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Deutsche Sprichwörter Kategorie Armut

Deutsche Sprichwörter

Kategorie Gewinn und gewinnen

Gewinn ist der Überschuss der Erträge über die Aufwendungen eines Unternehmens. Bei der Nominalkapitalerhaltung liegt Gewinn immer dann vor, wenn das Eigenkapital vermehrt wurde. Die Realkapitalerhaltung hingegen setzt voraus, dass das Eigenkapital um mehr als die Inflationsrate gestiegen sein muss. Die absolute Substanzerhaltung spricht nur dann von Gewinn, wenn der als Barwert ermittelte Unternehmenswert gestiegen ist. Der Gewinn gab der Gewinn- und Verlustrechnung ihren Namen. Rechnerisch ergibt sich aus dieser Gegenüberstellung ein Gewinn, sofern die Aufwendungen niedriger sind als die Erträge.

 Gewinn (wie Gewinnen von „gewinnen“ im Sinne von ‚bekommen‘ oder ‚erhalten‘, von althochdeutsch giwinnan ‚durch Mühe, Arbeit oder Sieg zu etwas gelangen‘) wird auch als Profit bezeichnet. Der Philosoph Christian von Wolff definierte den Gewinn in seinem Todesjahr 1754 wie folgt: „Der Gewinn wird die Sache genannt, welche zu unseren Gütern hinzukommt, ohne dass sie dadurch vermindert werden, oder wodurch wir reicher werden“. Erich Gutenberg vertrat die reale Kapitalerhaltung: „Erst wenn feststeht, dass die durch das Anfangskapital der Periode repräsentierte Kaufkraft des Kapitals erhalten geblieben ist, kann ein Geldüberschuss als Gewinn angesehen werden“.

 Arbeit, mit der man „Gewinn erwirtschaften“ kann, wird als „lukrativ“ bezeichnet, was auf das lateinische Wort Lucrum (Gewinn, Vorteil) zurückgeht.


Die Quelle im Internet:  https://de.wikipedia.org/wiki/Gewinn

                                     https://de.wikipedia.org/wiki/Gewinn_(Begriffsklärung)


Egal, wie man den Gewinn definiert, als Betriebsgewinn, Rohgewinn, als Überschuss, Netto- oder Bruttogewinn, Privat- oder Geschäftsgewinn, Lotteriegewinn, der Gewinn in deutschen Sprichwörtern entsteht bei allen Lesern durch die Zunahme ihrer Kenntnisse dieser Sprichwörter. Mit Geschäften und Handel gewinnt man durch Arbeit, bei Lotterien und Spielen kann einer von vielen möglicherweise gewinnen, mit Kenntnis der deutschen Sprichwörter über Gewinn und gewinnen gewinnt garantiert jeder. Ein kleiner Beitrag zu diesem Gewinn ist diese Website.

 Zum Schluss: Neben dem Gewinn in deutschen Sprichwörtern gibt es wie im Leben auch den Verlust, den es auch in deutschen Sprichwörtern zur genüge gibt und auf einer extra Seite mit Verlust, verlieren und verloren zu finden ist.


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Gewinn in deutschen Sprichwörtern:

Arbeiten ohne Gewinn und viel haben ohne Gebrauch, ist eines Menschen Plage.


Auf Lieb und Gewinn steht aller Welt Sinn.


Aufs Erdreich bist du bloß gekommen, bloß wirst du wieder hingenommen. Was reut dich denn vergänglich Gewinn? Du wirst nichts mit dir führen hin.


Auf Weiber und Gewinn steht aller Welt (der) Sinn.


Begrabner Schatz, verborgner Sinn, bringen niemand Gewinn.

Begrabener Schatz, verbogener Sinn, ist Verlust ohne Gewinn.

Begrabner Schatz, verborgner Sinn ist Verlust ohne Gewinn.


Bei großem Gewinn ist (gar) großer Betrug.


Beim Eigensinn ist kein Gewinn.


Besser Schad, denn Schand oder schändlicher Gewinn.


Böser Gewinn fährt hin.

Böser Gewinn fährt bald hin.

Böser Gewinn fährt dahin.

(Bei diesem Sprichwort kann man die Entwicklung ablesen und wer von wem abschrieb. Im 17. Jahrhundert hieß es noch „fährt hin“ (Petri 1605, Gruter 1610, Henisch 1616), im 19. Jahrhundert wurde bei Körte (1837), Braun (1840) und Simrock (1846) daraus „fährt bald hin“. Daneben schrieb Thomas Mayer 1812 in seiner Bayrischen Sammlung auch „fährt dahin“, ebenso 1824 Karl Ferdinand Philippi in Sachsen. Ida von Düringsfeld kombinierte beides 1863 in ihrem Buch „Das Sprichwort als Philosoph“ zu „fährt bald dahin“. Ebenso übernahm Wander im „Deutschen Sprichwörter Lexikon“ alles, aber mit einer Klammer: „fährt (bald) dahin“. In einigen anderen Veröffentlichungen des 19. Jahrhunderts, die keine Sprichwörtersammlungen sind, findet man alle Versionen. Gleiches gilt heute, je nach benutzter Quelle.)


