Der Hehler ist eben als (wie) der Stehler.Der Hehler ist so gut (schlecht) als der Stehler.Der Hehler ist so gut und so wohl strafwürdig als der Stehler.Der Hehler ist wie der Stehler.Der Hehler so schlimm ist als der Stehler. Der Hehler und der Stehler sind ein Gumpisch.Es ist eben der Hehler wie (als) der Stehler.Hehler ist so gut wie Stehler.(In fast allen alten Sprichwörtersammlungen aller Jahrhunderte findet sich dieses Sprichwort in etlichen Varianten. Die Wortwahl unterscheidet sich etwas, der Sinn ist immer gleich: Stehler und Hehler sind gleichermaßen beteiligt und verdienen die gleiche Strafe. Früher wurden sie gehängt, heute bekommen sie zum Leidwesen mancher nur geringe oder gar keine Strafen. Wer dem Staat Milliarden stiehlt (mit Cum-Ex oder Cum-Cum Geschäften oder anderer undurchschaubarer illegalen Steuertricks), hält sich zudem für ehrenwert und guten Geschäftsmann und fühlt sich ungerecht behandelt. Der stielt nicht einem, sondern allen ehrlichen Bürgern viel Geld. Wer dagegen ein paar kleine Münzen oder als Verkäufer etwas verdorbene Ware mitnimmt, bekommt meist die Höchststrafe. Wo bleibt da die Gerechtigkeit? Einige Sprichwörter halten den Hehler auch für schlimmer, da der erst den Anreiz zum Stehlen gibt.)Der Hehler ist fauler als der Stehler.Der Hehler ist schlimmer als der Stehler.
Der Hehler macht den Stehler.
Der Heiligen Fegefeuer ist ihre tägliche Buße und Kreuz und das Absterben des alten Adams.Der Heiligen Gut hat der Wehre nicht.Der heilige Sebastian ist gut, sprach der Mönch: wie ich auch mit ihm teile, so schweigt er und ist zufrieden.Der Heireri sieht nit wohl, hört nit wohl und kann nit recht reden, drum muss er ein Pfarrer werden.Der heißt ein rechter weiser Mann, wer Nützliches, nicht viele Dinge kann.Der Helden oder großer Leute Kinder sind gemeiniglich eitel Plagen oder Landschaden.Der Heller*17 macht den Gulden*13 ganz.Der Henker ist ein scharfer Barbier.
Der Henker schlägt dem, so vor ihm ist, den Kopf ab und dräut denen, die hinter ihm sind.
Der Henker tut manchem weh, ein loser Schwätzer noch viel mehr.
Der Herd bleibt doch heiß, wenn schon das Feuer gelöscht ist.
(Das Sprichwort steht 1630 bei Lehmann (Seite 9, Nr. 65) im Kapitel „Alt, Alter“. Das bedeutet, alte Menschen sollte man trotz ihres Alters nicht unterschätzen, was an sichtbarer kraft scheinbar fehlt wird durch Erfahrung und Können ausgeglichen.)
In den älteren Sprichwortsammlungen und anderen Veröffentlichungen steht mal „Der Herrn“ und mal „Der Herren“ gleichwertig, je nach der damals üblichen Rechtschreibung.
Der Herren bitten ist gebieten.
Der Herren Gebot und ein irdener Topf währen oft beide gleich lang.
Der Herren Gnad ist gut, so man es mit Ehren haben kann.
Der Herren Güter sind nicht denen, die sie verdienen, sondern denen man sie gönnt.
Der Herren ist gut müßig gehen, sie scherzen nicht lang.
Der Herren Lust ist armer Gesellen Unlust.
Der Herren Sachen sind Sorgen und Wachen.
Der Herren Scheiß stinkt nicht, hätt es ein Armer getan, so wär's Sünd.
Der Herren tun stinkt nicht, tät es ein Armer, so wäre es Sünd.
Der Herrn * * * stinkt nicht, hätt es ein Armer getan, so wär's Sünd.
(Allmähliche Veränderungen eines Sprichworts, oder eine Form der Zensur? Bei Gruter steht 1610 auf Seite 15 die obere Version. Bei Petri steht 1605 die untere etwas abgeschwächte Version und 1862 steht im Buch „Historische Wörter“ von Wurzbach auf Seite 112 unter Nr. 79 die obere Version, das unaussprechliche Wort nur mit drei Sternchen angedeutet.)
