
Gibt man dem Kind eines Fingers lang nach, so wills eine Ellen haben.
Gibt man dem Kind eines Fingers lang nach, so wills eine Spanne haben.
Gibt man dem Kind nach ein fingerlang, will es eine Spanne.
Glaub nicht leichtlich allen, was du hast, das lass dir gefallen. Was weg ist, das lass fahren, tu dich nicht übel drum gebaren.
(Dieses Sprichwort steht 1605 bei Petri. An anderen Stellen und anderen Zeiten werden beide Teile auch einzeln oder mit anderen Zusätzen zitiert.)
Gleich und Gleich macht langen Frieden.
Glück macht Freunde, aber Not bewährt sie.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 6, 7: „Vertraue keinem Freunde, du habest ihn denn erkannt in der Not.“)
Glück folgt den Sitten.
Glück fragt nicht nach Recht.
Glück geht über Witz.
Glück, Gut und Geld sind eines guten Rats Knechte.
Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige.
(Wird oft als Zitat von Helmut Graf von Moltke (1800 - 1891) zitiert, ebenso auch als deutsches Sprichwort.)
Glück hat keine Reue.
Glück hat Tück.
Glück herein, so trinken wir guten Wein.
Glück im Spiel, Unglück in der Liebe.
Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Wer Glück hat im Spiel, hat Unglück in der Liebe.
Wer Unglück im Spiel hat, hat Glück in der Liebe.
Wer Unglück im Spiel hat, ist glücklich im Heiraten.
Unglück im Spiel, Glück in der Liebe.
Glück ist besser als Erbgut.
Glück ist blind und macht blind.
Das Glück ist blind und macht blind.
Glück macht blind und ist blind.
Glück ist der Dummen Vormund.
Glück ist der Narren Vormund.
(Nach Sprichwörtern gibt es nur zwei Möglichkeiten, etwas zu erreichen: Entweder man lernt und kann etwas und arbeitet entsprechend, oder man hat Glück. Das Glück scheinen aber fast nur Narren und Dumme zu haben. Z. B. „Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.“. Wilhelm Körte (1837) sah beide Variationen als gleich an, da er dieses Sprichwort unter einer Nr. wahlweise mit beiden, Dummen und Narren, versah. Alle anderen haben es nur entweder unter dem einen oder anderen Wort in ihre Sammlungen aufgenommen. Nur Wander hat es zwei Mal als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörterlexikon aufgeführt. Er hat auch das Wort „Das“ davor gesetzt, ebenso als Einziger vorher 1616 Georg Henischi: Das Glück ist der Narren Vormünder.“ Bei allen anderen ist „Glück“ das erste Wort.)
Glück ist der Freunde Sommer.
Glück ist der Freunde Sommer und Ernte, Unglück aller Freunde Winter.
Glück ist der Reichen Marter und Staupe.
(Staupe = eine durch Viren hervorgerufene Tierkrankheit mit krampfartigen Anfällen.)
Glück ist leichter gefunden (gewonnen), als erhalten.
Glück ist mannigfaltig.
Glück ist selten so wohl gefasst, Unglück mengt sich darein.
Glück ist so gut vor als nach.
Glück ist willkommen, vorher wie nachher.
Glück ist wohl anzunehmen und steht nicht auszuschlagen.
Glück kann sich alle Tage wenden und wieder kommen.
Glück klopft und schelt bei manchem an, wer die Tür bald auftun kann, der hats.
Glück kommt alle Tag, wer warten mag.
Glück kommt nicht vom Schlafen.
Glück lässt sich finden, behalten ist Kunst.
Glück läuft dem einen ins Haus, dem anderen heraus.
Glückliche Narren bedürfen keiner Weisheit.
Glücklicher, der gern äße und hat's nicht, als der`s hat, und mag's nicht.
Glücklicher ist, der gern äße, und hat nichts, als der's hat, und mag's nicht.
Glücklich ist, wer das vergisst, was einmal nicht zu ändern ist.
Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist.
Glücklich ist, wer vergisst, was nicht zu erlangen ist.
Glücklich über die Bruck, verlacht man den Nepomuk.
Glücklich, wer im Besitz ist.
Glücklich, wer im Dunkel bleibt.
