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Deutsche Sprichwörter Kategorie Armut

Deutsche Sprichwörter

Kategorie Hühner, Hennen und Hähne


Die Hühner gehören wie alle Vögel zu  den Wirbeltieren, die im Unterschied zu anderen Wirbeltieren Federn und  Flügel haben. Im Gegensatz zu den meisten Vögeln können Hühner nur sehr  begrenzt, schlecht bis gar nicht fliegen. Meist flattern sie nur, laufen auf der Erde und suchen mit picken und scharren nach Futter. Ebenso  können sie nicht schwimmen. Hühner gibt es Weltweit in unzähligen von  Menschen gezüchteten Arten und Rassen und ist damit das häufigste Haustier des Menschen. Mit geschätzt 20 Milliarden Hühnern gibt es drei bis viermal mehr  Hühner als Menschen auf der Erde. 45 Milliarden Hühner werden jedes Jahr von Menschen verzehrt.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn

 Hühner und Hennen in deutschen Sprichwörtern finden sich haufenweise, meist gackern sie und  legen Eier und sind immer in Gefahr, von Raubtieren wie dem Fuchs  gefressen zu werden. Hähne in deutschen Sprichwörtern dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Die Menschen beschützen die Hühner zwar vor solchen Gefahren, aber nur, um ihnen die Eier wegzunehmen und um sie später zu  schlachten und selber essen zu können. Daher wohl der Ausdruck, dummes  Huhn. Meist kräht der Hahn. Wenn die Hennen ebenfalls krähen wollen,  droht Gefahr und Schlimmes.


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Neben Vögeln in deutschen Sprichwörtern allgemein

gibt es hier die Hühner und Hinweise auf andere Vogelarten:



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Hühner und Hähne in Sprichwörtern aus aller Welt   

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Hühner und Hennen in deutschen Sprichwörtern:

Alte Hennen geben fette Suppen.
Alte Hennen geben fette Suppen, haben aber zähes Fleisch.
(In diesem Sprichwort stehen die alten Hennen für ältere Frauen, die einen jüngeren Mann heiraten. Die fette Suppe, die sie geben, ist die Erfahrung, die ältere Menschen schon vorher gesammelt haben. Jugendlicher Leichtsinn oder Fehler sind wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten. Es kann auch ein Trost über schon vergangene Schönheit sein. Umgekehrt gilt es aber auch. Vergleichbare Sprichwörter gibt es auch in anderen Ländern.)

Aus gebratenen Eiern kommen keine Hühner.

Aus ungelegten Eiern schlüpfen keine Hühner.
Aus ungelegten Eiern werden spät junge Hühner.

Bereitet man den Hühnern nicht beizeiten ein Bett, so legen sie in die Nesseln.

Besser heute ein Ei als morgen ein Küchlein.
Es ist besser heute das Ei, als morgen die Henne haben.
(Ein bekanntes Sprichwort, das bei Simrock 1846 mit Küchlein (Küken) zu finden ist, 1685 bei Winckler waren es schon Hennen. Bis 1870 sind bei Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon schon 5 (verschiedene) Sprichwörter aus dem einen Ei geschlüpft: Unter dem Stichwort Besser Nr. 217, Ei Nr. 26, Heute Nr. 3 und 117 und Hühnlein Nr. 4, mal ohne, mal mit fremden Sprachen oder falschem Text als Quelle. Das obere steht bei Simrock (1846) und Eiselein (1840), das unter (1685) bei Winkler. Wander macht daraus zusätzlich noch: „Besser heut' ein Ei, als morgen ein Huhn.“, „Besser heut ein Ei als morgen eine Henne.“, „Lieber heute ein Ei, als morgen eine Henne.“, „Ein Hühnlein heut' ist besser als morgen eine Henne.“ Verschiedene Nummern und doch immer dasselbe Sprichwort.)

