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Über 26.000 Deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter mit M

Deutsche Sprichwörter mit M


Über 26.000 deutsche Sprichwörter


Rechtschreibung und Grammatik in deutschen Sprichwörtern


In etlichen Sprichwörtern stimmt die Rechtschreibung oder Grammatik mit der laut Duden aktuellen nicht überein. Dazu schrieb schon Johann Michael Sailer 1810 auf Seite 64 seiner deutschen Sprichwörter:
   
„Das alte deutsche Sprichwort liebt das Negligé, die bequeme Haustracht, und lässt es den Gottscheden und Kollegen über, sein Verfahren mit der Grammatik auszusöhnen. So sind ihm z. B. der Artikel der, die, das, die Endsilbe e gar oft zu lang, das h zu weich: deshalb bleibt dies alles weg. Wie der Mann im Schlafrocke sich kein Gewissen daraus macht, dass seine Strümpfe nicht streng angezogen sind, so weiß das altdeutsche Sprichwort nichts um die Hofetikette der gebildeten Sprache. Die Zeitwörter sind dem Sprichworte oft gar zu lange: darum beschneidet es die Vorsilbe. Z, B. Werkstatt darf keines Palasts, statt: bedarf.

Ein Grund, warum das altdeutsche Sprichwort so wenig Fleiß auf die Vollendung des Gepräges verwendet, und sich darin so viele Versäumnis zuschulden kommen lässt, ist wohl auch der, dass es den Ursprung hat – mehr im Herzen, das den Sinn gibt, als im Kopfe, der ihn nach der Regel der Sprachlehre herauskleidet.“

In den alten Sammlungen wurde die Rechtschreibung der damaligen Zeit verwendet, die sich teilweise erheblich von der heute gültigen unterscheidet. Ebenso waren Druckfehler häufiger anzutreffen. Sie wurden manchmal schon am Ende eines Buches aufgelistet und berichtigt, was einfacher und billiger war, als das ganze Buch neu zu setzen und zu drucken. Leider wird diese heute unrichtige Rechtschreibung oft für die alten Sprichwörter und andere Texte in neuen Veröffentlichungen übernommen. In Neudrucken alter Bücher und Ausgaben sind alle Fehler wie in der ersten Ausgabe enthalten.

Zur Rechtschreibung und Orthografie steht im Vorwort des Buches „Der Dreißigjährige Krieg. Eine Sammlung von historischen Gedichten und Prosadarstellungen.“ 1862 in Halle herausgegeben von J. Opel und A. Cohn ein Abschnitt, dem ich mich nur anschließen kann:
 
Aus dem Vorwort Seite V bis VI:
    
„Für die Orthografie mussten wir namentlich berücksichtigen, dass unserer Ansicht gemäß gerade eine solche Sammlung nicht in die Bücherschränke der Gelehrten verschlossen bleiben, sondern auch in die Hände der deutschen Bürger gelangen sollte. Schon dieser Umstand musste uns veranlassen die heutige Schreibung und Interpunktion anzuwenden, außer wo bei einem und dem andern Worte besonders zwingende Gründe dagegen waren. Außerdem aber stützten wir uns auch hierbei auf den Ausspruch des ehrwürdigen Meisters deutscher Sprachforschung, Jacob Grimm, der sich in Haupt und Hoffmanns altdeutschen Blättern II, 138 geradezu mit den Worten: „Was liegt uns daran die Fahrlässigkeit und Unkunde eines Schreibers und Setzers jener Zeit festzuhalten?“ gegen die Beibehaltung der schlechten Schreibung des 17. Jahrhunderts erklärt. Die daran anknüpfende Mahnung Hoffmanns: (Weim. Jahrbuch IV, 224) „diese Bemerkung . . . sollte billig an der Spitze aller Einleitungen zu Neudrucken von Liedern seit etwa 1525 und der folgenden Zeit stehen“, war daher auch für uns maßgebend.“


Ein Beispiel für die alte, auch im 19. Jahrhundert falsche Schreibweise ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander und derer, die von ihm abschrieben. Trotz besseren Wissens behielt Wander oft die alten falschen Schreibweisen bei, verbesserte sie manchmal verschieden im selben Sprichwort oder gab verschiedene Schreibweisen als unterschiedliche Sprichwörter aus. Auch wenn es bei aus dem Gebrauch gekommenen Sprichwörtern nachvollziehbar wäre, werden Sprichwörter nicht in der alten geschriebenen Form, sondern immer in der zeitlich aktuellen Sprache zitiert und sollten zum allgemeinen Verständnis ebenso heute geschrieben werden.

Beispiele:
 
In den mehrere Hundert Jahre alten Sammlungen stand oft lüg für Lüge, darff für bedarf, Leut für Leute und warheyt für Wahrheit: 1873 im Deutsche Sprichwörter Lexikon Band 3, Spalte 253, Lüge Nr. 19: „Die lüg darff gelerter, die warheyt einfeltiger leut.“ richtig wäre: „Die Lüge bedarf gelehrter, die Wahrheit einfältiger Leute.“
 
Beispiele anderer Worte: babst für Papst, fahet für fängt und fangen, Lieb für Liebe, liebstu für liebst du, kompt für kommt, lest für lässt, jhm und jhn für ihm und ihn, ein v für die Buchstaben u oder ü. Ebenso bleibt bei Wander das angehängte u, wenn ein du folgen soll: bistu, hastu, kompstu, solltu, wiltu, wirstu für bist du, hast du, kommst du, sollst du, willst du, wirst du und andere. Das Wort Maus, alt oft Mauß geschrieben verbesserte Wander über 70 Mal zu Mauss, obwohl über 500 Mal auch das richtige Wort Maus im Sprichwörter Lexikon steht. Das alte Wort Fraw behielt Wander über 300 Mal, auch unter dem Stichwort Frau mit über 800 Einträgen. Über 800 Mal findet man das Wort Gelt im Deutschen Sprichwörter Lexikon, auch bei den 1580 Einträgen unter dem Stichwort Geld.
 
Ein paar Beispiele von vielen, die hier mit wenigen Ausnahmen, die dem  jeweiligen Sprichwort geschuldet sind, in der heutigen Rechtschreibung  stehen, was in den bisherigen Sammlungen nicht der Fall ist. Trotzdem  ist auch diese Sammlung nicht perfekt. Ausnahmen sind die Fälle mit  Reimen, alten Wörtern, Kunstwörtern oder für bestimmte Sprichwörter  typischen Ausdrücken. Auch die Grammatik wurde nicht verändert, die in  Sprichwörtern vielfach nicht ganz den Regeln entspricht.
 
