Ein Haben ist besser als zwei Kriegen.Ein Hader*14 geht bald an, langsam kommt man davon.
Ein Hafen*15 mit Milch soll man vor Katzen bewahren.
(Dies Sprichwort steht bei Christoph Lehman 1630 im Kapitel „Weib“: Es bedeutet, wenn ein Mann eine begehrenswerte Frau hat, soll er sie vor anderen Männern beschützen und bewahren.)
Ein Hahn hat so viel Flügel als der Falk und kann doch nicht so hoch fliegen.Ein Hahn zwingt zwölf Hennen, ein Weib halb so viel Männer.Ein Handwerk, ein täglicher Gülden*13.Ein Handwerker sollte zehn Rentner überzehren.(überzehren = mehr Nahrung finden, mehr haben, als. Das Sprichwort bedeutet danach, einem Handwerker sollte mehr Nahrung zustehen als zehn Rentner. Bei so einer Regelung ist es wohl kein Wunder, wenn früher die Menschen nicht sehr alt geworden sind, das würde bedeuten, arbeiten bis zum umfallen und danach verhungern. Da ist es heute doch besser als in der guten alten Zeit, aus der dieses Sprichwort stammt.)Ein Handwerker, wenn er schon viel Land durchreist, setzt sich doch wieder auf seine Werkstatt.Ein Handwerksmann kann einen Rentner ausziehen.
Ein hartes Wort richtet an Hader*14 und Mord.
Ein hässliches Weib ist ein guter Zaun um den Garten.
Ein hässlich Weib ist eine gute Haushälterin.
Ein hässlich Weib ist ein langweiliger Aspekt.
Ein hässlich Weib ist wie ein Metzgerhaustock, ob er schon Tag und Nacht auf der Gassen steht, so wird er doch nicht gestohlen.
Ein hässliches Weib ist wie ein Metzger Stock, wenn er gleich Tag und Nacht vor der Türe steht, wird er doch nicht gestohlen.
Ein Haufen Eier und Haufen Kinder sind bald vergangen.
Ein Haufen Kinder und Haufen Ameiseneier vergehen bald.
Ein Haupt, ein Herz.
Ein Haupt muss seine Glieder haben.
Ein Haus darin zwei Frauen sind, wird nicht rein gefegt.
Ein Haus, ein Brand.
Ein Hausherr von Linden und ein Knecht von Eichen sind gut im Hause.
Ein Haushund erschrickt vorm Wolf, der Jagdhund fällt ihn an.
Ein Haus ist leichter angezündet als gelöscht.
Es ist ein Haus bald angezündet, aber langsam gelöscht.
Ein Haus kann nicht zwei Hunde nähren.
Ein häuslich Weib ist eine gute Sparbüchse.
Ein Hausvater soll kein Tier ziehen, das krumme Nägel hat.
Ein Hausvater soll sein der letzte ins Bett, der erste heraus.
Ein rechter Hausvater ist der Erste auf, (und) der Letzte nieder.
Ein Hausvater soll der Erste sein auf, der Letzte nieder.
Ein Hauswirt ist wohl zu speisen, aber übel zu betten.
Ein heimlich hassender Feind ist der ärgste Feind.
Ein Heldenmut überwindet alles.
Ein heller Tag vertreibt viele finstere Wolken.
Einhelligkeit macht Gedeihen.
Ein Herr beißt den andern nicht.
(In einigen Ausgaben von Simrocks deutschen Sprichwörtern steht in diesem Sprichwort „büsset“ anstelle von „beisset“. Das Sprichwort mit beißt ist das Richtige und „büsset“ ein Druckfehler. Dafür spricht, dass Eiselein und Ida von Düringsfeld in ihren Sprichwörtersammlungen das Sprichwort ebenso mit „beißt“ aufführen. Der Sinn ist vergleichbar mit dem Sprichwort: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Gleicher Meinung ist Wander seinem Sprichwörterlexikon: „Ich habe angenommen, dass ein Herr den andern nicht »büssen«, mit Strafen oder Bussen belegen kann, weil er keine Gerichtsbarkeit über ihn hat. Für die andere Lesart lässt sich sagen, dass die Herren einander gegenseitig nicht wehe tun.“)
Ein Herr hat kein ärgeren Feind als einen Diener, der mit Unwillen von ihm scheidet.
Ein Herr ist den Gesetzen zu gehorsamen verpflichtet aus der Natur und aus den beschriebenen Rechten als ein ehrbarer ehrlicher Mann.
Ein Herr, kein Herr; zwei Herrn, ein Herr.
Ein Herr ohne Reputation ist wie ein Pfau ohne Schwanz.
Ein Herr soll seine Ämter mit Leuten versorgen und nicht die Leute mit Ämtern.
Ein Herr und Hausvater befiehlt oft etwas und will doch, dass Frau, Diener und Gesinde ein anderes tun. Also tun Diener und Gesinde nicht, was der Herr heißt, so tun sie doch, was ein Wille ist.
Ein Herr von Stroh, von Heu oder von Butter frisst (und tötet) einen Vasallen von Stahl und Eisen.
