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Über 26.000 Deutsche Sprichwörter

Deutsche Sprichwörter mit W

Deutsche Sprichwörter mit W


Über 26.000 deutsche Sprichwörter


Wie macht / produziert man Sprichwörter?


Dafür muss man laut Wander: „das für diesen Zweck gebildete Sprachgefühl – ich (Wander) möchte es das Sprichwörterohr nennen – besitzen. . . und dann kann nichts als das rasch erkannte Gepräge, das dem Sammler eigene Sprachgefühl, der Sprichwörter-Instinkt, wenn ich so sagen darf, entscheiden.
Ich habe die Sprichwörter nach den obigen Ansichten aufgenommen, auch von keinem meiner geehrten Mitarbeiter einen tabellarischen Nachweis darüber verlangt, ob es ein wirkliches, normal entstandenes, durch Volksbeschluss als solches bestätigtes Sprichwort und nicht ein untergeschobener Wechselbalg sei; . . und mein Leben schien mir zu kurz, um bei jedem einzelnen Ausspruch, den ich bei einem Schriftsteller, in einer Zeitung angeführt fand, oder der mir von einem Sammler und Mitarbeiter geboten wurde, lange und unfruchtbare Erörterungen obiger Art anzustellen. Wenn ich ein Sprichwort einmal auf der Straße oder im Umgange hörte, wenn ich es einmal in einer Schrift angeführt fand, wenn es mir als Sprichwort zugesandt wurde, so nahm ich es in meine Sammlung auf. So ganz ohne Prüfung bin ich indes nicht verfahren; ich sah zunächst schon auf den sprichwörtlichen Charakter und suchte womöglich die Quelle anzugeben, aus der geschöpft war, das Land oder den Ort, wo es vernommen worden u. s. w.,“
(aus der Vorrede zum ersten Band des Deutschen Sprichwörter Lexikons Seite 13 - 14)

Aus den Text von Abraham a Sancta Clara hat Karl Friedrich Wilhelm Wander geschöpft und laut seinem Vorwort sämtliche Sprichwörter, Gleichnisreden, überhaupt alles, was sprichwörtliches Gepräge habe, sorgfältig gelesen und ausgezogen und 1838 in seinem Buch „Abrahamisches Parömakon“ veröffentlicht. Dass die Sprichwörter augenscheinlich nicht bekannt sind, soll der Ursache geschuldet sein, dass sie von Abraham a Sancta Clara so eigentümlich formuliert sind und wohl selten angewandt werden.

Die ersten 5 „Sprichwörter“ aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara ausgezogen lauten in Wanders Buch „Abrahamisches Parömiakon“ von 1838, teilweise mit anderem Wortlaut als bei A. a Sancta Clara:
 
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich. — Nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwandten Leib erwecken.
 
2. Weiber und Weinbeeren machen alle Beutel leer.
Oder:
3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
 
4. Auf den Weinmonat folgt im Kalender der Wintermonat, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler.
 
5. Die Kandel und Andel bringen einen armen Wandel, deswegen sollte Bacchus von Rechtswegen in der einen Hand einen Regimentsstab, in der andern einen Bettelstab führen; nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren.
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Der Originaltext aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara, Bd. 1. Salzburg, 1686, auf Seite 4 bis 5 lautet:
"Zu Dotrecht in Holland war nicht gar vor vielen Jahren ein Gesell, welcher fein sauber all das Seinige verschwendet durch stete Schlemmerei und Unsauberkeit, denn diese beide gemeiniglich verwandt sind und wenn Bacchus hinter dem Ofen sitzt, so heizt die Venus ein und sind diese so nahe beieinander, wie der Knopf bei der Hose. Auch zeigt es die öftere Erfahrung, dass Feuchtigkeit und nässe den Kalk anzündet, nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwanden Leib erwecken, die Weiber aber und Weinbeere machen mehristen Teil alle Beutel eitel und gleichwie in dem Kalender auf den Weinmonat der Wintermonat folget, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler. Dessenthalben soll Bacchus von Rechts wegen in einer Hand ein Regimentsstab, in der anderen Hand ein Bettelstab führen. Nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren, bringen also die Kandl und Andl einen Menschen zu einem armen Wandel."
(Andere Ausgaben sind gleichlautend.)

Allein das „Sprichwörterohr“ von Wander erkannte diese „Sprichwörter“, unabhängig davon, das sie nicht als Sprichwörter im Umlauf waren. Alle Stellen, in denen diese als „Sprichwörter“ auftauchen, datieren nach 1838 und haben wohl aus Wanders Werk geschöpft. Aus der Zeit vorher gibt es keine auffindbare Quelle, in der einer dieser Sprüche außerhalb des Textes von Abraham a Sancta Clara zitiert, oder als Sprichwort bezeichnet wird. Das schließt nicht aus, das Sancta Clara an anderen Stellen auch Sprichwörter gebraucht hat. Die sind aber dann unabhängig von ihm auch bei anderen Autoren als Sprichwörter zu finden.
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Einträge im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander:
   
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich.
(Stichwort Kalk Nr. 13, angegebene Quelle: Parömiakon, 1.)

2. Weiber und Weinbeer machen alle Beutel leer.
(Stichwort Weib Nr. 1128, angegebene Quelle: Parömiakon, 2, Leipziger Tageblatt, Nr. 260 vom 16.9.1864, Seite 1 (Spruch von Abr. a Sancta Clara))
(Möglicherweise hat Wander diesen Spruch in Anlehnung an ein anderes Sprichwort bei Sailer, Seite 100 formuliert: „Drei W machen viel Beutel leer: Würfel, Weiber, Weinbeer'.“ Würfel oder Spiel in Verbindung mit Weib und Wein oder Weinbeere kommen auch in anderen Sprichwörtern und bei anderen Autoren öfters vor.)

3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
(Stichwort Beutel Nr. 24, im Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quellenangabe.)

4. Auf den Weinmonat folgt der Wintermonat.
(Stichwort Weinmonat Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 4.)

5. Kandel und Andel bringen einen armen (bösen) Wandel.
(Stichwort Kandel Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
    Andel und Kandel machen einen bösen Wandel.
(Stichwort Andel (Diminutiv von Anna), angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
Weitere von Wander angegebene Quellen, in denen aber ein etwas anderer Text für das Sprichwort steht. Wander bemängelt den anderen Text bei Karl Simrock als Druckfehler. Wahrscheinlich hat Braun 1840 von Wander (1838) abgeschrieben und den Text etwas verändert, alle anderen dann von ihm.:
    Kandel und Andel bringen einen warmen Mantel.
(Braun 1840, Nr. 1740; Marbach 1842, Seite 52; Simrock 1846, Nr. 5395; Wilhelm Körte zweite Auflage 1861, Nr. 4085 (sind ein warmer Mantel.) Nicht in Körtes 1. Auflage von 1837 enthalten)
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Von Wander angegebenen Quellen zu Sprichwörtern von Abraham a Sancta Clara stammen aus seinem eigenen Buch „Abrahamisches Parömakon“ von 1838, also von ihm selbst oder von anderen, die ihrerseits von ihm abgeschrieben haben. So kann man aus Texten vieler Autoren mit etwas Geschick und Sprichwörterohr Sprichwörter herausziehen und mit Wortumstellungen zu Sprichwörtern machen. Auf Seite 5 der Vorrede in Band 1 des Sprichwörter Lexikons zitiert Wander aus einem Gutachten der Gesellschaft für deutsche Sprache in Berlin „Weil es als Münze, unbesehen und unverändert umläuft, wird nicht jeder Denk- noch Sinnspruch zum Sprichwort." Leider richtet sich Wander nicht danach. Etliche seiner „Sprichwörter“ sind keine Sprichwörter, da sie nie als Sprichwörter unter den Menschen bekannt geworden sind oder umgehen. Sie bleiben, was sie vorher waren, Zitate aus Büchern anderer Autoren, auch wenn sie später bei Wander als „Sprichwörter“ abgeschrieben wurden. Nur wenn sie auch in anderen Quellen zu finden sind, sind es wahrscheinlich wirklich Sprichwörter.

Ein Beispiel für ein echtes Sprichwort durch ältere Quellen:
„Er schickt sich in alle Sättel.“ steht in „Abrahamisches Parömakon“ unter Nr. 2764. Bei A. a Sancta Clara steht im „Wohl angefüllter Weinkeller“ auf Seite 471: „Ein Schmeichler schickt sich in alle Sättel.“ Hier hat auch Sancta Clara ein Sprichwort zur Verdeutlichung seiner Gedanken verwendet. Ältere Quellen finden sich in der deutschen Ausgabe der Baierische Chronik von Johannes Aventin (1477 - 1534), herausgegeben 1566 (Auf alle Sachen und alle Sättel geschickt.), in „Florilegium Ethico-Politicum“ von Jan de Gruytere (1560 - 1627) aus dem Jahr 1612 und 1630 im Politischen Blumengarten von Christoph Lehmann (1568 - 1638), (bei beiden : „Zu schimpf und ernst auf alle Sättel gerecht.“).
   
