
Es gibt viele deutsche Sprichwörter mit biblischem Ursprung, die heute noch zu finden sind. Damit sind nicht die Sprüche Salomos, auch das Buch der Sprichwörter genannt, dass ein Kapitel der Bibel ist, gemeint. Es sind vielmehr die normalen deutschen Sprichwörter, die sich im allgemeinen Gebrauch befinden oder waren und deren Ursprung aus der Bibel den meisten unbekannt ist. Manchmal sind sie wörtlich aus der Bibel übernommen, teilweise nur dem Sinn nach. In den meisten Sammlungen ist ihre Herkunft aus der Bibel nicht angegeben. Obwohl die Sprüche Salomos nicht selbst gemeint sind, wurden etliche deutsche Sprichwörter von ihnen inspiriert.
Hier sind deutsche Sprichwörter mit Ursprung aus dem neuen Testament 3. Teil, mit den entsprechenden Bibelstellen, auf denen sie beruhen oder von ihnen abgeleitet sind. Es sind nur Sprichwörter mit biblischem Ursprung aufgeführt, die an anderer Stelle in der Vergangenheit als Sprichwort ohne direkten Bezug zur Bibel erwähnt oder zitiert wurden. Mit Bezug zu manchen Bibelstellen sind mehrere verschiedene Sprichwörter entstanden. Reine Bibelzitate, die als solche zitiert werden, sind nicht gemeint und hier nicht aufgeführt. Die Reihenfolge entspricht der Reihenfolge der Bücher der Bibel. Zu den Sprichwörtern sind die jeweiligen Quellen des Sprichwortes angegeben. Diese Quellen können aufgrund ihrer Vielzahl nicht vollständig sein.
In einigen Bibelübersetzungen sind für dieselben Bibelverse teilweise ein anderer Wortlaut oder unterschiedliche Verszahlen vorhanden. Manchmal wird der Text auch mit einer anderen Bedeutung übersetzt, sodass das Sprichwort nicht die gleiche Bedeutung wie die entsprechende heutige Bibelstelle wiedergibt. Die Sprichwörter haben manchmal denselben Wortlaut, wie in die Bibel, oder weichen stark ab und sind kaum wiederzuerkennen. Da die Sprichwörter meist sehr alt sind, beziehen sie sich meist auf die alten Übersetzungen von Luther und anderen.
In einigen Veröffentlichungen der Bibel fehlen die Apokryphen, zu denen auch Jesus Sirach gehört. Das sind religiöse Schriften von ca. 200 v.Chr. bis 400 n. Ch., über deren Zugehörigkeit zur Bibel Uneinigkeit besteht. (https://de.wikipedia.org/wiki/Apokryphen). Einige Sprichwörter stammen auch aus diesen Apokryphen.
Die angegebenen Bibelverse sind entsprechend der Entstehungszeit der jeweiligen Sprichwörter aus verschiedenen alten Übersetzungen der vergangenen Jahrhunderte:
Lutherbibel 1545/1912: Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.
ebenso:
Lutherbibel 1545/1912: Apostelgeschichte 10, 34: Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahr ich mit der Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht;
Lutherbibel 1545/1912: Das Kolosserbrief 3, 25: Wer aber Unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der Person.
Lutherbibel 1545/1912: Das Epheserbrief 6, 9: Und ihr Herren, tut auch dasselbe gegen sie und lasset das Drohen; wisset, dass auch euer Herr im Himmel ist und ist bei ihm kein Ansehen der Person.
Bei Gott gilt der Bauer so viel als der Junker.
Quellen: Simrock, 4001; Sailer, 217; Schulze, 251
Das Ansehen der Person im Gericht ist nicht gut.
Quelle: Agricola II, 238
Gilt kein Ansehen der Person!
Quellen: Eiselein, 31; Schulze, 251
Im Gericht gilt kein ansehen der Person.
Quelle: Petri, II, 399
Wo kein Gesetz ist, da achtet man der Sünden nicht.
Quellen: Petri, II, 806; Henisch, 1561, 17
Wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.
Quellen: Masson, 140; Graf, 286, 7; Petri, II, 807; Henisch, 1560, 19; Kirchhofer, 170
Wo kein Gesetz ist, da ist keine Misshandlung, wo viel Gesetz, da ist viel Misshandlung.