Es kann ein stroherner Herr einen Untertanen von Eisen fressen.
(Das Sprichwort zeugt vom Absolutismus, in dem jeder Herr, Herrscher und Obrigkeit von Gottes Gnaden das absolute und willkürliche Recht über die Untertanen und Untergebenen bis zum Töten hatte. Bei manchen Politikern und Präsidenten, Kapitalisten oder internationalen Großkonzernen hat man bisweilen den Eindruck, das sie sich in demselben Irrglauben befinden.)
Ein Herz ist des andern Spiegel.
Ein Heuchler ist die höchste Seuche auf Erden.
Ein Heuchler ist ein böser Schalk, eine Hur dabei, ein böser Balg.
Ein Heuchler scheint schön von außen.
Ein Heuchler schmeichelt um das Brot, ein Feind besteht nicht in der Not, eine Hure schmückt sich zu keinen Ehren, ein böser Mensch lässt sich nicht lehren; wer diese Rott will um sich han, der bleibt stets ein verdorben Mann.
Ein „Heute“ ist besser als drei „Morgen.“
Ein Heute ist besser denn zehn Morgen.
Ein Hinkender kommt ebenso weit, als einer, der grade Füße hat, ohne dass er langsamer kommt.
Ein Hirsch wird nimmermehr zum Löwen.
Ein Hirt muss seine Schafe kennen.
Ein hoher Mut den Stolzen stürzt und ihm sein Glück und Wohlfahrt kürzt.
Ein Holz allein kann nicht lange brennen.
Ein Holzapfel schmeckt wie der andere.
Ein hölzern Edelmann gilt mehr denn zehn stählerne Knechte.
Ein Holzwurm schadet dem Holz, darin er ist und sonst niemand.
Ein hübsches junges Weib ist einem alten Mann eine Post zum Himmelreich.
Ein Huhn legt kein Ei ins Nest, es liege denn zuvor eins drin.
Ein Huhn und Reben tun nichts vergeben.
Ein Hund bleibt ein Hund, wenn er gleich alle Tage in die Kirchen ging.
Ein Hund, der an einem Bein nagt, kennt keinen Freund.
(Bein = Knochen)
Ein Hund erläuft eher einen Hasen, denn ein Ochs.
(Das bedeutet, der Hund fängt den Hasen wahrscheinlicher, als das der Ochse ihn fängt. Auf den Menschen übertragen heißt das, kleine unbedeutende Menschen können und erreichen in manchen Situationen mehr als große, kraftvolle oder reiche Menschen.)
Ein Hund flöhet den andern.
Ein Hund im Haus lässt sich vom Fremden nicht ausbeißen.
Ein Hund ist ein getreu Tier, doch ist er lieber bei dem, der ihn ätzt, als der ihn schlägt.
Ein Hund ist gegen dem, der ihn ernährt mehr dankbar, als ein Mensch gegen Gott.
Ein Hund ist nicht lang an eine Bratwurst gebunden.
Ein Hund kann allein nicht lang bellen.
Ein Hund murrt, wenn der andere in die Küche geht.
Ein Hund riecht am andern, ob er den Pfeffer nicht habe.
Ein Hund schnappt nach einer Fliege.
Ein Hund verweist dem andern, dass er Flöhe hat.
(Das bedeutet, der eine wirft dem anderen Dinge vor, die bei ihm selbst im argen liegen und Tadel verdienen. Eine Warnung, das nicht zu tun, ist das Sprichwort: „Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen.“)
Ein hungriger Bauch hat keine Ohren.
Ein hungriger Magen hat keine Ohren.
Der Bauch hat keine Ohren.
Ein hungriger Hund fürchtet keinen Stock.
Ein hungriger Magen gibt ein schwaches Haupt.
Ein hungriger Magen studiert nicht gern.
(Gleiches wird auch von einem vollen Bauch gesagt. Egal was, eine Ausrede für jeden, der nicht lernen will.)
Ein Hut ist würdiger als hundert Hauben.
Einigkeit ein festes Band, hält zusammen Leut und Land.
Einigkeit ist ein Paradies, Uneinigkeit ein Fegefeuer.
Einigkeit macht Duldsamkeit, Duldsamkeit macht Einigkeit.
Einigkeit macht stark.
Ein irdener Topf und eisern Zepter in Gottes Hand führen einen ungleichen Streit.
Ein Irrlicht gaukelt im Dunkel nur, es flieht vor jeder Sonnenspur.
Ein Irrtum bringt den anderen.
Ein Jäger, der alle Tag jagt, der fängt etwas.
Ein Jäger, der nach Wildbret ist ausgegangen, der schießt nicht nach einem Spatzen.
Ein Jäger hält mehr auf einen Hund als auf einen Menschen.
Ein Jäger ist eine Bestie, sitzt auf einer Bestie, trägt auf der Hand ein Bestie, führt am Seil eine Bestie und jagt die Bestien.
Ein Jäger und ein Schütz tun manchen Gang unnütz.
Ein Jäger und ein Vogler geben keine gute Haushalter.
