
Ein Verlust bedeutet immer, dass man etwas verliert oder verloren hat. Egal, was es ist, eine Sache, Werte, einen andern Menschen oder Ideale, Illusionen oder Wissen, immer fehlt etwas, was vorher vorhanden war. Man kann selbst schuld sein, oder andere haben einen betrogen oder beraubt, oder es war der Zufall, das Schicksal oder anderes Unbeeinflussbares. Mancher verliert etwas Privates, andere verlieren ihre Arbeit und Geschäftsleute verlieren ganze Unternehmen, die nur Verluste einbrachten. Je nach Emotionen oder Wert des Verlustes wird der Verlust leicht oder schwer empfunden. Manchen Verlust kann eine Versicherung ausgleichen, mancher Verlust ist unersetzbar oder nicht wieder zu kompensieren.
Informationen zu Verlust und verlieren: https://de.wiktionary.org/wiki/Verlust
https://www.dwds.de/wb/Verlust
https://www.dwds.de/wb/verlieren
So, wie man im Leben viel verlieren kann, gibt es den Verlust in deutschen Sprichwörtern. Deutsche Sprichwörter beinhalten nicht nur den Verlust als solches, sondern alles andere mit verlieren oder schon verlorenen Dingen. Neben Geld, Gut und Reichtum wird in deutschen Sprichwörtern wie im wirklichen Leben auch ideelles wie Ehre, Freundschaft, Zeit, Arbeit und mehr verloren. Damit die die Sprichwörter nicht verloren gehen, sind sie auf dieser Website gesammelt. Sobald eines von allen Menschen vergessen wird, ist es für alle Zeit verloren. Für alles andere gilt das Sprichwort:
Zum Verlieren ist nichts besser als Vergessen.
Zum Glück gibt es auch das Gegenteil vom Verlust: Der Gewinn und das Gewinnen, zu dem es auch viele deutsche Sprichwörter auf einer extra Seite gibt.
Begrabener Schatz, verbogener Sinn, ist Verlust ohne Gewinn.
Begrabner Schatz, verborgner Sinn ist Verlust ohne Gewinn.
Bei den Gottlosen ist beid Leben und Sterben lauter Verlust.
Es ist dem Gottlosen beid Leben und Sterben lauter Verlust.
Der Freiheit Verlust ist schwere Klage.
Der spielt auf Verlust, der die Karten schlägt, wie sie ihm in die Hand gegeben werden.
Der Welt Lust ist Verlust oder Unlust.
Gewinn und Verlust, Freud und trauern, sind sehr nahe verwandte Nachbarn.
Lust ohne Frucht und Nutz ist Verlust.
Man tut über Verlust wohl klagen, tut aber vom Gewinn nichts sagen.
Tut dir Gewinn wohl, so lass dir Verlust (verlieren) nicht wehe tun.
Verlust ist gut widers Lachen.
Wahrsager Kunst gar oft betrügt, der Teufels Beschwörer auch viel lügt. Willst du sein Verlust und Schadens frei, so hüt dich vor Wahrsagerei.
Wollust*35, Freud Verlust.
Zeit verlieren ist ein böser Verlust.
Ade, Lieb, ich kann nicht weinen: Verlier ich dich, ich weiß noch einen.
(Je nach Bedarf wurde dies Sprichwort auch früher schon abgeändert: Jan Gruter schrieb 1612 in seiner Sammlung „ich weiß noch eine.“, während Karl Simrock 1846 daraus“ich weiß noch einen.“ machte.)
Alles andre Gut verliert man bald, Weisheit und Kunst behält man fest.
Allzeit gewinnen macht verdächtig; allzeit verlieren macht verächtlich.
An Anschlägen verliert man am (aller) meisten.
An gekrümmten Gulden verliert man wenig.
An kurzen Rossen und langen Stieren ist nichts zu verlieren.
Armut kann nicht verlieren, Armut kann nicht regieren.
Armut tut wehe, Elend noch mehr, noch will ich lieber Elend sein, denn verlieren die Treue mein.
Bei frommen Leuten verliert man nichts.
Bitt ein Weib, du verlierst nichts daran.
Böse Art verliert sich nicht.
Böses verlieren ist großer Gewinn.
Davon verliert keine Katze den Schwanz.
Der eine gewinnt, der andre verliert.
Der gewinnt viel, der eine Hure verliert.