Quelle: Lehmann, 265, 6
auch für das Gegenteil gibt es Sprichwörter:Je mehr Gesetze, je mehr Sünde (Übertretung).
Quellen: Simrock, 3521; Braun I, 762; Körte, 2082; Körte II, 2563; (Körte, 2082; Körte II, 2563); Sünde und Schande: Agricola III, 734
Je mehr Gesetz, je mehr Sünd und Untugend.
Quellen: Petri, II, 394; Henisch, 1560, 24
Je mehr Gesetze, je mehr Untugend.
Quellen: Agricola I, Vorrede Seite 5; Agricola IV, Seite 2a
Viel Gesetz, viel Übertretung.
Quellen: Simrock, 3524; Sailer, 248; Kirchhofer, 170
Geduld ist Zucker aller Trübsal und Beschwernis.
Quelle: Lehmann, 240, 1
Trübsal bringt Geduld, Geduld bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung lässt uns nicht zuschanden werden.
Quellen: Petri, I, 84; Henisch, 1410, 53
Trübsal macht gläubig.
Quellen: Simrock, 10535; Körte, 6069
Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.
Quelle: Simrock, 4874; Körte, 2913
Lutherbibel 1545/1912: Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn.
Tod ist der Sünde Sold und Obendrauf.
Quellen: Körte, 5993; Schulze, 252
Die Wege des Herrn sind unergründlich.
Quelle: Volksmund
Gottes Wege sind unergründlich.
Quelle: Volksmund
Lutherbibel 1545/1912: Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit.
Der ist nicht geschickt, der sich nicht in die Zeit schicken kann.
Quellen: Lehmann, 77, 44; Lehmann 1662, 91, 44
Der ist weis, der sich kann in die Zeit schicken.
Quelle: Petri, II, 96
Der Kluge weiß sich in die Zeit zu schicken.
Quellen: Gaal, 1760; Reinsberg IV, 88
Mann muss sich in die Zeit schicken.
Quellen: Egenolff 1548, 45b links; Schulze, 253
Man muss sich nach der Zeit richten, die Zeit richtet sich nicht nach uns.
Quelle: Simrock, 12021
Schick dich in die Zeit!
Quellen: Simrock, 8985; Simrock, 12024; Körte, 7108; Lehmann 1641, 173, 28; Günther I, Seite 128, Nr. 96; Schulze, 253
Schick dich in die Zeit, richt' dich in die Leut.
Quelle: Mayer II, 215
Bös muss man mit Gutem überwinden.
Quelle: Lehmann 1641, 27, 52
Bös muss man mit Gutem überwinden und nicht Teufel mit Teufel schlagen, Wolf mit Wolf fangen.
Quelle: Franck I, 31a
Lass dich das Böse nicht überwinden, sonder überwinde du das Böse mit Gutem.
Quellen: Petri, II, 432
Man muss das Böse mit Gutem überwinden.
Quelle: Lehmann, 241, 21
auch für das Gegenteil gibt es Sprichwörter:
Mit Bösem muss man Böses vertreiben.
Quelle: Agricola III, 335
Ehre, dem Ehre gebührt.
Quellen: Simrock, 1796; Körte, 990; Braun I, 351; Kirchhofer, 146; Venedey, 139; Hollenberg I, 58; Schulze, 255
Ehre, wem Ehre gebührt.
Quellen: Eiselein, 132
Lutherbibel 1545/1912: Denn dieser Welt Weisheit ist Torheit bei Gott. Denn es steht geschrieben: „Die Weisen erhascht er in ihrer Klugheit.“
Dieser Welt Weisheit ist Torheit bei Gott.
Quellen: Petri, II, 142; Schulze, 256
Je größer Klugheit für die Welt, je größer Torheit für Gott.
Quelle: Petri, II, 392
Menschen Weisheit ist für Gott Torheit.
Quelle: Petri, II, 472
Lutherbibel 1545/1912: Euer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert?
ebenso:
Lutherbibel 1545/1912: Der Brief des Paulus an die Galater 5, 9: Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig.
Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Trog.
Quellen: Simrock, 8760; Braun I, 3742; Schulze, 257
Ein wenig Sauerteig versäuert den ganzen Teig.
Quellen: Petri, II, 237; Zehner, 542
Lutherbibel 1545/1912: Das meine ich gar nicht von den Hurern in dieser Welt oder von den Geizigen oder von den Räubern oder von den Abgöttischen; sonst müsstet ihr die Welt räumen.
