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Über 31.000 Deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter mit M

Deutsche Sprichwörter mit M


Über 31.000 deutsche Sprichwörter


Sprichwörter aus der Bibel


Der Ursprung vieler deutscher Sprichwörter ist in der Bibel zu finden. Damit sind nicht die Sprüche Salomos gemeint, sondern normale deutsche Sprichwörter, die im allgemeinen Gebrauch sind oder waren und deren Ursprung in allen Teilen der Bibel den meisten unbekannt ist. Manchmal sind sie wörtlich aus der Bibel übernommen, teilweise nur dem Sinn nach. Ebenso ist in den meisten Sammlungen ihre Quelle nicht angegeben.

Auf dieser und den anderen Seiten mit deutschen Sprichwörtern sind etliche dieser Sprichwörter enthalten. Meist steht die Bibelstelle (teilweise im Wortlaut) darunter, nach der sie entstanden sind. In neuerer Zeit sind mehrere neue Bibelübersetzungen veröffentlicht worden, in denen der Wortlaut geändert wurde. Ganze Sätze oder Verse lauten heute manchmal anders als in der Entstehungszeit der Sprichwörter vor hundert oder mehr Jahren. Entsprechend gibt es bei einigen Sprichwörtern eine große, bei anderen fast keine offensichtliche Ähnlichkeit. Die zitierten Bibelstellen stammen wenn möglich aus der Bibelübersetzung, die dem Sprichwort am nächsten kommt.

In einigen Übersetzungen sind teilweise die Verszahlen unterschiedlich oder Texte werden mit anderer Bedeutung übersetzt.

Beispiel das Sprichwort: „Gut ist gut, wenn man gut mit tut.
Dazu die entsprechende Stelle bei Jesus Sirach im Kapitel 13, je nach Veröffentlichung in Vers 24, 28 und 30. Einmal ist Reichtum gut, wenn man ihn ohne Sünde verwendet, ein anderes Mal nur dann, wenn keine Sünde daran ist, ohne Sünde entstanden ist, unabhängig von seiner Verwendung:
Die ganze Heilige Schrift, Zürich 1755
28: „Reichtum ist gut, wann man's ohne Sünde brauchet: und die Armut ist bös in dem Munde des Gottlosen.“
Die Heilige Schrift des alten Testaments 1813
24: „Der Reichtum ohne Sünde ist gut. Die Armut nennet der Gottlose böse.“
Die Andachts-Bibel oder Die ganze Heilige Schrift 1845
30: „Reichtum ist wohl gut, wenn man es ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.“
Lutherbibel 1912
30: „Reichtum ist gut, wenn man ihn ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.“
Gute Nachricht Bibel 2000
24: „Reichtum ist etwas Gutes, wenn kein Unrecht daran klebt. Und Armut ist nichts Schlechtes, auch wenn gewissenlose Menschen das behaupten.“
Einheitsübersetzung 2016
24: „Gut ist der Reichtum, an dem keine Sünde ist, schlecht ist die Armut im Mund des Gottlosen.“
Lutherbibel 2017
24: „Reichtum ist gut, wenn an ihm keine Sünde haftet, und allein der Gottlose nennt die Armut schlecht.“

In einigen Veröffentlichungen fehlen auch die Apokryphen, zu denen auch Jesus Sirach gehört. Das sind religiöse Schriften von ca. 200 v.Chr. bis 400 n. Ch., über deren Zugehörigkeit zur Bibel Uneinigkeit besteht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen). Einige Sprichwörter stammen auch aus ihnen.

Zu den Apokryphen gehören:
Buch Judit
Buch der Weisheit (Weisheit Salomos, um 50 v. Chr. entstanden)
Buch Tobit (nach Luther „Tobias“)
Jesus Sirach (zwischen 180 und 175 v.Chr. entstanden)
Baruch und Brief des Jeremia
1. Buch der Makkabäer
2. Buch der Makkabäer
Zusätze zum Buch Ester
Zusätze zum Buch Daniel
Gebet des Manasse

Bücher über deutsche Sprichwörter aus der Bibel

Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache
von Carl Schulze, Vandenhoeck & Ruprecht's Verlag, Göttingen 1860

Biblische Redensarten und Sprichwörter
3000 Fundstellen aus der Lutherbibel gesammelt und erläutert von Heinz Schäfer
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1998, 2004

Neben den deutschen Sprichwörtern mit der Herkunft aus der Bibel sind auf dieser Seite mehrere Hundert deutsche Sprichwörter mit M am Anfang und auf über 80 weiteren Seiten alle anderen, alte und neuere in heutiger Rechtschreibung vorhanden. Wenn hier noch besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.
Die deutschen Sprichwörter mit blischem Ursprung sind gesammelt auf einer extra Seite zu finden.

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Deutsche Sprichwörter von Man ehrt bis Man mummelt

  

Man ehrt den Baum des Schattens wegen.

Man ehrt den Pfennig, nicht den Mann, den sehe man durch einen Zaun nicht an.

Man ehrt oft einen wie einen Gott und verflucht ihn wie einen Teufel.

Man empfängt die Gäste freundlich mit Mund und Hand und mit Herzen, wie Gott wohl weiß.

Man empfängt die Leute nach ihrem Kleide und entlässt sich nach ihrem Verstand.

Man empfängt den Mann nach dem Rocke und begleitet ihn beim Weggehen nach dem Verstande.


Man entgeht wohl der Strafe, aber nicht dem Gewissen.

Man erbt niederwärts und nicht aufwärts.
(Altes Rechtssprichwort das bedeutet, die Nachkommen erben vorrangig vor allen anderen.)

Man erfährt allweg mehr Böses als Gutes.

Man erfreut sich einer bösen Tat, wenn sie nutzt, den Täter straft man.

Man erkennt einen Mohren am Gesicht und einen Narren an der Rede.
(Mohr = ursprünglich die Bezeichnung für dunkelhäutige Bewohner in Nordwestafrika (Mauretania, heutiges Marokko). Die Bezeichnung war für sich genommen eigentlich anfangs nicht diskriminierend oder herabwürdigend gemeint. Sie ist veraltet und sollte heute mit Rücksicht auf dunkelhäutige Menschen nicht mehr gebraucht werden. In den alten Sprichwörtersammlungen ist der Ausdruck noch zu finden. Heute würde das Sprichwort anders lauten und sollte auch nicht im ursprünglichen Wortlaut gebraucht werden.)