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Aus einem Gutachten von Dr. Karl Rosenkranz, Rat 1. Klasse und ordentlicher Professor an der Königlichen Universität zu Königsberg zur Sprichwörtersammlung „Preussische Sprichwörter“ von H. Frischbier aus dem Jahr 1864 in der 2. Auflage 1865, Seite 320:

„Sprichwörter erfindet man nicht, sondern man findet sie.“

Leider hat Wander in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon zu viele Sprüche selbst produziert und erfunden. Auf dieser Website sind deutsche Sprichwörter mit W dagegen in den originalen Quellen vorhanden, ebenso wie alle anderen Sprichwörter aus Deutschland von A bis Z. Wenn hier trotzdem besondere, wichtige, neue oder häufige Sprichwörter aus Deutschland fehlen sollten, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Deutsche Sprichwörter von Wenn a bis Wenn die

  

Wenn alle hinken, meint jeder, er gehe recht.


Wenn alle in den Brunnen springen, würdest du nachspringen?


Wenn alle Kugeln träfen, möchte der Teufel Soldat sein.


Wenn alle Menschen fromm wären, so dürfte man keine Tür noch Tor zuschließen.


Wenn alle Sünden alt werden, wird der Geiz jung.


Wenn alle Träume wahr wären, bliebe keine Nonne fromm.


Wenn Allzu dazu kommt, taugt Nichts was.


Wenn alte Hunde bellen, ist's Zeit, dass man ausschaut.


Wenn alte Leute tanzen, ist der Himmel in einer Farbe.


Wenn alte Scheuern*31 brennen, hilft kein Löschen.


Wenn alte Weiber tanzen, machen sie viel Gestäub.


Wenn Äpfel und Nüsse kommen, soll man schäkern.


Wenn auf Lust nicht Unlust folgt, so ist es eine gute Lust.


Wenn Bacchus das Feuer schürt, so sitzt Venus beim Ofen.


Wenn Baueren anfangen zu wüten, so hilft an ihnen kein Güten. (keine Güte.)


Wenn Bauern nicht wären und ihre Güld', wär' ein Bettelsack der Edelleut' Schild.


Wenn Bescherung ist, soll man den Sack auftun und das Zuknüpfen nicht vergessen.


Wenn Blinde und Scheele*28 zusammenkommen, stoßen sie einander über den Haufen.


Wenn Brief, Siegel,  Hand und zusagen nichts mehr gelten, so ist kein Band, das zwischen  Menschen Einigkeit und Vertrauen kann erhalten und ist alle Gewissheit  in Handlungen verloren.

(Dieses über 500 Jahre alte Sprichwort beschreibt heute (2022) Russland mit  Putin als Präsident. Der russische Präsident vor Putin, Jelzin (1931 -  2007, russischer Präsident von 1991 -1999, der 1. demokratisch gewählter Präsident Russlands), war maßgeblich an der Auflösung der Sowjetunion  beteiligt. Putin missachtete alle von Russland vor ihm gegebenen  Garantien und Verträge mit der Ukraine und zettelte mit falschen  Behauptungen den völkerrechtswidrigen Angriffs- und Eroberungskrieg  gegen die Ukraine an.)


Wenn Bruder Date lebt und frisch ist, so steht's um Bruder Dabitur auch wohl. Wenn jener tot, so stirbt dieser auch.


Wenn Bürger mit Fürsten wollen gehen, so müssen sie Geld oder Haar geben.

Wenn Bürger und Bauer mit Fürsten und Herrn wollen gehen, so müssen sie Geld oder Haar geben.

Wollen Bürger mit Fürsten gehen, so müssen sie Geld oder Haar lassen.

Wollen die Bürger mit Fürsten gehen, so müssen sie Geld oder Haar lassen.

(Einer schreibt vom andern ab, macht Fehler und verändert damit ein  Sprichwort. Christoph Lehmann führt in seiner Sammlung 1630 dieses  Sprichwort gleich zwei Mal auf: das oberste auf Seite 329, Nr. 64 und  das zweite auf Seite 106, Nr. 8. Eiselein übernimmt es 1840 (Seite 103)  seinen Angaben nach von Lehmann und und schreibt die 3. Version, die  Simrock 1846 (Nr. 1410) in die unterste überführt.)


Wenn Bürger und Bauern Freiheit haben zu jagen, münzen und fischen, so gehen sie den Herren zur Seite.

(Wenn alle die gleichen Regeln befolgen, wird das heute Demokratie genannt.)

Wenn Danken einen Batzen*2 kostete, behielt' es mancher zurück (in seinem Säckel).

Wenn das Aber nicht wär, so wäre mancher in gutem Lob.

Wenn das allzu dazu kommt, so taugt nicht: Allzu fromm, allzu gut, allzu weiß, allzu recht, allzu gelehrt taug nicht.

Wenn das Alter stark und die Jugend klug wäre, das wäre viel Geldes wert.

Wenn das am grünen Holz geschieht, was soll am dürren werden?
(Das Sprichwort stammt aus der Bibel, Das Evangelium nach Lukas 23, 31:  „Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden?“)

Wenn das Bein gebrochen ist, haut man den Baumstumpf um.

Wenn das Bett gemacht ist, so soll man schlafen gehen, wenn man will.

Wenn das Bier auf die Neige und Hefen gekommen ist, so ists zu lang geharret mit spärlich zapfen.

Wenn das Brot wohlfeil ist, so soll man sein am meisten achten.

Wenn das Dorf brennt, so geht des Pfaffen Haus mit.
Wenn das Dorf brennt, so steht des Pfaffen Haus in Rauch.
   
Man muss (soll) das Eisen schmieden, solange es heiß ist.
Wenn das Eisen glüht, soll man es schmieden.
Wenn das Eisen heiß ist, soll man schmieden.
(Das bedeutet, man sollte schnell handeln, eine sich bietende Gelegenheit  nutzen, bevor sie vorbei ist und es zu spät sein könnte. Das Sprichwort  ist in vielen anderen Ländern ebenfalls bekannt. Nach verschiedenen  unbewiesenen Quellen soll es auf Terenz, Ovid oder andere zurückgehen.  Als deutsches Sprichwort (der 3. Spruch) steht es schon im 17.  Jahrhundert im Sprichwörterbuch „Florilegium Politicum. Politischer  Blumengarten“ von Christophorum Lehmann aus dem Jahr 1630 auf Seite 258, Nr.8 im Kapitel Gelegenheit.)

Wenn das erste Wetter hagelt, so hageln die folgenden auch gern.

Wenn das Essen noch wohl schmeckt, so soll man aufhören.
Wenn einem das Essen am besten schmeckt, muss (soll) man aufhören.

Wenn das Fass leer ist, so wischen die Freunde das Maul und gehen.

Wenn das Fass rinnt, muss man die Reifen treiben.

Wenn das Fass voll ist, läuft's über.

Wenn das Ferkel geboten wird, soll der Sack bereit sein.

Wenn das Ferkel satt ist, so stößt es den Trog um.

Wenn das Ferkel träumt, so ist`s von Trebern.

Wenn das Feuer allenthalben zum Dach ausschlägt, so hilft so bald kein löschen.
Wenn das Feuer allenthalben zum Dach ausschlägt, so ists zu spät zu löschen.
Wenn das Feuer im Dach brennt, so hilft kein löschen.

Wenn das Feuer erloschen ist, spielen die Kinder mit der Asche.
(Das bedeutet, wenn die Gefahr vorbei ist, sind alle mutig, so wie alle den  toten Löwen mit Füssen treten, den sie noch lebend über alle Maßen  fürchteten.)

Wenn das Feuer in der Küche ausgeht, so löscht es auch in den Herzen aus.

Wenn das Feuer kein Holz mehr hat, so verlöschet es.

Wenn das Freien übel gerät, so hat einer das Fegefeuer sein Leben lang im Haus.

Wenn das Gefäß voll ist, läuft's von einem Tropfen über.
(Gleiche Bedeutung wie die Sprichworte: Vom letzten Tropfen läuft der Eimer (das Fass) über. und Ein Ei macht einen vollen Wagen bersten oder das  arabische Sprichwort: Die letzte Feder bricht dem Kamel den Rücken.)

   
Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt.
Sobald das Geld im Kasten klingt, alsbald die Seel in Himmel springt.
Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.
Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt.
Ausruf des Ablasspredigers und Mitglied der Dominikaner Johann Tetzel.
 Tetzel wurde um 1460 in Pirna oder Leipzig geboren und starb am  11.8.1519 in Leipzig. Mit der Art eines Marktschreiers soll er den  Ablasshandel eröffnet haben. Der ins Hochdeutsche übertragen heutzutage  allgemein geläufige Ausruf (die drei ersteren) und ein mögliches  Original (der Vierte).

Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts war der Ablasshandel streng geregelt, nur bestimmte Sündenstrafen konnten durch Geld und keinesfalls ohne tätige  Reue erlassen werden. Als Alternative für Reue und Bußleistungen und zur Finanzierung der leeren Kirchenkassen wurden die Ablassbriefe erfunden. Wer einen Ablassbrief kaufte, konnte sich zweimal im Leben, ganz ohne  Beichte und anderer Auflagen oder Reuebeweis,zu einem beliebigen  Zeitpunkt und in seiner Todesstunde, von allen Sünden freikaufen. Selbst ein Dokument, das bereits verstorbenen Angehörigen volle Gnade  zusicherte, konnte erworben werden. Bezahlt wurde nach Stand und  Vermögen: Grafen und Adlige bezahlten sechs bis zehn Gulden, Bürger und  Kaufleute drei, Handwerker nur einen Gulden. Ein Paar Schuhe kostete  damals ca. einen Gulden. Völlig Mittellose mussten beten und fasten,  manchmal jahrelang bei Wasser und Brot.
1504 begann Tetzel seine Tätigkeit im Ablasshandel und übertrieb dessen  Umfang. Die eine Hälfte der Einnahmen diente dem Bau des Petersdoms in  Rom, die andere Hälfte teilten sich der Erzbischof Albrecht von  Brandenburg und der jeweilige Ablassprediger. Mit den Einkünften  bezahlte der Erzbischof seine Schulden bei den Fuggern, deren Vertreter  mit Tetzel unterwegs waren und die Tilgungssummen umgehend einzogen.
Martin Luther, Beichtvater vieler Wittenberger, bemerkte Tetzels Ablasshandel  und prangerte das seiner Meinung nach schändlichen Tun an. Seine  Vorstellung von einem sündigen Menschen, der sich einem Leben der Reue  und Demut unterwirft, würde damit geradezu verhöhnte. Die 95 Thesen, die Luther in Wittenberg veröffentlicht haben soll, sollen die Reaktion  seiner tief greifenden Enttäuschung darauf sein und gelten als Auslöser  der Reformation.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Tetzel

Wenn das Geld redet, muss ein jeder das Maul halten.

Wenn das Glück am höchsten ist, so versieh dich des Falls.

Wenn das Glück anpocht, soll man ihm auftun.

Wenn das Glück aufgeht, so schneit es Freunde, wen es aber untergeht, hagelt es Feinde.

Wenn das Glück den Püffel krönt, so tut jedermann der Kron gebührende Reverenz.
(Püffel = Büffel. Als Büffel wurden grobe, ungehobelte Menschen oder Flegel bezeichnet.)

Wenn das Glück den Mann sucht, so ist gut handeln.

Wenn das Glück den Menschen sucht, so hilft er sich wohl.

Wenn das Glück dir Küchlein backt, so will es dich fassen und erdrücken.

Wenn das Glück einem schmeichelt, so wills ihm den Hals abstechen.

Wenn das Glück einen freundlich anlacht, so will sich das Glücksrad verkehren.

Wenn das Glück gewählt den Mann, gilt es gleich, was er kann.

Wenn das Glück groß ist, muss man das Unglück fürchten.

Wenn das Glück nicht will an den Mann, so gilt's gleich, was er kann.
Wenn das Glück nicht will an den Mann, so hilft doch nichts, was er kann.

Wenn das Glück wohl will dem Mann, so gilt's, gleich was er kann.

Wenn das Glück zum Tanz bläst, so will es jagen.

Wenn das Haupt krank ist, so siechen die Glieder.

 
Wenn der Kopf krank ist, legen alle Glieder ihr Beileid ab.
Wenn der Kopf schmerzt, leiden alle Glieder.
Wenn's Haupt krank ist, trauern die Glieder.

Wenn das Herz das Fieber hat, kann die Zunge nicht wohlauf sein.

Wenn das Herz getroffen wird, so lässt sich's merken und rührt sich wie Wachteln im Korn.

Wenn das Kalb ist wie die Kuh, so sind der Huren zwo.

Wenn das Kind ertrunken ist, deckt man den Brunnen.

Wenn das Kind getauft ist, will es jedermann halten.

Wenn das Korn bei vollen Scheuern*31 aufschlägt, dann fällt es bei ledigen wieder.
 
Wenn das Korn wohlfeil ist, so sind die Fische teuer.

Wenn das Land auf den Knien liegt, so muss der Regent aufrecht stehen.

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus.

Wenn das Loch unter der Nase zu wäre, blieb viel bös unterwegen.
Wenn das Loch unter der Nase zu wäre, wie dem Frosch nach St. Jacobs Tag, so bliebe viel unterwegen.

Wenn das Maß voll ist, so läuft's über.
Wenn’s Maß voll ist, läuft es über.

Wenn das Mäusel die Katze hört maunzen, so bleibt sie im Loch.

Wenn das Meer still ist, so kann jeder fahren.

Wenn das nicht gut für die Wanzen ist!

Wenn das Pferd satt ist, so trauert es.

 

Wenn das Pferd voll ist, so ist es faul.

Wenn das Pferd zu alt ist, spannt man's in den Karren.

Wenn das Regiment bei Nacht vom Mann und bei Tag vom Weib geführt wird, dann stimmen Pfeife und Geige zusammen.

Wenn das Salz dumm ist, womit soll man salzen?

Wenn das Schaf dem Wolf traut, so kost es das Fell.

Wenn das Schaf den Wolf will wecken, so muss es sein gut Fell darstrecken.
Wenn das Schaf will den Wolf wecken, so muss es das Fell herstrecken.

Wenn das Schaf gestohlen ist, so sagt der Schäfer: Der Wolf hat's getan.

Wenn das Schaf gestorben ist, so schert man ihm weiter keine Wolle ab.

Wenn das Schiff aufrecht geht, so kann jeder ein Schiffmann sein.
Wenn's Schiff gut geht, will jeder Schiffsherr sein.

Wenn das Schiff bresthaft ist, so sind ihm alle Winde zuwider.
(bresthaft = alte Bezeichnung für gebrechlich, kränklich, behindert, mit Gebrechen behaftet. Vorwiegende Verwendung in Süddeutschland und Österreich. Nach Adelungs Wörterbuch um 1780 bedeutet es eigentlich jemanden, dem ein  Glied seines Leibes fehlt. Die Bezeichnung gilt heute als abwertend und  diskriminierend und wurde deswegen meist durch andere ersetzt. Wenn in  Sprichwort ein Schiff bresthaft ist, dann hat das Schiff ein Leck. Das  bedeutet, ein Ungeschickter findet überall Hindernisse und Probleme.)

Wenn das Schiff bricht, so weiß ein Tor, dass nicht recht gefahren ist.

Wenn das Schiff gesunken ist, so ist jeder ein Steuermann.

Wenn das Spiel am besten ist, soll man ablassen.

Wenn das Spiel aus ist, sieht man, wer gewonnen hat.

Wenn das Spital brennt, so sieht man, wie viel Krüppel sind.

Wenn das Wasser über die Körbe geht, soll man das Schiff lösen.

Wenn das Wasser über die Steine läuft, wird es rein.
Wenn's Wasser läuft über drei Steine wird's wieder reine!

Wenn das Weib die Töpfe zerbricht und der Mann die Krüge, so gibt es viel Scherben im Haus.
Wenn das Weib die Töpfe bricht, und der Mann die Krüge, so muss es im Hause viele Scherben geben.
Wo der Mann Hafen*15 bricht und das Weib Krüge, da ist das gedeihen aus.
Zerbricht der Mann Gropen (Häfen, Töpfe), so zerbricht das Weib Krüge.

Wenn das Werk getan ist, ist der Tadel unwert.

Wenn das Wort heraus ist, gehört's einem andern.
Wenn das Wort heraus ist, ist es eines andern.

Wenn das Wörtlein wenn nicht wär, wär mancher Bettler ein reicher Herr.

Wenn das Wort von der Zungen, so ist der Mann gebunden.

Wenn dein Verdienst bei Weisen gilt, sei ruhig, wenn der Tor dich schilt.

Wenn dem Esel zu wohl ist, so geht er aufs Eis (tanzen) und bricht ein Bein.
Wenn dem Esel zu wohl tut sein, tanzt er aufs Eis und bricht ein Bein.
Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis.
Als dem Esel zu wohl ward, ging er aufs Eis und brach ein Bein.

Wenn dem Esel zu wohl ist, so gumpet (springt) er.

Wenn dem Fass der Boden ausgestoßen ist, so bleibt die Hefe auch nicht darin.


Wenn dem Füllen wohl ist, so gumpets.

(gumpen = springen, hüpfen, tanzen, toben, ausschlagen.)


Wenn der Abt die Würfel auflegt, dürfen die Brüder spielen.
So der Abt Würfel auflegt, mögen die andern Brüder kühnlich mitspielen.
Wenn der Abt die Würfel gibt, so spielen die Brüder.
Wenn der Abt die Würfel auflegt, hat das Konvent Macht zu spielen.
Wenn der Abt die Würfel auflegt, so ist dem Konvent das Spielen erlaubt.
Wenn der Abt Würfel auflegt, so spielt das Konvent.

Wenn der Abt spielt, so mögen die Mönche zechen.

Wenn der Altar zerbrochen ist, so steckt niemands Kerzen mehr drauf.

Wenn der alte Hund bellt, soll man aufsehen.
Wenn ein alter Hund bellt, soll man hinausschauen (hinaussehen).
Wenn ein alter Hund bellt, so siehe aus.

Wenn der Arme dem Reichen schenkt, so ist es visierlich, dass der Teufel darüber lacht.
(visierlich = nett, zierlich und fein, eigentlich was gut und kunstgerecht  entworfen ist; beim Essen: delikat, lecker, empfindlich im essen. Kann  aber auch die Bedeutungen seltsam, wunderlich, auffallend, drollig,  lustig haben.     Erklärung aus dem Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm)

Wenn der Arme ein gut Öchslein hat, so greifen zehn Hände danach; hat er ein stuck Brotes, so kommt ein Hund, und nimmts ihm.

Wenn der Arme fällt, so stoßen ihm auch seine Freunde zu Boden.