Das Ei will klüger sein als die Henne.
Das Ei ist klüger denn die Henne.
(Erklärung dazu 1530 von Agricola (Dreyhundert Gemeyner Sprichwörte Nr. 175): „Ein Ei ist von der Hennen kommen und vermag für sich nichts, hat auch kein Leben, es kann auch weder gehen noch stehen noch leben oder weise sein, bis so lang die Henne mit ihrer natürlichen Hitze dem Ei das Leben gibt, und wird endlich ein Hühnlein daraus. Wenn nun ein Nichtiges ein hohes, Unweiser und Narr einen Weisen lehrt, von dem er billig Lehre und Unterricht empfangen sollte, so ist der Narr denn der Weise, das Ei klüger denn die Henne. Es verkehrt sich, denn es ist in der Natur also geordnet, das das Kleine von dem Großen empfängt. . . Der Leib des Menschen wird von den Augen regiert, allein der Narr will den Weisen nicht hören, sondern will selbst weise sein.“ Das erinnert mich etwas an Teile der heutigen Schulen oder Ausbildung.)

Das Huhn legt gern ins Nest, worin schon Eier sind.

Das währt von der Vesper, bis die Hühner auffliegen!
Es währt von der Vesper, bis die Hühner aufsitzen.
(Das bedeutet, es dauert nicht lange und hat keinen Bestand. Vergleichbares Sprichwort: Es dauert von elf Uhr bis Mittag.)

Dem Hennengreifer ist eine rechte Frau nicht hold.

Der Arme behält seine Hühner, der Reiche seine Tochter nicht lange.
Die Armen pflegen ihre Hühner - und die Reichen ihre Töchter nicht lange zu behalten.
(Die Ersten verkaufen die Hühner wegen Geldnot und die Zweiten geben reichlich Mitgift.)

Der Ehestand ist ein Hühnerhaus: Der eine will hinein, der andere will heraus.

Der Fuchs wäre gern Vogt im Hühnerhaus.

Der reichen Frauen Henne legt immer Eier mit zwei Dottern.

Die Henne, die zu früh gackert, legt auf den Tag ein Windei.

Die Henne kann nicht scharren, ehe sie aus der Schale gekrochen.
(Es braucht alles seine Zeit und es geht nur eins nach dem anderen.)

Die Henne trägt das Hauptrecht (Handlohn) auf dem Schwanze.

Die Hühner legen Eier durch den Kropf.

Die langen Nächte geben die magern Hühner.

Eigne Hühner, teure Eier, eigne Glocken, teu`r Gebeier, eigne Pferde, teure Fracht, eigne Hunde, teure Jagd.

Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Ein blindes Huhn findet wohl auch ein Körnchen.
Ein blindes Huhn find't wohl auch eine Erbse.
(Eine) blinde Henne findet auch wohl ein Korn.
Eine blinde Henne findet wohl auch ein Korn.
Es findet wohl auch ein blindes Huhn ein Weizenkorn.

Eine fette Henne und mageren Hahn hält man für die besten.

Eine Gans legt ein großes Ei und schweigt, Hühner legen kleine Eier und machen viel gatzens.
Eine Gans legt ein großes Ei und schweigt stille, ein Huhn gackelt viel bei den kleinen.
(gatzen, gackeln = gackern, schnattern, schwatzen, kichernd lachen.)

Eine Henne kann mehr auseinanderscharren als sieben Hähne (zusammentragen).
Eine Henne kann mehr verscharren, als zehn Hähne ersparen.
Eine Henne schart mehr von dannen, als zusammen tragen 7 Hahnen.
Eine Henne scharrt mehr voneinander als hundert zusammen.
(Das untere Sprichwort steht so 1685 in der Sammlung von Paul Winckler (Nr. 1900/74). Das obere steht 1837 unter Nr. 2752 in der Sammlung von Wilhelm Körte. Daraus schreibt 1846 Karl Simrock ab (Nr. 4560) und vergisst dabei das letzte Wort „zusammentragen“. Die mittlere Version steht so 1716 im „Thesaurus Paroemiarum Germanico-Juridicarum Teutsch-juristischer Sprichwörterschatz“ von Pistorius auf Seite 384, aus dem es Eduard Graf 1864 in seine „Deutschen Rechtssprichwörter“ übernimmt (Seite 156). Ein Sprichwort, das in verschiedenen Zeiten mit etwas anderem Wortlaut wiedergegeben wird. Trotzdem macht Wander daraus in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon 3 selbstständige Sprichwörter mit jeweils eigener Nr.: Henne Nr. 78, 79 und 81. Als Kommentar zu diesem Sprichwort schreibt Pistorius: „Durch weise Weiber wird das Haus erbaut, eine Närrin aber zerbrichts mit ihrem Tun.“ Eduard Graf erklärt es so: „Und wohl mit Recht vertraut die Frau dem Manne beides: Gut und Haut, da die Weiberwirtschaft regelmäßig nicht sehr gewinnbringend sein mag.“ Mancher gestriger Mann ist wohl auch heute noch derselben Meinung wie früher.)