Glück macht blind, taub und unsinnig.
Glück macht Schälke.
Glück macht verrucht und Siegen verwegen.
Glück ohne Mangel, nicht ohne Angel.
Glücks bedarf man allwege.
Glückselig ist der Ackerman, wenn ers nur recht erkennen kann.
Glückselig ist, der ein Auge im Land der Blinden hat.
Glückselig ist der Mann, der mit seinen Ochsen ackern kann.
Glückselig ist der Sohn, dessen Vater nicht in der Hölle ist.
Glückselig niemand wird genennt, ehe denn sein Leben nimmt ein End. Als den kann man ersehen frei, was menschlich Glück und Leben sei.
Glücks kann sich niemand erwehren.
Glückt es einem, so glückt es Hunderten nicht.
Glück tut mehr, denn Stärke im Streit.
Glück übertrifft Weisheit.
Glück und Ehre haben Neid zum Gefährten.
Glück und Ehre ist nicht ohne Neider.
Glück und Glas, wie bald bricht das.
Glück und Glas, wie leicht bricht das.
(Ursprung für das Sprichwort ist das Publilius Syrus Zitat: „Glück ist aus Glas: Wenn es glänzt, zerbricht es.“)
Glück und Gras, wie bald wächst das!
Glück und Haar wächst alle Jahr.
Glück und Heil sind Neidharts Speise.
Glück und Kunst ist des Arztes Bestes.
Glück und Recht sind der Wachenden.
Glück und Regenbogen sieht man nicht über dem eigenen Haus, sondern nur über dem fremden.
(Dieser Spruch war wahrscheinlich vor Wander kein Sprichwort, sondern wurde von ihm für sein Sprichwörter Lexikon produziert. Der Spruch taucht erstmals 1867 im 1. Band seines Sprichwörter Lexikons unter Glück Nr. 440 auf, ohne das er eine Quelle angibt. Heute ist der Spruch an über 100 Orten zu finden und wird beim Zitieren als Sprichwort bezeichnet.)
Glück und Unglück, Freud und Betrübnis, wollen beieinander sein.
Glück und Unglück führen einen wankelbaren Streit.
Glück und Unglück halten einen steten Wechsel.
Glück und Unglück ist alle Morgen jedermanns Frühstück.
Glück und Unglück ist aller Morgen Frühstück.
Glück und Unglück sind zwei Eimer im Brunnen, zieht man einen auf, so sinkt der andere ab.
Glück und Unglück sind zwei Eimer im Galgenbrunnen.
(Ein Galgenbrunnen ist ein Brunnen, über dem in Form eines Galgens ein Holzgestell angebracht ist, an dem eine Rolle befestigt ist. Über diese Rolle läuft ein Seil, an dessen beiden jeweils ein Eimer befestigt ist. Jeder der Eimer dient als Gegengewicht des anderen. So ist es möglich, mit weniger Kraftaufwand einen Eimer Wasser herauf zu ziehen, da das Gewicht des anderen Eimers unterstützt.
Ob dieses Sprichwort selbstständig entstanden ist, ist fraglich. Erstmalig ist es 1838 bei Josua Eiselein mit dem Quellenhinweis auf Christoph Lehmann verzeichnet. Lehmann hat aber in keiner seiner Sammlungen diesen Wortlaut, sondern nur das Sprichwort vor diesem. Da bei Eiselein auch bei anderen Sprichwörtern mit einwandfrei auffindbaren Quellen manche Veränderungen enthalten sind, hat er möglicherweise auch dieses verändert. Zu seiner Zeit waren Galgenbrunnen wahrscheinlich verbreitet und die Funktionsweise allgemein bekannt. Er verkürzte das Sprichwort, ließ den 2. Teil des Sprichworts weg und änderte den Brunnen in Galgenbrunnen. Da heute Galgenbrunnen weitestgehend unbekannt geworden sind, ist dieses Sprichwort ohne Erklärung nicht mehr für alle gleich verständlich.)
Glück und Unglück sind zwei Nachbarn.
Glück und Unglück sind nahe Nachbarn, es trägt eines das andre auf'm Rücken.
Glück und Unglück sind zween Nachbarn und nicht weit voneinander.
