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Deutsche Sprichwörter Kategorie Armut

Deutsche Sprichwörter

Kategorie Zeit

Ebenso wie Zeit in deutschen Sprichwörtern stehen  hier auch die mit Zeiten, zeitig, allzeit, beizeiten, unzeitig und Hochzeit, nur Zeitungen, immer oder oft, gibt es hier nicht. Zeitlos in deutschen Sprichwörtern sind die vielen Möglichkeiten, in denen man sie verwenden kann.

Zeit ist das, was ein Körper benötigt, um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen. Da es vor dem sogenannten Urknall keinen Raum gab, gab es auch keine Zeit. Die entstand erst, als sich das Universum nach dem Urknall ausdehnte. Dabei vergeht die Zeit nicht überall gleichmäßig, sondern relativ für jeden anders, wie Einstein in seiner Relativitätstheorie bewies. Wer sich sehr schnell woandershin bewegt, für den vergeht die Zeit langsamer relativ zu dem am Ausgangsort Bleibenden. Wer mit Lichtgeschwindigkeit reist, für den bleibt die Zeit quasi stehen, als ob er in einem Film nur das erste Standbild sieht, weil ihn bei der Geschwindigkeit die folgenden Bilder und Momente nie erreichen können. Schneller als mit Lichtgeschwindigkeit kann sich nichts fortbewegen, da sonst die Zeit rückwärts laufen müsste. Das ist die Eigenschaft der Zeit, sie verläuft nur in eine Richtung, die nicht verändert werden kann, mit keinem Mittel. Nur die Geschwindigkeit relativ zu anderen kann man etwas verändern, abhängig von der aufgewendeten Energie. Wenn die Zeit vorbei ist, ist sie unwiederbringlich vorbei und alle Menschen leben nur an ein und demselben Punkt, in der Gegenwart.

Ganz ohne sich zu bewegen, haben heute sehr viele Menschen aber trotzdem den Eindruck, als ob die Zeit schneller als früher vergeht. Die neue Computertechnik und die Smartphones verstärken den falschen Eindruck immer mehr. Es wird immer mehr in die gleiche Zeit hineingepackt, die Technik wird schneller, nur der Mensch bleibt gleich. Nur dem, der nichts zu tun hat, wird manchmal selbst die Minute zur endlosen Zeitspanne. Ebenso soll die sprichwörtliche gute alte Zeit angeblich besser als die heutige gewesen sein. Nur dahin zurück will keiner, da sich keiner das Leben ohne die vielen heutigen Errungenschaften und Annehmlichkeiten mehr vorstellen kann, geschweige darauf verzichten will. So vergeht die Zeit in Sprichwörter auch unterschiedlich, relativ zu den Sprechern oder denen, an die sie gerichtet sind.

Was die Zeit aber nie ist, ist das, was ein oft zitiertes Sprichwort behauptet, sondern sie ist das Gegenteil: Zeit ist kein Geld! Sie ist viel wertvoller und mehr wert als alles Geld und wird doch oft vergeudet oder verloren. Jeder hat nur eine begrenzte Menge, die meist zu schnell vergeht und kein Geld der Welt bringt auch nur eine Sekunde zurück oder kann sie verlängern.

Eins ist aber ebenso wie die unüberwindliche Lichtgeschwindigkeit immer gleich: Da die Zeit vor Milliarden Jahren im Urknall begann, wird sie irgendwann auch ihr Ende haben. Nur die Ewigkeit wird weiter bestehen, so wie vor der Zeit.

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Zeit in Sprichwörtern aus aller Welt   

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Zeit in deutschen Sprichwörtern:

Alle Laster nehmen mit der Zeit ab, nur Geiz und Lüge nehmen zu.

Aller Dinge soll man mild sein, nur der Zeit nicht.

Alles hat seine Zeit.
Alles hat seine Zeit, nur die alten Weiber nicht.

Alles Ding hat seine Zeit.

Alles tun zu seiner Zeit. Sonntagsarbeit nicht gedeiht.

Alles Zeitliche hängt an einem Zwirnsfaden.

Alles zu seiner Zeit, ein Buchweizenkuchen im Herbste.
Alles zu seiner Zeit, Freud' und daneben Leid.

Alles zu seiner Zeit, sagt der weise Salomon: Zu seiner Zeit essen, zu seiner Zeit trinken, zu seiner Zeit an die Pump tasten.

Andere Zeiten, andere Sitten.

Andre Zeit, andre Freud.

Andre Zeit, andre Lehre.

Auch ein weiches Herz darf harte Worte zu rechter Zeit nicht scheuen.

Besser ein Trunk Wasser zur Zeit, als ein Kelch voll Malvasier zur Unzeit.

Buhler zählen die Zeit wohl.

Das Geld zu rechter Zeit nicht geacht, hat manchen großen Nutzen gebracht.
Das Geld zu rechter Zeit veracht, hat groß Gewinnen schon gebracht.
Das Geld zu rechter Zeit veracht, hat manchem großen Nutz gebracht.

Der beste Prediger ist die Zeit.

Der Winter kommt des Jahrs einmal, kommt er nicht zur rechten Zeit, so kommt er zur Unzeit.

Der Winter kommt zu seiner Zeit und fragt, was man den Sommer über verdient habe.

Der Zeit muss man viel befehlen.

Die fürgesetzte (verflossene) Zeit läuft nur gegen den Wissenden.

Die in der Zeit sprechen, bekommen, die andern müssen missen.

Die Morgenröt und stille Zeit, Luft, Hülf und Lieb zum Lernen gibt.

