Das Sehnen und das Meiden bringen inniglich Herzleiden.
Das Seil, damit man einen fängt, das muss gedreht sein.
Das Seil, womit man fangen will, muss gedreht sein.
(Die obere Version steht so 1630 bei Christoph Lehmann (Seite 90, Nr. 25). Die untere Version taucht erst 1838 im Buch „Die Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes“ von J. Eiselein auf Seite 566 auf. Als Quelle gibt Eiselein seinerseits Lehmann an. Von Eiselein schreibt wiederum Simrock ab. Das bedeutet, Eiselein hat das Sprichwort verfälscht. Bei Eiselein und Simrock in der unteren Version will man nur etwas fangen. Genauer steht es in der oberen Version bei Lehman: Wer einen anderen fangen will, muss verdrehte Argumente und Gründe haben (das verdrehte Seil), die nicht sofort durchschaut werden und so andere einfangen können. So ist das falsche, vordergründige Argument einer sogenannten alternativen Partei, zu viele Fremde und Illegale wären in Deutschland, die man nur vertreiben müsste, damit es den Deutschen wieder besser geht. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: erst mit den vielen sogenannten Fremden ist das deutsche Wirtschaftswunder erreicht und der heutige Lebensstandard erreicht worden.)
Das Seil, womit man die Wahrheit aus dem Brunnen zieht, ist schon lange zerbrochen.
Das Seine ist nicht sein, er spart's einem andern.
Dass eine Mücke sollt' husten wie ein Pferd, das ist unmöglich.
Das sein soll, das schickt sich wohl.
Das seltsam, das angenehm.
Dass es recht sei, zwei Pfründe zu haben, verstehen nur die nicht, welche bloß eine haben.
Dass Gott erbarm'! Sieben Suppen und keine warm.
Das sind alte Kamellen, die riechen nicht mehr.
Das sind alte Violen, die riechen nicht mehr.
Das sind böse Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
Das tun alle bösen Katzen, vorne lecken, hinten kratzen.
Die sind böse Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
Er ist auch von den bösen Katzen, die vorn lecken und hinten kratzen.
Hüte dich vor den Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
Man hüte sich vor solchen Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
Schmeichler sind Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.
Vorn lecken, hinten kratzen.
(Ergänzung des letzten Sprichworts laut Wurzbachs „Historische Wörter, Sprichwörter“ aus dem Jahr 1862 der Zusatz: „das ist Sitte aller Katzen.“ Von Wander wurde dieser als Zusatz genannte Teil verändert und als fester Bestandteil unter dem Stichwort Vorn Nr. 14 eingefügt: „Vorn lecken und hinten kratzen ist die Weise aller Katzen.“, was aber in dieser Form kein echtes Sprichwort ist. Das echte Sprichwort wurde in etlichen verschiedenen Versionen seit dem 15. Jahrhundert nachweislich an vielen Stellen oft gebraucht. Angefangen von Narrenschiff von Sebastian Brant (1457–1521) über die Sprichwörter von Sebastian Franck (1499 - 1542) und dem Froschmeuseler von Georg Rollenhagen (1542 - 1609). Die bösen Katzen werden an manchen Stellen auch falsche, gefährliche Katzen oder anders genannt. Es bedeutet, man soll sich nicht vom Vordergründigen oder Offensichtlichen täuschen lassen, weil oft das Böse von hinten schon auf dem Weg ist und jemand ein falsches Spiel treibt.)
Das sind die Besten, die mausen und nicht mauzen.
(Mit dem Sprichwort sind Katzen gemeint. mauzen = miauen.)
Das sind falsche Köche, die zweierlei Brühe in einem Topfe kochen.
Das sind Fisch vor uns, darnach man nicht darf ins Wasser springen.
Das sind Idioten und Leute von Kreuzer Währung, die eine Rede oder Schrift für etwas Sonderliches achten, die sie nicht verstehen, ob sie für oder wider sie ist.
Das sind nicht die größten Helden, die auch Hufeisen über der Nase zerbrechen können.
Das sind Sägen, die schneiden kein Holz.
Das sind unsre Sitten, wo Zween sind, da zausen sie den Dritten.
Das sind heutigen Tages Sitten, wo zausen zwei, gehts über den dritten.
Das sind wohl arme Waisen zu achten, welche ihre Eltern nichts haben lernen lassen, obschon die Eltern noch im Leben sind.
Dass Kinder unterweilen übel geraten sind schuldig die Eltern.
Dass mancher Feindschaft hat, ist seine Schuld, weil er sich mit Leuten nicht vertragen kann.
Dass man in eine andre Haut schlüpfe, hilft nicht in den Himmel.
Das soll mir keine grauen Haare machen.
Das sonder Tier frisst viel, wer seines eignen Kopfs sein will, der tut schaden.
Das Sparen kommt zu spät, wenn's auf die Neige geht.
Das spät kommt wohl und liegt lang.
Das Spiel braucht Aufseher.
Das Spiel heißt, sieh zu.
