Über 25.000 Deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter mit W

Deutsche Sprichwörter mit W


Über 25.000 deutsche Sprichwörter


Sprichwörter aus der Bibel


Der Ursprung vieler deutscher Sprichwörter ist in der Bibel zu finden. Damit sind nicht die Sprüche Salomos gemeint, sondern normale deutsche Sprichwörter, die im allgemeinen Gebrauch sind oder waren und deren Ursprung in allen Teilen der Bibel den meisten unbekannt ist. Manchmal sind sie wörtlich aus der Bibel übernommen, teilweise nur dem Sinn nach. Ebenso ist in den meisten Sammlungen ihre Quelle nicht angegeben.

Auf dieser und den anderen Seiten mit deutschen Sprichwörtern sind etliche dieser Sprichwörter enthalten. Meist steht die Bibelstelle (teilweise im Wortlaut) darunter, nach der sie entstanden sind. In neuerer Zeit sind mehrere neue Bibelübersetzungen veröffentlicht worden, in denen der Wortlaut geändert wurde. Ganze Sätze oder Verse lauten heute manchmal anders als in der Entstehungszeit der Sprichwörter vor hundert oder mehr Jahren. Entsprechend gibt es bei einigen Sprichwörtern eine große, bei anderen fast keine offensichtliche Ähnlichkeit. Die zitierten Bibelstellen stammen wenn möglich aus der Bibelübersetzung, die dem Sprichwort am nächsten kommt.

In einigen Übersetzungen sind teilweise die Verszahlen unterschiedlich oder Texte werden mit anderer Bedeutung übersetzt.

Beispiel das Sprichwort: „Gut ist gut, wenn man gut mit tut.
Dazu die entsprechende Stelle bei Jesus Sirach im Kapitel 13, je nach Veröffentlichung in Vers 24, 28 und 30. Einmal ist Reichtum gut, wenn man ihn ohne Sünde verwendet, ein anderes Mal nur dann, wenn keine Sünde daran ist, ohne Sünde entstanden ist, unabhängig von seiner Verwendung:
Die ganze Heilige Schrift, Zürich 1755
28: „Reichtum ist gut, wann man's ohne Sünde brauchet: und die Armut ist bös in dem Munde des Gottlosen.“
Die Heilige Schrift des alten Testaments 1813
24: „Der Reichtum ohne Sünde ist gut. Die Armut nennet der Gottlose böse.“
Die Andachts-Bibel oder Die ganze Heilige Schrift 1845
30: „Reichtum ist wohl gut, wenn man es ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.“
Lutherbibel 1912
30: „Reichtum ist gut, wenn man ihn ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.“
Gute Nachricht Bibel 2000
24: „Reichtum ist etwas Gutes, wenn kein Unrecht daran klebt. Und Armut ist nichts Schlechtes, auch wenn gewissenlose Menschen das behaupten.“
Einheitsübersetzung 2016
24: „Gut ist der Reichtum, an dem keine Sünde ist, schlecht ist die Armut im Mund des Gottlosen.“
Lutherbibel 2017
24: „Reichtum ist gut, wenn an ihm keine Sünde haftet, und allein der Gottlose nennt die Armut schlecht.“

In einigen Veröffentlichungen fehlen auch die Apokryphen, zu denen auch Jesus Sirach gehört. Das sind religiöse Schriften von ca. 200 v.Chr. bis 400 n. Ch., über deren Zugehörigkeit zur Bibel Uneinigkeit besteht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen). Einige Sprichwörter stammen auch aus ihnen.

Zu den Apokryphen gehören:
Buch Judit
Buch der Weisheit (Weisheit Salomos, um 50 v. Chr. entstanden)
Buch Tobit (nach Luther „Tobias“)
Jesus Sirach (zwischen 180 und 175 v.Chr. entstanden)
Baruch und Brief des Jeremia
1. Buch der Makkabäer
2. Buch der Makkabäer
Zusätze zum Buch Ester
Zusätze zum Buch Daniel
Gebet des Manasse

Bücher über deutsche Sprichwörter aus der Bibel

Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache
von Carl Schulze, Vandenhoeck & Ruprecht's Verlag, Göttingen 1860

Biblische Redensarten und Sprichwörter
3000 Fundstellen aus der Lutherbibel gesammelt und erläutert von Heinz Schäfer
Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart 1998, 2004

Neben den deutschen Sprichwörtern mit der Herkunft aus der Bibel sind auf dieser Seite mehrere Hundert deutsche Sprichwörter mit W am Anfang und auf weiteren 70 Seiten alle anderen, alte und neuere in heutiger Rechtschreibung vorhanden. Wenn hier noch besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.
Die deutschen Sprichwörter mit blischem Ursprung sind gesammelt auf einer extra Seite zu finden.

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Deutsche Sprichwörter von Wer der bis Wer gut

  

Wer der Arbeit zusieht, wird davon nicht müde.

Wer der Gefahr frisch unter die Augen geht, dem entweicht sie.

Wer der Gemeinde dient, dem dankt niemand.

Wer der Gemeinde dient, hat einen übeln (schlimmen) Herrn.

Wer der Kröte den Kopf abbeißen will, der muss nicht sauer sehen, sondern getrost hineinbeißen.

Wer der Padde den Kopf abbeißt, getröstet sich des Giftes.
(Padde = älterer Name für die Erdkröte, an deren Hinterseite sich paarige Drüsen befinden, die Hautgifte zur Abwehr von Fressfeinden enthalten.)

Wer der Welt am besten dient, dem lohnt sie am übelsten.

Wer der Zeit dient, dient wohl (ehrlich).

Wer der Zeit nicht tut ihr Recht, der fährt in Geschäften schlecht.
Wer der Zeit nicht tut ihr Recht, der wird oft ein armer Knecht.

Wer des (die) Bösen schont, schadet den Frommen.
Wer des Funkens nicht achtet, brennt leicht ab.

Wer des Geleites will genießen, muss nicht neue Böcke schießen.

Wer des Geleits will genießen, muss sich geleitlich halten.

Wer des Königs Kuh gefressen, muss hundert Jahr die Knochen bezahlen.
Wer des Königs magere Kuh gefressen hat, muss sie für eine fette bezahlen.
(Das obere Sprichwort steht in der Sammlung von Winckler 1685 unter Nr. 900/77. Bei Wander werden mit etwas verändertem Wortlaut zwei Sprichwörter daraus: einmal unter König Nr. 170 mit der Quelle Winckler, XI, 77 und ein Mal unter Kuh Nr. 426 ohne Quellenangabe. Die untere Variante steht ebenfalls bei Winckler unter Nr. 1500/89 (Ebenfalls bei Wander unter König Nr. 171). Das Sprichwort soll bedeutet, das die Obrigkeit sehr lange sehr nachtragend ist und Verfehlungen von Untertanen nicht vergisst und den Schaden oft mit Aufschlag ersetzen lässt.)

Wer des Spiels nicht kann, soll zusehn.

Wer des Wassers bedarf, sucht es im Brunnen.

Wer d’Hände versilbert und d’Finger vergoldet, hat was, wenn, wie er will des Richters Huld.

Wer dich einmal betrogen hat, dem traue dein Lebtag nicht wieder.
Wer dich einmal betrügt, tut dir unrecht; wer zweimal, tut dir eben recht.

Wer dich gen Rom trüge und setzte dich einmal unsanft nieder, so wär' alles verschüttet.

Wer dich kennt, der kauft dich nicht.

Wer dich kratzt, den kraue wieder.

Wer dich richtet, ist dein Herr.

Wer dich ungewöhnlich liebkost, hat dich betrogen oder will dich betrügen.

Wer die Asche auf dem Herd sparen will, dem verschwindet sie.

Wer die Augen bei sich hat, stolpert nicht.

