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Deutsche Sprichwörter Kategorie Armut

Deutsche Sprichwörter

Kategorie Heuchler, Schmeichler und vergleichbares


Der Heuchler verstellt sich zur Vortäuschung falscher Meinung, Tatsachen, Gefühlen, Eigenschaften und anderem. Heuchelei ist die Verhüllung von wahren Tatsachen durch Vorspiegelung einer falschen Gesinnung oder Meinung, meist zur Erlangung von eigenem Gewinn. Ein Heuchler gibt vor, moralische Werte oder Überzeugungen zu haben, diese im eigenen Verhalten aber nicht hat. Das kann in privatem oder öffentlichem Umfeld geschehen, um privat, politisch, religiös vorwärtszukommen oder Gewinne zu erzielen. Äußer Zwangssituationen durch staatliche Gesetze oder orthodoxe Religionsansichten fördern meist nicht den Gehorsam, sondern die Heuchelei. Im Bezug auf die Kirche wurde schon vor Jahrhunderten Menschen mit vorgetäuschter Gottesfurcht Scheinheilige und Heuchler genannt.

 Der Begriff Heuchler oder Heuchelei kommt in deutschen Gesetzen nicht vor, kann aber in den Bereichen Zivilrecht, Strafrecht oder Verwaltungsrecht trotzdem von Bedeutung sein.


Quellen und Erklärungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Heuchelei

                                       https://www.juraforum.de/lexikon/heuchler


Es gib so viele Heuchler in deutschen Sprichwörtern, dass die eine Bezeichnung nicht ausreichte. Daneben haben sich auch Augendiener, Fuchsschwänzer, Gleisner und Schmeichler breit gemacht. Sie alle gehören gemeinsam zur Familie der Heuchler, ebenso wie die dazugehörigen Ja-Sager, die sich bei vielen Mächtigen der Welt ausgebreitet haben.


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Heuchler in deutschen Sprichwörtern:

Bei dem Heuchelstab gewinnt man Ehre, Gunst und Hab. 


Bei Vollen lernt man saufen, bei Krummen hinken, und in Klöstern heucheln.


Claus sagt, wer nicht heuchelt, der taug nichts.


Der Fürst wäre glückselig, wenn er das Kraut Moly wider seine Heuchler am Hofe haben könnte.

(Kraut Moly = Pflanze mit Zauberkraft mit schwarzer Wurzel und weißen Blüten. Erstmalige Erwähnung in der Odyssee von Homer. Mit der Zauberkraft des Krauts Moly konnte Odysseus den Verführungskünsten und dem Einfluss von Circe zu widerstehen.)


Der Heuchler Demut ist zwiefältige Hoffart.


Der Heuchler will das Licht einen andern lassen putzen, fürchtet, er lösche es aus.


Der ist ein Heuchler, der einen unter Augen lobt.


Der ist ein Heuchler und Schmeichler, der mit Betrug umgeht.


Der Schatten längt sich nach dem Leib und der Heuchler nach seines Herzen Willen und Reden.


Der Welt Wesen ist eitel Heuchelei und Sünde.


Des Heuchlers Hoffnung ist Spinnweb.


Des Heuchlers Red sind Gift und Gall, hüte dich, sonst bringt er dich in großen Unfall. 


Die Herren regieren ihre Untertanen, die Heuchler, die Herren und wer den Heuchlern heuchelt, der hat den Herrn.


Die Inquisition macht Heuchler, Gott allein fromme Christen.

Die Inquisition, von Mönchen erfunden, macht Heuchler, Gott allein fromme Christen.


Die Raben fressen den Leuten die Augen aus dem Kopf, die Heuchler den Herren die Augen des Verstands.


Durch heuchlerische Worte werden weise Narren betrogen.


Ein Heuchler ist die höchste Seuche auf Erden.


Ein Heuchler ist ein böser Schalk, eine Hur dabei, ein böser Balg.


Ein Heuchler scheint schön von außen.


Ein Heuchler schmeichelt um das Brot, ein Freund besteht nicht in der Not, eine Hure schmückt sich zu keinen Ehren, ein böser Mensch lässt sich nicht lehren; wer diese Rott will um sich han, der bleibt stets ein verdorben Mann.


Ein jeder seinen Schalk verblümt und sich der wehrten Jugend rühmt und wie man bei den Alten liest, jeder sich selbst ein Heuchler ist.


