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Über 26.000 Deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter mit B

Deutsche Sprichwörter mit B


Über 26.000 deutsche Sprichwörter


Wie macht / produziert man Sprichwörter?


Dafür muss man laut Wander: „das für diesen Zweck gebildete Sprachgefühl – ich (Wander) möchte es das Sprichwörterohr nennen – besitzen. . . und dann kann nichts als das rasch erkannte Gepräge, das dem Sammler eigene Sprachgefühl, der Sprichwörter-Instinkt, wenn ich so sagen darf, entscheiden.
Ich habe die Sprichwörter nach den obigen Ansichten aufgenommen, auch von keinem meiner geehrten Mitarbeiter einen tabellarischen Nachweis darüber verlangt, ob es ein wirkliches, normal entstandenes, durch Volksbeschluss als solches bestätigtes Sprichwort und nicht ein untergeschobener Wechselbalg sei; . . und mein Leben schien mir zu kurz, um bei jedem einzelnen Ausspruch, den ich bei einem Schriftsteller, in einer Zeitung angeführt fand, oder der mir von einem Sammler und Mitarbeiter geboten wurde, lange und unfruchtbare Erörterungen obiger Art anzustellen. Wenn ich ein Sprichwort einmal auf der Straße oder im Umgange hörte, wenn ich es einmal in einer Schrift angeführt fand, wenn es mir als Sprichwort zugesandt wurde, so nahm ich es in meine Sammlung auf. So ganz ohne Prüfung bin ich indes nicht verfahren; ich sah zunächst schon auf den sprichwörtlichen Charakter und suchte womöglich die Quelle anzugeben, aus der geschöpft war, das Land oder den Ort, wo es vernommen worden u. s. w.,“
(aus der Vorrede zum ersten Band des Deutschen Sprichwörter Lexikons Seite 13 - 14)

Aus den Text von Abraham a Sancta Clara hat Karl Friedrich Wilhelm Wander geschöpft und laut seinem Vorwort sämtliche Sprichwörter, Gleichnisreden, überhaupt alles, was sprichwörtliches Gepräge habe, sorgfältig gelesen und ausgezogen und 1838 in seinem Buch „Abrahamisches Parömakon“ veröffentlicht. Dass die Sprichwörter augenscheinlich nicht bekannt sind, soll der Ursache geschuldet sein, dass sie von Abraham a Sancta Clara so eigentümlich formuliert sind und wohl selten angewandt werden.

Die ersten 5 „Sprichwörter“ aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara ausgezogen lauten in Wanders Buch „Abrahamisches Parömiakon“ von 1838, teilweise mit anderem Wortlaut als bei A. a Sancta Clara:
 
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich. — Nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwandten Leib erwecken.
 
2. Weiber und Weinbeeren machen alle Beutel leer.
Oder:
3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
 
4. Auf den Weinmonat folgt im Kalender der Wintermonat, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler.
 
5. Die Kandel und Andel bringen einen armen Wandel, deswegen sollte Bacchus von Rechtswegen in der einen Hand einen Regimentsstab, in der andern einen Bettelstab führen; nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren.
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Der Originaltext aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara, Bd. 1. Salzburg, 1686, auf Seite 4 bis 5 lautet:
"Zu Dotrecht in Holland war nicht gar vor vielen Jahren ein Gesell, welcher fein sauber all das Seinige verschwendet durch stete Schlemmerei und Unsauberkeit, denn diese beide gemeiniglich verwandt sind und wenn Bacchus hinter dem Ofen sitzt, so heizt die Venus ein und sind diese so nahe beieinander, wie der Knopf bei der Hose. Auch zeigt es die öftere Erfahrung, dass Feuchtigkeit und nässe den Kalk anzündet, nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwanden Leib erwecken, die Weiber aber und Weinbeere machen mehristen Teil alle Beutel eitel und gleichwie in dem Kalender auf den Weinmonat der Wintermonat folget, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler. Dessenthalben soll Bacchus von Rechts wegen in einer Hand ein Regimentsstab, in der anderen Hand ein Bettelstab führen. Nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren, bringen also die Kandl und Andl einen Menschen zu einem armen Wandel."
(Andere Ausgaben sind gleichlautend.)

Allein das „Sprichwörterohr“ von Wander erkannte diese „Sprichwörter“, unabhängig davon, das sie nicht als Sprichwörter im Umlauf waren. Alle Stellen, in denen diese als „Sprichwörter“ auftauchen, datieren nach 1838 und haben wohl aus Wanders Werk geschöpft. Aus der Zeit vorher gibt es keine auffindbare Quelle, in der einer dieser Sprüche außerhalb des Textes von Abraham a Sancta Clara zitiert, oder als Sprichwort bezeichnet wird. Das schließt nicht aus, das Sancta Clara an anderen Stellen auch Sprichwörter gebraucht hat. Die sind aber dann unabhängig von ihm auch bei anderen Autoren als Sprichwörter zu finden.
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Einträge im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander:
   
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich.
(Stichwort Kalk Nr. 13, angegebene Quelle: Parömiakon, 1.)

2. Weiber und Weinbeer machen alle Beutel leer.
(Stichwort Weib Nr. 1128, angegebene Quelle: Parömiakon, 2, Leipziger Tageblatt, Nr. 260 vom 16.9.1864, Seite 1 (Spruch von Abr. a Sancta Clara))
(Möglicherweise hat Wander diesen Spruch in Anlehnung an ein anderes Sprichwort bei Sailer, Seite 100 formuliert: „Drei W machen viel Beutel leer: Würfel, Weiber, Weinbeer'.“ Würfel oder Spiel in Verbindung mit Weib und Wein oder Weinbeere kommen auch in anderen Sprichwörtern und bei anderen Autoren öfters vor.)

3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
(Stichwort Beutel Nr. 24, im Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quellenangabe.)

4. Auf den Weinmonat folgt der Wintermonat.
(Stichwort Weinmonat Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 4.)

5. Kandel und Andel bringen einen armen (bösen) Wandel.
(Stichwort Kandel Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
    Andel und Kandel machen einen bösen Wandel.
(Stichwort Andel (Diminutiv von Anna), angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
Weitere von Wander angegebene Quellen, in denen aber ein etwas anderer Text für das Sprichwort steht. Wander bemängelt den anderen Text bei Karl Simrock als Druckfehler. Wahrscheinlich hat Braun 1840 von Wander (1838) abgeschrieben und den Text etwas verändert, alle anderen dann von ihm.:
    Kandel und Andel bringen einen warmen Mantel.
(Braun 1840, Nr. 1740; Marbach 1842, Seite 52; Simrock 1846, Nr. 5395; Wilhelm Körte zweite Auflage 1861, Nr. 4085 (sind ein warmer Mantel.) Nicht in Körtes 1. Auflage von 1837 enthalten)
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Von Wander angegebenen Quellen zu Sprichwörtern von Abraham a Sancta Clara stammen aus seinem eigenen Buch „Abrahamisches Parömakon“ von 1838, also von ihm selbst oder von anderen, die ihrerseits von ihm abgeschrieben haben. So kann man aus Texten vieler Autoren mit etwas Geschick und Sprichwörterohr Sprichwörter herausziehen und mit Wortumstellungen zu Sprichwörtern machen. Auf Seite 5 der Vorrede in Band 1 des Sprichwörter Lexikons zitiert Wander aus einem Gutachten der Gesellschaft für deutsche Sprache in Berlin „Weil es als Münze, unbesehen und unverändert umläuft, wird nicht jeder Denk- noch Sinnspruch zum Sprichwort." Leider richtet sich Wander nicht danach. Etliche seiner „Sprichwörter“ sind keine Sprichwörter, da sie nie als Sprichwörter unter den Menschen bekannt geworden sind oder umgehen. Sie bleiben, was sie vorher waren, Zitate aus Büchern anderer Autoren, auch wenn sie später bei Wander als „Sprichwörter“ abgeschrieben wurden. Nur wenn sie auch in anderen Quellen zu finden sind, sind es wahrscheinlich wirklich Sprichwörter.