Wer mit Leuten nichts zu tun haben will, (der) muss aus der Welt ziehen.
Quellen: Simrock,6372; (Eiselein, 422; Braun I, 2279)
Wer mit bösen Leuten nichts zu tun haben will, muss aus der Welt ziehen.
Quelle: Gaal, 229
Wer mit bösen Leuten nicht will zu tun haben, der muss aus der Welt ziehen.
Quellen: Agricola III, 714; Henisch, 461, 63; Schottel, 1140a; Lehmann 1641, 474, 289; Schulze, 258
Wer nicht will mit bösen Leuten zu tun haben, der muss aus der Welt ziehen.
Quelle: Petri, II, 745
Alle guten Gaben kommen von oben.
Quelle: Simrock, 2973
Eine gute Ehe ist ein köstlich Ding und eine seltsame Gabe Gottes.
Quellen: Petri, II, 192; Henisch, 801, 42
Geld und Gut ist Gottes geringste Gabe.
Quelle: Petri, II, 332
Glauben auf Hoffnung ist eine Gabe Gottes.
Quelle: Henisch, 1634, 6
Gottes Gaben machen sicher und faul.
Quelle: Henisch, 1022,8
Helden sind Gottes Gabe.
Quelle: Petri, II, 375
Reichtum ist Gottes Gabe.
Quelle: Lehmann, 683, 38
Wenn man der Gaben Gottes missbraucht, so kommt der Rost drein und frisst alles hinweg.
Quelle: Petri, II, 663
Lutherbibel 1545/1912: So sie aber sich nicht mögen enthalten, so lass sie freien; es ist besser freien denn Brunst leiden.
Freien ist besser, denn brennen.
Quelle: Petri, II, 313;Henisch, 321, 51; Henisch, 1207, 51
Wer heiratet, tut wohl, wer ledig bleibt, tut besser.
Quellen: Simrock, 4520; Körte, 2726; Braun I, 1255; Venedey, 93; Schulze, 261
Übrige Klugheit ist schwer verbergen.
Quellen: Simrock, 5771; Schulze, 262
Lutherbibel 1912: Wisset ihr nicht, dass, die da opfern, essen vom Altar, und die am Altar dienen, vom Altar Genuss haben?
Wer dem Altar dient, soll auch vom Altar essen.
Quelle: Petri, II, 690
Wer dem Altar dient, soll auch vom Altar leben.
Quellen: Simrock, 175; Körte, 100; Eiselein, 16; Schulze, 263
Wer vom Altar lebt, soll auch dem Altar dienen.
Quellen: Simrock, 176; Körte, 101; Schulze, 263
Wer da steht, gebe acht, dass er nicht falle.
Quelle: Eiselein, 577
Wer da steht, sehe zu, dass er nicht falle.
Quellen: Simrock, 9839; Körte, 6774; Braun I, 4259; Schulze, 264
Wer sich lässt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, das er nicht falle.
Quelle: Zehner, 547
Wer steht, der sehe (zu), dass er nicht fall.
Quelle: Gruter III, 111; Lehmann, 220, 54; Lehmann 1641, 491, 247; (Petri, II, 768)
ebenso:
Lutherbibel 1545/1912: Der Brief des Paulus an die Epheser 5, 23: Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland.
Der Mann bleibt allweg das Haupt und die Frau sein Hut.
Quelle: Eiselein, 448
Der Mann ist das Haupt, die Frau sein Hut.
Quelle: Simrock, 6779
Mann ohne Weib, Haupt ohne Leib; Weib ohne Mann, Leib ohne Haupt daran.
Quelle: Simrock, 6780; Körte, 4069
Mann ohne Weib, ist Haupt ohne Leib; Weib ohne Mann, ist Leib und kein Haupt daran.
Quelle: Braun, 2521
Wo ein Mann ist und kein Weib, da ist ein Haupt und kein Leib. Wo ein Weib ist ohne Mann, da ist ein Leib und kein Haupt dran.
Quellen: Lehmann, 142,37; Lehmann, 869,9; Schulze, 265
Böse Geschwätze verderben gute Sitten.
Quellen: Simrock, 9346; Kirchhofer, 168; Zehner, 548
Bös Geschwätz verderbt gute Sitten.
Quellen: Simrock, 3497; Petri, II, 51; Schulze, 266; Franck, II, 59a; Tappius, 63b; Lehmann 1641, 27, 51
Bös Geschwätz verdirbt gute Sitten.