Der Welt wohltun und zieren heißt alle Wohltat verlieren.
Die sich gar gemein macht, verliert ihren Kredit.
(In dem über 500 Jahre alten Sprichwort ist eine Jungfrau gemeint.)
Durch übel regieren und rebellieren tut man gut Regiment verlieren.
Ein Bienlein verliert im Stechen den Stachel und stirbt.
Ein Fisch, der im Rhein gefangen und in ein geschlossen Wasser gesetzt wird, verliert durch solche Veränderung seine Kraft.
Ein Geizhals wird eher einen Zahn aus dem Munde, als einen Groschen aus dem Beutel verlieren.
Ein Kaufmann, der verliert, ist (eben) so wohl ein Kaufmann, als der gewinnt.
Er hat lange Finger, die finden, ehe man verliert.
Es ist besser die Wolle, als das Schaf verlieren.
Es ist besser Streit leiden, denn den Hals verlieren.
Es ist besser weichen als die Schlacht verlieren.
Es ist keine tödlichere Wunde, als wenn man den Kopf verliert.
Es ist närrisch, eine Woche zu verlieren, um einen Tag zu gewinnen.
Es kommt wohl, dass einer die Schlüssel verliert.
Es verliert mancher, dass er nie gehabt hat.
Es verliert mancher seinen Haber (Hafer), eh er zum (rechten) Acker kommt.
Es verliert niemand gern etwas.
Finanz verliert die Schanz.
Geld und Gut lässt sich gewinnen und verlieren.
Gerät es wohl, so gewinnt's wagen, gerät es übel, so verliert's wagen.
Gesinde soll weder finden noch verlieren.
Gesinde soll weder viel verlieren noch finden.
Gewinnen ist der Abend vom Verlieren.
Gewinnen ist der Abend vor Verlieren.
(Oben ein Sprichwort in zwei Varianten, die auf den ersten Blick unterschiedliches Aussagen und trotzdem beide authentisch und richtig sind. Sie stammen nur aus verschiedenen Zeiten mit jeweils anderem Verständnis der Zeit. Das obere Sprichwort stammt von Paul Winckler 1685 und Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781), das untere von Karl Simrock 1846 und aus dem 1. Band des Deutschen Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander 1867.
Nach den Altdeutschen im frühen Deutschland vor dem 18. Jahrhundert wurde der bürgerliche Tag von Abend zu Abend gerechnet. Der Abend war also der Anfang des nächsten Tages. Erst danach veraltete diese Denkweise und der Anfang des Tages wurde auf den Morgen verschoben. Heute mit der künstlichen Beleuchtung geht der Tag von 0:00 Uhr 24:00 Uhr, von Mitternacht bis Mitternacht.
Aus dem abendlichen Tagesbeginn und aus der Zeit der Sprichwörtersammlungen ergibt sich derselbe Sinn des unterschiedlichen Wortlauts des Sprichworts: Im 1. Sprichwort beginnt der Tag mit Gewinnen am Abend. Im weiteren Verlauf des Tages, also der Nacht und dem folgenden Tag, musste man mit dem Verlieren rechnen, da sich Gewinne nicht unentwegt fortsetzen. Im 2. Sprichwort sind die Gewinne des Abends Vorboten für Verluste des nächsten Tages. Das zeigt, wie sich die Zeiten, das Verständnis der Menschen zu ihren Lebensumständen und mit ihnen die Sprichwörter verändern.)
Gewinnen und verlieren ist Kauffmans Ware.
Gewinn ich nichts, so verlier ich nichts.
Große Herrn machens mit ihren Offizieren, wie die Bauern, wenn sie ein Messer aus der Scheide verlieren, stecken sie ein Hölzlein in die leere Stell, das sie nicht rostig werde.
Guter Hund, so die Fährte nicht verliert.
Ich will den Gaul gewinnen oder den Sattel verlieren.
In der Einigkeit verliert man allen Unterschied.
Langsame Gabe verliert den Dank.
Langsam geben verliert den Dank.
Langsam gegeben verliert allen Dank.
Lass dich ein auf Kompromiss, so verlierst du gewiss.
Lass dich in keinen Kompromiss, du verlierst die Sach', das ist gewiss. (die Sach gewiss).
Leiden verlieren ist für Lachen gut.
Mancher Spieler verliert in einer Stunde, was er in seinem Leben nicht wieder gewinnt.