Ein Jäger und sein Hund essen zu jeder Stund.Ein Jäger unverdrossen hat es oft genossen.Ein Jäger unverdrossen hat's oft und dick genossen.Ein Jäher gibt keinen guten Jäger.Ein Jäher ist kein guter Mäher.Ein Jäher soll Esel reiten.Ein Jahr belehrt das andre nicht.Ein Jahr böse, hundert Jahr böse.Ein Jahrmarkt ohne Diebe, schön Mädchen ohne Liebe, eine Scheuer*32 ohne Mäuse, ein Bettler ohne Läuse, eine Vettel ohne Schelten: Die fünfe find't man selten.Ein Jahr Rente ist hundert Jahr Rente.
Ein jede Bemühung erfordert ihre Vergeltung.Ein jede Mutter will gern die geschmückteste Tochter haben.Ein jeder bemüht sich über sich, keiner, in sich zu steigen.
Ein jeder bringt seine Waren zu Markt, so gut sie ist.
Ein jeder deckt seine Büberei, so viel er kann.
Ein jeder denkt, sein Unglück sei das größte.Ein jeder Dieb stiehlt Frauenlieb.Ein jeder dingt so genau, als er kann.Einer dinget so genau als er kann, verkauft auch seine Ware so teuer er kam.Ein jeder für sich und Gott für uns alle.Jeder für sich, Gott für uns alle.
(Der verwerflichste Egoismus, den kein Ehrbarer im Munde führen soll und kein Christ befolgen darf.)
Ein jeder Hahn macht sich doll auf seinem Mist.
Ein jeder hat je einmal seine Rasezeit.
Ein jeder hat seinen eignen Kopf wie die Gans auch.
Ein jeder Mensch hat seine weise, wie eine jede Gans ihren Kopf.
Ein jeder hat seinen Wurm.
Jeder hat seinen Wurm.Ein jeder hat seinen Zwickel.Ein jeder Herr ist Kaiser in seinem Lande.Ein jeder Herr ist Papst in seinem Lande.
Ein jeder Hund oder Hahn ist freudig auf seinem Mist.Ein jeder hüt vor seiner Tür.Ein jeder ist einmal zufrieden wie der Wolf, der hat durchs ganze Jahr kein gekochtes Fleisch.Ein jeder ist einmal zufrieden wie ein Hund, der am dürren Bein nagt.Ein jeder ist seines Gutes mächtig.Ein jeder ist sich selbst der größte Feind.(Der Spruch ist die erste Zeile vom Gedicht „August X“ im Laienbrevier von Leopold Schefer (1784 - 1862). Tatsächlich ist er aber als Sprichwort fast wortgleich über 200 Jahre älter. Er steht schon (wie unten) 1616 in „Teutsche Sprach und Weissheit“ von Georg Henischi und wird teilweise selbst dem Römer Cicero als Zitat zugeschrieben.)Ein jeder ist sein selbst größter Feind.Ein jeder kehr' vor seiner Tür, er find't wohl Kot genug dafür.
Ein jeder kehr' vor seiner Tür und werfe dem andern den Schutt nicht für.Es fege jeder vor seiner Tür, so bleibt nirgend ein Dreck darfür.Vor seiner Tür kehre jeder fein, so werden alle Straßen (Steg' und Wege) rein.
Wenn jeder vor seiner Tür fegt, so wird es überall sauber.
Wenn jedweder vor seiner Tür kehrt, so wäre die ganze Stadt rein.
Ein jeder kommt mit seinem Kopf zum Markt.
Ein jeder Kopf hat seinen Sinn.
Ein jeder Mensch hat einen Narren bei sich, allein, einer kam ihn besser bergen denn der andre.Ein jeder Mensch hat seine Gebrechen.(Die Erklärung zu diesem Sprichwort in dem Buch „Erklärung der vornehmsten Teutschen Sprichwörter“ aus dem Jahr 1748 auf Seite 108 unter Nr. 26: „Gebrechen heißen Fehler oder Mängel; solche hat ein jeder Mensch, einer diesen, der andere jenen, einer mehr, der andere weniger: denn die Vollkommenheit ist in dieser Welt nicht, sondern erst in jenem Leben zu hoffen.“)Ein jeder Mensch viel eher er sieht, was Arges von einem andern geschieht.Ein jeder Monat gibt sein Fleisch und Fisch.Ein jeder muss den besten Rat bei sich selbst nehmen, in seinen eignen Sachen.Ein jeder muss für das Seine antworten.Ein jeder Narr will seinen eignen Kolben haben.Ein jeder rühmt seine alte Nase für die beste.Ein jeder Schalck ist der frömmste, der in seinen Kleidern steckt.Ein jeder schläft bei seiner Frau auf seine Weise.
Ein jeder schürt gern auf seinen Haufen.Ein jeder seh' auf seine Chance, eh er sorg um eines andern Tanz.Ein jeder sehe sich vor seinem eignen Geiste.
Ein jeder seinen Schalk verblümt und sich der wehrten Jugend rühmt und wie man bei den Alten liest, jeder sich selbst ein Heuchler ist.