Ein Ei ist des Huhns Tagwerk.

Eine kleine Henne legt alle Tag, da ein Strauss nur alle Jahr ein Ei legt.
Eine kleine Henne legt alle Tag, der Strauss im Jahr nur ein Mal.

Ein geschenktes Huhn ist schmackhafter als ein gekauftes.

Ein Huhn und Reben tun nichts vergeben.

Er ist so verschwiegen, wie eine legende Henne.

Er kann Pferdeeier essen, wo unsereins mit Hühnereiern vorlieb nehmen muss.

Er sieht nach dem Hühnerei und lässt die Gänse fahren.

Er wartet des Eis und lässt die Henne fliegen (laufen).

Er will den Hühnern die Schwänze aufbinden.

Es ist ein schlimm Zeichen, wenn die Henne kräht und die Frau das Meisterlied singt.

Es ist kein Hühnchen noch so klein, es möcht' übers Jahr eine Henne sein.
Es ist kein Hühnchen noch so klein, übers Jahr will's eine Henne sein.
Es ist kein Hühnlein so klein, das nicht übers Jahr möcht ein Huhn sein.

Es ist um's Hofleben, wie um die Hühner unter'm Korb.

Es legt wohl auch eine kluge Henne in die Nesseln.
Kluge Hühner legen auch in die Nesseln.
Kluge Hühner sch- auch in die Nesseln.

Es sind böse Hennen, die dem Nachbar die Eier zutragen.
Es sind böse Hennen, die außer dem Nest legen.
Es sind böse Hennen, die außerhalb des Hauses legen.

Es sind böse Hennen, die viel gatzen und wenig Eier legen.
(gatzen = gackern, schnattern, schwätzen, stottern, stockend sprechen.)

Es will alles scharren, was von Hennen kommt.

Fette Hennen legen nicht.
Fette Hühner legen wenig Eier.
Filial gehört zur Mutter wie die Küchlein zur Henne.

Fleißige Hennen soll man einhalten und wohl halten.

Früh mit den Hühnern zu Bette und auf mit den Hahnen zur Wette.

Für Müllers Henne(n), (des) Bäckers Schwein und der Witfrau Knecht soll man nicht sorgen.

Gedanken sind geflügelt, aber wie fast alle der Hühnerart, fliegen nicht in die Höhe, sie bleiben aufm Boden.

Gefällt der Henne der Hahn, so gefällt ihr auch der Hühnerhof.

Großer Herren Hennen legen Eier mit zwei Dottern.

Hast du einen Edelmann zum Meier, bekommst du weder Pächte noch Hühner noch Eier.
Hast du einen Edelmann zum Meier, so bekommst du weder Zinsen, Hühner noch Eier.

Hat die Henne ein Ei gelegt, so gackert sie.
Hennen, die viel gackern, legen wenig Eier.
Hühner, die viel gackern, legen wenig Eier.
Hühner, die viel gatzen, legen wenig Eier.
(gatzen = gackern, schnattern, schwätzen, stottern, stockend sprechen. Umso mehr jemand Aufhebens von seinen Verdiensten macht, umso weniger ist dahinter.)

Hierum und darum gehen die Hühner barfuß.

Hühner, die daheim essen und anderswo legen, soll man am Bratspieß ziehen.

