht manchen zum armen Manne.

Die Katze sieht den Bischof an, ist doch ein geweihter Mann!
Sieht doch die Katze einen Bischof an und ist doch ein geweihter Mann.

Die lange Haar am Hals hat, bekommt einen reichen Mann.

Die Leute schänden und schmähen, tut oder leidet kein Biedermann.

Die Rede ist des Mannes Bildnis.

Dieses ist kein großer Fürst, der nicht aus einem kleinen Mann einen großen und aus einem großen einen kleinen Mann machen kann.

Die Stimme ist größer als der Mann.

Die Tat tötet den Mann.

Die warten kann, kriegt auch einen Mann.

Die Weiber leiden nicht, dass jemand mit dem Mann hält.

Die Zeit heißt Schickelmann.
Zeit ist Schickelmann.
(Erklärung zu Schickelman siehe oben bei „Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann.“)

Die zum Brunnen geht, der beschert Gott sobald ein Mann, als die zum Tanz geht.

Drei Dinge nie sind eins im Haus: Zwei Hahnen, Katz mit der Maus, Weiberrock und Mannesflaus.

Drei Dinge treiben den Mann aus dem Hause, ein Rauch, ein übel Dach und ein böses Weib.
(Dieses Sprichwort ist der Abschluss von mehreren anderen, diesem vorgelagert. Carl Schulze nennt sie in seinem Buch „Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache“ aus dem Jahr 1860 gemeinsam in Anlehnung an die Bibel, Die Sprüche Salomos 27, 15: Luther-Bibel 1912: „Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn's sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.“ Luther-Bibel 2017: „Ein zänkisches Weib und ein stetig tropfendes Dach, wenn's sehr regnet, lassen sich miteinander vergleichen.“ Die anderen geben die Situation wieder (aus der Sicht des Mannes), bevor der Mann im Sprichwort aus dem Haus getrieben wird: „Ein Rauch, ein bös Weib und ein Regen sind einem Haus überlegen.“)

Dreimal selig ist der Mann, der Herrendienst entraten kann.

Ehe der Spielmann eine neue Geige stimmt, hat er auf der alten einen Tanz gemacht.
(Christoph Lehmann (1630) nennt dieses Sprichwort in Bezug zum Heiraten einer Witwe. Das bedeutet, ehe ein Mann einer jungen unerfahrenen Frau etwas beibringt oder ihr sagt, was er alles von ihr erwartet, nimmt er lieber eine Witwe, die schon weiß, was ein Mann von ihr verlangt. Früher und ebenso heute kommt den Männern meist gar nicht der Gedanke, dass sie es sind, denen die Frauen erst etwas beibringen müssen oder gar nicht deren Erwartungen entsprechen.)

Eigennutz, Fürwitz und Langeweile, machen den Mann laufen über viele Meilen.

Ein Aff, eine Frau, ein Kind, ein trunkener Mann, kein Ding lang heimlich halten kann.

Ein alter Fuhrmann ist ein guter Wegweiser.

Ein alter Kriegsmann zieht nicht gern in eine Schlacht; wenn er aber muss ziehen, so hüt sich Ross und Mann.

Ein alter Mann beim Feuer ist der gewisse Tod.

Ein alter Mann, der Huren hängt an und wer ins Bad mit Kleidern geht, sind Narren beide ohne Unterschied.

Ein alter Mann, ein junges Weib, ein alter Lappe, eine junge Närrin.

Ein alter Mann, ein junges Weib, ein ungleiches Zeug.

Ein alter Mann mauset gemeiniglich einem andern einen Sperber vor.

Ein alter Mann und ein altes Weib gehören zusammen.

Ein armer Mann ist selten ein Graf.

Ein Bauer auf seinem Mist ist so stolz als ein Edelmann auf seinem Schloss.

Ein Bauer kommt so bald in den Himmel als ein Edelmann.

Ein blinder Mann schoss einen Vogel.

Ein böser Mann ist einem Weibe eine große Sorge.

Ein bös Weib ist der Schiffbruch des Mannes.

Eine alte Fahne ist des Hauptmanns Ehre.

Eine Frau kann mit dem Fingerhut mehr verschütten, als der Mann mit dem Eimer schöpfen kann.

Eine freche Zunge macht keinen frommen Mann.

Eine freie Stadt und freien Mann stets feindlich neidet ein Tyrann.
(Ein über 500 Jahre altes deutsches Sprichwort bewahrheitet sich auch heute wieder. Die freien Städte und Menschen in der Ukraine werden geneidet vom russischen Tyrannen, der der Ukraine und den Ukrainern die Freiheit von ihm neidet. Der Neid ist so groß, dass er (der russische Präsident Putin) die Ukraine als freies Land und die Ukrainer als freies Volk auslöschen will.)

Eine Haderkatze*14bekämpft allzeit ihren Mann.

Ein eheloser Mann ist nirgend daheim.
(Dieses Sprichwort steht im Buch „Der Teutschen Weissheit“ vom Sprichwörtersammler Friedrich Peters (Petri) (1549-1617) aus dem Jahr 1605. Wander schreibt es falsch für sein Deutsches Sprichwörter Lexikon ab und macht daraus unter Mann Nr. 581 fälschlich: „Ein ehrloser Mann ist nirgend daheim.“)

Ein Ehemann ohne Liebe ist wie ein Haus ohne Dach.

Ein ehrlicher Mann ist ein Daniel in Babylon, ein Moses in Ägypten, ein Naaman in Syrien und ein Noah in der ganzen Welt.
(Verschiedene Namen biblische Personen aus dem Alten Testament.)

Eine Jungfer (Jungfrau) steht für einen Mann.

Einem ehrlichen Mann tut keine Wunde so weh als eine Ohrfeige.

Einem gehenden Manne nimmt man kein Pferd.

Einem Kriegsmann ist sein Harnisch leicht zu tragen.

Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen (fassen).
(Wo nichts ist, kann man nichts holen. Das zeigt sich auch heutzutage daran, dass man selbst mit einem Pfändungsurteil bei jemandem, der nichts hat und von der Sozialhilfe lebt, nichts bekommen kann.)

Einem unbekannten Mann trauen, ist Torheit.

Einem weisen Mann widerfährt keine schlechte Torheit.

Einen bösen Mann hindert eine Fliege an der Wand.

Einen gefangen Mann soll man nicht schlagen.