Mancher will lieber einen Freund verlieren, als eine Klette, die er ihm anwirft.
Mischt der Zufall die Karten, verliert der Verstand das Spiel.
Mit Hadern*14 verliert jedermann außer Papiermacher und Advokaten.
Mit Recht verliert man das mit Schwänken, was man gewonnen hat mit Ränken.
Mit spazieren gehen, verliert manche Dirn ihr Kränzlein.
(Mit Kränzlein ist Unschuld oder Jungfräulichkeit von jungen Frauen gemeint.)
Oft streiten die Leute um den Himmel und verlieren auf der Erden Hab und Nahrung, Land und Leute.
Ruhig schläft, wer nichts zu verlieren hat.
Schmerz verliert sich geschwind, wenn's recht heiß dem Aug' entrinnt.
Schöne Gestalt verliert sich bald. (verwelkt bald)
Spiele nicht in der Fremde, verlierst sonst Rock und Hemde.
Übel regieren verliert alle Herrschaft.
Über dem Ungewissen verliert mancher das Gewisse.
Unbesonnen verliert die Schlacht.
Verliert Herr, so gewinnt Herr.
Verliert man die Schuhe, so behält man doch die Füße.
Verschwind das Gut, so verlieren sich die Gesellen.
Viele verlieren den Baum des Lebens wegen des Baums der Erkenntnis.
Wagen gewinnt, Wagen verliert.
Wagst du nicht, so gewinnst du nicht, verlierst auch nicht.
Was der Hirt in seiner Hut verliert, das soll er entgelten.
(Das bedeutet, der Hirte ist für die ihm anvertrauten Schafe verantwortlich. Er muss dass, was er verschuldet oder durch Nachlässigkeit oder Unachtsamkeit an Schafen oder anderem verloren hat, entgelten, das heißt ersetzen.)
Was einer kann verlieren, das ist nicht sein eigen.
Was einer kann verlieren, das soll er nicht für sein eigen achten.
Was gefärbt ist, das verliert Gunst.
Was immer arbeitet, nimmer feiert, seine Kraft und Wohlfahrt bald verliert.
Was man an der Saat spart, verliert man an der Ernte.
Weiber und Hühner verlieren sich bald auf der Straße.
Weil der Fuchs so witzig ist, so verliert er sein Schwanz.
Weil der Hund bellt, verliert er den Knochen.
Wem das Erdenleben den Staar nicht sticht, verliert im Himmel die Blindheit nicht.
Wem ein Zahn ausfällt, der verliert einen guten Freund.
Wen Arbeit verdrießt, dem schadet nicht, ob er die Güter der Tugend hie zeitlich und dort ewig verliert.
Wenn der Bettler nichts haben soll, so verliert er das Brot aus der Tasche.
Wenn der Bettler nichts haben soll, verliert er das Brot aus dem (Bettel)Sack.
Wenn ein Fuchs über die Hasenspur läuft, so verliert der Hund die Spur.
Wenn der Pracher*26 nichts haben soll, so verliert er das Brot aus dem Sack.
Wenn der Schneider keinen Knoten macht, so verliert er alle Stiche.
Wenn die Frau ihre Scham verliert, so geht sie daran ohne Zaum: das heißt den Schemel unters Bette stoßen.
Wenn die Soldaten gewinnen, so verlieren die Bauern.
Wenn ein Fürst jedermanns Gunst und das gemeine Gebet verliert, so ists mit ihm geschehen.
Wenn es will Abend werden, so verliert die Sonne ihren hitzenden Schein. (Hitz und Schein)
Wenn man einen Lachs fängt, kann man wohl die Angel verlieren.
Wer auf Borg verkauft, kommt um sein Gut, verliert seinen Freund und wird schwerlich reich.
Wer auf der Straße sät, ermüdet seine Ochsen und verliert sein Korn.
Wer aus Not spielt, verliert ohne Willen.
Wer beim Spiel wegleiht, verliert.
Wer das Ganze oder alles will, der verliert das Ganze.
Wer dem Esel den Kopf zwagt, der verlieret Wasser, Seife und Arbeit.
(zwagt, zwagen = wäscht, waschen)
Wer dem Fremden sein Brot gibt, der verliert seinen Lohn.
Wer den Balg verliert, muss den Schwanz dreingeben (hergeben).