Wer die Augen nicht auftut, muss den Beutel auftun.
Wer die Augen nicht will auftun, der muss den Beutel auftun.

Wer die besten Früchte ernten will, muss auf den Baum steigen. Wem die verbeulten genügen, der wartet darauf, dass sie herunterfallen.
Wer die Braut hat, der ist Bräutigam.

Wer die Dame berührt, muss des Spieles pflegen.

Wer die Dornen scheut, kommt nicht in den Busch.

Wer die Ehre liebt, verachtet seinen Leib.

Wer die Ehre verachtet, tötet den Neid.

Wer die Eltern ehrt, den ehrt Gott wieder.

Wer die Feigen frisst, muss sie wieder speien.

Wer die Finger im Feuer nicht gehabt hat, der weis nicht, das es heiß ist.

Wer die Finger zwischen Tür und Angel steckt, der klemmt sich gern.

Wer die Freude am unrechten Ort sucht, bringt Elend mit sich heim.

Wer die Gefahr am meisten flieht, der begegnet ihr am Ersten.
Wer die Geiß anbindet, muss sie hüten.

Wer die Geiß angenommen hat, muss sie hüten.

Wer die Geiß im Hause hat, dem kommt der Bock vor die Tür.

Wer die Gelegenheit versäumt, dem weist sie den Hintern.

Wer die guten Tage verloren, muss dafür gute Nächte suchen.
Wer einen guten Tag hat verloren, soll eine gute Nacht suchen.

Wer die Häfen*15 macht, darf sie auch zerbrechen.

Wer die Hand aus den Muffen steckt, kriegt Ringe an die Finger.

Wer die Hand im Blute badet, muss sie mit Tränen waschen.

Wer die Harfe nicht spielen kann, der werd' ein Pfeifer.

Wer die Hölle gewohnt, ist, der meint, es sei Kirchmesse drin.

Wer die Hörner im Schoß hat, muss sie nicht auf den Kopf setzen.

Wer die Hure nimmt zur Eh, bedarf keines Unglücks meh.
Wer eine Hure nimmt zur Ehe, bedarf keines Unglücks mehr.

Wer die (eine) Hure zur Ehe nimmt, ist ein Schelm oder will einer werden.
Wer eine Hure zur Ehe nimmt, will zum Schelm werden.

Wer die Jugend mit ärgerlichen Exempeln verführt, der hat von Gott solche Strafe zu erwarten, dass er sich davor lieber im Meer sollt ertränken.

Wer die Katze ins Wasser trägt, der trägt sein Glück aus dem Haus.

Wer die Kinder verzärtelt, setzt sie ins leichte Schiff.
(Wenn Kinder in der Jugend alles von den Eltern bekommen und ihnen keine Grenzen aufgezeigt werden, sind sie später nicht in der Lage, sich selbstständig zu versorgen. Sie verschulden sich, weil sie den Umgang mit Geld nicht gelernt haben. Wenn sie etwas sehen, wird gleich alles gekauft, ohne die eigenen Möglichkeiten abschätzen zu können. Nur weil andere es auch haben, werden Schulden gemacht, die später zu Überschuldung, Insolvenz und Armut führen. Sie können keine Partnerschaften eingehen, weil sie nicht gelernt haben, Kompromisse zu schließen. Sie werden vor jedem Problem kapitulieren, weil sie das normale Leben nicht kennen. Sie sitzen in einem zu leichtem Schiff, das beim geringsten Seegang kentert und untergeht.)

Wer die Kirche hat, der hat auch den Kirchhof.

Wer die Krätze hat, reibt sich gern.

Wer die Kunst nicht übt, verliert sie bald.
Wer eine Kunst nicht übt, der vergisst sie bald.

Wer die Last trägt, der fühlt, was sie wiegt.

Wer die Leiter hält, ist so schuldig als (wie) der Dieb.

Wer die Leiter hinauf will, muss mit der untersten Sprosse anfangen.

Wer die Leute schreckt, der muss sich fürchten.

Wer die meiste Arbeit tut, der hat den wenigsten dank in der Welt.

Wer die meiste Mühe mit den Kühen hat, genießt ihrer am wenigsten.

Wer die meisten Stimmen hat, hat das meiste Recht.
(Ein Grundsatz der Demokratie, der schon vor über 2000 Jahren richtig war und als deutsches Sprichwort bekannt war, als es in Deutschland die Demokratie noch nicht gab. Manch versuch auch heute noch durch Lautstärke oder Desinformationen, Fake News und alternativen Fakten diesen Grundsatz zu umgehen oder außer Kraft zu setzen.)

Wer die Mühle fleucht, der flieht auch das Mehl

Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen.
Wer die Musik bezahlt, soll auch dabei tanzen.

Wer die Nacht sucht, muss die Sterne in Kauf nehmen.
Wer die Nahrung nicht in sein Haus treibt, der jagt sie aus dem Hause.

Wer die Nase hart schnäuzt, der zwingt Blut hervor.
Wer die Nase zu sehr schnäuzt, dem blutet sie.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 30, 33: „und wer die Nase hart schneuzt, zwingt Blut heraus, und wer den Zorn reizt, ruft Streit hervor.“)

Wer die Nase will in allen Löchern haben, der muss sie oft beschissen nach sich ziehen.
(beschissen = beschmiert, verdreckt, betrogen)

Wer die Natur zu überwinden weiß, ist mehr als Samson.
(Ein altes Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert. Es enthält das Wissen, das die Natur stärker ist, als alle Menschen zusammen, was heute leider nicht beachtet wird. Samson = Simson, eine Gestalt aus dem Buch der Richter des Alten Testaments und Held des israelitischen Stammes Dan und ein Auserwählter Gottes. Er war dank seiner Haare stark und unbesiegbar. Erst als durch Verrat seine Frau ihm die Haare abschnitt, konnten die Philister ihn besiegen, gefangen nehmen und blenden. Wenn jemand also die Natur, das Wetter und Klima überwinden und bestimmen könnte, müsste der mächtiger sein als Samson, der seine Kraft von Gott erhielt. Dass dies nie möglich sein wird, zeigt grade die Natur des Klimas. Das Klima stellt sich auf die durch Menschen veränderte Umwelt ein und antwortet mit der Klimaveränderung, Meeresspiegelanstieg, Stürmen und Naturkatastrophen, gegen die die gesamte Menschheit machtlos ist.)

Wer dient, bis das er wird Unwert, dem ist Undank zum Lohn beschert.
Wer dient der Gemeinde, der ist allermanns Knecht und jedermanns Esel.

Wer dient der Gemeinde, der steht zuletzt gar allein.
(Ein altes deutsches Sprichwort, das schon 1630 bei Christoph Lehmann (Seite 586, Nr. 3) aufgeführt ist. Heute gilt das Sprichwort mehr noch als früher. Frei und demokratisch gewählte Volksvertreter werden heute von rechten und ausländerfeindlichen Minderheiten angegriffen und bedroht, so das etliche zum eigenen Schutz von Leib und Leben ihre Ämter aufgegeben haben. Erst werden sie gewählt, um bei Problemen von der schweigenden Mehrheit aus Angst vor wenigen radikalen Gewalttätern allein gelassen zu werden. Die Freiheit und Demokratie wird heute wie vor 1933 von rechten radikalen Minderheiten und deren Sympathisanten bedroht, nicht von demokratisch gewählten Volksvertretern!)

Wer dient der Welt, der dient nicht Gott und kommt daher in Not und Spott.

Wer dient, ist so gut, als wer lohnt.

Wer die Ordnungsliebe treibt zu weit, der stiehlt sich und anderen die Zeit.
Wer die Räude fürchtet, kriegt den Grind.

Wer die Rose bricht, muss leiden, dass sie ihn sticht.

Wer die Rute schont, der hasst seinen Sohn.