Wenn der Bär Hunger leidet, saugt er seine Pfoten allzeit.

Wenn der Bart gelehrt machte, so wäre ein Ziegenbock auch wohl gelehrt.

Wenn der Bauch schwillt, sieht man, wo es gilt.

Wenn der Bauch voll ist, ist das Haupt blöde.

Wenn der Bauer aufs Pferd kommt, reitet er schärfer als der Edelmann.

Wenn der Bauer nicht muss, rührt er weder Hand noch Fuß.

Wenn der Bauer wohlgesehen sein will, so muss er mit den Füßen in den Händen kommen.
(Das bedeutet, er muss mit den Füßen Hühnern, Gänsen und Enten in der Hand  kommen. Er ist überall willkommen, wenn er mit Geflügel in den Händen  als Geschenk kommt.)
Wenn der Baum fällt, so haut und bricht jedermann Holz. Liegt er, so gibt er, liegt er nicht, so gibt er nicht.

Wenn der Baum gefällt ist, rühmt man seinen Schatten.

Wenn der Baum jung ist, lässt er sich ziehen, nicht wenn er gewachsen.

Wenn der Baum liegt, will jeder Späne lesen.

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg kommen.
(Das bedeutet, man muss selbst etwas tun, wenn andere das erwartete oder geforderte nicht tun. Man muss selbst aktiv werden, damit etwas getan wird. Dies Sprichwort soll auf eine türkisch-muslimische Anekdote des Hodscha Nasreddin zurückgehen, der im 13./14. Jahrhundert in Akşehir im südwestlichen Anatolien gelebt haben soll. Francis Bacon (1561-1626) hat die Anekdote um 1600 in seinem Essay „Of Boldness“ (Die Kühnheit) thematisiert. Ebenso der deutsche Dichter Friedrich von Hagedorn (1708 - 1754) in seinem Epigramm „Mohammed und der Berg“.
Mohammed wurde einmal aufgefordert, ein Wunder zu zeigen. Der forderte darauf einen nahen Hügel auf, zu ihm zu kommen. Trotz mehrfacher Wiederholung der Aufforderung geschah nichts. Darauf sagt Mohammed, er wolle auf das Ausbleiben des Wunders nicht zürnen, sondern demutsvoll, wenn der Berg nicht zu ihm kommt, selbst zum Berg gehen.)

Wenn der Besen verbraucht ist, so muss er in den Ofen.

Wenn der Besen verbraucht ist, so sieht man erst, wozu er gedient hat.

Wenn der Bettler aufs Ross kommt, so reitet er vornehmer als der Herr.

Wenn der Bettler nichts haben soll, verliert er das Brot aus dem Sack.

Wenn der Blinde den Lahmen trägt, kommen sie beide fort.

Wenn der Bock zum Gärtner wird, die jungen Bäum' er selten ziert.


Wenn der Boden zu fett ist, so erstickt die Furche.

Wenn der Dieb reif für den Galgen ist, bringt er den Strick selbst herbei.
Wenn der Dieb zum Galgen zeitig ist, so bringt er den Strang selbst mit.
Wenn der Dieb zum Galgen zeitig ist, muss er den Strick selbst beibringen.
Wenn ein Dieb am Galgen zeitig ist, so muss er den Strick selber bringen.
(Erklärung zu diesem Sprichwort von Joachim Christian Blum im zweiten band seines Sprichwörterbuches aus dem Jahr 1782: „Gottes Vorsehung lässt den Verbrecher eine Zeit lang hingehen, bis er sein Maß und weisen Absichten erfüllt hat. Dann erreicht ihn die Strafe, und die Umstände treffen so wunderbar zusammen, dass er nicht umhinkann, sich oft selbst zu verraten, sich zur Verurteilung seinem Richter selbst auszuliefern.“)

Wenn der Dieb sich nähren möchte (müsste) käm’ er nicht an den Galgen.

Wenn der Diener reich wird und der Herr arm, so taugen beide nichts.

Wenn der Dreck Mist wird, will er gefahren sein.

Wenn der Dreck zum Pfeffer wird, beißt er am stärksten.

Wenn der eine Fuß strauchelt, so ist der andere nicht ohne Gefahr zu fallen.

Wenn der eine nicht will, so können nicht zwei spielen.

Wenn der Engel zum Teufel wird, so gibt es einen bösen Teufel.
Wenn ein Engel ein Teufel wird, so er gar bös.
Wenn ein Engel zum Teufel wird, so gibts gar einen bösen Teufel.

Wenn der Esel auch eine Löwenhaut trägt, die Ohren gucken doch heraus (gucken vor).
(Sprichwort nach einer Fabel des Äsop. Die Fabel bei wikipedia.und im Projekt Gutenberg,)

Wenn der Esel größer wird als der Stall, so tut man den Stall in den Esel.

Wenn der Esel in den ersten zehn Jahren keinen Schwanz kriegt, so bleibt er gewiss ein Mutz.
(Mutz = ein Tier mit gestutztem Schwanz.)

Wenn der Esel in die Mühle kommt, so sagt er i-ah.

Wenn der Esel nicht seine volle Last trägt, so wird er krank.

Wenn der Esel nicht will Säcke tragen, so schlägt man ihn.

Wenn der Esel nicht will, so muss er.

Wenn der Esel seine Tracht hat, so weiß er, wie er gehen soll.

Wenn der Esel weit läuft, ist er darum nicht gelehrt.

Wenn der Feind im Haus ist, muss man ihn nicht draußen suchen.

Wenn der Fisch in ein faules Wasser kommt, so kann er nicht mehr lang leben.

Wenn der Fisch ins dritte Wasser kommt, so verursacht er den Tod.
Wenn gekochter Fisch ins dritte Wasser kommt, wird er ungesund.
(Früher wurde gesagt, man sollte auf Fisch kein Wasser oder Bier trinken. So bemerkten Petri 1605 und Henisch 1616 in ihren Sammlungen: „das ist, wenn man nicht Wein, sondern Bier aus Wasser gekocht drauf trinkt.“ Körte und Simrock fügten im 19. Jahrhundert „gekocht“ hinzu und der „Tod“ wurde durch „ungesund“ abgeschwächt.)

Wenn der Fleischer füttert, will er mästen.

Wenn der Fuchs den Raben lobt, so kommt der Rabe um seinen Käse.

Wenn der Fuchs den Schwanz verloren hat, so sagt er, es sei eine Last und wollt, dass andere ihre Schwänze auch lassen müssen.
Wenn der Fuchs den Schwanz verloren hat, so sehe er gern, dass kein Fuchs einen Schwanz hätte.

Wenn der Fuchs die Gänse lehrt, ihren Kragen er als Lehrgeld begehrt.
Wenn der Fuchs die Gänse lehrt, so ist ihr Kragen sein Schulgeld (Lehrgeld).
(Fast gleichlautend sagt man von den Wölfen.)

Wenn der Fuchs die Pfoten leckt, so mögen die Bauern Achtung auf die Hühner geben.

Wenn der Fuchs flieht, behält er den Balg ganz.

Wenn der Fuchs Gänse fangen will, so wedelt er mit dem Schwanze.

Wenn der Fuchspelz abgezogen, steht der Höfling nackend da.

Wenn der Fuchs predigt, so hüte der Gänse.
Wenn der Fuchs predigt, so nimm die Gänse in acht.
Predigt der Fuchs, dann gib auf deine Gänse acht.

Wenn der Fuchs stattliche Versicherungen gibt, dass er kein Huhn fressen wolle, so sind die Brief so gut wie sein Mut.

Wenn ein Fuchs über die Hasenspur läuft, so verliert der Hund die Spur.

Wenn der Fuchs und Storch einander zu Gast laden, so betrügt ein Betrüger den andern.
Wenn der Fuchs und Storch einander zu Gast laden, welcher ungegessen ist kommen, der geht hungrig heim.
Der Fuchs und Storch sind einer des andern Gasterei nichts gebessert.
(Sprichwort nach der Fabel Der Fuchs und der Storch von Äsop. Fabel bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Fuchs_und_der_Storch)

Wenn der Fuchs zeitig ist, trägt er selber den Balg zum Kürschner.

Wenn der Fuhrmann nicht mehr fahren kann, so knallt er mit der Peitsche.

Wenn der Fürst einen Apfel will, bringen seine Diener den ganzen Baum.
Wenn der Fürst seinen Untertanen einen Apfel nimmt, so nehmen seine Diener den ganzen Baum.

Wenn der Gast am liebsten ist, soll er wandern (sich trollen).
(Erklärung dazu 1837 bei Wilhelm Körte: „Der Gast muss weder dem Wirte lästig werden durch Zögern, noch dieser jenem beschwerlich fallen durch Bitten, dazubleiben.“)

Wenn der Geiß wohl ist, so scharrt sie.

Wenn der Gottlose einem Schalk flucht, so flucht er sich selber.

Wenn der große Beutel kommt, so verwirft man den kleinen.

Wenn der Hafen*15 bricht, spart man den Scherben nicht.
Wenn der Hafen*15 zerbrochen ist, spart man selten die Scherben.

Wenn der Hagel in die Küche schlägt, dann hat es allenthalben getroffen.

Wenn der Hahn dem Fuchs traut, so kostest ihm seinen Kragen.
Wenn der Hahn dem Fuchs zu viel traut, so kostet es ihm sein Leben.