Das Spiel ist noch nicht gewonnen, die Karte liegt noch auf'm Tisch.
Das Spiel treibt unnatürlich Hitz, gibt Angst und macht den Beutel spitz.
Dass sich einer mit Ruß und Kot besudelt, das kann man an einem andern nicht abwaschen.
Das steht noch im weiten Felde.
Das Stück Fleisch, das hinder den Zähnen schwebt, tut den größten Schaden.
Das Stündlein bringt das Kindlein.
Das Stündlein bringt's.
Das Stündlein bringt oft, das viele Jahre nicht bringen.
Ein Stündlein bringt oft, was Jahre nicht bringen.
(In einem anderen Sprichwort bringt es ebenso ein Tag.)
Das Süß hat sauer zum Lohn.
Dass viele irregehen, macht den Weg nicht richtig.
Dass viele unrecht gehen, macht deshalb den Weg nicht Recht.
Viel unrecht gehen, macht den Weg nicht recht.
Dass wir leben, haben wir den Eltern nächst Gott zu danken.
Da steckt der Besen raus.
(Die Herrschaften, Hausherren, sind nicht zu Haus.)
Da stehen die Holzschuhe.
(Man wartet umsonst auf etwas oder jemanden.)
Da stehen die Ochsen am Berge!
(Wenn die Ochsen vor dem Berg stehen, bedeutet es, man weiß sich keinen Rat mehr, man wird von unerwarteten Hindernissen aufgehalten, für die man keine Lösung hat. Man steht nur da und weiß nicht weiter.)
Das teuer und seltsam, das Lieb.
Das Tintenfass steht auf dem Tisch des Kaisers.
Das Tintenfass steht auf des Kaisers Tisch.
Das Tischrecht heißt: Nimm für gut, wie man dir tut.
Das träge Pferd muss man zuerst auf den Weg rüsten.
Das Trünklein macht schwatzen.
Das Überbleibsel ist mehr Wert, als das man gegessen hat.
Das unbeständige Glück, behält stets seine List und Tück.
Das Unglück blüht ihm vor der Tür.
Das Unglück bringt den Gottlosen um.
Das Unglück gebraucht allzeit seine Tück.
Das Unglück hört genau.
Das Unglück kommt bei Haufen.
Das Unglück kommt ungebeten.
Das Unglück kommt uns mit Maltern zu und nimmt mit Mäßlein wieder ab.
Das Unglück kommt mit Pfunden und nimmt mit Unzen ab.
(Malter = ein altes deutsches und Schweizer Volumenmaß für Schüttgut für Getreide, Hülsenfrüchte, Kohle, Torf und Holz. Je nach dem Ort oder dem material konnte es verschiedene Größen zwischen 100 Liter bis 1,5 Kubikmeter haben. Maß = kleines Hohlmaß unterschiedlicher Größe.)
Das Unglück kommt zu Pferde und tritt zu Fuß wieder ab.
Das Unglück muss man überbösen.
(Erklärung zu diesem Sprichwort von Wilhelm Körte: „wer ihm entgegentritt, den fürchtet es; wer's fürchtet, den jagt es.“)
Das Unglück sitzt nicht immer vor armer Leute Tür.
Das Unglück sitzt nicht immer vor einer Tür.
Das Unglück, so man andern stift, den Täter endlich selbst trifft.
Das Unglück trifft nur den Armen.
Das Unglück tut sich (oft) wenden, wenn Glück kommt von allen Enden.
Das Unglück überläuft auch einen Hasen.
Das Unglück wächst über Nacht.
Das Unglück will gerühmt sein, dass man noch sagen muss, Gottlob das es nicht ärger ist.
Das Unsrige behagt dem andern, das des anderen behagt uns.
Das Urteil ist gesprochen, der Stab, der ist gebrochen.
Das Vaterland ist lieb und süß, dass man sein stets gedenken muss.
Das Vaterland lässt sein nicht vergessen.
Das verborgen Brot ist niedlich.
Das versengt mir den Weiher nicht.Das Versprechen füllt den Magen nicht.Das versteht sich am Rande.Das Vieh ist wie der Stall.Das viel geschwind verdorben sind mit Web und Kind, das tut de Geizes Tück und Sünd.Das vorige Jahr war immer besser.Das währt von der Vesper, bis die Hühner auffliegen!
Es währt von der Vesper, bis die Hühner aufsitzen.
(Das bedeutet, es dauert nicht lange und hat keinen Bestand. Vergleichbares Sprichwort: Es dauert von elf Uhr bis Mittag.)
Das wär' das Rechte, dann kommst du vom Hund auf den Bettelsack.Das wär' einer, sagte der Teufel, da kriegt' er einen Schneider bei den Beinen.Das war ein Wurf, sagte Hans, da schmiss er seine Frau zum Dachfenster hinaus.Das war getroffen, sagte der Jung, da schmiss er seiner Mutter ein Aug aus dem Kopf.
Das Warme ist das Leben, das Kalte ist der Tod.
Das Wasser ist am besten an der Quelle.