Die Natur streitet zu rechter Zeit wider alle Krankheit, wer derselben nicht mit Arznei zu Hilfe kommt, der verkürzt sich selbst.
(Scheinbar legen es viele Menschen darauf an, mit Trinken, Rauchen, Rauschgift, riskantes Autofahren, gefährlichen Tätigkeiten und klimafeindliche Industrien die Krankheiten beim Verkürzen der natürlichen Lebenszeit tatkräftig zu unterstützen.)

Die Natur wandelt in Vögeln und Tieren ihre Federn, Haar und die Stimme darnach die Zeit ist. Der ist witzig, welcher ihr folgt und der Zeit sich bequemt.

Diene und folge der Zeit.

Die Seuche will ihre Zeit haben, ehe sie wieder ablässt.

Die Wahrheit kommt mit der Zeit.

Die Wahrheit vergleicht man zu dieser Zeit mit den schönen Kleidern, die man nur an den Feiertagen anlegt.

Die Zeit beschwert (auch) die Strafe.

Die Zeit bringt alles an den Tag.

Die Zeit bringt alles und nimmt alles. Sie nagt und frisst das Leben, nichts frisst die Zeit.

Die Zeit bringt und nimmt.

Die Zeit bringt die Wahrheit an den Tag.

Die Zeit bringt die Wahrheit an das Licht und verschlingt die Lüge,

Die Zeit fließt weg wie Wasser.

Die Zeit frisst alles.

Zeit frisst alles.

Die Zeit frisst jeden Strick und wär er noch so dick.

Die Zeit galoppiert mit dem Verbrecher zur Richtstätte und schleicht mit der Braut zum Brautgemach.

Die Zeit geht und wir mit ihr.

Die Zeit gibt (bringt) Bescheid und verrät alle Bosheit.

Die Zeit gibt Rat.

Die Zeit gibt's.

Die Zeit hat Flügel.

Die Zeit heilt alles Leid.

Die Zeit heilt alle Wunden.

Zeit heilt alle Wunden.

Die Zeit heißt Schickelmann.
Zeit ist Schickelmann.
(Die Erklärung zu Schickelmann steht in der Sprichwörtersammlung von Christophorum Lehman aus dem Jahr 1630 auf Seite 920 unter Nr. 23: „Also haben die Alten die Zeit genennt und haben gesagt: Schickelmann wohnet an der Straßen. Das ist soviel gesagt: Jedermann lebt in der Zeit und muss drin wandeln, und die Zeit lehrt jeden, was er tun und lassen soll; sie leiht, regiert, straft, bessert, bösert und macht mit den Menschen, was sie will. Der ist ein weiser Mann, der Schickelmann zur Hand gehen kann. Auch Johann Agricola von Issleben (evangelischer Theologe und Pädagoge, * 20.4.1492/94 Eisleben, † 22.9.1566 Berlin, Zeitgenosse und zeitweiser Mitarbeiter Luthers). hat schon 1529 in seiner Sammlung unter Nr. 670 geschrieben: „Die Zeit heißt Schickelmann, die alle Dinge reihet, sicher wartet und ordnet, denn in der Zeit geschehen alle Ding, darum sitzt sie am Wege und sieht zu, was alle Leute tun. Ja sie sieht nicht allein zu, sondern sie richtet, strafet, bessert und ärgert alle Ding. . . Also hüt Schickelmann die Zeit in allen Sachen und Wesen auf Erden.“)

Die Zeit ist der beste Arzt.

Die Zeit ist der Wahrheit Mutter, und die weiß ihre Tochter zu rechter Gelegenheit zu gebären und an den Tag zu bringen.

Die Zeit ist des Menschen Lehrmeisterin (Lehrmeister).

Die Zeit ist ein Meister von allen Dingen.

Die Zeit ist ein Räuber und Dieb, frisst Jugend und Lieb; nagt an Berg und Tal, an Eisen und Stahl.

Die Zeit ist unstet wie ein Rohr, wer ihr vertraut, der ist ein Tor.

Die Zeit ist vorbei, da Bertha spann.
Die Zeit ist hin (vorbei), wo Bertha spann.
(Ein Ursprung dieses Sprichworts soll eine fleißige Bäuerin sein, die besonders fein spinnen konnte. Einmal überreichte sie der Frau Kaiser Heinrich IV. eine Probe. Wegen der hohen Qualität und um andere zum Nacheifern zu bewegen, bekam die Bäuerin so viel Land geschenkt, wie sie mit den Fäden ihres Geschenks umziehen konnte. Das spornte auch andere zum Spinnen an, aber weitere Geschenke gab es nicht.
Nach einer anderen Erklärung soll Bertha die Gemahlin des Königs von Kleinburgund (gestorben 970), Rudolfs II gewesen sein. Sie soll selbst auf Reisen auf einem Pferd reitend gesponnen haben. In ihrem Sattel war extra eine Öffnung für den Rocken. Es gibt noch andere Erklärungen, aber egal welche die richtige ist, diese Zeiten waren zur Entstehungszeit des Sprichworts vorbei, wo die meisten Frauen spannen. Auch heute beschäftigen sich Frauen mit anderen Dingen und mit wenigen Ausnahmen nicht mit Spinnen.)

Die Zeit kann kommen, da die Kuh ihren Sterz braucht.

Die Zeit macht die Ernte, nicht das Feld.

Die Zeit macht, was gut ist bös und das Böse gut.

Die Zeit offenbart alle Dinge und bringt oft Heimlichkeit weit.