Wer die Schafe schiert, dem wird die Wolle.

Wer die Scheibe der Wahrheit nicht sieht, der kann sie nicht treffen.

Wer die schwächsten Schultern hat, muss die größten Päcke tragen.

Wer die Spatzen fürchtet, wird nie Hirse säen.

Wer die Stecknadel nicht achtet, kommt nicht zur Nähnadel.

Wer die Stute verachtet, hat gewiss Lust sie zu stehlen.

Wer die Tochter haben will, halt es mit der Mutter.
Willst du die Tochter han, sieh vorher die Mutter an.
Willst du gern die Tochter han, sieh vorher die Mutter an.

Wer die Tochter haben will, muss die Mutter freien.

Wer die Vögel mit dem Nest zugleich will haben, der verliert sie bisweilen beide.

Wer die Ware schilt, hat lust dazu.

Wer die Wahrheit auf großer Herren Tisch bringen will, muss viel süße Brühen daran (daraus) machen.

Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man den Fiedelbogen um den Kopf (die Fiedel an den Kopf).

Wer die Wahrheit sagt, kann nirgend Herberge bekommen.

Wer die Welt nicht sieht, kennt sie auch nicht.

Wer die Zeit ehrt, den ehrt sie wieder.

Wer die Ziege bekommt, bekommt auch die Hörner.

Wer die Ziegen im Haus hat, der hat den Bock auf der Hecke.

Wer Dirnen vertraut seinen Rat,
den Gänsen seine Saat,
den Böcken seinen Garten,
der darf des Glücks nicht warten.

Wer dir übel will, dem träumt auch von dir übel.

Wer dir von andern schlecht spricht, spricht auch andern schlecht von dir.
Wer Disteln säet, wird Stacheln ernten.

Wer drei Feinde hat, muss sich mit zweien vertragen.
Wer droht, macht dich nicht tot.
Wer droht, (der) warnt.

Wer durch den Besitz des Erwünschten seine Begierde zu befriedigen wünscht, der will das Feuer mit Stroh löschen.
Feuer zum Stroh legen.
Wer durch den Fluss gewatet, weiß, wie tief er ist.

Wer durch die Welt läuft, lernt leben.

Wer durch die Welt will, muss sich bücken, man sieht zu sehr auf krumme Rücken.
Wer durch die Welt will rücken, der lerne sich hübsch bücken.

Wer durch eine blaue Brille sieht, der meint, es sei alles blau.
(Heute wird die rosa Brille bevorzugt, oder die Ansichten der Marktschreier von Parteien und im Internet, selbst hinsehen scheint keiner mehr zu brauchen.)

Wer durchs Gitter sieht, sieht oft, was er nicht gerne sieht.
(Das Sprichwort meint ebenso wie beim Horcher an der Wand einen Spion, der heimlich etwas erfahren will.)​​
Wer edle Taten tut, der ist edel Blut.

Wer Ehre verdient, hat sie nicht, und wer sie hat, verdient sie nicht.

Wer ehrlich geboren, christlich gelebt und selig gestorben, der hat drei gute Dinge vollbracht.

Wer ehrlich ist, braucht nicht viel Heimlichkeiten.

Wer Eier haben will, muss der Henne Gackern leiden.
Der Hennen gatzen leidet man um der Eier willen.
Der Hühner Gackern leidet man um der Eier willen.

Wer Eier unter den Füßen hat, muss leise auftreten.

Wer eilt nach fremden Gut, auf den wartet Armut.

Wer eilt zu seinem Verderben, der borge Geld und kauf einen Erben.

Wer ein alt Haus hat und ein jung Weib, hat genug zu tun.

Wer ein alt Weib nimmt des Geldes willen, bekommt den Sack gewiss; wie es um das Geld steht, wird sich finden.

Wer ein Amt bekommt, bleibt nicht, wie er ist, Lung und Leber kehren sich um.

Wer ein Amt genommen, ist der Freiheit verkommen.

Wer ein Bauer auf dem Dorfe ist, der wird schwerlich ein ehrlicher Mann in der Stadt.

Wer ein Biedermann will sein und heißen, der hüte sich vor Tauben und Geißen.

Wer ein böses Auge hat, der soll es mit dem Ellenbogen verbinden.

Wer ein böses Weib hat, braucht keinen Teufel.
Wer ein böses Weib hat, der bedarf keines Teufels.

Wer ein böses Weib und fünf Groschen verliert, hat Ursache, um sein Geld zu klagen.

Wer ein Ding anfängt mit Dünken, dem geht es aus mit Reuen.
Wer ein Ding mit Dünkel anfängt, dem geht’s mit Reue aus.

Wer ein Ding besser macht, als es sein soll, der verdirbt`s.

Wer ein Ding langsam tut, der will es nicht tun.

Wer ein Ding nicht gelernt hat und nicht drauf gewandert ist, der ist kein Meister.

Wer ein Ding nicht recht zu brauchen weiß, der soll seiner müßig gehen, sonst macht er eine Freud, wie ein Floh im Ohr.
(Das Sprichwort steht bei Christoph Lehmann 1630 unter der Überschrift „Ob ein alter Mann ein junges Mägdlein soll nehmen“. Das Sprichwort verneint die Frage, da er wahrscheinlich keine Kinder mehr zeugen kann.)

Wer ein Ding zu langsam tut, der verdient kein Dank.
(Erklärung dazu bei Lehmann 1630: „Was kommt zu spät, das ist keine gute Tat.“)

Wer ein Ding zuviel lobt, dem traue nicht.

Wer ein Ding zu viel lobt und liebt, gewöhnlich viel Falsches mit unterschiebt.

Wer eine Ausrede sucht, findet zehn.

Wer eine Blume malt, kann ihr doch den Geruch nicht geben.

Wer eine Elster ausschickt, dem kommt ein bunter Vogel wieder.

Wer eine Fackel im Hirn hat, leuchtet heller, als das Wachslichtlein auf der Schulbank.

Wer eine Gelegenheit hat, soll auf die andre nicht warten.

Wer eine gute Heirat getroffen, hat den Himmel auf Erden gefunden.

Wer eine harte Haut hat, der fühlt die Flohstiche nicht.

Wer eine Heirat macht, der gewinnt einen ewigen Freund oder einen ewigen Feind.

Wer ein Eigen kauft, tut damit, was er will.

Wer eine Jungfrau schändet, stirbt keines guten Todes.
Wer eine Jungfrau schändet, stirbt übeln Todes.
Wer Jungfrauen schänd't, der nimmt kein gut End.
Wer Jungfern schänd't, nimmt kein gut End.
(Manchmal ist veraltete oder unmodern gewordene Sprache deutlicher und ausdrucksstärker als jede moderne Ausdrucksweise oder neue Wort. Wer jemand anderen vergewaltigt, fühlt sich möglicherweise, stark, überlegen oder anders positiv. Wer vergewaltigt, übt Gewalt aus und Gerede über mögliche oder ausgebliebene Gegenwehr oder gesetzliche Spitzfindigkeiten verharmlosen nur und ändern nichts am schändlichen Tun.
Wenn wie früher jemand geschändet wurde (nicht wie heute vergewaltigt), war schon durch die Wortwahl klar: Der Schänder hat schändlich gehandelt und dadurch erst recht Schande über sich gebracht, unabhängig von möglichen äußeren Begleitumständen wie Gegenwehr, Schreckensstarre, Gesetzen oder anderem. Wer andere schändet (Jungfer oder nicht, wen und wann auch immer) bringt Schande über sich, lebenslänglich, wer an einen Gott glaubt, noch darüber hinaus.) Worte beeinflussen das Denken der Menschen und dadurch ihr Handeln.)

Wer eine Kröte fressen will, muss sie nicht lange besehen.

Wer eine kurze Fasten haben will, der nehme bis auf Ostern Geld auf.