Quelle: Körte; 2069
Bös Gespräch verderben gute Sitten.
Quelle: Lehmann 1662, 26, 10
Der 2. Brief des Paulus an die Korinter
Lutherbibel 1545/1912: welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstaben, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
Der Buchstab ist ein Sklave.
Quellen: Simrock, 1381; Eiselein, 101; Schulze, 267
Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.
Quellen: Simrock, 1379; Petri, I, 14; Henisch, 1446, 50
Hält der Buchstabe dich gefangen, kannst du nicht zum Geist gelangen.
Quellen: Simrock, 1380; Körte, 766; Schulze,267
Freiheit ist von Gott, Freiheiten vom Teufel.
Quelle: Simrock, 2663; Körte, 1511
Christus und Belial lassen sich nicht vertragen.
Quellen: Petri, I, 69; Henisch, 601, 20
Christus und der Belial stehen nimmer in Einem Stall.
Quellen: Petri, I, 69; Seybold, 362; Schulze, 268
Wie stimmt Christus mit Belial?
Quellen: Eiselein, 107; Zehner, 554; Henisch, 274, 37; Henisch, 601, 19
(Belial = alte Umschreibung für gottlose, wertlose, nichtswürdige oder böse Menschen, Personifizierung des Bösen, Dämon oder Teufel.)
Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten.
Quelle: Zehner, 556
Wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.
Quelle: Zehner, 556
Wer kärglich sät, der hat ein kärgliche Ernte.
Quellen: Lehmann, 71, 4; Schulze, 269
Wer nicht Sät, der soll nicht schneiden.
Quelle: Lehmann, 558, 5
Wie die Saat ist, also wird auch die Ernte sein.
Quelle: Seybold, 661
Wie die Saat ist, so ist die Ernte.
Quelle: Lehmann, 558, 10
Wie die Saat, also (so) die Ernte.
Quellen: Simrock, 8610; Franck II, 96a; Henisch, 926, 71; (Körte, 5128; Braun I,3667; Lehmann, 856, 23; Eiselein, 536; Boebel, 132)
Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
Quellen: Simrock, 3077; Körte,1802; Petri, II, 179; Braun I, 641; Eiselein, 211; Kirchhofer, 337; Zehner, 557; Gruter III, 40
Der Brief des Paulus an die Galater
Lutherbibel 1545/1912: 2. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. 5. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen.
Einer soll des andern Last, Bürd, Weise, Gebrechen und Aberwitz wissen und tragen, nicht negen und nagen.
Quellen: Petri, II, 181; Henisch, 490, 47
Ein jeder Stand hat seine Plagen, ein jeder Stand hat seine Last.
Quelle: Nachtgedanken über das A-B-C-Buch von Friedrich Ferdinand Hempel, 1809, Seite 92
Jeder hat sein Päcklein zu tragen.
Quelle: Masson, 313
Jeder muss seine eigene Bürde tragen.
Quelle: Kirchhofer, 160
Jeder Stand hat seine Plage, jeder Stand hat seine Muh'; alle deckt die Erde zu!
Quelle: Körte,5691
Jeder trägt sein Päcklein.
Quellen: Gaal, 1261
Gott ist kein Bayer.
Quellen: Simrock, 696; Sailer, 133
Gott ist kein Bayer, er lässt sich nicht spotten.
Quellen: Simrock, 11868; Gruter III; Schulze, 272
Gott kann niemand (be)lügen.
Quelle: Agricola III, 553
Gott lässt sich nicht täuschen. Der muss viel können, der Gott will blenden.
Quelle: Lange, 453
Gott trügt nicht und wird nicht betrogen,
Quelle: Eiselein, 250
Was du säst, das wirst du ernten. Wie du säst, so wirst du ernten.
Quellen: Lange, 426; Schulze, 273
Wie die Saat, also (so) die Ernte.
Quellen: Simrock, 8610; (Körte, 5128; Braun I, 3667; Schulze, 273
Wie die Saat ist, so ist die Ernte.
Quelle: Lehmann, 558, 10
Wie du säest, wirst du ernten.
Quelle: Eiselein, 536
Wie du säest, so wirst du schneiden.
Quelle: Egenolff 1548, 146b links
Wie man aussät, scheuert*32 man ein.