Ein Beispiel für ein echtes Sprichwort durch ältere Quellen:
„Er schickt sich in alle Sättel.“ steht in „Abrahamisches Parömakon“ unter Nr. 2764. Bei A. a Sancta Clara steht im „Wohl angefüllter Weinkeller“ auf Seite 471: „Ein Schmeichler schickt sich in alle Sättel.“ Hier hat auch Sancta Clara ein Sprichwort zur Verdeutlichung seiner Gedanken verwendet. Ältere Quellen finden sich in der deutschen Ausgabe der Baierische Chronik von Johannes Aventin (1477 - 1534), herausgegeben 1566 (Auf alle Sachen und alle Sättel geschickt.), in „Florilegium Ethico-Politicum“ von Jan de Gruytere (1560 - 1627) aus dem Jahr 1612 und 1630 im Politischen Blumengarten von Christoph Lehmann (1568 - 1638), (bei beiden : „Zu schimpf und ernst auf alle Sättel gerecht.“).
   
. . . . . . . .
     
Aus einem Gutachten von Dr. Karl Rosenkranz, Rat 1. Klasse und ordentlicher Professor an der Königlichen Universität zu Königsberg zur Sprichwörtersammlung „Preussische Sprichwörter“ von H. Frischbier aus dem Jahr 1864 in der 2. Auflage 1865, Seite 320:

„Sprichwörter erfindet man nicht, sondern man findet sie.“

Leider hat Wander in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon zu viele Sprüche selbst produziert und erfunden. Auf dieser Website sind deutsche Sprichwörter mit B dagegen in den originalen Quellen vorhanden, ebenso wie alle anderen Sprichwörter aus Deutschland von A bis Z. Wenn hier trotzdem besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Deutsche Sprichwörter von Besser bis Bettler

  

Besser Acht als Hacht.
Besser in der Acht, denn in der Hacht.
(Besser verbannt als verhaftet (Hacht = Haft), oder: es ist besser, auf sein Tun genau zu achten, als wegen Übertretung der Gesetze verhaftet zu werden. Die Hacht war ein erzbischöfliches Gericht und Gefängnis auf der heutigen Domplatte in Köln. Ihr Name leitete sich durch Lautwandel von „Haft“ ab. Durch die Aussprache wurde aus „ft“ ein „cht“. 1165 erbaute Erzbischof Reinald von Dassel das Hachttor. Es war die südliche des Bischofsbezirks mit dem Dom. Das Hachtgebäude entstand durch die Verbindung des Hachttores mit einigen benachbarten Bauten zwischen 1205 bis 1208 unter Erzbischof Bruno IV. von Sayn. Die Hacht brannte 1404 ab, ihr Grundstück wurde im Jahre 1809 verkauft. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hacht_(Gefängnis))

Besser albern und fest als schön und kraus.

Besser allein als in böser Gemein.

Besser allein, denn in schlechter Gesellschaft.

Besser alte Schuld denn alte Fehde.

Besser alt mit Ehren, denn jung mit Schanden.

Besser am Tisch singen als in der Badestube.
(Petri fügt 1605 zu diesem Sprichwort „da man nicht weiß, ob man auch die Kleider gewiss wieder kriege.“ hinzu.)

Besser arm, denn ein Lügner.

Besser arm dran als Arm ab.

Besser arm in Ehren als reich mit Schanden.

Es ist besser arm mit Ehren, denn reich mit Schanden.

Besser arm, jung und weise, denn (als) reich, alt und ein Narr.

Besser arm und frei, denn ein voller Kragen und eine Kette am Hals.
Besser arm und frei, denn ein voller Kragen und eine goldene Kette am Hals.
(Auch früher, Anfang des 17. Jahrhunderts wurde Freiheit höher bewertet als Reichtum und wurde ihm vorgezogen. Früher gab es im Sprichwort auch nur eine Kette am Hals. Um den Unterschied zwischen Arm und Reich zu betonen und Zwang und Abhängigkeit, wurde im Rechtssprichwörterbuch von Graf 1864 aus einer einfachen Kette eine goldene Kette. Im früheren Recht galten alle Menschen als Freie, die ein freies Stück Land ihr eigen nannten, unabhängig der Größe. Ob Bürger, Bauer oder Edelmann, sie waren unabhängig ihres Grundbesitzes als Freie praktisch gleich. Erst innerhalb dieses gleichen Standes, in dem Landesherr und kleinster Bauer theoretisch gleich waren, machte die Größe des Eigentums einen Unterschied. Ein reicher Knecht des Königs ohne eigenen Landbesitz was aber trotz seines Reichtums unfrei und standesmäßig unter einem armen freien Bauern.)

Besser arm und fromm, denn der Schalk in Reichtum.

Besser arm und gesund, denn reich und ungesund.
Lieber arm und gesund als reich und krank.

Besser arm und ohne Schulden als ein Fürst ohne Gulden*13.

Besser Armut leiden als Ehrbarkeit verlassen.

Besser auf altem Wege geblieben, als einen ungewissen neuen versucht.
Es ist besser auf altem Wege geblieben, als auf neuem irre gehen.
(Wander versucht diesen Weg (dieses Sprichwort) im Deutschen Sprichwörter Lexikon gleich drei Mal: Einmal unter Weg (Subst.) Nr. 37 mit der Quellenangabe Winckler Nr. 1700/16 und unter Besser Nr. 54 ohne Quellenangabe und unter Weg (Subst.) Nr. 124 (Es ist besser auf altem Wege geblieben, als auf neuem irre gehen.) mit der Quellenangabe Chaos Seite 766. Zwei Variationen, von denen eine doppelt aufgeführt ist.)

Besser auf dem Boot als auf einem zerborstenen Schiff.

Besser auf dem Lande arm, als auf dem Meere reich.
Es ist besser auf dem Lande arm, als auf der See reich zu sein.

Besser auf einmal Todt, denn allzeit schweben in Not.

Besser aus der Ferne dingen, als in der Nähe ringen.

Besser Bauern-Fried', als Bürger-Krieg.

Besser bäurisch gefahren denn herrisch gelaufen.

Besser bedient werden als dienen.

Besser bei einer Eule gesessen als mit (bei einem, dem) Falken geflogen.
Besser ist's bei Eulen sitzen, als mit Falken fliegen.
Es ist besser bei Eulen gesessen, als mit Falken geflogen.
(Erklärung dazu bei Wander (1867): „Unter beschränkten Glücksumständen in Frieden und Ruhe leben ist besser, als in beständiger Furcht Glücksgüter genießen oder unter den Unruhen des Kriegs die Flucht ergreifen müssen.“ Das Gleiche ist auch heute gültig.)

Besser beim Schmied, denn beim Schmiedlein beschlagen.
Der Schmied beschlägt die Pferde besser, denn das Schmiedlein.
Es ist besser zum Schmied, als zum Schmiedlin.
Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen.

