Das Haar von den Toten muss oft den Lebendigen ein neues Leben geben.
Das hab ich schon gewusst, als meine Schuhe noch drei Sechser kosteten.
Das hab ich schon längst an den Schuhen abgelaufen.
(Das bedeutet, die Sache ist alt, man weiß es längst.)
Das Halbe ist oft besser als das Ganze.
Das hält Stich wie der calvinsche Glaube.
Das Handwasser ist das süßeste.
Das hängt aneinander wie Speuzel und Papier.
(Speuzel = Speichel, Spucke; speuzeln, speuzen, speyen, spürtzen, spützen, speuteln, spützeln, speien, spucken)
Das hat er nicht aus den Fingern gesogen.
Das hätten wir gehabt, sagte Hans, als er seinen Vater begrub.
Das Haupt mit der Zunge ist gedoppelten Wertes.
(Eins der Sprichwörter, die im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quelle stehen (Haupt Nr. 9), aber trotzdem deutsche Sprichwörter sind. Nur statt des gedoppelt steht bei ihm ein einfaches doppelt. Dieses steht unter Nr. 600/77 in der Sammlung von Paul Winckler aus dem Jahr 1685.)
Das Haupt ohne Zunge ist nicht eines Riemens wert.
Das Haupt regiert, nicht die Füße.
Das Haus brennt ihn.
(Das bedeutet, er ist nicht gern zu Hause.)
Das Haus hat einen Giebel.(Das bedeutet, die Sache ist klar, fertig, in Ordnung.)Das Hauswesen ist übel bestellt, wo der Rocken*28 über dem Degen hängt.(Das bedeutet, früher galt es als schlecht, wenn die Frau das Sagen hat und der Mann sich unterordnen muss. Etliche Männer meinen das heute auch und benehmen sich entsprechend. Die Folgen daraus sind dann noch viel übler. Um das Übel auszuschließen, sollten sich alle vor Gründung eines gemeinsamen Hauswesens über die gerechte Verteilung der Kompetenzen einigen, und danach auch unbedingt daran halten.)Das heilige Dukatenkreuz will jeder tragen, aber Gottes Kreuz ist jedem zu schwer.
Das Heil steht in Gottes Hand.Das heißt Ablass gen Rom tragen.Das heißt dem Dreck eine Ohrfeige geben.
Das heißt dem Teufel das Pferd zu Hof reiten.Das heißt einem Tauben ins Ohr geraunt.Das heißt einen Mohren weiß waschen.
Das heißt ein gut Handwerk, das ehrt und nährt, das speist und kleid.
Das heißt Schmer von der Katze kaufen.(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett (bes. beim Schwein).)
Das heißt tauben Ohren predigen.Das Hemd ist einem näher als die Hose.Das Hemd ist mir näher als der Rock.
Das Hemd liegt keinem so hart an, er kanns ablegen, wenn er will.
Das Herz auf der Zunge haben.(Der Ursprung für dieses und ähnliche Sprichwörter ist in der Bibel. Jesus Sirach , Lutherbibel 2017, 21, 26: Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge, aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. Lutherbibel 1912 (1545), 21, 28 Die Narren haben ihr Herz im Maul; aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. (Dje Narren haben jr Hertz im maul, Aber die Weisen haben jren mund im hertzen.) Es bedeutet im Negativen, geschwätzig sein, alles gleich ausplaudern, auch Geheimnisse oder Beleidigungen. In seiner positiven Bedeutung heißt es, offenherzig und ehrlich zu sein.)Das Herz denkt oft viel anders, als der Mund redet.Das Herz denkt oft anders, als der Mund redet.(Die obere Form ist die alte vor Jahrhunderten gebrauchte Version. Die untere Version ist die heute am meisten gebrauchte, andere Zusammenstellungen mit weiteren Inhalten sind möglich. Das Sprichwort meint den Lügner, der die Wahrheit kennt und trotzdem lügt. In der Evangelischen Schulkunde schreibt Friedrich Wilhelm Schütze 1876 auf Seite 670: „Beim Lügner denkt das Herz anders, als der Mund redet; er redet aus einem falschen Herzen. Daher sagt die Bibel vom Lügner, das er zwei Herzen habe und mit zwei Herzen rede.“ Im Buch „Lehr- und Mahnworte, der christlichen Jungfrau an's Herz gelegt“ dehnt es Michael Liedl 1878 auf Seite 116 auf die Schmeichler aus: „Wer euch schmeichelt ins Angesicht, sagt euch eine offene Lüge in das selbe hinein , weil das Herz eines Schmeichlers immer anders denkt, als der Mund redet.“)Das Herz im Wein, die Gestalt im Spiegel.