Da hier alles nach dem Alphabet sortiert ist, (auch Ä, Ö, Ü, ß sind gleichwertig unter die Buchstaben A, O, U und S einsortiert) sind  Sprichwörter mit vergleichbaren Inhalten teilweise getrennt. So ist jedes nur einmal vorhanden, (Was auch Wander für sich forderte, aber nicht einhielt) manches müsste sonst unter verschiedenen Stichworten sortiert werden.


Auf dieser Seite befinden sich deutsche Sprichwörter mit M, von Ma bis Man jagt und auf weiteren 70 Seiten alle anderen, alte und neuere in heutiger Rechtschreibung. Wenn hier noch besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresseauf der Seite Kontakt.

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Deutsche Sprichwörter von Ma bis Man jagt

  

Mach aus der Not eine Tugend.
Man muss aus der Not eine Tugend machen.

Mach aus einer Mücke keinen Elefanten.
Er macht aus jeder Mücke einen Elefanten.

Mach dich klein, aber nicht gemein.


Mach dich nicht gemein, willst du wertgehalten sein.

 
Mach dich nicht mausig, wir haben Katzen.
 
Mach dich nicht so klein, so groß bist du nicht.
 
Mach dich nicht zu hoch, die Tür ist niedrig.

 
Mach dir einen Knopf in die Nase.
 
Mach dir keine Feindschaft mit andrer Leute Geld.
(Ein Sprichwort, von Wander nur verkürz in das Deutsche Sprichwörter Lexikon aus dem Flirilegium Politicum von Christoph Lehmann abgeschrieben. Bei Wander fehlt das Geld und verändert dadurch die Bedeutung.)

Mach es gut, so hast du Neider,
mach's besser, du beschämst sie.

Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heit'ren Stunden nur.

Mach kein Feuer, so beißt dich kein Rauch.


Mach mir eine Faust, wenn du keine Finger hast.

Machst du's gut, hast du's gut, machst du's schlecht, geschieht dir recht.

Mach's wie der Fuchs, greift ihm der Hund zum Fell, so gibt er ihm ein Maul voll Haare und wischt davon.

Machs wie der Hund; lecke dich, wo du bist wund.

Mach's wie du willst, ich hab' ein Schild.

Macht dem Teufel nicht die Tür auf, er kommt ohnehin.

Machte der Bart heilig, so wär` der Geißbock Heiliger Vater.

Mächtigen Feinden soll man weichen.

Macht man keinen Knopf am Faden, so geht der Stich verloren.

Macht und Will können viel.
Mädchen sagen nein und tun es doch.

Mädchen und Eier muss man nicht lange aufheben.

Mägdlein, lass dich nicht betrügen, du musst sonst rumpeln mit der Wiegen.


Magere Hände machen feiste (fette) Füße.
(Indem die Hände fleißig arbeiten bleiben sie mager und schlank, die Füße profitieren dabei von der dadurch möglichen besseren und reichhaltigeren Nahrung.)

Magere Pferde schlagen selten.

Mag er's im Bettstroh verzehren.

Magst auch das kleinste Ding wohl ehren: Eine Nadel kann einen Schneider ernähren.

Mag's wie es will geraten; das Frühe geht vor dem Spaten.

Maler und Poeten sind Freiherrn.

Man achtet nicht, was die Sau auch schreit.

Man ändert nicht die Fürsten, es wechseln nur die Namen.

Man ändert sich oft und bessert sich selten.

Man bedarf der schwachen Glider am Leib auch.

Man bedarf mehr Dorfprediger denn Doktoren.

Man beerbt niemand bei lebendem Leib.

Man bekommt kein Fleisch ohne Beilage.

Man belobt insgemein mit dem Munde und bezahlt mit den Füßen.
(belobt, beloben = loben, eine Sache oder jemanden loben.)

Man besieht zu spät den Stein, darüber man fiel und brach ein Bein.

Man bindet die Ochsen bei den Hörnern und die Menschen bei den Zungen.

Man bind manchen Sack zu, ehe er voll ist.

Man bittet einen Menschen zu Gaste und schickt ein Schwein zu Hause.


Man bittet nicht einen jeden aus Lieb und Freundschaft zu Gast.

Man bläst so lange in die Asche, bis einem die Funken in die Augen stieben.

Man bohrt leichter einen Brunnen, als dass man verfallene aufdeckt.

Man bohrt nicht gern durch dicke Bretter.

Man braucht dem Teufel keinen Boten zu schicken.

Man braucht die Sporen zu guten und bösen Pferden.

Man braucht keinem Narren Schellen anzuhängen.

Man braucht nicht Läuse in den Pelz zu setzen, sie kommen von selbst (doch wohl) hinein.

Man braucht viele Worte, um ein Wort zurückzunehmen.


Man bricht die Kunst nicht vom Zaune.

Man bricht drum keinen Galgen ab, dass ihn der Dieb hasst.

Manch Bubenstück hat solchen Schein, als sollt es eitel Tugend sein.

Manche Beschwernis sind groß und fast unleidlich, jedoch sind sie wie ein Fieber, dabei man Hoffnung hat, davon zu kommen.

Manche bringen ihr Gras viel teurer als andre ihre Blumen heraus.

Manche haben bedenken in der Kirche zu speien, nicht aber gar auf den Altar zu schmeißen.

Manche, indem sie sich zu viel segnen wollen, stoßen sich selber mit dem Kreuz die Augen aus.

Manche ist Jungfrau und im Herzen Weib.
Manche scheint eine Jungfrau nur und ist, bei Licht b'sehn, eine Hur'.

Manche Jungfer will wohl keinen Mann haben, sie ist aber gern bei dem Volke, das Frauen machen kann.

Manche Leute bilden sich ein, ihre Eier seien mehr wert als anderer Leute Hühner.

Manche Menschen sind so fein vom Verstande, wie die Spinnenweben, die zu nichts anders dienen, als Fliegen fangen.

Manche Menschen sind so glücklich, wie die Erdschwämme, die in einer Nacht aufgehen und doch bald in silbernen Schüsseln aufgetischt werden.

Manchem stehen Ämter und Ehren an, wie einem Ochsen ein Sattel und einem Esel ein Bischofshut.

