
Auf dieser Seite stehen deutsche Sprichwörter mit W und mit 80 anderen Seiten zusammen über 32.000 neuere und bis zu 2000 Jahre alte deutsche Sprichwörter. Bei der großen Zahl der existierenden deutschen Sprichwörter ist es unmöglich, alle hier aufzuführen. Manchmal ist ein scheinbar bekanntes Sprichwort aus Deutschland hier nicht gleich zu finden, weil es wegen verschiedener Versionen, anderer Schreibweise oder unterschiedlichen Formulierungen unter anderen Anfangsbuchstaben steht, unter dem es dann zu suchen und zu finden ist.
Manchmal steht ein Sprichwort nicht hier bei den deutschen Sprichwörtern, da es in der Vergangenheit fälschlich als deutsches Sprichwort ausgegeben und veröffentlicht wurde. Dann ist es wahrscheinlich HIER zu finden.
Wenn Jungfrauen zum Tanze gehen sollen sie das Klapperlein daheim lassen.
(Klapperlein = alte Bezeichnung für Riemensandale, Klapperlatschen.)
Wenn Kinder nicht so angenehm wären, wer wollt sie aufziehen und nähren.
Wenn Kinder nicht so lieb wären, so würden sie langsam erzogen.
Wenn man dem Pferd den Habern beut, so soll der Sack bereit sein.
(Haber = Hafer. beut = bieten, darreichen, vorhalten, andere hier nicht gemeinte Bedeutung: gebieten, befehlen. Beide Bedeutungen sind heute veraltet.)
Wenn man den Hund will hängen (henken), so hat er Braten oder Leder gefressen.
Wenn man den Schwären zu hart ausdruckt, so werden die Leute ungeduldig.
(Schwäre = Geschwür auf der Haut, schwären = das, was schwärt, eitert)
Wenn man die Pest mit in die Stuben nimmt, so ist sobald kein aufhören.
(Friedrich Peters schrieb 1605 dazu: „Das ist, wenn sie gegen den Winter anfängt.“)
Wenn man die Bauern verderben will, so muss man einen Bauern über den andern setzen.
Wer einen Bauern strafen will, der setze ihm einen Bauer zu Haupte.
Will man Bauern verderben, so setze man einen über den andern.
Wenn man einen den Katzensprung lehrt, das ist ein gewagtes Spiel.
Wenn man einen Dieb brauchen kann, so nimmt man ihn vom Galgen.
Wenn man einen Esel schlägt, so schlägt er wieder.
Wenn man einen gern hört, soll er bald aufhören.
Wenn man einen Hasen lobt wie den Hirsch, so würd doch der Hase kein Hirsch.
Wenn man einen hört, so weiß man ein Ding halb, wenn man aber zwei hört, so weiß man es ganz.
Wenn man einen kalt und obenhin lobt, so ists, als schelte man einen.
Wenn man einen Lachs fängt, kann man wohl die Angel verlieren.
Wenn man einen Narren im Mörser zerstieße, so ließe doch seine Narrheit nicht von ihm.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel; Die Sprüche Salomos 27, 22: „Wenn du den Toren im Mörser zerstießest mit dem Stampfer wie Grütze, so ließe doch seine Torheit nicht von ihm.“)
Wenn man einen Pfeil ins Herz schießt und ihn gleich wieder herauszieht, so bleibt doch die Wunde.
Wenn man einen sieht, so kennt man ihn nur zur hälfte, wenn man ihn aber reden hört, so kennt man ihn gar.
Wenn man ihn sieht, so kennt man ihn auswendig, hört man ihn, so kennt man ihn ganz.
Wenn man einen Streit mit Wein begießt, richtet man mehr aus als mit einem Prozess.
Wenn man Holz vom Feuer tut, so hörts auf zu brennen, trägt man Holz zu ,so brennt's desto mehr.
Wenn man nicht Holz anlegt, so erlischt das Feuer.
Wenn nicht mehr Holz da ist, so verlischt das Feuer.
Wenn man schon mit einem Blasebalg in einen Stock bläst, wird man doch kein Licht aufblasen, so kein Funken im Stock ist.