Ein jeder sieht auf seinen Vorteil.Ein jeder soll seine Person (Rolle), die ihm Gott hat anbefohlen, recht musterlich spielen, wer es nicht tut, der hat Schimpf zum Schaden.Ein jeder sorgt, er tut zu viel Gutes.Ein jeder Stand hat seinen Teufel und Schweiß.Ein jeder Stand hat seine Plagen, ein jeder Stand hat seine Last.Jeder Stand hat seine Plage, jeder Stand hat seine Muh'; alle deckt die Erde zu!(Ein Sprichwort, das in etlichen Variationen in den letzten Jahrhunderten verbreitet war. Das Unterste findet sich 1837 in der Sprichwörtersammlung von Wilhelm Körte.)Ein jeder trägt seinen ärgsten Feind bei sich im Busen.Es trägt ein jeder seinen Feind im Busen.Ein jeder tut, so viel er kann.(Einige andere Variationen mit „wie“ oder „was“ für „so viel“ oder ohne das erste Wort „Ein“ sind ebenfalls verbreitet. Mögliche Herkunft von diesem Sprichwort ist ein lateinisches Zitat vom römischen Dichter Horaz (65 v. Chr. - 8 v. Chr.), das Johann Georg Seybold 1677 in seinem Buch „Viridiarium selectissimis paroemiarum“ mit „Man soll tun, so viel man kann.“ übersetzt.)Ein jeder warte das Seine und laufe nicht weiter.
Ein jeder will dein Freund sein, wenn deine Sach stehet wohl und fein.
Ein jeder will Hahn im Korbe sein.Ein jedes Ding hat seinen Handgriff.
Ein jedes Gut muss zwei Personen haben, einen der es erspart, den andern, der es verzehrt.Ein jedes Kind bringt sein Glück mit, wenns geboren wird, und nimmts mit weg, wenns stirbt.Ein jedweder tanzt lieber in eines andern Hause.Ein jedweder Töpfer lobt seine Geschirre und die zerbrochenen am allermeisten.Ein jeglicher Tag hat sein eigen Übel.Ein jegliches Ding will seine Zeit haben.Ein Jud lieh` keinen Pfennig auf alten Adel.Ein junger Hund jagt besser als ein alter Löwe.Ein junger Knab muss leiden viel, wenn er zu Ehren kommen will.Ein junger Knab viel leiden muss, bis dass er wird ein Dominus.Ein junger Mann kann neunmal verderben und doch nicht sterben (und dennoch wiederum genesen).Ein junger Mann muss viermal verderben, eh er hausen lernt.Ein Junger muss sieben Jahre nacheinander narren: Wenn er eine Viertelstunde davon versäumt, so muss er die Narrenjahre von vorn anfangen.Ein junger Prediger, eine neue Hölle.Ein junges Bäumlein, das im Kasten steht oder zwischen Mauern eingesperrt ist, das wächst nicht wohl, bringt auch wenig Frucht.(Christoph Lehmann erklärt 1630 dazu: „Eben also geschieht's mit Kindern, die in strenger Zucht sind.“)Ein junges Kindlein, ein junges Sträuchlein, das kann man beugen und lenken, wohin man will.Ein junges Weib bei einem alten Mann ist des Tags eine Ehefrau und des Nachts eine Witwe.
Ein junges Weib bei einem Alten ist tags eine Frau, nachts eine Witwe.Ein junges Weib herrscht über einen alten Bräutigam.
Ein junges Weib ist ein subtiles Gift für einen alten Mann.Ein junges Weib und alter Wein, die schicken sich zum lustig sein.
Ein Käfer kann auch einem Adler zu schaffen geben und viel Leides tun.
Ein Kahler schilt den andern Glatzkopf.
Ein Kamel, ob es schon ein großes Tier ist, so lässt es sich doch nicht mehr aufladen, als es kann tragen.
Ein Kantor gäb' einen guten Küchenmeister.
Ein karger Hund vergisst der Freund.
Ein karger Reicher ist Salomons Esel.
Ein Reicher und Geiziger ist Salomons Esel.
Ein Kaufmann, der verliert, ist eben so wohl ein Kaufmann, als der gewinnt.Ein kecker Mut, der beste Harnisch.Ein Keil treibt den andern.
Ein Kind, Angstkind, zwei Kinder, Spielkinder.Ein Kind, kein Kind; zwei Kind, ein halb Kind; drei Kind, ein Kind.Ein Kind, kein Kind; zwei Kind, Spielkind; drei Kind, viel Kind; vier Kind, ein ganzes Haus voll Kinder.Ein Kind merkt es, dass ein Kalb ein Vieh ist.Ein Kind, Notkind.Ein Kind redet, wie es weise ist.Ein Kind so klein als eine Maus macht ein Zorn so groß als ein Haus.Ein Kind wie eine Maus macht einen Hader*14 wie ein Haus.Ein kläffend Weib ist selten stumm, ein stilles Weib liebt man um und um.Ein klaffend Weib ist selten stumm (fromm), ein still Weib liebt man um und um.Ein klaffend Weib heißt selten fromm.Ein still Weib liebt man um und um.(Ein Sprichwort aus Sicht von Männern und wahrscheinlich Wunschtraum etlicher, die sich Frauen nicht gewachsen fühlen.)