Einen guten Freund erkennt man in der Not, einen reichen Mann, wenn er ist tot.

Einen Mann hungerte manche Stund: Er ging und kaufte sich einen Hund.

Einen verzagten Mann geht kein Glück an.

Einen weisen Mann fürchtet jedermann.

Eine schlimme Kaufmannschaft, wo niemand gewinnt.

Eine schöne Frau in Armut, die ihre Ehr behalten tut und liebt dazu ihren Mann, die trägt der Ehren wohl eine Krone.

Eines einzelnen Mannes Hand ist gar zu schwacher Widerstand.
(Das bedeutet, alle glauben, alleine nichts ausrichten zu können. Dieses Sprichwort ist eindeutig falsch! Wenn man im Recht ist und ehrlich seine Meinung und Rechte verteidigt, kann man sehr wohl etwas bewirken, wie ich selbst in den vergangenen Jahren feststellen konnte. Es dauert manchmal nur etwas länger.)

Eines einzigen Mannes Kleider kosten oft vieler Armen Schweiß und Arbeit.

Eines frommen Mannes geniest ein ganzes Land.
Eines frommen Manns kann jedermann genießen.
Eines frommen Mannes kann man viel genießen.
So lang bist du ein frommer Mann, dieweil man dein genießen kann.
Wenn einer ist ein frommer Mann, ein jeder sein genießen kann.
(Erklärung dazu von Agricola 1530 in seinem Buch „Dreyhundert Gemeyner Sprichwörter“ unter Nr. XXXII (32): „Ein frommer Mann dient und hilft, wo er soll und kann, zu dem, so ist er niemand schädlich, sondern aller Welt besserlich. Es geschieht oft einem, um eines frommen Mannes willen an fremden Orten tut und Ehre, des er sonst seinethalben wohl mangeln müsste.“)

Eines geringen Mannes Rat steht nicht zu verachten, wenn er gut ist.
(Eine Erkenntnis, die auch heute viele Menschen in Führungspositionen nicht beachten. Wie sonst soll man die vielen Fehler an höchsten Stellen in Politik und Wirtschaft erklären?)

Eines kühnen Manns Herz keiner trägt, den nicht sein frommes Weib bewegt.

Eines Mannes Narrentheidung wird oft eines ganzen Volks Meinung.
(Narrentheidung = Narrenposse - Handlungen zur ungeordneten Belustigung, Posse eines Narren, sehr häufig für Geschwätz überhaupt.)

Eines Mannes Rede ist keine Rede, man soll sie billig hören beede.
Eines Mannes Rede, keines Mannes Rede: Man soll sie billig hören beede.
Eines Mannes Red ist ein halbe Red, man soll die part (Teile) verhören beid.
Eines Mannes Red ist halbe Red, vernimm der Partisanen beed'.
Eines Mannes Red ist ein halbe Red, man soll sie hören, alle bede.
Eines Mannes Red, ein halbe Red, man verhöre sie alle beed.
Eines Mannes Wort ist keines Mannes Wort.
(Verschiedener Wortlaut aus mehreren Jahrhunderten, aber immer dasselbe Sprichwort. Kommentar von Sebastian Franck 1541 in seiner Sprichwörtersammlung 2. Teil, Seite 165b: „Das hat man so oft und viel erfahren, wie etwa groß, ansehnliche Leute ein haben verlogen und hinein gelebt, daran doch nicht gewesen, nachher die Erfahrung gelehrt hat, dass davon ein Sprichwort ist entstanden.“ Schon damals sollte man kein Urteil auf eines Mannes Rede fällen, egal welchen Standes oder wie vertrauenswürdig er sei, man sollte zuerst auch die anderen hören. Er führt sogar Bibelstellen als Beweis auf und meint: „Heilig hin, heilig her, eines Mannes Rede ist keines Mannes Rede“. An vielen öffentlichen Stellen, Rathäusern und Gerichten, wurde damals das Sprichwort geschrieben. Das bedeutet, man soll auch die Gegenseite hören, bevor man ein Urteil fällt.)

Eines Mannes wegen bleibt kein Pflug stehen.

Eine Sünde gelassen, macht noch nicht einen frommen Mann.

Eines weisen Mannes Mutgeht für Toren großes Gut.

Eines weisen Mannes Mut ist nächst Gott die beste Hut.
(Hut = hüten, behüten.)

Eine vernünftige Tochter kriegt wohl einen Mann.

Ein falscher Mann von Natur muss han, zu allen Zeiten bösen Wahn.

Ein fauler Fuhrmann spannt lieber aus denn an.
Fauler Fuhrmann spannt lieber aus denn an.

Ein fleißiges Weib ist ihres Mannes Krone.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 12, 4: „Eine tüchtige Frau ist ihres Mannes Krone; aber eine schandbare ist wie Eiter in seinem Gebein.“)

Ein frech bös Weib tut selten gut, der Mann löse sie denn aus der Höllen oder lege ihr Fünffingerkraut übers Angesicht.
(Fünffingerkraut = mittelalterliche Bezeichnung für das Kriechende Fingerkraut oder Kriechender Gänserich oder Kriechender Gänsefuß (Potentilla reptans), eine Pflanze der Familie der Rosengewächse.)

Ein fremd Kleid macht einen fremden Mann.

Ein frommer Mann wird erkannt aus seinen Händeln*14.

Ein fromm und schönes Weib ist ihres Mannes Zier.

Ein fromm Weib beherrscht ihren Mann mit Gehorsam.
(Dazu erklärt Sebastian Franck schon im Jahr 1541 in seiner Sprichwörtersammlung 1. Teil auf Seite 66b: „Ein fromm Weib, das ihrem Mann gehorsam, die gewinnt ihm mit Liebe das Herz ab, das er als ihr Untertan tut, was sie will und beherscht ihn mit gehorsam.“)

Ein fromm Weib ist ihres Mannes Leib.

Ein Fuhrmann traut seinen Rossen und Wagen, er hält aber Zaum und Geißel in der Hand und schläft nicht.

Ein Fürst ist (wohl) so selten im Himmel, als ein Hirsch in eines armen Mannes Küche.