Wenn der Hase läuft über den Weg, so ist das Unglück schon auf dem Steg.

Wenn der Has in den Pfeffer kommt, wird er schwarz.

Wenn der Haussherr verachtet ist, so wird sein Gesinde nicht viel gelten.

Wenn der Herr kurzsichtig ist, so ist der Knecht gar blind.

Wenn der Herr lacht, so singt der Diener.

Wenn der Himmel einfällt, bleibt nirgend ein Stuhl stehen.

Wenn der Himmel einfällt, so können die Vögel keine Nester mehr bauen.

Wenn der Himmel einfällt, so sind alle Töpfe und Bäume zerschlagen.

Wenn der Himmel einfiele, bliebe kein alter Topf ganz.
Wenn der Himmel einfiele, bliebe kein Zaunstecken ganz.

Wenn der Himmel einfiiele, was würden wir für Vögel fangen.

Wenn der Himmel einfiele, zerschlüg' er mehr Kacheln als Öfen.

Wenn der Hirt nicht mehr Freiheit hätte als das Schaf, so müsste er auch Gras essen.
Hätte der Hirt nicht mehr Freiheit als das Schaf, so müsste er auch Gras fressen.

Wenn der Hirt schläft, so sind (stehen) die Schafe in Furcht.

Wenn der Hund am Bein nagt, so kennt er keinen Freund.

Wenn der Hund den Prügel nicht achtet, achtet er der Worte nicht.

Wenn der Hund gar Lappen frisst, er auch das Leder nicht vergisst.

Wenn der Hund hofiert, so kann er nicht bellen.

Wenn der Hund nicht Lust hat zu jagen, reitet er auf dem Hintern.
Wenn man die Hunde zum Jagen nötigt, so reiten sie auf'm Arsch.

Wenn der Hund schon das Bein zwischen den Zähnen hat, so hebt er seinen Schwanz auf und kennt keinen Freund.

Wenn der Hund schon zu Hof ist gewesen, so ist er doch kein Junker.

Wenn der Hund unten liegt, beißen ihn alle Hunde.

Wenn der Hund wacht, mag der Hirt schlafen.

Wenn der Hund will sch– gehn, so sieht man ihn gekrumpen stehn.

Wenn der Junge wüsste, was der Alte bedarf, würde er oft den Säckel zulassen.
Wüsste der Junge, was der Alte bedürfte, so würde er oft den Säckel zulassen.

Wenn der Kaiser stirbt, setzt sich der König in den Sattel.
Stirbt der Kaiser, so setzt sich der König in den Sattel.

Wenn der Karren im Dreck steckt, werden viel Worte gemacht.
Wenn der Wagen im Kot(e) steckt, werden viele Worte gemacht.

Wenn der Koch verhungert, soll man ihn unter den Herd begraben.

Wenn der Kohl am besten schmeckt, soll man aufhören.

Wenn der Kopf ein Narr ist, muss es der ganze Leib entgelten.

Wenn der Kopf grindig ist, haben die Hände Freiheit zu kratzen und zu säubern, aber die Füße sollen sich's nicht anmaßen.

Wenn der Kopf lausig und grindig ist, soll man ihn darum nicht abhauen.

Wenn der Kopf wund ist, verbindet man vergeblich (umsonst) die Füße.

Wenn der Krieg anfängt, so eröffnen sich die Pforten der Hölle.

Wenn der Krug voll ist, so geht er über. (läuft er über)

Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel.

Wenn der Kuckuck Eier legt, so muss ein fremdes Nest herhalten.

Wenn der Kuckuck gleich hundert Jahre singe, so kann er doch keinen andern Gesang, denn Kuckuck.
Wenn der Kuckuck tausend Jahr alt würde, so lernt er doch nichts anders denn Kuckuck.

Wenn der Kuckuck nach Johanni singt, einen nassen Herbst er bringt.

Wenn der Löwe brüllt, so zittert der Wald.

Wenn der Löwe tot ist, hüpfen auch die Hasen auf ihn.

Wenn der Mai ein Gärtner ist, ist er auch ein Bauer.

Wenn der Mann die Frau einmal schlägt, schlägt er sie mehr.

Wenn der Mann einlöffelt und die Frau ausscheffelt*29, muss die Wirtschaft zugrunde gehen.
Wenn die Frau einlöffelt und die der Mann ausscheffelt*29, so geht die Wirtschaft zugrunde.

Wenn der Mann verwundet ist, soll man nicht die Frau pflastern.

Wenn der Meister kommt daher, gilt das Meisterlein nicht mehr.
Wenn der Meister kommt heran, hat das Meisterchen getan.

Wenn der Meister kommt, ist es ums Spiel der Schüler getan.

Wenn der Mensch schläft, so hat er das Haupt im Magen.

Wenn der Mühlgraben trocken steht, ist auch der Mehlkasten leer.

Wenn der Mutter Hemd der Tochter gerecht wird, so nimmt sie gemeiniglich auch der Mutter Gang an.

Wenn der Nagel tief ist eingeschlagen, kann man ihn nicht unverbrochen herausziehen.

Wenn der Pfennig läutet, läuft jedermann zur Kirche.

Wenn der Pfuscher hat reichlich Brot, muss der Künstler leiden Not.
(Das Sprichwort beweist sich heute genauso wie früher. Wenn immer nur das vermeintlich Billige im Internet gekauft wird, erhält meist minderwertige Ware, wird oft betrogen oder verliert alles. Die vorhandene Qualität der örtlichen Hersteller und Händler bleibt wegen immer geringer werdender Nachfrage auf der Strecke und verschwindet endlich. Zurück bleiben die Menschen, die keine Qualität mehr bekommen und über den Schund überall klagen, den sie mit ihrem eigenen Verhalten selbst verursacht haben.)

Wenn der Pracher*26 nichts haben soll, so verliert er das Brot aus dem Sack.

Wenn der Pracher*26 wandern will, flickt er de Sack.

Wenn der Pracher*26 was hat, so hat er keinen Napf.
(Verschiedenste Sprichwörter gibt es auch in etlichen deutschen Mundarten. In Plattdeutsch: Wenn de Pracher wat hett, ſo hett he keenen Napp.)

Wenn der Rat nach Schnaps riecht, ist er bedenklich.

Wenn der rechte Joseph kommt, sagt Maria ja.

Wenn der Regen vorüber ist, so nimmst du den Regenmantel um.

Wenn der Ruß an der Pfanne brennt, so gibt's Regen.
(In einigen neueren Quellen wird dieses alte Sprichwort etwas verändert zitiert und als Kalenderspruch bezeichnet: „Wenn der Ruß an der Pfanne brennt, dann schlägt das Wetter um.“ Aber auch heute kann genauso wenig wie Wander im Sprichwörter Lexikon im 19. Jahrhundert erklären, welcher Zusammenhang zwischen brennenden Ruß und dem Wetter besteht. Vielleicht ein erster Warnhinweis auf den Klimawandel?)

Wenn der Sack voll ist, bindet man ihn zu.

Wenn der Sack kommt, wirft man den Beutel hinter die Kiste.

Wenn der Sack voll ist, erstreckt er den Zipfel.

Wenn der Sack voll ist, reckt er die Ohren.

Wenn der Sack voll ist, strotzt er sich auf.

Wenn der Sattel leer ist, kann man aufsitzen.

Wenn der Schäfer den Wolf lobt, so liebt er gewiss nicht seine Schafe.
Wenn die Schäfer die Wölfe rühmen, so lieben sie selten ihre Schafe.

Wenn der Schalk vom Brot sagt, so meint er Stein; sagt er vom Wasser, so meint er Feuer.

Wenn der Scherz am besten ist, soll man aufhören.

Wenn der Schild neu ist, hängt man ihn an die Wand, wenn er alt wird, wirft man ihn unter die Bank.
Ist der Schild neu, so hängt man ihn an die Wand; wird er alt, so stößt man ihn unter die Bank.
(Ein altes Sprichwort, das schon Ende des 14. Jahrhunderts schriftlich belegt ist (Deutsche Sprichwörtersammlung aus dem 14. Jahrhundert, 1870 veröffentlicht in den Sitzungsberichten der königlich bairischen Akademie der Wissenschaften von Konrad Hofmann.). Auch damals war es wohl schon üblich, Neues für wertvoller als Altes anzusehen, dass man ruhig schlechter behandeln und achtlos in eine Ecke werfen kann. Der Irrglaube, nur Neues hat einen Wert, zeigt sich heute in der Mode, die sich teilweise viermal im Jahr ändert (aus eigener Erfahrung aber oft von extrem schlechterer Qualität als Älteres). Warum soll etwas Gutes plötzlich schlecht sein, wenn etwas Neues oder anderes in einer anderen Farbe, abgerundet (wo vorher Ecken waren), oder neuen Namen und anderen Unnützem kommt (Elektronik, Autos, Mode oder anderes)?)

Wenn der Schimpf am besten ist, soll man aufhören.
(Schimpf = Scherz)

Wenn der Schlag nicht offen steht, kann der Vogel nicht einfliegen.

Wenn der Schneekönig wiederkommt!

Wenn der Schnee vergeht, wird sich's finden.

Wenn der Schneider keinen Knoten macht, so verliert er alle Stiche.