Ein jeder sich selber ein Heuchler ist.


Ein Schmeichler - ein Heuchler.


Erkaufte Liebe und Freundschaft ist nur Heuchelei.


Es ist besser um Wahrheit willen leiden, denn um Heuchelei Wohltat empfangen.


Es ist keine größere Büberei, denn Heuchelei.


Es kann einer nicht zugleich Freund und Heuchler sein.


Es muss ein Diener leiden viel, der großen Herrn nicht heucheln will.


Gebot ohne Glauben lehren macht Heuchler.


Geld macht Heuchler.


Gleisner*11 und Heuchler.


Heuchelei und Betrug haben kurze Flügel.


Heuchelmann ist am besten dran.


Heuchler haben einen vergifteten Atem.


Heuchler haben einen vollen Mund, aber eine leere Hand.


Heuchler, schlechter Freund.


Heuchler sind des Teufels Brüder.


Heuchler sind wie faules Holz, welches des Nachts einen Schein gibt, aber nicht wärmt.

Eine ältere Version aus dem Jahr 1655 von Georg Philipp Harsdörffer (1.11.1607 - 17.9.1658) unter dem Pseudonym Quirinus Pegeus veröffentlichtem Buch „Ars Apophthegmatica das ist: Kunstquellen denkwürdiger Lehrsprüche und ergötzlichen Hofreden“, Seite 559, Nr. 2679:

Die Heuchler sind wie das faule Holz, oder die Johanniswürmer, welche einen Schein, aber keine Hitze und Flamme erweisen.


Heuchler und Huren bringen keinen guten Gewinn.


Keine Festung ist jemals so hart belagert, als ein Fürst von Heuchlern belagert ist.


Lob einen Narren, so wird er lachen. Ist er kein Narr, so wird er sagen, du seist ein Heuchler.


Öffentliche Feinde sind besser denn Heuchler.


Regenten folgen mehr den Heuchlern, als denen, die ihnen die Wahrheit sagen.


Reiche Leute sind der Heuchler Narren.


Schmeichler, Heuchler.

Schmeichler sind Heuchler.


Wenn das Gesetz recht verstanden wird, so machts verzagt, wirds unrecht verstanden, so machts Heuchler.


Wenn ein Heuchler gedenkt an Gott ohne sein Wort, so sieht er ihn an durch ein gemaltes Glas.


Wer nicht heucheln oder schweigen kann, der kommt selten fort.


Wer zu Hofe nicht heucheln kann, der muss weit dahinten stahn.


Wes man genießen kann, dem heuchelt jedermann und ist ein lieber Mann.



Augendiener und Augenfreunde in deutschen Sprichwörtern


Ein Augendiener ist ein Diener oder Bediensteter, der nur arbeitet und zu Diensten ist, solange er gesehen wird. Ein Diener, der nur zum Schein dient, aber sonst nur herumsteht und nichts bewerkstelligt. Ein Schmeichler, Kriecher, Speichellecker, Heuchler oder anderes Gleichwertiges. Ein altes Wort, das nach dem 18./19. Jahrhundert nicht mehr in gebrauch ist.


Augendienern darf man nicht glauben.

Einem Augendiener soll man nicht glauben.


Augendienen tut nie kein Gut.


Augenfreund, Rückenfeind.

(Augenfreund = Genau wie der Augendiener, einer, der nur freundlich tut, solange man ihn sieht, hinterm Rücken una außer Sichtweite, verhält er sich ganz anders bis zum Gegenteil dessen, was er vorgibt.)


Augenfreunde, falsche Freunde.



Fuchsschwänzer in deutschen Sprichwörtern


Fuchsschwänzer werden mancherorts auch Heuchelmaul, Federleser, Pflaumenstreicher oder Ohrenbläser genannt. Es sind Schmeichler, die anderen heuchlerisch nach dem Munde reden, um bei passender Gelegenheit zum eigenen Vorteil die anderen übervorteilen, betrügen und ausnehmen zu können.


Das Fuchsschwänzen kann man nicht strafen, denn niemand klagt darüber.


Ein edel Kunst ist Feder lesen; wer die brauchen kann, der nehm ein Fuchsschwanz für ein Besen, die Welt wills jetzt so han.


Einen Fuchsschwänzer spürt man an seinem liebkosen.


Es hat ein jeder einen Fuchsschwanz.