Ein geduldiger Mann hat das beste Leben auf Erden.
(Stimmt wahrscheinlich nicht. Von 2014 bis 2022 hat die Völkergemeinschaft geduldig auf eine friedliche Lösung im Bezug auf die russische Aggression in der Ukraine und der Krim gehofft und sich mit Scheinverhandlungen hinhalten lassen. Putin legte es als Schwäche aus und glaubte im Februar 2022, auch den Rest der Ukraine erobern und Russland einverleiben zu können. Eine entschiedenere Haltung der freien Welt gegen Putins Imperialismus hätte ihn möglicherweise zurückhalten und den russischen Angriffskrieg verhindern können.)

Ein geschwinder Mann soll auf keinem Esel sitzen.

Ein gewarnter Mann steht für zwei.

Ein glimpflicher*12Mann täuscht viel Leute.

Ein gottseliger Mann ist ein guter Nachbar und eine starke Feste im Lande.

Ein gottweiser Mann ist, wie ein Rose unter den Dornen.

Ein grobes Tier ein schwacher Mann ein Narr durch Saufen werden kann.

Ein guter Hörs Mann gibt ein guten Antworts Mann.

Ein guter Mann bleibt ewiglich und länger denn des Menschen Leben.

Ein guter Mann in dieser Welt ist mehr denn alles Gold und Geld.

Ein guter Mann ist besser als ein Kasten voll Geld.

Ein guter Reitersmann füttert, eh er tränkt.

Ein guter Werkmann kam nie zu spät.
(Ein Vers aus dem Narrenschiff von Sebastian Brant. Obwohl in Wanders Quelle bei Eiselein und in seiner Bemerkung darunter der obige text steht, ändert Wander ihn in „Ein gut Werkmann kommt nie zu spät.“)

Ein Handwerksmann kann einen Rentner (Rentherrn) ausziehen.

Ein junger Mann kann neunmal verderben und doch nicht sterben (und dennoch wiederum genesen).

Ein junger Mann muss viermal verderben, eh er hausen (haushalten) lernt.

Ein junges Weib bei einem alten Mann ist des Tags eine Ehefrau und des Nachts eine Witwe.

Ein Kaufmann, der verliert, ist so wohl ein Kaufmann, als der gewinnt.

Ein Kleid ziert den Mann, wers hat, der tut es an.

Ein kleiner Mann ist auch ein Mann.

Ein kleiner Mann macht oft einen großen Schatten.

Ein Kriegsmann verkauft zwanzig, dreissig und mehr Jahre seines Lebens um einen Gulden*13und ist wie ein Stück Vieh, das unter der Metzger geht.

Ein Mann beim Trunk wird oft erkennt, den man sonst einen Doktor nennt.
(erkennt = erkannt. Wer sich betrinkt, vergisst oft seine sonst zur Schau gestellten guten Manieren und zeigt, wie sein Charakter wirklich ist.)

Ein Mann ein Wort, ein Wort ein Mann.
Ein Wort ein Wort, ein Mann ein Mann.
Ein Mann ein Mann, ein Wort ein Wort.
Ein Mann soll ein Mann sein, ein Wort, ein Wort.

Ein Mann - ein Wort, eine Frau - ein Wörterbuch.
(Immer wieder behauptet, von manchen Untersuchungen bestätigt und von anderen widerlegt, nie abschließend geklärt. Vielleicht sollte man nachprüfen, ob dies Sprichwort mehr von Männern oder Frauen benutzt wird. Wahrscheinlich wäre das Ergebnis ziemlich eindeutig.)

Ein Mann ist des andern wert: Zwei sind des einen Meister, drei des einen Tod.

Ein Mann kann keinen Tanz machen.
Ein Mann macht keinen Tanz, eine Blume keinen Kranz.

Ein Mann kann machen, dass ihn seine eigenen Hunde beißen.

Ein Mann kann nicht mehr denn mit einem Mund essen.

Ein Mann kann sich eher zu Tode grämen als eine Frau.

Ein Mann, kein Mann.

Ein Mann macht keinen Markt.

Ein Mann ohne Knast, ist wie ein Baum ohne Ast.
(Ein in den letzten 50 Jahren immer weiter verbreitetes Sprichwort. Es entstand wahrscheinlich durch falsche Vorstellung, wie es im Knast genannten Gefängnis wirklich ist. Viele Jugendliche kennen Gefängnisse nur aus Fernsehfilmen und -Serien, in denen es ziemlich cool dort zugeht. Man gilt in der Unterwelt oder dem Rotlichtmilieu möglicherweise auch mehr mit dieser Erfahrung. Bei Bedarf wird der Mann durch andere Gruppen ersetzt.)

Ein Mann soll immer mehr wollen, als er leisten kann.

Ein Mann, wie ein Kind: Alles, was er sieht, will er haben.

Ein Mann wiegt zehn Weiber auf.

Ein Nagel bewahrt ein Eisen, ein Eisen ein Pferd, ein Pferd einen Mann, ein Mann eine Burg, eine Burg ein Land.
Ein Nagel erhält ein Eisen, das Eisen ein Ross, das Ross den Mann, der Mann eine Burg und die Burg das ganze Land.

Ein Pferd kennt seinen Mann.

Ein Politicus (Politiker) ist ein Mann, der eine Lüge in Folio kann in 24 einbinden, an dem Schnitt vergolden und mit seidenen Bändern zieren.

Ein rechter Bergmannfährt nicht ein ohne Licht, Feuerzeug und Kompass.

Ein redlicher Kriegsmann ist Ehren wert.

Ein reicher Kaufmann wird wohl arm, ein Armer wird wohl reich.

Ein Schalk redet wie ein frommer Mann, aber er denkt wie ein Schalk.

Ein schlechter Fuhrmann, der nicht auf allen Straßen umkehren kann.

Ein schlechter Mann hat auch seinen Sinn.

Ein schlechter Mann ist auch ein Mann, der seinen Ort vertreten kann.

Ein schneller Rat und jähe Tat oft manchen Mann verdorben hat.

Ein schwatzhaftiger Mann, ein unleidlicher Mann.

Ein standhafter Mann soll sich nicht eher fürchten, bis ihm der Kopf vor den Füssen liegt.

Ein starker Bart und ein keckes Herz ziert den Mann wohl.

Ein starker geschäftiger Bauer ist edler, denn ein fauler feiger Edelmann.

Ein Starker oft nicht kann, was vermag ein schwacher Mann.

Ein Tag zeigt an, wer sei der Mann.

