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Deutsche Sprichwörter Kategorie Armut

Deutsche Sprichwörter

Kategorie Jugend


Die Jugend ist ein fliesender Begriff. Im Allgemeinen sind jugendliche Menschen, die keine Kinder mehr sind und das Erwachsenenalter noch nicht erreicht haben. Alle Statistiken der UNO über Jugendliche meinen alle zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr, was auf etwas unter 20% aller Menschen zutrifft. Als Tag der Jugend wurde von der UNO der 12. August festgelegt. Der englische Begriff Teenager bezieht sich auf den Bereich von 13 bis 19 Jahren.

 Rechtlich ist die Jugend mit teilweise unterschiedlichen Altersangaben definiert. Im deutschem Recht ist Jugendlicher, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist. Heranwachsender sind nach dem Jugendgerichtsgesetz alle, die das 18. Lebensjahr, aber noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet haben. Jungen Volljährigen sind zwischen 18 und 27 Jahre alt.

 Persönlich und gesellschaftlich ist die Jugend überall eine andere und hängt von vielen Faktoren ab und ist individuell teilweise sehr unterschiedlich.


Quelle und weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Jugend


Die Jugend in deutschen Sprichwörtern macht keine Altersunterschiede. Jugendliche werden in ihrer Gesamtheit als Jugend benannt. Die Jugend in deutschen Sprichwörtern gibt es genauso wie die über Kinder, Männer und Frauen oder Leute und Menschen allgemein. Wie im realen Leben handeln die deutschen Sprichwörter oft über Erziehung und deren Mangel bei den Jugendlichen. Anders als heute wird in den älteren Sprichwörtern vielfach die Rute und deren Anwendung in der Erziehung befürwortet und gelobt. Leider versagen die neueren Methoden zu oft ihre geplante Wirkung. Wenn Erwachsene von der Jugend sprechen, ist sehr oft eine Kritik enthalten. Diese scheinbar schon immer existierende Kritik ist auf der Internetseite https://bildungswissenschaftler.de aufgeführt.

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 Die Jugend in deutschen Sprichwörtern:

Alte Jugend, der gewisse Tot.


Alter schadet der Torheit nicht, Jugend schadet der Weisheit nicht.

Alter schützt vor Torheit nicht, Jugend schad't der Weisheit nicht.

Das Alter hilft für Torheit nicht, Jugend hat den Verstand nicht.

(Das bedeutet, die Weisheit kommt nicht automatisch mit dem Alter, man muss schon seinen Geist anstrengen und wohl gebrauchen, damit die Weisheit kommen kann. Ebenso kann man sich schon in der Jugend Gedanken machen und Weisheiten hervorbringen. Wenn man sich die heutige Jugend ansieht, so ist diese Gefahr aber nicht sonderlich groß. Ebenso ist Alter kein Hinweis oder Garant für Klugheit, Alte können dumm oder töricht sein und unvernünftige Dinge tun. Dieses Sprichwort stammt aus dem Drama Antonius und Cleopatra von William Shakespeares (1564 - 1616) Drama, in dem Kleopatra (1607) sagt: „Wenn mich das Alter auch nicht schützt vor Torheit, doch wohl vor Kindischsein.“)


Am längsten behält man, was man in der Jugend gelernt hat.


Am längsten liebt man, was man in der Jugend geliebt hat.


Argwohn soll man in der Geburt ersticken, man soll im in der Jugend den Kopf abhauen.


Auf eine gute Jugend folgt ein ruhiges Alter.


Auf eine müßige Jugend folgt ein dürftiges (beschwertes) Alter.


Besser gutes Alter, als böse Jugend.


Besser in der Jugend gelitten (und gezüchtigt), denn im Alter.


Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, ziert das Alter wie die Jugend.

(Stammt aus dem Werk „Froschmäuseler“ von Georg Rollenhagen (1542 - 1609), wird aber auch als Sprichwort zitiert.)


Das Alter soll der Jugend Vorbild; die Jugend des Alters Stütze sein.

(Das ist wahrscheinlich früher einmal so gewesen, oder war ein Ideal, als die Jungen die Alten auf dem Altenteil mit versorgten. Spätestens seit der industriellen Revolution und den Kleinfamilien im 20. Jahrhundert haben sich viele davon verabschiedet. Heute geben Alte und Junge gegenseitig die Schuld an allen Problemen, bis Diskussion, in der Corona Epidemie die Alten einfach sterben zu lassen. Das hat es früher nicht gegeben, darin war die gute alte Zeit 100% besser. Auch der Umgang gegenüber Älteren und Schwächeren gehört zur Kultur eines Landes, die gerade verloren zu gehen droht.)