Böser Gewinn faselt nicht.


Böser Gewinn ist Schaden.

(Georg Henisch schrieb schon 1616 dazu: „unrechter böser Gewinn und Wucher ist nur für Schaden zu achten ist dem Schaden gleich.“)


Böses verlieren ist großer Gewinn.


Der Geizige befleißigt sich mehr auf Gewinn, denn auf Ehre.


Der Neider Sinn ist frommer Gewinn.


Der spielt nicht zur Kurzweil, der auf Gewinn setzt.


Des Aufruhrs Gewinn ist Schande.


Des Mannes Sinn ist sein Gewinn.


Die Jungfrauen sind von bösem Sinn, falsch reden, das ist ihr Gewinn.


Die Sterben für Gewinn achten (halten), sind schwer zu besiegen (überwinden).


Drei Dinge bringen jeden gen Rom: Gewinn, Wunder und Freiheit.


Ein kleiner Gewinn und oft ist besser als ein großer und selten.


Erbschaft ist oft kein Gewinn.


Es ist alles Gewinn, was man von bösen Schuldnern bekommt.


Es ist nicht alles Gewinn, was man im Beutel hat.


Es ist nicht alles Gewinn, was man gewonnen achtet.


Es ist nicht allzeit bei dem größten Sack der größte Gewinn.


Es ist selten ein Gewinn ohne des andern Schaden.


Fromm sein ist allein Gewinn.


Gewinn auf dem Spiel ist ein süßes Gift.


Gewinn, der bösen Namen macht, für Schaden billig wird geacht't.


Gewinn hat guten Geruch.


Gewinn ich nichts, so verlier ich nichts.


Gewinn im Kasten, Schaden im Gewissen.

Gewinn in der Kisten, macht Schaden im Gewissen.


Gewinn ist nicht Gewinn, er sei denn gerecht.


Gewinn mit bösem Gerücht ist Schaden.


Gewinn riecht gut, und wenn er aus dem Abtritt käme.


Gewinn schmeckt fein, so klein er mag sein.


Gewinn und Verlust, Freud und trauern, sind sehr nahe verwandte Nachbarn.


Gewinn wagt alles.


Gewinn will Beine (Füße) haben.


Guter Lohn, guter Gewinn, gut Geschenk, machen einen guten Gesellen bald reich.


Haben Eheleut einen Sinn, so ist das Unglück selbst Gewinn.


Heuchler und Huren bringen keinen guten Gewinn.


Kleiner Gewinn, guter Gewinn.


Kleiner Gewinn hält den großen Hauptstuhl beisammen.

Kleiner Gewinn hält den Haufen beisammen.


Kleiner Gewinn ist auch Gewinn.


Kleiner Gewinn macht große Diebe.


Kleiner Gewinn macht großen Gewinn.


Leichter Gewinn macht schwere Beutel.


Mancher ist ein Kaufmann, vor Mittag bettelt er Brot, nach Mittag verkauft ers; was er sammelt, ist lauter Gewinn.


Man tut über Verlust wohl klagen, tut aber vom Gewinn nichts sagen.


Saurer Dienst, kleiner Gewinn.


Selten Gewinn ohne Betrug.


Solchen Gewinn schmiert man an die Peitsche!


Solchen Gewinn schmiert man wohl auf die Schuhe.


Sonntagsgewinn sind Federn.

Sonntagsgewinn sind Federn im Winde.


Sterben ist mein Gewinn.


Tut dir Gewinn wohl, so lass dir Verlust (verlieren) nicht wehe tun.


Um Gewinn geht der Priester an den Altar.


Um Gewinn reist der Kaufmann zur See.


Unrechter Gewinn ist Schad' und Schinn.

(Das bedeutet, unrechter Gewinn schadet nur auf Dauer und ist bloßer Schein.)


Vom Schlagen hat niemand mehr Gewinn als die Metzger.


Vorteil ist nicht allezeit Gewinn.


Wagemann, Gewinnemann.

Wagemann, Winnemann.


Was man aus dem Schiffbruch rettet, ist Gewinn.


Was man erspart zu Ehr'n und Gewinn, das führt der Teufel sonsten hin!


Wenn Mann und Weib einander schlagen; so ist das der Gewinn, dass andre Leute zu lachen haben.