Ein klarer Tag vertreibt viel düstre Tage.Ein Kleid, das zu oft gebraucht, und ein Weib, das zu viel gesehen wird, sind von schlechtem Ansehen.Ein Kleid ziert den Mann, wers hat, der tut es an.
Ein kleiner Diamant ist köstlicher als ein Mühlstein.Ein kleiner Dieb an den Galgen muss, von großen nimmt man Pfennigbuß.Ein kleiner Feind ist nicht zu verachten.Ein kleiner Fisch auf dem Tisch ist besser als ein großer im Bach.Kleiner Fisch auf dem Tisch, besser denn im Bach ein großer Fisch.(Gleiche Bedeutung wie das Sprichwort: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.)
Ein kleiner Funke verbrennt einen ganzen Wald, oder zündet wohl eine ganze Stadt an.
Ein kleiner Gewinn und oft ist besser als ein großer und selten.Kleiner Profit und oft ist besser als großer und selten.Ein kleiner Haufen wer auch gern groß.
Ein kleiner Kopf, ein unnützer Tropf.
Ein kleiner Leib kann keinen großen Schatten machen.Ein kleiner Mann ist auch ein Mann.Ein kleiner Mann macht oft einen großen Schatten.
Ein kleiner Nebel verdirbt einen schönen Tag.Ein kleiner Regen macht nicht alles nass.(Ein) kleiner Regen macht nicht nass.Kein kleiner Regen macht alles nass.Ein kleiner Regen stillt einen großen Wind.Kleiner Regen stillt oft großen Wind.Kleiner Regen legt großen Wind.Es kann auch ein kleiner Regen einen großen Wind stillen.Ein kleiner Regen mag einen großen Wind legen.Ein kleiner Riss ist besser zu flicken als ein großer.
Ein kleines Feuer ist leichter zu löschen, als wenn die Flamme zum Dach ausschlägt.Ein kleines Leck versenkt ein großes Schiff.
Ein kleines Pferdlein kann man nicht reiten, noch vor Karre und Wagen spannen, doch beißt's und schmeißt's mehr um sich als ein großes Ross.
Ein kleines Steinlein im Schuhe kann großes Wehe machen.Ein kleines Unglück ist eine Warnung vor großem.Ein kleines Verzeihen bringt großes Gedeihen.
Ein kluger beredter Mann weiß seine Reden den Zuhörern so eben und gerecht zu machen wie ein geschickter Schneider ein schönes Kleid dem Leib.
Ein Koch muss länger darauf wandern, bis er lernt, wie er die Leute durch vielfältige Speisen um Gesundheit will bringen, als ein Medikus, bis er lernt, wie er sie wieder gesund will machen.Ein König oder ein Esel; Bischof oder Bader*1.
Ein Kopf ohne Zunge ist nichts wert.Ein Krämer, der nicht Mausdreck für Pfeffer aufschwätzen kann, hat sein Handwerk nicht gelernt.
Ein Krämer kann bald sehen, was er für einen Kaufmann vorm Kram hat.
Ein Kranker ist gut schlagen.Ein Krieger, der darniederliegt, sowohl ein Krieger, als der da siegt.Ein Kriegsmann verkauft zwanzig, dreissig und mehr Jahre seines Lebens um einen Gulden*13 und ist wie ein Stück Vieh, das unter der Metzger geht.
Ein krummes Holz kam man brechen aber schwerlich gerad machen.
Ein Küchen- oder Haushund beißt kein Wolf oder Bären.
Ein Kuckuck könnt wohl für einen Sperber durchfliegen, wenn er sich nicht selbst mit seinem eignen Gesang verriete.Ein kurzer Schwanz ist ein schlechter Fliegenwedel.Ein kurzer Wagen ist bald gewendet.Ein kurzweiliger Gefährt' macht kurze Meilen.Ein Kuss ohne Bart ist wie eine Supp ohne Salz.
