
Auf dieser Seite stehen deutsche Sprichwörter mit T und mit über 80 anderen Seiten zusammen über 31.000 neuere und bis zu 2000 Jahre alte deutsche Sprichwörter. Bei der großen Zahl der existierenden deutschen Sprichwörter ist es unmöglich, alle hier aufzuführen. Manchmal ist ein scheinbar bekanntes Sprichwort aus Deutschland hier nicht gleich zu finden, weil es wegen verschiedener Versionen, anderer Schreibweise oder unterschiedlichen Formulierungen unter anderen Anfangsbuchstaben steht, unter dem es dann zu suchen und zu finden ist.
Manchmal steht ein Sprichwort nicht hier bei den deutschen Sprichwörtern, da es in der Vergangenheit fälschlich als deutsches Sprichwort ausgegeben und veröffentlicht wurde. Dann ist es wahrscheinlich HIER zu finden.
Tanzböden sind nicht dem Leibe allein gefährlich.
(Wagener erklärt es 1813 mit „sondern auch der Seele – der erwachenden sinnlichen Begierden.“)
Tee, Kaffee und Leckerli bringen manchen ums Äckerli.
Tee, Kaffee und Leckerli, bringen den Bürger ums Äckerli.
(Bei Wilhelm Körte steht das untere Sprichwort 1837 als deutsches Sprichwort (Nr. 5928). 1860 verortet Wilhelm Lohrengel die obere Version (1. Teil, Nr. 634) in den Harz, ebenfalls Deutschland. In einigen Veröffentlichungen im 21. Jahrhundert wird die unter Version als Sprichwort aus der Schweiz bezeichnet, immer ohne Quellenangabe.)
Teile die Mahlzeit, so darfst du mit den deinen keinen Mangel haben.
Teil gleich und recht mit männiglich, und nicht nach Gunst das Urteil bieg. Den Armen ungütlich nicht verstoß, richt niemands fromm Person für bös. Denn wo du hältst unrecht Gericht, wird dir's Gott wiederum schenken nicht.
Teil gleich und recht mit männiglich und nicht nach Gunst das Urteil sprich. Ungütlich Arme nicht verstoß, richt niemand fromm, der doch ist bös. Denn wo du nicht hältst recht Gericht, wird dir's Gott wieder schenken nicht.
Teilt sich das Bett, so trennen sich die Herzen.
Teilung bricht gesamte Hand.
(Eine Gesamthandsgemeinschaft ist eine Besitzergemeinschaft, der ein bestimmtes Vermögen gemeinschaftlich gehört. Über das Vermögen kann nur gemeinschaftlich verfügt werden. Nach einer Teilung kann jeder einzeln über seinen Anteil verfügen.)
Tellerlecker, Hunde, und Fliegen sind willige Gäste, sie kommen ungeladen.
Temperament ist ein vorzüglicher Diener, doch ein gefährlicher Herrscher.
Teuer einkaufen, wenn die Ware wohlfeil ist und wohlfeil verkaufen, wenn die Ware teuer ist, macht mit Gott, Ehren und Gewissen reich.
Teuer einkaufen, wenn's wohlfeil, und wohlfeil verkaufen, wenn's teuer ist, macht mit Ehren reich.
(Erklärung zu diesem Sprichwort 1837 in der Sprichwörtersammlung von Wilhelm Körte, erzählt vom Juden Israel Jacob, gestorben am 11.11.1803 in Halberstadt: „Wie ich reich geworden bin? Davon bin ich reich geworden, dass ich die beste Ware immer um einen Groschen teurer eingekauft und um einen Groschen wohlfeiler verkauft habe, wie andre Leute.“ – wie das? – „So das: Wenn die Hasenfelle oder die Kalbsfelle oder die Ochsenfelle wohlfeil waren, bezahlte ich für die beste Ware gern einen Groschen mehr wie andere; wurden sie teuer, ließ ich sie gern um ebenso viel wohlfeiler. Hab' ich doch immer also die beste Ware bekommen und die beste Ware geliefert. Machte mir's doch großen Kredit bei denen, die verkauften so wohl, als bei denen die kauften. – Davon bin ich reich geworden!“ Ob diese Erklärung bei Körte wahr ist, darf mit Recht bezweifelt erden, da schon 1605 bei Petri dieses Sprichwort zu finden ist, in einer Zeit, in der Israel Jacob noch nicht gelebt hat. Trotzdem ist es ein Beispiel, nach dem sich heutige Geschäftsleute richten sollten, aber wohl meistens nicht tun. Heute werden zur Gewinnsteigerung meist die Kosten durch Entlassungen und schlechtere Qualität der Produkte gesenkt.)