Wer eine Lampe braucht, darf's Öl nicht sparen.

Wer eine Leiter hinaufsteigen will, muss bei der untersten Sprosse anfangen.

Wer einem anderem Fallstricke legt, sich selbst darin zu fangen pflegt.

Wer einem andern nach dem Leben steht (trachtet), befördert seinen eigenen Tod.

Wer einem andern Schaden tun will, dem kommt's selbst über seinen eigenen Hals.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 27, 30: „Wer dem andern Schaden tun will, dem kommt's selbst über seinen Hals, dass er nicht weiß, woher.“)

Wer einem Armen hilft, gedenkt an sich selber.

Wer einem Bauer auf Höflichkeit dient, dem wird mit Grobheit gelohnt.

Wer einem Bauern den Hintern kratzt, dem hofiert er zum Lohn in die Hand.

Wer einem dient und tut ihm recht, den hält man für einen treuen Knecht.

Wer einem ein Kind zur Ehe gibt, der gönnt ihm auch das Gut.

Wer einem ein paar Eselsohren will aufsetzen, der muss die Worte gar dünn und subtil schmelzen.

Wer einem geben will, der fragt nicht, ob er's haben will.

Wer einem geizigen Herrn dient, der hat davon größere Beschwernis als von Zahnweh.

Wer einem gemeinen Weib vertraut, desgleichen auf das kalte Eis baut und einem Schottenpfaffen glaubt, der ist seiner Vernunft beraubt.
Der einem gemeinen Weib vertraut und auf einem kalten Eis baut und einem Schottenpfaffen glaubt, der ist seiner fünf Sinne beraubt.

Wer einem in den Steigbügel hilft, dem muss man zum Dank aus dem Sattel helfen.
Wer einem in Stegreif hilft, den hebt man zu Dank aus dem Sattel.

Wer einem ins Wort fällt, der will sich selbst hören.

Wer einem Lob zulegt, dass im Werk nicht ist, der gibt ihm zu verstehen, wie er sollte beschaffen sein.

Wer einem mit Scheltworten die Wahrheit sagt, der redet ehrenverletzlich und tut unrecht.

Wer einem Reichern schenkt, gibt dem Teufel zu lachen.

Wer einem seine Nahrung nimmt, der tötet seinen Nächsten.

Wer einem was geben will, soll nicht erst fragen, ob er's haben wolle.

Wer einem zu Ader lassen will, der muss ihn auch verbinden können.

Wer einen alten Fuchs betrügen will, der muss (viel) Künste können.

Wer einen alten Zaun umreißt, der kann von einer Schlange, die drunter liegt, gestochen werden.

Wer einen andern mit Kot bewirft, der besudelt sich oft am meisten.

Wer einen andern zu viel sucht, verliert sich endlich selbst.

Wer einen Bauer aus dem Kot zieht, hat ebenso viel Dank zu hoffen, als der ihn hineingestoßen.

Wer einen Bauern betrügen will, muss einen Bauern mitbringen.

Wer einen beleidigt, dräuet vielen (droht vielen).

Wer einen Betrüger betrügt und einen Dieb bestiehlt, erhält hundert Jahre Ablass.

Wer einen Bettler von der Gasse zur Ehe nimmt, der hat immer einen Eselsmann am Tisch sitzen.

Wer einen bösen Namen hat, der ist schon halb gehangen.
(Ein altes Sprichwort, das auch heute leider noch stimmt. An vielen Orten reicht auch schon das Aussehen oder die Hautfarbe, um von den anderen diskriminiert, benachteiligt oder angegriffen zu werden. Ebenso reicht es schon, eine Frau zu sein, um benachteiligt zu werden. Manchmal reicht auch schon eine eigene Meinung. Im deutschen Grundgesetz steht, das alle Menschen gleich sind, warum halten sich viele nicht daran?)

Wer einen bösen Vogel kennt, der kauft ihn nicht.

Wer einen Christen antastet, der greift Gott in seinen Augapfel.

Wer einen Dieb laufen lässt, den fängt man an seiner statt.

Wer einen Eid bricht, lästert Gott.

Wer einen einfallenden Turm will helfen erhalten, der wird drunter erschlagen.
(Christoph Lehmann gibt 1630 in seinem Buch „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ (Seite 376, Nr. 38) gleich die passende Erklärung: „Also wer Herrn will helfen, die im Fall sind, der muss mit ihnen verderben.“ Ebenso wird es allen gehen, die dem russischen Präsidenten Putin helfen wollen, seinen völkerrechtswidrigen Angriffs- und Eroberungskrieg gegen die Ukraine zu führen.)

Wer einen erwürgt, darf (mag) zehn ermorden.
Der einen erwürgt, darf zehn ermorden.
(Das bedeutet, wer ein Verbrechen begeht, das mit der Todesstrafe bestraft wird, kann auch nach zehn solcher Verbrechen nur einmal am Galgen aufgehängt werden. Ausnahmen wäre nur die Folter vor Vollstreckung der Todesstrafe, was früher in manchen Fällen tatsächlich verschärfend durchgeführt wurde.)

Wer einen Fuchs betrügen will, der fischt auf dem trocknen.

Wer einen Fuchs fangen will, muss keinen Schöps hinter's Garn stellen.
(Schöps = spätmittelhochdeutsch aus dem Slawischen = Hammel. Garn = Netz, Falle.)

Wer einen Fuß im Hurenhaus hat, der hat den andern im Spital.
Wer den einen Fuß im Hurenhaus hat, hat den andern im Spital.
Im Hurenhause einen Fuß, im Spital den andern.

Wer einen Gecken aussendet, dem kommt ein Narr wieder.
Wer einen Tropf ausschickt, dem kommt ein Narr wieder.
Wer einen Narren schickt, dem kommt ein Tor wieder.
Wer einen Narren wegschickt, der bekommt einen Toren wieder zurück.
Wer einen Toren sendet, dem kommt ein Narr wieder.

Wer einen geflickten Stoßärmel hat, muss die Hände zu Hause lassen.

Wer einen Geier schindet, hat einen magern Vogel.

Wer einen Gesellen bei sich hat, der hat auch einen Meister bei sich.

Wer einen großen Bissen nimmt, der muss das Maul desto weiter auftun.

Wer einen großen Sprung tun will, der geht zuvor hinter sich.
Wer einen großen Sprung tun will, geht erst rückwärts.
Wer einen guten Sprung will tun, der muss vorher zurück treten.
Man tritt zurück, wenn man will einen guten Sprung tun.

Wer einen Gründling fängt, der fängt auch einen Fisch.
Wer Grundeln fängt, der fängt auch Fische.
Wer Gründlinge fängt, fängt auch Fische.

Wer einen Gulden*13 kann sparen, der soll gern einen Groschen lassen fahren.

Wer einen guten Freund hat, der hat ein gut Pfand.

Wer einen guten Freund hat, der spiele nicht mit ihm.

Wer einen guten harten Weg gemach fährt, der kommt.
(Schon vor mehreren Hundert Jahren wusste man, mit Höchstgeschwindigkeit kommt man nicht immer und schneller ans Ziel. Ob früher mit Pferd und Wagen oder heute mit PS-starken Geländewagen (SUV), mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, z. B. 130 km/h, kommt man sicherer, meist ohne Stau und garantiert heil am Ziel an. Außerdem ist es besser für die Umwelt.)

Wer einen guten Krieg führt, der hat guten Fried.

Wer einen guten Nachbarn hat, ist wohl bewacht bei Tag und Nacht.

Wer einen guten Tag will, muss ihn sich machen.


Wer einen Hasen im Busen trägt, der fliehe.

Wer einen Heller*17 erbt, muss einen Taler*33 bezahlen.

Wer einen Hinkenden verspotten will, muss selbst gerade sein.
Wer eines Hinkenden spotten will, muss selbst gerade sein.