(Das Sprichwort steht 1630 bei Christoph Lehmann im Kapitel „Lehren“ und schreibt dazu: „Einfältige, wenn sie sehen, dass andere, welche die Natur zum Studieren abgerichtet, den Verstand aus den Büchern wetzen und witzig zu Geschäften werden, fallen sie in den Dünkel, sie können es ihnen nachtun.“ Das bedeutet, man lernt nur dann etwas, wenn man intelligent genug ist, den zu lernenden Stoff zu verstehen und anzuwenden. Leider beklagen immer mehr, dass selbst Kinder nicht schulfähig oder aus der Schule Entlassene nicht ausbildungsfähig sind.)
Wenn man selbst geht, (so) betrügt einen der Bote nicht.
Wer ein Ding selbst bestellt, den betrügt der Bote nicht.
Wer ein Ding selbst tun kann, den betrügt kein Bote.
Wer selbst geht, den betrügt der Bote nicht.
Wenn man's hingießt, wo's schon nass ist, wird leicht eine Pfütze daraus.
Wenn man singt, pfeift, Laute schlägt, das ist solche Arbeit, wenn der Klang aus ist, so sieht und weiß niemand, was man hat gearbeitet.
(Christoph Lehman fügt dazu auf Seite 37, Nr. 9 an: „wer auf einer Werkstatt arbeit und geht davon, so sieht man doch, was gearbeitet ist worden.“)
Wenn man vom Wolfe redet, guckt er über die Hecke.
Wenn man vom Wolfe redet, so ist er nicht weit.
Wenn man vom Wolf redet, so sieht man ihm (seinen) den Schwanz.
Wenn man vom Wolfe spricht, ist er nicht weit.
Wenn man was Arges vom Nächsten lügt, dasselbe bald unser Herz betrügt.
Wenn man Wasser zum Feuer stellt, so wirds heiß.
Wenn man Wein ablässt, laufen die Hefen mit.
Wenn man will Leute im Ehestande zusammen teidingen, so muss man große Wannen voll Lügen zusammentragen.
(teidingen = gerichtlich verhandeln, processieren, Gerichtstag, unterhandeln, ein übereinkommen treffen. Der Ausdruck war bis zum 15. Jahrhundert gebräuchlich.)
Wenn man zu großen Ämtern und Händeln*14 unversuchte und unbedachte Leute gebraucht, so geht es alles Zugrund.
Wenn man zu Nacht in den Spiegel schaut, so sieht der Teufel mit hinein.
Wenn Markt ist, muss man kaufen.
Wenn mein Haus brennt, so ist meines Nachbarn nicht fern.
Wenn mir einer einmal gitzelt (kitzelt), so ist er mir eine Geiß.
Wenn Misstätige selbst beklagte und Richter sind, so verdammt sich keiner.
Wenn mit dem Taler*34 geläutet wird, gehen alle Türen auf.
Wo der Pfennig läutet, da gehen die Türen auf.
(Auch in den Sprichwörtern findet die Inflation statt: In der Sammlung von Sailer 1810 braucht man nur mit Pfennigen läuten, bei Simrock 1846 waren dafür schon Taler notwendig, damit die Türen aufgingen.)
Wenn Nachbarn sind einander hold, viel besser ist denn Silber und Gold.
Wenn Natur und Kunst die Füße ansetzen, so geht es vorwärts.
Wenn Naumburg mein wäre, wollt' ich's in Jena verzehren.
Wenn Neid brennte wie Feuer, wäre das Holz nicht so teuer.
Wenn Neid eine Krankheit wäre, so würde die Welt ein Spital sein.
Wenn Neid ein Fieber wäre, so wäre die Welt schon gestorben.
Wenn nicht Gewalt für Recht ging, so wär mancher nicht Abt.
Wenn Recht für Recht ginge, so wäre mancher nicht Abt.
Wenn nichts im Mörser ist, gibt's großen Lärm.
Wenn Nichts kommt zu Etwas, traut Etwas sich selber.
Wenn nicht viel im Fass ist, kann man nicht viel daraus zapfen.
Wenn nicht, wie wir wollen, so doch, wie wir können.
Wenn nur die Frommen in Häusern lebten, so würden viele Städte unbewohnt bleiben.
Wenn Nürnberg mein wäre, so würde ich es in Bamberg verzehren.
(Sprichwort aus Franken)
Wenn ordentliche Mittel nicht helfen, so muss man oft aus Not sich mit den unordentlichen behelfen.
Wenn Rauch nicht aus dem Hause will, so ist vorhanden Regens viel.
Wenn Regenten sich an einem Fuß stoßen, so müssen die Untertanen hinken.