Ein treues Weib tut mehr bei ihrem Manne, denn drei fromme Männer bei ihren Weibern.

Ein trotzig Weib zu aller fahrt, ihren Mann für Schläge hält Widerpart.
(Ein fast 500 Jahre altes Sprichwort, das Frauen für trotzig hält, die sich gegen schlagende Ehemänner wehren oder widersetzen. Man sollte es sich schon überlegen, bevor man sich die „gute alte Zeit“ zurückwünscht.)

Ein trunken Mann, ein unlustiger Mann.
(Schon vor über 500 Jahren wusste man, dass betrunkene Männer nicht cool, lustig oder anders bewunderungs- oder beneidenswert sind, im Gegensatz zu heut, wo sich viele oft sinnlos betrinken und damit unnötige Konflikte oder Unfälle in Kauf nehmen.)

Ein tugendsames Weib ist ihres Mannes Seel und Ehrenkranz.

Ein unerfahrener Mann ist ein ungesalzenes Kraut.

Ein ungläubiger Mann wird geheiligt durch ein gläubiges Weib.
Ein ungläubig Weib wird geheiligt durch einen gläubigen Mann.

Ein unhäuslich Weib verzehrt des Mannes Schweiß.

Ein unschuldig Herz macht dem Mann Mut.

Ein unzüchtiges Weib ist des Mannes größtes Herzeleid.

Ein vernünftiger Mann behält den Glimpf*12; ein stürmender Neidhammel und Grunzer ist selbst bös und gibt Ursach zu viel Bösem.

Ein verständiger Mann ist eine treue Seele.

Ein vertulich Weib, ein verderblich Mann.
(vertulich = etwas ohne Not oder Grund vertun, verschwenderisch, oder eine falsche oder schlechte Handlung begehen, sich vergreifen. Das bedeutet, mit einer verschwenderischen Frau wird der Mann verdorben, er geht bankrott.)

Ein verzagter Mann geht keinen Kühnen an.

Ein wahrhaftiger Mann kommt fort, ein Lügner verarmt.

Ein Wandersmann sein Kleid verkehrt, wie ihn Wind und Wetter lehrt.

Ein Weib den Edelknaben küsst, dass sie nicht ihres Manns vergisst.

Ein weibischer Mann, eine leichtfertige Tracht.

Ein Weib soll treu sein ihrem Mann, ein Mann seines Weibs sich nehmen an.

Ein weiser Biedermann ist allenthalben daheim.

Ein weiser Mann besinnt seine Rede.

Ein weiser Mann der seine Kunst micht brauchen lässt, und ein vergrabener Schatz sind beide nichts nütz.

Ein weiser Mann geht die rechte Bahn.

Ein weiser Mann ist kaltsinnig.

Ein weiser Mann ists, der ein Weib nimmt.

Ein weiser Mann ist stark.

Ein weiser Mann redet weislich, ein Narr närrisch.

Ein weiser Mann redet wenig und mit Wahrheit und wo es Not ist.

Ein weiser Mann soll heimlich jagen nicht jedermann seine Armut klagen, sonst fliegen von ihm seine Freund zur Hand, wenn ihnen seine Armut wird bekannt.

Ein weiser Mann soll zuerst das seine verteidigen.

Ein weiser Mann ward nie genannt, an dem sich keine Torheit fand.

Ein wenig Brots und Nahrung ist des armen Manns Leben.

Ein wenig kaufen und ein wenig stehlen ist des armen Manns Leben.

Ein wenig Vorteils bringt den Mann aus den Kleidern.


Ein wilder Junge gibt einen derben Mann.

Ein wohlgeratener Mann vielen Tausend helfen kann.

Ein wunderlich Mann stirbt nicht ehe, er werde denn erst fromm vor seinem Ende.

Ein zornig Mann das Recht nicht sehen kann.

Ein zornig Mann hat seine Sinne, bis auf fünf.

Ein zornig Mann ist nicht bei ihm selbst.

Ein zornig Mann richt Hader*14an.

Er bleibt bei dem Mann wie der Has(e) bei dem Hunde.

Er gab' einen guten Kriegsmann ab, hinter dem Ofen.
Er gibt einen guten Kriegsmann ab, aber hinter dem Ofen.

Er heißt ein Mann, aber der Nam' ist an ihm verloren.

Er ist der erste Edelmann von seinem Geschlecht.

Er ist ein bewanderter Mann, er ist einmal zu Markt, zweimal zur Mühle und dreimal zu Bade gewesen.

Er ist ein Mann, wie Judas ein Apostel.

Er ist Gott einen armen Mann schuldig.

Er ist ihm Manns genug.

Er ist kein Kaufmann, er bietet die Hälfte.
Es ist kein Kaufmann, er bietet die Hälfte.

Er ist verschmitzt wie eine Fuhrmannspfeife.
Verschmitzt wie eine Fuhrmannspeitsche.

Er legt gern Eier in Andermanns Nester.

Er steht seinen Mann.

Erst in der Gefahr merkt man, was am Manne war.

Es erhöhet nichts des Mannes Schild als Fahnlehn.
Es erhöhet nichts des Mannes Schild denn Fahnlehn.
Nichts erhöht des Mannes Schild als Fahnlehn.
(Im Mittelalter befanden sich auf den Schilden der Reiter zur Kennzeichnung die Wappen des Trägers. Daran konnte man die unterschiedlichen Adligen und Freund und Feind erkennen. Wenn der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ein Fürstenlehen vergab, gab er die Herrschaft des Landes an einen verdienten Adligen. Das wurde mit einem Fahnlehn vollzogen, bei der das Wappen des Landes oder der jeweiligen Herrschaft auf der Fahne abgebildet war. Damit wurde der belehnte Fürst des Landes mit allen Rechten der Gerichtsbarkeit und dem Gerichtsbann. Das Wappen auf dem Schild wurde auf das neue Lehen geändert und erhöht. Fahnlehen konnte auch ohne besondere Standeserhöhung dem Belehnten landesherrliche Rechte einräumen (Schwabenspiegel Kap. 115).)

Es gebührt sich wohl, dass ein armer Mann Konrad heiße.
Es lautet wohl, dass ein armer Mann Conrad heißt.
Es steht gut, wenn ein armer Mann Conrad heißt.

Es gehen viel Stierbuben auf einen rechten Ackersmann.