Teuer gelobt ist nicht verkauft.
Teuer geschätzt ist nicht verkauft.
Teuer getauft ist nicht verkauft.
Teuer in den Sack, teuer wieder hinaus.
Teuer kaufen und wohlfeil vertreiben, dabei kann man nicht lang bleiben.
Teuer Recht, schnödes Geld ist in der Welt.
Teuer verkaufen ist keine Sünde, wohl aber falsch messen.
Teufel darf man nicht rufen, er kommt wohl von selbst.
Teufel helfen einander und sind doch keine Freunde.
Teufel muss man mit Teufeln austreiben.
Teufel, Türk und Papst ist alles eins.
Teure Arznei hilft immer, wenn nicht dem Kranken, doch dem Apotheker.
Teuer bezahlte Arznei hilft wie, wo nicht dem Kranken, jedoch dem Apotheker.
Teurer geben auf Borg, denn um bar Geld, heißt Gott seine Zeit verkaufen.
Teurer Honig, den man aus Dornen muss lecken.
Der Honig ist teuer, den man aus Dornen muss lecken.
Diesem kommt der Honig zu teuer an, der ihn von den Dornen lecken muss.
Teures Kaufs muss man sich oft satt essen.
Teure Waren haben wenig Käufer.
Thomas, zweifelst du noch? So leg deinen Finger in mein Loch.
Tiefe Schächt und junge Frauensleut machen marode Bergleut.
Tiefe Schwimmer, hohe Klimmer Sterben auf den Betten nimmer.
Tief innen liegt der Mendelberg (Freudenberg).
Tiere sind auch unseres Herrgotts Kostgänger.
Tiere, so viel Geschrei haben, haben wenig Wolle.
Tierschinder, Leuteschinder.
Titel kostet kein Geld.
Titel ohne Mittel sind wie ein Haus ohne Dach.
Töchter sind eher gut zu erziehen, als gut zu verheiraten.
Töchter sind leicht zu erziehen, aber schwer zu verheiraten.
Todes Gedächtnis sündigt nicht.
Tod ist der Sünde Sold und Obendrauf.
Tod ist des Lebens Botenbrot.
Tod ist Todes Ausgang.
Tod macht uns im Grabe gleich, in der Ewigkeit ungleich.
Tod und Ehrabschneiden, muss ein jeder leiden.
Tod und Leben mögen nicht zusammen wohnen.
Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt.
Tolle Anschläge der Narren gehen für sich, wie die Hühner scharren.
Es geht für sich wie die Hühner scharren.
Tolle Bullen zeugen tolle Kälber.
Toll ist glückhaftig.
Tollkühn ergreift das Glück.
Tollkühn und frech liegt gern unter.
Toren grauen nicht.
Toren können nichts heimlich halten.
Toren melden bald alle Dinge.
Toren sind auch Leute.
Toren wandeln sich wie der Mond.
Toren wollen oft wissen, das weise Leute nicht wissen.
Torgauer Bier ist der Armen Malvasier.
(Malvasier = nach dem italienischen Namen Malvasia für die griechische Stadt Monemvassia, für einen likörartig süßen und schwerer Weißwein, der von dort kommt.)
Torheit frommt oft viel.
Torheit ist auch etwa gescheit.
Torheit ist, das man für wenig viel geben will.
Torheit ist die schwerste Krankheit.
Torheit macht Arbeit.
Torheit schmeckt wohl, ist aber schwer zu verdauen.