Besser beim Wirt als beim Wirtlein.
Beim Wirte zehrt man bass, denn beim Wirtlein.
Man zehrt besser bei dem Wirt, als dem Wirtlein.
(ḅass = aus dem Alt.- und Mittelhochdeutschem, besser als etwas, wohl, gut, auch bass erstaunt (verwundert) sein.)

Besser beneidet als beklagt.

Besser beneidet als bemitleidet.

Besser beschwerlicher oder gekaufter Fried, als gerechter Krieg.
Es ist besser unrechter Fried, denn gerechter Krieg.
Unbilliger Frieden ist besser als gerechter Krieg.
Ungerechter Friede ist besser, als gerechter Krieg.

Besser betteln und bitten, als am Galgen Kapriolen geschnitten.

Besser bewahrt als beklagt.

Besser blind an den Augen, als blind am Gemüt.

Besser blind und furchtsam, als unvorsichtig.
Besser blöd und furchtsam, als unvorsichtig.

Besser daheim Kummer leiden, denn mit bösen Nachbarn Gesellschaft haben.

Besser da läuft er, als da hängt er.
Besser da läuft er, als da liegt er.

Besser das Joch der Pflicht als die Kette der Begierde.

Besser dem Bäcker als dem Doktor.

Besser demütig gefahren, als hochmütig gegangen.
Besser demütig gefahren, als stolz zu Fuß gegangen.
Besser ehrlich gegangen, denn hochmütig gefahren.


Besser dem Bäcker als dem Doktor.

Besser demütig gefahren, als stolz zu Fuß gegangen.


Besser den Arm brechen als den Hals.

Besser den Magen gekränkt als dem Wirt was geschenkt.

Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Besser den Spatz in der Hand  ‒ 


Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Besser einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach.
Besser ein Sperling in der Hand als ein Kranich auf dem Dach (der fliegt über Land).
Besser ein Vogel in der Hand, als zehn am Strand.
Besser ein Vogel in der Hand, als zehn über Land.
Ein Sperling in der Hand ist besser, denn eine Taube auf dem Dache.
Ein Sperling in der Hand ist besser, denn zehn auf dem Dach (ein Storch in der Luft).

Ein Sperling in der Hand ist besser, denn zehn auf dem Zaun.
Ein Vogel in der Schüssel ist besser, als hundert in der Luft.
Es ist besser ein Spatz in der Hand, als ein Storch auf dem Dach.
Es ist besser ein Sperling in der Hand, als ein Rebhuhn in dem Strauch.
Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
(Siehe auch Sprichwort weiter unten. Ähnliche Sprichworte mit gleichem Sinn  gibt es in vielen anderen Ländern. Das Sprichwort bedeutet, man sollte  mit dem wenigen, das man sicher hat und dem man auskommt zufrieden sein  und sich nicht mehr und Besseres wünschen, was aber unerreichbar ist.
Usprung könnte der lateinische Spruch: „Capta avis est melior, quam mille in  gramine ruris.“ (Ein gefangener Vogel ist besser als tausend in der  Landschaft.) sein, laut Andreas Sutor, 1716 in "Latinum Chaos, Ein  Teutsches durcheinander, Seite 783".  Joh. Georg Seybold schreibt 1677  (in Viridarium Seite 453) das deutsche Sprichwort „Ein Spatz in der Hand ist besser, denn ein Storch auf dem Dach.“, fast Wortgleich wie Sutor, nur stellt er auf Lateinisch „Präsens est  certior hora“ ? davor.  Manche meinen im Evangelium nach Lukas 12, 7:  „Habt keine Angst: Ihr seid Gott mehr wert als ein ganzer Schwarm  Spatzen!“ eine Quelle gefunden zu haben.)


Besser der erste Undank, als der letzte.
Besser der erste Verdruss als der letzte.
Besser der erste Zorn denn der letzte, dazu das Hauptgut verloren.
Der erste Verdruss ist besser als der letzte.
(Erklärung dazu von Johann Christian Siebenkees (1753 -1841) in dessen Buch  „Deutsche Sprichwörter mit Erläuterungen“ aus dem Jahr 1790: „Dieses  Sprichwort geht auf den Fall, da jemand etwas von uns verlangt, und wir  es ihm abschlagen zu müssen glauben. Er wird darüber zornig und  verdrüßlich werden: allein wenn wir mit Grund es abschlugen, so ist der  erste Zorn besser als der letzte.“)

Besser der Fleischer im Haus als der Doktor.

Besser der Hahn sterbe, denn dass der Fuchs Hunger leide.

Besser der Pfeil Jonatans als der Kuss von Joab.

Besser der Sohn zerreise einen Rock, denn das er einen verfaule.

Besser der Weisen schelten als der Narren Gesang hören.

Besser des Freundes Wunden, als des Feindes Kuss.

Besser des gegenwärtigen Guts gebrauchen, denn nach einem andern gedenken.

Besser des Tapfern Blick als des Feigen Schwert.

Besser Diebe am Galgen, denn in der Stadt.

Besser die großen Herrn Lügen strafen, denn um ihren willen die Wahrheit verschweigen.

Besser, die Hände zittern einem vom Trinken, als vom Hängen.

Besser die Hand in einem Kuhfladen denn in fremdem Gelde.

Besser die Kinder arbeiten und die Eltern ruhen, denn das die Eltern arbeiten und lassen die Kinder faulenzen.
(Dies 500 Jahre alte Sprichwort zeigt, das Kinderarbeit früher zum Alltag gehörte. In vielen Teilen der Welt ist Kinderarbeit noch heute an der Tagesordnung und viele angeblich zivilisierten westliche Länder profitieren davon durch billige Preise durch die geringen Löhne. Wo Kinderarbeit heute praktiziert wird, bezahlen die Menschen für den Wohlstand der Industrieländer. Wer offensichtlich zu billige Waren im Internet oder Billigläden kauft, unterstützt wissentlich Kinderarbeit und Ausbeutung in Billiglohnländern oder Betrug.)

Besser die Kinder bedürfen dein, denn das du ihnen in die Hände fällst.

Besser Dienstbarkeit im Frieden als Freiheit im Kriege.

Besser durch Schaden klug als durch Vorteil unklug.

Besser durch Schaden klug werden, als durch Schande.

Besser ehrlich fliehen, als schändlich fechten.
Besser ehrlich geflohen, denn schändlich gefochten.
Es ist besser ehrlich gewichen, als schändlich gefochten.
Es ist besser ehrlich geflohen, denn schändlich gefochten.
(Verschiedene Varianten des gleichen Sprichworts. Streitigkeiten und Schlägereien können möglicherweise einen gefährlichen Ausgang haben. Bevor man nur Schaden davonträgt sollte man auf eine bessere Gelegenheit zum Beilegen von Problemen oder Differenzen warten. Bei Wander stehen drei Varianten als verschiedene Sprichwörter im 1. Band des Sprichwörter Lexikons: Besser Nr. 115, Ehrlich (Adj.) Nr. 2 und Fliehen Nr. 10.)

Besser ehrlich gestorben als schändlich verdorben (gelebt).