Wer einen hoffärtig nennt, ist eben so viel, als ob man ihn einen Narren gescholten.
(hoffärtig = stolz, prachtvoll (abwertend), dünkelhaft, verletzend überheblich, anmaßend, sein Wesen zur Schau tragen. Aus dem Spätmittelhochdeutschen: hoffertig, mhd. hōchvertec.)

Wer einen Hund an eine Wurst bindet, der behält sie nicht.

Wer einen kalten Herd hat, der wärmt sich gern in fremden Küchen.

Wer einen Koch fragt, was er in seinem Hafen*15 kocht, der geht mit Eselsohren aus der Küche.

Wer einen Kopf hat, bekommt leicht einen Hut.
Wer einen Kopf hat, dem fehlt kein Hut.

Wer einen liebt, der ehrt auch seinen Hund.
Wer mich liebt, liebt auch meinen Hund.

Wer einen lobt in praesentia und schimpft in absentia, den hol' die pestilentia.
(Sprichwort mit latainischen Wörtern: praesentia = Gegenwart, absentia = Abwesenheit, pestilentia = Pest)

Wer einen Löwen füttert, der dient dem Löwen, der Löwe dient ihm nicht.

Wer einen Narren kauft, muss einen Narren behalten.

Wer einen Ochsen kauft, kann keine Kuh melken.

Wer einen Schalk fangen will, muss einen Schalk hinter die Türe stellen.

Wer einen Schalk ins Kloster trägt, bringt einen Buben wieder heraus.

Wer einen schilt, der es verdient hat, bleibt ungestraft.

Wer einen Schranz von Stroh hat, fürchtet sich vor dem Feuer.
(Schranzen sind besonders als schmeichelnde und intrigierende Höflinge bekannt, weshalb der Ausdruck meist in Verbindung mit Hof als Hofschranze verbreitet ist. Wer sich vornehm oder wichtig gibt, aber keine Substanz dafür besitzt, muss sich immer und überall vor Enttarnung fürchten.)

Wer einen Stein aufhebt aus dem Kot, der muss die Hände wieder waschen.

Wer einen Stein über sich wirft, dem fällt er leicht auf den Kopf.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Lutherbibel von 2017: Jesus Sirach 27, 25: „Wer einen Stein in die Höhe wirft, dem fällt er auf den Kopf; und mit einem tückischen Hieb verwundet man sich selbst.“ Lutherbibel von 1912: Jesus Sirach 27, 28: „Wer den Stein in die Höhe wirft, dem fällt er auf den Kopf; wer heimlich sticht, der verwundet sich selbst.“)

Wer einen straft, straft hundert.

Wer einen Strick fordert, erhängt sich nicht.

Wer einen treuen Diener hat, der hat einen Schatz im Haus.
(Manche heiraten heute und meinen dasselbe.)

Wer einen ungewissen zweifelhaften Weg geht, je länger er geht, je weiter er vom rechten Weg irr geht.

Wer einen untreuen Diener hat, der hat einen Dieb und Feind im Haus, vor dem er sich nicht hüten kann.

Wer einen voll macht, billig leid't, dass er ihm in den Busen speit.

Wer einen Wagen machen kann, der kann ihn auch zerbrechen.

Wer einen Wagen voll Eier umstößt, der behält sie nicht alle ganz.

Wer einen Weg gehen soll, den er bereits weiß, der darf nicht fragen.

Wer einen Weinberg pflanzt, der isst von seiner Frucht.

Wer einen Wolf hinterm Busch verdenkt (vemutet), dann ist er dahinter.

Wer einen Zaun kann übersteigen, da er am höchsten ist, der kann ihn leicht überschreiten, da er niedrig ist.

Wer einerlei Speise isst, hat keines Arztes vonnöten.

Wer eine Sache äfert, macht Fürsten uneins.
(Das vergessene Unangenehme immer wieder zur Sprache bringen.)

Wer eine Sache aufs Glück setzt und glückhaft ist, dem steht das Glück zur Seite.

Wer eines anderen Sache begreift, muss sie aushalten.

Wer eines andern Unglück sucht, findet insgemein sein eigenes.

Wer eine Schlange aufzieht, dem wird mit Gift gelohnt.

Wer eines Dings nicht wert ist, dem gönnt und gibt es das Glück.

Wer ein Esel ist und bildet sich ein, er sei ein Hirsch, der sehe sich wohl vor, wenn es Grabensprünge geben wird.

Wer eines Zusage und Worten nicht glaubt, der hält ihn für einen Lügner, aber man machts oft danach, dass man nichts glauben kann.

Wer eine Weiberhaube aufsetzt, den schlagen die Pferde.

Wer eine Zunge hat, gehe nach Rom.
(Aus diesem Sprichwort 1685 bei Paul Winckler (Nr. 1700/62) macht Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon unter Zunge Nr. 198 „Wer eine Zunge hat, kommt nach Rom.“ und vergleicht es mit dem anderen Sprichwort „Mit fragen kommt man nach Rom.“ (Fragen Nr. 63). Das obige Sprichwort meint wahrscheinlich einen sogenannten Neunmalklugen, der angeblich alles besser weiß, der nach Rom gehen soll, um seine vermeintliche Klugheit bei den Obersten der Kirche zu verkünden. Das Zweite meint aber diejenigen, die den Weg nach Rom (oder dem jeweiligen Ziel) nicht kennen, aber durch Nachfragen doch endlich zum Ziel kommen.)

Wer einfältig fragt, der kriegt eine richtige Antwort.

Wer einfältig wandert, der wandert am sichersten.

Wer ein Fass vollfüllt, der muss wieder einen haben, der es abzapft.

Wer ein Feuer will löschen, muss anfangs die Funken ersticken.

Wer ein frommes Weib bekommt, der kriegt ein gute Mitgabe.

Wer ein Gesetz gibt, muss darüber wachen.

Wer ein großer Drache will werden, muss zuvor viel kleine Schlangen fressen

Wer ein großes Haus hat, der beherbergt den Kaiser.

Wer ein gutes Pferd will han, der muss selber oft in Stall gahn.

Wer ein gut Gewissen hat, der fürchtet kein Unglück.
Wer bei sich ein gut Gewissen hat, der fürchtet kein Unglück.

Wer ein Handwerk kann, weiß sein Einkommen.

Wer ein Haupt von Butter hat, dem wächst kein Horn.

Wer ein Haupt von Glas hat, muss nicht mit Steinen fechten.

Wer ein Haupt von Wachs hat, muss nicht an die Sonne kommen.

Wer ein Haus baut, der bezahlt es, wer es kauft, der findet es.

Wer ein Haus baut, der gebraucht's am wenigsten.

Wer ein Haus kauft, das gebaut ist, der findet's; wer eins kauft, niederreißt und baut, der bezahlt's.
Wer ein Haus kauft, findet's; wer eins baut, bezahlt es (doppelt).

Wer ein Haus kauft, hat manchen Balken und Nagel umsonst.

Wer ein Haus will bauen, muss den ersten Grundstein auf seinen Beutel bauen.
(Schon früher war Häuserbauen kein billiges Vergnügen. Das die Baupreise jedes Jahr steigen ist nicht erst heute ein Problem, sondern schon in diesem Sprichwort im Jahr 1685 belegt.)

Wer ein heilig Leben führt, der ist Gott nahe.

Wer ein Kalb gewöhnt zu tragen, der kanns auch noch halten, wenns zum Stier wird.

Wer ein Kalb stiehlt, stiehlt eine Kuh.

Wer ein kurz Herz hat, muss lange Füße haben.
Wer kein Herz hat, muss sich guter Beine befleißigen.

Wer einmal auf der Straße strauchelt, muss darum das Ausgehen nicht verreden (vermeiden).