Man erkennt keinen Prozess wider einen stutzigen Bock.

Man ersieht schon am Kamme, ob Hahn oder Henne.

Man erwartet das Gänseei und bekommt ein Hühnerei.


Man fährt mit Lügen durch das Land, aber hernach lohnt sie mit Schand.

Man falle hinten oder vorn aus dem Schiff, so liegt man im Wasser.

Man fange keine Neuerung an, weil selten Neues gutgetan.

Man fängt auch wohl den gescheiten Fuchs.

Man fängt auch wohl in einem geringen Wässerlein große und kleine Fische.

Man fängt gar wohl ein Weib und einen Mann, Gedanken niemand fangen kann.
(Früher war das wohl noch nicht möglich. Neuste Untersuchungen haben aber  gezeigt, das selbst Erinnerungen gezielt beeinflussbar und veränderbar  sind. In den (a)sozialen Netzwerken im Internet werden etliche von Verschwörungstheorien, Hass gegen andersdenkende, Fremde und bestimmte  Gruppen beeinflusst und die Gedanken und Meinungen vieler Menschen für  die Zwecke weniger eingefangen.)

Man fängt keinen Fuchs außer im Fuchsbalge.

Man fängt nicht viel, wenn man die Hunde zum Laufen nötigen muss.

Man fängt nicht zwei Tauben mit einer Bohne.

Man fängt schwerlich alte Vögel mit neuen Netzen.
(Ein deutsches Sprichwort, das Wander einfach umdreht: „Alte Vögel fängt man nicht mit neuen Netzen.“ Ein ähnliches englisches Sprichwort fügt er zusätzlich hinzu: „Old birds are not caught with chaff.“ Auf Deutsch: Alte Vögel werden nicht mit Spreu gefangen. Gleiches gilt auch für alte Sprichwörter, sie sollten schon mit dem Original übereinstimmen und nicht willkürlich durcheindergewürfelt werden.)

Man feiert die Heiligen, denen man fastet, denen man nicht fastet, die feiert man nicht.

Man feiert und fürchtet keinen Heiligen, er tue denn Zeichen.


Man findet Bäume die auswendig grünen und blühen, inwendig ist das Mark ganz faul und verdorrt.

(Christoph Lehmann fügt 1630 erklärend hinzu: „Also sind die Menschen teils nach dem Gemüt und Schein, teils nach des Leibes Gesundheit inwendig und nach der äußerlichen Gestalt.“)


Man findet eher einen, der Geld tadelt, als der es verschmäht.

Man findet eher zehn ungeratene Söhne als eine ungeratene Tochter.

Man findet Falschheit, Unzucht, Geiz, Untreue auf allen Märkten, auf allen Gassen feil.
(Im Sprichwörter Lexikon verändert Wander das Sprichwort, das er bei Lehman (1830) findet in „Falschheit und Untreu find man auf allen Märkten  feil.“)

Man findet gar oft einen kleinen Mann, der darf ein großen greifen an.

Man findet ihrer mehr, die wohl reden, dann die wohl schweigen können.

Man findet immer so einen seltsamen Wirt, als einen seltsamen Gast.

Man findet in allen Landen gut und bös.

Man findet keine Herrschaft vollkommen.

Man findet keinen so schönen Topf, als einen schönen Deckel.
Man find kein so schönen Hafen*15, man find noch ein schöneren Deckel.

Man findet keine Rosen ohne Dornen.

Man findet keine scheußliche Buhlschaft.

Man findet Leute, wenn sie gesund geworden sind, und sollen Geld geben, so werden sie krank.

Man findet manchen Esel, der nie Säcke trug.

Man findet manchen Esel mit zwei Beinen.
Es sind viel Esel auf zwei Füssen.

Man findet manchen Tropf, der nie nach Aachen kam.


Man findet manches seltsame Mutterkind auf Erden.

Man findet mehr Fuchs- als Eselsfelle.

Man findet mehr Schüler als Meister.

Man findet nicht allenthalben Beile im Wasser.

Man findet nicht Geld in allen Beuteln, die zugebunden sein.

Man findet nicht gleich eine Insel, da man das Vertane wiederfindet.

Man findet nicht selten ein bleiern Messer in einer goldenen Scheide.

Man findet oft allweg gute Worte bei einem Herrn und bösen Kauf.

Man findet so bald einen alten Narren, als einen jungen.
Man findet so leicht einen alten Toren, als einen jungen.
Man findet so bald einen Schmied als ein Schmiedlein.

Man findet so finstere Köpfe, wenn man ihnen Fackeln und brennende Pechpfannen drein steckt, so löschten sie von der grausamen Finsternis aus.

Man findet Soldaten, die sich rühmen, wie sie Berge zerhauen und eiserne Wagen fressen wollen und die doch, wenn es zur Tat kommt, keine reinen Hosen behalten können.

Man findet stets so einen närrischen Käufer als einen närrischen Verkäufer.

Man findet viele unbeschorene Narren.

Man findet wohl gute Gesellen, die nehmen eine Kappe mit Narrenohren und helfen ein Kloster oder ein steinernes Haus verzehren.

Man flicke ein altes Leder, wie man will, so bleibt es doch altes Leder.

Man fordert keinen darum vor Gericht, dass er arbeite, dass ihm die Haut raucht.
(Heute hat man manchmal einen anderen Eindruck. Beispiel, wenn im Wahlkampf jemand fordert, das Bürgergeld, Sozialhilfe für alle zu kürzen oder abzuschaffen, weil einige wenige unter 1% aller möglicherweise diese Leistungen missbrauchen könnten.)

Man fragt die Kinder groß nicht, was sie klein getragen haben.

Man fragt nicht: was hast du gehabt, sondern: Was hast du.
Man fragt nicht, was hast du verschlemmt, sondern was hast du?

Man fragt nicht, wie fromm, sondern wie reich einer sei.

Man fragt zuerst: was trägt es ein? und dann erst, ob es recht und fein.

Man führt einen Ochsen übers Meer und bekommt einen Ochsen dann wieder her.

Man füllt einem jeden eher seinen Bauch als seine Augen.
Man füllt leichter den Bauch als die Augen.