Wer einen ziemlichen Gewinn nimmt, der gibt seinem Nächsten ein Almosen.

(Mit einem ziemlichen Gewinn ist passender, angemessener, sich ziemender Gewinn gemeint.)


Wer Geld zu rechter Zeit veracht, oft viel Gewinn hat eingebracht.


Wer kleinen Gewinn veracht, der bekommt nimmer großes Gut.


Wer nur durch Geiz sucht sein Gewinn, des Lieb ist aus, der Glaub ist hin.


Wer's wagt, dem sind Sorgen der erste Gewinn.


Wer treu mit untreu vergilt, der hat selten Gewinn.


Wer wohltut, der kriegt gut Gewinn.


Wo keine Gefahr ist, da muss auch kein Gewinn sein bei dem Geldhandel.


gewinnen in deutschen Sprichwörtern


Alles, was das Leben je gewann und tödlich ist, das muss davon.


Allzeit angel, so gewinnst du keinen Mangel.


Allzeit gewinnen macht verdächtig; allzeit verlieren macht verächtlich.


Als der Bauernbub in eine andre Haut schlüpfte, gewann die Magd ein Kind.


Am übel gewonnenen Gut hat der dritte Erbe weder Freud noch Mut.


An Armen weiß man nichts zu gewinnen.


An bösen Leuten gewinnt man nichts, weder mit guten, noch mit bösen Worten.


An böser Ware ist nichts zu gewinnen.


An Lügen gewinnt man nicht, denn dass man ihm nächstens desto weniger glaubt.


Arbeit gewinnt allezeit.

Arbeit gewinnt allezeit etwas.


Arbeit gewinnt Feuer aus den Steinen (dem Steine).


Arbeit hat eine bittere Wurzel, sie gewinnt aber süße Früchte.


Arbeit tut viel Missgriff, wem das Glück nicht wohl will, der gewinnt mit Arbeiten nur sein Tagelohn.


Auf dem Bruch gewonnen auf dem Meer entkommen.


Beginnen ist halb gewinnen.


Bei dem Heuchelstab gewinnt man Ehre, Gunst und Hab. 


Bei der Arbeit muss man's also machen, dass der Herr Christus mit im Schiff sitzt, so kann man unverhofft etwas gewinnen, als dann man wider den Strom fahren und Fische fangen.


Das Geld zu rechter Zeit veracht, hat groß Gewinnen schon gebracht.


Das Spiel ist noch nicht gewonnen, die Karte liegt noch auf'm Tisch.


Dem Feind mit Vorteil angewinnen ist das best.


Der Arbeiter gewinnt kaum das Brot, der Fromme nährt sich mit Angst und Not.


Der bass mag, der gewinnt's.


Der eine gewinnt, der andre verliert.


Der eine gewinnt seine Nahrung mit Sitzen, der andre mit Laufen und Schwitzen.


Der gewinnt mit Geben, der Würdigen gibt.


Der gewinnt übel, der alles vertut.


Der gewinnt viel, der eine Hure verliert.


Der Groschen, den man hat erspart, nutzt mehr, denn der gewonnen ward.


Der Hunger gewinnt Ehr.


Der ist ein Narr, der sein eigen Gut daran setzt, etwas für einen anderen zu gewinnen.


Der ist ein Narr, der zu Unzen gewinnt und mit Pfunden wegwirft.


Der ist recht arm, der seine Armut nicht verhehlen kann und der sein Speis mit saurer Arbeit sucht und sie nicht kann gewinnen.

(Heute wie vor 500 Jahren: Viele haben eine saure (schwere) Arbeit, die oft unterbezahlt wird. Trotz saurer, schwerer Arbeit in Vollzeit müssen viele zusätzlich staatliche Hilfen in Anspruch nehmen, um über die Runden zu kommen. Sie werden als „Arm“ gebrandmarkt und machen doch die Arbeit, für die sich andere zu fein sind und auf die Arbeitenden herabblicken, und doch ohne diese zu gering Bezahlten selbst nicht leben und zurechtkommen können.)


Der Teufel hat gewonnen Spiel.


Der zuerst gewann, ward zuletzt ein Bettelmann.

Der zuerst gewann, wird zuletzt ein armer Mann.


Des Freud muss bald eine Endschaft haben, der wider Recht seine Sache gewann.


Die Eule gewinnt Adlersfedern.


Eigene Anschläge wehren lang und gewinnen selten Fortgang.


Ein Bauer gibt kein gutes Wort, als wann er etwas gewinnen oder einen betrügen will.


Einen Widersacher gewinnt man selten mit bösen Worten.


Einer mag vielen guten Rat geben, aber nicht angewinnen.

