
Das Gewissen ist eine besondere Instanz im menschlichen Bewusstsein, welche über die Handlungen der Menschen wacht, ob sie gut, böse, falsch oder richtig sind. Es beurteilt die ethischen, moralischen und intuitiven Gründe von Handlungen und Entscheidungen, persönlicher Interessen, der denkbaren Folgen und der Verantwortung der eigenen Taten. Das Gewissen ist dabei abhängig von den Normen der Gesellschaft und der individuellen ethischen und sittlichen Einstellungen der Person. Das Gewissen ist die innere Stimme, eine moralische Instanz im Menschen, die ihm sagt, was richt, falsch oder fragwürdig ist, was er tun kann oder lieber lassen sollte.
Wer sich nach den Normen des Gewissens richtig verhält, fühlt sich gut und hat ein reines Gewissen. Wer sich außerhalb dieser gesellschaftlichen, ethischen, sittlichen und moralischen Grenzen befindet, verhält skrupellos, unsozial, verantwortungslos und gewissenlos. Wer keine Verantwortung für sein Handeln übernimmt, dem mögliche negative Folgen für sich und andere ignoriert, dessen Gewissen ist blind, oder er hat keins.
Je nach der Sichtweise kann das Gewissen Dinge anders beurteilen oder bewerten. Aus juristischer, psychologischer, philosophischer oder religiöser Sicht kann das Gewissen möglicherweise andere Schlüsse ziehen. Die heutige Bedeutung vom Gewissen geht wesentlich auf Martin Luther zurück. Vorher waren ähnliche entsprechende Wörter und Begriff nicht so klar voneinander abgegrenzt. Seit dem Mittelalter ist die Verwendung des Begriffs Gewissen kontinuierlich zurückgegangen. Allein von 1950 bis heute wurde das Gewissen um zwei drittel weniger benutzt. Möglicherweise erklärt sich daraus das immer verbreiterte gewissenlose Handeln von vielen Menschen im Internet und daraus folgend im täglichen miteinander und etlicher Regierungen und Präsidenten bis in die jüngste Zeit.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Gewissen
https://www.dwds.de/wb/Gewissen
Wie im wirklichen Leben gibt es Gewissen in deutschen Sprichwörtern. Das gute Gewissen ist ebenso wie das schlechte Gewissen vertreten und besonders das böse Gewissen fehlt nicht in den deutschen Sprichwörtern. Manche beschreiben auch das weitverbreitete gewissenlose Verhalten gegenüber anderen. Es ist zu hoffen, dass die deutschen Sprichwörter nicht das letzte Rückzugsgebiet des Gewissens sind und es sich auch in der realen Welt wieder mehr durchsetzen wird, nachdem es in den sozialen Netzwerken im Internet immer weniger wird.
Am Ende ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.
Argwohn ist der Tyrannen Krankheit und eine Frucht bösen Gewissens.
Auf Erden ist nichts ohne Furcht als ein gut Gewissen.
Auf Gewissen handeln hat große Gefahr.
Bei vielen wohnt das Gewissen auf der breiten Gasse.
Besser mit gutem Gewissen in Gefahr und Ungnade, dann mit bösem Gewissen in frieden und Gnade leben.
Besser wenig mit gutem Gewissen, denn durch Schalkheit viel an sich gerissen.
Böse Augen und bös Gewissen können das Licht nicht leiden.
Böse Buben haben weite Gewissen; man möchte (könnte) junge Hunde hindurch beuteln.
Böses Gewissen verraten die Augen.
Böses Gewissen versieht sich immer des Ärgsten.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Weisheit Salomos 17, 11: „und ein erschrockenes Gewissen versieht sich immerdar des Ärgsten.“)
Bös Gewissen, böser Gast.
Bös Gewissen, böser Gast, weder Ruhe noch Rast.
Bös Gewissen ist ein böser Gast, der Mensch hat davor kein Ruhe noch Rast.
Bös Gewissen klagt sich selber an.
Das Gewissen ist der Menschen Schuldbuch.
Das Gewissen ist des Menschen Schuldbuch darinnen er seine Schuld und Sünden schreibt.
Das Gewissen ist der Richter, wir empfangen, was unsere Taten wert sind, sagt der Schächer am Kreuz.