Wenn der Schneider nicht einen Knopf an den Faden macht, so ist der erste Stich vergeblich.

Wenn der Schreiber nichts taugt, gibt er der Feder die Schuld.

Wenn der Schub da ist, helfen die Zeugen nicht.

Wenn der Spanier einem fluchen will, so wünscht er ihm, dass all sein Hab und Gut zu Geld verkehrt werde.

Wenn der Sperling nisten will, sucht er viel Löcher.

Wenn der Sperling unter dem Dach ist, muss die Schwalbe herumfliegen.

Wenn der Stahl vom Messer vernutzt ist, so schneidet's nicht mehr.

Wenn der Stein aus der Hand ist, ist er des Teufels.
Wenn der Wurf aus der Hand ist, ist er des Teufels.
Wenn der Wurf aus der Hand, so ist er in des Teufels Gewalt.

Wenn der Stein umläuft, soll man schleifen.

Wenn der Storch die Erbsenstoppel sieht, jagt er die Jungen vom Neste.

Wenn der Strick am strengsten ist, reißt er.

Wenn der Teufel alt wird, will er ein Mönch werden.
Wenn der Teufel krank wird, will er ein Mönch werden.

Wenn der Teufel an frommen Eltern nichts schaffen kann, so richt er sich an ihre Kinder.

Wenn der Teufel ausgelassen ist und die Trommel poltert, so gilt der Soldat dreißig Kreuzer.

Wenn der Teufel das Pferd holt, holt er auch den Zaum dazu.

Wenn der Teufel die Leute betrügen will, so ist er schön wie ein Engel.

Wenn der Teufel die Vernunft will zur Hure machen, kann er ihr das Licht leichtlich ausputzen.

Wenn der Teufel einen Vormund hätte, kam' er um die Hölle.

Wenn der Teufel geht in seiner Gestalt, (so) erkennt ihn jedermann alsbald.
Wenn der Teufel in seiner Gestalt geht, so kennt ihn jedermann.
(Ein Sprichwort, zwei Versionen. Die untere Version steht 1630 bei Christoph Lehmann auf Seite 335, Nr. 55. Josua Eiselein schreibt das Sprichwort 1838 ab und verändert es (wahrscheinlich wegen des Reimens) in den oberen Wortlaut, den Braun 1840 (ohne das Wort „so“) von ihm abschreibt. Wander schreibt gleich beide Versionen als angeblich unterschiedliche Sprichwörter in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon, lässt bei der oberen Version (Teufel Nr. 756) die Quellen weg und nennt sie alle nur bei der unteren (Teufel Nr. 899))
Der Teufel weiß wohl, wenn er in seiner Gestalt wollt gehen, dass jedermann den Schwefel würde kennen und fliehen, drum hängt er einen ehrbaren Mantel um sich, so kennt man ihn nicht.
(Diese Version ebenfalls 1630 bei Lehmann auf Seite 744 unter Nr. 29.)

Wenn der Teufel ledig wird, so hüte dich.

Wenn der Teufel ledig wird, so muss man auf einen Ort gehen.
Wenn der Teufel ledig wird, so muss man untertreten.

Wenn der Teufel lügt, so redet er seine Wahrheit und ein jeder der lügt und betrügt, der entlehnt es aus Teufelskram.

Wenn der Teufel will seine Unlust abwaschen, so geht er zur Melancholie ins Bad.

Wenn der Teufel zwischen zwei alten Weibern sitzt, ist's purer Hochmut.

Wenn der Tod kommt, so bringt er einen Wechselbrief ohne Nachsicht.

Wenn der Topf gebrochen ist, so macht man kein Werk mehr von den Stücken.

Wenn der Trank kommt, ist die Red aus.

Wenn der Verschwender nicht eigene Güter hat, so nimmt er, was er findet.

Wenn der Wächter nicht wacht, wacht der Dieb.

Wenn der Wagen aufrecht steht, so sitzt jedermann darauf; fällt er, so flieht jedermann davon.

Wenn der Wagen fällt, hat er fünf Räder.
Fällt der Wagen, so hat er allemal fünf Räder.

Wenn der Wandersmann getrunken hat, so wendet er den Rücken gegen den Brunnen.
Wenn der Wanderer getrunken hat, wendet er dem Brunnen den Rücken zu.

Wenn der warme Wind kommt, so schmilzt das Eis.

Wenn der Wein eingeht, geht der Mund auf.

Wenn der Wein niedersitzt (niederschmeckt), schwimmen die Worte empor (oben).

Wenn der Wein verschüttet ist, so schöpft man wieder so viel auf, als man kann.

Wenn der Wein vom Fass abgelaufen ist, so verlaufen sich auch die Tischfreunde.

Wenn der Wein zu wild wird, so schlag ihn mit der Wasserstange, damit er dich nicht schlage.
Will der Wein zu wild sein, so schlag ihn mit der Wasserstange.

Wenn der Weißdorn blüht, hören die Hechte auf zu laichen.

Wenn der Wind in einen Haufen Federn stößt (bläst), so sind sie bald zerstreut.

Wenn der Wolf altert, reiten ihn die Krähen.
Wenn ein Wolf alt wird, reiten ihn die Krähen.
(Das Sprichwort bedeutet, ein hartherziger Reicher oder wenn jemand in seinem Leben böse gehandelt und anderen Schaden und Kummer bereitet hat, darf nicht alt werden. Sobald er alt und schwächer geworden ist, werden seine früheren Opfer alles daran setzen, sich zu rächen, ihm zu schaden und alles Heimzahlen, was er ihnen vorher angetan hat.)

Wenn der Wolf das Schaf heiratet!

Wenn der Wolf die Geißen beten lehrt, frisst er sie fürs Lehrgeld.
Wenn der Wolf die Gans beten lehrt, so gilt's ihren Kragen.
(Fast gleichlautend sagt man von den Füchsen.)

Wenn der Wolf eine Kapp angezogen und predigt, so muss man Hunde zum Zuhören schicken.

Wenn der Wolf ein Schaf frisst, so segnet's ihm der Rabe.

Wenn der Wolf gefangen ist, stellt er sich wie ein Schaf.

Wenn der Wolf psalmodiert, gelüstet ihn der Schafe.

Wenn der Wolf will, so hat das Lamm unrecht, es stehe oben oder unten an dem Bach.

Wenn der Wolf zum Hirten wird, so sind die Schafe bald verzehrt.

Wenn der Wucherer stirbt, freuen sich viere: der Erbe wegen des Geldes, der Glöckner wegen der Leiche, der Arme wegen des wohlfeilen Brots und der Teufel um die Seele.

Wenn der Zaun fällt, springen die Hunde darüber.

Wenn der Ziege wohl ist, so scharrt sie.

Wenn der Zimmermann lang' um's Holz herumspaziert, fällt kein Span davon.
Wenn der Zimmermann lange um das Holz spazieren geht, so fallen kein Span davon.

Wenn der Zimmermann spielen geht, fallen keine Späne.

Wenn des Nachbars Haus brennt, muss man löschen helfen.
Wenn des Nachbars Haus brennt, so gilt es dem eigenen.
Wenn des Nachbars Haus brennt, so gilt's euch auch.
Wenn des Nachbars Haus brennt, so steht (ist) auch das deinige in Gefahr.

Wenn des Nachbarn Haus brennt, so kann leicht ein Funken deins auch anstecken.

Wenn des Nachbarn Haus lichterloh brennt, so lass das löschen und erhalt das deine.
Wenn dich die bösen Buben locken, dann sollst du in der Stube hocken.
Wenn dich die bösen Buben locken, so folge ihnen nicht.
(Nach der Bibel, Altes Testament, Die Sprüche Salomos 1, 10: „Mein Sohn, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.“)

Wenn dich eine Frau hasst, so hat sie dich geliebt, liebt dich oder wird dich lieben.

Wenn dich einer nach Rom trüge, und setzte dich nur einmal unsanft nieder, so wäre alle Liebe auf einmal verschüttet.

Wenn die alten Gäule gehend werden, so ist kein Halten.

Wenn die alten Hunde bellen, so sollen die jungen aufmerken.

Wenn die alten Katzen mausen, so haben die jungen gut mauen.

Wenn die alten Katzen wohl mausen, so sind die jungen glatt und schlicht.

Wenn die alten Kühe tanzen, so klappern ihnen die Klauen.

Wenn die Arbeit aus ist, so wird der Knecht unwert.

Wenn die Arbeit geschehen ist, so ist sie süß.

Wenn die Armut zur Tür eingeht, fliegt die Liebe zum Tempel hinaus.


Wenn die Augen mit dem Geldbeutel auf den Markt gehen, muss der Magen sich auf Fasttage richten.

Wenn die Augen nicht sehen, wo wollten die Füße hingehen.

Wenn die Bauern besoffen sind, laufen die Pferde am besten.

Wenn die Bauern Eis sch–, dann muss es kalt sein.

Wenn die Bauern mit Edelleuten wollen zum Bier gehen, so müssen sie Geld oder Haare geben.

Wenn die Biene gestorben, macht sie nicht mehr Honig.