Man fürchtet keinen Feind länger, denn er lebt.

Man fürchtet nur die Schweigenden.

Man gedenkt's nicht so lang, als der Schnee im Märzen liegt.

Man geht niemals in den Stall, man findet einen Groschen darin.

Man geht oft wieder in das Haus, da es einem wohl geht.

Man geht so lang um den Brei, bis er kalt wird.
Er geht drum herum, wie die Katze um den heißen Brei.
Er geht wie die Katze um den heißen Brei
Er läuft darum herum, wie die Katze um den heißen Brei.
Wie die Katze um den heißen Brei gehen (herumgehen).

Mangel an Jahren ist ein Fehler, der sich mit jedem Tage verbessert.

Man gelobt ein Ding Christo nicht eher, es sei denn fast alles verloren.

Mangelt die Gunst, so brauch deine Kunst.

Mangel und Not würzen und machen schmackhaft.

Man gewinnt oft bei einem Geschäft nichts denn Eselsohren, dass man für unverständig wird dabei gehalten.

Man gibt aus einem Säckel allerlei Münzen.

Man gibt dem Armen allzeit das härtest Ende am Stück.

Man gibt dem gern, der wieder geben kann.

Man gibt dem Hunde nicht so oft Brot, als er mit dem Schwanz wedelt.
Man gibt dem Hunde nicht so viel, als er wohl mit dem Schwanz schmeichelt.
Man gibt den Hunden nicht so viel, als sie heischen mit des Schweifes Spiel.
Man muss dem Hund nicht so oft Brot geben, als er mit dem Schwanze wedelt.

Man gibt dem Weisheit und Gewalt, den Kleidung zierlich macht Gestalt.

Man gibt den Pferden Hafer, dass sie ziehen oder übers Pflaster springen.

Man gibt den Taglohn nicht morgens, sondern wenn die Tagarbeit verricht ist.

Man gibt die Karten nicht, wie man sie spielt.

Man gibt hin eine Handvoll nur und hofft wieder zwo dafür.

Man gibt jedem um sein Geld, was ihm wohl schmeckt.

Man gibt keinem Mäher den Lohn, er hab' ihn denn verdient.

Man gibt leichter die Wolle als die Schafe, das Fell als ein Schaf, das Ei als eine Henne.

Man gibt leichter ein Ei als einen Ochsen.

Man gibt manchem ein gute Karten, wer sie recht könnt spielen.

Man gibt mehr um einen Heller*17 Kunst in Gold gefast, als um einen Zentner im Zwillichsack.


Man gibt nicht viel Goldes um ein Ei.

Man gibt oft einem ein Kind, wär's eine Gans, es wär' keine Feder dran.

Man gießt das Wasser so lange durch die Asche, bis es zur Lauge wird.

Man gießt den Wein nicht in die Schuhe.
Er gießt den Wein auch nicht in die Schuhe.

Man glaubt an keinen Heiligen, er zeichne denn.
Man glaubt keinem Heiligen, er tue denn Zeichen.

Man glaubt an keinen sch–den Heiligen.

Man glaubt keinem mehr, als er hat.

Man grüßt oft den Zaun des Gartens willen.

Man hält einen Hund in Ehren seines Herrn wegen.
Man muss oft einen Hund in Ehren halten um seines Herrn willen.

Man hält manches für Fett und ist nur Geschwulst.

Man hält oft mit einem ein Fest, als wollt man ihn zum großen Herzog machen.


Man hälts mit dem Vogel, der im Nest sitzt.

Man hängt keinen Dieb eher, als man ihn gefangen hat.

Man hängt keinen Dieb, eh man ihn hat.

Man hängt keinen Dieb, wenn man ihn nicht hat.

Man hängt keinen zweimal.


Man hat allemal mehr Jahre und Sünden, als man bekennt.

Man hat am Fass so lang geklopft, bis der Boden gar ausgegangen.

Man hat das Spiel noch nicht in Kleidern gespielt.

Man hat die beste Speise zum letzten Gericht behalten.

Man hat ihm das Gift schon genommen.


Man hat ihm die Hand im Sack erwischt.
Sie haben ihm die Hand im Sack erwischt.
(Wenn man jemanden mit der Hand im Sack erwischt bedeutet das, man hat einen Dieb auf frischer Tat in flagranti erwischt.)

Man hat ihm ein silbernes Schloss vor das Maul geschlagen.

Man hat ihm ein silbern Schloss vors Maul gelegt.
(Das bedeutet, man hat dem Zeugen verboten, zu reden und mit Geld nachgeholfen.)

Man hat ihn mit der goldenen Kugel getroffen.

Man hat lieber das Original als die Kopie.

Man hat mehr verrecht, denn errecht.
Man hat viel mehr verrechtet, als errechtet.
Man tut mehr verrechten, als errechten.
(verrechten = vor Gericht bringen, gerichtlich verurteilen, gerichtlich für rechtens erklären; oder eine monatliche Abgabe, Steuer, Pacht oder Miete entrichten; oder durch Prozesse Geld oder Werte durchbringen und erschöpfen. Das bedeutet, man bezahlt wesentlich mehr, als man einnimmt. Das gilt für Gerichtsprozesse genauso wie für Vermietung und andere Geldgeschäfte, bei denen man sich eigentlich Gewinne verspricht, aber letztlich nur Kosten hat. Mit diesem Sprichwort wird gemeint, bei einem Prozess verliert man durch die Kosten mehr, als man bei einem möglichen Sieg überhaupt erhalten würde.)

Man hat oft das Lied zu niedrig angefangen.

Man hat seine Zunge an eine goldene Kette gelegt.

Seine Zunge ist an ein golden Seil gelegt.

(Das bedeutet, der Betreffende ist bestochen worden und redet, was der andere will.)

Man hat sich eher verred't als verschwiegen.

Man hat sich ebenso leicht verred't, als verraten.
Man hat sich so leicht verred't als vertan.


Man hats schon zum Feuer gesetzt.


Man hat uns in hohlen Weg geführt, ein harte Nuss aufzubeißen gegeben, Essig zum Wein gelegt, das Muss versalzen.


Man hat wohl alle Jahre, aber nicht alle Tage Geld.