(angewinnen = veralteter Ausdruck, für, an oder von etwas oder einem gewinnen. Das bedeutet, jemand kann anderen guten Rat geben, sich selbst aber nicht.)


Ein ersparter Taler*34 ist zweimal gewonnen.


Eine schlimme Kaufmannschaft, wo niemand gewinnt.


Ein Gieriger gewinnt sein Gut anderen.


Ein guter Anfang gewinnt gern ein gutes Ende.


Ein guter Sparer ist gleich einem guten Gewinner.


Ein Kaufmann, der verliert, ist (eben) so wohl ein Kaufmann, als der gewinnt.


Ein närrischer Anfang gewinnt gemeiniglich den Krebsgang.


Ein Pfennig gespart ist auch gewonnen.

Ein Pfennig ist eben so bald erspart, denn gewonnen.


Ein sanfter Mut gewinnt seinen Feind.


Ein schlechter Handel, wo niemand gewinnt!


Ein wohl gewonnener Pfennig überwehrt einem unehrlichen Gulden*13.


Er gewinnt das Kratzen hinter den Ohren.

Er gewann nur's Kratzen hinter'n Ohren, sein Geld dagegen hat er verloren.


Er gewinnt das Zusehen.


Er kann vor Gewinnen nicht reich werden.

Er kann vor Gewinn nicht reich werden.

(Als Erster führt dieses Sprichwort 1837 Körte (Nr. 1130) in seiner Sammlung auf, wo Braun es 1840 (Nr. 382) für seine abschrieb. Simrock schrieb von beiden ab (Nr. 3608) und vergaß die Buchstaben „en“ beim Wort Gewinnen. Wander schrieb 1867 von allen ab und Verdoppelte damit die Einträge in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon mit einem zusätzlichen falschen und vergaß dabei die Quellenangaben Körte und Braun.)


Er sollte eher ein Dorf verzehren, als ein Haus gewinnen.


Er wirft überzwerch und gewinnt kreuzweis.

(überzwerch - aus dem Mittelhochdeutschem aus Süddeutschland und Österreich: quer; über Kreuz.)


Es gehört Geduld dazu, wer dem Teufel angewinnen will.


Es gibt einer gern ein Kreuzer, dass er einen Gulden*13 gewinne.


Es ist besser einem Herren dienen, der eine Herrschaft vertut, als der eine gewinnen will.


Es ist böse Ware, da nichts an zu gewinnen ist.


Es ist da zu gewinnen, wie Honig von Wespen.

Es ist zu gewinnen - wie Honig von Wespen.


Es ist gut, ein Ei dran zu setzen, um ein Hühnchen zu gewinnen.


Es ist leichter, ein Dorf zu vertun, als ein Haus zu gewinnen.


Es ist närrisch, eine Woche zu verlieren, um einen Tag zu gewinnen.


Es ist so große Kunst Gut erhalten als Gut gewinnen.


Es kommt wohl, was recht gewonnen ist.


Es liegt nicht an dem, wie viel man den Kindern lasse, sondern wie ehrlich es gewonnen ist.


Es liegt viel dran, wie gewonnen.


Es meint einer oft, er wolle einen Ochsen gewinnen und bekommt nicht den Schwanz.


Es sind böse und große Narren, die einen Stein wollen tragen, den sie nicht gewinnen noch erheben können.


Es sind viele so beschaffen, wenn man sie lobt, so gewinnen sie Eselsohren, aber bei etlichen wächst davon die Tugend, wie ein fruchtbarer Baum.


Frisch begonnen, halb gewonnen.

Begonnen ist halb gewonnen.


Frisch gewagt ist halb gewonnen.


Frisch von Leder ist halb gewonnen.


Geld und Gut lässt sich gewinnen und verlieren.


Gerät es wohl, so gewinnt's wagen, gerät es übel, so verliert's wagen.


Gewinnen die Alten nicht das Spiel mit Schellen, so gewinnen sie es mit Herz.


Gewinnen ist der Abend vom Verlieren.

Gewinnen ist der Abend vor Verlieren.

(Oben ein Sprichwort in zwei Varianten, die auf den ersten Blick unterschiedliches Aussagen und trotzdem beide authentisch und richtig sind. Sie stammen nur aus verschiedenen Zeiten mit jeweils anderem Verständnis der Zeit. Das obere Sprichwort stammt von Paul Winckler 1685 und Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781), das untere von Karl Simrock 1846 und aus dem 1. Band des Deutschen Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander 1867.

Nach den Altdeutschen im frühen Deutschland vor dem 18. Jahrhundert wurde der bürgerliche Tag von Abend zu Abend gerechnet. Der Abend war also der Anfang des nächsten Tages. Erst danach veraltete diese Denkweise und der Anfang des Tages wurde auf den Morgen verschoben. Heute mit der künstlichen Beleuchtung geht der Tag von 0:00 Uhr 24:00 Uhr, von Mitternacht bis Mitternacht.