Die Gestalt im Spiegel, das Herz im Wein.
Die Gestalt sieht man im Spiegel, aber das Hertz sieht man im Wein.
Die menschlich Gestalt sieht man im Spiegel, aber das Herz im Wein.
Im Spiegel äuß'rer Schein, das Herz erscheint im Wein.
Im Spiegel sieht man die Gestalt, im Wein das Herz.
Wie im Spiegel die Gestalt sieht man das Herz im Wein.
(Auch anderer, ähnlicher Wortlaut möglich.)
Das Herz ist ein Papier, das durchschlägt.
Das Herz ist ihm in die Hosen gefallen.
Das Herz ist reich oder arm, nicht die Kiste.
(Mit der Kiste ist der Geldkasten gemeint. Der wahre Reichtum eines Menschen ist in seinem Herzen, das entscheidet, ob ein Mensch wertvoll ist oder nicht. Auch ein reicher Millionär kann menschlich arm sein.)
Das Herz ist, wo der Schatz ist.
Das Herz lügt nicht.
Das Herz schlägt den Mann.
Das hieße Wasser in den Rhein tragen.
(Das bedeutet, etwas Überflüssiges oder Unnötiges zu tun. Heute ist das alte Sprichwort nicht mehr uneingeschränkt gültig. In den letzten trockenen Jahren ab 2018 wäre das zeitweise notwendig gewesen, aber aus Wassermangel unmöglich. Wegen der seit über 100 Jahren heißesten und trockensten Jahre führte der Rhein so wenig Wasser, das die Schiffart teilweise zum erliegen kam. Waren mussten statt auf Schiffen mit Lkws transportiert werden, was die Preise erheblich steigen ließ und den Klimawandel zusätzlich beschleunigte.)
Das Himmelreich gehört den Gänsen nicht zu.
Das Hirn ist nicht wie die Stirn.
Das Hirn sieht man nicht an der Stirn.
Das Hirn liegt ihm nicht recht.Das Hofleben ist nichts anderes als eine Schwitzbank.Das Holz ist gut, wenn es nur zum rechten Zimmermann kommt.Das Holz muss pfleglich gehalten werden.(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, man muss mit der Natur und dem Wald pfleglich umgehen und soll nichts verwüsten. Schon 1858 hat Hillebrand in seiner Rechtssprichwörtersammlung bei diesem Sprichwort (Seite 60, Nr. 87) auf die notwendige nachhaltige Forstkultur hingewiesen, ebenso 1716 Pistorius (Seite 369 Nr. LXIV).)Das Huhn legt gern ins Nest, worin schon Eier sind.Das Ich und Mich, das Mir und Mein regiert in dieser Welt allein.Ich und Du, Mein und Dein, machen die größten Händel in der Welt.Da sind Freiheit und Privilegien verloren und nicht ein Mückendreck wert, da ein Herr darf tun, was ihm gelüst.Das Interim hat den Schalk hinter ihm.Das ist, als wenn der Teufel einen Betteljungen kriegt.Das ist böser Reichtum, davon der Arme kein Teil hat.Das ist Butter an den Galgen.Das ist das Ende vom Lied.Das ist das Gesetz und die Propheten!Das ist der ärgste Glaube, der nichts glaubt, als was ihm gefällt.Das ist der beste Fuhrmann, der auf engem Wege fährt.Das ist der Katz den Käs anvertraut.
Das ist der Katzenorden, dass sie die Mäuse ermorden.
Das ist der rechte Salat für das Maul.Das ist der Stein des Anstosses.
Das ist der Welt ein lieber Mann, der alles zum besten deuten kann.
Das ist der Welt Sitt, Freude bringt trauern mit.
Das ist der Welt statt, tu mir gut's, ich tu dir Quad.