Hühner und Hahnen bleiben Gespanen.

In der Ernte sind die Hühner taub.
In der Haferernte sind die Hühner taub.
(Das bedeutet, in der Erntezeit fällt überall so viel ab, das die Hühner nicht auf eine zusätzliche Fütterung angewiesen sind und somit auch nicht auf entsprechende Rufe reagieren. Genauso ist es bei den Menschen. Wer genug von allem hat, den kann man nicht mit extra Gaben locken.)

In die neuen Nester legen die Hühner gern.

Ist das Huhn mein, so gehören mir auch die Eier.
Ist die Henne mein, so gehören mir auch die Eier.
(Als das Sprichwort vor Jahrhunderten entstand, gab es noch Leibeigene. Es bedeutet, das die Kinder der Leibeigenen ebenso Leibeigene waren.)

Keine Henne fliegt über die Mauer.

Keine teurere Henne als die geschenkte.

Kein Huhn hält sich zum Kapaunen*15, sondern zum Göckelhahn.

Kein Huhn scharrt umsonst.

Kräht die Henne und piept der Hahn, muss es im Hause übel stahn.
In welchem Haus die Henne kräht und der Hahn schweiget, da geht es liederlich zu.
Wo die Henne kräht und der Hahn schweigt, da geht's liederlich zu.

Kunst kann Hühner ausbrüten.

Kunst lehrt Hühner ausbrüten, aber nicht Kinder zeugen.

Lernst du wohl, hast du gebrat'ne Hühner wohl; lernst du übel, friss mit den Schweinen aus dem Kübel.
Lernst du wohl, hast du gebrat'ne Hühner voll; lernst du übel, friss mit den Schweinen aus einem Kübel,
Liebes Kind, lernst du wohl, wirst du gebratner Hühner voll; lernst du aber übel, so geh mit den Säuen über den Kübel.

Manche Leute bilden sich ein, ihre Eier seien mehr wert als anderer Leute Hühner.

Mancher ist ein Freund, wie ein Fuchs der Hühner, oder ein Katz des Specks.

Man darf den Hühnern den Schwanz nicht aufbinden, denn sie richten ihn selbst wohl auf.

Man ersieht schon am Kamme, ob Hahn oder Henne.

Man erwartet das Gänseei und bekommt ein Hühnerei.


Man gibt leichter die Wolle als die Schafe, das Fell als ein Schaf, das Ei als eine Henne.

Man muss die Henne rupfen, ohne dass sie schreit.

Rindfleisch geräuchert ist der Reichen Kost, Hühnerfleisch ist armer Leut essen, das können sie vergelten.

Scharrt nicht die Henne so gut wie der Hahn, so kann der Haushalt nicht bestahn.
Wenn die Henne nicht scharrt wie der Hahn, kann der Haushalt nicht bestahn.
Wenn die Henne nicht so wohl scharret als der Hahn, so kann die Haushaltung nicht bestahn.

Schlafender Fuchs fängt kein Huhn.

Seine Eier sollen mehr gelten als anderer Leute Hühner.

Seine Hühner legen Eier mit zwei Dottern.

Sieh auf die Hühner und nicht auf die Nester.

Sie streiten um ein Ei und lassen die Henne fliegen.

Sind die Hühner brütig, so hätten sie gern Eier.

So lang die Henne Eier legt, legt man ihr auch.
So lang die Henne Eier legt, so lange legt man ihr auch.
Weil die Henne legt, so legt man ihr auch.
Dieweil die Henne Eier legt, legt man ihr auch.
Dieweil die Henne Eier legt, legt man ihr wider.

Tolle Anschläge der Narren gehen für sich, wie die Hühner scharren.
Es geht für sich wie die Hühner scharren.

Trittst du mein Huhn, so wirst du mein Hahn.
(Das bedeutete nach altem Recht, dass ein freier Mann, der eine Leibeigene Frau heiratete, dadurch selbst zum Leibeigenen wurde; denn die unfreie Hand zog die freie nach sich.)

Üble Henne, die in Nachbars Häuser legt.