Wer einmal Feind gewesen ist, dem glaub nicht zu aller Frist.

Wer einmal fischt, den heißt man gleich einen Fischer.

Wer einmal in die Mäuler kommt, kommt selten unverletzt (wieder) heraus.

Wer einmal ist (wird) geschändet, dem hängt es sein Leben lang an.

Wer einmal kommt ins Höllenhaus, den bringt kein Bitten mehr heraus.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.

Wer einmal lügt, lügt lang, und wird ihm angst und bang.

Stiehl einmal und bleib dein Lebtag ein Dieb.
Wer einmal stiehlt, bleibt zeitlebens ein Dieb.
Wer einmal stiehlt, heißt allzeit Dieb.
Wer einmal stiehlt, ist immer ein Dieb.

Wer einmal von einer Schlange gebissen worden ist, der fürchtet auch die Eidechsen.

Wer einmal will gut leben, der nehme ein gebraten Huhn oder ein hübsches Maidlein; wer zweimal, der nehme eine Gans, am Abend hat er noch Kräglemägle; wer eine Woche, der stech' eine Sau, so hat er Schinken und Würste zu essen; wer einen Monat, der schlacht' einen Ochsen; wer ein Jahr, der nehm' ein Weib – wenn es so lange noch vorhält –; wer aber allzeit gut leben will, der werd' ein Pfaff.

Wer ein Ross reitet, erkennt seine Art.

Wer ein säugendes Kind hat, der hat eine singende Frau.

Wer ein schartig Beil (ein ungeschliffenen Kopf) hat, der verdirbt alles, was er damit hauet.

Wer ein schelmisch Pferd hat, vertauscht es seinen Freunden.

Wer ein scheues Pferd in der Weide fangen will, muss ein Mäßlein Hafer mitbringen.

Wer ein schönes Weib, ein festes Schloss an der Grenze und einen Weinberg an der Straße hat, ist niemals ohne Anfechtung.

Wer ein Schreiner werden will, muss auch harte Bretter bohren lernen.

Wer ein Schriftsass ist, der hat auch einen Landesherrn.

Wer eins will han, muss das andre lan.
Wer ekel ist, entbehrt manch guten Bissen.

Wer empfing, der rede; wer gab, der schweige.

Wer entbehrt der Ehe, lebt weder wohl noch wehe.

Wer erbt, soll helfen erhalten.

Wer ernten will, muss säen.

Wer ertappt wird, muss das Bad austragen.

Wer Erz hat, kann Glocken gießen.

Wer erzieht, der regiert.

Wer es allen recht machen will, muss früh aufstehen.
Wer's jedermann wollt recht machen, müsste früh aufstehen.

Wer es bei den alten Löchern bleiben lässt, der darf keine neuen bohren.

Wer es hält mit keinem Teil, wird zur Beute jedem Teil.

Wer es hat, muss es gebrauchen.

Wer es kocht, der richte es auch an.

Wer essen, trinken und zu rechter Zeit schlafen und wachen kann, der vertreibt mit Arzneien eher die Gesundheit, als dass er sie verbessert.

Wer etwas isst und etwas übrig lässt, kann zweimal Tafel halten.

Wer etwas kann, den hält man wert, des Ungeschickten niemand begehrt.

Wer etwas um Golds und Nutzen willen tut, der tuts nicht aus freiem Willen, er tät es nicht, so ers umsonst tun sollt.

Wer etwas will, findet immer einen Weg. Wer nichts will, findet immer einen Ausweg.

Wer etwas will gelten, der komme selten.

Wer fahren kann, der fahre.

Wer fallen will, den soll man über einen Fuß werfen.

Wer faul Holz anlegt, der macht großen Rauch.
(Das Sprichwort meint eine plumpe und sofort als unehrlich gemeinte durchschaubare Entschuldigung.)

Wer fechten will, muss der Streiche warten.

Wer Feinde schont und Freunde erzürnt, ist schlecht bewahrt (sucht Unglück).
Wer Feinde schont und Freunde erzürnt, ist sich selbst feind.

Wer ferne lauft und nicht kauft, dem wird der Weg lang, ihn reut der Wiedergang.

Wer Feuer schürt, dem schlägt die Flamme zuerst unter die Augen.

Wer findet, eh verloren ist, der stirbt, eh er krank wird.
Wer findet ehe verloren wird, wird sterben, eh er krank wird.
(Das Sprichwort meint die Spitzbuben und Diebe, die etwas „finden“, was der Besitzer noch nicht verloren hat. Das bedeutet, für Diebe gab es nur die Strafe am Galgen.)

Wer Fische fangen will, muss sich nass machen.
(Wer etwas haben oder erreichen will, muss auch Rückschläge und die damit verbundenen Nachteile in kauf nehmen. Auf dem Weg zum Erfolg liegen oft Hindernisse und man hat manchen Misserfolg bis zum Ziel. Vergleichbare Sprichwörter in Bulgarien: Ohne nasse Hosen werden keine Krabben gefangen. und Trockene Hosen fangen keine Fische.)

Wer Fische fangen will, muss vorher die Netze flicken.

Wer flieht, eh man ihn verjagt, ist allzu verzagt.
Wer läuft, eh man ihn jagt, ist allzu verzagt.

Wer flieht, gibt sich schuldig.

Wer flieht, macht seine Mutter nicht weinen.
(Das bedeutet, wer in aussichtsloser Lage flieht, stirbt nicht, sondern überlebt. Möglicherweise kann er es bei einer besseren Gelegenheit erneut versuchen. Bei Wander steht dieses Sprichwort unter Fliehen Nr. 35 mit Körte (1837) als Quelle, ein zweites Mal statt „Wer flieht“ mit „Der ihn fürcht (oder fleucht)“ am Anfang unter Fürchten Nr. 2 mit Sebastian Franck (1541) als Quelle. Zwei Varianten, aber beide meinen dasselbe Sprichwort.)

Wer flieht, wird gejagt.

Wer flüstert, lügt.
(Sprichwort auch in Indien)

Wer fragt, der lernt.


Wer fragt, gibt nicht gern.
Wer lange fragt, gibt nicht gern.
Wer viel fragt, der gibt nicht gerne.
(Das bedeutet, wer einen Bedürftigen oder Notleidenden erst fragt, ob er Hilfe braucht, der will sich wahrscheinlich irgendwie herausreden, warum er nicht helfen kann. Wer wirklich helfen will, der hilft ungefragt, so gut er kann.)

Wer Frauen hütet, wütet.

Wer frei darf denken, denket wohl.

Wer freien will, hat vier Scheffel*29 über dem Gesicht.

Wer freien will, muss erst ausdienen.
(Dienen bedeutet in diesem Sprichwort die Arbeit eines Dienenden, Arbeiters oder Angestellten bei seinem Dienstherrn oder Arbeitgeber. Meist wurde zwischen Dienendem und Dienstherrn eine bestimmte Laufzeit vereinbart, die oft Jahre dauerte. Diese Vertragslaufzeit der Verträge und Dienstverhältnisse konnten von einer Seite nur wegen eines außergewöhnlichen und unvorhersehbaren Ereignisses gekündigt werden. Das Freien (Heiraten) des Dienenden gehörte oft nicht zu diesen Ereignissen. Das bedeutete, wenn ein Dienender heiraten wollte, musste er erst ausdienen und bis nach Ende seiner Dienstzeit, manchmal Jahre, warten, bevor er heiraten konnte. Ausnahmsweise war im alten Lübischen und Hamburger Recht das Freien (Heiraten) ein solches außergewöhnliches Ereignis. Quelle: Deutsche Rechtssprichwörter von Eduard Graf, Seite 182.)

Wer fremden Hunde anbindet, gewinnt nichts als den Strick.