Quellen: Simrock, 8614; Körte, 5131; Braun I, 3672; Schulze, 273
Lutherbibel 1545/1912: welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und deren Ehre zu Schanden wird, die irdisch gesinnt sind.
Der Bauch ist ein beinloser Gott.
Quelle: Lehmann 1641, 43, 59
Der Unmäßigen Gott ist der Bauch.
Quelle: Volksmund
Der Brief des Paulus an die Kolosser
Lutherbibel 1545/1912: Ihr Herren, was recht und billig ist, das beweiset den Knechten, und wisset, dass ihr auch einen Herrn im Himmel habt.
ebenso:
Lutherbibel 1545/1912: Der Brief des Paulus an die Epheser 6, 9: Und ihr Herren, tut auch dasselbe gegen sie und lasset das Drohen; wisset, dass auch euer Herr im Himmel ist und ist bei ihm kein Ansehen der Person.
Es ist doch gut, dass die Herrn auch einen Herrn im Himmel haben.
Quellen: Agricola II, 174; Schulze, 274
Lutherbibel 1545/1912: prüfet aber alles, und das Gute behaltet.
Prüfet alles, und das Beste behaltet!
Quellen: Simrock, 8026; Körte, 4857; Braun I, 3375; Schulze, 275
Lutherbibel 1545/1912: Und da wir bei euch waren, geboten wir euch solches, dass, so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen.
Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.
Quelle: Eiselein, 34
Wer nicht arbeitet, der soll nicht essen.
Quelle: Mayer I, 34
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.
Quellen: Petri, II, 739; Simrock, 413; Körte, 232; Venedey, 74
Wer nicht arbeiten will, der lass das Brot auch liegen still.
Quellen: Simrock, 414; Schulze, 276
Wer mitessen will, muss mitdreschen.
Quelle: Sailer, 150
Wer mit will essen, muss auch mit dreschen.
Quelle: Simrock, 2208
Wer will mit essen, muss (soll) auch mit dreschen.
Quellen: Körte, 1235; Braun I, 411; Boebel, 141; Marbach, 21; (Venedey, 74)
Wer will mitessen, muss mitdreschen.
Quelle: Gaal, 400
Wir essen gern mit, dreschen aber nicht gern mit.
Quelle: Eiselein, 154
Wir wollen (wollten) gern mit essen, aber nicht gern mit dreschen.
Quellen: Petri, II, 799; (Henisch, 950, 30)
Der 1. Brief des Paulus an Timotheus
Lutherbibel 1545/1912: Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, so es jemand recht braucht
Zu viel Recht ist Unrecht.
Quellen: Körte, 4966; Körte II, 6216; Braun I, 3492; Sailer, 240; Franck II, 82a; Franck II, 187b; Egenolff, 268a; Eyering I, 159; Petri, II, 828; Latendorf II, 33; Mayer I, 170; Venedey, 136; Sutor, 349
Es ist kein Gesetz, es hat ein Loch, wer's finden kann.
Quellen: Lehmann, 265, 2; Graf, 18, 220; Simrock, 3519
Kein Gesetz, es find't sein Loch.
Quellen: Körte, 2086; Körte II, 2567
Wir haben nichts in diese Welt gebracht, wir werden auch nichts mit uns hinaus bringen.
Quellen: Agricola II, 492; Schulze, 277
Der Geiz ist die Wurzel alles Übels.
Quelle: Simrock, 3204
Geiz ist eine Wurzel alles Übels.
Quellen: Körte,1866; Eiselein, 217; Braun I, 665
Ehrgeiz und Geldgeiz ist ein Brunnen alles Übels.
Quelle: Henisch, 1447, 40
Lutherbibel 1545/1912: Und so jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.
Niemand wird gekrönt, er kämpfe denn redlich.
Quelle: Zehner, 562
Wer redlich ficht, wird gekrönt.
Quellen: Simrock, 2315; Schulze, 279
Lutherbibel 1545/1912: Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist ihr Sinn sowohl als ihr Gewissen.
Dem Reinen ist alles Ding rein.
Quellen: Franck I, 54a; Franck II, 122b; Egenolff 1548, 58a rechts; Egenolff 1548, 100b rechts
Dem Reinen ist alles rein.
