
Mit jedermann in deutschen Sprichwörtern sind alle Menschen gemeint. Es ist nicht nur jeder Mann, woraus jedermann entstanden ist, sondern die Bedeutung wurde mit der Zeit zu jeder und jede, zu allen Menschen, Männer und Frauen. Das bedeutet, jede einzelne Person, alle Menschen.
Jedermann ist auch der Titel eines Theaterstücks von Hugo von Hofmannsthal, das am 1. Dezember 1911 in Berlin uraufgeführt wurde. Darin bedeutet Jedermann nicht alle Menschen, sondern einen bestimmten reichen Mann und dessen sterben.
Informationen dazu im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Jedermann_bei_den_Salzburger_Festspielen
Es wollte jedermann gern sein unrein Wasser in eines andern Schuh schütten.
Es wollt jedermann gern sein unrein Wasser in andre Leute Schuh schütten.
Halt es mit jedermann freundlich, trau aber unter Tausenden kaum einem.
Hurerey hasst jedermann.
Ich bin nicht jedermann zu Haus.
In der Welt ist kein größerer Schüler denn unser Herrgott, an dem will jedermann Meister sein, alles besser wissen, reden und machen, als er.
Jedermann hasst, den jedermann fürchten muss.
Jedermann hat seine Beschwerde.
Jedermann hört und redet gern das Ärgste vom Nächsten.
Jedermann nach Schalkheit tracht und ist die Frömmigkeit gar veracht.
Jedermann richtet das Wasser auf seine Mühle.
Jedermann sagt es, niemand weiß es.
Jederman sagts und niemand weiß es.
Jedermann schneidet oder bohrt gern Bretter, da sie am dünnsten sind.
Jedermanns Freund ist niemands Freund.
Jedermanns Freund, jedermanns Geck (Narr).
Jedermanns Gesell ist niemands Freund.
edermann singt das Liedlein dem Loch unter der Nase zulieb.
Jedermanns ist zuletzt niemands.
Jedermann will den Amtsschimmel reiten.
Lass unverachtet jedermann, du weißt nicht, was ein andrer kann.
Leg dich nicht, wer liegt, über den läuft jedermann.
Lieber, sag, wo ist der Mann,
der jedermann gefallen kann?
Niemand ist er genannt,
nusquam ist sein Vaterland.
(nusquam = nirgends, nirgendwo)
Liegst du, so geht jedermann vorüber.
Liegt der Baum, so klaubt jedermann Holz.
Mancher ist wie ein rasender Hund, beißt jedermann, Bekannte und Unbekannte.
Man muss nicht allen und jedermann glauben.
Man sagt, der Wolf hab jedermanns Esel vorm Jahr gefressen.
Merk auf, siehe was, wer, wie, wo, wann, so betrügt dich nicht leicht jedermann.
Milde sein, stehet fein, gefällt Gott, hat sein Lob bei jedermann, wers tun kann.
Mit Hadern*14 verliert jedermann außer Papiermacher und Advokaten.
Mit jedermann dich freundlich halt, vertrau doch nicht, die Lieb ist kalt.
Nach dem Schaden, nach der Tat weiß jedermann guten Rat.
Nach der Tat will jedermann urteilen, wie man das Spiel hätt sollen karten.
Nach Glück ruft jedermann und hängt ihm hitzig an.
Niemand auf Erd so gar recht tut, das jedermann hält wert und gut.
Ob der Narr selbst närrisch ist in seinem tun, noch hält er jedermann für Narren.
Offenbar dein Herz nicht jedermann, er möchte dir übel danken.
Recht im Gericht tu jedermann, sieh die Person des Mannes nicht an, setz Gott und sein Wort nicht hinten an.
Redlichkeit lobt jedermann, jedoch lässt man sie betteln gahn.
Die Redlichkeit lobt jedermann, (und) doch lässt man sie bettel gahn.
Reichen Leuten ist jedermann geneigt.
Reichen Leuten will jedermann angehören.