(Quad, Quade: Ein plattdeutsches Wort, das früher oft gebraucht wurde. Die Bedeutung konnte je nach Zusammenhang etwas variieren, bedeutete aber immer etwas Schlechtes oder Böses: dat Quaad, auch: Quade: das Böse, die Niedertracht, die Plage, die Schlechtigkeit, das Schlimme, das (sittlich) Schlechte, das Übel. de Quaad, auch: Quade, Mehrzahl: de Quaden: der Böse, der Schlechte, Missetäter, der Teufel, der Dämon.)
Das ist der Welt verkehrter Lauf, dass man nur will Sterne an Himmel setzen und Holz in Wald und Wasser in Rhein tragen.
Das ist die alte Leier.Es ist die (ein) alte Leier, ein versungen Liedlein.Es ist immer die alle Leier.(Das bedeutet, es ist immer dasselbe Alte, derselbe einförmige Gesang, das alte Lied, dieselbe alte und bekannte Sache oder Klage, aber nie etwas Neues.)Das ist die beste Kunst, wer aus einem Taler*34 über Nacht zwei oder drei kann machen.Das ist die Braut, darum man tanzt!Das ist die Braut, um die man tanzt.(Bei Wander beide Variationen als je ein Sprichwort unter Braut Nr. 6 und *57. Das bedeutet, früher versuchte man, den Brautkranz zu entwenden, um zu erkennen, wer als Nächstes heiraten würde. Heute wirft die Braut oft den Brautstrauß und jede versucht ihn wegen dieser Bedeutung zu fangen. Eigentlich sollte die Braut aber unabhängig von allem die Hauptperson auf einer Hochzeit sein.)Das ist ein ander Korn, sagte der Müller, da biss er auf Mäusedreck.Das ist ein ander Korn! hat die Müllerin gesagt, als sie auf Mausbollen gebissen.Das ist ein ander Korn, (sagt Mehlhorn).Hätt's nicht geglaubt: Das ist ein ander Korn.
Das ist ein böser Falke, der etwas zu fangen ausgeflogen und nicht wiederkommt.
Das ist ein böser Rat, der auf Krieg gerichtet ist.(Dieses Sprichwort ist schon in der Sammlung von Christoph Lehmann aus dem Jahr 1630 (Seite 444, Nr. 147) dokumentiert. Die auch heute gültige Aussage beweist der Rat Putins, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 zu beginnen. Die Bosheit zeigt sich in den Folgen von Putins beabsichtigten Eroberungskrieg, den in Russland keiner beim richtigen Namen nennen darf. Das Böse daran erkennt man an den allen international anerkannten Verträgen, Regeln und Rechten widersprechenden und brechendem Angriff Putins auf die Ukraine. Weiter sind die täglich steigende Zahl der Toten und ermordeten Ukrainer sowie die immer weitere rücksichtslose und totale Zerstörung von zivilen Gebäuden und Infrastruktur ein Zeugnis der Bosheit des Krieges. Hinzu kommen die Millionen, die zur Flucht gezwungen Heimat und Familie verlieren. Zusätzlich verlieren nur noch in Tausenden zu zählenden toten russischen Soldaten, denen Putin ab September noch 300.000 unerfahrene einberufene Rekruten hinzufügen will. Etwas Böseres als das Unglück und den Tod so vieler Menschen durch Putins Krieg, ist im 21. Jahrhundert kaum zu finden.)Das ist eine Apotheker-Rechnung.(Dieses Sprichwort meint scheinbar überhöhte Rechnungen, die viel zu hoch erscheinen. Den Apothekern wurden schon zu früheren Zeiten überhöhte Preise vorgeworfen. Es wurde auch gesagt, sie nähmen immer 99 % Gewinn und nannte die Rechnungen Neunundneunziger.)Das ist eine böse Mutter, die das Kind mit dem Bad wegschüttet.
Das ist eine große Wollust*36, wer kein Lust zur Wollust*36 fühlt.Das ist eine harte Nuss.Das ist eine unnütze Furcht, wer fürcht, was er nicht meiden kann.Das ist ein fauler Bauer, der Fleisch vom Metzger kauft und in seinen Schornstein hängt.Das ist ein frecher Teufel, der sich am hellen Tag lässt sehen.
Das ist ein guter Hund, der einem Wild nachjagt.
(Heute gilt das nicht mehr wie zur Entstehungszeit des Sprichworts im 17. Jahrhundert, sondern nur noch für Jagdhunde auf Befehl, für alle anderen ist heute das Gegenteil richtig.)