Besser eigen Brot als fremden Braten.
Besser eigenes Brot als fremden Braten.
(Kein deutsches Sprichwort, sondern Wander übernahm für sein Deutsches Sprichwörter Lexikon die Übersetzung des lateinischen Spruchs: „Alterius non sit, qui tuus esse potest.“ durch Wilhelm Binder aus dessen Lateinischem Sprichwörterschatz von 1856. Binder gibt seinerseits als Quelle des lateinischen Spruchs Johannis Oweni Oxoniensis Epigrammata aus dem Jahr 1658 an. Außerdem war der lateinische Spruch der Wahlspruch von Paracelsus, der auch auf sein Grabstein geschrieben wurde. Seine Übersetzung soll „Es sei niemand eines anderen Knecht, der sein eigener Herr sein kann“ gelautet haben. weitere Übersetzung: „Einem anderen gehöre nicht, wer sein eigener (Herr) sein kann.“ Wander nennt den lateinischen Spruch bei acht weiteren deutschen Sprüchen als vergleichbar. Inzwischen wird Spruch heute so oft gebraucht, das er nur noch als deutsches Sprichwort bezeichnet wird.)

Besser ein alter Engel, denn ein junger Teufel.

Besser ein alter Schinken denn unreif Kalbfleisch.

Besser ein armes Kind, das weise ist, denn ein König, der ein Narr ist.

Besser einäugig als blind.
Besser einäugig oder scheel, denn gar blind.

Besser ein bäuerlicher Frieden als ein bürgerlicher Krieg.

Besser ein Bauernfünfer, als ein X für ein U.
(Das X für ein U stammt von den alten römischen Zahlen, die auch heute teilweise noch verwendet werden und der alten Schreibweise mit nur Großbuchstaben, bei der das „U“ und das „V“ beide als „V“ geschrieben wurden.(So schreibt Wander dieses Sprichwort mit „U“ und gibt Eiselein als Quelle an, wo das Sprichwort auf Seite 62 mit „V“ geschrieben wird.) Die römische Zahl X bedeutet 10 und die römische Zahl V bedeutet 5. Wenn das V etwas nach unten verlängert wurde, entstand daraus ein X, eine Verdoppelung. Bei Rechnungen oder Schuldscheinen konnte so in betrügerischer Absicht die Summe nachträglich unerkannt erhöht werden. So konnte beispielsweise ein Wirt ein V auf dem Kerbholz leicht in ein X ändern und der Gast musste 10 Getränke bezahlen, obwohl nur 5 getrunken wurden. Daraus entstanden die Sprichwörter und Redewendungen, wenn jemand andere täuschen, irreführen, hinters Licht führen, betrügen oder übers Ohr hauen wollte.)

Besser ein betrübtes Herz, als zwei.

Besser ein böses, als kein Bein.
Besser ein böses Bein denn gar keins.

Besser ein bös Weib, denn ein faul Weib.

Besser ein dürrer Habich als ein fetter Hättich.
Besser ein dürrer Hab' ich, denn ein fetter Hätt' ich.
Der Habich war allzeit besser, denn der Hättich.
Ein dürrer Habich ist besser als ein fetter Hättich.
Ein „Hab ich“ ist besser als zwei „Hätt ich.“

Besser eine alte Schuld, als eine neue Fehde.


Besser eine böse Stunde, denn zwanzig böse Jahre.

Besser eine glückliche oder wohlgeratene Tochter als ein unglückseliger Sohn.

Besser eine Grundel auf dem Tisch als im Teich ein großer Fisch.

Besser eine Handvoll mit Ruhe, als beide Fäuste voll mit Mühe und Jammer.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Der Prediger Salomo 4, 6: Luther-Bibel 1545: „Es ist besser eine Hand voll mit Ruhe, denn beide Fäuste voll mit Mühe und Jammer.“ Luther-Bibel 1912: „Es ist besser eine Handvoll mit Ruhe denn beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“ Luther-Bibel 2017: „Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“)

Besser ein eigener Pfennig, als ein fremder Gulden*13.

Besser ein Ei im Frieden als ein Ochs im Kriege.

Besser eine Kerze vor als zwo (zwei) nach.

Besser eine kleine Zehent als eine große Zent.

Besser eine Laus im Kraut als gar kein Fleisch.

Besser einen Bitterling gefangen, als still gesessen.
(Der Bitterling (Rhodeus amarus) ist ein kleiner Karpfenfisch (Cyprinidae), der nur 6 bis 9 cm lang wird.)
Besser Spierlinge gefangen als still gesessen.
(Spierling ist die Bezeichnung für verschiedene kleine Fische. Es kann allgemein ein Kleinfisch gemeint sein oder je nach Ort auch Stint, Elritze, Sandaal oder andere. Beide Male sind sehr kleine Fische gemeint, bei Wilhelm Körte ein Bitterling, bei Karl Simrock der Spierling, ein Sprichwort, bei dem jeder die kleinsten Fische einsetzt, die er kennt. Das bedeutet, etwas kleines ist immer noch besser als nichts. Laut Wander im Sprichwörter Lexikon werden Spierlinge (Cyprinus aphya L.), gehört zur Familie der Weißfische und Spieringe (Salmo eperlanus L.), Stinte und gehört zu den Salmen oder Forellen oft verwechselt. Quelle: Deutsches Sprichwörter Lexikon Band 4, Spalte 712, Spiering Nr. 1.)

Besser ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

Besser einen Dotter als die eitle Schale.

Besser einen Frommen unbegabt, denn ein Bösen ungestraft lassen.

Besser einen leeren Beutel als leeren Kopf haben.

Besser ein Epikureer denn ein falscher Christ.
(Epikureer = Anhänger der Lehre des altgriechischen Philosophen Epikur (341–270 v. Chr.), bedeutet, es ist ein Genussmensch, der unbedenklich die materiellen Freuden genießt.)

Besser eine Stunde zu früh als eine Minute zu spät.
(Bei Wander steht dieses Sprichwort ohne Quellenangabe unter Stunde Nr. 5. Es ist trotzdem ein schon vorher bekanntes Sprichwort, das schon vor Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon in einigen Büchern des 19. Jahrhunderts enthalten ist, nur nicht in den von Wander verwendeten Sammlungen und Quellen. Damit sind einige wenige, die dieses Sprichwort einem Christoph Lasay unterschieben oder es als polnisches Sprichwort bezeichnen, erwiesene Falschmeldungen und Fake News. Möglicherweise hat sich das Sprichwort aus einem Zitat aus dem Schauspiel „Die lustigen Weiber von Windsor“ von William Shakespeare entwickelt:
Fast gleichlautend ist ein Zitat aus dem Schauspiel „Die lustigen Weiber von Windsor“ (1597/98) von William Shakespeare Ende der zweiten Szene des zweiten Aufzugs: „ich will dem Dinge zuvorkommen, mein Weib entlarven, mich an Falstaff rächen und Page auslachen. Gleich will ich daran; besser drei Stunden zu früh, als eine Minute zu spät! – Pfui, pfui, pfui! – Hahnrei, Hahnrei, Hahnrei!*16“)

Besser eine Warze auf dem Rücken als eine Sommersprosse im Gesicht.

Besser ein fauler Dieb als ein fauler Knecht.
Ein fauler Dieb ist besser, denn ein fauler Knecht.
Ein fauler Dieb ist besser denn ein fauler Knecht, oder tut nicht so viel schaden als faul Gesinde.

Besser ein Fenster aus als ein Haus ein.

Besser ein Flick als ein Loch.
Besser ein Flick im Kleide, als ein Loch.


Besser ein Flick denn ein Fleck.


Besser ein Freund in der Ferne, als einen Feind in der Nähe.
Besser Freund in der Ferne als Feind in der Nähe.
(Bei Wander zwei Mal das gleiche Sprichwort: Besser Nr. 129 und Freund (Subst.) Nr. 30)

Besser ein frommes Kind, denn tausend Gottlose.

Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochs mit Hass.
Besser ein Gericht Kraut mit Ruhe als ein gemästeter Ochse mit Unruhe.
Ein Gerichtlein Krauts mit Liebe ist besser, denn ein gemästeter Ochse in Hass.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 15, 17)

Besser ein geschwinder Batzen*2 als ein langsamer Sechser.

Besser ein gesunder Bauer denn ein kranker Kaiser.

Besser ein Gulden*13, den man werbet, denn zehn, die man erbet.

Besser ein guter Freund, als Silber und Gold.
Ein guter Freund ist besser denn Silber und Gold.
Ein guter Freund ist über Silber und Gold.
Ein guter Freund ist über Silber und Gold und ein edles Kleinod.
Freunde sind über Silber und Gold.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 6, 14 + 15: „14. Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den hat, der hat einen großen Schatz. 15. Ein treuer Freund ist mit keinem Geld noch Gut zu bezahlen.)

Besser ein guter Nachbar, als ein entlegener Vetter.

Besser ein gutes Wort, denn ein Freund verloren.

Besser ein Hab ich, denn zehn Hätte ich.

Besser ein halbes Brot, denn gar keines.

Besser ein halbes Ei als eine leere Schale.
Besser ein halbes Ei als gar keins.
Besser halb Ei, als eitel Schale.
Es ist besser ein halbes Ei als gar keins.
Es ist besser ein halbes Ei als eine ledige Schale.
(Vergleichbares oft gebrauchtes englisches Sprichwort: „Half a loaf is better than no bread.“ (Ein halber Laib ist besser als kein Brot.) Das bedeutet, oft ist es vorteilhafter, sich mit einem kleinen Gewinn zu begnügen, als den kleinen Gewinn mit der unbegründeten Hoffnung auf einen möglicherweise großen nichts zu bekommen. So ist es besser, kleine Zahlungen von einem sonst insolventen Schuldner zu nehmen als die ganze Forderung zu verlieren.
Aus den verschiedenen Variationen dieses Sprichwortes machte Wander vier Sprichwörter, unter anderen die Eigenschöpfung unter Ei Nr. 90: „Ein halbes Ei ist besser als eine ganze Schale.“)

Besser ein junges Kind lerne im Haufen, denn daheim im Hause allein.

Besser ein kleiner Fisch als gar nichts auf dem Tisch.

Besser ein kleiner Zorn denn ein großer Schaden.
Besser kleiner Zorn, denn großer Schaden.

Besser ein Lappen denn ein Loch.

Besser ein lebender Hund als ein toter Löwe.
Besser ein lebendiger Hund, denn ein todter Löwe.
Ein lebendiger Hund ist besser als ein toter Löwe.
(Sprichwort aus der Bibel, Der Prediger Salomo 9, 4: Lutherbibel 1545: „Denn bey allen Lebendigen ist das man wündscht, nemlich hoffnung, denn ein lebendiger Hund ist besser weder ein todter Lewe.“ Lutherbibel 1912: „Denn bei allen Lebendigen ist, was man wünscht: Hoffnung; denn ein lebendiger Hund ist besser denn ein toter Löwe.“ Lutherbibel 2017: „Denn wer noch bei den Lebenden weilt, der hat Hoffnung; denn ein lebender Hund ist besser als ein toter Löwe.“)

Besser ein lebendiges Wort als hundert tote.

Besser ein magerer Herr, denn ein fetter Knecht.

Besser ein Mahl geteilt, als ein Mahl verfehlt.

Besser ein Mann, der Gelds bedarf, denn Geld, das eines Manns bedarf.
Besser ein Mann ohne Geld als Geld ohne Mann.

Besser ein Mensch sterbe, als das ganze Volk verderbe.

Besser ein Rausch denn ein Fieber.

Besser ein reicher Bauer denn ein armer Edelmann.

Besser ein sauersehender Freund als ein süß lächelnder Feind.
Besser sauersehender Freund, denn lachender Feind.

Besser ein Schädel als ein Schaden.
Besser ein Schädlein, als ein Schade.
Besser ein Schadel, denn ein Schaden.
Besser ein Schädlin, dann ein Schad(en).
Besser ein Schädlein, dann ein schaden.
Es ist ja besser ein Schedlein denn ein Schade.
(Je nach Zeit und Aussprache ist aus einem kleinen Schaden ein Schädlein, Schädlin, Schadel oder bei Simrock zum Schädel geworden. Da die Sammlung von Simrock am weitesten verbreitet ist und jegliche Erklärungen fehlen, können dieses und andere Sprichwörter falsch oder gar nicht verstanden werden. Bei diesem Sprichwort ist der Schädel kein Kopf, sondern ein kleiner Schaden, der besser ist, als wenn es erst ein großer Schaden werden würde.)

Besser ein Spatz im Hafen*15 als gar kein Fleisch.
(Ähnlich wie. „Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“)

Besser ein Trunk Wasser zur Zeit, als ein Kelch voll Malvasier zur Unzeit.
(Malvasier = nach dem italienischen Namen Malvasia für die griechischen Stadt Monemvassia für einen likörartig süßen und schwerer Weißwein, der von dort kommt.)

Besser ein Übel als zwei.

Besser ein Vogel im Netz als zehn in der Weite.
Besser ein Vogel in der Hand als zehn am Strand.
Ein Vogel im Korb ist besser, als hundert in der Luft.
Ein Vogel in der Schüssel ist besser als zehn in der Luft.
(Auch andere deutsche Sprichwörter mit gleicher Bedeutung:  Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. und andere. Ähnliche Sprichworte mit gleichem Sinn gibt es in vielen anderen Ländern. Das Sprichwort bedeutet, man sollte mit dem wenigen, das man sicher hat und dem man auskommt zufrieden sein und sich nicht mehr und Besseres wünschen, was aber unerreichbar ist.)

Besser ein Vorsorger denn ein Nachsorger.

Besser ein wenig mit Vergnügen, als viel mit Begierden.

Besser ein wenig schelten als viel Herzeleid.

Besser ein witziger Narr, als ein närrischer Witzling.

Besser eng und wohl, denn weit und weh.

Besser erhalten als vorbehalten.

Besser Esel treiben als selber Säcke tragen.
Es ist besser, den Esel treiben, als selber Säcke tragen.
Es ist besser einen faulen Esel treiben, als das Holz selber tragen.

Besser, es fresse mich ein Wolf als ein Schaf.
Besser ists, es fress einen ein Wolf dann ein Schaf, so tut das kiefen nicht so wehe.
Es fress mich lieber ein Wolf, denn ein Schaf, tut einem das kiefen nicht wehe.
Es ist besser vom Wolf gefressen als vom Schaf so tut einem das kiefen nicht so wehe.
Man lässt sich lieber vom Wolf fressen als von Schafen, so tut einem das kiefen nicht so wehe.
(Aus dem Altdeutschen: kiefen = nagen, mühsam kauen oder keifen, zanken;.Kiefen, Kieferbsen = grüne Erbsen in Schoten; Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird.)

Besser essen, was man hat, als sagen, was man weiß.

Besser etwas als nichts.

Besser Fliegen gefangen als müßiggegangen.

Besser frei in der Fremde als Knecht daheim.

Besser freundlich versagen als unwillig gewähren.
Besser freundlich versagen als unwillig zugeben.