Wenn Rost ins Eisen kommt, so verzehrt sichs selbst.
Wenn's am besten schmeckt, soll man aufhören.
Wenn's am Palmsonntag regnet, so hält die Erde keine Feuchtigkeit.
Wenn's auf dem Berg gereift hat, so ist im Tal alles erfroren.
Wenn's auf'm Berg reift, so ists im Tal alles erfroren.
Wenn's auf dem Berge reift, ist's gewiss im Tale kalt.
(Das sagte einer, als sich ein alter Mann mit weißen Haaren mit einem jungen Mädchen trauen ließ. Es scheint, dass die Jugend nicht viel über das Alter weiß.)
Wenn's auf den Nagel brennt, muss man wehren.
Wenn's auf den Pastor regnet, tröpfelt es gemeinlich auf den Küster.
Wenn Saufen eine Ehr ist, ist Speien keine Schande.
Wem Trinken ein' Ehre ist, dem ist Speien keine Schande.
Wo Trinken eine Ehr ist, da ist Speien keine Schande.
Wenn's beim Nachbarn raucht, darf man wohl fragen, ob Gefahr vorhanden, so muss man wehren, ehe das Feuer ausschlägt.
Wenn Scham weg ist am Weib, so ist nichts Gutes mehr zu hoffen.
Wenn schon die große Glocke gegossen ist, so fehlt's doch allzeit noch am Klöppel.
Wenn's dem Esel übel geht, so will er durch die Erde fallen, ist ihm wohl, so geht er aufs Eis tanzen.
Wenn's dem Hirten übel geht, gehts den Schafen nicht gut.
Wenn's der Mann nicht riecht und die Frau es nicht sagt, so ist die Werkstatt in Gemeinschaft.
(Dieses Sprichwort steht 1630 bei Christoph Lehmann mit anderen unter der Überschrift „Hurerei“.)
Wenn's der Vater sieht, tut's der Sohn nicht.
Wenn seine erste Lüge ein Füllen gewesen wäre, so wären die Pferde nicht so teuer.
Wenn's ein Maul hätte, so biss' es dich.
Wenn's gehen soll, muss man den Daumen rühren.
Wenn's geschieht, so hilft klagen nicht.
Wenn's Glück regnet, hab ich meine Schüssel zu Haus.
Wenn's Glück regnet, sitzt er im Trocknen.
Wenn's Gott gefällt, so wird es Tag.
Wenn's Gütchen vertan und der Säckel leer ist, rechnet man zu spät.
Wenn's gut geht, ist gut zu raten.
Wenn's Haus brennt, ist Eile gut, sonst nicht.
Wenn sich das Geflügel früh maust, so gibt's einen frühen Winter.
Wenn sich das Wasser bläsert, regnet es bald.
Wenn sich der Bauer nicht bückt, so ackert er nicht gut.
Wer sich nicht bückt, der ackert nicht gut.
Wenn sich der Frosch aufbläst, dass er berstet, so wird er doch nicht so groß als ein Ochs.
Wenn sich der Geist der Hoffart mit der Einfalt vermählt, so kann nichts anderes als die Narrheit davon geboren werden.
Wenn sich der Geringere mit Mächtigeren in Bündnis verknüpft, dem wird mit seinem verderben gelohnt.
Wenn sich der Hirt verirrt, so verirren sich auch die Schafe.
Wenn sich der Koch am Herrn rächt, so wird die Küche übel bestellt.
Wenn sich der Teufel in einen Religiösen (Mönch oder anderen) verbutzt, so fängt er ein bös Spiel an.
Wenn sich der Wetterhahn nicht dreht, zerbricht ihn der Sturm.
Wenn sich der Zaun vorn ein wenig neigt, so stößt ihn der Teufel vollends gar um.
Wenn sich die Bauern um eine Kuh streiten, wird diese von den Advokaten gemolken.
aus Westfalen (Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte. Vor Gericht gewinnt meist der Anwalt, egal wie das Verfahren ausgeht.)
Wenn sich die Diebe zanken, bekommen ehrliche Leute das Ihrige.
Wenn sich zwei Diebe schelten, so kriegt ein ehrlicher Mann seine Kuh wieder.
Wenn die Spitzbuben sich streiten, bekommt der Bauer seine Kuh wieder.
Wenn zwei Spitzbuben sich erzürnen, kommt ein ehrlicher Mann zu seinem Pferd.