Ein Land, der Ort und Markt geben der Ware ihren Preis.Ein Landsknecht und ein Bäckerschwein, die wollen immer gemästet sein.Kriegsknecht und Bäckerschwein wollen stets gefüttert sein.Landsknecht' und Bäckerschwein, wollen allzeit gemästet sein.Ein Land trägt nicht alles.Ein Leben, das keine Widerwertigkeit hat, muss man unter denen suchen, die nur von Morgen bis Abend gelebt.Ein lebendiger Hund ist böser als ein toter Löwe.(Möglicherweise ist hier ein schreib- oder Druckfehler 1685 bei Paul Winckler vorgekommen, da außer ihm keiner dieses Sprichwort verzeichnet hat. Bei anderen steht anstelle von „böser“ das Wort „besser“, womit das Sprichwort zur Bibelstelle Prediger Salomo 9, 4 passt: Sprichwort bei Simrock: „Besser ein lebender Hund als ein toter Löwe.“)Ein Leben ohne Freund ist eine Welt ohne Sonne.(Ein mehrere Jahrhunderte altes Sprichwort, das auch heute noch gern gebraucht wird. Als Variationen werden mal Freund, Freunde oder Freundschaft genannt. Ebenso wird die Welt mit Leben getauscht und die Sonne mit Liebe oder anderem, je nachdem die Situation es verlangt wird fast alles genannt und verglichen.)Ein ledernes Koller und die Franzosen sind eine ewige Tracht.(Koller = Jacke, Wams, Mantel oder auch in andere Bedeutung wie Wahnsinn, Jähzorn. Die Franzosen oder französische Krankheit war eine unheilbare Geschlechtskrankheit. Wegen der Feindschaft der Franzosen und der Deutschen im Mittelalter wurden unheilbare Krankheiten gegenseitig als vom andern eingeschleppt bezeichnet.)Ein lediger Sack kann nicht aufrecht stehen.Ein leerer Sack bleibt nicht stehen.Ein leerer Sack steht nicht aufrecht.Leere Säcke stehen nicht gut aufrecht.Ein leerer Topf am meisten klappert, ein leerer Kopf am meisten plappert.Ein lindener Herr überdauert einen eichenen Knecht.
Ein listig Kopf mit dichten tut oft mal ausrichten, was Gewalt und große Macht nicht hat zuwege bracht.
Ein löblich Gemüt macht sich fest wider Scheltwort wie Fechter wider Waffen.Ein Loch durch ein Gesetz reden.(Früher wurden alte Gesetze und Urkunden mit durchlöchern ungültig gemacht.)Ein Loch zumachen und ein andres aufmachen.(Das bedeutet, man macht neue Schulden um die alten zu bezahlen.)Ein Lockvogel bringt ein andern mit lieblichem Gesang ins Garn.Ein Lockvogel singt den andern ins Garn.Ein Löffel voll Tat ist besser als ein Scheffel*30 voll Rat.
Ein Löwe frist wohl ein Lamm, aber von einem Löwen wird kein Lamm geboren.
Ein Löwe geht mit keinem Hasen schwanger.Ein Löwe hat keinen Fuchs im Bauch.
Ein Lügner hat bald ausgedient.Ein Lügner haut über die Schnur.
Ein Lügner ist nicht wert, dass ihn die Sonne bescheine.
Ein Lügner kommt besser fort als ein Lahmer.Ein Lügner muss ein gutes Gedächtnis haben.
Ein Lügner muss ein gut Gedächtnis haben, sonst verredet er sich.Wer lügen will, muss ein gut Gedächtnis haben.Ein Lügner verkauft faule Fische.Ein Lügner wirft das Beil zu weit, das ers nicht kann wiederholen.Ein Lump ist ein Lump, und wär er mit Gold überzogen.
Ein Mädchen bekommt so leicht ein Leck, als ein weißes Kleid ein Fleck.(Kommentar zum Sprichwort 1837 von Wilhelm Körte: „Mädchen-Tugend ist weißer und reiner als ein gefallener Schnee; man kann sie auch mit einem Spiegel von reinem, hellem Kristall vergleichen, welchen der leiseste Hauch verdunkelt und befleckt.“ Wie meist, beschreibt Körte nur den Idealfall, meist ist das Leben aber nicht immer so.)Ein Mädchen darf nicht so lange müßiggehen, als 'ne Taube ein Korn aufnimmt.
Ein Mädchen muss nicht so lange müßiggehen, als eine Taube ein Korn aufnimmt.
Ein Mädchen macht keinen Tanz.Ein Mädchen (Mädchen müssen) muss nach einer Feder über drei Zäune springen.Ein magerer Vergleich ist besser als ein fetter Prozess.Ein magerer Vertrag in der Güte ist besser, denn ein fetter mit Rechten.Besser ein magerer Vergleich, denn ein fetter Prozess.Ein mageres Kalb fällt die Euter von allen Kühen an.Einmal betroffen, neunmal getan.Einmal Bürgermeister, allzeit Bürgermeister.Einmal des Jahres ist nicht oft.Einmal die Hand an den Pflug und nicht wieder davon.(Das Sprichwort soll gegen das Umsatteln stehen. Wer einmal ein Handwerk oder Beruf erwählt hat, sollte dabei bleiben. Je länger man etwas macht, desto besser wird man darin.)
Einmal die Unschuld verloren, hat oft schon ewige Reue geboren.