Besser Frieden bei Brot und Salz, als Streit bei Braten und Schmalz.

Besser früh bedacht, denn spät bereut.

Besser gar nicht Arzneien, als sich damit kasteien.

Besser geleiert als gar gefeiert.

Besser genährt als gelehrt.

Besser gerannt als verbrannt.

Besser geschwiegen, als übel gesprochen.

Besser geschworen als verloren.

Besser gesunder Tagelöhner, wie kranker König.

Besser gewisser Frieden als ungewisser Sieg.

Besser gottlos denn ehrlos.

Besser Gunst, denn Gabe.
Die Gunst ist besser als die Gabe.

Besser gutes Alter, als böse Jugend.

Besser gut geschritten, denn schlecht geritten.

Besser gutlos denn ehrlos.
Gutlos ist besser denn ehrlos.

Besser haben als hoffen.

Besser halb Ei als eitel Schale.

Besser hartes Brot als gar keins.

Besser hart geblasen als den Mund verbrannt.
Besser fort geblasen als den Mund verbrannt.
Es ist besser hart geblasen, als das Maul verbrennt.

Besser heimlicher Schaden, als offene Schande.

Besser heiß gepustet als das Maul verbrannt.

Besser heute als morgen.

Besser heute ein Ei als morgen ein Küchlein.
Es ist besser heute das Ei, als morgen die Henne haben.
(Ein wohl bekanntes Sprichwort, das bei Simrock 1846 mit Küchlein (Küken) zu finden ist, 1685 bei Winckler waren es schon Hennen. Bis 1870 sind bei Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon schon 5 Sprichwörter aus dem einen Ei geschlüpft: Unter dem Stichwort Besser Nr. 217, Ei Nr. 26, Heute Nr. 3 und 117 und Hühnlein Nr. 4, mal ohne, mal mit fremden Sprachen oder falschem Text als Quelle. Das obere steht bei Simrock (1846) und Eiselein (1840), das unter (1685) bei Winkler. Wander macht daraus zusätzlich noch: „Besser heut' ein Ei, als morgen ein Huhn.“, „Besser heut ein Ei als morgen eine Henne.“, „Lieber heute ein Ei, als morgen eine Henne.“, „Ein Hühnlein heut' ist besser als morgen eine Henne.“)

Besser heute einen Groschen, als morgen einen Gulden*13.

Besser hinter sich, als unrecht vor sich gehen.

Besser ichts denn gar nichts.
Besser ichts, denn nichts.
(ichtwas, abgekürzt ichts = veraltet für etwas)

Besser im Vogelgesang als (denn) im Eisengeklang.
(Vögel singen in der Natur in Freiheit, wenn man aber Eisen klingen hört, waren es meist die Waffen der Kriegsknechte oder man lag im Kerker in Eisen, beides keine guten Umstände.)

Besser in deinen Topf als in des Nachbars Kropf.


Besser in den Reisern als in den Eisern.

Besser in der Jugend gelitten und gezüchtigt, denn im Alter.

Besser in der Tasche kein Geld, als ohne Freund in dieser Welt.

Besser in der weiten Welt als im engen Bauch.

Besser in die Faust als ins Gesicht lachen.

Besser in die weite Welt, wie in den engen Bauch.

Besser in Dorn und Disteln baden, als mit falschen Zungen sein beladen.

Besser in Häusern als in den Reisern.

Besser ist besser.

Besser ist betteln als gefährlich aufborgen.
(Das Sprichwort steht bei Florilegium Politicum von Christoph Lehmann aus dem Jahr 1662, Seite 122, Nr. 8. Johann Wolfgang von Goethe verkürzte es für ein kurzes Gedicht auf „Besser betteln als borgen.“, veröffentlicht in seinen Zahmen Xenien IV., das Wander und andere, die von ihm abschrieben, fälschlich als Sprichwort aufführen.)

Besser ist ein offenbarer Feind, als ein meuchlerischer ungetreuer Freund.
Besser ist ein offener Feind als ein schmeichlerischer Freund.
Besser offener Feind als zweideutiger Freund.
Ein offenbarer Feind ist besser als ein falscher Freund.
Ein tückischer Freund ist schädlicher, denn ein öffentlicher Feind.
Offener Feind ist besser als zweideutiger Freund.
Öffentliche Feinde sind besser denn Heuchler.
Lieber ein offenbarer Feind als ein Freund mit zwei Angesichtern.

Besser ist gelitten, als lang' gestritten.

Besser ist Gnade denn Recht.

Besser ist Hundes Freundschaft, denn Feindschaft.

Besser Kampf als den Hals entzwei (gebrochen).

Besser kann man zur Tür eingehen als zum Türlein.
(Laut Christoph Lehmann (1630) hat man dies zu bedenken, bevor man eine Witwe heiratet.)

Besser karg als arg.

Besser kaufen als betteln.


Besser Kittel als Titel.

Besser den Kittel als den Titel.

(Sprichwort oder Übersetzung eines lateinischen Spruchs oder Ergebnis eines  Wortspiels und Buchstabenscherzes? Bei Wander steht der Spruch unter  Kittel Nr. 1 mit Eiselein Seite 597 als Quelle und als Vergleich  lateinisch „Vitulum, non titulum“ mit Binder II, 3585 als Quelle. Bei  Eiselein steht es unabhängig voneinander in zwei Zeilen: „Besser Kittel, als Titel! Volksmund“ und „Er ist zufrieden titulo pro vitulo.  Volksmund“. Bei Binder Nr. 3585: „Vitulum, non titulum. Eiselein p. 597. Besser den Kittel als den Titel.“ Damit sagt Binder, das er bei  Eiselein abgeschrieben hat, aber den lateinischen Spruch leider falsch.  Dagegen hat Simrock unter Nr. 10339 mit „Er ist zufrieden titulo pro  vitulo.“ buchstabengetreu bei Eiselein abgeschrieben. Hundert Jahre  später hat Hans Weis 1952 in seinem Buch „Jocosa: Lateinische  Sprachspielereien“ den lateinischen Spruch auf Seite 15 ebenfalls  aufgeführt, im Kapitel „Wortspiele und Buchstabenscherze“. Diese  sogenannte Paronomasie (Wortspiel lautlich gleicher od. ähnlicher  Wörter) verändert nur durch Änderung von einem Buchstaben die Bedeutung  des sonst gleichklingenden Wortes.

In den letzten 300 Jahren tauchen beide lateinischen Worte in  abwechselnder Reihenfolge, mal mit non, mal mit pro dazwischen, immer  mal wieder auf, teilweise im Zusammenhang mit anderen Wörtern: „Nihil  non fecit quô, folo Titulo, non Vitulo, ab alijs“ und „ nullum habet  justum vitulum, non titulum venditionis“ oder „Scires vitulum, non  titulum curari“. Die deutschen Versionen „Besser Kittel als Titel.“ und  „Er ist zufrieden.“ tauchen seit 1840 nur in einigen wenigen  Sprichwörtersammlungen auf, aber nicht anderswo als Sprichwort  gebraucht. Friedrich Seiler übersetzt und erklärt in seinem Buch  „Deutsche Sprichwörterkunde“ im Jahr 1922 auf Seite 25 mit „Vitulum, non titulum (lieber Kalb als Titel; ein gutes Einkommen ist mehr wert als  ein großer Titel)“ die lateinischen Worte wohl besser als alle anderen  vor ihm. Also doch kein Sprichwort, sondern ein lateinisches Wortspiel,  meist unzutreffend übersetzt.)