(Dazu meint Wilhelm Körte: „Torheit ist der Welt eben das, was die Säure dem Magen; nur das zu viel oder zu wenig ist nachteilig.“)
Torheit steckt der Jugend im Herzen, die Rute treibt sie aus.
Torheit wohnt bei den Reichen.
Torheit zu gelegener Zeit ist die größte Weisheit.
Es ist zuweilen besser Torheit, denn Weisheit und Ehr.
Zu gelegener Zeit Torheit ist allergrößte Weisheit.
Zur Zeit ein Narr sein ist auch Kunst.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Der Prediger Salomo 10, 1, Lutherbibel 1545: „Also verderben die schädlichen Fliegen gute Salben. Darum ists zu weilen besser Torheit, denn Weisheit und Ehre.“; Lutherbibel 1912: „Schädliche Fliegen verderben gute Salben; also wiegt ein wenig Torheit schwerer denn Weisheit und Ehre.“ (ähnlich 1984) und die Lutherbibel 2017: „Tote Fliegen verderben gute Salben. Schon ein wenig Torheit verdirbt Weisheit und Ehre.“ Das Sprichwort hält zeitweise ein wenig Torheit für besser, als große Weisheit und hält sie gar für Weisheit, entsprechend der alten Bibelübersetzung von 1545. Neuere Übersetzungen aus den alten Originaltexten übersetzen den Text aber mit einem anderen Sinn: Große Weisheit kann schon durch kleine Torheiten verdorben werden. Ähnliches meinen auch andere Sprichwörter: Ein faules Ei verdirbt den ganzen Brei. Diese Bedeutung wird auch heute vielfach bestätigt, wenn beispielsweise durch kleinste Verunreinigungen (tote Fliege) große Mengen von Erzeugnissen (Salben) verunreinigt und verdorben werden. Ebenso sind in Krankenhäusern kleine Hygienemängel manchmal Ursache von erheblichen Komplikationen oder Todesfolgen. Bei den Autoren vor über 2000 Jahren war es schon eine allgemeine Erkenntnis. Entsprechend resultiert das Sprichwort nur aus einem alten Übersetzungsfehler und sollte nicht zu Handlungen veranlassen, die voraussichtlich falsch sind.)
Törichte und unnütze Fragen gebären nur Zank.
Tor, lass dir machen ein Ohr.
Tote Bienen machen keinen Honig.
Tote Hunde beißen nicht.
Tote Katzen beißen auch die Maus.
Töten steht keinem so frei als den Ärzten.
Tote Räte sind die besten, das sind weiser Leute Bücher.
Toter Mann macht keinen Krieg.
Totgesagte leben länger.
Tracht auf die Bank, du kommst dennoch wohl darunter.
Trachte auf die Bank, du kommst wohl darunter.
Trachte nach der Nahrung, nicht nach der Mästung.
(Ein Sprichwort, das augenscheinlich bei vielen in Vergessenheit geraten ist, da sie übergewichtig sind.)
Trachte nach Geld, so hast die Welt.
Tracht erstlich nach Gerechtigkeit, so hast du genügsam allezeit.
Tracht erst nach Brot, dann nach dem Schein, so wird dir alles bequemlich sein.
Tracht nicht zu sehr nach Gut und Geld, nicht laufen lass zu weit ins Feld.
Trag auf und zettle nicht.
Trag das Heiligtum in allen Winkeln, so stets wohl in der Haushaltung.
Trag du Wasser zu und lass Gott kochen.
Trage jeder seinen Sack zur Mühle.
Trage nur jeder seinen Sack auf die Mühle.
Trag Gott mit Freuden, die Welt mit Geduld.
Trägheit geht langsam voran, Armut holt sie bald ein.
Trag her, mehr her, gebt mir, mangelt ihr; also läuten der Bettler Glocken.
Trag Holz und lass Gott kochen.
Trag kein enges Fingerlein.