Glück und Unglück tragen einander auf dem Rücken (huckepack).
Glück und Unglück wandern auf einem Steig.
Glück und Weiber haben die Narren lieb.
Glück und Weiber haben ihre Lust an Narren.
Glück und Weiber hassen die Weisen.
Glück, wenn Gott will, er weiß Maß und Ziel.
Gnade ist besser denn Recht.
Gnade geht vor Recht.
Gnade hat kein Warum, ist Ebbe und Flut.
Gnade kann wohl Zorn werden.
Gnade und Ablass ist um Geld zu kaufen, das ist der Welt Lauf.
Gnade und Freundschaft soll man erweitern, Strafe und Feindschaft engen und einziehen.
Gnade ziemt wohl bei der Macht.
Gold auf den Hosen und keins darin, ist Hof-Art.
Gold bleibt Gold, wenns schon eine Hure trägt.
Gold ist Gold, wenns gleich eine Hure trägt.
Gold bleibt Gold, wenns gleich ein Schinder und Schelm trägt.
Golden die Praxis, hölzern die Theorie.
Goldene Kirchen, hölzerne Herzen.
Goldener Hammer bricht eisernes Tor.
Mit einem goldenen Hammer kann man wohl eiserne Tore aufmachen.
Ein silbern Hammer bricht ein eisern Tor.
Silberner Hammer öffnet ein eisern Tor.
Wer mit einem silbern Hammer anklopft, den hört man bald.
(Mit Gold oder Silber, auch heute noch gilt, wer genug bezahlt, dem werden die Türen geöffnet und bekommt, was er will. Heutige Bezeichnung dafür: Korruption und Bestechung.)
Golden Gebiss macht`s Pferd nicht besser.
Ein hartes Gebiss macht das Pferd nicht besser.
Gold dringt durch alle Tore, nur durch den Himmel nicht.
Gold ist die Brust, daran jeder saugt und davon sich niemand gern will abgewöhnen lassen.
Gold ist Sold, dem ist man hold.
Gold ist und bleibt Gold, wenns auch im Kot liegt.
Gold zieht Gold an sich, ein Silber das andre und ein Edelstein fällt zum andern wie sich Gleich zu Gleichem gesellt.
Gönne mir das Deine, willst du das Meine.
Gott allein geben kann, ein frommes Weib und Mann.
Gott als das höchste Gut, alles im besten tut.
Gott befohlen; Gott sei bei uns; Gott vergelt's.
Gott begegnet dir überall, wenn du ihn grüßen möchtest.
Gott begegnet manchem, wer ihn nur grüßen könnte.
Gott behüte mich vor einem Richter, der auf dem rechten Ohr nicht hört, bis man's ihm schmiert, und vor einem Schneider, der viel Mäuse hat.
Gott beschert über Nacht.
(Bescheren bedeutet, aus Gnade, nicht aus Pflicht, sondern ohne Gegenleistung etwas geben und schenken.)
Gott beschert wohl die Kuh, aber nicht den Strick dazu.
Gott gibt wohl die Kuh, aber nicht den Strick dazu.
St. Niklas beschert die Kuh, aber nicht den Strick dazu.
Gott bewahr mich vor stillem Wasser, vor den rauschenden will ich mich selber hüten.
Gott bleibt nicht aus, wenn er gleich verzieht.
Gott ehre das Handwerk, sprach der Schinder zum Richter.
Gott, Eltern und Lehrern kann man nie vergelten.
Gottes Allmacht ist (bleibt) allzeit ausgenommen.
Gottes Augen sind viel heller denn die Sonne, und sehen alles, was die Menschen tun und schauen scharf auch in die heimlichen Winkel.
Gottesfurcht lebt lang.
Gottesfurcht sündigt nicht.
Gottes Gaben machen sicher und faul.
Gottes Gewölbe steht fest und hat doch keine Balken.
Gottes Gnad erfüllt die Welt.
Gottes große Wohltaten kann man mit einem fröhlichen Gesang vergelten.
Gottes Hand ist immer offen und immer voll.
Gottes Kinder sind wir all gemein, so wir glauben an ihn allein.
Gottes Wort trügt nicht.