(Erklärung dazu von S. Ch. Wagener im Buch „Sprichwörter-Lexikon mit kurzen Erläuterungen“ im Jahr 1813: „In der Regel wird z. B. das Dienstgehalt jährlich, oder doch vierteljährlich, aber nicht täglich ausgezahlt,“)


Man heißt keine Kuh bunt, sie habe denn einen Flecken.


Man heißt kein Pferd einen Rappen, es sei denn schwarz.

Man heizet den Ofen nur, damit er wieder erwärme.

Man heizt den Ofen, der einen wärmt.

Man helfe dem Stärksten, dem Schwächsten wird doch bange genug.

Man henkt keinen Dieb wider seinen Willen.

Man henkt keinen zweimal.

Man hilft dem Armen, dass keiner bei seinem Gut bleibt.

Man hofft oft, wenn der Baum wohl blüht, er werde gute Äpfel geben, aber er hält nicht Farbe.

Man hofft, so lange man lebt.
(Bei Wander ohne deutsche Quelle. Wander nennt nur ähnliche Sprüche aus rund zehn verschieden anderen Sprachen. Kein deutsches Sprichwort, obwohl es in deutscher Sprache verbreitet ist. Eine weitere Version: Man hofft, solange man lebt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Spruch in  verschiedenen englisch-deutschen Wörterbüchern als Übersetzung eines englischen Spruchs angegeben: „While there is life, there is hope.“ (vereinzelt auch While there's life, there is hope. geschrieben) Dieser  englische Spruch ist seit Anfang 18. Jahrhunderts in englischer Sprache auch als Sprichwort in Umlauf. Wander hat die englische Version aus dem Buch „Sprüchwörterbuch in sechs Sprachen“ von Georg von Gaal aus dem  Jahr 1830, die deutsche Version wahrscheinlich aus einem englisch-deutschem Wörterbuch, das er nicht angibt. Tatsächlich ist es ursprünglich kein Sprichwort, sondern ein Zitat vom englischen Schriftsteller John Gay (1685 - 1732) aus dessen Fabel XXVII „The Sick  Man and the Angel“, deren letzten 2 Zeilen „While there's life there's  hope, he cried; then why such haste? so groan'd and died.“ lauten. Das bedeutet, es ist das vergebliche Hoffen vor dem sicheren Tod)

Man höre auch den anderen Teil.
(Ein in die deutsche Sprache übersetzter Spruch aus dem Lateinischen: „Audiatur et altera pars.“ Anderer Wortlaut: Man soll den andern Teil auch hören. Ein Grundsatz, der besonders vor Gericht gelten sollte, damit keine einseitigen oder falschen Urteile gesprochen werden.)

Man hört an den Worten wohl, was Kaufmannschaft er treibt.

Man hört gar bald, wenn einer ein Schwab oder ein Bayer ist.

Man isst den Essig am Salat gern.

Man isst gern die Birne, will aber nicht auf den Baum.

Man isst keinen Hasen, man hat ihn denn gefangen.

Man isst nicht Brot zu Käse, sondern Käse zu Brot.

Man isst so lange weißes Brot, bis man nach schwarzem verlangt.

Man isst, um zu leben, und lebt nicht, um zu essen.
Man soll essen, dass man leb, nicht leben, dass man esse.

Man ist nie weniger allein, denn allein.
Niemand ist weniger allein, denn allein.
(Dazu meinte Wilhelm Körte 1837: „Also muss jeder vor keinem mehr auf der Hut ein, als vor ihm selber!“)

Man ist nie zu alt, um zu lernen, sagte die alte Frau, da lernte sie noch hexen.

Man ist nur einmal jung.

Man ist so alt, wie man sich fühlt.
Jeder ist so alt, wie er sich fühlt.

Ein Mann ist so alt, als er sich fühlt, und ein Weib so alt, als sie aussieht.
Ein Mann ist so alt, als er sich fühlt; eine Frau so jung, als sie sich anfühlt.
Männer haben die Jahre, die sie fühlen, und Frauen die, die sie zeigen.
Ein Mann ist so alt wie die Frau, die er fühlt.
Man ist so jung, wie man sich fühlt.
Jeder ist so alt, wie er sich fühlt.
(Das oberste ist ein Sprichwort, das so seit Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland verbreitet ist. Die darunter sind Variationen, die sich zwischenzeitlich entwickelt haben, vereinzelt in Umlauf sind und den verschiedensten Personen als Zitat zugeschrieben oder untergeschoben werden.
Tatsächlich ist es aber kein deutsches Sprichwort! Der zweite Spruch von oben ist  die 1. Version in deutscher Sprache, veröffentlicht 1873 von Wander im  Deutschen Sprichwörter Lexikon, 3. Band, Spalte 395 unter Mann Nr. 749.  Wander gibt keine Quelle an, sondern nur ein Italienisches Sprichwort  (Gli uomint hanno gli anni ch' e' sentano, e le donne quelli che  mostrano.), dessen Übersetzung Wander als angeblich deutsches ausgibt.  Wanders Quelle des italienischen Sprichworts ist das Buch „A Polyglot of foreign proverbs“ von Henry G. Bohn aus dem Jahr1857 Seite 100. Ebenso  findet es sich 1886 in „Proverbi italiani ordinati e illus“, Seite 262,  von Francesco Picchianti. Im Buch „Raccolta di proverbi toscani“ von  Giuseppe Giusti aus dem Jahr 1853 steht es auf Seite 146 als  toskanisches Sprichwort und 1858 im Buch „Proverbi lombardi“ von  Bonifacio Samarani auf Seite 343 als lombardisches. Egal was richtig  ist, es ist ein italienisches Sprichwort, das vor über 100 Jahren nach  Deutschland eingewandert ist.)

Man ist übel gespannt, wenn blinde Pferde den Wagen führen.

Man jagt die Katze zu spät vom Speck, wenn er gefressen ist.

Man treibt die Katz zu spät vom Speck, wann er gefressen ist.


Man kann alle Dinge totschweigen, aber nicht tot keifen.

Man kann allen Sachen Hilfe und Rat schaffen außer dem Tod.

Man kann alles, was man will.