Die Zeit teilt, heilt, eilt.
(Dieses Sprichwort steht so schon vor über 150 Jahren in verschieden alten Büchern. Laut Wilhelm Binder (1873) soll es auch an der Außenwand eines Hauses in Augsburg gestanden haben. Die ursprüngliche Reihenfolge ist die Obige. Wander schrieb das Sprichwort ebenfalls in das Deutsche Sprichwörter Lexikon, veränderte es (wie viele andere) und drehte dabei die Reihe um: „Die Zeit eilt, heilt, teilt.“. Heute ist jede nur Denkbare zu finden, sogar mit dem Wort „weilt“ ergänzt und wird so von vielen abgeschrieben. Fast alles ist richtig, nur das Wort „weilt“ nicht, denn die Zeit kann und macht viel, nur verweilen tut sie nicht! Sie vergeht und schreitet voran und macht vieles dabei und ist im Augenblick vorbei, aber sie hält nie an, verweilt nie. Das Wort „weilt“ ist falsch und ist im Sprichwort nicht enthalten.)

Die Zeit überwindet alles.

Die Zeit verbindet auch die größten Wunden.

Die Zeit vergeht, nicht aber wir.

Die Zeit verrichtet mehr als Stärke und Weisheit.

Die Zeit verscheußt, wie Wasser verfleußt.
(verscheußt = verschießt; verfleußt = verfließt. Die Zeit verschießt, wie Wasser verfließt. Vom Schießen, einer schnellen Bewegung, dass bedeutet, bevor man sich versieht, ist es schnell vorbei.)

Die Zeit wird es (wird's) lehren.

Einbildung vor der Zeit hindert Geschicklichkeit.

Eine Jungfrau schön gerad und lang, vertreibt Herzen sorg und leid, wenn man's gebraucht zu rechter Zeit.

Eines jeden Menschen Zeit steht in Gottes Händen.

Eine Zeit fröhlich, die andere ach und wehe.

Eine Zeit ist der andern Vorbild.

Ein Gebrauch gebiert die Zeit und frisst ihn auch die Zeit.

Ein jegliches Ding will seine Zeit haben.

Ein Nagel so fest eingeschlagen fängt doch mit der Zeit an zu wanken.

Ein Nein zur rechten Zeit erspart viel Widerwärtigkeit.

Ein Pfennig ist zur Zeit so wert als ein Taler*33, ein Trunk Wasser ist so angenehm als ein Fass mit Wein.

Er hat zu schaffen wie Meta, die drei Bohnen auf dem Feuer hatte und sich nicht Zeit ließ, eine zu kosten.

Er ist unmäßiger als 's Käterli Künzli, die saß neun Jahr in einer Badstube zu Haus und hatte nie Zeit, sich zu waschen.

Er vertreibt sich die Zeit mit Langeweile.

Es braucht lange Zeit, der Welt recht an den Puls zu fühlen.

Es braucht wenig Zeit, viel Gutes zu tun.

Es hat alles seinen Richter zu seiner Zeit.

Es ist nicht mehr die Zeit, da man Esel suchte und Kronen fand.

Es ist seit Olims Zeiten her.
Von Olims Zeiten her. Seit (Zu) Olims Zeiten.
(Olim bezieht sich nicht auf eine tatsächliche Person, sondern aus dem Lateinischen. Olim bedeutet „einst“, so viel wie „es war einmal“ oder „vor langer Zeit“ und ist seit dem 17. Jahrhundert in dieser Bedeutung belegt.)

Es ist Zeit, dass er stirbt, denn da ist Leben und Gut miteinander aufgegangen.

Es ist Zeit zu reden, Zeit zu schweigen.

Es kommt nur hohen Bergen zu, Schnee und Gras auf eine Zeit zu haben.

Es lässt sich ein Ding nicht übereilen, es will seine Zeit haben.

Es liegt alles an der Zeit und Glück.
Es liegt alles am Glück und an der Zeit.
Es liegt alles am Glück und an der Zeit, es sei Glück oder Unfall.
(Bei Sebastian Franck liegt 1541 alles an Zeit und Glück (oben), bei Petri 1605 an Glück und Zeit (Mitte) und Georg Henisch hängt 1616 noch einmal Glück und Unfall dran (unten).

Es sind keine Zeiten gewesen, sie kommen wieder.

Freunde des Glücks und der Zeit, haben keine Beständigkeit.

Frisch und fröhlich zu seiner Zeit, fromm und treu in Ewigkeit.

Gott weiß die Zeit.

Gute Zeit bricht geschwind den Hals.

Heiße Sommer und kalte Winter bringen keine böse Zeit.

Heut ist die Zeit.

In den Gärten gibt's viel Ehebrecher. Das sind, die das Obst ehe brechen, denn es Zeit ist.

In der Zeit der Not isst man Pastetenrinden für Brot.

Jeder Zeit ihr Recht macht manchen armen Knecht.

Jedes Ding hat seine Zeit, Gottes Güt' in Ewigkeit.

Je heiliger Zeit, je heftiger Streit.

Je heiliger Zeit, je unleidlicher Teufel.

Je schlimmer die Leut', je schlimmer die Zeit.

Jugend und verlorene Zeit kommt nicht wieder in Ewigkeit.

Kauf in der Zeit, so hast du in der Not.

Kommt Zeit, kommt Rat.

Lass dir Zeit und iss Brot zu.
Lass die Zeit und iss Brot dazu.
(Bei Simrock steht das Sprichwort: „Lass die Zeit und iss Brot dazu.“ Es ist durch einen Druckfehler falsch wiedergegeben! Richtig heißt es: „Lass dir Zeit und iss Brot zu.“, so wie es in den Sammlungen von Wilhelm Körte oder Braun steht. Es bedeutet, man soll sich nicht übereilen, sondern erst in Ruhe nachdenken, am besten beim Essen.)

Man muss den Mai oder die Zeit nehmen, wie sie kommt.
(Mit Mai ist hier eigentlich nicht der Monat, sondern die Gefühle des Menschen, die er mit dem Mai verbindet, gemeint. Man sollte die Gelegenheiten oder Möglichkeiten nutzen, egal wann sie kommen, da man nicht weiß, ob sie wiederkehren.)