Quellen: Simrock, 8391; Körte, 5046; Braun I, 3561; Steiger, 240, 7, 14; Sutor, 274; Zehner, 566
Der Brief an die Hebräer
Lutherbibel 1545/1912: Die Menschen schwören ja bei einem Größeren, denn sie sind; und der Eid macht ein Ende alles Haders, dabei es fest bleibt unter ihnen.
Der Eid ist ein Ende alles Haders*14.
Quellen: Petri II, 85; Henisch, 823, 18; Simrock, 1897; Eiselein, 138; Pistor, 172, V; Eisenhart, 554, XXIV; Hillebrand, 226,332; Graf 470, 614; Schulze, 281
Eid ist ein End alles Haders*14.
Quellen: Petri II, 85; Henisch, 823
Lutherbibel 1545/1912: Und wie den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht:
Einen Tod können wir nur sterben.
Quelle: Schulze, 282
Einen Tod sind wir nur schuldig.
Quelle: Schulze, 282
Ich bin Gott einen Tod schuldig, den zahl ich ihm, wann er will.
Quellen: Sailer, 372; Franck II, 56b
Ich bin niemand schuldig, als nur Gott einen Tod; den bezahl' ich ihm, wann er will.
Quelle: Körte, 5427
Lutherbibel 1545/1912: Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht.
Glaub ist von Dingen, die man nicht sieht.
Quellen: Simrock, 3668; Eiselein, 239; Schulze, 283
Der Brief des Jakobus
Lutherbibel 1545/1912: Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben.
ebenso:
Lutherbibel 1545/1912: Der Prophet Jesaja 28, 19: Kommt sie des Morgens, so geschieht's des Morgens; also auch, sie komme des Tags oder des Nachts. Denn allein die Anfechtung lehrt aufs Wort merken.
Anfechtung lehrt aufs Wort merken.
Quellen: Körte, 180; Körte II, 228; Schulze, 284
Anfechtung lehrt, dass man Gott hört.
Quellen: Mannich, Sacra emblem, 49b; Schulze, 284
Anfechtung macht einen Mann.
Quelle: Petri, II, 17
Anfechtung macht gute Christen.
Quellen: Simrock, 331; Körte, 179; Steiger, 46, 2, 4; Schulze, 284
Bei großer Liebe ist große Anfechtung.
Quellen: Gruter III, 8; Lehmann 1641, 28, 15; Lehmann1662, 30, 15
Fromme Leute müssen Anfechtung haben.
Quelle: Petri, II, 317
Lutherbibel 1545/1912: Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichtes und der Finsternis.
Alle guten Gaben kommen von Gott.
Quelle: Lehmann, 363, 25
Alle guten Gaben kommen von oben.
Quelle: Simrock, 2973
Was vom Himmel fällt, das schadet nicht.
Quelle: Lehmann, 385, 8
Was vom Himmel fällt, das schadet niemand.
Quellen: Agricola I, 6; Franck I, 141a; Petri, II, 61; Egenolff, 376a; Gruter I, 76; Henisch, 1063, 56; Reinsberg VIII, 59
Was vom Himmel fällt, schadet keinem.
Quellen: Simrock, 4736; Blum, 19; Bücking, 89
Was vom Himmel fällt, schadet niemand.
Quellen: Sutor, 62; Sutor, 913; Eiselein, 310; Körte, 2861; Schulze, 285
Was vom Himmel herabfällt, das schadet niemand in dieser Welt.
Quelle: Eyering III, 427
Lutherbibel 1545/1912: Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber.
Der Glaube ohne Werke ist tot.
Quelle: Schulze, 286
Lutherbibel 1545/1912: Denn wir fehlen alle mannigfaltig. Wer aber auch in keinem Wort fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.
Wir fehlen alle (manigfalt), sprach die Äbtissin, als ihr Bauch (an)schwoll.
Quellen: Simrock, 2335; (Eiselein, 164; Schulze, 287)
Lutherbibel 1545/1912: Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisset ihr nicht, dass der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein.
Der Welt Freundschaft ist Gottes Feindschaft.
Quellen: Petri II, 113; Henisch, 1225, 63; Schulze, 288
Gottes Freund, der Pfaffen Feind.
Quellen: Simrock, 3984; Körte, 2389; Körte II, 2955; Braun I,957; Eiselein, 255; Venedey, 175; Schulze, 288
Gottes Freund und aller Menschen Feind.
Quellen: Simrock, 3983; Agricola I,4; Henisch, 1691, 32; Petri, III, 9; Latendorf II, 15; Schulze, 288,
Gottes Freund und aller Welt Feind.