Das ist ein guter Tag, an dem man sich eines Narren entblößt.
Das ist ein guter Schiffmann, der auch mit bösem Wind kann fahren.
Das ist ein heißes (teures) Pflaster.Das ist ein kölnisch Gebot!Das ist ein Nagel zu seinem Sarg.Das ist ein Narr, der fünf Füße am Kalbe sucht.Das ist ein närrisch Schaf, so sich dem Wolf vertraut (dem Wolf anvertraut).Das ist ein nichtswertiges Weib, die in ihres Mannes Weiher fremde Fische lässt setzen.(Das Sprichwort meint eine Frau, die sich mit fremden Männern einlässt.)Das ist ein rechter Hecht.Das ist ein rechter Held, das sind Heldentaten.Das ist ein schlimmer Koch, der erst den Löffel sucht, wenn der Hafen*15 (Topf) schon überläuft.Das ist ein Spott auf die Ware.Das ist ein stattlich Exempel, wenn einer von andrer Leute Schaden witzig wird.Das ist ein Stück, sagte Beckmann, da saß er mit der Ziege auf dem Dache.Das ist ein Tropfen auf einen heißen Stein.Es hilft so viel wie ein Tropfen auf einen heißen Stein.Nur ein Tropfen auf den heißen Stein. (Dieses Sprichwort ist seit 200 Jahren auch in anderen Versionen im Zusammenhang mit anderen Inhalten verbreitet.)Das ist Esels Weisheit, der kommt auf kein Eis, darauf er einmal gefallen.
Der Esel kommt nicht leichtlich wieder aufs Eis, da er einmal gefallen ist.
Es ist Eselsweisheit, wieder auf das Eis zu gehen, auf dem man gefallen ist.
Das ist garstig, sagte die Eule, da sah sie ihre Jungen an.Das ist gehüpft wie gesprungen.
Das ist gewiss, dass man in allem Land hole Fass und Kübel find, dass alle Kübel und Kannen hohl sind.
Das ist gut, was jedermann begehrt.
Das ist gut zu wissen, was erbaulich ist zum guten Gewissen.
Das ist in den Sand geschrieben.Das ist Jägerlatein.
Das ist keine Ehre, wenn einer im bösen Weg vorn gehen soll.Das ist kein guter Ehrenkranz, wenn die Schande draus hervorguckt.Das ist kein Wachs.(Früher wurden in Zünften der Handwerker kleine Vergehen mit einer bestimmten Menge Wachs bestraft, die man bezahlen musste. Das Wachs wurde zu Kerzen verarbeitet, die bei Feiern der Zünfte verwendet wurden. Das Sprichwort bedeutet, das Vergehen war keine Kleinigkeit, es war so schwerwiegend, das eine Strafe in Form von Wachs nicht mehr ausreichte, die Schuld zu sühnen.)Das ist Küchen Latein.(Wander erklärt den Ausdruck Küchenlatein im Deutschen Sprichwörter Lexikon bei diesem Sprichwort mit: „Barbarisches, verdorbenes; auch für schlechten Ausdruck überhaupt.“ Adelung erklärt das Wort im Grammatisch-kritisches Wörterbuch 1793 - 1801: „ im Scherze, unreines barbarisches Latein, vermutlich so fern es ehedem in den Küchen der Klöster auf diese Art gesprochen wurde.“ Bei https://dewiki.de/Lexikon/Küchenlatein bedeutet Küchenlatein der „Einsatz von fehlerhaftem Latein oder unpassenden Übersetzungen bis hin zu absichtlichen Lateinimitationen.“ Danach gibt es noch andere Küchensprachen, beispielsweise Küchenenglisch in Werbung, Elektronik, sozialen Medien und neumodischen Berufsbezeichnungen mit vielen Ausdrücken, die kein normaler Mensch versteht.)Das ist mein Acker und mein Pflug.