Rosen kann nicht jedermann brechen.
Sei freundlich jedermann, willst du viel Freunde han.
Sollte er jedermann bezahlen, es blieb ihm die Asche auf dem Herd und der Löffel im Korb nicht.
Sterben und Ehrabschneiden muss jedermann leiden.
Tugend ist ein Ehrenkleid, drum spart es jedermann.
Über den Armen will jedermann herlaufen.
Unkraut wächst in jedermanns Garten.
Wahre Freundschaft nirgends mag Herberge han, und rühmt sich ihr doch jedermann.
Wahrheit ist eine Ehre bei jedermann.
Wahrheit macht jedermann bequem und angenehm.
Was aufgehen will, daran hilft jedermann bauen.
Was der Gerechte macht, kommt jedermann zu gut.
Was einem begegnet, das kann jedermann begegnen.
Was einer arges hat getan, sollst du nicht aufrücken jedermann.
Was gut ist, darnach greift jedermann.
Was jedermann gefällt, darnach man stellt.
Was jedermann leiden muss, das kann einer allein auch leiden.
Was Neues erfreut das Herz und gefällt jedermann.
Was recht (Recht) ist, gefällt jedermann.
Weise Leute machen sich jedermann gerecht, richten sich nach dem Wetter und Wind, treten unters Dach, wenn es Spieße und Kugeln will regnen, will es nicht gehen, wie sie es haben wollen, so lassen sie es gehen, wie andere Leute wollen.
Wenn das Glück den Püffel krönt, so tut jedermann der Kron gebührende Reverenz.
(Püffel = Büffel. Als Büffel wurden grobe, ungehobelte Menschen oder Flegel bezeichnet.)
Wenn das Kind getauft ist, will es jedermann halten (heben).
Wenn der Baum fällt, so haut und bricht jedermann Holz. Liegt er, so gibt er, liegt er nicht, so gibt er nicht.
Wenn der Pfennig läutet, läuft jedermann zur Kirche.
Wenn der Teufel geht in seiner Gestalt, (so) erkennt ihn jedermann alsbald.
Wenn der Teufel in seiner Gestalt geht, so kennt ihn jedermann.
Der Teufel weiß wohl, wenn er in seiner Gestalt wollt gehen, dass jedermann den Schwefel würde kennen und fliehen, drum hängt er einen ehrbaren Mantel um sich, so kennt man ihn nicht.
(Heutzutage geht der Teufel auch in Verkleidung von Präsidenten, die andere Länder und Staaten mit Krieg überfallen, unschuldige Menschen töten lassen und deren Land für sich wollen.)
Wenn der Wagen aufrecht steht, so sitzt jedermann darauf; fällt er, so flieht jedermann davon.
Wenn eine Wand baufällig wird und fallen will, so seichen die Hunde daran und gibt ihr jedermann ein Stößlein.
Wenn ein Fürst jedermanns Gunst und das gemeine Gebet verliert, so ists mit ihm geschehen.
Wenn Geld fängt zu reden an, erstummet gleich jedermann.
Wer alle Welt zum Freund will han, der ist ein Narr bei jedermann.
(Dieses Sprichwort wird oft fälschlich als Zitat dem österreichischen Schriftsteller Johann Nepomuk Vogl (*07.02.1802 - 16.11.1866) zugeschrieben, da es sich in seinem Buch „Fruchtkörner“ auf Seite 69 (Drittes Hundert, Nr. 40) befindet. Der Spruch stammt eindeutig nicht von ihm, da er sich schon ab 1566 im Buch „Proverbialia Dicteria“ lateinische und deutsche Sprüche, Sprichwörter in Reimen von Andreas Gartner von Marienberg befindet (mehrere Ausgaben von 1566 bis 1619). In der Ausgabe von 1574 steht es auf Seite 105b, in der Ausgabe von 1575 auf Seite 106a.)
Wer am Boden liegt, über den läuft jedermann.