Aus dem abendlichen Tagesbeginn und aus der Zeit der Sprichwörtersammlungen ergibt sich derselbe Sinn des unterschiedlichen Wortlauts des Sprichworts: Im 1. Sprichwort beginnt der Tag mit Gewinnen am Abend. Im weiteren Verlauf des Tages, also der Nacht und dem folgenden Tag, musste man mit dem Verlieren rechnen, da sich Gewinne nicht unentwegt fortsetzen. Im 2. Sprichwort sind die Gewinne des Abends Vorboten für Verluste des nächsten Tages. Das zeigt, wie sich die Zeiten, das Verständnis der Menschen zu ihren Lebensumständen und mit ihnen die Sprichwörter verändern.)


Gewinnen und verlieren ist Kauffmans Ware.


Gewonnen Gut behalten ist Kunst.


Gewonnen Gut soll man mit Fleiß behalten.

(Petri fügt 1605 hinzu: „es kommt die Zeit, dass man sein bedarf.“)


Gewonnen in Ehr, des wird immer mehr.


Gewonnen mit Schand', verschwind't in der Hand.

Gewonnen mit Schand', verschwind' in der Hand; gewonnen mit Ehr', des wird inner mehr.


Gewonnen, wo Geld steht!


Große Herren wollen nur bei den Geringeren gewinnen und nichts aufsetzen.


Groß Gut lässt sich langsam gewinnen und ist doch bald vertan.


Gute Freunde viel nützer sind, denn so einer ein Reich gewinnt.


Gute Waren gewinnen das Geld aus dem Beutel, gute Worte das Herz aus dem Leibe.


Gut gewonnen, Ehre verloren, ist mehr verloren als gewonnen.


Gut gewonnen ist gut zu halten.


Hat der Mann gut gewinnen, so hat die Frau zu spinnen.


Hie gewonnen, dort verloren.

(Mit hier ist das Leben des Menschen auf der Erde gemeint; dort meint das Jenseitige ewige Leben. Das Sprichwort meint, wer hier im Leben gewonnen hat, wird dort im Jenseits alles verlieren, wahrscheinlich selbst verloren sein.)


Ich will den Gaul gewinnen oder den Sattel verlieren.


Im Weinhaus manchem mehr zerrinnt, denn er die Woch mit Arbeit gewinnt.


In Schwaben ist die Nonne keusch, die noch nie ein Kind gewonnen.


Jeder Kreuzer, gewonnen im Spiel, trägt dem Teufel Prozente viel.


Kart aus der Hand, willst du gewinnen.

(Das bedeutet, wer spielt, wird auch verlieren. Nur, wer die Spielkarten aus der Hand legt und nicht mehr spielt, kann am Ende gewinnen.)


Keine Kunst, eine gute Sache zu gewinnen, sondern eine böse.


Klopf an den Topf, so kennst du ihn, doch nicht so hart, er gewinnt sonst eine Scharte.


Kommt der Dieb zum Eide und der Wolf zur Heide, gewonnen Spiel für beide.

Kommt es bei dem Wolfe zur Heide und bei dem Diebe zum Eide, so haben sie gewonnen Spiel.

Kommt es dem Wolf zur Heide und dem Diebe zum Eide, so haben sie gewonnen Spiel.

Wenn es dem Wolf zur Heide und dem Dieb zum Eide kommt, so haben sie gewonnen Spiel.

(Das bedeutet, wenn der Wolf den Wald erreicht, in dem er sich verstecken kann, ist er vor den Jägern sicher; ebenso wird ein Dieb ohne einen Beweis seiner Schuld jeden Eid schwören, auch einen falschen, um nicht am Galgen sein Leben zu verlieren.)


Krieg ist ein güldner Hamen, wer damit fischt, gewinnt nicht viel.

Krieg ist ein bodenloses Ding und ein gülden Hamen, damit man nicht viel fischt oder gewinnt.

(Hamen = ein beutelförmiges Fangnetz an einem Stiele. Die Jäger fangen damit Hühner, Fischer fangen damit Fische.)


Kunst bei Vernunft ihr Gunst gewinnt.

Kunst bei Vernunft viel Gunst gewinnt.


Leicht gewonnen, leicht zugebracht und vertan.


Leipzig liegt draußen und Leipzig liegt drinnen; also kann Leipzig nicht Leipzig gewinnen.

Leipzig liegt draußen und Leipzig liegt drinnen, so kann Leipzig vor Leipzig nicht Leipzig gewinnen.