Man muss der Kalbzeit ihr Recht lassen.

Man muss der Zeit die Hand bieten.

Man muss der Zeit ihr Recht tun.

Man muss der Zeit nicht vorgreifen.

Man muss die Zeit erwarten, bis man das Glück erschleicht.

Man muss die Zeit nehmen, wie sie kommt, sagte jener und ging um Weihnachten in die Haselnüsse.

Man muss sich nach der Zeit richten, die Zeit richtet sich nicht nach uns.

Man soll herbsten, solang Herbstzeit ist.

Man soll's melken, wenn's Zeit ist.

Mit der Zeit kommt Freud und Leid.

Mit der Zeit kommt Jan ins Wams.

Mit der Zeit vergeht's.

Mit der Zeit vergeht und verdirbt alles.

Mit der Zeit wird dir hold, was vorher dein nicht gewollt.

Mit Feuer und Blut wird auch getauft in Märtyrerzeit.

Mit Füttern wird keine Zeit verloren.

Mit Geduld und Zeit wird aus dem Maulbeerbaum ein Seidenkleid.

Mit Geduld und Zeit wird Maulbeerblatt zum Atlaskleid.
Mit Zeit und Geduld wird aus dem Hanfstängel ein Halskragen.

Mit Zeit und Gebiss macht man die Pferde bändig.

Mit Zeit und Weile kommt man nach Rom.

Mit Zeit und Weile lernt ein wilder Ochs das Joch tragen.
Mit Zeit und Weile lernt ein wilder Ochs im Joche ziehn.

Neue Herrschaft, neue Lehrzeit.

Not, Person und Zeit machen die Gesetze eng und weit.

Reden hat seine Zeit, Schweigen hat seine Zeit auch.

Red' ohne Zeit und Statt, hat kein Fug noch Gnad.
(Statt = Stätte, Ort, falscher Ort; Fug = von fügen, zusammenfügen; Gnad = Gnade, Erlaubnis)

Red und schweig, wenn's Zeit ist.

Red, wenn's die Zeit und Not erzwingt, als denn dir reden Wohlfahrt bringt.

Richt dich nach der Zeit.

Schick dich in die Zeit!

Sei dienstbar allen Leuten, so wirst du ein Pracher*26 bei Zeiten.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Spar in der Zeit, so hast du in der Not ein Brot.

Sperr auf zu rechter Zeit!

Stirb nicht, lieber Hengst, es kommt die Zeit, wo Gras wächst.

Straf und Lehr soll man zu rechter Zeit üben.

Torheit zu gelegener Zeit ist die größte Weisheit.

Tue, was du sollst, ehe die Zeit kommt, dass du nur tust, was du kannst.

Ungleiche Zeit macht ungleiche Leut.

Verlorene Zeit kommt niemals wieder.

Viele Denkmäler werden aus den Steinen errichtet, die man den Toten zu Lebzeiten nachgeworfen hat.

Wahrheit ist der Zeit Tochter.
Wahrheit ist der Zeit Tochter, die aber nicht neun Monate zu ihrer Geburt bedarf.
Die Wahrheit ist der Zeit Tochter, sie hat aber nicht neun Monate zu ihrer Geburt von Nöten.

Was man tun muss, das tu man bei Zeit.

Was nicht eine bestimmte, gemessene und gewidmete Zeit hat, das wird alleweg auf ewig verstanden.

Wegen böser Leute kommen schwere Zeiten.

Wenn alte Hunde bellen, ist's Zeit, dass man ausschaut.

Wenn die Zeit kommt, dann, alsdann!

Wer aller Narren Meinung in göttlichen Sachen vor der Zeit wissen will, der wird gewiss ein Narr.

Wer alles bedenkt bei der Zeit, der sattelt, ehe er reit.

Wer auf die Zeit wartet, dem mangelt die Zeit.

Wer der Zeit dient, dient wohl.

Wer der Zeit nicht tut ihr Recht, der fährt in Geschäften schlecht.

Wer der Zeit nicht tut ihr Recht, der wird oft ein armer Knecht.

Wer die Zeit ehrt, den ehrt sie wieder.

Wer Gutes tun will, soll keine Zeit sparen.

Wer nicht kommt zu rechter Zeit, der ist seine Mahlzeit quitt.
Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen (essen), was übrig bleibt.
Wer nicht kommt zu rechter Zeit, der versäumt die Mahlzeit.

Wer nicht spart zur rechten Zeit, darbt zur Unzeit.

Wer sich dem Jagen ganz ergeht, wird gleich den Tieren mit der Zeit.

Wer sich Zeit nimmt, kommt auch.

Wie die Zeit, so die Leut.

Zeit bringt alle Dinge hervor oder an den Tag.

Zeit bringt alles.
Zeit bringt alles, wer warten kann.

Zeit bringt Bescheid.

Zeit bringt (alles) Getreide (nicht der Acker).
Die zeit bringt Frucht, nicht der Acker.
Zeit bringt Korn und nicht der Acker.

Zeit bringt Glück.

Zeit bringt Leid.
unordentliche Zeit bringt Leid.
Alte Zeit bringt Leid.
Die Zeit bringt Leid wie Freude
Die Zeit bringt Schmerz, die Zeit bringt Leid, doch alles wieder heilt die Zeit.
(Im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander steht 1880 die oberste Variante ohne Quellenangabe, nur mit einem anderen kroatischen Spruch. Bis zurück ins 16. Jahrhundert ist dieses Sprichwort verbreitet, oft im Zusammenhang mit anderem davor und dahinter, wie die anderen Variationen aus älterer Zeit belegen.)

Zeit bringt Rosen, aber auch Dornen.

