Was ein andrer vertrunken hat, das hab ich nicht zu zahlen.
Was ein Ding ist, das macht man draus, aus grobem Tuch ein grob Kleid, aus Seiden, ein Seidenes.
Was ein Dorn werden will, muss die Spitze in die Höhe kehren.
Was ein Dorn werden will, spitzt sich früh (das sticht).
Es sticht beizeiten, was ein Dorn werden will.
Was eine an den Wocken*28bindet, das spinnt sie auch.
Was einem am Herzen liegt, und wehe tut davon muss er reden.
Was einem am ungesundesten ist, das isst er am liebsten.
Was einem an die Seele gebacken, das kann man mit keinem Scheidewasser losbeizen (abwaschen), es ist das letzte Hemd so wir antun und das Laken, an welchem wir zu Grabe getragen werden.
Was einem an seine Ehre tritt, das pflegt man gern zu verhüten oder abzulehnen.
Was einem begegnet, das kann jedermann begegnen.
Was einem begegnet, das mag auch einem jeden begegnen.
Was einem die Natur hat eingepflanzt, das wäscht ihm weder Elbe oder Rhein ab.
Was einem einmal hat gefallen, das liebt er stets vor andern allen.
Was einem frommt, das klagt der andre.
Was einem fügt oder wohl bekommt, das schadet dem andern.
Was einem liebt, das leidet dem andern.
Was einem Narren ohne Schaden ist, das bringt einem Weisen Gefahr.
Was einem neue Mär zuträgt, das trägt sie auch wieder hinweg.
(Mär = aus dem Althochdeutschem māren - verkünden, rühmen. Oft ironisch oder scherzhafte Erzählung, seltsame Geschichte oder unglaubwürdiger Bericht.)
Was einem nicht beschert ist, da führt eine Mücke auf dem Schwanz dahin.
Was einem nicht beschert ist, das nimmt eine Mücke hin.
Das nimmt 'ne Mücke auf dem Schwanz' über'n Rhein.
Was einem nicht im Leib ist, das tut ihm kein Schaden drin.
Was einem nicht kann werden, das ist das Liebste auf Erden!
Was einem nicht soll werden, ist das Liebste auf Erden.
Was einem nicht Not ist, das ist auch um ein Heller zu teuer.
Was einem recht, ist allen recht.
Was einem Recht ist, ist allen Recht.
Was einem Reichen übel ansteht, das steht vielmehr einem Armen übel an.
Was einem sauer und schwer angekommen ist, des gedenkt er mit desto mehr Freuden.
Was einem selbst nicht sauer worden ist, des acht er auch desto weniger.
Was einem nicht ist sauer worden, das achtet er nicht.
Was einem wehe tut, das hat man auch im Mund.
(Stille Post bei der Erklärung der Bedeutung von Sprichwörtern. Erstmals erscheint dieses Sprichwort 1630 in der Sammlung von Christoph Lehmann. Josua Eiselein übernimmt es 1838 von Lehmann und fügt die Erklärung „die Zunge“ hinzu. 1876 schreibt Wander es in den 4. Band seines Deutsches Sprichwörter Lexikons ab und bemerkt dazu „Nämlich die Zunge, die einem am meisten wehe tut.“, was falsch ist. Die Zunge als Gegenstand kommt im Sprichwort nicht vor und ist auch nicht gemeint. In anderen Sprichwörtern steht die Zunge öfters stellvertretend für das, was gesagt wird. Hier ist es ebenso: Was einen bedrück, Probleme bereitet und sprichwörtlich weh tut, davon redet man am meisten und hat damit das, was einem wehe tut auch im Mund.)
Was einem widerfährt, das kann einem andern auch geschehen.
Was einem zu eng ist, ist dreien zu weit, und nur zweien gerecht.
Was einem zu eng ist, ist zweien zu weit; das dritte Haupt trägt schwer daran.
Was einem zu eng ist, das ist zweien gerecht und Dreien allzu weit.
Was einem zu weit, ist dreien zu eng und nur zweien gerecht.
(Damit sind Heimlichkeiten und Geheimnisse gemeint. Ein oder zwei Menschen können Geheimnisse für sich behalten, sobald es aber drei wissen, werden es wahrscheinlich bald alle wissen.)