(Ein Sprichwort, mit dem man gern anderen deren Unvermögen oder Versagen als persönliche Schuld unterstellen will. Es gilt aber nur für diejenigen, die etwas schaffen, ihre Ziele erreichen oder gewinnen, für keinen anderen. Wenn mehrere ein Spiel spielen, bei dem nur einer gewinnen kann, wollen denn die anderen etwa nicht gewinnen und warum spielen die überhaupt mit? Die anderen nehmen einfach ein anderes Sprichwort: Wer nicht kann, wie er will, muss wollen, wie er kann.)

Mann kann alles, was man will, wenn man will, was man kann.
(Besser als das vorherige, gilt dieses Sprichwort immer, man muss nur wissen, was man kann.)

Man kann alte Bräuche nicht so bald ablegen, als ein paar alte Hosen.

Man kann am besten das Meer loben, wenn man auf dem Lande ist.

Man kann an eigenen Birnen lernen, wenn andere zeitig sind.

Man kann auch aus einer Narrenkappe einen klugen Kopf stecken.

Man kann auch bisweilen neue Löffel aus altem Holze machen.

Man kann auch mit einem ganzen Fuder Verdrießlichkeit nicht einen Kreuzer bezahlen.
(Auch wenn Wander wie bei diesem Sprichwort nur eine Quelle angibt, hat er oft grundlos den Wortlaut geändert. Bei diesem in: „Mit einem Fuder Verdrießlichkeit bezahlt man keinen Kreuzer Schulden.“ Zudem bringt er auch andere Begriffe dazu. Im Original von Paul Winkler ist von „Schulden“ keine Rede.)

Man kann auch wohl Prälaten sehn, die nicht in saubern Schuhen stehn.

Man kann auf keinem Kissen in den Himmel rutschen.

Man kann aus einem krummen Ast so gute Kohlen, als aus einem graden machen.

Man kann aus einer Taube keinen Sperber und aus einem Schweinsohr keinen sauberen Beutel machen.

Man kann Bären und Bauern zähmen, warum nicht auch böse Buben?
Man kann Löwen und Bären zähmen, warum nicht auch böse Buben?

Man kann bei einem alten Zaun einen Regen aussitzen.


Man kann das Jahr nicht an den Pfahl binden.

Man kann dem Alter vorlaufen, aber nicht vorraten.

Man kann den Rhein wohl schwellen, aber nicht stellen.

Man kann den Wind nicht lenken, aber die Segel anpassen.


Man kann der Hacke bald einen Stiel finden.

Man kann des Guten nicht zu viel tun, sagte jene Frau, da ertränkte sie sich im Weihkessel.

Man kann die Natur nicht ändern.

Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie selbst.

Man kann dies nicht auf einer Armbrust daherschießen.

Man kann durch eine Wand sehen, wenn ein Loch darin ist.

Man kann eher über einen Zaun springen, als über eine hohe Mauer.

Man kann einem ein Spiel in und aus der Hand spielen.

Man kann einem Esel wohl den Schwanz verbergen, aber die Ohren lässt er vorgucken.
Man kann einem Esel den Schwanz verbergen, aber die Ohren lässt er überall hervorschauen.


Man kann einem Geizigen nicht mehr Unglück wünschen, denn dass er lange lebe.

Man kann einem Menschen nichts Besseres wünschen als Gesundheit, Ehre und gute Nahrung.

Man kann einem ohne seinen Dank nichts geben.

Man kann einer Laus nicht mehr nehmen als das Leben.


Man kann eine Salbe nicht zu allen Schäden brauchen, ein Pflaster nicht zu allen Schweren.


Man kann ein Schloss nicht hüten, wozu jeder einen Schlüssel hat.

Man kann es mit den Händen greifen.

Man kann es nicht durch die Rippen schwitzen.


Man kann fragen, es ist deutsch bis Welschland*35.

Man kann gedenken, dass kranken Leuten nicht wohl ist.


Man kann gegen Wellen ankämpfen oder sich von ihnen in die Zukunft tragen lassen.


Man kann Gott belügen, aber nicht betrügen.


Man kann ihm alle Rippen zählen.


Man kann keinem bösen Hund kein Bett zurecht machen.
(Vergleichbar mit diesem alten Sprichwort, das schon 1630 in der Sammlung von Christoph Lehmann (Seite 101, Nr. 67) zu finden ist, kann man mit Putin keine Verhandlungslösung und Frieden in seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine machen. Ohne die bedingungslose Aufgabe der Ukraine und deren vollständige Besetzung durch russische Truppen und Annektierung durch Russland ist in den Augen Putins kein Frieden mit der Ukraine denkbar. Das bedeutet, wer Frieden und eine eigenständige, freie und territorial unverletzte Ukraine will, muss der Ukraine mit allen Mitteln helfen, auch den nötigen Waffen, ihre Freiheit und Territorium gegen jeden Angreifer zu verteidigen und zu schützen.)

Man kann keinen Stein mit einem Fuchsschwanz aushauen.

Man kann kein Feuer so tief auf dem Boden machen, der Rauch schlägt in die Höhe.

Man kann kein so niedriges Feuer machen, das der Rauch nicht in die Höhe steigt.
(Das bedeutet, man kann eine verbotene Sache noch so heimlich im Verborgenen machen, etwas dringt doch heraus an die Öffentlichkeit und verrät sie. Man kann so viel und glaubwürdig Lügen, die Wahrheit setzt sich doch einmal durch.)

Man kann lange fluchen, ehe man ein Vaterunser zuwege bringt.

Man kann mit Bettlern keine Ehre einlegen.
Mit Bettlern ist keine Ehr einzulegen.
Mit nackten Bettlern ist keine Ehr einzulegen.

Man kann nicht alle Köpfe über einen Kam scheren, noch alle Schuhe über einen Leisten machen.

Man kann nicht alle Köpfe unter einen Hut bringen.
Man kann nicht wohl viel Köpfe unter einen Hut bringen noch zwei Köpfe zu gleich mit einem Hut decken.

Man kann nicht alle krummen Hölzer gerade machen.


Man kann nicht alle Krümmen schlicht machen.

Man kann nicht allen Leuten ins Herz sehen.
(Das bedeutet, man kann nicht wissen, ob man ihnen trauen kann.)

Man kann nicht alle Schäden mit einem Pflaster heilen.

Man kann nicht alles haben.

Man kann nicht alle Worte auf die Goldwaage legen.
Man muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Man muss die Worte nicht auf die Goldwaage legen.