Leg' dich nicht; wer liegt, über den läuft jedermann.
(Das bedeutet, wer Pech oder Unglück hat, der wird von anderen zusätzlich noch schlecht und niedergemacht. Wer in den Augen der Allgemeinheit nicht den erwarteten Erfolg vorzuweisen hat, gilt bei anderen oft schon als Versager. Nach diesem Prinzip funktioniert der angeblich freie Markt: Unternehmen, die nicht den erwarteten Gewinn oder gar dessen Steigerung haben, werden an der Börse von den Investoren schlechter bewertet oder gar von anderen aufgekauft. In den (a)sozialen Netzwerken im Internet werden zu wenige Follower oder Abonnenten als schlechte Qualität bewertet oder bedeuten das Ende. Wer nicht schnell genug wächst, kommt unter die Räder und wird von den anderen zertreten, wird mit Vorwürfen und Tadel überschüttet oder erleidet einen Shitstorm. In der Natur überlebt nur der Stärkere.
Eigentlich sollte in einer zivilisierten Gesellschaft etwas anderes gelten und schwächere unterstützt werden. Zu oft vergessen es die meisten. In der Anonymität von Wirtschaft und Internet nimmt keiner Rücksicht auf andere. So werden aktuell in der sogenannten Krankenkassenreform die Ärmeren mehr belastet und bekommen weniger Leistungen. Privatversicherte, wie die meisten Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitglieder, kümmert das nicht, da für sie alles beim Alten bleibt!)
Wer dient der Gemeinde, der ist allermanns Knecht und jedermanns Esel.
Wer gerne trägt, dem lädt jedermann auf.
Wer geschäftig ist, dem macht jedermann zu schaffen.
Wer hat, dem trägt jedermann zu.
Wer hat, dem wird gegeben.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 13, 12)
Wer jedermann den Mund stopfen wollte, bedürfte viel Mehl.
Wer nichts denn Possen reißen kann, vor dem hüt sich ein jedermann.
Wer sich zum Schaf macht den fressen die Wölfe, wer sich zur Taube macht, den stoßen die Falken, wer sich zum Esel macht, den will jedermann reiten.
Wer's jedermann wollt recht machen, müsste früh aufstehen.
Wer spannt sein Garn für jedermann, vor dem man sich leicht hüten kann.
(Mit Garn ist eine Falle gemeint.)
Wer unten liegt, auf dem will jedermann sitzen (oder: über den will jedermann laufen).
Wer zwingt zur Furcht sein Untertan, der muss auch fürchten jedermann.
(Ein über 500 Jahre altes deutsches Sprichwort, das auch heute noch für alle Diktatoren gilt. Beispielsweise fürchten sich alle in Russland lebenden Menschen, Putin und dessen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine zu kritisieren oder zu kommentieren. Ebenso hat Putin dadurch jeden Grund, alle 144.526.636 Einwohner (2018) Russlands zu fürchten. (möglicherweise über 300.000 weniger (Frankfurter Rundschau 30.10.2023), wenn man die in Putins Krieg getöteten abzieht.))
Wes man genießen kann, dem heuchelt jedermann und ist ein lieber Mann.
Wie jedermann geartet sei, spürt man in Ehren und Ämtern frei.
Willst du jedermann sagen, wer er ist, so höre auch, was du bist.
Wo der Zaun gebücket steht, jedermann darüber geht.
Da der Zaun am niedrigsten ist, will jedermann übersteigen.
Wohltat gewinnt jedermann.
Wo jedermann geht, (da) wächst kein Gras.
(Auf den Trampelpfaden durch Grünanlagen sieht man das überall bestätigt. Das Sprichwort selbst bedeutet, das Geschäfte, die von vielen betrieben werden und damit die Konkurrenz groß ist, der Gewinn recht gering ausfällt.)
Wozu jedermann den Schlüssel hat, das ist schwer zu verwahren.
Zwiebeln schälen ohne Augentränen, ist nicht jedermann gegeben.