Zeit bringt Rosen (nicht der Stock).

Zeit bringt Rosen und nimmt sie wieder hin.

Zeit bringt Weisheit und Verstand.

Zeit darf man nicht nehmen, Gott gibt sie umsonst.

Zeit, Ebbe und Flut warten auf niemand.

Zeit erleidet alle Dinge.

Die Zeit frisst Stahl und Eisen.
Zeit frisst Berg und Tal, Eisen und Stahl.

Zeit frisst uns das Herz ab.
Zeit nagt uns das Herz ab.

Zeit gebiert Wahrheit.

Zeit gedenkt und vergisst aller Dinge.

Zeit genug und noch wohl getan, darüber bleiben die Wicken im Felde stahn.

Zeit gewonnen, viel gewonnen; Zeit verloren, viel verloren.

Zeit gibt oder bringt Rat.

Zeit gibt und nimmt alles.

Zeit hat Ehre.

Zeit hat Ehre, sprach die Magd, als sie zur Mettezeit vom Tanz nach Hause ging.

Zeit hat Ehre, Zucht hat Zierde.

Zeit hat Ehr', Zeit hat mehr.

Zeit hätte man wohl genug, wenn man sie nur wohl anlegte.

Zeit hätte man wohl genug, wer sie nur wohl anlegte.
(Schon vor Jahrhunderten wusste man über effektives Zeitmanagement bescheid. Nicht nur alles immer mehr zu beschleunigen, bis es wie heute vielfach zu Überlastung von Mensch und Maschinen mit den daraus folgenden Fehlern und Unfällen kommt, ist die Lösung. Die richtige Planung, Aufgaben- und Verantwortungsverteilung sind für das Ganze meist die bessere Lösung. Ebenso wie schon der römische Kaiser Mark Aurel diese Erkenntnis hatte, steht sie 1605 im Sprichwörterbuch „Der Teutschen Weissheit“ von Friedrich Peters (Petri))

Zeit ist an keinen Pfahl gebunden.

Zeit ist der beste Ratgeber.

Zeit ist der Stoff, woraus das Leben gemacht ist.

Zeit ist (des) Zornes Arznei.

Zeit ist ein gnädiger Gott.

Zeit ist Geld.
(Wer das glaubt, sollte einmal sein Geld nehmen und versuchen, damit Zeit zu kaufen. Man kann damit Arbeitskraft und Arbeitszeit von anderen bezahlen, ebenso Arzt und Krankenhausrechnungen, aber selbst der reichste Mensch kann sich für all sein Geld keine zusätzliche Lebenszeit erkaufen oder verflossene zurückholen. Richtiger ist meist, mit diesem Sprichwort als Argument werden andere angetrieben und immer mehr kleinen Leuten mit wenig Geld und Einfluss ihre Lebenskraft, Arbeitskraft und Zeit zum Leben entzogen. Geld hat nur den fiktiven Wert, den man ihm einräumt, selbst ist es wertlos. Zeit dagegen ist ein unbezahlbarer Wert an sich, den jeder nur einmal hat und durch nichts zu ersetzen ist. Ist die Zeit vorbei, dann ist sie unwiederbringlich vorbei.)

Zeit ist Zornes Arznei.

Zeitlos, planlos.

Zeit macht des Menschen Leben zeitig.

Zeit macht flügge.

Zeit macht gesund.

Zeit macht Heu.

Zeit macht und tötet die Leute.

Zeit, Stätte und Stunde, Feld, Hasen und Hunde, machen manchen wilden Mann; das merk, wer merken kann.

Zeit stillt den Zorn.

Zeit und Erfahrung bilden den Verstand.

Zeit und Gelegenheit hat niemand im Ärmel.

Zeit und Staat (Statt) bringt manchen Unflat.
Zeit und Stat [Stadt] macht (bringt) manchen Unflat.

Zeit und Statt (Stadt) bringen einer Gabe Gnad oder Schaden.

Zeit und Stroh macht die Mispeln reif.
Mit Zeit und Stroh werden Mispeln reif.

Zeit und Stunde lehrt den Dieb stehlen.

Zeit und Stunde rennt durch den rausten Tag.

Zeit und Stunde sind ungleich.

Zeit verdeckt und entdeckt alles.

Zeit verlieren ist ein böser Verlust.

Zeit verrät und entdeckt alles.

Zeit verrät und hängt (henkt) den Dieb.

Zeit vertan, Geld vertan.

Zeit, Wind, Frauen und Glück, verändern sich all' Augenblick.

Zeit zu reden, Zeit zu schweigen, Zeit aufzuhören.

Zu diesen Zeiten sind die besten, die weder Fisch noch Vogel, weder Feigen noch Rosinen sind.

Zu Friedenszeit soll man sich auf den Krieg rüsten.

Zu rechter Zeit können geschicklich simulieren, ist große Weisheit, man muss aber kein Handwerk daraus machen.

Zur Zeit ein Narr sein ist auch eine Kunst.

Zu seiner Zeit gilt ein Trunk Wasser ein Glas Wein, ein Heller einen Gulden.

Zu Zeiten gilt ein Becher Wasser mehr, als ein Eimer Wein und ein Groschen mehr als ein Gulden*13.

Zwei Dinge merke: Rede und schweige, wenn's Zeit ist.

allzeit und jederzeit in deutschen Sprichwörtern


Allezeit angel, so hast kein'n Mangel.
Wer allzeit angelt, dem nimmer mangelt.
Wer allzeit braucht die Angel, hat selten großen Mangel.

Allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit glücklich ist betrüglich, eins ums andere ist vergnüglich.
Allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit glücklich ist unmöglich, eins um's andre ist vergnüglich.
Allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit aufrichtig ist ehrlich.