(Das Sprichwort geht auf das Jahr 1547 zurück, als Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen Leipzig belagerte, über das Herzog Moriz von Sachsen herrschte. Die kurfürstlichen Offiziere hatten ihre Familien in der Stadt und waren deshalb an einer Erstürmung Leipzigs nicht interessiert. Das bedeutet, wenn befreundete oder verwandte gegeneinander Streiten oder Kämpfen, wird oder will keiner den Sieg davontragen, es ist immer zum eigenen Schaden.)


Lobe den Narren, so gewinnt er Eselsohren.


Lügen und List manchen beraubt der Ehr, die er nicht wieder gewinnt mehr.


Manchen hat seine Kunst tausend Taler*34 gekostet, und er würde viel gewinnen, wenn ihm einer zehn Pfennig darum gäbe.


Mancher gewinnt Gut mit Sünden, dass er muss in der Hölle drum braten.

(Gut meint hier nicht das Gute, sondern die weltlichen Güter, den Reichtum, den die Menschen zu Lebzeiten anhäufen oder zusammenraffen.)


Mancher hilft einem andern das Spiel gewinnen, zu seinem Schaden.


Mancher läuft auf und ab und gewinnt doch nichts.


Mancher Spieler verliert in einer Stunde, was er in seinem Leben nicht wieder gewinnt.


Man gewinnt oft bei einem Geschäft nichts denn Eselsohren, dass man für unverständig wird dabei gehalten.


Man sagt oft, den Stein muss man ziehen, wann man das Spiel will gewinnen.


Man schafft und arbeitet oft streng an einem Ding und will doch kein Nas gewinnen, die ihn wohl anstünde.


Mit Bosheit gewinnt man auch oft Ruhm.


Mit den Zähnen kann man das meiste Gold gewinnen.

(Auch heute glauben etliche diesem Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert wie früher und denken dabei wahrscheinlich an ihren Zahnarzt.)


Mit der Mutter soll beginnen, wer die Tochter will gewinnen.


Mit der Pfeife gewonnen, mit der Trommel vertan.

Mit dem Pfeiflein gewonnen, mit dem Trommlein vertan.


Mit der Trommel gewonnen, mit der Flöte verspielt.

(Wie man an dem Sprichwort weiter oben sieht, ist es in beiden Richtungen möglich.)


Mit gutem Ziel gewinnt man viel.

(Ein altes Sprichwort, das schon vor dem 18. Jahrhundert verbreitet ist. Im Sprichwörterlexikon von Beyer 1984 verändert zu „Mit klarem Ziel gewinnt man viel.“, was seitdem teilweise benutzt wird. Dabei sollte keiner vergessen, ein klares Ziel ist noch lange kein gutes Ziel, was Putins völkerrechtswidriger Angrieffs- und Eroberungskrieg gegen die Ukraine beweist.)


Mit Hadern*14 gewinnt man nichts als Hadern.

Mit Hader*14 gewinnt man nichts denn Haderlumpen.

(Zwei Mal dasselbe Wort, aber es bedeutet jedes Mal etwas anderes: Das 1. Mal kommt der Hader vom mittelhochdeutschen hadern = zanken und streiten. Das 2. Mal meint Hadern Stoffreste, -Abfälle und Lumpen, die man allenfalls als Putzlappen gebrauchen kann. Ebenso können Haderlumpen liederlicher Menschen und verkommenes Subjekte sein, mit denen man nichts zu tun haben will und denen möglichst weit aus dem Wege geht. Wie ein aus der Bibel stammendes Sprichwort sagt, Anfechtung (Hader) lehrt aufs Wort merken. Manches Wort kann etwas anderes meinen, als man denkt.)


Mit Laufen gewinnt man am meisten.


Mit loben gewinnt man lieben.


Mit Rechten und Kriegen gewinnt niemand viel.


Mit Recht verliert man das mit Schwänken, was man gewonnen hat mit Ränken.


Mit Wohltun gewinnt man den ärgsten Feind.


Mit Zank gewinnt man nicht viel.


Närrisch gewagt, närrisch gewonnen.


Not gewinnt Brot, aber nicht Gott.


Ohne Arbeit sollst du nimmer sein, Arbeit gewinnt Feuer aus dem Stein.


Ohne schwere Arbeit lässt sich nicht wohl etwas gewinnen.


Schlechter Anfang gewinnt Krebsgang.

Ungerechter Anfang gewinnt den Krebsgang.


Studentenblut, das edle Gut, wenig gewinnt und viel vertut.


Tapfer angreifen ist halb gewonnen.


Tu gemach und lach, so gewinnst alle Sach.


Übel gewonnen, bald verschwunden.


Übel gewonnen (Gut) kommt selten an die Sonnen.