Wenn sich die Fische im Wasser aufwerfen und die Münch reißen, so regnet's gern.
Wenn sich die Fürsten an einen Fuß stoßen, so müssen die Untertanen hinken.
Wenn sich die Hände falten, sollen sich die Gedanken zusammenhalten.
Wenn sich die Jungfer aufs Küssen legt, so legt sie sich auch aufs Kissen.
Wenn sich die Krähe vor Maientag im Korn verstecken kann, so gerät es wohl.
Wenn sich die Niedrigen den Höheren an die Seite setzen, gibts eine Finsternis.
Wenn sich die Schnecken früh deckeln, so gibt's einen frühen Winter.
Wenn sich einer ertränken will, der tuts sanfter im saubern Wasser als im wüsten.
Wenn sich ein Fürst wollt kehren an lügen und viel schwören, wie wollt sich der Henker nähren?
Wenn sich ein Herr bei den seinen selber hören lässt, so kann er damit viel Böses stillen.
Wenn sich ein jeder selber richt, so bedarf er fremder Strafe nicht.
Wenn sich ein Jungfräulein färbet, so man anspricht, da spürt man gewiss Tugend und gute Art.
Wenn sich ein Weib vollsäuft, so hat sie den Schlüssel verloren.
Wenn sich Herren zu viel demütigen, so gilt ihr Ansehen nichts.
Wenn sich Herz und Mund erlaben, will die Nase auch was haben.
Wenn sich Koch und Keller zanken, so merkt man am besten, wo der Wein geblieben.
(Das bedeutet, Erklärung von Wander: „Wenn schlechte Leute uneins werden, kommen ihre Handlungen an den Tag.“)
Wenn sich Kot am Rad anhängt, muss man's abklopfen, dass man fahren kann.
Wenn sich recht hält ein jeder Stand, so steht es wohl um Leut und Land.
Wenn sich zwei Hunde beißen um ein Bein, so läuft der dritte damit davon.
Wenn sich zwei Hunde um ein Bein beißen, so trägt's der dritte davon.
Wenn Sie das tun, was Sie immer getan haben, werden Sie auch das bekommen, was Sie immer bekommen haben.
Wenn's im Sommer warm ist, so ist's im Winter kalt.
Wenn sind die Schaf und Lämmer dein, so lass den Wolf nicht Hüter sein.
Wenn's in der Welt wär Brauch und Sitt, das man um Ehebruch Nasen abschnitt; so müsst oft manche Frau und Mann im Land umher ohne Nase gahn.
Wenn's Kalb ersoffen ist, deckt der Bauer den Brunnen zu.
Wenn's Kalb gestohlen ist, bessert der Bauer den Stall.
(Erst, wenn es zu spät ist und das Unglück passiert ist, wird etwas für die Sicherheit getan. In verschiedenen Versionen gibt es Sprichwörter mit Kälbern oder Kindern, Brunnen oder Ställen, aber wie im richtigen Leben, immer passiert erst ein Unglück, bevor etwas getan wird.)
Wenn's Kind geboren ist, ist das Testament schon gemacht.
Wenn's Kind zahnt, soll die Mutter den Unterrock verkaufen, um ihm Wein zu geben.
Wenn's lang umher geht, so muss doch der Dieb an Galgen.
Wenn's Meer vertrocknet und Satan wird in den Himmel genommen an, alsdann wird der Lai und die Welt den Dienern Gottes zu Freunden gestellt.
Wenn's Menschen aufs klügste greifen an, so geht doch Gott eine andre Bahn.
Wenn's nach Fastnacht*10 lange Eiszapfen gibt, wird der Flachs schön lang.
Wenn's nicht anders sein kann, so gehört nicht mehr dazu, denn die gute Geduld.
Wenn's nicht geht, wie man will, muss man's tun, wie man kann.
Wenn's nicht sein soll, so hilft kein bitten.
Wenn's nicht sein soll, so schickt sichs nicht.
Wenn's nicht wahr wär', käm's nicht gedruckt her.
(Ein Aberglauben von früher aus dem Beginn des Druckens. Als das Drucken grade erfunden war, war es noch so aufwendig und teuer, dass nur wirklich Wichtiges gedruckt wurde. Nur um Lügen zu verbreiten, war drucken anfangs zu teuer. Daher auch von Goethe der Spruch im Faust: Denn, was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen.