Allzeit fröhlich ist unmöglich.

Allzeit gewinnen macht verdächtig; allzeit verlieren macht verächtlich.

An verlegenem Fleisch kauft man allzeit zu teuer.

Arbeit gewinnt allezeit.

Arbeit gewinnt allezeit etwas.

Arbeit hat allezeit Vorrat.

Auf und ab wie ein Ball tanzt allzeit des Glückes fall.

Backen und Brauen gerät nicht allzeit gleich wohl.
Backen und Brauen gerät nicht allzeit wohl (immer).

Bauern sind allzeit ins zukünftige Jahr reich.

Beschert Gott ein Glück, so befinden sich allzeit zwei Unglücke dabei.

Besser auf einmal Todt, denn allzeit schweben in Not.

Bettelsack steht allzeit leer.

Böser Pfennig kommt allzeit (immer) wieder.

Das Fett will allzeit oben schwimmen.

Einem Armen wird allzeit das Ärgste.

Dem es allezeit zu früh dünkt, der kommt gewiss zu spät.

Den Armen machet reich der Wein, drum sollt' er allzeit trunken sein.

Der alten Leute Meinung ist allzeit die Beste.

Der Alten Mut ist allzeit gut.

Der Durst nach etwas Neuem bleibt uns allezeit in der Kehle und der Hunger zwischen den Zähnen.

Der Habich war allzeit besser, denn der Hättich.

Der Hase will allezeit wieder dahin, wo er geworfen ist.

Der hinkende Bote kommt allzeit hernach und bringt die gewisseste Zeitung.

Der Hofe Wind weht nicht allzeit gleich aus einem Loch.

Der Jungen Tat, der Alten Rat, der Männer Mut sind allzeit gut.

Der kommt allzeit zu spatt, der auszugehen nimmer die weile hat.

Der Mausdreck will allzeit unter den Pfeffer.

Der Schwabe muss allzeit das Leberlein gegessen haben.
Der Schwabe muss allzeit die Leber gegessen haben!

Der Speck ist allzeit feister in andrer Leute Pfannen.

Der Spiegel ist bei den Weibern der beste Ratgeber, der allezeit die Wahrheit redet und doch allezeit geliebt wird.

Der Stolz meint, sein Ei habe allzeit zwei Dotter.

Der Stolz meint, seine Würfel würfen allzeit achtzehn.

Der Teufel lässt allzeit einen bösen Gestank hinter sich.

Der Welt nach kurzen prangen ist allzeit übel gegangen.

Der Zorn kann nicht allzeit die Zunge im Zügel halten.

Die allzeit lehren, (tun) sich nimmer bekehren.

Die besten Gedanken kommen allzeit hinterdrein.

Die Buhler wissen allzeit, wie viel es geschlagen hat.

Die Hand will allezeit bei der Wunde sein.

Die Lahmen und die Blinden sind allezeit dahinten.

Die irdische Liebe führt allezeit was Bitteres mit sich.

Die Mönche fahren allzeit mit paaren zum Teufel.

Die Sitten des Gerechten lassen allezeit einen guten Geruch zurück.

Ehestand ohne Kinder ist nicht allzeit Unglück.

Ehrsucht und Rache sterben allezeit vor Hunger.

Eile ist nicht allzeit gut und macht oft einen betrübten Mut.

Ein Acker und ein Pflug, ein Wasser und ein Krug, durstige Leute und guter Wein, soll allzeit beieinander sein.

Eine Haderkatze*14 bekämpft allzeit ihren Mann.

Einem Armen wird allzeit das Ärgste.

Einem Müßiggänger allzeit zwei Brote.

Eine Sach nicht allzeit wohl gerät, wenn man gleich müh und arbeit hat.

Eines bösen Nachbarn arge List allzeit gar bös und schädlich ist.

Ein falscher Mann von Natur muss han, zu allen Zeiten bösen Wahn.

Ein Feind tut dem andern so weh, als er kann, aber nicht allzeit mit gleich großem Recht.

Einmal Bürgermeister, allzeit Bürgermeister.

Einmal Unrecht, allzeit Unrecht.

Ein reines Ferkel wird selten fett und eine saubere Hand fährt allezeit in mageren Beutel.

Ein Schelm darf seiner Schelmerei nicht allzeit gebrauchen.

Ein Schnarcher find allzeit seinen Meister.

Ein zerbrochenes Schiff hat allezeit Gegenwind.

Er kommt allzeit wieder, wie 'ne Mücke.

Es bedarf ja allzeit einer des andern.

Es bleibt allzeit etwas bekleben, wo man den Lästerspiegel hinschüttet.

Es ist allezeit leichter den Schwanz als den Kopf zu schinden.

Es ist allzeit das Gerücht größer denn die Wahrheit.

Es ist nicht allezeit Gefahr auf dem Meer.

Es ist nicht allzeit bei dem größten Sack der größte Gewinn.

Es ist nicht allzeit Fastelabend*10.

Es ist niemand allzeit gescheit.

Es kommt allzeit Pharao, der Joseph nicht kennt.

Es lässt sich nichts so heimlich treiben, das allezeit sollt verborgen bleiben.

Es weht nicht allzeit derselbe Wind.

Faule haben allzeit Feiertag.

Fliegende Krähe findet allzeit etwas.

Flöhe, Fliegen und Neid, bemühen die Menschen allzeit.

Frauenrat ist gut, aber nicht allzeit.

Freiheit ist nicht allzeit gut.

Frost und Unrecht haben allezeit ein faules Ende.

Fuhrmanns Tasche steht allzeit offen.

Furcht dräuet allzeit mehr Gefahr, denn sonst am Handel selber war.

Gedenk allzeit, Gott sei dein Herr, der dir Gutes geb und dich ernähr.