Fuchsschwänze geben gute Seile und Garn, damit man Klugheit binden kann.

(Fuchsschwänzer = Heuchler, Garn = Falle. Heuchler locken andere zum eigenen Vorteil in Fallen.)


Fuchsschwänzer, den Herren lieb, stehlen mehr, denn andre Dieb.

Fuchsschwänzer sind den Herren lieb, stehlen doch mehr als ein Dieb.


Fuchsschwänzer können sich zukaufen bei den Herrn.


Fuchsschwänzer sind freundliche Feinde.


Pranger sind der Fuchsschwänzer Raub.


Was die Welt nicht kann mit Löwenstärke ausrichten, das vollbringt sie mit Fuchsschwänzen und Freundes Schempart.


Wenn ein Herr ein Bein der Ehre, Gelds und Ansehens in Händen trägt, so hat er viele Fuchsschwänzer.


Wenn jeder hätt' seinen Fuchsschwanz an, das Drittel Füchse müsste schwanzlos gahn.


Wer Fuchsschwänze recht ansetzen kann, der ist zu Hof ein lieber Mann.



Gleisner in deutschen Sprichwörtern


Die Bezeichnung Gleisner stammt aus dem Mittelhochdeutschen glīsnēre, gelīchesen, um 800 und bedeutet, es jemandem gleichtun, sich einem anderen gleichstellen, sich verstellen, heucheln, veraltet nach dem 9. Jh.: Heuchler, Scheinheiliger.

Gleisnerei - veraltet: Heuchelei, Betrug, Scheinheiligkeit, Vortäuschung.

gleisnerisch - veraltet 15. Jh.: heuchlerisch, scheinheilig: mit geheuchelter, arglistig gespielter Freundlichkeit.


Abgötterei und Gleisnerei will allweg schön sein.


Der Gleisner Reden sind durcheinander gehaspelt wie ein verworrener Strang Garn. 


Die Gleisner werfen oft einem ehrlichen Mann einen Brand ins Haus und wenn es brennt, sind sie geschäftig im löschen und schüttet oft mehr Öl als Wasser drein.


Die Schmeichler und Gleisner sind die ärgsten Schelme.


Erzwungene Liebe ist Gleisnerei und ist selten Bestand dabei.


Gleisnerei belohnt Gott mit Rauch.

(Das Sprichwort erklärt Christoph Lehmann 1630 mit „das ist: mit Ehr, Ansehen und Reichtum.“)


Gleisnerei hat bös (viel) Geschrei.


Gleisnerei macht viel Geschrei, Frömmigkeit treibt wenig red'.


Gleisner sind wie die Milchmücken, die im Sommer umherfliegen und schöne Gestalt haben, aus ihrem Geschmeiß wachsen nur Raupen, die Laub, Gras, Bäume und ganze Gärten verderben.


Gleisner sind wie Hunde, die gegen ihren Herren jederzeit den Wadel schwantzen und zutäppisch sind, es sei gut oder böse.


Gleisner tun wie die Gaukler, zeigen einem eine Muskatnuss und geben einem Mist ins Maul.


Gleisner und Heuchler.


Meißner, Gleisner.


Der Pfau hat englisch Gewand, ein gleissnerischen Gang (und) einen teuflischen Gesang.

Pfau hat adlig Gewand, gleisnerischen Gang und teuflischen Gesang.



Pfeilbeißer und Pflaumenstreicher in deutschen Sprichwörtern


Er ist ein Pfeilbeißer.

(Er ist ein scheinheiliger Heuchler.)


Pflaumenstreicher sind alle falsch.

(Pflaumenstreicher, niederdeutsch plumenstriker, mancherorts auch  Fuchsschwänzer, Heuchelmaul, Federleser oder Ohrenbläser genannt. Das Wort „Pflaumenstreicher" stammt nicht von den an Bäumen wachsenden Pflaumen, sondern vom weichen Flaum des Geflügels (deswegen teilweise auch mit F geschrieben). Durch Streichen und Tasten und vermeintliches Liebkosen wird beispielsweise bei Enten und Gänsen in der Mauser geprüft, ob sich Daunenfedern lösen. Die werden dann vom lebenden Tier für Decken, Kissen und Daunenmänteln gerupft, zum Unterschied des Rupfens nach der Schlachtung. Ebenso schmeicheln Pflaumenstreicher anderen und reden ihnen heuchlerisch nach dem Mund, um sie bei passender Gelegenheit zum eigenen Vorteil Rupfen und Ausnehmen zu können.)