Manchen betrifft größere Gefahr zu Haus, als im Krieg.

Manchen hält man für fett und ist nur geschwollen.

Mancher scheint fett und ist doch nur geschwollen.

Manchen hat seine Kunst tausend Taler gekostet, und er würde viel gewinnen, wenn ihm einer zehn Pfennig darum gäbe.

Manchen kann man zäumen, satteln und reiten, wie man will; mancher tuts nicht.

Manchen Leuten muss alles Fisch sein, was in ihr Netz kommt.

Mancher alter grauer Mann trägt noch seinen Kindskopf.

Mancher Amtmann gibt seinem Herrn einen Nutzen vor, da sieben Schäden hinter sind.

Mancher baut ein Haus und muss zuerst hinaus.
Mancher baut ein Haus und ist der Erste draus.

Mancher baut Schlösser in die Luft, der keine Hütte auf dem Lande bauen könnte.

Mancher baut sich selbst wie die Kinder Häuser, Dorf und Städte von Kartenblättern, die so leicht umzustoßen als sie gemacht.

Mancher behängt einen Klotz mit Gold und Ehr, so er Glück hat.

Mancher bessert sich wie ein junger Wolf, wie der Pelz vom Waschen, wie der Fisch an der Sonn.

Mancher besteht bei der Wahrheit wie Butter bei der Sonne.

Mancher bildet sich ein, er sei ein Hühnlein, ehe er noch zum Ei gelegt.

Mancher bildet sich ein, er sei im Sattel, ehe er den Fuß im Bügel hat.

Mancher braucht einen neuen Menschen und kauft nur einen neuen Rock.

Mancher büßt, was andere verbrochen haben.

Mancher denkt, er wäre der Herrgott selbst.

Mancher denkt nicht weiter als ein fettes Schwein springt.


Mancher, der kein Haar auf dem Kopf, bekommt doch einen tüchtigen Zopf.

Mancher, der nie ein Pferd beschritt, singt oft ein Reiterlied.

Mancher droht und zittert vor Furcht.

Mancher entfleucht dem Falken und wird vom Sperber gehalten.

Mancher fischt Tag und Nacht und kann doch nichts fangen.

Mancher fliegt mit seinen Gedanken so hoch, dass er weder Himmel noch Erde berührt.

Mancher flieht einen Bach und fällt in den Rhein.
Er meidet das Bächlein und fällt in den Rhein.

Mancher flieht vor dem Rauch und fällt gar in das Feuer.
Es geschieht nicht selten, dass wer den Rauch flieht, in das Feuer fällt.
Oft flieht einer den Rauch und kommt gar ins Feuer.
Wer dem Rauch entlaufen (entgehen) will, (der) fällt oft gar ins Feuer.

Mancher fragt, wie es mir geh`, ging` es mir wohl, es tät` ihm weh.

Mancher fürchtet bei hellem Tag, er gehe im Finstern.

Mancher fürchtet das gewiss und ungewiss, das sicher und unsicher, er denkt selbst Gefahr, da keine ist.

Mancher fürchtet sich vor seinem Schatten, und hat ein Löwenmaul und ein Hasenherz.

Mancher geht mit Jucken ins Bad und kommt mit der Krätze wieder.

Mancher gewinnt Gut mit Sünden, dass er muss in der Hölle drum braten.
(Gut meint hier nicht das Gute, sondern die weltlichen Güter, den Reichtum, den die Menschen zu Lebzeiten anhäufen oder zusammenraffen.)

Mancher gibt mit Löffeln und nimmt mit Scheffeln*29.
Mancher nimmt mit Scheffeln*29 und gibt mit Löffeln.

Mancher Graukopf steckt noch in der Bubenhaut und geht sein Lebtag in Kinderschuhen.
Mancher ist alt von Jahren und steckt doch in der Bubenhaut und geht sein Lebtag in Kinderschuhen.

Mancher greist, eh er weist.

Mancher hält haus, als müsst' er über Nacht verderben.

Mancher hat den Leuchter in der Hand und sucht ihn damit.

Mancher hat den Lügenberg an allen Orten durchstiegen.

Mancher hat den Namen und nicht die Tat.

Mancher hat den schönsten Zaun um einen öden Garten.

Mancher hat ein ganzes Maul voll Wolfszähn.

Mancher hat ein Gewissen wie eine Bockshaut, die sich selbst dehnt.

Mancher hat ein so enges Gewissen, man möchte mit einem Fuder Heu hindurchfahren.
Er hat ein Gewissen, man könnte mit einem Fuder Heu hindurch fahren.

Mancher hat ein weites Gewissen wie Franziskanerärmel.

Mancher hat Gott im Mund und den Teufel in Händen.

Mancher hat gut Glück zu Ehr, Reichtum und Gewalt hat aber dabei bös Geschrei und kein Lob.

Mancher hat kein Haar am Kopf und kriegt doch einen tüchtigen Zopf.

Mancher hat mehr in der Aschen als ein anderer in der Taschen.

Mancher hat mehr Salz in der Fremde gegessen als daheim und ist doch ungesalzen wieder heimgekommen.
Mancher hat mehr Salz in der Fremde gegessen, dann daheim, und ist doch ungesalzen wiedergekommen.
Mancher hat viel Salz in der Fremde gegessen und ist doch ungesalzen wiedergekommen.
Mancher aß viel Salz in der Fremde und kommt doch ungesalzen wieder.

Mancher hat mit einem Mitleid, wie mit der Gans, dass sie im Winter Barfuß geht.

Mancher hat noch eine Stunde Weges (einen kleinen Weg) zum Tode, und sammelt Zehrung, als hätte er noch hundert Jahre dahin.

Mancher hat seine Lust und freut sich, wenn andere fehlen und sündigen.

Mancher hat so ein dickes Fell, dass er kein Rückgrat braucht.

Mancher hat was Gutes im Sinn, dem was Schlechtes in den Weg kommt.

Mancher Herr, der ein Pferd hat verloren, stellt ein Schaf dafür ein an seiner statt.

Mancher Herr hält mehr auf einen fremden Esel, als auf ein gut deutsches Ross im Stall.

Mancher hört das Gras wachsen und will das Magnifikat verbessern.

Mancher Hund will den Fuchs nicht beißen.

Mancher hütet sich vor dem Schwert und kommt an den Galgen.