Das Alter soll man ehren, der Jugend soll man wehren.

(Meist blühen Gesellschaften, in denen die Alten ob ihrer Lebensleistung und ihrer Weisheit in Ehren gehalten werden. Der Jugend müssen ihre Schranken aufgezeigt werden, damit sie keine Torheiten begehen, welche deren Zukunft gefährden könnten. Ist dies nicht der Fall, entstehen meist Krisen und schon öfters sind Kulturen danach untergegangen.  Siehe auch ähnliches Sprichwort: „Die Jungen soll man lehren, die Alten ehren, . . )


Das Glück hat Weiberart, liebt die Jugend und wechselt gern.


Demut, diese schöne Tugend, ehrt das Alter wie die Jugend.


Der Dünkel ist von Jugend auf ein Fieber gewesen und hat alle Erz-Theologen und Juristen angesteckt.


Der Esel hat von Jugend auf graue Haare.


Der Jugend Fleiß, des Alters Ehre.

Der Jugend Lehre, des Alters (der Alten) Ehre.

(Je gewissenhafter man in der Jugend lernt, umso mehr hat man im Alter davon.)


Der Jugend ist man von Natur hold.


Der schönen Jugend, geziert mit Tugend, gebührt der Preis vor dem alten Unweis.


Der Teufel war schön – in seiner Jugend.


Der Zaum bändigt das Pferd, gute Zucht die Jugend.

(Zucht = Erziehung)


Die Jugend ist kein Fehler und das Alter kein Verdienst.

(Dieser Spruch taucht erstmalig 1870 im 2. Band von Wanders Deutschem Sprichwörter Lexikon, Spalte 1043 unter Jugend Nr. 38 ohne eine Quellenangabe auf. Wahrscheinlich war es kein Sprichwort, sondern Wander hat diesen Spruch selber produziert. Inzwischen ist er oft von Wander abgeschrieben und in vielen Sammlungen enthalte. Selbst in jüngerer Zeit wurde der Spruch fälschlich als Sprichwort zitiert oder als Zitat von Willy Brand oder Kretschmann gebraucht.)


Die Jugend ist so gesinnt, je frömmer Eltern, je ärger Kind, je weicher Arzt, je fauler Wund, je schlechter Jäger, je schlimmer Hund.


Die Jugend muss sich austoben.

Jugend muss austoben.


Die Jugend schnell verschwind, wie eine Blume oder Wind.


Die Jugend soll das Alter ehren, das Alter die Jugend zum besten halten.


Die Jugend soll erwerben; das Alter mag davon zehren.

Die Jugend soll erwerben, dass das Alter zu verzehren hab.

Die Jugend soll erwerben, was das Alter verzehrt.


Die Jugend will gebraucht sein.

(Dieses Sprichwort richtet sich nicht an andere oder fordert sie auf, die Jugendliche Generation für irgend etwas zu gebrauchen oder zu missbrauchen, damit die sich gebraucht fühlt. Es richtet sich vielmehr an jeden einzelnen Jugendlichen selbst, die eigene Jugend nicht zu verschwenden, sondern sie für sich selbst zu gebrauchen und nutzbringend zu gestalten. Jeder Mensch hat nur ein Leben und eine Jugend. Wenn diese Jugend verschwendet wird, unabhängig vom Grund hat jeder einzelne nur selbst den Schaden, egal wie viel Schuld er anderen auch später dafür gibt. Wer seine Jugend versäumt, wird sie nie wieder nachholen können, keine Anstrengung oder Geld wird sie zurückbringen oder kompensieren können. Kein Fehler kann rückgängig gemacht werden. Das gilt auch für alle anderen Zeiten im Leben. Nicht umsonst lautet ein anders Sprichwort: „Die Jugend soll erwerben, was das Alter verzehrt.“ Das beinhaltet nicht nur die Materiellen Dinge oder Reichtum, sonder ebenso Erlebnisse, Erfolge und Niederlagen, Abenteuer und Erinnerungen.)


Die Tugend hat eine ewige Jugend.


Die Zeit ist ein Räuber und Dieb, frisst Jugend und Lieb; nagt an Berg und Tal, an Eisen und Stahl.