Unrecht gewonnen kommt selten (nie) an die Sonnen.

(Unrechte Gewinne fürchten das Licht, man kann sie nur alleine in dunkler Kammer genießen. Wenn man etwas nur allein in dunkler Kammer haben kann, ist es kein Genuss, Freude muss man teilen, sonst ist es keine.)


Übel gewonnen Gut, schwirrt manchen zu den Augen und Nägeln heraus.


Übel gewonnen, übel gelungen.


Übel gewonnen, übel (bald) verloren.


Übel gewonnen, übel verschlungen.

 

Übel gewonnen, übel zerronnen.

Übel gewonnen, böslich zerronnen.


Übernommen ist nicht gewonnen.


Übrige Hoffart wehret nicht lang und gewinnt einen bösen Nachklang.


Um Land und Leute, Haus und Hof ist bald zu kommen, aber langsam gewinnt man's wieder.


Uneinigkeit gewinnt nichts.


Unglück gewinnt bald einen breiten Fuß.


Unrecht gewonnen, übel zerronnen.


Unrecht gewonnen kommt selten an dritten Erben.


Verliert Herr, so gewinnt Herr.


Vertun ist leichter als (wie, denn) gewinnen.


Verzagter Mann gewinnt keine Stadt.


Verzehr nicht über Gewinnen, es wird dir sonst zerrinnen.


Viele spielen, einer gewinnt.


Vier Dinge verderben die Welt: Nichts haben, wenig gewinnen, nichts sparen und viel vertun.


Vorm Beginnen sich besinnen macht gewinnen.


Wagen gewinnt, Wagen verliert.


Wagst du nicht, so gewinnst du nicht, verlierst auch nicht.


Wahrheit und Recht muss doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.


Was dem Vater Ehr gewinnt und Gold, dem sind die Weiber selten hold.


Was der Pfaff mit der Zunge und der Soldat mit dem Schwerte gewinnt, das faselt nicht.


Was man am heiligen Tag gewinnt, das fährt übel.


Was man spart, das hat man gewonnen.


Was nicht hat einen guten Anfang, das gewinnt einen bösen Ausgang.

Was nicht hat guten Anfang, das gewinnt einen bösen Ausgang.


Wenig gewinnen und vielverzehren, geschieht wenig in Ehren.


Wenn das Spiel aus ist, (so) sieht man, wer gewonnen hat.


Wenn die Geizigen einem einen Heller*17 abschinden können, so meinen sie, sie haben einen Gulden*11 gewonnen.


Wenn die Hirten sich zanken, hat der Wolf gewonnen Spiel.

Wenn sich die Hirten zanken, hat der Wolf gewonnen Spiel.


Wenn die Soldaten gewinnen, so verlieren die Bauern.


Wer am längsten lebt, gewinnt alles.


Wer am stärksten ist, der hat das Recht gewonnen.

(Das ist nicht das Recht, das sich alle Vorstellen, sondern das Recht des Stärkeren, früher das Faustrecht. Das bedeutet Unrecht für die meisten!)


Wer beim Spiel borgt, gewinnt.


Wer dem Hund Würste vertraut, der hat Schaden zu gewinnen.


Wer des Spiels nicht acht, der gewinnt nichts.


Wer eine Heirat macht, der gewinnt einen ewigen Freund oder einen ewigen Feind.


Wer einen auf dem Spiel kann erzürnen, der hat halb gewonnen.


Wer fleißig ist im Handel, der gewinnt billig.

(Das Wort „billig“ bedeutet in diesem Sprichwort, der Fleißige hat verdientermaßen Erfolg.)


Wer fremden Hunde anbindet, gewinnt nichts als den Strick.


Wer geduldig ist, der gewinnt.


Wer gewinnen will, lerne vertragen.


Wer gewinnen will, muss einsetzen.

Wer etwas gewinnen will, der muss etwas dransetzen.


Wer gewinnt das Spiel verliert die Huld und ist eins andern Unglück schuld.


Wer gewinnt, der spielt am besten.


Wer immer überm Spielen leit, gewinnet Sünd', und verliert die Zeit.


Wer kieft, mit dem ist gut spielen, den er gewinnt nicht, sonst kiefet er nicht.

(Aus dem Altdeutschen: Kiefen, Kieferbsen = grüne Erbsen in Schoten; kiefen = keifen, zanken oder mühsam kauen. Ein Wort mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen, je nachdem, ob es groß- oder kleingeschrieben wird. Die Sprichwort bedeutet, wer verliert, der keift und schimpft deswegen. Für Mitspieler ist das gut, da sie gewinnen.)


Wer könnt etwas im Hauswesen gewinnen und nicht lügen: Mit Lügen und Listen spickt man Säck und Kisten.