Quellen: Franck II, 82b; Tappius, 99a; Lehmann 1662, 130, 161; Lehmann 1641, 128, 161
Wer der Welt Freund ist, der ist Gottes Feind.
Quellen: Henisch, 1236, 23; Petri, II, 694
Lutherbibel 1545/1912: Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben, der von euch abgebrochen ist, der schreit, und das Rufen der Ernter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth.
Verdienter Lohn schreit im Himmel.
Quelle: Petri, II, 566
Verdienter Lohn schreiet zu Gott.
Quellen: Blum, 56; Pistorius, 516, LXVII
Verdienter Lohn schreiet zu Gott im Himmel.
Quelle: Eisenhart, 425, LIV
Der 1. Brief des Petrus
Lutherbibel 1545/1912: Desgleichen, ihr Jüngeren, seid untertan den Ältesten. Allesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
ebenso:
Lutherbibel 1545/1912: Der Brief des Jakobus 4, 6: Er gibt aber desto reichlicher Gnade. Darum sagt sie: „Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“
Gott widersteht den Hoffärtigen.
Quellen: Simrock, 4847; Eiselein, 314; Schulze, 290
Lutherbibel 1545/1912: Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: „Der Hund frisst wieder, was er gespieen hat;“ und: „Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot.“
ebenso:
Lutherbibel 1545/1912: Die Sprüche Salomos 26, 11: Wie ein Hund sein Gespeites wieder frisst, also ist der Narr, der seine Narrheit wieder treibt.
Der Hund frisst wieder, was er gespien hat.
Quellen: Simrock, 5043; Körte, 3029; Braun I,1546; Zehner, 180; Schulze, 291; Petri, II, 93; Henisch, 1213, 36
Die Sau legt sich nach der Schwemme wieder in den Kot.
Quelle: Simrock, 8729
Die Sau sich leget nach der Schwemme wieder in Kot.
Quelle: Eiselein, 540
Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot.
Quelle: Zehner, 240
Eine Sau hält sich gern zum Kot.
Quelle: Lehmann, 859, 4
Eine Sau ist am liebsten im Dreck.
Quellen: Lehmann 1641, 66, 179; Schulze, 291
Es ist keiner Sau nie besser, sie liegt denn im Kot.
Quellen: Lehmann, 399, 28; Schulze, 291
Und wenn man einer Sau ein gülden Stück anzöge, so legt sie sich doch mit in Dreck.
Quellen: Agricola IV, 621; Gruter I, 69; Schulze, 291
Wenn man der Sau gleich ein gülden Stück anzöge, (so) legt sie sich doch damit in den Dreck (Schlamm).
Quellen: Körte, 5190; (Petri, II, 663)
Wenn man eine Sau auch in Gold kleidete, so legte sie sich doch (dennoch) in den Kot.
Quellen: Simrock, 8728; (Wagener, 155)
Der 1. Brief des Johannes
Lutherbibel 1545/1912: Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt.
Du sollst allen Geistern nicht glauben.
Quellen: Simrock, 3187; Agricola I, 22; Schulze, 293
Lutherbibel 1545/1912: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe.
Die Liebe treibt die Furcht aus.
Quellen: Simrock, 6423; Schulze, 294
Die Offenbarung des Johannes
Lutherbibel 1545/1912: Fürchte dich vor der keinem, das du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, auf dass ihr versucht werdet, und werdet Trübsal haben zehn Tage. Sei getrost bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.
Wer treu ist, wird gekrönt.
Quelle: Schulze, 295
Lutherbibel 1545/1912: Ich weiß deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest!
Aus einem Mund kann er kaltes und warmes blasen.
Quellen: Lange, 453; Schulze, 296
Bei ihm gehts kalt und warm aus einem Darm.
Quellen: Mayer I, 109; Schulze, 296
Er bläst kalt und warm aus einem Munde.
Quellen: Simrock, 5385; Sailer, 298
Er bläst warm und kalt aus einem Munde.
Quellen: Simrock,11186
Es geht ihm warm und kalt aus einem Mund.
Quelle: Braun, 2807
Warm und kalt aus einem Munde blasen.
Quellen: Körte, 6437; Egenolff, 8b rechts; Egenolff, 41b links
Dies ist der 6. Teil der deutschen Sprichwörter mit biblischem Ursprung.
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