(Das bedeutet, wenn jemand Bankrott gegangen ist, muss er auch sein letztes Hemd, alles bis auf den letzten Pfennig seines Privatvermögens abgeben.)
Wer denkt, seine Katze werf ein Kalb, der verliert seine Mühe mehr denn halb.
Wer den Nagel am Hufeisen nicht achtet, der verliert (auch) das Pferd.
(Nachsatz in der Sprichwörtersammlung von Körte 1837: „übers Hufeisen das Pferd, übers Pferd der Mann! Also sieh aufs Kleinste, wie aufs Größte.“)
Wer die Kunst nicht übt, verliert sie bald.
Wer die Vögel mit dem Nest zugleich will haben, der verliert sie bisweilen beide.
Wer ein böses Weib und fünf Groschen verliert, hat Ursache, um sein Geld zu klagen.
Wer Gelegenheit hat, der soll auf ein andere nicht warten, sonst verliert er die Gelegenheit.
Wer einem feind ist, dass ihm sein Feind günstig ist, der verliert hundert um hundert.
Wer einen andern zu viel sucht, verliert sich endlich selbst.
Wer flieht, der leiht, wer weicht, der verliert.
Wer fröhliche Nacht sucht, verliert guten Tag.
Wer gewinnt das Spiel verliert die Huld und ist eins andern Unglück schuld.
Wer Gott behält, verliert nichts.
Wer Gott finden will, muss sich selbst verlieren.
Wer im Finstern doppelt, verliert die Würfel.
Wer immer arbeitet und nicht feiert, seine Kraft und Leben bald verliert.
Wer immer sauer sieht, der verliert sein Ansehen durch die Gewohnheit.
Wer immer überm Spielen leit, gewinnet Sünd', und verliert die Zeit.
Wer keinen Verstand hat, (der) kann keinen verlieren.
Wer kein Gehirn hat, kann keins verlieren.
Wer leiht, der hat Schad oder Schand: Schad, wenn er nichts wieder kriegt, Schand, wenn er mit wiedernennen einen Freund verliert.
Wer mit einem Dreck ringt, er gewinne oder verliere, so bekommt er doch beschissene Hände.
(beschissen = beschmiert, verdreckt. Dreck = Verleumder, böser Nachbar oder anderes)
Wer mit einem Weib kämpft, ist übel dran. Gewinnt er, so wird sie ihm feind, verliert er, so spottet sie seiner, darum ist stillschweigen das Sicherste.
Wer nach fremdem Gute trachtet, der verliert mit Recht das seine.
Wer nach Geld heiratet, verliert (verkauft) seine Freiheit.
Wer nach Geld und Schönheit tracht, in seinem Ehestand Unglück macht, Geld und Gestalt sich bald verliert, oft in die größte Armut führt.
Wer nicht gern einen Pfennig verliert, der wird auch ungern einen Rock verlieren.
Wer nicht gern verlieren will, der habe Achtung auf das Spiel.
Welcher nicht gern verlieren will, der geb gute Achtung auf das Spiel.
Wer nichts hat, dem entfällt nichts (kann nichts verlieren).
Wer nichts hat, der verliert nichts.
Wer nichts hat, was kann der verlieren?
Wer nicht verlieren will, der spiele nicht.
Wer nicht will den Sack samt dem Band verlieren, der verzeihe sich zu weichen seines rechten.
Wer stetig ob dem Spielen leiht, der gewinnt Sünde und verliert die Zeit.
Wer's Ungewisse will nach Hause führen, kann's Gewisse vom Wagen verlieren.
Wer trauert, der verliert seinen Verstand.
Wer übel schwatzt, verliert ein gutes Schweigen.
Wer übel schwatzt, verliert ein gutes Schweigen.
Wer zu Gewalt schweigt, verliert sein Recht.
Wer zur Gewalt schweigt, verliert sein Recht.
Wer zwischen zwei Freunden Richter ist, verliert den einen.
Wo man zu viel die Füße regiert, da verlieren die Köpfe.
Wo nichts ist, da verliert man nichts.
Wo nichts ist, geht nichts verloren.
Wo zwei wetten, muss einer verlieren.
Zanken und Disputieren, tut die Wahrheit verlieren.
Durch zu viel disputieren, tut man die Wahrheit verlieren.
Mit viel zanken um die Wahrheit, verliert man die.