Heute ist es anders, drucken ist so billig wie nie zuvor, was heute gedruckt wird, ist morgen schon im Müll. Einzig die Nachrichten im Internet sind noch billiger und lügen mehr. Das hat zur Folge, dass die meisten Nachrichten und Neuigkeiten in den sogenannten sozialen Netzwerken wie Facebook und anderen nicht den Strom wert sind, die Monitor oder Smartphone brauchen, sie anzuzeigen. Sie lügen nicht wie gedruckt, sondern schon beim Schreiben.)
Wenn's Not hat, so ists zu spät.
Wenn's Pfannkuchen regnet, ist mein Fass umgestülpt
Wenn's regnet bei Sonnenschein, so hat der Teufel seine Großmutter auf der Bleiche.
Wenn's regnet und die Sonne scheint, so schlägt der Teufel seine Großmutter: er lacht und sie weint.
Wenn's regnet, so wirds nass.
Wenn's soll auf Erden stehen wohl, ein Christ dem andern dienen soll.
Wenn's soll sein, so schickt sichs fein.
Wenn's Sünde wäre, täten's die Pfaffen nicht.
(Ein Sprichwort, das seinen Ursprung aus Reineke Fuchs haben soll. Die Aussage ist bewiesenermaßen falsch. Bewiesen durch die Taten unzähliger Pfaffen als Sammelbegriff kirchlicher Würdenträger. Zusätzlich erstaunt, das bei Bekanntwerden der Sünden, die an Minderjährigen und Schutzbefohlenen die Pfaffen nur an andere Stellen versetz werden, sogar mehrmals, und von deren Vorgesetzten nur für die Vergebung der begangenen Sünden der Pfaffen gebetet wird. Eine Wiedergutmachung, eine Entschuldigung, eine Entschädigung für die Folgen oder gar Hilfe sucht man meist vergebens.)
Wenn St. Martin einem eine Gans schenkt, soll man ihn zum Dank dazu zu Gast laden, so schenkt er übers Jahr wieder.
Wenn Störche in einem Haus nisten, so ist Friede im Haus.
Wenn's über einen her gehen soll, ist jedes Geschrei gut genug.
Wenn Sünde nicht mehr für Sünde gehalten wird, so ist weder Rat noch Hilfe.
Wenn's Unglück am größten ist, so bricht's.
Wenn das Unglück am größten ist, so bricht's gern.
Wenn's Unglück vorüber ist, denkt man mit Lust daran.
Wenn's Unglück will, fällt sich eine Katze vom Stuhle zu Tode.
Wenn Unglück sein soll, so fällt eine Katz vom Boden zu Tode.
Wenn süsser Wein zu Essig wird, so ist er viel resser und herber.
(resser = schärfer)
Wenn's viel regnet, so laufen die Wasser über.
Wenn's Wenn nicht wär', wär' mancher Bauer ein Edelmann.
Wenn's wohl steht, sind wir alle gute Regenten.
Wenn's Zeit ist, so wirds Sommer.
Wenn tät der Knecht, was tut der Herr, es ging ihm an sein Leib und Ehr.
Wenn Toren tun zum Markte laufen, so tun die Krämer bald verkaufen.
Wenn trinken tut der Mann, nichts er denn reden kann.
Wenn Tugend gelobt und Laster gestraft werden, so gehts recht in der Welt.
Wenn Tugend nicht Glück zum Beistand hat, so ist sie wie eine Windmühle ohne Wind und ein Ritter ohne Pferd.
Wenn Unfried ist in aller Welt, Gilt der Soldat das meiste Geld.
Wenn Unglück dem Reichen bis an die Knie geht, so geht es dem Armen bis an den Hals.
(Dieses Sprichwort bewahrheitet sich heute einmal mehr! Wenn bei dieser Epidemie mit Corona-Vieren fast alle Geschäfte geschlossen werden (1. Halbjahr 2020), leiden kleine Unternehmen und Selbstständige, Einmannunternehmen und Freiberufler am meisten darunter und viele überleben es nicht. Ebenso wie den Geringverdienern müsste der Staat vor allen anderen diesen kleinen Leuten helfen und unterstützen. Erst danach den Großen, die schon vorher ihre Vermögen und Gewinne in Sicherheit gebracht haben.)
Wenn Unglück vom Himmel fällt, so trifts die Frommen und Armen.