(Schächer = aus dem Mittelhochdeutschen - Räuber, Mörder.)
Das Gewissen ist der Tugend Schauplatz.
Das Gewissen ist des Menschen Gott.
Das Gewissen ist ein guter Haushund, der die Diebe wacker anbellt.
Das Gewissen ist wie ein guter Haushund, der wacker die Diebe, Sünden und Laster anbellt, schreckt und verscheucht.
(Das bedeutet, es verscheucht die Sünden. Leider ist das nicht bei allen so, denn diesen Hund kann sonst keiner hören und warnen und aufmerksam machen.)
Das Gewissen ist im Menschen.
Das Gewissen ist mehr denn tausend Zeugen.
Eigen Gewissen ist mehr als (denn) tausend Zeugen.
Ein gut Gewissen ist besser als hundert Zeugen.
Gutes Gewissen ist tausend Zeugen wert.
Das Gewissen ist wie das Kitzeln, manche fürchten es und andere nicht.
Das Gewissen lässt sich nicht zwingen.
Das Gewissen lehrt einen jeden wohl, was er hoffen und fürchten soll.
Das Gewissen sagt uns wohl, was man tun und meiden soll.
Das Gewissen verführt niemand.
Das Gewissen verführt niemand, der im Wissen den wahrhaften Grund hat.
Das ist gut zu wissen, was erbaulich ist zum guten Gewissen.
Dem Gewissen kann man keinen Affen drehen.
Dem Menschen tut weh, was beißt oder sticht, aber dem guten Gewissen nicht.
Der Leichtsinnige hängt sein Gewissen an einen hohen Nagel.
Die Alten haben sich beflissen auf ein gut Gewissen und nicht auf viel wissen, zu diesen Zeiten achtet man mehr auf viel wissen, als aufs gute Gewissen.
Die Alten hatten Gewissen ohne Wissen, wir heutzutage haben das Wissen ohne Gewissen.
Die Bande des Gewissens sind schlechte Fäden, die den Ochsen nicht halten.
Die Wahrheit gibt wohl gute Gewissen, aber wenig gute Bissen.
Drei Dinge tragen, was man ihnen auflädt: eines Weibsbild Kopf, eines Esels Rücken, eines Mönchs Gewissen.
Drei sind, die alle Bürden tragen: ein Weibshaupt, ein Eselsrücken, ein Mönchsgewissen.
Drei sind Unüberwindliche: Wahrheit, Not, Gewissen.
Ein altes Haus ist des Rauchs gewohnt, also ein bös Gewissen böser Händel.
Ein böses Gewissen denkt, dass alle Glocken seine Sünden ausläuten.
Ein böses Gewissen ist des Herzens Rute.
Ein bös Gewissen bald erschrickt, wenn man ihm nur ins Angesicht blickt.
Ein bös Gewissen darf weder hinter sich noch vor sich gehen.
Ein bös Gewissen ein böser Gast, dem Herzen lässt kein Ruh noch Rast.
Ein bös Gewissen erschrickt auch vor einem rauschenden Blatt.
Ein bös Gewissen flieht vor allen Kreaturen.
Ein bös Gewissen flieht vor dem Licht, wie der Teufel vor dem Kreuz.
Ein bös Gewissen flöhe durch einen eisernen Berg, wenn's durchkönnte.
Ein bös Gewissen flöhe wohl durch einen eisernen Berg, wo es möglich wäre.
Ein bös Gewissen fürchtet sich vor allen Kreaturen.
Ein bös(es) Gewissen hat Wolfszähne.
Ein bös Gewissen hat Wolfszähn, es frisst sich selbst.
(Das bedeutet, es frisst alle Freude des Menschen.)
Ein bös Gewissen ist die größte Marter, Qual und Strafe.
Ein bös Gewissen ist die Hölle auf Erden.
Ein bös Gewissen ist die Hölle selbst oder der Hölle Angst.
Ein bös Gewissen ist die Höll. Ein gut Gewissen das Himmelreich.
Ein bös Gewissen ist eine Traurigkeit über alle Traurigkeit.
Ein bös Gewissen ist furchtsam und flüchtig.
Ein dürres Blatt kann ein bös Gewissen erschrecken.
Ein dürres Blatt kann schon ein böses Gewissen erschrecken.