Wer mehr verzehrt, als er gewinnt, der muss nachher mit den Mäusen essen.


Wer mit Bettlern ficht, gewinnt nur Läuse (bekommt Läuse).


Wer mit dem Winde ficht, gewinnt nur Luft.


Wer mit einem Dreck ringt, er gewinne oder verliere, so bekommt er doch beschissene Hände.

(beschissen  = beschmiert, verdreckt. Dreck = Verleumder, böser Nachbar oder anderes ähnliches)


Wer mit einem Weib kämpft, ist übel dran. Gewinnt er, so wird sie ihm feind, verliert er, so spottet sie seiner, darum ist stillschweigen das Sicherste.


Wer neidet und sich selbst recht, der gewinnt nicht viel.


Wer nicht aus seiner Hand kart und spielt, der gewinnt nicht.


Wer nicht kann fechten, gewinnt nichts im Rechten.


Wer nicht kann gewinnen, der trägt Hader*14 ein.


Wer nichts gewinnt und viel vertut, der kommt gar bald um großes Gut.


Wer nicht spinnt und nicht gewinnt und sich doch stets zum Bier find, mich wundert, wo ers tut halen, damit er mag die Zeche bezahlen.


Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.


Wer oft wenig gewinnt, gewinnt viel.


Wer sechs Taler*34 aufwendet, vier zu gewinnen, hat nicht nötig, sich um einen Beutel zu kümmern.


Wer seine Feinde verachtet, der meint, er habe halb gewonnen.

(Wer seine Feinde verachtet unterschätzt ihn leicht und kann das Ende deshalb verlieren.)


Wer seinen Satz gewinnt, hat nicht übel gespielt.


Wer seine Schulden bezahlt, gewinnt Zinsen, oder: verbessert sein Vermögen.


Wer sein Vaterland verteidigt, der ist lobenswert, ob er gleich dem Feinde keine Festung abgewinnt.


Wer sich selbst überwindet, der gewinnt.


Wer spielt zu gewinnen, der ist kein Biedermann.


Wer stetig ob dem Spielen leiht, der gewinnt Sünde und verliert die Zeit.


Wer stiehlt und raubt, der führt die Braut, was gewinnt er aber für ein End?


Wer vielerlei beginnt, gar wenig Dank gewinnt.


Wer wagt, der gewinnt.

Wer wagt, gewinnt.

(Wer wagt, sollte vorher bedenken, er kann auch verlieren und sollte sich das leisten können.)


Wie das Gespinst, so der Gewinnst.


Wie du tust, also gewinnst ein Blust (Blüte).


Wie es hergekommen ist, so gehts wieder dahin, was mit Unrecht gewonnen ist.


Wie gewonnen, so zerronnen.


Wie gewonnen, so zerronnen, sagte das Mädchen, als sie die Jungfernschaft verloren.

(Eines der Sprichwörter, wegen denen die Erstausgabe von Hermann Frischbiers Buch „Preußische Sprichwörter“ wegen „Erregung eines öffentlichen Ärgernisses durch Verletzung der Schamhaftigkeit“ 1864 polizeilich mit Beschlag belegt und Anklage gegen den Autor erhoben wurde.)


Wie ich spinne, also ich auch gewinne.

(Das Sprichwort meint keine Spinnen oder das Spinnen der Menschen von heute, sondern das Spinnen von Fäden aus der eigenen Wolle seiner Schafe. Je mehr und besser man diese Wolle spann, desto besser Stoffe konnten daraus hergestellt werden und um so höher war der Verdienst aus dem Verkauf der versponnenen Wolle oder der Stoffe daraus.)


Wie man ein Ding angreift, so gehts und so gewinnt's ein End.


Wie man haushält, so gewinnt das Haus einen Giebel.


Wohl angefangen ist halb gewonnen.

Wohl begonnen ist halb gewonnen.


Wo sich zwei zanken, gewinnt der Dritte.


Wohlgewonnen, wohl zugebracht.


Wohltat gewinnt jedermann.


Zeit gewonnen, viel gewonnen; Zeit verloren, viel verloren.


Zuerst gewonnen, zuletzt verspielt.


Zur Notdurft spar', zehr' vom Gewinne, nicht geude, dass dir's zerrinne.


Zwei Schelme braucht Geld und Gut, einen, der's gewinnt, und einen, der's vertut.


Zwei Schelme will ungerecht Gut: Einen, der's gewinnt, und einen, der's vertut.

Zwei Schelmen will ungerecht Gut: Einen, so es gewinnt, und einen, so es vertut.

Ungerecht Gut will zwei Schelme haben, einen, der's gewinnt, den andern, der's vertut.