Mancher ist der Sauen Speis gewohnt und gilt ihm gleich, ob man's süß oder sauer anrichtet.

Mancher ist ein Freund, wie ein Fuchs der Hühner, oder ein Katz des Specks.

Mancher ist ein Mann, der's kann, doch sieht man ihm nicht an, dass er's kann.

Mancher ist fröhlich und sein Herz erfährt`s nicht.

Mancher ist geschickt andern zu raten und ist ihm selber nichts nütz.

Mancher ist hochgeboren und nicht hocherkoren, mancher hocherkoren und niedergeboren.

Mancher ist im Alter mit Lastern behaftet, wie ein Schlittengaul mit Schellen.

Mancher ist mehr geschmückt als ein ganzer Kram.

Mancher ist mild aus andrer Leut Beutel.
Mild aus andrer Leut Säckel.

Mancher ist mit Tugend beladen, wie ein Krebs mit Baumwolle.

Mancher ist nicht ein positivus, und man macht ihn zum superlativo, davon gleich lange Eselsohren wachsen.

Mancher ist reich an Geld und arm im Beutel – bei seiner Frau.

Mancher ist so glückhaft, wenn er ein Taler*33 aufs Haus wirft, so fallen zwei herab.

Mancher ist wie eine Uhr, die anders zeigt und anders schlägt.

Mancher ist wie ein rasender Hund, beißt jedermann, Bekannte und Unbekannte.

Mancher ist wie ein Storch, er sucht immer sein Nest wieder.

Mancher ist willkommen wie der Rauch in Augen, wie ein Floh im Ohr, wie der Katzenkopf im Hafen*15, wie der Hund in der Küche.

Mancher ist zur unglückhaften Stund geboren, da Mars und Venus einander den Rücken gewendet.

Mancher kann den rechten Punkt zwischen zu früh und zu spät nicht treffen.

Mancher kann die Kappe sparen, man kennt ihn doch als einen Narren.

Mancher kann einer Laus eine Stelze machen und weiß seinen eigenen Sachen nicht zu raten.

Mancher kann wohl kochen, aber nicht anrichten.

Mancher kauft am Ersten wohl viel und muss es hernach teuer genug bezahlen.

Mancher kehrt vor andrer Leute Tür und vor seiner nicht.

Mancher klebt an einem andern wie ein Schwalbennest am Haus.

Mancher knetet den Kot mit den Händen und tritt das Mehl mit den Füßen.

Mancher kommt zu großem Unglück durch sein eigen Maul.

Mancher kommt zu spät in sein eigen Haus.

Mancher Kopf hat zehn Splitter und elf Zwickel zu viel, und neun zu wenig.

Mancher kühlt, dass ihn nicht brennt.

Mancher küsst dich auf den Backen, schlägt dabei dich in den Nacken.
Mancher küsst einen auf den Backen und schlägt ihn mit der Faust in den Nacken.

Mancher lässt seine Narrenschuhe mit Eisen beschlagen.

Mancher legt aus Furcht des Brandes sein ganzes Vermögen an nasse Ware.

Mancherlei Vögel, mancherlei Sang.
Mancherlei Vögel singen mancherlei Gesang.

Mancher Leute Hoffnung fällt in Brunnen.
Die Hoffnung mancher Leute fällt in Brunnen.

Mancher lobt einen und schlägt ihn mit dem Schwanz wie ein Scorpion.

Mancher lög` einen ganzen Tag und ständ` auf einem Bein dazu.

Mancher lügt, als wäre ihm das Maul geschmiert.

Mancher lügt eins auf, das andre ab, und hat eine gesunde Leber dabei.

Mancher meint, der Teufel sei hundert Meilen*23 Wegs von ihm, da er näher ist denn sein Rock und Hemd.

Mancher meint, er hab einen Hasen gefangen, so ists eine Maus.

Mancher meint, er kenne mich, der noch nie erkannte sich.

Mancher meint, es könnte wohl der Himmel fallen, aber seine Gedanken könnten nicht fehlen.
(Diese Selbstüberschätzung hatten Menschen vor über 500 Jahre ebenso wie heute in steigendem Maße.)

Mancher meint, Gott hab' ihn beraten, so hat ihn der Teufel beschissen.

Mancher meint, man könne die Lerchen unterm Hut fangen.

Mancher meint sich zu wärmen, so wird er beräuchert.
Mancher will sich wärmen und wird nur beräuchert.

Mancher Mensch ist des andern Wolf und sein eigener Teufel.


Mancher mit kargem Mut spart fremden Hab und Gut.

Mancher muss entgelten, was er nie genossen hat.

Mancher muss lang den Esel tragen, bis er ihm abgeladen wird.

Mancher nehm ein Lot Gold und Gunst und lies einem einen Wollsack Recht, Tugend und Kunst.

Mancher rauft den toten Löwen beim Bart, der ihn lebend nicht ansehen durfte.
Wer den lebenden Löwen nicht wagt anzusehen, rauft dem toten am Bart.

Mancher redet das Beste und tut das Böseste.
Mancher redet wie ein Engel und tut wie ein Teufel.

Mancher redet, wär's ein Gulden*13, er steckt ihn in die Tasche.

Mancher reißt ein Loch auf und flickt das andere zu, bis endlich weder Schindel noch Brett im Haus bleibt.

Mancher reist krätzig ins Bad und kommt räudig wieder heim.

Mancher rühmt sich seines Gewissens, welches alsdann zu glauben, wenns im Feuer poliert und lauter erfunden worden.

Mancher schießt ins Blaue und trifft ins Schwarze.

Mancher schilt sich selber, indem er einen andern lobt.
(Dazu der Kommentar 1630 von Christoph Lehmann: „also ein Ungelehrter einen Gelehrten, ein Fauler ein Arbeitsamen lobt.)

Mancher schläft den Hasenschlaf (mit offenen Augen).

Mancher schläft mit offnen Augen wie der Hase.

Mancher schlägt einen mit bösen Worten, das Maul und Nasen davon schwitzen möchten.

Mancher schlägt oft etwas vor, das ein Licht in Geschäften sein soll, und macht damit die Leute blind.

Mancher Schüler übertrifft den Meister.

Mancher sieht mit einem Auge mehr als ein anderer mit zweien.

Mancher sieht mit einem Auge, was er gibt, und mit sieben, was er davon nimmt oder kriegt.