Drei Dinge zieren die Jugend: Witz im Kopfe, Verschwiegenheit auf der Zunge, Schamröte im Gesicht.


Eine übermäßige Jugend verkürzt das Leben oder schwächt das Alter.


Eine unmäßige Jugend liefert dem Alter einen gebrechlichen schwachen Leib über.


Ein gut Alter ist besser denn eine böse Jugend.


Eltern folg in der Jugend, willst du nicht dem Henker folgen im alter.


Es ist Torheit, sich gegen das Altwerden schützen zu wollen, indem man an den Gewohnheiten der Jugend festhält.


Es soll sich ein Mensch befleißigen, fromm in seiner Jugend zu leben und im Alter seelig zu sterben.


Etliche meinen, wer in der Jugend nicht tapfer mit der Leimstange ist gelaufen, der geb im alter keinen klugen Mann, läuft er damit bis zum alter, so erläuft er einen Narren.


Faule Jugend, lausig Alter.


Fleisch kann man ohne Salz nicht lange erhalten und die Jugend nicht ohne Zucht.

(Zucht = Erziehung)


Gleich wie das Alter vor der Jugend geehrt wird, als so hat der Adel billig vor gemeinem Volk den Vorzug, denn das Neue wird nimmer so wert gehalten als das Alte.

(Heute scheint sich diese Einstellung ins Gegenteil verkehrt zu haben. Das Neue wird ungeprüft für besser gehalten und alte funktionstüchtige Dinge weggeworfen. Ebenso wird das Alter von großen Teilen der Jugend verteufelt, ohne selbst schon etwas geleistet zu haben. Keine von beiden Einstellungen hat uneingeschränkte Gültigkeit, es kommt immer auf den Einzelfall an.)


Im Alter will man insgemein Gott die Beine geben, woraus der Teufel in der Jugend das Mark gesogen hat.


In der Jugend Säcke, im Alter Röcke.


In der Jugend verzagt ist im Alter verzweifelt.

Jugend fängt wie Zunder.


Jugendfleiß belohnt sich im Alter.


Jugend fragt nicht, was das Brot gilt.


Jugend hat keine Tugend.

Jugend hat nicht Tugend.

Jugend hat nicht allzeit Tugend.


Jugend ist geneigt zur Sünde, wie sich Wachs lässt weich machen zum Siegeln.


Jugend muss man beizeit auf eine Schleifmühle oder Stockfischmühle oder zum Zimmerman schicken, der die groben Späne abhauet.


Jugend schadet der Weisheit nicht.

(Das bedeutet, nicht durch das Alter wird man klug und weise, sondern durch Überlegen und Nachdenken. erhält man Erkenntnisse, was auch in der Jugend möglich ist. Leider fehlen diese Erkenntnisse oft, da viele Jugendliche nicht nachdenken. Schuld sind oft nicht die Jugendlichen selbst, sondern Eltern, Lehrer und Verführer im Internet, die die Jugend für eigene Ziele missbrauchen.)


Jugend schont, alter lohnt.


Jugend sei Rausch ohne Wein, Alter Wein ohne Rausch.


Jugendsünden strafen sich im Alter.


Jugend wild, Alter mild.


Jugend Wollust, späte Unlust.

(Frühe Ausschweifungen bestrafen sich über kurz oder lang durch Schmerzen und Krankheit.)


Kein Brot ohne Krusten, kein Wein ohne Hefen, kein Baum ohne Rinde, keine Jugend ohne Fehler.


Keusche Jugend, Lebensbalsam des Alters.


Kriegsfrucht ist ungezogene Jugend und freche Bürger.


Lerne was in der Jugend, so kannst du was im Alter.


Man muss arbeiten in der Jugend, damit man zu zehren hat im Alter.


Man muss insgemein, was man in der Jugend mit kleinem Gelde geborgt, im Alter mit Banktalern*34 bezahlen, und was man mit Freuden auf das Kerbholz gesetzt, mit Schmerzen wieder ausschneiden.


Müßiggang in der Jugend, Arbeit im Alter.

Der Müßiggang in der Jugend bringt die schwerste Arbeit im Alter.


Schmeicheln ist so notwendig, dass man's in Schulen der Jugend einpflanzet.


Schwere Arbeit in der Jugend ist sanfte Ruhe im Alter.