Besser klein ein Herr als groß ein Knecht.

Besser kleiner Herr als großer Knecht.


Besser klein Unrecht gelitten als vor Gericht gestritten.


Besser kommt selten nach.


Besser Krieg versucht denn Hals ab.


Besser man esse die Milch, als die Kuh; die Trauben, als den Stock.


Besser Manns Bosheit, denn Weibs falsche Frömmigkeit.


Besser mit den Füßen gestrauchelt als mit der Zunge.

Es ist besser mit dem Fuße, als mit der Zunge stolpern.

Es ist besser mit dem Fuße gleiten, als mit der Zunge.

Lieber mit den Füßen gestrauchelt als mit der Zunge.


Besser mit einem bösen Weibe in der Ehe gelebt, denn mit einer frommen Hure in Unzucht.


Besser mit einem Wolf streiten, denn mit einem gebarteten bösen Weibe.


Besser mit gutem Gewissen in Gefahr und Ungnade, dann mit bösem Gewissen in frieden und Gnade leben.


Besser mit Schaden als mit Schanden klug werden.

Besser mit Schaden klug werden, als mit Schande.


Besser Mittel als Titel.


Besser mit wenig Frommen und Guten wider viel Bösen streiten, denn mit viel Bösen wider wenig Guten.

(Ein Sprichwort, das ich aus der letzten Zeit in Verbindung mit Nachbarn und Behörden bei der Planungen zum A7-Ausbau in Hamburg voll bestätigen  kann.)


Besser müßiggegangen, als übel gewerkelt.

Besser müßiggehen, als nachlässig arbeiten.


Besser müßiggehen, als nicht arbeiten.


Besser Nachbar an der Wand als Freund und Bruder über Land.

Guter Nachbar an der Wand ist besser wie Bruder (Freund, Vetter) über Land.

Ein guter Nachbar ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Ein Nachbar ist besser in der Nähe, denn ein Bruder in der Ferne.

Guter Nachbar ist besser als Bruder in der Ferne.

(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 27, 10: „Ein  Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.“)


Besser nachgeben, als zu Schaden kommen.


Besser Neider als Mitleider.

Lieber Neid, denn Mitleid.

Lieber Neider, denn Mitleider.

Neider sind besser als Mitleider.

Besser zu beneiden, als zu erbarmen.


Besser nicht anfangen denn erliegen.


Besser nicht ausgegangen als auf halbem Wege stehen geblieben.


Besser nichts als gar nichts.

Besser nichts denn gar nichts.


Besser nichts geben als geraubtes Almosen.


Besser nichts lernen, denn bös lernen.


Besser nicht unterstehn, denn mit Schad und Schand ablehn.


Bessern ist oft bösern.


Bessern und bösern steht in gleicher Waage.


Besser offener Krieg als vermummter Friede.


Besser oft und wenig essen, denn einmal sich gar überfressen.


Besser ohne Abendessen zu Bette gehen, als mit Schulden aufstehen.


Besser ohne Geld, als ohne Freund sein.

Besser ohne Geld, denn) ohne Freund leben.


Besser ohne Kinder sterben, denn gottlose Kinder haben.


Besser ohne Mann, denn ohne Gott leben.


Besser recht Nichts denn unrecht Was (etwas).


Besser redlicher Krieg denn elender Friede.


Besser Roggenbrot als der Hintern blut.


Besser rote Augen, als ledige Lucken.

Es ist besser rote Augen, denn ledige Gruben.

(Mit den Lucken und Gruben sind die Augenhöhlen gemeint. Wenn sie ledig  sind, befinden sich darin keine Augen, das bedeutet, man ist blind.  Besser die Augen sind rot vom Weinen oder anderem, heute oft durch  Heuschnupfen und Allergien, als das man Blind ist.)


Besser Schad, denn Schand oder schändlicher Gewinn.


Besser scheel*28 denn blind.


Besser Scheu denn Reu.


Besser schielen als blind sein.

Besser Schielen, als gar blind.


Besser schlichten als richten.


Besser schnell gestorben als langsam verdorben.


Besser schweigen, denn viel schwätzen.


Besser schweigen und gut denken, denn mit reden einander kränken.


Besser selig gestorben, denn mit Unrecht groß Gut erworben.


Besser sitzen, bei einem der lügt, als bei einem der gar stillschweigt.

(Diese Meinung des alten Sprichworts kann ich nicht teilen. Das Schweigen kann tausend gute Gründe haben, Lügen dagegen keinen.)


Besser spät als gar nicht.

Besser spät als nie.

Besser spät, als nimmer.

Es ist besser langsam, als nimmer.


Besser sterben, denn betteln.


Besser stolz am irdnen Topfe als demütig am goldnen Tisch.


Besser stumm als dumm.


Besser Teuerkauf, als nichts feil.

(Die Lieferengpässe der Wirtschaft im Jahr 2022 bestätigen dieses über 500 Jahre alte Sprichwort.)


Besser tot denn friedlos.


Besser totgefressen als totgefochten.


Besser trauern, denn lachen.

(Eindeutig falsch, aber leider manchmal nicht zu vermeiden.)


Besser trinken von einer Fliege, als von einem Weidenblatt, denn das fällt ins Wasser, eine Fliege wohl in gutem Bier oder Wein liegt.


Besser: trink' Wein und erwirb, als: trink Wasser und verdirb.


Besser tun, was man nicht will, als tun, was man nicht soll.


Besser übel bekleidet, denn gar nackt.


Besser über eine Eselsbrücke, als gar nicht weiter kommen.

(Da Esel sich oft weigern, auch kleine seichte Bäche zu überqueren, baute man ihnen sogenannte Eselsbrücken, die dem Esel den Eindruck von Sicherheit vermittelten. Ob sie sicher, zuverlässig oder dauerhaft waren, war unerheblich, nur der äußere Eindruck war wichtig. Durch Ausbau der Verkehrswege und Rückgang von Eseln als Transportmittel sind solche Eselsbrücken nicht mehr notwendig. Eselsbrücken sind heute Merksprüche zum Einprägen von Informationen, die man sonst vergessen würde.)


Besser umgekehrt, als unrecht gefahren.

Besser umkehren, als unrecht gehen.

Besser umkehren als irregehen.

Besser umkehren denn fehlgehen.


Besser unbegonnen, als unvollendet.


Besser uneins sein, denn unchristliche Einigkeit machen.


Besser ungelehrt und verständig, als hochgelehrt und unverständig.


Besserung ist niemand verboten.

Besserung oder besser zu machen ist niemand verboten.


Besser Undank mit Wahrheit, als Dank mit Lüge.


Besser Unrecht leiden, als Unrecht tun.


Besser unter der Bank mit Ruhe, denn darauf mit Unruhe.

Es ist besser unter der Bank ruhen, als auf der Bank mit Unruhe.


Besser unter Raben, denn unter Schmeichler geraten, die die Lebendigen fressen.


Besser verachtet, denn gefürchtet, wie man Tyrannen fürchtet.


Besser verschämt im Gesicht, als leichtfertig im Herzen.


Besser verwahrt als beklagt.


Besser viele Hirsche unter einem Löwen, denn viele Löwen, da ein Hirsch Obrist ist.


Besser vieler Leute Rat, denn eines Mannes Tat.


Besser viel wissen, denn viel reden.


Besser Vogelfangen als ganz stille sitzen.


Besser von der Straße geblieben, als irre laufen.