Mit viel zanken und disputieren, tut man die Wahrheit (leicht) verlieren
Wenn man viel zankt und disputiert, die Wahrheit bald verloren wird.
Zeit verlieren ist ein böser Verlust.
Zum Verlieren ist nichts besser als (das) Vergessen.
Zu oft gesehene Wahre verliert den Wert.
An Anschlägen geht viel verloren.
Es ist alles verloren, was man dem Undankbaren tut.
Es ist alles verloren, was man in alte Säcke schüttet.
Es ist verloren, was man in alte Säcke oder Kübel schüttet.
Es ist verloren, was man in alte Kübel schütt.
Es ist verloren, was man in alte Säcke schüttet.
Was man in alte Säcke schüttet, ist verloren.
(Das Sprichwort bezieht sich auf einen jungen Mann, der eine alte Frau zur Ehe nimmt.)
Es ist alles verloren, was man in einen löchrigen Topf gießt.
Es ist besser das Fenster als das Haus verloren.
Es ist besser einen Finger, als die Hand verloren.
Es ist kein Streich verloren, als der nebenbei fällt.
Kein Streich verloren, als der daneben fällt.
Hie gewonnen, dort verloren.
(Mit hier ist das Leben des Menschen auf der Erde gemeint; dort meint das Jenseitige ewige Leben. Das Sprichwort meint, wer hier im Leben gewonnen hat, wird dort im Jenseits alles verlieren, wahrscheinlich selbst verloren sein.)
Jungfrauenschaft verloren, ist alles verloren, die beste Morgengabe, und das beste Kleinod*20, ist hinweg.
Kleiner Leute halben ist keine Schlacht verloren.
Kleiner Leute halben ist nie keine Schlacht verloren worden.
Kleiner Leute halber ging nie eine Schlacht verloren.
Kuhfleisch in gelber Brüh, ein Ritter ohne Müh, an diesen beiden ist verloren der Safran und die goldnen Sporen.
Kunst ohne Übung ist verloren.
Leiht man nicht, so ists Zorn, leiht man dann, so ists Geld verloren. Doch besser ist der erste Zorn, denn Geld und Freund zugleich verloren.
Liebe ohne Gegenliebe ist verloren Arbeit.
Lieber Land und Leut verloren als einen falschen Eid geschworen.
Lieb und wieder Leid ist verlorne Arbeit.
Macht man keinen Knopf am Faden, so geht der Stich verloren.
Wenn man nicht einen Knopf am Faden macht, so ist der erst Stich verloren.
(Christoph Lehmann fügt 1630 hinzu: „welches bei Geſchäften und Handlungen wohl in Gedächtnis zu halten.“)
Mancher Herr, der ein Pferd hat verloren, stellt ein Schaf dafür ein an seiner statt.
Man gelobt ein Ding Christo nicht eher, es sei denn fast alles verloren.
Mit Füttern wird keine Zeit verloren.
Mit Tränen heiß die arme Welt beweint, das verlorene Geld.
Nachrechnen hat alles Spiel verloren.
Nachrechnen hat immer das Spiel verloren.
Nachrechnen hats Spiel verloren.
Nach verlornen Dingen soll man zu sehr nicht ringen.
Nichts ist verloren, als was man nicht mehr findet.
Reicht der Busch dem Reiter an die Sporen, so hat der Bauer sein Recht verloren.
Rüben nach Christtag, Äpfel nach Ostern und Mädchen über dreißig Jahr haben den besten Geschmack verloren.
Schnelle Rach' und jäher Zorn, haben oft gut Spiel verlor'n.
Schnelle Rach' und jäher Zorn, haben manch gut Spiel verlor'n.
Schwarz geboren hat's Waschen verloren.
Seit Untreu ist geboren, hat der Glaube das Feld verloren.
Sie hat ein Hufeisen verloren.
Sie hat ihr Kränzlein verloren.
(Kränzlein verloren = Unschuld Jungfräulichkeit verloren. Dem Sinn nach meint das Sprichwort das 1. Buch Mose, Kapitel 34 in der Bibel, in dem sich Diana verführen ließ und damit viel Unglück heraufbeschwor.)
Sobald das Gesetz und Vernunft zusammenkommen, hat der Glaube seine Jungfrauschaft verloren.
Solange man Courage hat, so ist noch nichts verloren.