Es hat nicht ein jeder Mann eine glückselige leichte Hand zu heilen.

Es ist besser bei einem bösen Mann, als freundlichem Weibe zu sein.
(Ein altes Sprichwort, dass das Frauenbild der Männer in früheren Zeiten erahnen lässt. Bevor man die aber verurteilt, sollte in der Bibel nachgelesen werden. Bei Jesus Sirach steht es genauso im Kapitel 42,14 in der Lutherbibel von 1912: „Es ist sicherer, bei einem bösen Mann zu sein, denn bei einem freundlichen Weibe, die einen (ihn) zu Hohn und Spott macht.“ Ebenso auch in Ausgaben von 1589 und anderen.)

Es ist besser, der Mann werde von seinem Weibe geliebt, als gefürchtet.

Es ist eben Vieh wie Stall, Gurr wie Gaul, Mann wie Ross, Deckel wie Hafen*15, Maul wie Salat.

Es ist eine gefährliche Kaufmannschaft um die Heiraten, dazu mehr als ein paar Beine ins Bett gehören.

Es ist ein elender Mann, der wegen seines Weibes muss kurze Hosen tragen.
(Und was ist mit den Frauen, die wegen ihrer Männer etwas tun müssen oder sollen, was sie sonst nie tun würden? Gegenseitige Rücksichtnahme und Freiheiten für den anderen, die keinem von beiden schaden, sind besser als Vorschriften, Zwang und Gewalt. Nach der neusten Umfrage (Mai 2023) unter jungen Männern lebt 1/3 von ihnen immer noch im Mittelalter, da sie Frauen schlagen würden, für sie scheinbar die gute alte Zeit. Diese ewig gestrigen Männer sind mehr die elenden Männer.)

Es ist ein fein Ding um einen Mann, der etwas kann.

Es ist ein schlechter Arbeitsmann, der nicht vom Handwerk reden kann.

Es ist kein Fuhrmann so gut, er fährt bisweilen aus dem Gleise.

Es ist kein Mann, er hat einen Wolfszahn; es ist keine Frau, sie hat ihn au.

Es ist kein Mann so kleine, er hat der Teufelsadern eine.

Es ist kein Mann so klug vom Rat, der nichts von einem Gecken hat; jedoch ist der ein kluger Mann, der seinen Geck verbergen kann.
Mit Recht heißt der ein kluger Mann, der seinen Geck verbergen kann.

Es ist kein Messer, das schärfer schiert, als wenn der Bauer ein Edelmann wird.
Kein Messer ist, das schärfer schiert, als so der Bauer ein Edelmann wird.

Es ist nichts hoffärtiger denn ein armer Mann, der reich wird.
(hoffärtig = stolz, prachtvoll (abwertend), dünkelhaft, verletzend überheblich, anmaßend, sein Wesen zur Schau tragen. Aus dem Spätmittelhochdeutschen: hoffertig, mhd. hōchvertec.)

Es lebt auf Erden nie kein Mann, der recht tun jedem Narren kann.

Es legt kein Krämer aus von eines Kaufmanns wegen.
(In diesem Sprichwort ist der Kaufmann der Mann, der kauft, heute der Käufer.)

Es nimmt kein (junges) Weib einen alten Mann um Gottes willen.
Es nimmt kein Gesell ein altes Weib, auch kein Weib einen alten Mann um Gottes willen.
(Das bedeutet, wenn Frauen, im besonderen junge, alte Männer heiraten, meinen wahrscheinlich viele andere, sie habe es nur wegen des Geldes wegen getan. Diese Meinung vertritt schon Agricola 1534 in seiner Sprichwörtersammlung. Außerdem werden mögliche Kinder einen alten Vater haben, der oft für den Großvater gelten wird und die Kinder vielleicht nicht bis zur Volljährigkeit versorgen kann.)

Es sind nicht alle Huren, die einem Manne zu Willen sind.

Es soll ein jeder Achtung haben: Der Kaufmann, wenn die Ware geht, der Schiffer, wenn der Wind sich dreht, der Winzer, wenn die Traube schwillt, der Bauer, wenn der Roggen gilt.

Es steckt oft unter einem schlechten Hütlein ein tapferer Mann verborgen.

Es übereilt sich oft ein Mann, der nicht mit sinnen handeln kann.

Es verdirbt viel Weisheit in eines armen Mannes Tasche.
Es verdirbt viel Weisheit in eines Armen Säckel.
Es verdirbt viel Witz in eines armen Mannes Beutel.
Viel Klugheit verdirbt in eines armen Manns Beutel.
Viel Weisheit verdirbt unter eines armen Mannes Rock.
(Schon in früheren Zeiten gab es etliche Sprichwörter, die alle dasselbe meinten: Wer arm ist, kann noch so klug und weise sein, er wurde für dumm gehalten und nicht beachtet. Auch heute werden viele kluge Menschen nicht gehört, wenn sie keine hohen Posten oder viel Geld haben. Etliche falsche oder nicht nachvollziehbare politische und wirtschaftliche und weitreichende Entscheidungen scheinen diese Sprichwörter zu bestätigen. Es wird meist nur das getan, was kurzfristig den meisten Gewinn bringt, nicht das langfristig Sinnvollste.)

Es werden keine lustigeren Schauspiele gehalten als auf der Bare eines reichen Weibes oder verächtlichen Mannes.

Es wird keine eine Hur von eines Mannes wegen.

Federn machen den Vogel flügg', Geld den Mann.
(flügg' = flügge - aus dem Niederdeutschen: flugfähig; beweglich, emsig, von jungen Vögeln, die so weit entwickelt sind, dass erste Flüge möglich sind. Übertragen auf Menschen: Die Kinder sind bald flügge: sie sind weitgehend, fast erwachsen und werden selbstständig.)

Fein Ding um einen Mann, der etwas kann.

Fluchen und schnarchen schlägt den Mann nicht.

Flüchtiger Mann, schuldiger Mann.
Flüchtig Mann, schuldig Mann.
(Das Sprichwort ist nach der Bibel und der daraus folgenden peinlichen Halsgerichtsordnung entstanden: Die Sprüche Salomos 28, 1: „Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe.“ Daher nahm man an, dass derjenige, der nachdem ein Verbrechen geschehen war, die Flucht ergreift, der Schuldige ist. Das entsprach auch der Constitutio Criminalis Carolina (deutsch: Peinliche Halsgerichtsordnung) aus dem Jahr 1532 von Kaiser Karl V. (1500 - 1558), die Flucht als weiteres Indiz einer Tatbeteiligung ansah.)