Besser von Wohltat, denn von Übeltat wegen leiden.


Besser vorbewahrt, dann nachbeklagt.

(Das bedeutet, vorher überlegen und vorsichtig Ruhe bewahren als nach einer unüberlegten Tat deren misslingen beklagen.)


Besser weichen als die Schlacht verlieren.


Besser weichen, als zanken.


Besser weite Freundschaft, denn nahe Feindschaft.


Besser wenig Gebratenes, als viel Rauch.


Besser wenig haben und werben, denn viel haben und verderben.


Besser wenig mit gutem Gewissen, denn durch Schalkheit viel an sich gerissen.


Besser wenig mit Liebe als viel mit Fäusten.

(Dieses Sprichwort könnte missverstanden werden! Es bedeutet nicht, dass man auf die Liebe verzichten sollte und sich alles lieber mit der Gewalt der Fäuste nehmen sollte. Richtig ist vielmehr, man sollte mit dem, was man mit Liebe bekommen kann, vorliebnehmen, auch wenn es etwas weniger sein sollte, als sich mit Gewalt mehr zu verschaffen. Am Ende wird man von dem wenigen mit Liebe mehr haben als von allem, was man mit Gewalt und Fäusten zusammengerafft hat.)


Besser werben, denn verderben.


Besser wohl hinter sich, als übel vor sich.


Besser zehn Kinder mit Ehren, als eins mit Unehren.


Besser zehn Manns Freundschaft, denn eines Manns Feindschaft.


Besser zehn Neider, denn ein Mitleider.


Besser zehn redlich machen als einen unredlich.


Besser zehn Schuldige lossprechen als einen Unschuldigen verdammen.


Besser zu früh als zu spät.


Besser zurück als übel vor.


Besser zur Unzeit, als nimmermehr.


Besser zu vermeiden, denn zu erbarmen.


Besser zu wenig, denn zu viel tun.

(In dem Buch „Colloqvia Oder Tischreden D. Mart: Luthers: So er in vielen Jaren, gegen Gelarten leuten, auch frembden Gesten, vnd seinen Tischgesellen gefůhret“ von Martin Luther im Verlag Gaubisch 1570 gedruckt wird auf Seite 436a dazu erklärt: „Da sprach D. Martin Luther, Bescheidenheit und Maßhalten ist eine große Tugend, so allzeit billig hoch gelobt ist. Aber schwerlich erlangt man sie, wie der weise  Isokrates sagt. Denn es ist schwer, das Mittel zu treffen. Es ist besser zu wenig, denn zu viel tun.“)


Besser zweimal fragen, als einmal irregehen.

Besser zweimal gefragt, denn einmal unrecht getan.


Besser zweimal messen als einmal vergessen.

Besser zweimal gemessen denn einmal und das Beste vergessen.


Bessrer Rat kommt über Nacht.


Beständigkeit hält Farb.


Besuch deine Freunde selten, sonst wirst du ein unwerter Gast bei ihnen.


Besuch ist wie Fisch: Am dritten Tage stinkt er.


Bete, als hülfe kein Arbeiten, arbeite, als hülfe kein Beten.


Bete fleißig, arbeite oft und viel, das sei dein Hund und Federspiel.


Beten gehört für die Pfarrer.


Beten ist kein Katzengeschrei.


Beten lernt man in Nöten.


Beten ohne Andacht, heißt dem Teufel ein Opfer gebracht.


Beten ohne Innigkeit ist verlorene Arbeit.


Beten und düngen ist kein Aberglaube.

(Dies ist ein Sprichwort, wenn auch nicht so verbreitet, obwohl Wander es in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon nur als Übersetzung eines plattdeutschen Sprichworts (Biäen un Düngen ies kein Abergläuwen.) aus Soest hinzufügt. Schon am 22. April 1837 steht es auf der 1. Seite des Wochenblattes für Land- und Hauswirthschaft, Gewerbe und Handel, herausgegeben von der „Centralstelle des Landwirthschaftlichen Vereins“  in Stuttgart.)


Betet für den alten Bürgermeister, der neu würde noch schlimmer.


Bete und arbeite.

(Dieses Sprichwort ist der Ordensgrundsatz der Benediktiner. Er stammt erst aus dem Spätmittelalter und ist in der von Benedikt verfassten Regula  Benedicti nicht vorhanden. Quelle: https://de.wikiquote.org/wiki/Benedikt_von_Nursia)


Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Und wenn sie keine haben, dann reibe die dunkle, bis sie glänzt.


Betrübnis ist ein langsamer Tod und der Tod eine kurze Betrübnis.


Betrügen ist ehrlicher als stehlen.


Betrüger und Verlogene zahlen mit den Fersen.

(Das bedeutet, Betrüger und Lügner müssen weglaufen und fliehen, wenn sie ertappt werden, das bedeutet sie müssen Fersengeld geben, um nicht gefangen und bestraft zu werden. Früher wurden Vorsilben in Worten oft weggelassen, so steht dieses Sprichwort in alten Sammlungen oft als: „Trieger (oder Trüger) und Verlogne zahlen mit den Fersen.)


Betrug hat Jacobs Stimme und Essaus Hand.


Betrug ist der Krämer Acker und Pflug.

Betrug ist der Krämer Wagen und Pflug.


Betrüglicher Handel ist jetzt aller Welt Sitte.

(In der Entstehungszeit dieses Sprichwortes im Mittelalter gab es noch kein Internet wie heute, Betrug im Handel gab es trotzdem. Je nach Handel und desen Wege ändert sich auch der Betrug, der sich immer der jeweiligen Umgebung anpasst und neu erfunden wird und sich immer mehr dem Onlinehandel folgt.)


Betrüglich lästern und Wort verkehren schändet manchen Mann an Leib und Ehren.


Betrug nimmt jetzt sehr überhand in alle Land.


Betrug und List haben kurze Flügel.


Betrug währt nicht länger als der Soldaten Hoffart und der Witwen Andacht.


Bettelbrot, (ein) teuer Brot.

(Das bedeutet, das Bettelbrot kostet Scham, Schimpf und Schande.)


Bettelei schmeckt wohl einem unverschämten Maul.


Bettel hat einen langen Zettel.

Bettel hat langen Zettel: man trägt aller Welt Garn darin.

Der Bettelsack hat einen langen Zettel, man trägt aller Welt Garn darein.


Bettelleute sind Sommer Vögel und nicht ein Storch, der ein Federpelz anhat.


Betteln heißt Armut verzetteln.


Betteln ist besser als stehlen.


Betteln ist ein Orden, darin viel zu Herrn sind worden.


Betteln ist keine Sünd noch Schand, den nicht ernähren kann, seine Hand.


Betteln tut niemand weh.


Betteln und Appellieren steht jedermann frei.


Betteln und Brotheischen geht in einen Sack.


Betteln verdirbt niemand, man wird aber sein unwert.


Betteln viele in einen Sack, so wird er bald voll.


Bettelsack hat ein gähnend Maul.


Bettelsack ist bodenlos.


Bettelsack sagt, ich habe nie genug.

Bettelsack sagt nie, ich hab genug.

Bettelsack ward nie voll.


Bettelsack steht allzeit leer.


Bettel und Geiz kann niemand erfüllen.


Bettest du dir gut, so liegst du gut.


Bettler beschmeißen alle Land.


Bettler fasten selten.


Bettler sind Freiherrn.


Bettlers Säcke haben keinen Boden.


Bettler und Krämer sind nie vom Wege ab.

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