Man kann nicht allzeit mit eignen Ochsen pflügen.
Mit eignen Ochsen pflügen.
(Zum Gebrauch der Sprichwörter schrieb Wilhelm Körte 1837 zu diesem Sprichwort: „Die ostfriesischen Landstände baten einst ihren Landesherrn, er möchte doch nicht so viel Ausländer anstellen und lieber „mit eigenen Ochsen pflügen“. – Sie erhielten zur Antwort: „Ochsen kann ich eben nicht brauchen!“ Sei vorsichtig im Gebrauch der Sprichwörter, damit sie dir nicht selber eins auswischen und anhängen!“
Das Gleiche könnt man auch heute den vielen ausländerfeindlichen Menschen in unserem Land zurufen, wo wäre Deutschland und das Wirtschaftswunder, wenn nicht vor Jahren die vielen Ausländer (Gastarbeiter) das Wirtschaftswunder und den heutigen Wohlstand erst möglich gemacht hätten? Ochsen sind scheinbar bis heute nicht ausgestorben und haben es sogar in der Politik schon weit gebracht. Selbst das 3. Reich hätte kein Jahrzehnt überlebt, wenn nicht so viele Millionen „Fremdarbeiter“ nach Deutschland verschleppt worden wären, um Zwangsarbeit bis zum Tod zu verrichten.)

Man kann nicht anders fahren, als man gespannt ist.
Man kann nicht anders fahren, als angespannt ist.

Man kann nicht auf einmal aller Kinder Gevatter werden.


Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.
Mit einem Arsch kann man nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.

Man kann nicht Feuer mit Feuer löschen, noch Wind mit dem Netze fangen.
(Hier irrt der Volksmund, zur Feuerbekämpfung wird in etlichen Teilen der Welt auch ein Gegenfeuer eingesetzt. Kontrolliert abgebrannte Flächen dienen als Sperre für Waldbrände, die auf diesen Flächen keine Nahrung vorfinden und dadurch gestoppt werden können. Der Wind wird seit altershehr nicht mit Netzen, sondern mit Windmühlen eingefangen, um dessen Energie nutzbar zu machen. Eine alte Technik, mit der zukünftig immer mehr Strom erzeugt werden soll.)

Man kann nicht immer auf Rosen gehen.

Man kann nicht immer Seide spinnen.

Man spinnt nicht allweg Seide.

Wer kann allzeit Seide spinnen?


Man kann nicht länger Frieden halten, als der Nachbar will.

Es kann keiner länger Friede haben, denn sein Nachbar will.

Man kann nicht miteinander reiten und reden.

Man kann nichts Böses und Schädliches vertreiben, es muss wieder ein Böses dagegen gesetzt werden.

Man kann nicht so bald andere Sitten und Gewohnheiten annehmen, als ein neues Kleid anziehen.


Man kann nichts tun noch reden, das nicht auf viele weise vom Lästerer übel könnt ausgelegt werden.

Man kann nicht umsonst Narr sein.

Man kann nicht zugleich läuten und das Kreuz tragen.

Man kann nicht zugleich säen und ernten.

Man kann nicht zugleich vor dem Ofen und in der Mühle sein.

Man kann nicht zumal singen und schlingen.
(Das bedeutet ebenso wie das vorangegangene Sprichwort, dass man nicht zwei Dinge gleichzeitig tun kann. Wer es dennoch versucht, wird keins der beiden vollbringen. Neuste Untersuchungen haben gezeigt, dass das sogenannte Multitasking eine Illusion ist. Es funktioniert nur bei unbewussten Tätigkeiten, wie beim Unterhalten beim Laufen, bei der das Laufen unbewusst automatisch abläuft, während man bewusst bei dem Thema der Unterhaltung ist. Wenn getrennte Überlegungen und Entscheidungen zu verschiedenen voneinander unabhängigen Dingen notwendig sind, geht das nur zeitversetzt. Man wechselt dabei unbewusst zeitlich schnell nacheinander abwechselnd von einer Sache zur anderen und schafft beide mit geringerer Konzentration in längerer Zeit (bis zu 50 %) und schlechterer Qualität. Bei anspruchsvollen Tätigkeiten geschehen dabei oft gravierende Fehler und führen manchmal zum vollständigen Versagen. Das gilt heutzutage besonders für Homeoffice, sogenanntes Homeschooling, Haushalt und Kindererziehung. 2020 beweisen die jüngsten Beispiele diese Unmöglichkeit. Multitasking ist eine Selbsttäuschung und wird vom Gehirn verhindert.)
Bei Computern erkennt jeder diese Variante eines Zeit-Multiplexverfahrens an verzögerten Programmabläufen, die bei sich selbst entschieden bestritten werden, aber oft zu Unfällen mit gravierenden Folgen führen können. Informationen dazu gibt es genügend im Internet:
https://de.wikipedia.org/wiki/Multitasking_(Psychologie)
www1.wdr.de/wissen/mensch/multitasking-102.html
www.zeit.de/karriere/beruf/2012-08/multitasking-gehirnleistung
www.tk.de/techniker/magazin/life-balance/balance-im-job/schluss-mit-multitasking-2007152
www.dasgehirn.info/aktuell/frage-an-das-gehirn/sind-wir-wirklich-faehig-zum-multitasking

Man kann nicht zwei Mus in einem Hafen*15 kochen.

Man kann niemand helfen, den Karren ziehen, der nicht mitzieht.

Man kann niemand ins Herz sehen.


Man kann Riegelwände mit ihm einrennen.

Er ist so dumm, dass man mit ihm Tür und Wände einrennen kann.


Man kann schon am Kalbe sehen, was für ein Ochse es werden wird.
Man sieht schon am Kalbe, was für'n Ochs es werden will.

Man kann sich an einem Hund versündigen.

Man kann sich doch kein Geld aus den Rippen schneiden.

Man kann sich leichter vor einem Feind als falschen Freund hüten.

Man kann sich selbst keine Bäume pflanzen.

Man kann sich sowohl also schämen, dass man Schande und Schaden hat; auch wohl also, das man Gnade und Ehre davon hat.

Man kanns mit Fingern greifen.
Man kanns mit Händen greifen.

Man kanns vor- und rückwärts brauchen, wie die badenschen Würfel.