Der Herren Sünde, der Bauern Buße.
Der Herren Sünden müssen die Bauern beweinen.
Der Herren Torheit ist der Untertanen Strafe.
Der Herren Zorn ist schwer.
Der Herr errettet des Armen Leben aus der Boshaften Händen.
Der Herr gebietet dem Knecht, der Knecht der Katze und die Katze ihrem Schwanze.
Der Herr hört und sieht nicht wohl, der nicht merkt, wenn sein Diener ihm wohl und nützlich dient.
Der Herr muss selber sein der Knecht, will er's im Hause haben recht.
Der Herr sieht mit einem Auge mehr als der Knecht mit vieren.
Der Herr sieht mehr mit einem Auge mehr als die Diener mit vieren.
Der Herr soll von Linden sein, der Knecht von Eichen.
Der Herr und Diener hat jeder von Gott seinen Lohn, und hat einer um und in den Leib so viel als der andre, so viel die Notdurft anlangt den Überfluss ausgeschlossen.
Der Herr von Gebhausen ist Tod.
Der herzhaft ist wie ein Amboss, er fragt nach keinem Streich.
(Zusatz 1630 bei Christoph Lehmann: „Er empfindet ein Streich wie der Amboss des Schmiedes Hammer.“)
Der Hetzer ist wie der Jäger.
Der Heuchler Demut ist zwiefältige Hoffart.
Der Heuchler will das Licht einen andern lassen putzen, fürchtet, er lösche es aus.
Der heutige Tag ist der Jünger des gestrigen.
Der Himmel ist den Gänsen nicht erbaut, den Gottlosen auch nicht.Der Himmel ist nicht für die Gänse erbaut; für die Gottlosen aber auch nicht.
Der Himmel ist doch blau, obs schon einer nicht sieht.
Der Himmel ist hoch, die Welt ist weit und ist manch Schalk darin.Der Himmel ist hoch, man kann sich nicht dran halten.Der Himmel ist hoch, wer aber hinein will, muss sich beugen.Der Himmel ist schwer zu verdienen, sprach der Abt, als er vom Bette fiel und die Nonne ein Bein brach.Der Himmel ist uns überall gleich nahe.Der Himmel lässt der Ziege den Schwanz nicht zu lang wachsen. Gott hat der Ziege den Schwanz nicht länger wachsen lassen, als sie ihn brauchen kann.Gott lässt (ließ) der Ziege den Schwanz nicht länger wachsen, als sie ihn brauchen kann.Der Himmel mag nicht fröhlich sein, wenn der Teufel da regiert.Der Himmel sieht noch gar zu klar aus, dass es morgen sollte Reichstaler*34 regnen.Der hinkende Bote bringt die Wahrheit.Der hinkende Bote kommt allzeit hernach und bringt die gewisseste Zeitung.Der hinkende Bote kommt eben so weit.Der hinkende Bote kommt hinterdrein.
Der hinkende Bote kommt nach.
Hernach kam der hinkende Bote mit halben Armen und halben Beinen.(Mit dem hinkenden Boten in den obigen Sprichwörtern ist die Reue gemeint, die erst nach der Sünde, der bösen oder verbotenen Tat nachfolgt. Sie hikt und kommt deshalb immer zu spät. Ein schneller und reitender Bote kommt meist rechtzeitig und kann das Böse oder die Katastrophe verhindern. Wer vorher nachdenkt kann die Reue hinterher verhindern. Vergleichbare Sprichwörter auch unter Reue.)Der Hinkende ist unter den Einbeinigen König.Der Hirsch gar oft und bald entrinnt des Jägers Gewalt.Der Hirten Not (ist) der Schafe Tod.Des Hirten Not, der Schafe Tod.Der Hochmut will überall die Hände mit am Pflug haben und meint, man könne kein Esel satteln, er muss dabei sein.Der hoch sitzt, hat viel Neider.Der Hof, die Liebe und die Jagd sind drei betrügliche Dinge.Der Hofe Wind weht nicht allzeit gleich aus einem Loch.Der Hoffärtige keift immer.Der Hof ist ein Platz, da der Neid den Sitz seiner Herrschaft hält. (Ein Sprichwort 1685 in der Sammlung von Winckler, Nr. 57 in den 600, aus dem Wander „Zu Hofe hat der Neid den Sitz seiner Herrschaft.“ für sein Deutsches Sprichwörter Lexikon macht.)Der Hof ohne Tugend ist eine Nacht ohne Sterne.Der Hof trägt wohl gute Früchte, es sind aber wenig, die solche genießen.