Das Wasser ist zu stark, es reißt oft Häuser ein.
Das Wasser läuft den Berg nicht hinauf.Das Wasser läuft immer den Berg hinab.
Das Wasser mag niemand in Schuhen haben, viel weniger im Magen.
Das Wasser rinnt ins Meer zurück, doch kehrt zurück kein Augenblick.Das Wasser schmeckt nach dem Brunnen, die Untertanen nach der Obrigkeit.Das Wasser wäre gut, hätt' es der Hahn nicht verschüttet.Das Wasser will über die Körbe gehen.Das Weib fragt, der Mann sagt.Das Weib ist ein Geschwinddoktor: Sie hat eine List erfunden, so oft sie auf die Erde sieht.Das Weib ist gemacht aus einer krummen Rippe, darum haben die Nonnen alle so krummen Sinn.Das Weib und der Ofen sind eine Hauszierde (Hauses Zier).Das Weib und der Ofen sollen zu Hause bleiben.Das weiß der Kuckuck.Das weiße Kleid allein macht keinen Müller.Das wenige, so ein Weiser weiß, ist besser als alles, was der Reiche hat.Das Werk lobt den Meister. Das Werk muss den Meister loben.
Das Werk lobt den Meister und nicht der Ruhm.(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 9, 24)Das Werk lobt sich selbst.Das Werk schlägt dem Meister nach.Das Werk wie der Meister. Das Werk zeugt vom Meister.Das Wetter erkennt man an dem Wind (Den Vater an dem Kind, den Herrn an dem Gesind). Das Wetter kennt man beim Winde, den Vater bei seinem Kinde, den Herrn beim Gesinde.Das Wetter kennt man bei dem Winde, und den Herrn bei seinem Gesinde.Das Wetter schlägt gern in die hohen Türme.Das Wetter schlägt nur in hohe Türme.Das Wetter will seinen Willen und Gang haben.
Das Wetter wird sich einmal ändern.
Das Wild frisst armer Leute Brot und der Teufel den Jäger.Das Wild schirmen und Leuten schaden, ist des Teufels Werk.Das will ich mit schwarzer Kreide an den Kesselhaken schreiben.Das will ich tun, es ist des Vaters Wille.Das will mehr sagen, als ohne Stegreif in den Sattel springen.Das Wirtshausschild mahnt andere einzukehren und bleibt selbst draußen.Das Wissen hilft nichts, wenn man nicht darnach tut.Das wollen wir den Gelehrten befehlen.Das wollen wir die Gelehrten ausfechten lassen.Das Wort, der Glaube, das Gebet und die Geduld sind der Kirche Waffen.Das Wörtlein aber ist klein und hat einen großen Sack, man kann viel darunter verbergen.Das Zepter soll Augen haben.Das Zukünftige ist ungewiss.Daus Ess, hast du mein Pferd nicht gesehen?(Das bedeutet, man wird bei dem Spiel das Pferd nicht gewinnen, sondern verlieren.)Davon es einem kommt, davon vergeht's.Davonlaufen ist ein kurzer Auszug, wenn's Glück einem den Zins aufkündigt.Davon verliert keine Katze den Schwanz.Davon weiß niemand außer Gott und Menschen.Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen.
Da wird kein Heu dürre.(Das bedeutet, an dem Ort oder unter diesen Umständen gelingt nichts.)Dazu gehört mehr als Brot essen.Dazu hat Buchholz kein Geld (nicht).(Das Sprichwort geht auf den Preußenkönig Friedrich II, der Große, zurück. Sein Schatzmeister hieß August Buchholz, und immer wenn der König eine Ausgabe ablehnen wollte oder kein Geld für etwas da war, sagte er diesen Satz. Da oft nicht für alles etwas vorhanden war, besonders nach dem Siebenjährigen Krieg, kam dieser Satz so oft, dass er zum Sprichwort wurde.)Dazu muss man die hölzerne Brille aufsetzen. Dazu reicht die Geduld aller Heiligen nicht hin.Deckt den Hafen*15 zu, so sieht man nicht, was man kocht.Dein Beutel ist wie die Hölle, wenn was da rein kommt, ist keine Erlösung mehr.
Deine Güte an des Nächsten Bosheit wetzt deine Liebe und gnad an der nächsten Sünd und Untugend.
Deine Mutter verraten ist deine eigene Schande.Deinen Lohn sollst du nicht wissen.Deinetwegen wird kein Ochse kalben.(Das bedeutet, mancher hält sich für so wichtig oder klug, das er meint, wegen ihm passiert das Unmögliche.)Deine Zunge langt von der Erde bis in den Himmel, wenn du den Toten die Ehr abschneidest.Dein Feind wünscht dir nur das Gemeine, dein Freund zerbeißt dir Kieselsteine.
Dein Fund, mein Halb.Dein Gut befiehl dem Trägen nicht.Dein Pferd, dein Weib und dein Schwert leih nicht her.Dein Weib, dein Schwert und dein Pferd magst du wohl zeigen, aber nicht ausleihen.