Frauenart greift dem Mann an den Bart.

Freier Mann, freies Gut.
Frei Mann, frei Gut.
(Das Sprichwort stammt aus der Zeit, in der große Teile der Landbevölkerung noch in Leibeigenschaft lebten.)

Fremd Geld ist Biedermanns Freund.

Freudiger Hauptmann, lustiges Kriegsvolk.
Freudiger Hauptmann, lustige Kriegsleut.
Freudiger Hauptmann macht freudige Kriegsleute.
Ein freudiger Hauptmann macht freudige Kriegsleut.

Frisch daran, schlägt halb den Mann.
Frisch dran töt`t halb den Mann.

Frommer Mann, bös Weib.

Frommer Mann hilft, wo er kann.

Fuhrmanns Tasche steht allzeit offen.

Furcht und Angst machen auch einen alten Mann laufen.

Gar Fisch ist Fisch, gar Mann ist Mann, ins Kloster mit dem Pfaff.

Gefangen Mann, armer Mann.

Gefängnis rauben Herz und Mut auch einem unverzagten Mann.

Geh ins Beinhaus und lies eines Edelmanns Kopf heraus.

Geld ist der Mann, der`s kann.

Gewährsmann haben hilft nicht.

Gewarnter Mann, gegen zwei sich wehren kann.

Gewarnter Mann ist halb gerettet.

Glimpflicher*12 Mann führt die Leute an.
Glimpflich*12 Mann führt gern an.

Gold probiert man durchs Feuer, die Weiber mit Gold, die Männer durch die Weiber.

Gott ist der rechte Kriegsmann.

Gottselig und ein Hofmann zu sein, ist eine Heirat von Feuer und Wasser.

Große Schulden machen manchen Mann liegen.

Große Worte und dick gelogen haben manchen Mann betrogen.

Guter Mann ist guter Seide wert.

Habe gehabt ist ein armer Mann, hab’s gewusst ein dummer.

Habich ist ein reicher Mann, Hättich ein armer.

Halt den Mann, die Kuh will beißen.

Harte Nuss und stumpfer Zahn, junges Weib und alter Mann zusammen sich nicht einen wohl, seinesgleichen jeder wählen soll.
Eine harte Nuss und stumpfer Zahn, ein junges Weib und alter Mann zusammen sich nicht reimen wohl, seins gleichen jeder nehmen soll.
(Zwei Versionen desselben Sprichworts. Die untere Version ist die ältere und damit das ursprüngliche Sprichwort, das in den meisten Sammlungen vertreten ist. Die obere Versionen stammt erst aus Veröffentlichungen des 19. Jahrhunderts. Ebenso sind seit Anfang des 19. Jahrhunderts etliche ähnliche Versionen verbreitet.)

Hass und Neiden muss der Biedermann leiden.

Hast du einen Edelmann zum Meier, bekommst du weder Pächte noch Hühner noch Eier.
Hast du einen Edelmann zum Meier, so bekommst du weder Zinsen, Hühner noch Eier.

Hast du kein Geld, so werd ein Amtmann, sagte jener Hofnarr zu seinem Fürsten.

Hastiger Mann soll auf 'nem Esel reiten.
Hastiger Mann soll trägen Esel reiten.
Ein jäher Mann soll Esel reiten, die gehen langsam.
(Ein jäher Mann ist ein impulsiver Mann, der hastig und schnell unüberlegt und jäh handelt. Nach der zweiten Überlegung wird oft die falsche unüberlegte schnelle Entscheidung oder Handlung erkannt, was auch zu spät sein kann. Daher ist ein verhältnismäßig langsamer Esel besser, der Zeit zum Überlegen lässt.)

Hastiger Mann soll keinen Esel reiten.
Wer eilen will, muss nicht Esel reiten.
Wer sehr eilen will, der muss nicht Esel reiten.
Ein hastiger Mann muss (soll) keinen Esel reiten.
(Oft haben verschiedene Sprichwörter eine gegensätzliche Aussage, wie bei den beiden oben. Wahrscheinlich wurden früher von unterschiedlichen Menschen verschiedene Erfahrungen gemacht, die sie zu unterschiedlichen Aussagen veranlassten. Am Ende muss doch jeder selbst das tun, was er für richtig hält.)

Hastiger Mann war nie Verräter.

Hättich ist ein armer Mann.

Hätt' ich nur erstlich einen Mann, was gehn mich andre Jungfern an?

Hausmannskost schmeckt wohl.

Haus ohne Mann, Haus ohne Rat; Haus ohne Frau, Haus ohne Staat.

Heuchelmann ist am besten dran.

Heute ein Kaufmann, morgen ein Bettelmann.
Heut ist ein Kaufmann, morgen ein Bettelmann.

Hier hat der Zimmermann ein Loch gelassen.
Ich will dir zeigen, wo der Zimmermann ein Loch gelassen hat.
Man zeigt ihm, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat.
(Eine eindeutige Aufforderung mit Hinweis auf die Tür zu jemanden, sich umgehend zu entfernen.)

Hinkebein spielt den Mann.

Höflichkeit ziert den Mann und kostet nichts.

Junges Weib ist altem Mann das Postpferd zum Grabe.
Ein junges Weib ist dem Alten ein Postpferd zum Grab.
(Das bedeutet, wenn ein alter Mann sich anstrengt, einer jungen Frau zu gefallen und mit ihren Ansprüchen mithalten will, muss er acht geben, sich nicht zu übernehmen oder gar einen Herzschlag zu bekommen.)

Lüg nicht du geringer Mann, die Herren haben damit zu tun, den Herren ist lügen kein Schimpf, den Geringen ists Schand und Unglimpf.

Mancher alter grauer Mann trägt noch seinen Kindskopf.

Manneslist ist behände, Frauenlist hat kein Ende. Wohl dem, der sich davor hüten kann.
Manneslist ist behände, Weiberlist hat kein Ende.
(Das obere Sprichwort steht so 1630 in der Sammlung von Lehmann. Bei Körte 1837 und Simrock 1846 ist die untere Version etwas kürzer.)


Schöner Weiber und Männer wird man auch satt.