Wer Freund sei, sagt die Armut frei.
(Das bedeutet, wahre Freunde sind auch in Zeiten der Not und Armut da, wenn es für andere nichts zu holen gibt oder wenn man womöglich selbst etwas geben soll.)

Wer Friede haben will, muss zum Kriege rüsten.

Wer Frieden haben will, tut übel, dass er Streit anfängt.

Wer fröhliche Nacht sucht, verliert guten Tag.

Wer fromm gelebt, hat lange gelebt.

Wer fromm will sein, soll es ohne andrer Leute Schaden tun.

Wer früh aufsteht, dem hilft Gott.


Wer früh aufsteht, dem viel aufgeht; wer lange liegen bleibt, dem Gott alles geit.

Wer früh aufsteht, sein Gut verzehrt; wer lange schläft, den Gott ernährt.
Wer früh aufsteht, viel verzehrt, wer spät aufsteht, den Gott ernährt.
(Das ist ein Lieblingssprichwort der Faulen.)

Wer früh aufsteht, wird weise.

Wer früh mit den Hühnern aufsteht, dem ists nicht zu verargen, wenn er mit ihnen schlafen geht.

Wer früh nicht rast, der rast spät.

Wer Fuchs mit Füchsen fangen will, bedarf wohl guter Witze viel.

Wer für andre lebt, hat am besten für sich gelebt.

Wer für andere stiehlt, wird für sich (sie) gehangen.

Wer fürchtet, das hinter allen Stauden Wölfe liegen, der bleibt gern daheim.

Wer fürchtet, er tue zu viel, der tut immer zu wenig.
(Ein über 500 Jahre altes Sprichwort, dass viele Politiker und Verantwortungsträger leider nicht mehr kennen. Sonst würden sie nach dem 24. Februar 2022 die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Putins Armee mehr und schneller helfen und unterstützen, um sie vor der Vernichtung bewahren.)

Wer furchtsam ist, der fängt keine tapfere Tat an.

Wer furchtsam ist, der sitzt besser bei der Kunkel als bei Rat und Tat.

Wer für den andern bittet (betet), erlöst sich selbst.

Wer für die Freiheit streitet, hat zwanzig Hände und noch so viel Herz.
Ein Mann, der um seine Freiheit streitet, hat zwanzig Hände und noch so viel Herz.

Wer für einen andern Bürge bleibt, bezahlt für ihn.

Wer für wenig Lohn weit läuft, dem ist der Weg hin so lang, wie der zurück.

Wer gäbe, solange man nähme, der vergäbe sich vor Nacht, wenn er auch dreier Fugger Gut hätte.

Wer Galle im Munde hat, kann nicht Honig speien.

Wer Gäste lädt, gehe vorher hübsch auf den Fleischmarkt.

Wer gebunden ist, der sitzt fest.

Wer Gefahr nicht fliehen kann, stehe tapfer als ein Mann.

Wer gefallen will schnöden Weiben, dem wird nichts in seinem Beutel bleiben.
Wer will gefallen schnöden Weiben, dem wird nichts in seinem Beutel bleiben.

Wer gegen den Himmel sieht, verachtet die Erde.

Wer gegen den Wind speit, besudelt seinen Bart.

Wer gehen will, den soll man nicht halten.

Wer geht nach Giebichenstein, kommt selten wieder heim.

Wer Geld bedarf, der gehe zum Reichen, wer Rat bedarf, der gehe zum Erfahrenen.

Wer Geld genug hat, der kauft, was er will.

Wer Geld in der Tasche hat, braucht keinen Staat zu machen.

Wer Geld in Händen hat, dem bleibt allzeit etwas kleben.

Wer Geld liebt, wird Geldes nimmer satt.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 5, 9: „Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon habe.“)

Wer Geld setzt in der Lotterie, der kommt darum, er weiß nicht wie.

Wer Geld zur Ehe nimmt, der kommt um seine Freiheit.

Wer gelehrt, der wert.

Wer genau dingt, der gedenkt zu bezahlen.
(dingt, dingen, gedungen = (veraltet) vertragliche Verpflichtung gegen Bezahlung die Erledigung einer Aufgabe oder Arbeit zu übernehmen.)

Wer gen Rom zieht, sucht einen Schalk, zum andern Mal findet er ihn, zum dritten Mal bringt er ihn mit.

Wer geringe Dinge wenig acht't, sich um geringre Mühe macht.

Wer gern arbeitet, dem gibt man Arbeit.

Wer gern borgt, bezahlt nicht gern.
Wer gern borgt der lügt gern und bezahlt nicht gern.
Wer gern borgt, lügt gern.

Wer gerne gibt, lässt sich nicht lange bitten.
Wer gern gibt, fragt nicht lange.

Wer gerne krank ist, der lacht den Arzt aus.

Wer gerne kürbäumt, faulbäumt gern.
Wer kürbäumen will, der faulbäumt gern.
Wer zu viel kürbäumen geht, der faulbäumt gern.
(Kürbäumen = wählen, aussuchen, sich für etwas entscheiden. Erklärung zu diesem Sprichwort bei Sebastian Franck 1541: „Zu viel Lust bringt Unlust, such nicht zu viel Honig, das dir nicht Galle draus werde. Bis an dem, das du hast und dir das Glück zugeworfen hat begnügt, das du nicht dem großen Schatten nachjagst und das Stück Fleisch im Maul verlierst. Wer das Kleine nicht für gut hat und zu Rat hält, der ist des Großen nicht würdig.“ Henisch schreibt 1616 im „Teutsche Sprach und Weiszheit Thesaurus“: Kürbäumen, zu hoch wollen sein, zu viel haben wollen. Das ist, wer zu viel haben will, dem wird zu wenig.“ und Eiselein 1840 in „Die Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes“: „Wer sich mit dem Wahlgeschäft abgibt, der faulenzt, oder hat mit faulen Fischen zu schaffen.“ Im Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (1854-1961) steht: „kürbäumen in dem schon 3, 1372 angeführten Sprichwort . . . Selbstüberhebung die Erniedrigung nach sich zieht, . . . Aber das Sprichwort war wirklich so im Gange: denn beide Schrift und tägliche Erfahrung zeugen, wie vierzehn Handwerk das fünfzehende auch haben und gemeiniglich betteln muss.“)

Wer gerne trägt, dem lädt jedermann auf.

Wer gern fährt, schreckt sich nicht am Fuhrmann.

Wer gern flucht, der wird verflucht.

Wer gern frägelt, schwatzt auch gern.

Wer gern gibt, der behält genug.

Wer gern hadert*14, wird oft geschlagen.

Wer viel hadert*14, wird oft geschlagen.


Wer gern hört, dem ist leicht rufen.

Wer gern hört neues und nachschwätzt, hat sich selbst oft in Not gesetzt.

Wer gern jagt, mag leicht ergreifen, damit er seinen Fürwitz stillt.

Wer gern Kröten spießet, der kriegt ihr genug zu spießen.

Wer gern lacht, der kitzelt sich selbst.

Wer gern lügt, der muss auch lügen, wenn er die Wahrheit sagt.

Wer gern lügt, macht gern Wunder.
Wer viel lügt, kann viel Neues sagen.
(Auch andere Kombinationen möglich.)

Wer gern lügt, stiehlt auch gern.

Wer gern mit dem Schwert ficht, der wird auch mit dem Schwert gericht.

Wer gern neue Zeitungen hört, dem werden auch viele zugetragen.

Wer gern nimmt auf Borg, zu zahlen hat keine Sorg.

Wer gern rein austrinkt, dem kommen die Motten in die Kleider nicht.

Wer gern tanzt, dem ist leicht gepfiffen (gefiedelt).

Wer gern trinkt, dem beschert Gott genug; ist's nicht Wein, so ist es Wasser.

Wer gern viel Ehre hätte, dem wird sie selten zuteil.