Ein Maler kann eine schöne Blume malen, kann ihr doch keinen Geruch geben.Einmal erröten, macht zehnmal erblassen.Einmal geben und wieder nehmen, ist schlimmer als stehlen.Einmal gegeben, einmal genommen, den dritten Tag in die Hölle gekommen.(Wenn dieses Sprichwort stimmen sollte, müssten die meisten Politiker, die auf Geberkonferenzen für Flüchtlinge, Notleidende und sonstigen Katastrophenopfern große Hilfsversprechen machen und später doch nicht helfen und nichts geben, allesamt in der Hölle schmoren. Ebenso diejenigen, die Hilfe verweigern, um anderen Notleidende abzuschrecken. Wer in Afrika keine Perspektiven hat und am Verhungern ist, der wird sich auch durch Hunderte und Tausende ertrunkener Flüchtlinge im Mittelmeer nicht abschrecken lassen, um in Europa überleben zu können. Einzig Europas Hilfe und Unterstützung in den Herkunftsländern wird die Probleme lösen.)Einmal geht hin.Einmal geht hin, kommt aber zum andermal nicht wieder.Einmal geschrieben ist so gut wie zehnmal gelesen.Einmal (ge)sehen ist besser als zehnmal hören.Einmal getan heißt noch nicht wirklich gekonnt oder gar schon verinnerlicht!Einmal Hure, immer Hure.Einmal in der Leute Mund, kommt man schwer wieder heraus.Einmal ist genug, das zweite Mal ist der Tod.Einmal ist immer das erste Mal.Einmal ist keine Gewohnheit.Einmal ist keinmal.(Egal, wie oft man dieses Sprichwort wiederholt, oder wie verbreitet es ist, einmal ist einmal und bleibt einmal. Nach geschehener Tat kann nichts rückgängig gemacht werden. Man kann es so oft versuchen, wie man will, das Sprichwort ist falsch und hat schon oft Unglück über manchen gebracht. Man probiere es, einen Euro zweimal auszugeben, es gelingt nur mit Betrug, und warum gibt es so viel Abtreibungen? Auch nach einem tödlichen Unfall oder Mord, der einmal geschehen ist, gibt es kein zurück. Man muss sich vorher vorsehen und das eine Mal nicht geschehen lassen. Ganz aktuell wird gerade die einzige Chance, das Klima in annehmbare Grenzen zu halten vertan. Das eine Mal war nur vor 10 Jahren möglich, der Zeitpunkt ist verstrichen und hat schon Milliarden gekostet.)Einmal ist keinmal, sagte der Arzt und amputierte auch das gesunde Bein.
Einmal ist nicht immer, zweimal ist schon schlimmer, dreimal ist nicht wohlgetan, viermal fängt die Sünde an.(Das bedeutet, erst nach dem 4. Seitensprung des Mannes wertet es dieses Sprichwort als eine Sünde. Dagegen war die Frau schon beim ersten Mal eine Ehebrecherin. Manche Sünden wurden je nach Mann oder Frau früher anders bewertet und verurteilt. Trotz etlicher Sprichwörter, die es relativieren, Tatsache ist: Einmal ist einmal, ähnlich einem anderen Sprichwort: Schande ist Schande, man halte sie dafür oder nicht.)Einmal ist nicht oft und zweimal nicht immer.Einmal müssen wir alle dran.
Einmal versehen ist zu vergeben, aber mutwillige Beharrung ist nicht zu leiden.Ein Mann beim Trunk wird oft erkennt, den man sonst einen Doktor nennt.(erkennt = erkannt. Wer sich betrinkt, vergisst oft seine sonst zur Schau gestellten guten Manieren und zeigt, wie sein Charakter wirklich ist.)Ein Mann, der um seine Freiheit streitet, hat 20 Hände und noch so viel Herz.Ein Mann, ein Wort.Ein Mann ein Wort, ein Wort ein Mann.Ein Mann ist nicht besser als ein Wort.Ein Wort dringt so tief wie sieben Brief.Ein Wort ein Wort, ein Mann ein Mann.
Ein Mann ein Mann, ein Wort ein Wort.
Mann ein Mann, Wort ein Wort.Ein Mann soll ein Mann sein, ein Wort, ein Wort.Ein Wort muss ein Wort sein.Das Wort muss stehen.Ein Wort muss so gut sein, als Brief und Siegel.(Früher galt das Wort eines jeden mehr als heute, es war praktisch gleichbedeutend mit dem Mann (Menschen). Das Wort stand für die Ehre und Ehrlichkeit des Sprechers, daher auch das Sprichwort: „Ein Mann, ein Wort!“
Erklärung zu den obigen Sprichwörtern aus dem Buch „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864“ auf Seite 231: „Das Wort des Mannes muss für ihn so unwandelbar sein, wie seine eigene Persönlichkeit trotz des Wechsels der Verhältnisse stets als die gleiche erscheint, denn des Mannes Wort ist seine Ehre, steht also so aufrecht wie der Mann selbst; Wort und Mann wird geradezu für gleichbedeutend genommen oder doch für dessen beste Handhabe erklärt die Zuverlässigkeit des verpflichteten Teiles vertritt zugleich die Beweisförmlichkeit.“
Nach dieser Aussage sind sehr viele Beiträge und Kommentare in diversen sogenannten „Sozialen Netzwerken“ ehrlos, ohne Ehre, wie es im deutschen Recht früher verstanden wurde, und demnach auch die Schreiber. Selbst erfahrene Politiker reden unbedacht (oder absichtlich?), obwohl sie es besser wissen müssten, und sprechen hinterher von Missverständnissen oder fehlenden Informationen. Bei „Missverständnissen“ wird man auf andere Posten versetzt, möglicherweise befördert, aber Verantwortung will keiner haben.)Ein Mann - ein Wort, eine Frau - ein Wörterbuch.(Immer wieder behauptet, von manchen Untersuchungen bestätigt und von anderen widerlegt, nie abschließend geklärt. Vielleicht sollte man nachprüfen, ob dies Sprichwort mehr von Männern oder Frauen benutzt wird. Wahrscheinlich wäre das Ergebnis ziemlich eindeutig.)Ein Mann erfährt's am letzten, wenn seine Frau ein Hure ist.Ein Mann ist des andern wert: Zwei sind des einen Meister, drei des einen Tod.Ein Mann kann keinen Tanz machen. Ein Mann macht keinen Tanz, eine Blume keinen Kranz.