(Christoph Lehmann fügte 1630 hinzu: „denn je frömmer Mensch, je ärger Unglück.“)
Wenn Unrecht tun nützt, so schadet recht Tun.
Wenn uns die Gelegenheit anlacht, so muss man sie küssen.
Wenn verkehret ist der Besen, sieht man's, wozu er gut gewesen.
Wenn viele eine Kuh melken, da gehört viel füttern zu.
Wenn viel Säckel in einem Hause sind, so muss man verderben.
Wenn Wasser Wein wäre, wer wüsste, wer Wirt wäre?
Wenn Weiber die Seiten zwicken und auf der Laute schlagen können, so ists eben misslich.
Wenn Weinschenken einen bösen Wein haben, so geben sie ihm einen fremden und anderen Namen.
Wenn wir alle einen Kopf hätten, so könnten wir alle einen Hut aufsetzen.
Wenn wir alle wären reich
und einer wär' dem andern gleich
und wären all zu Tisch gesessen,
Wenn wir einen Pfennig haben, so hätten wir gern einen Gulden*13; haben wir einen Gulden*13, so hätten wir gern hundert.
Wenn Worte nähren würden, lebte man bei ihm am besten.
Wenn Worte speisten, so lebten seine Freunde wohl.
Wenn wüchs das Laub und auch das Gras, so viel als Untreu, Neid und Hass, so hätten Ochsen wohl bereit zu essen genug in Winterzeit.
Wenn Wünschen hülfe, so wären viele gelehrt und reich.
Wenn Wünschen hülfe, wären wohl viele gelehrt (reich).
Wenn Wünschen hülfe, wären alle reich.
(Die obere Version dieses Sprichwortes steht schon 1605 in der Sammlung von Petri. 1837 gibt Wilhelm Körte unter Nr. 7024 die Auswahl von gelehrt oder reich. Karl Simrock (Nr. 11918) verkürzt es 1846 mit der unteren Version auf nur noch reich. Bis heute sind die unerfüllten Wünsche nach Reichtum geblieben, ebenso wie die deutschen Sprichwörter.)
Wenn zornige Hunde einander zausen, soll man sich nicht drein mengen, sie bezahlen einander selbst.
Wenn Zorn und Grimm zusammen tun, so wirds in die Läng und in die Strenge.
Wenn Zorn will nehmen überhand, so schweig und lösch ihn wie ein Brand.
Wenn Zucht bei der Jugend fehlt, das bringt nichts Gutes.
(Zucht = Erziehung. Ein Zustand, der heute wie damals stimmt und oft zu beobachten ist. Nur die Methoden der Erziehung haben sich gegenüber denen von früher geändert. Leider meinen immer mehr Eltern fälschlich, ihre Untätigkeit sollte die Schule übernehmen. Es zeigt sich, das die beste Schule Fehler und Versäumnisse von Eltern nicht ausbügeln kann.)
Wenn Zucht und Scham vom Weib weg ist, so steckt nichts drin, denn Tück und List.
Wenn zu Hofe gegessen ist, sind die Schüsseln leer.
Wenn zur Tugend kommt Schönheit, so bringt es Lieb und Freundlichkeit.
Wenn zusagen reich könnt machen, so find man keinen armen Mann.
Wenn zu sehr wird geschärft das Recht, so geschieht Gewalt manchem armen Knecht.
Gewalt geschieht manchem armen Knecht, wenn man zu sehr schärft das Recht.
Wenn zwei das Gleiche tun, so ist es (noch lange) nicht dasselbe.
Wenn zwei Esel einander unterrichten, wird keiner ein Doktor.
Wenn zwei Frauen zusammenkommen, wird die Dritte in die Hechel genommen.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Wo sich zwei zanken, gewinnt der Dritte.
Wenn zwei Trunkenbolde des überschütten Magens Wust zusammenkotzen, wer hat Lust davon als die Säue?
Wen schelten die Weiber nicht?
Wen seine eignen Freunde schelten, der ist auch in Wahrheit strafwürdig.
Wen seine Sünde gereut, der ist halb unschuldig.
Wen's immer allzu früh dünkt, der kommt gemeinlich zu spät.
Den es allezeit zu früh dünkt, der kommt zu spät.
Wen's juckt, der muss sich kratzen, käm' auch das Blut heraus.
Wen Sorg und Tod angat, der pfleg der Alten Rat.
Wen viele fürchten, der muss viele fürchten.
Den viele fürchten, der muss viele fürchten.