Was einen Anfang hat, das hat auch ein Ende.
Was eine Nessel werden will, brennt beizeiten.
Was zur Nessel werden will, brennt jung (zeitig).
Was zur Nessel werden will, fängt zeitig an zu brennen.
Es brennt beizeiten, was eine Nessel werden will.
Was einen nicht angeht, das soll er lassen vorübergehen.
Was einen übergehen soll, das geht nicht um ihn hin.
Was einer am andern straft, das hat er oft selbst beide Hände voll.
Was einer am Trünklein Wein erspart, das muss er auf dem Siechbett verzehren.
Was einer angefangen oder zugeschnitten, soll ein anderer nicht ausmachen.
Was einer arges hat getan, sollst du nicht aufrücken jedermann.
Was einer bald geben kann, das soll er nicht zweimal zusagen.
Was einer baut, das zerbricht oft der andre.
Was einer baut mit den Händen, das zertritt und zerbricht er oft selbst mit den Füssen.
Was einer braut, das muss er auch trinken können.
Was einer daheim hat, das braucht er nicht außen zu suchen.
Was einer duldet, das rächt der andre.
Was einer fürchtet, das liegt ihm täglich auf dem Hals.
Was einer für ein Mann gewesen sei, das find sich an seinen Nachkommen.
Was einer gern tut, das ist keine Last.
Was einer gern isst, das ist seine Speise.
Was einer gern tut, das tut er zum Ersten.
Was einer gern wollt, das glaubt er leichtlich.
„Was einer hat, das hat er!“, sagte der Schneider, und ließ, statt einer Kuh, eine Geiß aus dem Stall.
Was einer heute hat, das will er morgen mehr haben.
Was einer hört, das mag er wohl sagen, aber nicht alles, was er sieht.
Was einer im Sinn hat, das sieht man ihm an den Augen an.
Was einer ist, das ist der andere eher gewesen oder kanns noch werden.
Was einer ist, das kann man aus ihm machen.
Was einer ist, das sind wir alle.
Was einer jung sät, das erntet er, wenn er alt wird.
Was einer kann, das greift er an.
Was einer kann, das kann er einem andern auch lehren und von sich sagen.
Was einer kann verlieren, das ist nicht sein eigen.
Was einer kann verlieren, das soll er nicht für sein eigen achten.
Was einer Kreatur gebührt, am andern genug zu finden ist.
Was einer lernen will, das soll er nicht spät anfangen.
Was einer liebt, darauf stehen seine Gedanken.
Was einer liebt (oder fürcht), das ist sein Gott.
Was einer lobt, das schilt der andre.
Was einer nicht backt, das braut der andere.
Was einer nicht gegessen hat, das kann er nicht speien.
Was einer nicht gern hat, das glaubt er desto weniger.
(Ein altes Sprichwort, was sich bei vielen heute immer wieder bewahrheitet. Wer die Vorsichtsmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie nicht leiden kann, glaubt nicht an die Gefahr. Er geht auf Demonstrationen dagegen, auf Feiern und Veranstaltungen und beachtet nicht die kleinsten Vorsichtsmaßnahmen und verbreitet den Virus umso mehr. Verantwortung gegen sich und erst recht gegenüber anderen sieht anders aus und ist vielen Unbekannt.)
Was einer nicht gern tut, das vergisst er bald.
Was einer nicht gesehen hat, das soll er nicht fast für wahr halten.
Was einer nicht hat, davon darf er keine Rechnung geben.
Was einer nicht hat genossen, das hat er auch nicht zu entgelten.
Was einer nicht hat gesät, das soll er auch nicht ernten oder schneiden.
Was einer nicht im Sinn hat, das kommt ihm zuerst in den Sinn.
Was einer nicht ist, kann er noch werden.
Was einer nicht kann, des soll er sich nicht unterstehen.
Was einer nicht kennt, darnach er sich nicht sehnt.
Was einer nicht versteht, das kann er auch keinem andern lehren.
Was einer nicht weiß, das kränkt ihn nicht.
Was einer nicht weiß, das schadet ihm nicht.