Ein Mann kann machen, dass ihn seine eigenen Hunde beißen.Ein Mann kann nicht mehr denn mit einem Mund essen.Ein Mann kann sich eher zu Tode grämen als eine Frau.Ein Mann, kein Mann.Ein Mann macht keinen Markt.Ein Mann ohne Knast, ist wie ein Baum ohne Ast.(Ein in den letzten 50 Jahren immer weiter verbreitetes Sprichwort. Es entstand wahrscheinlich durch falsche Vorstellung, wie es im Knast genannten Gefängnis wirklich ist. Viele Jugendliche kennen Gefängnisse nur aus Fernsehfilmen und -Serien, in denen es ziemlich cool dort zugeht. Man gilt in der Unterwelt oder dem Rotlichtmilieu möglicherweise auch mehr mit dieser Erfahrung. Bei Bedarf wird der Mann durch andere Gruppen ersetzt.)Ein Mann soll immer mehr wollen, als er leisten kann.
Ein Mann soll seine Ehre verteidigen bis in den Tod.Ein Mann, wie ein Kind: Alles, was er sieht, will er haben.Ein Mann wiegt zehn Weiber auf.Ein Mantel und ein Haus decken viel Schande.Ein mäßig Frühstück, gut Gewürz zum Abendessen.Ein Maul, wie eine Dreckschleuder.Ein Maul, wie ein Schlachtschwert.
Ein Medicus muss mit Kranken jederzeit umgehen, er wird doch davon nicht krank.
Ein melancholischer Kopf ist des Teufels zugerichtetes Bad.
Ein Mensch, der gegen seinen Willen überzeugt wird, hat immer noch seine Meinung.Ein Mensch hält dem andern das Gegengewicht.
Ein Mensch hat viel Winkel und Krummes im Kopf und einer mehr als der andre.Ein Mensch ist des andern Gott.Ein Mensch ist des andern Teufel (Wolf).Ein Mensch ist des andern wert.Ein Mensch ist nicht Stein noch Stahl.Ein Mensch ist so gut wie der andere.
Ein Mensch ist wie eine Fledermaus in der Sonne, zu dem, was man wissen und verstehen soll.
Ein Mensch kann nicht jedem tun, wie ers gern hätt, weil einer nicht tun kann, wie er es selbst gern wollt.
Ein Mensch mit bewältigtem Pflichtenkreis und gutem Gewissen gleicht einem geordneten Hause mit aufgeräumtem Keller.Ein Mensch sei so hart, als er wolle, kommt er ins Feuer der Liebe, so macht er mit und lässt sich zäumen, satteln und reiten, wie man will.Ein Mensch soll des andern Gott sein und ist des andern Wolf geworden.Ein Mensch verlässt die Sünde nicht aber die Sünden verlassen den Menschen, wenn man nicht sündigen kann, so hört man auf zu sündigen.
Ein Mensch verzehrt sich an seinen Kräften wie eine Kerze.
Ein Mensch wird nicht überall geehrt.Ein Messer wetzt das andere.Ein Metzger fürchtet sich vorm Ochsen nicht.Ein Metzger tut manchen vergebnen Sprung, ein Hund noch mehr.
Ein Mietling achtet der Schafe nicht.
Ein Mitnehmer ist besser als zwei Nachbringer.Ein Mohr schwärzt den andern nicht.Ein Mönch ist nirgends besser als im Kloster.Ein Mondkind fährt mit dem Glück auf und ab.(Zusatz 1630 bei Christoph Lehmann: „Wenn das Glückrad aufsteigt, so ist er voller Freuden; steigt es ab, so ist Jammer und Wehklagen.“)Ein Mund, der lügt, tötet die Seele.Ein Müßiger macht ein Dutzend böse Bürger.(Dazu zählte Johann Michael Sailer 1810 den Müßiggänger, seine Kinder und Nachbarn.)Ein müßiger und gesunder Mensch wohnen nicht in einer Haut.Ein Müßiggänger kostet mehr als (denn) zehn Arbeiter.Ein mutiger Ernst ist die Seele vom Werk.Ein Mut verzagt, ist bald ins Garn gejagt.(Garn = Falle. Das bedeutet, wer verzagt und den Mut verliert, geht anderen leicht in die Falle und verliert. Mit unverzagtem Mut findet man oft einen Ausweg, entkommt der Gefahr und trägt den Sieg davon.)