Ein dürres Blatt kann ein bös Gewissen erschrecken, dass es meint, es sei eitel Donner und Blitz.
Einem bösen Gewissen scheinen auch Fliegen Kürassiere zu sein.
Ein erschrocken Gewissen versieht sich nimmer des ärgsten.
Ein Gewissen pur und rein ist über Gold und Edelgestein.
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
Gut Gewissen, ein sanftes Kissen.
Ein gut Gewissen, ein sanftes Ruhekissen.
Ein gutes Gewissen ist ein Zeughaus voller Tugendwaffen, die man daselbst wider alle Stürme fertig und unverrostet finden kann.
Ein gutes Gewissen ist ohne Sorgen.
Ein gutes Gewissen kann so ruhig, als des Schmiedes Hund unter dem Amboss schlafen.
Ein gut fröhlich Gewissen ist ein halbes Paradies vom Himmelreich.
Ein gut Gewissen bedarf keines Sorgens noch Argwohns.
Ein gut Gewissen betrachtet falsche Zungen.
Ein gut Gewissen bleibt ohne Pein.
Ein gut Gewissen dient unseren Herzen, ein guter Name (Gerücht) unseren Nächsten.
Ein gut Gewissen ist besser als hundert Zeugen.
Ein gut Gewissen ist der Himmel, ein böses die Hölle.
Ein gut Gewissen ist ein guter Brustfleck.
Ein gut Gewissen ist ein lebendiger Zeuge im Herzen.
Ein gut Gewissen ist ein stetiges Wohlleben.
Ein gutes Gewissen ist das beste Wohlleben.
Gutes Gewissen ist täglich Wohlleben.
Ein gut Gewissen ist Freude über alle Freud.
Ein gut Gewissen lässt sich durch Verleumden nicht verwunden.
Ein gut Gewissen scheut nichts.
Ein gut Gewissen und ehrliches Leben wird noch zuletzt in Ehren schweben.
Ein gut Gewissen verträgt viel verwandte Red.
Ein gut rein Gewissen ist in aller Freud der beste Bissen.
Ein rein Gewissen ist an jeder Freude der beste Bissen.
Ein Mensch mit bewältigtem Pflichtenkreis und gutem Gewissen gleicht einem geordneten Hause mit aufgeräumtem Keller.
Ein schwach blöd Gewissen ist eine große Krankheit.
Ein wurmstichig Gewissen gibt kein gut Alter.
Es entgeht einer oft der Strafe, aber dem bösen Gewissen nicht.
Es hat mancher ein so groß Gewissen, man möcht mit einem Fuder Heu hindurchfahren.
Es ist alles leer und eitel ohne ein gutes Gewissen.
Es ist besser Gewissen ohne Wissen als Wissen ohne Gewissen.
Es ist besser mit Ehren in einer guten Sach gestorben, denn mit der Welt und bösem Gewissen gelebt.
Es ist ein gefährlicher Zustand, wenn das Gewissen hat den Hals gebrochen.
Es nähm oft einer nicht die Welt, dass man ihm in sein Gewissen sollt sehen, es wäre dann sauber mit einem Strohwisch und scharfer Lauge geputzt.
Es schläft einer sanfter in einem guten Gewissen, als in der ganzen Haut.
Es sind Gewissens Sachen, Gottes Güter schmaler machen.
Es sind schlimme Tränen, denen Gottes Wort und gutes Gewissen nicht nah sind.
Es sollt ihm keiner selbst ein Wurm ins Gewissen setzen.
Geduld, Unschuld und ein gut Gewissen kann alles ausstehen.
Geistliche reinigen das Gewissen, Ärzte den Leib, Juristen den Beutel.
Geld zerbricht Ehr' und gut Gewissen.
Gewinn im Kasten, Schaden im Gewissen.
Gewinn in der Kisten, macht Schaden im Gewissen.
Gewinn in der Kisten macht Schaden im Gewissen.
Gewinn in der Kisten, Schaden im Gewissen.
Große Flüsse laufen selten von klarem Wasser, großer Reichtum mit gutem Gewissen an.
Gut Gewissen macht ein fröhlich Gesicht.
Ein gut Gewissen macht ein fröhliches Gesicht.
Gut Gewissen und armer Herd ist Gott und aller Ehren wert.