Tugendreich ist wohlgeboren, Adel ohne Tugend ist verloren.
Übel gewonnen, übel (bald) verloren.
Über ein Weib herrschen, ist verloren Arbeit.
Übersehen ist verloren.
Um verloren Gut soll man sich nicht bekümmern.
Unschuld verloren, alles verloren.
Verlorene Ehr kehrt nimmermehr.
Verlorne Ehr' kehrt nimmermehr.
Verloren Ehr kommt wieder nimmermehr.
Verlorenes Gut, erkanntes Gut.
Verlorene Zeit ist nicht zu ersetzen.
Verloren Gut, den Erben kein frommen tut.
Verloren Gut, man hofft wiederkriegen tut.
Verloren ist alle Treu und Gut, zu ändern ein verstockt Gemüt.
Vier Stück, die Zeit, ein Wort, die Ehr und Jugend fort, man nimmer wieder find, wenn sie verloren sind.
Vor Türen und Toren gehn Kinder verloren.
Was dem Wolf in die Kehle kommt, ist alles verloren.
Was der Freund bekommt, ist unverloren.
Was die Gottlosen gern wollten, das ist verloren.
Was Gott geopfert wird, ist meist schon halb verloren.
Was Gott nicht gibt, das hat man nicht und ist verloren.
Welche ohne Gesetz sündigen, die werden auch ohne Gesetz verloren.
Wenig aufsetzen gegen viel, gleicht sich einem verloren Spiel.
Wenn Brief, Siegel, Hand und zusagen nichts mehr gelten, so ist kein Band, das zwischen Menschen Einigkeit und Vertrauen kann erhalten und ist alle Gewissheit in Handlungen verloren.
(Dieses über 500 Jahre alte Sprichwort beschreibt spätestens seit 2022 Russland mit Putin als Präsident. Der russische Präsident vor Putin, Jelzin (1931 - 2007, russischer Präsident von 1991 -1999, der 1. demokratisch gewählter Präsident Russlands), war maßgeblich an der Auflösung der Sowjetunion beteiligt. Putin missachtete alle von Russland vor ihm gegebenen Garantien und Verträge mit der Ukraine und zettelte mit falschen Behauptungen den völkerrechtswidrigen Angriffs- und Eroberungskrieg gegen die Ukraine an.)
Wenn der Fuchs den Schwanz verloren hat, so sagt er, es sei eine Last und wollt, dass andere ihre Schwänze auch lassen müssen.
Wenn der Fuchs den Schwanz verloren hat, so sehe er gern, dass kein Fuchs einen Schwanz hätte.
Wenn die besten Farben im Spielen verworfen, so ist der Stich verloren.
Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, merkt sie erst, wozu er gut gewesen ist.
Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, merkt sie (erst), wozu er ist nutz gewesen.
Die Kuh weiß nicht, wozu ihr der Schwanz dient, bis sie ihn verloren.
Hat die Kuh den Schwanz verloren, so merkt sie erst, wozu er gut gewesen.
Wenn du einen auf dem Rücken bis gen Rom trügest und nur vorm Tor unsanft nieder setzt, so wäre alle Arbeit auf'm ganzen Weg verloren.
Wenn du einen auf dem Rücken trügest bis Rom und setzt ihn unsanft nieder am Stadttor, so wäre aller Dank verloren.
Wenn eine Sache an Händen und Füssen gestorben, so ist alle Kur verloren.
Wenn es heißt, ein Kind geboren, haben die Rüben den Geschmack verloren.
Wenn Gott nicht den verlorenen Groschen sucht, von selbst geht er nicht wieder in den Säckel.
Wenn hält der Wolf das Schaf an Ohren, so hat das Recht den Hals verloren.
Wenn man den Wind hat verloren, so findet man ihn hinter dem Glockenturm.
Wenn man viel zankt und disputiert, die Wahrheit bald verloren wird.
Wenn sich ein Weib vollsäuft, so hat sie den Schlüssel verloren.
Wer bösen Weibern dienen tut, ist alles verloren Gut.
Wer den Kredit verloren hat, der ist tot für die Welt.
Wer die guten Tage verloren, muss dafür gute Nächte suchen.
Wer einen guten Tag hat verloren, soll eine gute Nacht suchen.
Wer einmal betrügt, dessen Kredit hat die Jungfrauschaft verloren, ist zur Hure geworden.