Schönheit im Gemüt macht bei Mann und Weib eine beständige Liebe, sie nimmt mit dem alter zu. Schönheit des Leibes nimmt ab.
So näher dem Unglück, so frecher ist der Mann.

So weit Handwerksgewohnheit geht, so weit kann sich ein Handwerksmann helfen.

Tapfrer Mann, der den Zorn meistern kann.

Toter Mann macht keinen Krieg.

Tröste Gott den Mann, der sein Weib soll mit Schlägen fromm machen.

Um Gewinn reist der Kaufmann zur See.

Um Lobes willen tun alle hohen Köpfe ihre Werke und alle starken Helden ihre Mannheit.

Unerfahrener Mann ist wie ungesalzenes Kraut.
Unerfahrener Mann, ungesalzen Kraut.

Ungeziert ist der Mann am schönsten.

Unglück setzt den Mann hinter die Tür, kommts Glück, so geht er wieder hervor.

Verdorbener Kaufmann (Krämer), guter Makler.
Ein verdorben Kaufmann gibt einen guten Makler.
(Ein verdorbener Kaufmann ist kein leichtsinniger Bankrottier, sonder hat ohne eigene Schuld sein Geschäft verloren. Da er etwas von Geschäften versteht und Kontakte hat, kann er noch für andere nützlich sein.)

Verheißen und halten steht einem ehrlichen Manne wohl an.

Verkauft der Fürst das Amt, so hält der Amtmann offenen Markt.

Verzagter Mann gewinnt keine Stadt.

Verzagter Mann kam mit Ehren nie vom Plan.

Voller Mann, fauler Mann.

Von Huren geschah nie einem Mann Gutes denn einem, der ward gehängt: da kam er der Marter ab.

Weinreben machen die Männer zu Böcken und die Weiber zu Geißen.

Wenn der Mann die Frau einmal schlägt, schlägt er sie mehr.

Wenn der Mann einlöffelt und die Frau ausscheffelt*29, muss die Wirtschaft zugrunde gehen.
Wenn der Mann/die Frau einlöffelt und die Frau/der Mann ausscheffelt*29, so geht die Wirtschaft zugrunde.

Wenn der Mann verwundet ist, soll man nicht die Frau pflastern.

Wenn der Wandersmann getrunken hat, so wendet er den Rücken gegen den Brunnen.

Wenn der Zimmermann lang' um's Holz herumspaziert (spaziert), fällt kein Span davon.

Wenn der Zimmermann spielen geht, fallen keine Späne.

Wenn die Frau den Durchlass geborgt hat, so bringt der Mann nimmermehr etwas für sich.

Wenn die Frau eine Wäsche hat, so hat der Mann eine seltsame Frau und ein böses Hemd.

Wenn die Frauen gut gehen und die Kühe (Bienen) gut stehen, kann der Mann reich werden.
(In diesem Sprichwort bedeutet das: „gut gehen“ soviel wie: „rasch wegsterben“. Das Sprichwort bedeutet also, der Mann wird reich, wenn er seine reiche Frau beerben kann.)

Wenn die Henne kräht vor dem Hahn und das Weib redet vor dem Mann, so soll man die Henne braten und das Weib mit Prügeln beraten.
(Etliche Männer glauben auch heute noch, so handeln zu müssen. Die übersehen dabei, dass das Sprichwort schon mehrere Hundert Jahre alt ist und somit deren Einstellungen und Meinungen ebenfalls von vorgestern sind.)

Wenn die Herren zanken oder einander raufen, so muss der arme Mann das Haar herleihen.

Wenn die Worte Leute schlügen, so wäre er ein tapferer (freudiger) Mann.

Wenn ein alter Fuhrmann nicht mehr wohl fahren kann, so gefällt ihm noch das Klappen wohl.
(Das Sprichwort meint alte Männer, die trotz ihres Alters immer noch an jungen, hübschen Frauen interessiert sind, auch wenn sie bei denen keine Chancen mehr haben.)

Wenn ein (der) Bauer ein Edelmann wird, so sterben ihm alle Freunde.

Wenn eine Jungfrau reif ist, so hätte sie gern einen Mann.

Wenn einem niemand schuldig ist ohn Gott allein, so bat er einen guten gewissen Schuldmann.

Wenn einer einen nicht will schelten, so schelt er nur seinen Hut, wie jene Frau, die ihren Mann nicht wollt schelten.
Wenn ein Maurer oder Zimmermann sich zu Tode arbeitet, so führt sie der Teufel in die unterste Hölle, da das Feuer am heißesten ist.
(Schon Wander war 1873 der Meinung, das Maurer und Zimmerleute eher langsam, als sich zu Tode arbeiten würden. Sein Kommentar im 3. Band des Deutschen Sprichwörter Lexikons zu diesem Sprichwort von Christoph Lehmann aus dem Jahr 1630 abgeschrieben: „Man meint, es werde dann dort sehr leer sein.“)

Wenn ein Schiffsmann verzagt wäre, so führe er nicht übers Meer.

Wenn ein schlechter Mann eines großen Herrn Freund ist, so ist er gewiss sein Narr oder sein Esel.
(Das bedeutet, der schlechte (einfache, geringe) Mann wird vom anderen zum besten gehalten oder er wird für fremde Zwecke benutzt oder ausgenutzt.)

Wenn ein Weib einen Mann begraben, so wird sie sich auch nicht groß bekümmern, den anderen hinauszutragen.

Wenn Gut und Mut fällt, so verzagt der Mann.

Wenn höher wird der Mann verehrt, sein ersten Sitten er verkehrt.

Wenn ich geben kann, so bin ich ein lieber Mann.

Wenn ichs nicht ändern kann, so bist du mein lieber Mann.

Wenn mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wäre, tät` mancher Mann manchem Mann manchmal mehr Ehre.
Wenn mancher Mann wüsste, wer mancher Mann wär, so täte wohl mancher Mann manchem mehr Ehre.

Wenn man dem Teufel einen Finger gibt, so nimmt er den ganzen Mann.

Wenn man die Gans zum Ganter setzt, so bleibt der Ganter der Mann, der es sein soll.

Wer den Mann nicht schlagen kann, der schlage den Hut, trifft er den Mann, so hat er ihn nicht gemeint, sondern nur den Hut.

Wer mit Lügen ein wahrhafter Mann sein kann, der darf sein Wort nicht halten.