Wer gern will betrogen sein, der darf nicht glauben was wahr ist, sondern was ihn gelüstet.

Wer gern will betrogen sein, der fährt hin, wie ein wildes Schwein.

Wer gern zankt, findet leicht eine Ursache.

Wer gern zu tun hat, dem gibt Gott zu schaffen.


Wer geschäftig ist, dem macht jedermann zu schaffen.

Wer gescheit ist und von den Narren dafür will angesehen sein, der wird ein Narr so gut wie sie.

Wer Geschenke nimmt, der arretiert seine Freiheit.

Wer gesund ist, der weiß nicht, wie reich er ist.

Wer gesund will bleiben, der muss sich vor solcher Speis und Trank hüten, welche zu überflüssigem Essen und Trinken Lust erwecken.

Wer getadelt sein will, muss freien; wer gelobt sein will, sterben.

Wer getroffen wird, der regt sich.

Wer Gewalt hat, der hat auch recht.

Wer Gewalt hat, der hat recht und ist gerecht, und sollten alle Schreibfedern darüber zu Bratwürsten werden.
(Hier haben sich tatsächlich Schreibfedern verbogen. Erst schreibt 1838 Eiselein von Lehmann ab und lässt dabei das Wort „und“ weg und fügt „auch“ hinzu. Wander lässt 1867 nur „alle“ weg. Hier steht dagegen das Original von Christoph Lehmann (Seite 307, Nr. 43) aus dem Jahr 1630. Ob die Aussage des Sprichworts den Tatsachen entspricht, wage ich zu bezweifeln. Bestes Beispiel sind grade die Verhältnisse in Russland: Putin hat die Macht und übt sie mit Gewalt aus, gerecht ist diese Gewalt aber nachweisbar nicht, ebenso wie Putin mit vielen Behauptungen nicht recht hat.)

Wer Gewalt hat der nimms hinweg und lässt die Rechtsgelehrten verteidigen,
(Ein altes Prinzip, dessen sich auch heute besonders große Konzerne und Reiche Leute bedienen. Man machts, wie es einem gefällt, oder den meisten Gewinn einbringt. Wenn dabei andere zu Schaden kommen, die Umwelt vergiftet wird, oder andere Katastrophen passieren, werden die Anwälte beauftragt, die Geschädigten in langwierigen Prozessen und Verfahren mürbe zu machen und am Ende nichts verantworten zu müssen.)

Wer gewinnen will, lerne vertragen.

Wer gewinnen will, muss einsetzen.

Wer gewinnt, der spielt am besten.

Wer gewohnt ist, im Finstern zu leben, der fragt nicht viel nach der Sonne.

Wer gibt den Armen gern, dem tut Gott wieder bescheren.

Wer gibt, der ist lieb.

Wer gibt, der lehrt, dass man wieder geben soll.
Wer gibt, der weist, wieder zu geben.

Wer gibt, der liebt.

Wer gibt, was er hat, ist wert, dass er lebt.

Wer glaubt allein an Jesum Christ, ein Kind des ewigen Lebens ist.

Wer glaubt, dass ein Finanzier wahrsagt und ein Fuchs fromm sei, der wird betrogen.
(Gerade, wenn Anfang November 2022 die Wirtschaftsweisen in Deutschland vorschlagen, für eine begrenzte Zeit, die reicheren Menschen durch eine zusätzliche Steuer oder Abgabe zu belasten, und so dafür sorgen, dass alle Bevölkerungsschichten solidarisch die Belastungen der Inflation und Energiekrise durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg von Putins Russland auf die Ukraine zu tragen, zeigt sich durch die Ablehnung derselben das wahre Gesicht der FDP, der Partei der Reichen und Besserverdiener.)

Wer Glück haben will, darf nichts dem Glück überlassen.

Wer Glück und eine Nussschale voll Hirn im Kopf hat, der kann eine halbe Welt regieren.
Wer Glück hat und eine Nussschale voll Witz, der kann die halbe Welt regieren.

Wer glücklich reisen will, muss vier Säckel mittragen, den ersten gefüllt mit Gesundheit, den zweiten mit Gold, den dritten mit einem guten Gefährten, den vierten mit Geduld.

Wer Glück und guten Wind hat, der kann im Korb über Rhein fahren.

Wer Glück zum Beistand hat und daneben weisem Rat folgt, der verscherzt sein Glück, denn es lässt sich nicht Meistern.

Wer Gold und Geld in Ehren hat, den bringen sie wieder zu Ehren.

Wer Gott behält, verliert nichts.

Wer Gott dient, hat einen guten Herrn.

Wer Gott finden will, muss sich selbst verlieren.

Wer Gott fürchtet, hat nichts anders zu fürchten.

Wer Gott fürchtet, über den ist niemand.

Wer Gott lässt Fuhrmann sein, dem geht sein Fuhrwerk wie geschmiert.
Wer Gott lässt Fuhrmann sein, des Fuhrwerk geht vonstatten, als wenn es geschmiert wäre.

Wer Gott liebt, der ehrt auch seine Boten.

Wer Gott nicht in der Sonne sieht, dem erscheint er in der Gewitterwolke.

Wer Gott vertraut, hat nicht auf Sand gebaut. (hat wohl gebaut.)

Wer Gott zum Freunde hat, dem schadet keine Kreatur.

Wer Gott zum Freund hat, den lachen alle Kreaturen an.

Wer Grillen jagt, wird Grillen fangen.

Wer grob ist, ist noch lange nicht stark.

Wer groß Leibgeding hat, stirbt nicht gern.

Wer gut bezahlt, mag wieder borgen.
Wer wohl bezahlt, der mag ein andermal wieder borgen.

Wer gute Beine hat, hat oft schlechte Stiefel.
(Wie mancher, der schöne Stiefel hat, hat schlechte Beine.)

Wer gute Nachbarn hat, bekommt einen guten Morgen.
Wer einen guten Nachbarn hat, der hat einen guten Morgen.

Wer gute Nachbarn hat, kann gut schlafen.

Wer guten Worten traut, dem wird mit bösem Kauf gelohnt.

Wer Gutes tun will, soll keine Zeit sparen.

Wer Gutes zum Schlechten tut, ist des Teufels Vorläufer.

Wer gut futtert, der gut buttert.

Wer gut Gewissen bei sich trägt, zu Nacht sich fröhlich schlafen legt.

Wer gut hält, der hat gut.

Wer gut Honig will haben, der muss der Immen Biss gewärtig sein.

Wer gut ist, bedarf keines Lobs.


Wer gut sattelt, reitet gut.

Wer gut schmeert, der gut fährt.
Wer gut schmiert, der gut fährt.
Wer gut schmiert, fährt gut.
Wer gut schmiert, der fährt auch gut auf der Lebensreise.
(Ein mehrere hundert Jahre altes Sprichwort, das schon früher zweideutig gemeint war. Einmal ist der Wagen gemeint, dessen Räder und Achsen gefettet und geschmiert werden mussten, damit er ohne Quietschen und Behinderung fahren konnte. Zum Anderen wurden damit auch Bestechungsgelder gemeint, wenn Richter, Beamte oder andere, von denen man abhängig war, günstig beeinflusst werden sollten. Auch Auftraggeber werden heute noch geschmiert (mit Geld, Gegenständen oder Dienstleistungen bestochen), wenn man vor anderen Aufträge bekommen will. Wenn eine Sache oder Unternehmung gut läuft oder funktioniert, wenn etwas wie geschmiert vonstatten geht, können Varianten dieses Sprichwortes gebraucht werden.)

Wer gut sitzt, der rücke nicht.
Wer wohl sitzt, der rücke nicht.
(Das bedeutet, wer immer nach etwas Besserem strebt und haben will, verdirbt oder verliert oft das Gute, das er schon hat.)

Wer gut tut, der soll's gut finden.


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