Viele kriegen um das Ei und lassen die Henne fliegen.
Viel kriegen um das Ei und lassen die Hennen fliegen.

Was von der Henne kommt, das gackert.

Was zum Huhn geboren ist, scharrt nimmer vor sich.

Weiber sind oft so vorwitzig ob sie schon wissen, dass ihre Hühner allweg Eier legen, so begreifen sie doch, ob sie nahe vor der Tür sind.

Weiber und Hühner verlieren sich bald auf der Straße.

Weiße Hühner legen auch wohl die Eier in die Nesseln.

Wenn der Fuchs die Pfoten leckt, so mögen die Bauern Achtung auf die Hühner geben.

Wenn der Fuchs stattliche Versicherungen gibt, dass er kein Huhn fressen wolle, so sind die Brief so gut wie sein Mut.

Wenn die Frösche den Storch, die Tauben den Habicht, die Schafe den Wolf, die Hühner den Fuchs, die Pferde die Menschen zu Schutzherrn erwählen, so müssen sie ihre Haut in acht nehmen.

Wenn die Henne ihr Gackern ließe, so wüsste man nicht, wo (dass) sie gelegt hat.

Wenn die Henne krähen will, so muss der Hahn schweigen.

Wenn die Henne kräht vor dem Hahn und das Weib redet vor dem Mann, so soll man die Henne braten und das Weib mit Prügeln beraten.

Wenn die Henne nicht brütet, wie will sie Hühnchen zuwege bringen.
(Das bedeutet, man bringt nichts zu Ende, nichts wird fertig, wenn man nicht bei einer Sache bleibt.)

Wenn die Henne nicht scharrt wie der Hahn, kann der Haushalt nicht bestahn.

Wenn die Henn zum Hahn kommt, vergisst sie die Küken (der Küchlein).

Wenn die Mücke ein Hühnerei legen will, ist's ihr Tod.

Wenn eine Henne dem Hahn entgeht, die andre bald wieder bei ihm steht.

Wenn ein fremdes Hühnlein in den Korb kommt, so beißen es die alten Hühner wieder aus.
(Ein Sprichwort, das Fremdenfeindlichkeit schon vor 500 Jahren dokumentiert. Wenn früher schon ein paar Kilometer weiter im nächsten Ort feindlich gesinnte Menschen leben konnten und möglicherweise zu Gewalt neigten, war das früher nachvollziehbar. Seitdem sind die Menschen in den meisten Teilen der Welt klüger und zivilisierter geworden und die Länder Europas haben sich friedlich mit etlichen Verträgen und Partnerschaften vereint. Wenn trotzdem einige zurückgebliebene Menschen mit veralteten Ansichten Fremdenfeindlichkeit an den Tag legen, geht nur von diesen ewig Gestriegen eine allgemeine Gefahr aus, nicht von den Fremden.)

Wenn man der Henne nicht bald ein Nest macht, legt sie unter die Nesseln.

Wenn man: Husch! ruft, meint man die Hühner.
Wenn man sagt husch, so meint man die Hühner.

Wenn man tausend Hennen über setzte, so möchten sie in acht Tagen kein Ei ausbrüten.

Wer alle Eier unter eine Henne legt, kann sie leicht alle stinkend finden.

Wer den Fuchs fangen will, muss mit den Hühnern aufstehen.

Wer Eier haben will, muss der Henne Gackern leiden.
Wer Eier will haben, muss der Hennen Gackern hören.
Der Hennen gatzen leidet man um der Eier willen.
Der Hühner Gackern leidet man um der Eier willen.

Wer (einen) Prozess um eine Henne hat, nehme lieber das Ei dafür.

Wer einmal will gut leben, der nehme ein gebraten Huhn oder ein hübsches Maidlein; wer zweimal, der nehme eine Gans, am Abend hat er noch Kräglemägle; wer eine Woche, der stech' eine Sau, so hat er Schinken und Würste zu essen; wer einen Monat, der schlacht' einen Ochsen; wer ein Jahr, der nehm' ein Weib – wenn es so lange noch vorhält –; wer aber allzeit gut leben will, der werd' ein Pfaff.