Man kann tiefe Wunden nicht bald heilen.

Man kann überall in die Hölle kommen.

(Als Erklärung fügt Andreas Sutor 1740 an: „Es ist an einem Ort so weit, als wie in einem anderen.“)

Man kann viel hören, eh ein Ohr abfällt.
Man muss viel hören, ehe ein Ohr abfällt.
(Druckfehler in der Sammlung von Karl Simrock. Unter Nr. 4942 fehlt bei ihm das Wort „viel“, mit dem erst der Sinn erkennbar wird. Ein 2. Mal unter Nr. 7668 ist es korrekt, einmal muss man hören, das 2. Mal kann man hören.)

Man kann von dem Ei keine Wolle scheren, noch das Eisen lehren schwimmen.

Man kann von keinem Schiff urteilen, solange es nicht in die See gelaufen.

Man kann, was man will.
(Ein altes Sprichwort, das nicht stimmen kann, denn oft kann man eben nicht alles, was man will. Ein anderes, welches dann zutrifft, ist: Wer nicht kann, wie er will, muss wollen, wie er kann.)

Man kann weder Jägerhorn noch Pfeil von einem Ziegenschwanz machen.
(Von Wander wurde im Deutschen Sprichwörter Lexikon der Ziegenschwanz an den Anfang verschoben, um das Sprichwort aus der Sammlung von Paul Winckler unter diesem Stichwort einzusortieren.)

Man kann wohl einem das Amt, nicht aber den Verstand dazu geben.

Man kann wohl einem ehrlichen Mann auf den Schuh treten, man muss aber nicht mit dem ganzen Leibe auf ihn fallen.

Man kann wohl ein Fass füllen, so füllt man auch wohl einen Menschen.

Man kann wohl eins bereden oder zwingen, das es ein Ding tut, aber nicht, das es gern tut.


Man kann wohl Haare lassen, aber man muss die Haut behalten.

Man kann wohl lesen, was man gewesen, aber nicht schreiben, was man wird bleiben.

Man kann wohl mit einem Pinsel zwei Mauern weißen, aber nicht mit einer Tochter zwei Schwäger machen.

Man kann wohl sagen, was man nicht weiß, nicht aber geben, was man nicht hat.
(Das Erstere sind Meinungen, Vermutungen, mitunter Lügen, heute alternativ Fakten, wie sie unzählig im Internet verbreitet werden. Entgegen dem alten Sprichwort ist das Zweite heute ebenso möglich: man macht eben Schulden, nimmt Kredite auf die Zukunft auf und muss hernach oft Insolvenz und Konkurs anmelden. Bezahlen müssen dann die vormals gutgläubigen Geldgeber, die nichts von ihrem Geld wiedersehen.)

Man kann zwar Waffen wider die Feinde, keine aber wider die Furcht schmieden.

Man kauft den Ochsen nicht teurer, weil er bunt ist.
Ist der Ochs bunt, man kauft ihn darum nicht desto teurer.

Man kauft den Wein nicht nach dem Ansehen.

Man kauft den Wein nicht nach der Gestalt des Fasses.

Man kauft leichter dem Herrn, als dem Knecht ab.

Man kehrt keinen Rock aus, es gehet Haar mit.
(kehrt = bürsten. Bei Lehmann steht dieses Sprichwort 1630 im Kapitel „Arznei“. Das bedeutet, jede Heilung von einer Krankheit koste auch Kraft, die man hinterher verloren hat.)

Man kehrt nicht auf der Straße in allen Wirtshäusern ein, wenn schon gute Wirte drinnen sind.


Man kennt allererst recht den wert von dem Taler*34, wenn man ihn von anderen leihen muss.


Man kennt den Topf am Klange,

den Vogel am Gesange,

den Esel an den Ohren,

an Worten einen Toren.


Man kennt den Wolf am Gang,

die Glock am Klang,
den Franziskaner am Strang,
den Bauer an der Gabel,
den Advokaten am Schnabel.

Man kennt einen Fuchs, wenn er schon eine Kapuziner Kappe trägt.

Man kiese, was man will, das Wetter hat sein Spiel.
(kiesen, kiest = aus dem ostfriesischen Plattdeutsch - die Zähne zusammenbeißen, die Zähne fletschen, grinsen. Das Sprichwort bei Wander gleich zweimal mit jeweils einer Hälfte am Anfang: unter Kiesen Nr. 1 und falsch unter Wetter Nr. 18)

Man klopft immer zu früh an, wenn man Geld einfordert.

Man klopft so lang an den Reifen, bis dem Fass der Boden ausspringt.

Man kocht noch am Brei.

Man kommt, wo man hin will, so findet man den Wirt daheim.

Man kommt zum Unglück allzeit früh genug.


Man könnte den Leuten nicht recht tun, wenn man sich die Nase abbiss.

Man könnt eher einen Stein schmeidig, denn ein bös Herz gut machen.

Man könnt' es den Leuten nicht recht tun, wenn man sich die Nas abbisse.

Man könnt' ihr auf dem Fleisch eine Laus knicken.

Man könnt nichts Köstliches erhalten, wenn die geringen Dinge nicht das Beste täten.

Man kreucht so hoch, als man fleucht.

Man kriegt kein Fleisch ohne Beilage.

Man küsst das Kind oft um der Mutter willen.
Man küsst oft das Kind der Mutter wegen.
(Ein häufiges Sprichwort, auch bei Wander. Er hat es vier Mal, zwei Mal mit und ein Mal ohne Quellenangabe und ein Mal als Übersetzung aus dem Englischen: Kind Nr. 712 und 713, Küssen Nr. 18 und Mutter Nr. 21)

Man ladet den Esel nicht nach Hofe, er soll denn Säcke tragen.
Man ruft den Esel nicht eher zu Hofe, er solle denn Säcke tragen.

Man ruft den Esel nicht zu Hofe, denn dass er Säcke trage.
Man ruft keinen Esel gen Hof, man bedarf denn eines Sackträgers.

Man lasse dem Hunde den Knochen, so bleibt man ungebissen.

Man lässt das Schöne nicht fromm sein.
Das Schöne lässt man nicht fromm sein.

Man lässt ihm kein Gras unter den Füßen wachsen.