(Ein 500 Jahre altes Sprichwort, dass nicht stimmt. Warum gibt es denn überall so viele Spione, die alles vorher unbekanntes erfahren und wissen wollen? Feindliche Absichten, die man nicht kennt, schaden einem mehr, als wenn man sich durch ihr Wissen darauf vorbereiten kann. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine 2022 beweist es. Leider hat sich die freie Welt von Putin jahrelang an der Nase herumführen lassen, obwohl alle es wussten? Jetzt ist der Schaden da, der hätte vermieden werden können.)
Was einer nicht weiß, das tut ihm nicht weh.
Was einer nicht weiß, weiß der andere.
Was einer nimmt am Tag in acht, daher kommt ihm ein Traum zur Nacht.
Was einer öffentlich nicht tun mag, das soll er auch heimlich lassen.
Was einer nicht tun mag öffentlich, soll er auch lassen heimlich.
(Laut J. Eiselein (1840) ist dieser Spruch von Friedrich dem Schönen (1289 - 1330) leider ohne genaue Quellenangabe, von dem Wander ihn gleich zwei Mal (Oeffentlich ohne Nr. und Thun Nr. 244) in sein Deutsches Sprichwörter Lexikon übernommen hat. Neuerdings wird auch Molière (1622 - 1673) als Autor genannt. Diese Nennungen stammen alle aus den letzten Jahren ohne eine Angabe, wo in seinen Werken das stehen soll. Deswegen ist die Angabe von Molière als Autor offensichtlich falsch.)
Was eine Rose werden will, das blüht bald.Was einer sät, das schneidet der andre.Was einer scheut, das muss er haben.Was einer selbst macht, das muss er selbst haben.Was einer selbst nicht hat oder weiß, das kann er andern nicht geben oder lehren.Was einer selbst nicht leiden wollt, dass soll er einem andern nicht aufsatteln.Was einer tun darf, dürfen andere sagen.Was einer tun muss, da sagt man ihm keinen dank drum.Was einer weinet, das pisset er nicht.Was einer wert ist, das widerfährt ihm.Was einer zum Handschuh denkt, da wird oft kaum ein Däumling draus.Was ein Esel von mir spricht, das acht' ich nicht.Was eine Stunde nicht tut, tun zwei.Was eine Stunde nicht kann tun, das tun zwei.Was ein Frosch werden will, muss erst ein Kühleskopp gewesen sein.Was ein Kölner fordert, biete die Hälfte, so wirst du nicht betrogen.Was einmal ausgelassen ist, das kann man nicht so leicht wiederkriegen.Was einmal Unrecht gewesen ist, bleibt Unrecht zu aller Frist.Was ein Mönch gedenkt, das darf er tun.Was ein Pfaff gebissen, wird nimmer gesund.Was ein Schaf, Wolf oder Marder getragen, darin prangt und stolziert der Mensch, wäre das Tier nicht gestorben und ihm das Fell abgestreift, so hätte er nichts zu prangen.
Was ein starker Wirbelwind auf stillen ruhigen Boden tut, das tut ein Affekt als Zorn, Lieb, Lust, im ruhigen Menschen und macht ihn ganz ungestüm und rumorisch.
Was ein Streich nicht kann, das tun zehne.
Was ein Streich nicht tun kann, das tun zwei.
Was ein Weib bei sich selbst gedenkt, ist henkenswert.
Was ein Wolf oder ein Pfaff anwendet, das lässt nicht nach und tut selten gut.
Was ein Wolf gebissen oder ein Pfaffe, das heilt hart.
Was Pfaffen und Wölfe beißen, ist schwer zu heilen.
Was Eltern bald vergessen kann, nimmt sich der Kinder auch nicht an.
Was enge angehet, das wohl bestehet.
Was er davon kriegt, mag er an die Peitsche schmieren.
Was er sagt, hat er von sich selbst gehört.
(So hat hat Wander in seinem Sprichwörter Lexikon etliche Sprüche aus seinen eigenen Büchern mit von ihm selbst fabrizierten Sprüchen. Tatsächlich also keine Sprichwörter, sondern viele eigene Zitate in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon.)
Was er verschenkt, ist gut für die Augen.