Torheit steckt der Jugend im Herzen, die Rute treibt sie aus.


Trauern ist der Jugend Dieb.


Tugend hat ewige Jugend.


Tugend und Jugend sind selten beisammen.


Ungestäupt tut die Jugend nichts Gutes.

(Stäupen = mit Ruten streichen, ein Kind stäupen, zur Strafe mit der Rute schlagen.)


Vier Stück, die Zeit, ein Wort, die Ehr und Jugend fort, man nimmer wieder find, wenn sie verloren sind.


Was man in der Jugend sät, das erntet man im Alter.


Was man in der Jugend wünscht, das hat man im Alter.

Was einer in der Jugend wünscht, hat er im Alter genug.


Was man tut in der Jugend fassen, das kann man schwer im Alter lassen.


Was sich in der Jugend nicht will lassen beschneiden, das wird holzig und dornig oder verdorrt wohl gar.


Welche einem in der Jugend ist gut gewesen, die sei ihm im Alter auch gut.


Wem die Augen in der Jugend ausgestochen sind, der sieht sein Lebtag nichts.


Wem in der Jugend das Herz mit Gottesfurcht ist gefüllt, bei dem schmeckt sicherlich der Altmann nach dem Jungen.


Wenn das Alter stark und die Jugend klug wäre, das wäre viel Geldes wert.


Wenn in der Jugend Tugend war, kein besser Leben zu finden war.


Wenn Zucht bei der Jugend fehlt, das bringt nichts Gutes.

(Zucht = Erziehung. Ein Zustand, der heute wie damals stimmt und oft zu beobachten ist. Nur die Methoden der Erziehung haben sich gegenüber denen von früher geändert. Leider meinen immer mehr Eltern fälschlich, ihre Untätigkeit sollte die Schule übernehmen. Es zeigt sich, das die beste Schule Fehler und Versäumnisse von Eltern nicht ausbügeln kann.)


Wer die Jugend mit ärgerlichen Exempeln verführt, der hat von Gott solche Strafe zu erwarten, dass er sich davor lieber im Meer sollt ertränken.


Wer im Alter jung sein will, muss in der Jugend alt sein.


Wer in der Jugend die Füße spart, hat im Alter ruhige Beine.


Wer in der Jugend kein Zaum und Sattel hat gelitten, der taug nicht zu Raten noch Taten.


Wer in der Jugend nicht sammelt oder spart, der find im Alter nichts.


Wer in der Jugend nicht töricht war, wird im Alter nicht weise sein.

(Schon vor 40 Jahren in Deutschland als Sprichwort belegt und seitdem mehrfach veröffentlicht. Einige Quellen nennen es auch als isländisches Sprichwort. Für beides gibt es keinen eindeutigen älteren Beleg. Für fast gleichlautend „Töricht in der Jugend, weise im Alter.“, gibt es schon 1864 eine Quelle, die es als Sprichwort aus Mailand bezeichnet: „Das Kind im Sprichwort“ von Otto Freiherr von Reinsberg Düringsfeld auf Seite 69, 1864 in Leipzig bei Hermann Fries veröffentlicht und 2011 im Georg Olms Verlag als Nachdruck mit einem Vorwort von Wolfgang Mieder, ISBN: 978-3-487-14633-1)


Wer nicht rast in der Jugend, der muss im Alter rasen.


Wer sich die Jugend verpfeffert, dem wird das Leben mit Galle gewürzt.


Wer von Jugend auf den Schnupfen hat, der riecht sein Lebtag nichts.


Wild in der Jugend bringt im Alter Tugend.


Willst du in der Jugend dem alten Manne nicht Zehrung, Wegsteuer und Krückengeld schaffen, so geh im Alter betteln.


Wo man nicht straft die Jugend, da wächst sie auf in aller Untugend.


Zeitiger Zwang und gute Lehr, die Jugend bringt zu großer Ehr.


Zucht der Jugend ist eine Anzeige der Tugend.


Zucker in der Jugend macht faule Zähne im Alter.

Viel Zucker der Jugend macht kranke Zähne dem Alter.

Viel Zucker in der Jugend macht ungesunde Zähne im Alter.

(Trotz allgemeiner und jahrhundertelanger Kenntnis in der Bevölkerung wird dieses Sprichwort vom Großteil der Jugend und deren Eltern missachtet, bis Zahnärzte später dessen Wahrheitsgehalt schmerzhaft bestätigen.)