Gottes Wort wär` nicht so schwer, wenn nur der Eigennutz nicht wär`.
Gottes Wunder erben nicht.
Gottes Zeiger geht langsam, aber richtig.
Gottes Zorn kann wol borgen.
Gott findet den Schuldigen.
Gott fügt, dass mir's genügt.
Gott führt gern Gleiches und Ungleiches zusammen.
Gott führt seine Heiligen wunderlich.
Gott führt wohl in die Grube, aber auch wieder hinaus.
Gott füllt dem Gottlosen den Bauch, den Gläubigen gibt er das Himmelreich.
Gott gibt, Gott nimmt; wer weiß, wenn Glück kommt!
Gott gibt Schultern nach der Bürde.
Gott gibt wohl den melancholischen Gemütern gute Speisen, der Teufel aber ist Koch dazu.
Gott gibt wohl den Vögeln ihre Kost, sie müssen aber darnach fliegen.
Gott gibt wohl die Kühe, nicht aber mit den Hörnern.
Gott greift einen gern an, wo es ihm am wehesten tut.
Gott grüßt alle Welt, aber wenige danken ihm.
Gott grüßt manchen, könnt' er ihm nur danken.
Gott hängt jedem ein Kläpperlein an.
Gott hat der Arbeit ein Schwert, nicht einen Fuchsschwanz in die Hand gegeben.
Gott hat der Totschläger halben verordnet, dass sie wieder getötet werden sollten.
Gott hat drei Stände erschaffen, Adel, Bauernvolk und Pfaffen.
Gott hat mehr, denn er je gab.
(Ursprung des etwas abgewandelten Sprichworts ist die Bibel, Das zweite Buch der Chronik 25, 9: „Der Herr hat noch mehr, das er dir geben kann, denn dies.“)
Gott hat mir's gegeben, und der Teufel soll es mir nicht nehmen.
Gott hat wohl Füße von Wolle, aber auch Hände von Eisen.
Gott hilft dem Fleiß.
Gott hilft dem Fleiß und nicht Hans Unfleiß.
Gott hilft dem Schwachen.
Gott hilft dem Stärksten.
Gott hilft, und dem Arzte dankt man.
Gott ist alt, aber nicht krank.
Gott ist älter als alle Kreaturen, drum gebührt ihm auch die größte Ehr.
Gott ist Bürger worden zu Bern: Wer will wider Gott streiten gern.
Gott ist der Armen Vormund.
Gott ist der Dummen Vormund.
Gott ist der Frommen Gesetz, der Bösen ihre Affekten.
(Affekt = vom Lateinischen Afectus, ein hoher Grad einer Gemütsbewegung und dessen Ausbruch.)
Gott ist der rechte Kriegsmann.
Gott ist des Armen Hoffnung.
Gott ist ein Gläubiger, der keine bösen Schulden macht.
Gott ist ein Herr, der Abt ein Mönch.
Gott lässt genesen, der Arzt kassiert die Spesen.
Gott lässt keinen Deutschen verderben.
Gott lässt sich allenthalben finden.
Gott lässt sich keinen flächsernen Bart flechten.
Gott lässt sich nicht auf den Arm malen.
Gott lässt sich nicht erlaufen.
Gott lässt sich seine Uhr von keinem Menschen stellen.
Gott lässt uns wohl sinken, aber nicht ertrinken.
Gott lieben ist die schönste Weisheit.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach (neu 1, 10) alt 1, 14: „Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit“)
Gottlob hier! Sagte der Schiffer und war noch drei Meilen vom Lande.
Gottlose Bettler geben gern Verräter, Mordbrenner und Meuchelmörder.
Gottlos, lieblos.
Gott macht genesen, und der Arzt holt die Spesen.
Gott macht gesund, und der Doktor kriegt's Geld.
Gott muss große Ohren und ein leises Gehör haben.
Gott will der Armen sich erbarmen.
Gott will keinen Gleichen haben.
Gott will nicht unser Schüler, sondern unser Doktor sein.
Gott will und kann allen helfen.
Gott wird alles richten.
Gott wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unerforschlich.
Gott zürnet nicht wie ein Mensch, dass er sich nicht versöhnen lasse.