Man läutet die Messe so lange ein, bis sie kommt.
Man läutet so lange in die Messe, bis sie kommt.


Man legt die jüngsten Kinder insgemein zuerst zu Bett, sagte eine Tochter, als sie ihre ältere Schwester auf den Ofen setzte. (vor ihr verheiratet wurde)
(Früher mussten die älteren Schwestern vor den jüngeren verheiratet werden.Das Sprichwort ist die Beschwerde einer jüngeren Schwester, die wegen der älteren warten musste.)

Man legt einem die Waren umsonst aus, wann man kaufen will.

Man lehnt sich selten an eine schwache Mauer.

Man leidet den Rauch des Feuers wegen.

Man lernt eher eine Sprache in der Küche als in der Schule.


Man lernt mehr mit den Ohren als mit den Augen.

Man lernt nicht schwimmen, bis einem das Wasser ins Maul läuft.
Wem das Wasser ins Maul geht (läuft), der lernt schwimmen.
Wenn einem das Wasser ins Maul geht, lernt man schwimmen.
Wenn einem das Wasser ins Maul geht, so lernt er schwimmen.
Wenn einem das Wasser ins Maul rinnt (geht), so wird er wohl schwimmen lernen.

Man lernt nie aus.
Der Mensch lernt nie aus.

Man lernt, solange man lebt.
Man muss lernen, so lange man lebt.

Man lernt so viel Neues, dass man das Alte vergisst.

Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.

(Eigentlich kein deutsches Sprichwort, da es nur die Übersetzung eines dänischen  Sprichworts in Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon ist, für das er  kein vergleichbares Deutsches gefunden hat. Da es ohne einen Hinweis  darauf unter einer eigenen Nummer steht (Verrath Nr. 3), haben es in den letzten hundert Jahren einige fälschlich als deutsches abgeschrieben. Inzwischen ist es so verbreitet, dass man es als eingebürgertes deutsches Sprichwort mit Migrationshintergrund ansehen kann.)

Man liebt jetzt mehr die gekreuzigten Taler*34, als den gekreuzigten Christus.

Man liest keine Feigen von Dornhecken.
Man liest nicht Feigen vom Dornstrauch.
(Böse Gesinnungen können nie gute Handlungen erzeugen. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 7, 16: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?“ Vergleichbares Sprichwort von derselben Bibelstelle: Von Dornen kann man keine Trauben lesen. und Disteln tragen keine Trauben. Ebenso das Evangelium nach Lukas 6, 44: „Denn man liest nicht Feigen von den Dornen,“)

Man lobt ihn über den Schellenkönig.
(Schellen waren im frühen Mittelalter lange ein Accessoire in der Mode, die von den Kleidern vornehmer Personen aus dem Orient stammten. Wer die meisten und größten trug, war der Vornehmste oder der Schellenkönig. Später waren sie nur noch bei Hofnarren zu finden und auf Kartenspielen. Über den Schellenkönig hinausgehendes ist über das höchste Maß hinausgehend. Daher bedeutet das Sprichwort, etwas über den grünen Klee loben, übertrieben über das verdiente Maß hinaus.)

Man lobt keinen, ausser er braucht's.

Man lockt anders die Meisen und anders die Krammetsvögel.
(Krammetsvogel = Wacholderdrossel (Turdus pilaris). Krammetsvogel wurde von der alten Bezeichnung Krammet für den Wacholder abgeleitet. Früher war der Krammetsvogel in einigen Gegenden eine begehrte Delikatesse.)

Man lockt und pfeift dem Vogel, bis er gefangen ist oder bis er auf dem Kloben sitzt.
(Gleiches versucht 2025 grade der wiedergewählte amerikanische Präsident Trump mit der Ukraine. Er will die Ukraine so weit mit fadenscheinigen Friedensaussichten locken, bis er seinen Willen kriegt. Trump will auf Kosten der Ukraine sein Wahlversprechen einlösen, Frieden zwischen Putins Russland und der Ukraine gestiftet zu haben und danach als Gegenleistung die Ukrainischen Bodenschätze ausplündern)

Man macht den Wolf allzeit größer, als er ist.


Man macht keine Kappe wegen eines Regens.
(In diesem Sprichwort ist ein Regenmantel mit Kappe gemeint.)

Man macht kein Schloss für fromme Leute.

Man macht nicht aus allen Blumen ein Sträuslein.

Man macht oft die Sau feister, als sie ist.


Man mag den Alten wohl vorlaufen, aber nicht vorraten.

Man mag leicht das Feuer schüren, dass ein siedender Hafen*15 überläuft.
(Das Sprichwort steht 1630 bei Christoph Lehmann im Kapitel „Zorn“. Das bedeutet, man kann leicht einen anderen reizen, dass dessen Zorn ausbricht und überkocht.)

Man mag sich wohl einem Freunde leihen, nicht aber ganz übergeben.

(Als Erklärung dazu verweist Wander darauf: „Freunde muss man so behandeln, als könnten sie sich in Feinde wandeln.“)

Man mag wohl altes Holz unter den Kessel stecken, junges Fleisch damit zu kochen.

Man mag wohl bisweilen ein Ei legen, aber nicht darüber brüten.

Man kann wohl bisweilen sechs Monate für ein halb Jahr gehen lassen.

Man mästet das Schwein nicht um des Schweines willen.

Man meint, er sei schellig worden.
(schellig = alte Bezeichnung aus dem Altdeutschen. Für Menschen: psychisch verwirrt, verrückt geistesgestört oder in der Bedeutung für fliehen, flüchtig. Bei Tieren: wild, toll, ein wildes, tolles Tier, das gefährlich ist und schaden verursacht.)

Man meint, es sei ein Eichenast, es ist oft kaum ein Lindenbast.

Man meint oft, der Himmel hängt voll Geigen; sieht man recht zu, so sind es kaum Nussschalen.

Man melkt die Kühe und nicht die Ochsen, man schert die Schafe und nicht die Pferde oder Säue.

Man merkt es auch an den Vögeln, das je kleiner, je ärger sie sind.

Man merkt's von Weitem, dass der Winter kalt ist.

Man möcht es mit den Fingern greifen.

Man mummelt oder sagt so lang von einem Ding, bis es ausbricht und geschieht.
Man mummelt so lange von einem Ding, bis es geschieht.


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