Wer findet, eh verloren ist, der stirbt, eh er krank wird.
Wer (da) findet ehe verloren wird, der stirbt, eh er krank wird.
(Das Sprichwort meint die Spitzbuben und Diebe, die etwas „finden“, was der Besitzer noch nicht verloren hat. Das bedeutet, für Diebe gab es nur die Strafe am Galgen.)
Wer gefundene Schätze will offenbaren, der hat sie gar bald wider verloren.
Wer vor 20 Jahren nicht schön wird, vor 30 Jahren nicht stark, vor 40 Jahren nicht witzig, und vor 50 Jahren nicht reich, an dem ist alle Hoffnung verloren.
Wer vor zwanzig Jahren nicht schön wird, vor dreißig Jahren nicht stark, vor vierzig nicht witzig, vor fünfzig nicht reich, an dem ist Hopfen und Malz verloren.
Wer vor zwanzig Jahren nicht schön wird, vor dreißig nicht stark, vor vierzig nicht klug, vor fünfzig nicht reich, der mag seines Glücks wohl erwägen: es ist an ihm alle Hoffnung verloren.
Wer kämpft, kann schon mal verlieren. Wer nicht kämpft, hat sowieso schon verloren.
Wer Linden pfropfet auf den Dorn, hat an beiden sein Recht verlorn.
Wer Linden pfropfet auf den Dorn, hat ihrer beider Recht verlorn.
Wer mit Geld kann Religionsfreiheit, Fried und Ruhe erkaufen, der kauft nicht zu teuer, denn Geld und Gut kann man mit der Zeit wieder bekommen, aber verlorne Religion und Freiheit ist nicht wieder zu erkaufen.
Wer Narren will weise machen, der hat gern verlorene Arbeit.
Wer Rosse hütet beim Haferacker, Kühe bei Wiesen, Gänse beim Wasser, Geiß beim Krautgarten, ein Weib beim Buhlen, bei denen ist Sorge und Hut verloren.
Wer Schad und Unfall will abkehren, der muss ihm bald beizeiten wehren. Arznei ist kraftlos und verloren, wenn Schad ist mächtig in viel Jahren.
Wer schimpft, (der) hat verloren.
Wer sein Weib verloren hat, muss es im Schottenkloster suchen.
Wer sich hält an die Toren, so er fällt, hat zwieer verloren.
Wer Tugend hat, ist wohl geboren, ohne Tugend ist der Adel verloren.
Wer wohl tut ist wohlgeboren, ohne Tugend ist der Adel (gar) verloren.
Wer vorsätzlich ein Schalk ist und will nicht ablassen, bei dem ist alle Hoffnung verloren.
Wes kann sich ein Weib sich rühmen mehr, wenn sie verloren hat Zucht und Ehr.
Wie gewonnen, so zerronnen, sagte das Mädchen, als sie die Jungfernschaft verloren.
(Eines der Sprichwörter, wegen denen die Erstausgabe von Hermann Frischbiers Buch „Preußische Sprichwörter“ wegen „Erregung eines öffentlichen Ärgernisses durch Verletzung der Schamhaftigkeit“ 1864 polizeilich mit Beschlag belegt und Anklage gegen den Autor erhoben wurde.)
Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren und nicht in dir, ist's Christentum dir doch verloren.
Wo Bacchus nicht der Kellner ist, da ist verloren Kunst und List.
Wo das Bier im Keller versauert, ist Hopfen und Malz verloren.
Wo man die Tugend in schlagen soll, da ist Mühe und Arbeit verloren.
Wo man mit goldenen Büchsen schießt, da hat das Recht sein Schloss verloren.
Wo man mit der gülden Büchse schießt, da hat Recht das Schloss oder den Schuss verloren.
(Das bedeutet, es wird mit Gold und Geld bestochen und das Recht gilt nicht mehr.)
Wo nichts ist, (da) hat der Kaiser sein Recht verloren.
Wo nichts ist, da verliert der Kaiser das Recht.
Wo nichts ist, geht nichts verloren.
Wo werden zwei Eide geschworen, da wird eine Seele verloren.
Wo zwei Eide geschworen, da wird eine Seele verloren.
Zeit gewonnen, viel gewonnen; Zeit verloren, viel verloren.
Zersprungene Blasen und verlorene Ehre sind nicht wieder zu ergänzen.