Wer mit den Hühnern zu Bette geht, kann mit den Hahnen aufstehen.

Wer mit Füchsen zu tun hat, muss den Hühnerstall zuhalten.

Wie bald hat ein Huhn ein Ei verlegt.

Wir wollen's hinter den Schornstein schreiben, wo es die Hühner nicht auskratzen.
Wir wollen's in den Kamin schreiben, wo's die Hühner nicht auskratzen.

Wo man den Habicht über die Hühner setzt, da ist ihr Tod gewiss.

Worte sind gut, aber Hühner legen Eier.

Zahme Hühner beißen auch zuweilen einander.

Zieh (Zeuch) auf im Hause Tauben und Hennen, die bescheißens doch, zerkratzen die Tenne.

Hähne in deutschen Sprichwörtern:

Alle Hahnen müssen einen Kamm haben.

Das Wasser wäre gut, hätt' es der Hahn nicht verschüttet.

Da kräht kein Hahn danach.
Da kräht kein Hahn nach.
Danach kräht kein Hahn.
(Die Entstehung dieses Sprichworts geht über 500 Jahre zurück. Nach dem Neuen Testament der Bibel soll Petrus drei Mal geleugnet haben, Jesus zu kennen, bevor der Hahn krähte. Für die Christen ist diese Begebenheit von großer Bedeutung. Das Sprichwort beschreibt den Umkehrschluss: Wenn der Hahn nicht kräht, kann derjenige oder die Sache entsprechend nicht wichtig sein und keine Bedeutung haben.)

Der Fuchs sagt zum Hahn: Mein Herr, ich wollt eures Kopfs gern schonen und euch das Leben gönnen, aber ich kann eures Kopfs nicht entraten um meines hungrigen Magens willen.

Der Hahn ist König auf seinem Miste.
Der Hahn weiß sich viel auf seinem Miste.

Der Hahn kann nicht so viel zusammentragen, als die Henne verscharren mag.

Der Hahn kräht am kühnsten auf eigenem Mist.
Der Hahn ist kühn auf seinem Mist.

Der Hahn kräht, so er die Henne getreten.

Der Hahn schließt die Augen, eh er kräht - weil er's auswendig kann.

Der Rote gäb' einen übeln Kaminfeger, er jagte den roten Hahn zum Dach heraus.

Der Schatz hebt sich alle Jahre um einen Hahnenschritt.

Die Hahnen haben ein Lied und Sinn und krähen mit ungleicher Stimm.

Die Hähnlein wollen dem Hahn vorkrähn.

Die Kapaunen*18 werden doch keine Hahnen mehr, darum muss man ihnen das Krähen mit dem Bratspieß vertreiben.

Drei Dinge sind nicht eins im Haus: Zwei Hahnen, und die Katz und Maus; die Schwieger jagt die Schnur hinaus.
Drei Dinge sind nimmer eins im Haus: Zwei Hahnen und die Katz und Maus; die Schwieger jagt die Schnur hinaus.
Drei Dinge nie sind eins im Haus: Zwei Hahnen, Katz mit der Maus, Weiberrock und Mannesflaus.
Drei Ding sind nimmer eins im Haus: zwei Hahnen, die Katz mit der Maus, die Schwiger jagt die Schnur hinaus.
(Schwieger = Schwiegermutter. Schnur = Schwiegertochter. In anderem Zusammenhang kann Schnur auch ein Seil oder Strick bezeichnen.)

Eh der Hahn kräht, schlägt er mit den Fittichen.

Eine fette Henne und mageren Hahn hält man für die besten.

Ein guter Hahn kräht auch zweimal.

Ein guter Hahn wird selten fett.

Ein Hahn hat so viel Flügel als der Falk und kann doch nicht so hoch fliegen.

Ein Hahn zwingt zwölf Hennen, ein Weib halb so viel Männer.

Ein jeder will Hahn im Korbe sein.