Wer nicht beten kann, werd' ein Schiffmann.


Wohl dem Mann und seinem Leib, dem wird zuteil ein treues Weib.


jedermann in deutschen Sprichwörtern


Aller Leute Freund, jedermanns Narr.
Aller Leute Freund, vieler Leute Narr.
Aller Leut' Freund ist aller Leut' Geck.
Aller Leut' Freund, jedermanns Geck.
Allermanns Freund, (ist) jedermanns Geck.
Wer jedermanns Freund sein will, muss jedermanns Narr sein.

Allermanns Knecht kann's nicht jedem machen recht.

Allerwelts Freund, jedermanns Geck.

Allzu gut ist Andermanns Narr.

Alter wünscht jedermann, und so es kommt, hasst man's.

An der Armut wischt jedermann die Schuhe.

An einem alten Buhler will jedermann ein Narren haben.

An ihm selbst find ein jedermann fehl genug, wer es nur merken kann.

Armer Leute Hoffart hat bald ein End und spottet jedermann.
Armer Leute Hoffart währt nicht lange.

Auf wohlfeil geben geht jedermann.

Bei den Christen will jedermann Feuer holen und Ritter an ihnen werden.

Betteln und Appellieren steht jedermann frei.

Das ist gut, was jedermann begehrt.

Den Esel will jedermann reiten.
Esel will jedermann reiten.
Auf einem Esel will jedermann reiten.
Wer sich zum Esel macht, den will jedermann reiten.

Der Argwohn ist ein Schalk, und wie er ist, verdenkt er jedermann.

Der getreue Eckart warnt jedermann.
Der treue Eckhart warnet jedermann.
(Der treue Eckhart ist jemand, der andere vor drohenden Gefahren warnt und ihnen damit die Möglichkeit gibt, sich in Sicherheit zu bringen oder drohendes Ungemach abzuwenden. Der Sage nach soll er vor dem wilden Jäger oder Frau Holle herziehen, wenn diese nachts ihre unheilvollen Züge durch das Land unternehmen, um alle auf dem Weg zu warnen, sich umgehend in Sicherheit zu bringen und vor dem drohenden Unheil zu fliehen.)

Der jedermanns ist, (der) ist niemands.

Der Reichen Freund und Gesell will jedermann sein.

Der Tod hält Gleichheit, drum fürcht ihn jedermann.

Des Hohen und Reichen schont jedermann.

Die Liebe tut jedermann Gutes.

Die Nacht ist nicht jedermanns Freund.

Dreitägiger Gast ist jedermann zur Last.

Eine falsche Zunge die sei verflucht, die jedermann zu verletzen sucht.

Eine Hur' ist jedermann gerecht.

Einem Geschrei legt jedermann ein Stücklein zu.
(Geschrei = Gerücht)

Einer Wand, die fallen will, gibt jedermann Stöße

Einfalt denkt, jedermann sei wie sie.

Ein Schuh ist nicht jedermann (jedem) gerecht.

Er ist niemandem etwas schuldig, als nur Herrn Jedermann (den Leuten).
Er ist niemand mehr schuldig als Herrn Jedermann.
Er ist niemand schuldig als jedermann.

Esel will jedermann reiten.

Es hat jedermann freies Schürfen.

Es ist nicht gar ohne, was Herr Jedermann sagt.

Es ist nicht jedermann auf die Hochzeit geladen.

Es ist niemand gern alt, und doch will jedermann gern alt werden.

Es ist schwer zu hüten, was jedermann gefällt.

Es lässt nicht jedermann mit sich scherzen.

Es lässt sich nicht raunen, was jedermann weiß.
(Raunen = leise reden, flüstern.)

Es tu mit Willen jedermann, was er am allerbesten kann.

Es weiß es niemand als nur jedermann.
Es weiß niemand, als nur jedermann.

Feind werden und lieb haben, steht jedermann frei in der Welt.

Freiheit ist nicht jedermann nutz. Sie erfreut und verdirbt die Leut.

Frieden hab' mit jedermann, Krieg sollst du nur mit Lastern han.

Fromme Leute lobt jedermann und lässt sie betteln.
Frömmigkeit lobt jedermann, man lässt sie aber betteln gahn.

Geht es an die Steuer zum gemeinen Nutzen, so sucht jedermann den Bettelmantel hervor.
(Früher und ebenso heute, besonders die mit viel Geld und die Reichsten haben viele Diener (Steuerberater) die ihm den schönsten Bettelmantel umhängen.)

Glück und Unglück ist alle Morgen jedermanns Frühstück.

Großer Mut und kleine Macht wird von jedermann verlacht.

Gute Leute sind jedermann gut.

Hans Widerborst ist Igels Art, hält jedermann das Widerpart.

Hätte jedermann das Seine, so wärest du wohl so arm als ein anderer.

Herrn Jedermann regiert der Wahn.

Hunde, die jedermanns Gesellen sind, hat man nicht gern.

Jedermann richtet das Wasser auf seine Mühle.

Man sagt, der Wolf hab jedermanns Esel vorm Jahr gefressen.

Tugend ist ein Ehrenkleid, drum spart es jedermann.

Über den Armen will jedermann herlaufen.

Unkraut wächst in jedermanns Garten.

Was jedermann gefällt, darnach man stellt.

Was jedermann leiden muss, das kann einer allein auch leiden.

Wenn der Pfennig läutet, läuft jedermann zur Kirche.

Wenn der Teufel geht in seiner Gestalt, (so) erkennt ihn jedermann alsbald.
Wenn der Teufel in seiner Gestalt geht, so kennt ihn jedermann.
Der Teufel weiß wohl, wenn er in seiner Gestalt wollt gehen, dass jedermann den Schwefel würde kennen und fliehen, drum hängt er einen ehrbaren Mantel um sich, so kennt man ihn nicht.
(Heutzutage geht der Teufel auch in Verkleidung von Präsidenten, die andere Länder und Staaten mit Krieg überfallen, unschuldige Menschen töten lassen und deren Land für sich wollen.)

Wenn der Wagen aufrecht steht, so sitzt jedermann darauf; fällt er, so flieht jedermann davon.

Wenn ein Fürst jedermanns Gunst und das gemeine Gebet verliert, so ists mit ihm geschehen.

Wenn Geld fängt zu reden an, erstummet gleich jedermann.