Wenn die Birne reif ist, fällt sie vom Baum.
Wenn die Birne zeitig ist, fällt sie in Kot.
Wenn die Birne zeitig ist, fällt sie leicht in den Dreck.
(In der Sammlung von Christoph Lehmann aus dem Jahr 1630 steht dieses Sprichwort im Kapitel „Jungfrau“. Damit ist gemeint, wenn eine Jungfrau nicht rechtzeitig von einem Mann zur Frau genommen wird, kommt sie möglicherweise vom rechten Weg ab, kommt in Armut, wird Bettlerin, wird kriminell, kommt auf die schiefe Bahn oder wird Hure. Für eine Frau, die früher alleine so gut wie keine Rechte hatte, war es fast unmöglich, alleine selbstständig und ehrlich zu leben.)

Wenn die Blase voll ist, so zerknillt (zerplatzt) sie, oder Gott sticht ein Loch hinein.
Wenn die Blase zu voll ist, zerplatzt sie.

Wenn die Blatter voll ist, so zerspringt sie.

Wenn die Buben Soldaten spielen, so gibt's Krieg.

Wenn die Bürger zu Rathaus gehen, so geht der Bauer vor.

Wenn die dicken Wolken vorüber sind, so wettert es anders.

Wenn die Drescher Feierabend haben, liegen die Flegel auf dem Tisch.

Wenn die Dummen zu Markt gehen, kriegen die Klugen Geld.

Wenn die Ehebrecherinnen gleich leisetreten, so knarren ihnen doch die Pantoffeln.

Wenn die Eheliebe erst ein wenig eingebogen wird, so pflegt sie darnach vollends gar entzwei zu brechen.

Wenn die Ehre einen Riss bekommt, so klafft sie (steht sie jedem offen).

Wenn die Eltern ihre Kinder beieinanderhaben, so denken sie nur in ein Haus, steuern sie die Kinder aus, so müssen sie in viele Häuser denken.

Wann die Enten im Haufen baden und quietschen, so folgt gern ein Regen.

Wenn die Esel reiten, so kommt schlecht Wetter.

Wenn die Federn den Autor machten, wäre die Gans auch nicht zu verachten.

Wenn die Fische aus der Pfanne springen, so fallen sie ins Feuer.

Wenn die Flamme gelöscht ist, so machen noch die Kohlen Unlust.

Wenn die Flamme keine Luft hat, so verlöscht das Licht.

Wenn die Fliege nisten will, sucht sie Löcher.

Wenn die Flüsse aufwärts fließen und die Hasen Jäger schießen und die Mäuse Katzen fressen, dann erst will ich dich vergessen.

Wenn die Forellen früh laichen, so gibt es viel Schnee.

Wenn die Frau den Durchlass geborgt hat, so bringt der Mann nimmermehr etwas für sich.

Wenn die Frau eine Wasche hat, so hat der Mann eine seltsame Frau und ein böses Hemd.

Wenn die Frauen gut gehen und die Kühe (Bienen) gut stehen, kann der Mann reich werden.
(In diesem Sprichwort bedeutet das: „gut gehen“ soviel wie: „rasch wegsterben“. Das Sprichwort bedeutet also, der Mann wird reich, wenn er seine reiche Frau beerben kann.)

Wenn die Frau ihre Scham verliert, so geht sie daran ohne Zaum: das heißt den Schemel unters Bette stoßen.

Wenn die Frau sonst nichts weiß zu sagen, so klag sie über ihre Hausmagd.

Wenn die Frau tot ist, hat die Schwägerschaft ein Ende.

Wenn die Frösche den Storch, die Tauben den Habicht, die Schafe den Wolf, die Hühner den Fuchs, die Pferde die Menschen zu Schutzherrn erwählen, so müssen sie ihre Haut in acht nehmen.

Wenn die Füchse gleich noch so verschlagen und abgefeimt wären, so streift sie doch der Jäger und der Kürschner kauft sie.
(verschlagen = durch Schläge klug geworden und hinterhältig schlau sein. abgefeimt = vom veralteten abfeimen - vom Schaum befreien und dadurch reinigen. Das bedeutet, in allen Schlichen und Schlechtigkeiten erfahren, in unmoralischer Weise schlau und raffiniert.)

Wenn die Fürsten mit den Priestern gehn, ist's um des Volkes Wohl geschehn.

Wenn die Füße den Kopf regierten, so ging's drüber und drunter.

Wenn die Füße gebunden sind, so läuft die Zunge am meisten.

Wenn die Gans das Wasser sieht, so zappelt ihr der Steiß.

Wenn die Gäule ausgedrüsen, so werden sie gesund hernach.
(Das bedeutet, Menschen oder auch Tiere bekommen in ihrer Jugend verschiedene Kinderkrankheiten und erfreuen sich später als Erwachsene einer langen Gesundheit. Weiter hieß es, dass ohne diese jugendlichen Krankheiten wohl nicht sehr alt werden würden. Diese Erkenntnis war schon im Mittelalter verbreitet und fand ihren Niederschlag im Sprichwort (bei Agricola 1530, Sprichwort Nr. 504). Heute kennt man die wahren Ursachen in der Immunisierung durch den Kontakt mit Krankheitskeimen. Durch Impfungen wird sie gezielt und erfolgreich für die Gesundheit eingesetzt. Leider gibt es viele Impfverweigerer, die sich durch offensiv weitverbreitete negative Einzelfälle in ihrer Meinung bestätigt fühlen und die vielen positiven, aber meist unbekannt bleibenden Beispiele, nicht beachten.)

Wenn die Geizigen einem einen Heller*17 abschinden können, so meinen sie, sie haben einen Gulden*13 gewonnen.

Wenn die Gelegenheit grüßt, muss man ihr danken.

Wenn die Gelehrten regieren oder die Regierenden studieren, so steht es wohl um ein Regiment.

Wenn die großen (Glocken) klingen hört man die kleinen Glocken nicht.

Wenn die Hände voneinander sind, so kann man nichts tun oder Gutes schaffen.

Wenn die Hasen den Löwen predigen sollen, so müssen sie Haar lassen.

Wenn die Henne ihr Gackern ließe, so wüsste man nicht, wo sie gelegt hat.

Wenn die Henne krähen will, so muss der Hahn schweigen.

Wenn die Henne kräht vor dem Hahn und das Weib redet vor dem Mann, so soll man die Henne braten und das Weib mit Prügeln beraten.
(Etliche Männer glauben auch heute noch, so handeln zu müssen. Die übersehen dabei, dass das Sprichwort schon mehrere Hundert Jahre alt ist und somit deren Einstellungen und Meinungen ebenfalls von vorgestern sind.)

Wenn die Henne nicht brütet, wie will sie Hühnchen zuwege bringen.
(Das bedeutet, man bringt nichts zu Ende, nichts wird fertig, wenn man nicht bei einer Sache bleibt.)

Wenn die Henn zum Hahn kommt, vergisst sie die Küken.

Wenn die Herren bauern und die Bauern herren, so gibt's Lumpen.

Wenn die Herren Brauer und Becker sind, so geht es über arme Leut.

Wenn die Herren sich raufen, müssen die Bauern Haar lassen.
Wenn die Herren zanken oder einander raufen, so muss der arme Mann das Haar herleihen.
Wenn große Herrn einander raufen, tun sie der Armen Haar ergreifen.
Wenn große Herren raufen, müssen die Bauern Haare lassen.
Wenn große Herren raufen, so muss der arme Mann die Haare dazu hergeben.
Wenn große Herren sich raufen, so müssen die Untertanen die Haare hergeben.
Wenn sich die Herren raufen, müssen die Bauern die Haare darleihen.
Wo die Herren raufen, muss der Bauer Haare lassen.
(darleihen = veraltet: als Darlehen geben.  Variationen von diesem alten Sprichwort lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurück nachweisen. Es gilt heute genauso wie vor Jahrhunderten, wenn die großen sich streiten, leiden immer die Kleinen. Die Untertanen, früher meist Bauern, litten unter den Kriegen der Herrscher und Könige. Im Dreißigjährigen Krieg starb die Hälfte der deutschen Bevölkerung, im 2. Weltkrieg starben über 60 Millionen Menschen, nur wegen Machtansprüchen und Größenwahn. Heute, 2022, sterben die russischen Soldaten für den Größenwahn ihres Präsidenten und ermorden dafür Tausende unschuldiger Ukrainer. Putin will das Ukrainische Volk vernichten und auslöschen: wer kein Russe sein will, soll aus den von Russland besetzten Teilen, oder möglichst aus der ganzen Ukraine vertrieben werden, falls er nicht schon vorher geflohen oder getötet wurde. Putin will eine von Ukrainern befreite Ukraine der Russischen Föderation als Neurussland einverleiben. Mir kommen da die Pläne der Nazis in den Sinn bei ihrem Angriff auf die Sowjetunion. Die Nazis haben auf ihrem Rückzug nur verbrannte Erde hinterlassen wollen, Putin tut es ihnen gleich, verbrennt, zerstört und tötet bei seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg aber schon vorher alles und alle. Wo Putin angreift oder Land erobern will, leiden und sterben alle anderen.)

Wenn die Herrn vom Rathause kommen, sind sie am klügsten.

Wenn die Herzen getrennt sind, so gehen die Hände auch voneinander.

Wenn die Hirten sich zanken, hat der Wolf gewonnen Spiel.

Wenn die Hunde gähnen, ist die beste Jagd vorbei.

Wenn die Hunde nicht zu Hause sind, so ist der Fuchs König.

Wenn die Hunde schlafen, hat der Wolf gut Schafe stehlen.