Er geht darüber hin wie der Hahn über die Kohlen.
Er läuft darüber wie der Hahn über die Kohlen.
Es ist so leicht, das man dabei kann müßig gehen, drüber hinlaufen, wie ein Hahn über Kohlen.

Er ist Hahn im Korbe.

Es wird doch Tag, auch wenn der Hahn nicht kräht.
Es wird nach Nacht noch Tag, obgleich der Hahn nicht kräht.

Früh mit den Hühnern zu Bette und auf mit den Hahnen zur Wette.

Gefällt der Henne der Hahn, so gefällt ihr auch der Hühnerhof.

Gescheite Hähne frisst der Fuchs auch.

Hahnreischaft*16 ist die vornehmste Zunft.

Hühner und Hahnen bleiben Gespanen.

Ich nahm' ein Gerstenkorn für die Perle, sprach der Hahn.

Jäger, Fischer und Hahnreie*16 müssen viel Geduld haben.

Junge Hähne sollen die alten nicht Krähen lehren.

Kein Huhn hält sich zum Kapaunen*18, sondern zum Göckelhahn.

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt, wie es ist.

Kräht die Henne und piept der Hahn, muss es im Hause übel stahn.

Küchenfleisch ist besser als Hahnenfleisch.

Mancher tut ein Ding, ehe der Hahn brunzt.

Man ersieht schon am Kamme, ob Hahn oder Henne.

Man sieht zeitig am Kamme, was ein Hahn werden will.


Nach Dreikönigen wachsen die Tage um einen Hahnenschritt.

Nur nicht ängstlich, sagte der Hahn zum Regenwurm, da fraß er ihn auf.

Obenhin, wie der Hahn über glühende Kohlen.

Scharrt nicht die Henne so gut wie der Hahn, so kann der Haushalt nicht bestahn.
Wenn die Henne nicht scharrt wie der Hahn, kann der Haushalt nicht bestahn.

Trittst du mein Huhn, so wirst du mein Hahn.
(Das bedeutete nach altem Recht, dass ein freier Mann, der eine Leibeigene Frau heiratete, dadurch selbst zum Leibeigenen wurde; denn die unfreie Hand zog die freie nach sich.)

Über einen Toten kräht kein Hahn.

Viel besser kräht der Hahn, so er die Kehle feuchtet an.

Vom krähenden Hahn zum Esel gehen heißt einen Gesang hören.

Was die Natur dem Hahn am Kamme nimmt, das gibt sie ihm am Schwanze.
Was die Natur dem Pfauen am Kopfe versagt, das ersetzt sie ihm am Schwanze.

Was man zu Unehren schändlich vertut, da kräht nimmermehr kein Hahn nach.

Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.
Was nicht am Hahn ist, das ist an Kamm und Federn.
Was nicht im Vogel ist, das ist an den Federn, was nicht im Hahn, das ist an Federn und am Kam.

Was zum Hahn werden soll, rötet bald den Kamm.

Wenn die Henne krähen will, so muss der Hahn schweigen.

Wenn die Henne kräht vor dem Hahn und das Weib redet vor dem Mann, so soll man die Henne braten und das Weib mit Prügeln beraten.

Wenn die Henn zum Hahn kommt, vergisst sie die Küken (der Küchlein).

Wenn eine Henne dem Hahn entgeht, die andre bald wieder bei ihm steht.

Wenn ein Hahn kräht, so krähen sie alle.

Wenn er redet, (so) kräht der Hahn auf dem Kirchturm.

Wenn sich der Wetterhahn nicht dreht, zerbricht ihn der Sturm.

Wer mit den Hühnern zu Bette geht, kann mit den Hahnen aufstehen.

Wie der Hahn, also das Geschrei.

Wo die Henne kräht und der Hahn schweigt, da geht's liederlich zu.

Wo die Wirte Hahnrei*16 sind, da kehren die Gäste gern ein.

Wo kein Hahn ist, da kräht die Henne.

Zwei (Hahnen) Hähne auf einem Mist vertragen sich nicht.
Zwei Hähne taugen nicht auf einem Mist.

Hühner und Hähne in Sprichwörtern aus aller Welt