Ein gut Gewissen und armer Herd ist Golds und aller Ehren wert.
(Bei Schottel (1663), Braun (1840) ist das Wort „Ein“ dem Sprichwort vorangestellt. Bei Petri (1605) und Henisch (1616) steht anstelle des Wortes „Gott“ das Wort „Golds“. Das anfänglich vorhandene Wort „Golds“ wurde schon im 17. Jahrhundert durch das Wort „Gott“ ausgewechselt, möglicherweise, weil arme Menschen meist kein Gold besaßen und Armut als gottgewollt angesehen wurde. Im 19. Jahrhundert wurde das Sprichwort um das Wort „Ein“ gekürzt und beginnt bei Wilhelm Körte (1837) und Karl Simrock (1846) mit „Gut Gewissen. .“)
Mancher hat ein Gewissen wie eine Bockshaut, die sich selbst dehnt.
Sein Gewissen dehnt sich, wie 'ne Bockshaut.
Mancher hat ein so enges Gewissen, man möchte mit einem Fuder Heu hindurchfahren.
Er hat ein Gewissen, man könnte mit einem Fuder Heu hindurch fahren.
Er hat ein Gewissen, dass man könnte mit einem Fuder Heu durchfahren.
Es hat mancher ein so raum Gewissen, man möcht mit einem Fuder Heu hindurch fahren.
Mancher hat ein weites Gewissen wie Franziskanerärmel.
Mancher rühmt sich seines Gewissens, welches alsdann zu glauben, wenns im Feuer poliert und lauter erfunden worden.
Man entgeht wohl der Strafe, aber nicht dem Gewissen.
Mit Gesetz und Worten regiert und leitet man die Welt und leitet sie, führet man die Herzen und heilet die Gewissen.
Mit Leib und Blut kommt man in des Kaisers Reich, mit Glauben und Gewissen in Gottes Reich.
Rache macht allzeit ein unruhig bös Gewissen.
Reißt der Bund, so hat noch niemand eine Form der Abbitte erfunden, damit man Ehr und Gewissen verwahrt hätt.
Ruhe nicht, bis du Gewissensruhe gefunden hast.
Sünde ist des Gewissens größte Strafe.
Teuer einkaufen, wenn die Ware wohlfeil ist und wohlfeil verkaufen, wenn die Ware teuer ist, macht mit Gott, Ehren und Gewissen reich.
Viel bemühen sich, dass sie viel wissen, achten aber wenig des Gewissens.
Viel Fleiß und wenig Gewissen machen den Beutel voll.
Viel Wissen macht oft ein weites Gewissen.
Viel Wissen, wenig Gewissen.
Was Gott mit Ehren und guten Gewissen geit, das gedeiht.
Welch Mensch ein bös Gewissen hat, der fürcht sich auch vorm rauschend Blatt.
Wenig Gewissen und grosser Fleiß machen goldenen Beutel.
Wenn du allein bist, so denke, dass Gott und dein Gewissen bei dir sind.
Wer bei sich gut Gewissen trägt, zur Nacht sich fröhlich schlafen legt.
Wer gut Gewissen bei sich trägt, zu Nacht sich fröhlich schlafen legt.
Wer ein gut Gewissen hat, der fürchtet kein Unglück.
Wer bei sich ein gut Gewissen hat, der fürchtet kein Unglück.
Wer traut einem Wolf auf wilder Heid und einem Bauern auf seinen Eid. Einem Mönch und Krämer auf sein Gewissen, der wird von allen vieren beschissen.
Wer traut dem Wolf auf der Heid, dem Krämer auf seinen Eid, dem Mönch auf sein Gewissen, der wird allzeit beschissen.
(beschissen = betrogen, übervorteilt, beschmiert, verdreckt)
Wer wider sein Gewissen darf schwören, der scheut sich keiner Untat, hüt dich vor dessen Gesellschaft.
Wer wider sein Gewissen redet, schwört und tut, der fürcht und scheut kein Menschen noch Gott.
Wohl dem, der kein bös Gewissen hat.
Wo kein Gewissen ist, da ist auch keine Schande.
Worte tun's nicht, es muss die Wahrheit und sicher Gewissen tun.
Zur Tugend bedarf man nicht viel Wissen, sondern ein gut Gewissen.