Geld will allzeit Königin sein.

Gleisner*11 sind wie Hunde, die gegen ihren Herren jederzeit den Wadel schwantzen und zutäppisch sind, es sei gut oder böse.

Gottes Allmacht bleibt allzeit ausgenommen.
Gottes Allmacht ist allzeit ausgenommen.

Große Fische sind nicht allzeit die besten.

Großer Herren Gunst ist ein schwacher Riedstab, der leicht knackt und ein reisefertiger Höfling, der allzeit mit dem Hut in der Hand steht, um Abschied zu nehmen.
(Riedstab = Spazierstock aus spanischem Rohr, auch Riesenschilf.)

Gute Gesetz und Ordnung binden bösen Leuten die Fäuste, dass sie nicht allzeit ihren Willen schaffen können.

Hoffnung hofft allezeit etwas Gutes.

In anderer Leut Töpfen ist der Speck allezeit fetter denn in dem unseren.

In den Badstuben und bei den Scherern erfährt man allzeit etwas Neues.

In der Welt ist's allzeit also gegangen, dass die ärgsten haben wollen, die frömmsten sein.

Jugend hat nicht allzeit Tugend.

Landsknecht und Bäckerschwein wollen allzeit gemästet sein.

Leb nicht allzeit im Vollen, willst du gesund sein.

Lügen guckt allezeit oben mit dem Kopf hinaus.

Lügen hat keinen Bestand, sie müssen allzeit wider sich selbst reden.

Lügen hinkt allzeit auf einem Bein.

Lügen ist allezeit siech und bedarf viel Flickens und Glossierens.

Man find't allzeit mehr Diebe, denn Galgen.

Man gibt dem Armen allzeit das härtest Ende am Stück.

Man kann nicht allzeit mit eignen Ochsen pflügen.

Man kommt zum Unglück allzeit früh genug.

Man macht den Wolf allzeit größer, als er ist.

Man muss in der Welt allzeit die Runde gehen.

Man nimmt allzeit den Dotter für die Schale an.

Man soll nicht alle Geschenke annehmen, auch nicht zu allen Zeiten und an allen Orten noch von allen Leuten.

Meines Nachbarn Kuh gibt allezeit mehr Milch denn meine.

Narren und Kinder waschen allzeit mehr denn weise Leute.

Nieder und schwach findet allzeit Gemach.

Ob schon ein Mensch alt ist, so bleibt doch das Herz allzeit frisch, Böses zu gedenken.

Öl und Wahrheit schwimmen allzeit oben.

Pferdemist will allzeit unter den Äpfeln sein.

Rache macht allzeit ein unruhig bös Gewissen.

Recht bleibt allzeit recht.

Rechte Zeit halten ist ehrlich.

Recht findet allzeit seinen Knecht.

Red allezeit das Beste zu einem Ding, es bedarf dennoch Glücks, das es gerate.

Reine Wäsch und Höflichkeit zieren einen allezeit.

Rote Butter am Spunde, ist nicht allzeit gut auf dem Grunde.

Sag ich die Wahrheit allezeit, so hör ich manchen Widerstreit, drum muss ich oft bei mir ratschlagen, wenn ich je will die Wahrheit sagen.

Selten wohl und allzeit wehe ist das täglich Brot der Ehe.

Stroh im Schuh, Spindel im Sack, Hur im Haus gucken allzeit heraus.

Vernunft ihre Frucht bringt allezeit.

Vorteil ist nicht allezeit Gewinn.

Was in der Wolle gefärbt ist, behält allzeit die Farbe.

Weiche Betten helfen nicht allzeit zum Schlaf.

Weise sein ist nicht allzeit gut.

Wem's allzeit zu früh dünkt, der kommt meist zu spät.

Wenn Gott allzeit sollt nach unserm Willen tun, so würde es uns selten wohlgehen.

Wenn schon die große Glocke gegossen ist, so fehlt's doch allzeit noch am Klöppel.

Wer alles will verfechten, hat allezeit zu rechten.

Wer allezeit einen schwangeren Beutel hat, ist seiner Sparsamkeit viel schuldig.

Wer allezeit mit den Letzten bäckt, bringt selten gutes Brot nach Hause.

Wer allzeit auf den Wind will sehen, der wird nicht säen und nicht mähen.

Wer allzeit säuft und allzeit schlemmt, behält zuletzt kein ganzes Hemd.

Wer allzeit seinem Kopf folgt, dem ist das Hirn durchgraben.

Wer einmal stiehlt, bleibt zeitlebens ein Dieb.
Wer einmal stiehlt, heißt allzeit Dieb.

Wer Geld in Händen hat, dem bleibt allzeit etwas kleben.

Wer nur ein Auge hat, ist allzeit bange dafür.

Zwei Narren in einem Haus haben allzeit Streit und Strauß.

Deutsche Sprichwörter über beizeiten


Aus einem Schädel wird ein Schaden, wenn man nicht beizeiten wehrt.

Beizeiten auf die Zäune, so trocknen die Windeln.

Bei Zeit halt Rat: Denn nach der Tat kommt er zu spat.

Bereitet man den Hühnern nicht beizeiten ein Bett, so legen sie in die Nesseln.

Der Liebe und dem Feuer muss man beizeiten wehren.

Der muss beizeiten aufstehen, der die Mutter mit dem Jungen fangen will.

Die Glückseligen sterben beizeiten.

Es muss sich zeitlich krümmen, was ein guter Haken werden soll.

Was ein guter Haken werden will, krümmt sich bei Zeiten.

Was ein Häkchen (Haken) werden will, krümmt sich beizeiten.

Heißt man dich auch noch so gern willkommen, so musst du doch beizeiten „Auf Wiedersehen“ sagen.