Das ist mir eben, als wenn's in Rom donnerte.Das ist mir eine gemähte Wiese.Das ist mir ein gemähtes Wieslein.(Das bedeutet, es ist eine für mich erwünschte und gute Gelegenheit.)Das ist mit blauem Zwirn genäht.(Das bedeutet, es ist eine unhaltbare Behauptung.)Das ist nicht der beste Zimmermann, der viel Späne, noch der beste Schneider, der viel Flecken macht.Das ist Pestilenz mit Franzosen geheilt.Das ist recht Hudelmanns Gesind, das langsam schafft und trinkt geschwind.(Hudelmann = Lumpenmann, liederlicher Mann, ein auf Müßiggang, Faulheit und Kurzweil bedachter Mensch, hudelmanns Gesind = schlechtes Gesindel. Im 16. und 17. Jahrhundert oft vorkommendes Wort.)
Das ist redliche Ursache zum Krieg, wenn man sich wehren muss.
Das ist schändlich, sagte der Bauer, da (als) die Kuh ins Wasser schiss, das Land ist groß genug.Das ist schändlich: wenn die Kuh ins Wasser sch– und nicht aufs Land.Das ist schön, was den Leuten gefällt.(Ergänzung 1630 bei Lehmann: „nicht, was sonst schön ist.“)
Das ist seine schwache Seite.
Das ist so gewiss als das Amen in der Kirche.
Das ist Speck auf die Falle.
Das ist Tugend, dass man vor Tugend exerziert und nicht davon man disputiert.
Das ist, um des Kuckucks zu werden.
Das ist Wasser auf meine Mühle.
Das ist Wasser auf seine Mühle.
Ein jeder führt das Wasser auf seine Mühle.
Es will ein jeder gern das Wasser auf seine Mühle richten.
Jedermann richtet das Wasser auf seine Mühle.
Jedweder führt das Wasser auf seine Mühle.
(Die obere Version mit „meine“ steht so 1846 in der Sammlung von Simrock. Leider hat er falsch aus den Sammlungen von Braun (1840) und Körte (1837) abgeschrieben, denn bei beiden steht „seine Mühle“. Dies scheint die ältere damals und auch heute die verbreitetste Version zu sein. Mit „seine“ findet beispielsweise Google über 2000 Einträge, mit „meine“ dagegen nur 400 bis 500. Den Fehler von Simrock haben schon früher andere ebenfalls gemacht und so sind beide Versionen, je nach Situation, verbreitet. Dem trägt einzig Eiselein 1840 in seiner Sammlung Rechnung, in der er das Sprichwort mit „Das ist Wasser auf meine, seine Mühle!“ wiedergibt. Es bedeutet, bei einer Sache hat der andere (seine Mühle) einen Vorteil, mit „meine“ man selbst.)
Das ist wohl eine arme Maus, die nur weiß aus einem Loch hinaus.
Es ist eine arme Maus, die nur ein Loch hat.
Es ist eine schlechte Maus, die nur ein Loch weiß.
Es muss eine schlechte Maus sein, die nicht mehr als ein Loch weiß.
(Der Ursprung von diesem Sprichwort geht wahrscheinlich auf das Fabelepos Froschmeuseler (1595) von Georg Rollenhagen (1542–1609) zurück. Im Ersten Buch, der erste Teil, das III. Capitel: „Bröseldieb rühmet sein Geschlecht und Weisheit.“ lauten die letzten 2 Verse: „Denn das ist eine arme Maus, die nur weiß zu einem Loch hinaus.“ Siehe auch: „Eine kluge Maus hat mehr als ein Loch.“)
Das ist wohl ein stolzes Pferd, das nicht sein eigenes Futter tragen will.
Das ist zum katholisch werden.
Man möchte katholisch werden.
(Das Sprichwort ist nach der Reformation infolge der Zwangsmittel entstanden, um Abtrünnig gewordenen zur katholischen Kirche zurückzuholen. Wer nicht dazu bereit war, wieder den katholischen Glauben anzunehmen, wurde vertrieben und brachte das Sprichwort mit. Es bezeichnete etwas, was deren Meinung nach zu weit ging oder ungerechtfertigt war.)
Da sitzt sie auf dem Mist: Nimm sie, wie sie ist.
Das Jahr bringt Getreide und nicht der Acker.Die Zeit bringt Frucht, nicht der Acker.Zeit bringt (alles) Getreide (nicht der Acker).Zeit bringt Korn und nicht der Acker.Das Jahr hat ein großes Maul und 'nen weiten Magen.Das Jahr hat ein weites Maul und großen Magen.
Das Jahr hindurch kann viel Wasser den Berg hinablaufen.
Im Jahr läuft viel Wasser den Berg hinunter.