Der Holzwurm ist kein guter Würzkrämer.Der Honig ist nicht weit vom Stachel.Der Horcher an der Wand hört seine eigne Schand. Der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schand.Wer da lauschet hinter der Wand, der höret seine eigene Schand'.
Wer lauschet hinter der Wand, der hört sein eigene Schand.Einem Horcher an der Wand gibt man einen Dreck in die Hand.
(Sprichwort mit großer Ähnlichkeit zur Bibel: Jesus Sirach 21, 24/26: Lutherbibel 1545: 26 „Es ist ein Unvernunft, einem an der Tür horchen, ein Vernünftiger hielt es für eine Schmach.“; Lutherbibel 1984: 26 „Der ist unerzogen, der an der Tür horcht; für den Vernünftigen wäre es sogar eine große Schmach.“; Lutherbibel 2016: 24 „Mangelnde Erziehung eines Menschen zeigt sich im Horchen an der Tür, aber den Einsichtigen beschwert die Schande.“; Lutherbibel 2017: 24 „Es ist ungezogen, an der Tür zu horchen; für den Vernünftigen wäre das eine große Schmach.“ Zürcher Bibel: 24 „Es zeugt von Unerzogenheit eines Menschen, an der Tür zu lauschen, der Einsichtige aber wird von solcher Schändlichkeit bedrückt werden.“; Menge-Bibel: „24 Es ist ein Ungezogenheit, an der Tür zu horchen; der Verständige fühlt sich dadurch mit Schimpf beladen.“)Der Hosenteufel findet statt, seit Adams grünem Feigenblatt.(Hosenteufel sind Pluderhosen, die im 16. Jahrhundert in Mode waren. Sie wurden bekämpft und verteufelt, wegen der Stoffverschwendung. Man brauchte sehr viel und teuren Futterstoff, meist aus Seide, für das hervorquellende Futter. Deswegen wurden Pluderhosen an vielen Orten von Kirche und Staat verboten oder beim Antreffen in der Öffentlichkeit zerstört, was für die Betroffenen sehr peinlich war, da sie ohne Hosen nach Hause gehen mussten.)
Der Hund bellt desto mehr vor seines Herrn Tür.
Der Hund bellt doch, ob man ihm schon den Schwanz abschneidet.
(Das bedeutet, das Wesen eines Dinges, Tier oder Menschen bleibt gleich, auch wenn sich sein Äußeres ändert.)
Der Hund benagt das Bein, weil er es nicht verschlingen kann.
Der Hund darf für die Schuh nicht sorgen.
Der Hund, der den Hasen aufspürt, ist so gut, als der ihn fängt.
Hunde, die den Hasen aufspüren, sind so gut, als die ihn fangen.
Der Hund, der nicht getroffen ist, schreit nicht.
Der Hunde bellen hindert niemand.
Der Hunde bellen jagt das Schwein aus dem Walde.
Des Hundes bellen jagt die Sau aus dem Walde.
Der Hunde Gebete reichen nicht bis an den Himmel.
(Ebensolche Sprichwörter gibt es von Katzen: Katzengebet dringt nicht in den Himmel.)
Der Hund eher Fleisch denn Leder frisst, der Sau nicht viel ums Baden ist.
Der Hund eilt, drum wirft er blinde Jungen.
Der Hund frisst wieder, was er gespien hat.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos 26, 11 und Der zweite Brief des Petrus, 2, 22„Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: Der Hund frisst wieder, was er ausgespien hat; und: Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot.“)
Der Hund hat ihm das Maß genommen.
Der Hund hat mit der Haut bezahlt.
Der Hund ist ein getreues Tier, jedoch ist er lieber bei dem, der ihm ein Stück Brot gibt, als bei dem, der ihn schlägt.
Es ist ein getreues Tier um einen Hund.