Mancher sieht weit hinaus ins Feld, und über ein Steinchen vor ihm fällt.

Mancher sitzt am Tisch und versäumt die Mahlzeit.

Mancher sitzt in Gedanken, wie der Hund in Flöhen.

Mancher söffe das ganze Meer, wenn nur nicht Wenn und Aber wär'.

Mancher sorgt für die Wiege, eh das Kind geboren ist.

Mancher Spieler verliert in einer Stunde, was er in seinem Leben nicht wieder gewinnt.

Mancher springt über einen Besen und fällt über einen Hundedreck.

Mancher Stein wird nach einer Kuh geworfen, der schätzbarer ist als die Kuh.

Mancher stellt sich wie der Esel in der Löwenhaut.

Mancher stellt sich wie ein Stockfisch im weisen Herrenmantel.
(Dei beiden oberen Sprichwörter stehen 1876 bei Wander getrennt als zwei Sprichwörter, bei Lahmann 1630 in einem Satz.)

Mancher sucht, dass er schon gefunden hat.
Mancher sucht, was er schon gefunden hat.

Mancher sucht ein Ding so genau wie eine hungrige Maus in einem Brotkorb.

Mancher sucht einen Pfennig und verbrennt ein Dreierlicht (für drei Kreuzer Licht).
Mancher sucht einen Pfennig und verbrennt dabei drei Lichter.

Mancher Tag hat zwölf Stunden und dreizehn Unglück.

Mancher trägt andern Wasser zu und lässt sein Haus brennen.

Mancher trägt auf einer Achsel Gott, auf der andern den Teufel.

Mancher trägt einen frommen Mantel, ist dir vorne freundlich und setzt dir einen Wolf auf den Rücken.

Mancher trägt ein Pfaffenschlappen, trüg' billiger ein Reiterkappen.
(Schlappen = ein schlapp herabhängender Hut.)

Mancher träumt so lange vom Glück, bis er es schließlich verschläft.
(An einigen Stellen wird dieser Spruch Sprichwort genannt, an anderen wird unbekanntem Autor angegeben. Dieser Spruch wird etliche Male zitiert, aber keine Quelle von früher gefunden.)

Mancher trifft's wie die Buhler, die zielen ins Weiße und treffen ins Schwarze.

Mancher trinkt heimlich und ist öffentlich besoffen.

Mancher tut ein Ding, ehe der Hahn brunzt.

Mancher tut viel und richtet nichts aus.

Mancher tut wie eine Maus, nagt alles, wozu er kommt.

Mancher tut wie ein Strauß, der meint, wenn er unterm Zweig steht, so sei er gar bedeckt.

Mancher verbösert und glaubt, er verbessert.

Mancher verdaut den Hafen*15, ein andrer kaum das Mus.

Mancher verdirbt, eh er stirbt.

Mancher vergisst nur deshalb seine Pflichten, weil er stets an seine Rechte denkt.

Mancher vermeint, dass der Verstand in seinem Kopf ebenso wie die Reichstaler*33 in seinem Kasten, eingehämmert sind.

Mancher versät sein Korn, eh er auf den Acker kommt.

Mancher verspricht ein lebendiges Ross und bringt kaum ein wächsernes.

Mancher versteigt sich mit lügen, dass er ohne Leiter nicht kann wider herabkommen.

Mancher von Frauen übel red`t, der doch nicht weiß, was seine Mutter tät.

Mancher wäre jung genug, wenn er nicht so ein alt Gesicht hätte.

Mancher weiß nicht, dass er's kann, wenn er's übt, geht es an.

Mancher wiegt alles auf der Goldwaage und so das Gewicht gleich steht, so weiß er doch nicht, was er wählen soll.

Mancher will brüten, ehe er gelegt ist.

Mancher will die Laute schlagen, und weiß keinen Griff.

Mancher will fliegen, ehe er Federn hat.

Mancher will jung sein, aber hat doch viele Ostereier gegessen.
Mancher will jung sein, und hat schon siebzigmal Ostereier gegessen.

Mancher will lieber einen Freund verlieren, als eine Klette, die er ihm anwirft.

Mancher will lieber im Tal wohnen, denn auf den Bergen.

Mancher will Meister sein und ist kein Lehrjunge gewesen.

Mancher wills lieber mit Löffeln als mit Scheffeln*29; ein ander wills lieber mit Scheffeln als mit Löffeln.

Mancher wirft mit Kot und Rotz um sich und trift sobald den Unschuldigen als den Schuldigen.

Mancher wollt nicht gern lügen, wenn er die Wahrheit könnte treffen.

Mancher zieht eine Schlange auf im Busen die ihn selbst hernach sticht.

Mancher zielt weiter, als er trifft.

Manche sind so naseweis, dass sie sich einbilden, sie haben bei einer Cumanischen Sibylla geschlafen.
(Sibylla war in der Antike ein Name von weissagenden Frauen. Die Sibylle von Cumae soll im 6. Jahrhundert v. Chr. die Priesterin des Orakels von Cumae gewesen sein. Cumae liegt in der Region Kampanien nordwestlich von Neapel. Die angebliche Höhle der Sibylla von Cumae kann heute noch besichtigt werden.)

Manches ist (wird) besser gepfiffen, als gesagt.

Manches ist so groß, dass man's nicht in der Waagschale wiegen kann.

Manche spreizt sich wie eine Kirmesgans.

Manches Schweigen ist eine beredte Antwort.
Schweigen ist auch eine Antwort.

Manch gute Kuh hat ein übel Kalb.

Manch Laster ist wie ein Rauch, es zeitigt langsam, eh man's brechen kann.

Manch saurer Wind hat ihn angeweht.

Manch Spiel ist der Sehenden, manches der Blinden.

Man darf dem Gerber das Leder nicht stehlen, um den Armen Schuhe daraus zu machen.

Man darf dem Pöbel nicht viel pfeifen, er tollt sonst gern.

Man darf dem Teufel nicht Tür und Fenster auftun, er nimmt doch sonst wohl gern das ganze Haus ein.

Man darf dem Toren keine Kappe annähen.

Man darf dem Unglück keine Boten senden: Es kommt von selbst und zu früh ins Haus.

Man darf den Hühnern den Schwanz nicht aufbinden, denn sie richten ihn selbst wohl auf.

Man darf den Teufel nicht über die Tür malen, er findet sich sonst nur zu bald.
Man darf den Teufel nicht über die Tür malen, er kommt wohl selber ins Haus.