(Das bedeutet, man soll sich nicht unnötig Sorgen über mögliche, aber unwahrscheinliche Dinge machen, die nicht real sind oder nur in der Fantasie bestehen. Oft schätzt man die wirklichen gefahren falsch ein. Viele Menschen rauchen Zigaretten und meinen, ihnen ginge es gut und es schadet ihnen doch nichts, obwohl nachgewiesen Tausende jedes Jahr an den Folgen sterben. Auf der anderen Seite machen sich viele unbegründete Sorgen über zu wenig Vitamiene in ihrer Nahrung und machen dauernd unwirksame Diäten und kaufen für Milliarden teilweise schadenbringende Nahrungsergänzungsmittel. (Sieh auch unter „Friss dein Herz nicht. .“ ))
Trag kein Kruzifix in Rat oder ins Haus, es kommt wohl selbst darein.
(Kruzifix bedeutet hier dasselbe wie Kreuz. Das Kreuz steht hier für Probleme, Unglücke und andere Dinge, die viele Menschen belasten. Jeder trägt sein eigenes Kreuz, sinnbildlich für Unglück, die eigene Bürde und anderes mit sich. Diese schlechten Dinge kommen meist von selbst oder durch andere, man braucht sie nicht selber herbeizurufen oder ins eigene Haus zu holen.)
Trägt einer gar zu hoch den Kopf, so ist er wohl ein eitler Tropf.
Tränen bringen niemand aus dem Grabe zurück.
Tränen sind der Witwen Wortsprecher und Morgensuppe.
Tränen sind des Leidenden Balsam.
Trau, aber schau, dass dich's nicht gereu.
Trau auf Erden niemand, weil keine Treue ist im Land.
Traubenblut ist der edelste Saft auf Erden.
Traue, aber nicht zu viel.
Trau dir nicht zu viel.
Traue dem Hasen das Fähnlein nicht an.
Traue dem Landfrieden nicht.
Trunkener Mund verrät des Herzens Grund.
Trunkner Mund meldet des Herzens Grund.
Trunkner Mund spricht aus Herzensgrund.
Trunkenheit ist Sünde, Schade und Schande.
Trunkenheit schuf Sünde, Schaden, Schande.
Trunkenheit, Sünde, Schaden, Schande.
Trunkenheit lehrt tun, das einem selber darnach leid ist.
Trunkenheit macht die Kleider dünn und die Säckel weit.
Trunkenheit macht einen armen Wirt und eine unverschämte Hausmutter.
Trunkenheit verrät beides, Hass und Lieb.
Trunken klug, nüchtern närrisch.
Trunken Weib, gemeiner Leib.
Trunk gilt für Sprung.
Trutzende Schönheit raubt kein Herz.
(Trutzig = veraltete Form von trotzig; bedeutet Gegenwehr und Widerstand.)
Tu anderen, was man dir tun soll.
Tu auf deine milde Hand den Armen in deinem Land.
Tückische Feinde sind die bösesten.
(Kommentar zu diesem Sprichwort schon 1541 von Sebastian Franck in seiner Sprichwörtersammlung 1. Teil, Seite 73a: „Feinde so Freund wollen sein und im Herzen hassen, sind der Tod und ein verborgenes Gift. Drum schadet ein geschwätziger Feind weniger denn ein stillschweigender, man fürchtet nur die schweigenden.“ Heutiges Beispiel dafür sitzt im Moskau, der als angeblicher Freund die Welt in seinem Sinne beeinflussen will.)
Tück ist nicht Witz.
Tück wird oft mit Tück bezahlt.
(Tück, Tücke = hinterhältige, heimtückische Boshaftigkeit oder Handlung, die nicht ohne weiteres erkennbar sind, eine verborgene Eigenschaft einer Sache oder Handlung.)
Tu das deine, Gott tut das Seine.
Tu das nicht das du nicht willst, das man wissen soll.
Tu dem Teufel die Tür nicht auf, so kommt er nicht hinein.
Tu den Eierkuchen unter dem Arm hinweg.
Tu dich befleißigen des auf Erden, dafür du willst gehalten werden.
Tu ein Ding, das es getan heißt.
Tue keinem etwas Böses, der dir was ägers beweisen kann.
Tue recht und lass die Leute dahlen.
(dahlen, dallen = einfältig, unverständlich, schlecht darüber reden, (auch scherzen, albern, tändeln) (seit dem 16. Jh., heute veraltend, in Sachsen)