Wenn die Huren schimpfen, so bricht die Schand aus.

Wenn die Huren spinnen, so ist die Nahrung krank.
Wenn Huren spinnen, so ist die Nahrung schwach.

Wenn die Hure trunken ist, so ist sie eine Törin.

Wenn die Jahre gerecht machten, so wäre der Teufel der allerheiligste auf Erden.

Wenn die Katz den Spieß leckt, so ist ihr der Braten nicht zu trauen.

Wenn die Katz einmal einen Vogel frisst (gefressen hat), so muss sie immer hören, Katz vom Vogel.
Wenn einmal eine Katze einen Vogel frisst, so muss sie hernach allemal hören, Katze vom Vogel.

Wenn die Katzen Junge haben, mausen sie fleißig.

Wenn die Katzen mausen, hängen sie keine Schellen an.

Wenn die Katze vorm Loch sitzt, bleibt die Maus daheim, so ists ihr Witz.

Wenn die Keuschheit zum Tanze kommt, so tanzt sie auf gläsernen Schuhen.

Wenn die Kinder beginnen groß zu werden, so wird die Mutter alt.

Wenn die Kinder eine Stiefmutter haben, so haben sie auch einen Stiefvater.
Wer eine Stiefmutter hat, hat auch (wohl) einen Stiefvater.
(Das bedeutet, des lieben Hausfriedens mit seiner neuen Frau willens, wird auch der leibliche Vater leicht stiefväterlich.)

Wenn die Kinder lernen gute Bissen kennen, so ist das studieren aus.

Wenn die Kinderschuhe zerbrochen sind, legt man Stiefel an.

Wenn die Kirche voll ist, singt der Pfaff, was er kann.

Wenn die Kirschen reif sind, braucht man den Spatzen keinen Boten zu schicken.

Wenn die Kirschen vorbei sind, schmecken sie noch einmal so gut.


Wenn die Kraniche miteinander streiten, kann man sie mit Händen fangen.

Wenn die Krippe leer ist, schlagen sich die Pferde im Stalle.

Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, so merkt sie erst, wozu er gut gewesen ist.
Die Kuh weiß nicht, wozu ihr der Schwanz dient, bis sie ihn verloren.

Wenn die Kuh gestohlen ist, sperrt man den Stall.

Wenn die Kuh keine Milch mehr gibt, so gehört sie dem Metzger.

Wenn die Kuh nicht mit dem Ochsen frisst, so hat sie entweder vorher gefressen oder wird nachher fressen.

Wenn die Kuh nimmer Milch gibt, gehört sie unter den Schlegel.

Wenn die Kuh weg ist, so bessert man den Stall oder zankt um die Haut.

Wenn die Lämmer satt sind, schlafen sie oder spielen.

Wenn die Laubfrösche knarren, so mag man wohl auf Regen harren.

Wenn die Laus einmal im Pelze sitzt, so ist sie schwer wieder herauszubringen.

Wenn die Laus in den Grind kommt, so brüstet und mästet sie sich.

Wenn die Laus in den Grind kommt, so hebt sie den Hintern in die Höhe und wird stolz.

Wenn die Leute gesund sind, sind die Ärzte krank (am Beutel).

Wenn die Liebe so zunähme, wie sie abnimmt, so fräßen sich die Eheleute vor Liebe.

Wenn die Liebe zwischen den Liebenden stets wachsen wollt, würde eines dem andern vor liebe das Maul abbeißen.

Wenn die Lüge kalt wird, so stinkt sie.

Wenn die Lügner schwören, wollen sie dich tören.

Wenn die Lust empfangen hat (ist), so gebiert sie die Sünde.

Wenn die Lustflut verlaufen ist, wird auch nur Schlamm sichtbar.

Wenn die Magd Frau wird, jagt sie den Herrn aus dem Hause.

Wenn die Magd mit Schüsseln spielt, werden sie langsam gespült.

Wenn die Mäuler von selbst aufgehen, kommen bessere Zeiten.

Wenn die Mäuse laufen, so schmeckt das Bier am besten.

Wenn die Maus in die Mühle kommt, so bildet sie sich ein, sie sei der Müller selbst.

Wenn die Maus satt ist, schmeckt das Mehl bitter.
Ist die Maus satt, schmeckt das Mehl bitter.

Wenn die Metzen wähnen, es wären Lumpen, so sind es Zumpen.

Wenn die Mönche bald reisen, so kommt Regen.

Wenn die Mücke die Schildkröte sticht, so verdirbt sie ihren Stachel.

Wenn die Mücke ein Hühnerei legen will, ist's ihr Tod.

Wenn die Mutter nicht züchtig und schamhaft ist, so wird es die Tochter nicht sein wollen.

Wenn die Nachtigall Heuschober (Heuhaufen) sieht, hört sie auf zu schlagen.

Wenn die Narren kein Brot äßen, wäre das Korn wohlfeil.

Wenn die Not am größten, dann ist Gottes Hilfe am nächsten.
Wenn die Not am höchsten ist, ist die Hülfe Gottes am nächsten.

Wenn die Nuss gespalten so kommt man desto eher zum Kern.
(Das Sprichwort bezieht sich auf die Möglichkeiten, wenn ein Mann eine Witwe heiratet.)

Wenn die Obrigkeit lebt wie Luzifer, so werden die Untertanen zu Teufeln.

Wenn die Pfaffen reisen, so regnet es.

Wenn die Pfaffen sich in den Haaren liegen, so lacht der Teufel.

Wenn die Pferde am Wagen gleich ziehen, so gehts fort.

Wenn die Reichen bauen, haben die Armen zu tun.

Wenn die Rute ausgedient hat, muss sie in den Ofen.

Wenn die Sackpfeife nicht voll ist, so girrt sie nicht.







Wenn die Schafe blöken, fällt ihnen das Futter aus dem Maule.

Wenn die Scheide nicht will, kann der Degen nicht hinein.

Wenn die Schlange anfängt zu zischen, der Hund zu knurren und die Hure zu weinen, so will die Erste stechen, der andere beißen und die dritte beschmeißen.

Wenn die Schlange den Kopf ins Loch gebrach hat, so wischt sie bald mit dem Schwanz hintennach.

Wenn die Schwalbe den Sperling ins Nest lässt, so muss sie wandern.

Wenn die Schwalbe flieht, bleibt der Sperling sitzen.
Wenn die Schwalben fortfliegen, bleiben die Spatzen hier.
Wenn die Schwalbe wegfliegt, so bleibt der Sperling.

Wenn die Schwalben fliegen, so bleiben hier die Fliegen.

Wenn die Schwalben nieder fliegen und die Tauben baden, so bedeutet's Regen.

Wenn die Sonne aufgeht, so helf Gott dem Reif am Zaun.

Wenn die Sonne aufgeht, wird es Tag.

Wenn die Sonne den Schnee wegleckt, so blickt hervor, was er bedeckt.

Wenn die Sonne scheint, nimm den Mantel mit auf die Reise.

Wenn die Sonne scheint und es zugleich regnet, so ist es in der Hölle Kirchweih.
Wenn es bei Sonnenschein regnet, so ist Kirmes in der Hölle.

Wenn die Sonne unter(gegangen) ist, stehen alle Kühe im Schatten.

Wenn die Sonne vom Himmel fiele, säßen wir alle im Dunkeln.

Wenn die Speise mindert, so mehrt der Hunger.

Wenn die Städter aufs Land kommen, ist es so, als wenn die Füllen aus dem Stall kommen.

Wenn die Stute den Hengst tritt, tut es ihm nicht weh.
(Einen richtigen Mann kümmert eine Beleidigung von Frauen nicht, er beachtet sie nicht.)

Wenn die Tage längen, fangen sie an zu strengen.
Wenn die Tage langen, kommt der Winter gegangen.
Wenn sich die Tage beginnen zu längen, so beginnt sich der Winter zu strengen.
Wenn beginnt der Tag zu längen, so kommt die Kälte gegangen.
Wann der Tag beginnt zu langen, kommt der Frost erst angegangen.
(Als Erklärung schreibt Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon: „Man pflegt diese Zeit auch wohl die kalten Hundstage zu nennen.“)

Wenn die Tiefe verläuft, versetzt man die Backen.

Wenn die Torheit eine Krankheit wäre, so würde man in allen Häusern winseln hören.

Wenn die Untertanen bellen, soll der Fürst die Ohren spitzen.

Wenn die Untertanen verderben, kann die Herrschaft nichts von ihnen erben.


Wenn die Vernunft gestorben, so geht die Gerechtigkeit zu Grabe.

Wenn die Waffen sprechen, schweigen die Musen.

Wenn die Waisen kommen in der Vormünder Hände, das ist, als wenn die Vögel kommen in der Kinder Hände.

Wenn die Weiber waschen und backen, haben sie den Teufel im Nacken.
Weiber, wenn sie waschen und backen, haben den Teufel im Nacken.

Wenn die Worte Leute schlügen, so wäre er ein tapferer Mann.

Wenn die Zeit kommt, dann, alsdann!

Wenn die Ziege Wasser sieht, so will sie trinken.

Wenn die Zunge die Grenze der Zähne überschreitet, ist sie in eines anderen Botmäßigkeit.

Wenn die Zunge ein Spieß wäre, was müssten wir für Barbiere (Wundärzte) haben!


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