Man darf den Teufel nicht zu Gevatter bitten.

Man darf des Guten wegen nichts Böses tun.

Man darf die Eier nicht wannen, man isst sie wohl mit dem Staube.
(Damit ist gemeint, man darf die Eier nicht abwaschen = wannen. Da man die Schalen der Eier nicht mitisst, braucht man sie vor dem Kochen nicht abwaschen, sie können mit dem Schmutz auf den Tisch kommen. Weil man nur das Innere isst, hätte der Schmutz auf der Schale keinen Einfluss auf das Ei selbst. Dieses Sprichwort weist schon vor 1600 auf die Sparsamkeit hin, wenn auch mit anderen Schwerpunkten als heute. Andere lassen das „wannen“ wohl nicht aus Sparsamkeit, sondern auch aus anderen Gründen.)

Man darf ein X hinter sein O setzen.

Man darf ihn heut um keine Tochter bitten.

Man (be)darf keiner Juden mehr, es sind andere, die wuchern können.
(Juden und Wucherer waren im früheren Sprachgebrauch des Volks fast gleichbedeutend. Juden wurden von der christlichen Obrigkeit in der guten alten Zeit förmlich zu Wucherern gemacht, als welche sie später verrufen sind. Die Juden waren rechtlos; sie genossen bloß Schutzrechte seitens des Kaisers, die sie sehr teuer bezahlen mussten. Dadurch sind sie die Melkkühe des Reichs geworden. Um ihnen möglichst viel auspressen zu können, mussten sie erst viel besitzen. Um den Judenschutz recht einträglich zu machen, verlieh man ihnen die besondere Rechte, wie Faustpfänder und Zinsen nehmen. Rechte, die Christen verboten waren. So wurden Wucherer und Jude gleichbedeutend. Als später auch Christen Pfandleiher wurden, hießen sie zum Unterschied „getaufter Juden“. Schon vor dem 15. Jahrhundert, aus dem dieses Sprichwort stammt, waren es christliche Wucherer, die sich auf Kosten anderer bereicherten. Heute wird man meist ganz unchristlich von christlichen oder anderen Wucherern um sein Geld gebracht. Wie die Sprichwörter von früher sind die falschen Vorurteile aber geblieben.)

Man darf nicht Läuse in Pelz setzen, sie wachsen selbst darin, oder kriechen selbst wohl rein.

Man darf niemand aus seiner Gewähr weisen, als von Gerichtes halben.

Man darf nur anderen die Wahrheit sagen, wenn man sie selber ertragen kann.

Man darf nur knallen und ausfahren.

Man darf seinem Heu Stroh sagen.

Man denkt an die, die wohnen hie.

Man denkt sein, wie des Pilatus im Credo.
Man gedenkt deiner, wie des Pilatus im Credo.

Man diene, wie man wolle, so ist Undank der Lohn.

Man disputiert mehr über die Schale als über den Kern.

Man ehrt den Baum des Schattens wegen.

Man ehrt den Pfennig, nicht den Mann, den sehe man durch einen Zaun nicht an.

Mann ehrt oft einen wie einen Gott und verflucht ihn wie einen Teufel.

Man empfängt die Gäste freundlich mit Mund und Hand und mit Herzen, wie Gott wohl weiß.

Man empfängt die Leute nach ihrem Kleide und entlässt sich nach ihrem Verstand.

Man entgeht wohl der Strafe, aber nicht dem Gewissen.

Man erbt niederwärts und nicht aufwärts.
(Altes Rechtssprichwort das bedeutet, die Nachkommen erben vorrangig vor allen anderen.)

Man erfährt allweg mehr Böses als Gutes.

Man erfreut sich einer bösen Tat, wenn sie nutzt, den Täter straft man.

Man erkennt einen Mohren am Gesicht und einen Narren an der Rede.
(Mohr = ursprünglich die Bezeichnung für dunkelhäutige Bewohner in Nordwestafrika (Mauretania, heutiges Marokko). Die Bezeichnung war für sich genommen eigentlich anfangs nicht diskriminierend oder herabwürdigend gemeint. Sie ist veraltet und sollte heute mit Rücksicht auf dunkelhäutige Menschen nicht mehr gebraucht werden. In den alten Sprichwörtersammlungen ist der Ausdruck noch zu finden. Heute würde das Sprichwort anders lauten und sollte auch nicht im ursprünglichen Wortlaut gebraucht werden.)

Man erkennt keinen Prozess wider einen stutzigen Bock.

Man ersieht schon am Kamme, ob Hahn oder Henne.

Man erwartet das Gänseei und bekommt ein Hühnerei.


Man fährt mit Lügen durch das Land, aber hernach lohnt sie mit Schand.

Man falle hinten oder vorn aus dem Schiff, so liegt man im Wasser.

Man fange keine Neuerung an, weil selten Neues gutgetan.

Man fängt auch wohl den gescheiten Fuchs.

Man fängt auch wohl in einem geringen Wässerlein große und kleine Fische.

Man fängt gar wohl ein Weib und einen Mann, Gedanken niemand fangen kann.
(Früher war das wohl noch nicht möglich. Neuste Untersuchungen haben aber gezeigt, das selbst Erinnerungen gezielt beeinflussbar und veränderbar sind. In den (a)sozialen Netzwerken im Internet werden etliche von Verschwörungstheorien, Hass gegen andersdenkende, Fremde und bestimmte Gruppen beeinflusst und die Gedanken und Meinungen vieler Menschen für die Zwecke weniger eingefangen.)

Man fängt keinen Fuchs außer im Fuchsbalge.

Man fängt nicht viel, wenn man die Hunde zum Laufen nötigen muss.

Man fängt nicht zwei Tauben mit einer Bohne.

Man fängt schwerlich alte Vögel mit neuen Netzen.
(Ein deutsches Sprichwort, das Wander einfach umdreht: „Alte Vögel fängt man nicht mit neuen Netzen.“ Ein ähnliches englisches Sprichwort fügt er zusätzlich hinzu: „Old birds are not caught with chaff.“ Auf Deutsch: Alte Vögel werden nicht mit Spreu gefangen. Gleiches gilt auch für alte Sprichwörter, sie sollten schon mit dem Original übereinstimmen und nicht willkürlich durcheindergewürfelt werden.)

Man findet eher einen, der Geld tadelt, als der es verschmäht.