(Das erste Sprichwort steht zwei Mal bei Lehmann, ebenso bei Wander. Einmal mit dem Stück Brot (Hund Nr. 208) und einmal mit „der in ätzet“ (Hund Nr. 440), obwohl es nur zwei Variationen desselben sind. Aus dem unteren, wie es 1780 bei Blum unter Nr. 104 steht, macht Wander unter Hund Nr. 441: „Ein Hund ist ein treu Thier.“ Ebenso wird man in vielen anderen „Sprichwörtern“ bei Wander das Original nicht wiedererkennen.)
Der Hund ist ein gutes Tier, eh' er beißt, bellt er.
Der Hund ist freudig auf seinem Mist.
Der Hund ist freudig auf seinem Mist oder stolz für seinem eigen Hofe.
Der Hund ist tapfer (stolz) auf seinem Mist (Hof).
Ein jeder Hund oder Hahn ist freudig auf seinem Mist.
Der Hund kennt sein Bein.
Der Hund kennt seinen Knochen wohl.
Der Hund kommt nicht bald wieder dahin, da er einmal geschlagen ist.
Der Hund murrt, wenn man ihn bei den Ohren zupft.
Der Hund, so der Küchen gewohnt, ist bös wieder heraus zu bringen.
Der Hund wedelt mit dem Schwanz, nicht vor dir, sondern vor dem Brot.
Der Hund wehrt sich, wenn man ihm will das Bein nehmen.
Der Hund weiß seines Herrn Willen wohl.
Der Hund wird nicht ledig, ob er gleich in die Kette beißt.
Der Hunger findet den Doktorhut.
Der Hunger gewinnt Ehr.
Der Hunger hat kein schwarzes Brot.
Der Hunger ist ein guter Koch und das beste Gewürz, er macht aus Schlehen Weinbeeren, aus rohen Bohnen Gebratenes.
(Siehe auch: Hunger ist der beste Koch.)
Der Hunger ist ein ungeduldiger Harrer.
Der Hunger ist ein Unger.
Der Hunger ist niemands Freund.
Der Hunger ist über alle Not, der schwerst und erbärmlichste Tod.
Der Hunger kost wenig, der Verdruss viel.
Der Hunger kostet wenig, der (Überdruss) viel.
(Ein Druckfehler 1837 in der Sprichwörtersammlung von Wilhelm Körte (Nr. 3061) macht aus „Verdruss“ den „Überdruss“, der danach 1846 von Karl Simrock (Nr. 5104), 1870 von Wander (Hunger Nr. 35) und anderen abgeschrieben wird. Bei Sebastian Franck 1541, 1. Teil Seite 62a, Petri 1605, Gruter 1610 Seite 15, Henisch 1616 Spalte 760, Zeile 9 und 1740 bei Sutor Seite 155 steht überall richtig der „Verdruss“.)
Der Hunger macht alle Speise süß, allein sich selbst nicht.
Der Hunger macht aus Brot Lebkuchen.
Der Hunger macht, dass die Speise wohl schmeckt.
Der Hunger scheint ihm zu den Fenstern (Augen) heraus.
Der Hunger treibt den Wolf aus dem Busch (Walde).
Der Hunger und die Kälte treiben den Wolf aus dem Busche.
Der Hunger treibt den Wolf ins Dorf.Der Hunger treibt den Wolf über Schnee und Eis.Der Huren beut man den Krug, dem Dieb den Galgen.Der Huren Mund ist eine tiefe Grube, wem der Herr ungnädig ist, der fällt darin.Der Huren Schönheit ist gleich den Früchten, so auf hohen Felsen wachsen und nur von Raben und anderen Raubvögeln genossen werden.Der Hut gehört nicht auf einen solchen Kopf.Der Hypochonder ist bald kuriert, wenn euch das Leben recht kujoniert.(kujoniert, kujonieren = altes, noch wenig gebrauchte Bezeichnung für überwiegend unnötig und schlecht und bösartig bedrängen, drangsalieren, unwürdig behandeln, schikanieren, jemanden als Dummkopf behandeln, bei der Arbeit schlecht behandeln. Dieses Sprichwort steht so 1837 in der Sammlung von Wilhelm Körte unter Nr. 3101. Schon vorher wurde der Spruch in Goethes (1749–1832) Gedichten unter Sprichwörtliches veröffentlicht.)