Hilf beizeit, eh es kommt weit.

Laufen ist eine gute Wehr, wer sie beizeiten gebraucht.

Lerne beizeiten, so kannst du's bei den Leuten.

Lösche beizeiten, eh das Feuer zum Dach ausschlägt.
Lösche das Feuer bei Zeiten. eh' es zum Dache hinausschlägt.

Was eine Nessel werden will, brennt bei Zeiten.
Was zur Nessel werden will, brennt jung (zeitig).
Was zur Nessel werden will, fängt zeitig an zu brennen.
Es brennt beizeiten, was eine Nessel werden will.

Was zum Dorn werden will, spitzt sich bei Zeiten.

Wen Falschheit kränkt und Undank quält, der geh beizeiten aus der Welt.

Wer alt will werden, tue beizeiten dazu.

Deutsche Sprichwörter über zeitig


Böses erfährt man zeitig genug.

Einen zeitigen Dieb erläuft ein hinkender Scherge*30. (Büttel.)

Ein zeitig Wort find allzeit Gnad.

Frühzeitiger Witz ist Vorwitz.

Gute Bäume tragen zeitig.

Iss und trink und nimm für gut, denn zeitlich verderben wehe tut.

Manch Laster ist wie ein Rauch, es zeitigt langsam, eh man's brechen kann.

Man sieht zeitig am Kamme, was ein Hahn werden will.

Mit vollem Wagen muss man zeitig fahren.

Oft mit zeitlichem Rat verhütet wird Schimpf und Schad.

Schweigen verantwortet viel, zeitige Rede kommt wohl.

Was früh zeitig wird, fault bald.

Zeitige Birnen fallen zuletzt in den Kot.

Zeitiger Dieb verrät sich selbst.

Zeitige Rede kommt wohl.

Zeitiger Zwang und gute Lehr, die Jugend bringt zu großer Ehr.

Zeitig reif, zeitig rot, zeitig weis, zeitig Tod.

Zeitig und bald tun hat doppel Lohn.

Zeitig zum Markte, langsam zum Kruge.

Zeitliche (zeitige, frühe) Frauen, alte Käsemutter.
(Käsemutter = früher eine Frau, die die Käse macht. Sie war für alles mit der Käseherstellung zusammenhängende verantwortlich und weisungsberechtigt.)

Zeitliche Güter erbt man, Zucht, Tugend kommt nicht also an.

Was zeitig wund wird, das ficht sein Lebtage gern.

Wenn der Dieb zum Galgen zeitig ist, so bringt er den Strang selbst mit.

Wenn der Fuchs zeitig ist, trägt er selber den Balg zum Kürschner.

Wenn die Birne zeitig ist, fällt sie leicht in den Dreck.
Wenn die Birne reif ist, fällt sie vom Baum.

Wer zeitig feiern will, muss fleißig arbeiten.

zeitlos in deutschen Sprichwörtern und vorzeit, Rasezeit, unzeit


Ein jeder hat je einmal seine Rasezeit.

Wer zur Schweigenszeit redet, schlägt den Wind und predigt den Tauben.

Lebe wie vorzeiten, rede wie jetzt.

Alte Schäden und Gebräuche muss man lieber dulden, als sie unzeitig arzneien.

Unzeitige Gabe ist nicht dankenswert.
Unzeitige Gabe verdient keinen Dank.

Unzeitige Wahrheit ist einer Lüge gleich.

Es ist auch die Warheit ein Lüge, zur Unzeit geredet.

Unzeitige Wohltat hat keinen Dank.

Unzeitlich Gebot erkennt der Schöffe nicht für Recht.

Unzeitlich Gebot weist man nicht für Recht.

Die giftigsten Zeitlosen sind bei Hofe.

Deutsche Sprichwörter zur Hochzeit


Der Spielmann gehört an die Hochzeit.

Der Wirt lässt die Weine Hochzeit machen.

Die erste Nacht in der Hochzeit ist gemeiniglich (meist) die letzte in der Liebe.

Dieselbe Glocke läutet zu Gewitter und Hochzeit.

Dieses ist das Hochzeitrecht: Du musst künftig sein der Knecht.

Eine Hochzeit macht die andre.

Eine Hochzeit wird nicht leicht vollbracht, eine andre wird dabei erdacht.
Es wird keine Hochzeit vollbracht, es wird eine andre dabei erdacht.
Es wird nicht leicht eine Hochzeit vollbracht, es wird eine andre dabei erdacht.

Es ist nicht jedermann auf die Hochzeit geladen.
Nicht jeder ist auf die Hochzeit geladen.

Es ist noch keine so köstliche Hochzeit gewesen, dass nicht einer über böse (schlechte) Bewirtung geklagt hätte.

Frühe Hochzeit, lange Liebe.

Hochzeitgehen (Kinderheben) ist ein Ehr, macht den Beutel aber leer.

Hochzeit haben ist besser als Tote begraben.

Keine Hochzeit ohne Gesang, kein Begräbnis ohne Klang.

Lass dem Edelmann sein Wildbret, den Bauern ihre Kirchweih und den Hunden ihre Hochzeit, so bleibst du ungeschoren.
Man lasse den Edelleuten ihr Wildbret, den Bauern ihre Kirmes und den Hunden ihre Hochzeit, so bleibt man ungerauft.

Löffeln macht Hochzeit.

Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.

Mit Einem Arsche kann man nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.

Nach der Hochzeit erkennt man des Weibes Bosheit (Schalkheit) oder Frömmigkeit.
Nach der Hochzeit erkennt man Bosheit

Öftre Hochzeit hat nicht Ehre.

Wenn Hochzeiter und Braut beisammen sind, hat der Teufel Fastnacht.

Wer bittet den Armen zur Hochzeit?