Man findet eher zehn ungeratene Söhne als eine ungeratene Tochter.

Man findet Falschheit, Unzucht, Geiz, Untreue auf allen Märkten, auf allen Gassen feil.
(Im Sprichwörter Lexikon verändert Wander das Sprichwort, das er bei Lehman (1830) findet in „Falschheit und Untreu find man auf allen Märkten feil.“)

Man findet gar oft einen kleinen Mann, der darf ein großen greifen an.

Man findet ihrer mehr, die wohl reden, dann die wohl schweigen können.

Man findet immer so einen seltsamen Wirt, als einen seltsamen Gast.

Man findet in allen Landen gut und bös.

Man findet keine Herrschaft vollkommen.

Man findet keinen so schönen Topf, als einen schönen Deckel.

Man findet keine Rosen ohne Dornen.

Man findet keine scheußliche Buhlschaft.

Man findet Leute, wenn sie gesund geworden sind, und sollen Geld geben, so werden sie krank.

Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.

Man findet manchen Esel mit zwei Beinen.

Man findet manchen Tropf, der nie nach Aachen kam.

Man findet manches seltsame Mutterkind auf Erden.

Man findet mehr Fuchs- als Eselsfelle.

Man findet mehr Schüler als Meister.

Man findet nicht allenthalben Beile im Wasser.

Man findet nicht Geld in allen Beuteln, die zugebunden sein.

Man findet nicht gleich eine Insel, da man das Vertane wiederfindet.

Man findet nicht selten ein bleiern Messer in einer goldenen Scheide.

Man findet oft allweg gute Worte bei einem Herrn und bösen Kauf.

Man findet so bald einen alten Narren, als einen jungen.
Man findet so leicht einen alten Toren, als einen jungen.

Man findet so bald einen Schmied als ein Schmiedlein.

Man findet Soldaten, die sich rühmen, wie sie Berge zerhauen und eiserne Wagen fressen wollen und die doch, wenn es zur Tat kommt, keine reinen Hosen behalten können.

Man findet stets so einen närrischen Käufer als einen närrischen Verkäufer.

Man findet viele unbeschorene Narren.

Man findet wohl gute Gesellen, die nehmen eine Kappe mit Narrenohren und helfen ein Kloster oder ein steinernes Haus verzehren.

Man flicke ein altes Leder, wie man will, so bleibt es doch altes Leder.

Man fordert keinen darum vor Gericht, dass er arbeite, dass ihm die Haut raucht.

Man fragt die Kinder groß nicht, was sie klein getragen haben.

Man fragt nicht: was hast du gehabt, sondern: Was hast du.
Man fragt nicht, was hast du verschlemmt, sondern was hast du?

Man fragt nicht, wie fromm, sondern wie reich einer sei.

Man fragt zuerst: was trägt es ein? und dann erst, ob es recht und fein.

Man führt einen Ochsen übers Meer und bekommt einen Ochsen dann wieder her.

Man füllt einem jeden eher seinen Bauch als seine Augen.
Man füllt leichter den Bauch als die Augen.

Man fürchtet keinen Feind länger, denn er lebt.

Man fürchtet nur die Schweigenden.

Man geht niemals in den Stall, man findet einen Groschen darin.

Man geht so lang um den Brei, bis er kalt wird.
Er geht drum herum, wie die Katze um den heißen Brei.
Er geht wie die Katze um den heißen Brei
Er läuft darum herum, wie die Katze um den heißen Brei.
Wie die Katze um den heißen Brei gehen (herumgehen).

Mangel an Jahren ist ein Fehler, der sich mit jedem Tage verbessert.

Man gelobt ein Ding Christo nicht eher, es sei denn fast alles verloren.

Mangelt die Gunst, so brauch deine Kunst.

Mangel und Not würzen und machen schmackhaft.

Man gewinnt oft bei einem Geschäft nichts denn Eselsohren, dass man für unverständig wird dabei gehalten.

Man gibt aus einem Säckel allerlei Münzen.

Man gibt dem Armen allzeit das härtest Ende am Stück.

Man gibt dem gern, der wieder geben kann.

Man gibt dem Hunde nicht so oft Brot, als er mit dem Schwanz wedelt.
Man gibt dem Hunde nicht so viel, als er wohl mit dem Schwanz schmeichelt.
Man gibt den Hunden nicht so viel, als sie heischen mit des Schweifes Spiel.
Man muss dem Hund nicht so oft Brot geben, als er mit dem Schwanze wedelt.

Man gibt dem Weisheit und Gewalt, den Kleidung zierlich macht Gestalt.

Man gibt den Pferden Hafer, dass sie ziehen oder übers Pflaster springen.

Man gibt hin eine Handvoll nur und hofft wieder zwo dafür.

Man gibt keinem Mäher den Lohn, er hab' ihn denn verdient.

Man gibt leichter die Wolle als die Schafe, das Fell als ein Schaf, das Ei als eine Henne.

Man gibt leichter ein Ei als einen Ochsen.

Man gibt mehr um einen Heller*17 Kunst in Gold gefast, als um einen Zentner im Zwillichsack.

Man gibt nicht viel Goldes um ein Ei.

Man gibt oft einem ein Kind, wär's eine Gans, es wär' keine Feder dran.

Man gießt das Wasser so lange durch die Asche, bis es zur Lauge wird.

Man gießt den Wein nicht in die Schuhe.

Man glaubt an keinen Heiligen, er zeichne denn.
Man glaubt keinem Heiligen, er tue denn Zeichen.

Man glaubt an keinen sch–den Heiligen.

Man glaubt keinem mehr, als er hat.

Man grüßt oft den Zaun des Gartens willen.

Man hält einen Hund in Ehren seines Herrn wegen.

Man hälts mit dem Vogel, der im Nest sitzt.

Man hängt keinen Dieb, eh man ihn hat.

Man hängt keinen zweimal.

Man hat allemal mehr Jahre und Sünden, als man bekennt.

Man hat ihm die Hand im Sack erwischt.
Sie haben ihm die Hand im Sack erwischt.
(Wenn man jemanden mit der Hand im Sack erwischt bedeutet das, man hat einen Dieb auf frischer Tat in flagranti erwischt.)

Man hat ihm ein silbernes Schloss vor das Maul geschlagen.
Man hat ihm ein silbern Schloss vors Maul gelegt.
(Das bedeutet, man hat dem Zeugen verboten zu reden und mit Geld nachgeholfen.)

Man hat ihn mit der goldenen Kugel getroffen.

Man hat mehr verrecht, denn errecht.
Man hat viel mehr verrechtet, als errechtet.
Man tut mehr verrechten, als errechten.
(verrechten = vor Gericht bringen, gerichtlich verurteilen, gerichtlich für rechtens erklären; oder eine monatliche Abgabe, Steuer, Pacht oder Miete entrichte(n; oder durch Prozesse Geld oder Werte durchbringen und erschöpfen. Das bedeutet, man bezahlt wesentlich mehr, als man einnimmt. Das gilt für Gerichtsprozesse genauso wie für Vermietung und andere Geldgeschäfte, bei denen man sich eigentlich Gewinne verspricht, aber letztlich nur Kosten hat. Mit diesem Sprichwort wird gemeint, bei einem Prozess verliert man durch die Kosten mehr, als man bei einem möglichen Sieg überhaupt erhalten würde.)

Man hat seine Zunge an eine goldene Kette gelegt.
(Das bedeutet, der Betreffende ist bestochen worden und redet, was der andere will.)

Man hat sich eher verred't als verschwiegen.

Man hat sich ebenso leicht verred't, als verraten.
Man hat sich so leicht verred't als vertan.

Man heißt keine Kuh bunt, sie habe denn einen Flecken.

Mann heißt kein Pferd einen Rappen, es sei denn schwarz.

Man heizet den Ofen nur, damit er wieder erwärme.

Man heizt den Ofen, der einen wärmt.

Man helfe dem Stärksten, dem Schwächsten wird doch bange genug.

Man henkt keinen Dieb wider seinen Willen.

Man henkt keinen zweimal.

Man hilft dem Armen, dass keiner bei seinem Gut bleibt.

Man hofft, so lange man lebt.
(Bei Wander ohne deutsche Quelle. Wander nennt nur ähnliche Sprüche aus rund zehn verschieden anderen Sprachen. Kein deutsches Sprichwort, obwohl es in deutscher Sprache verbreitet ist. Eine weitere Version: Man hofft, solange man lebt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Spruch in verschiedenen englisch-deutschen Wörterbüchern als Übersetzung eines englischen Spruchs angegeben: „While there is life, there is hope.“ (vereinzelt auch While there's life, there is hope. geschrieben) Dieser englische Spruch ist seit Anfang 18. Jahrhunderts in englischer Sprache auch als Sprichwort in Umlauf. Wander hat die englische Version aus dem Buch „Sprüchwörterbuch in sechs Sprachen“ von Georg von Gaal aus dem Jahr 1830, die deutsche Version wahrscheinlich aus einem englisch-deutschem Wörterbuch, das er nicht angibt. Tatsächlich ist es ursprünglich kein Sprichwort, sondern ein Zitat vom englischen Schriftsteller John Gay (1685 - 1732) aus dessen Fabel XXVII „The Sick Man and the Angel“, deren letzten 2 Zeilen „While there's life there's hope, he cried; then why such haste? so groan'd and died.“ lauten. Das bedeutet, es ist das vergebliche Hoffen vor dem sicheren Tod)

Man höre auch den anderen Teil.
(Ein in die deutsche Sprache übersetzter Spruch aus dem Lateinischen: „Audiatur et altera pars.“ Anderer Wortlaut: Man soll den andern Teil auch hören. Ein Grundsatz, der besonders vor Gericht gelten sollte, damit keine einseitigen oder falschen Urteile gesprochen werden.)

Man hört an den Worten wohl, was Kaufmannschaft er treibt.

Man hört gar bald, wenn einer ein Schwab oder ein Bayer ist.

Man isst den Essig am Salat gern.

Man isst nicht Brot zu Käse, sondern Käse zu Brot.

Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt.

Man isst, um zu leben, und lebt nicht, um zu essen.

Man ist nie weniger allein, denn allein.
Niemand ist weniger allein, denn allein.
(Dazu meinte Wilhelm Körte 1837: „Also muss jeder vor keinem mehr auf der Hut ein, als vor ihm selber!“)

Man ist nie zu alt, um zu lernen, sagte die alte Frau, da lernte sie noch hexen.

Man ist nur einmal jung.
Man ist so alt, wie man sich fühlt.
Jeder ist so alt, wie er sich fühlt.

Ein Mann ist so alt, als er sich fühlt, und ein Weib so alt, als sie aussieht.
Ein Mann ist so alt, als er sich fühlt; eine Frau so jung, als sie sich anfühlt.
Männer haben die Jahre, die sie fühlen, und Frauen die, die sie zeigen.
Ein Mann ist so alt wie die Frau, die er fühlt.
Man ist so jung, wie man sich fühlt.
Jeder ist so alt, wie er sich fühlt.
(Das oberste ist ein Sprichwort, das so seit Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland verbreitet ist. Die darunter sind Variationen, die sich zwischenzeitlich entwickelt haben, vereinzelt in Umlauf sind und den verschiedensten Personen als Zitat zugeschrieben oder untergeschoben werden.
Tatsächlich ist es aber kein deutsches Sprichwort! Der zweite Spruch von oben ist die 1. Version in deutscher Sprach, veröffentlicht 1873 von Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon, 3. Band, Spalte 395 unter Mann Nr. 749. Wander gibt keine Quelle an, sondern nur ein Italienisches Sprichwort (Gli uomint hanno gli anni ch' e' sentano, e le donne quelli che mostrano.), dessen Übersetzung Wander als angeblich deutsches ausgibt. Wanders Quelle des italienischen Sprichworts ist das Buch „A Polyglot of foreign proverbs“ von Henry G. Bohn aus dem Jahr1857 Seite 100. Ebenso findet es sich 1886 in „Proverbi italiani ordinati e illus“, Seite 262, von Francesco Picchianti. Im Buch „Raccolta di proverbi toscani“ von Giuseppe Giusti aus dem Jahr 1853 steht es auf Seite 146 als toskanisches Sprichwort und 1858 im Buch „Proverbi lombardi“ von Bonifacio Samarani auf Seite 343 als lombardisches. Egal was richtig ist, es ist ein italienisches Sprichwort, das vor über 100 Jahren nach Deutschland eingewandert ist.)

Man jagt die Katze zu spät vom Speck, wenn er gefressen ist.
Man treibt die Katz zu spät vom Speck, wann er gefressen ist.


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