Schmeichler in deutschen Sprichwörtern


Heuchler und Schmeichler sind in den deutschen Sprichwörtern gleichwertig. So sagt schon 1813 im Sprichwörterlexikon von Samuel Christoph Wagener: Ein Schmeichler - ein Heuchler.


Besser unter Raben, denn unter Schmeichler geraten, die die Lebendigen fressen.


Dem Schmeichler und dem Wolfe ist nicht zu trauen.

(Beide sind listige und gefährliche Betrüger. Diese Erklärung aus dem 19. Jahrhundert hat sich gegenüber dem Wolf als unrichtig erwiesen. Die heute in den Wäldern lebenden Wölfe gehen, wenn möglich, den Menschen aus dem Wege und flüchten vor ihnen. Bei vielen Schmeichlern trifft die alte Erklärung aber auch heute noch zu.)


Der ist ein Heuchler und Schmeichler, der mit Betrug umgeht.


Der Teufel ist artig, wenn man ihm schmeichelt.


Der Wolf kann nicht schmeicheln.


Die ihrer Herrschaft am meisten schmeicheln, die sind die Ersten, die sie hinterwärts verlaufen.


Die Schmeichler und Gleisner sind die ärgsten Schelme.


Einem Schmeichler und einem Wolf ist nicht zu trauen.


Ein schmeichelndes Kalb saugt zwei Mütter aus.


Ein Schmeichler - ein Heuchler.


Ein Schmeichler hat eine vergiftete Zunge.


Ein wildes Tier ein Verleumder ist, ein Schmeichler wie ein zahmes beißt, doch beider Biss gleich giftig ist.


Erst schmeicheln, dann kratzen, das schickt sich für Katzen.


Es ist jetzt der Welt Sitt, wer nicht schmeicheln kann, den liebt man nit.

Es ist jetzt der Welt Sitt, wer nicht schmeichelt, den liebt man nit.


Geschenke machen Schmeichler und Verächter.


Hüte dich vor Schmeichlern, sie schinden und schaben.


Lache mich an und gib mich hin, das ist der Welt und Schmeichler Sinn.


Liebesschläge sind besser, denn Feindes schmeicheln.


Man gibt dem Hunde nicht so viel, als er wohl mit dem Schwanz schmeichelt.


Man schmeichelt dem Hunde wegen des Herren.

(Das bedeutet, man schmeichelt einem Günstling oder Untergebenen, um Vorteile und Gewinn von dessen Vorgesetzten oder Arbeitgeber zu erlangen. In der Politik und der Wirtschaft mehr oder weniger verbreitet, öffentlich aber verpönt und verboten. Der Hund steht hier als Synonym für den Untergebenen, der bestochen werden soll.)


Mit schmeicheln erweicht man die Herzen.


Schmeichelei ist der Natur gemäß und den Kindern gegen die Eltern angeboren.


Schmeicheln ist der Liebe Blasebalg.


Schmeicheln ist so notwendig, dass man's in Schulen der Jugend einpflanzet.


Schmeichler, Heuchler.

Schmeichler sind Heuchler.


Schmeichlers Biss ist giftig.


Schmeichler sind des Teufels Ammen.


Schmeichler sind wie Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.

Schmeichler sind Katzen, die vorne lecken und hinten kratzen.


Schmeichler tun den Fürsten größeren Schaden, als der Feind im Felde.


Treuer Rat nicht schmeicheln soll.


Tyrannen sind unter den wilden und Schmeichler unter den zahmen Tieren die gefährlichsten.

Unter den wilden Tieren ist der Tyrann, unter den zahmen der Schmeichler das gefährlichste.


Völlerei ist ein schmeichelnder Teufel, süßes Gift und liebliche Sünde.


Von einem rechten Freund Wunden empfangen sind besser, denn falsche Küsse eines Schmeichlers.


Vor Gift kann man sich hüten, nicht vor Schmeichlern.


Wahrheit muss ins Hundeloch, Schmeichler sitzt am Ofenloch. 


Wenn das Glück einem schmeichelt, so wills ihm den Hals abstechen.


Wer nicht schmeicheln kann, der ist ein Holzbock.


Wer Schmeicheln kann, der ist der beste Hahn im Korb.


Wer seine Wunden heilen will, muss ihnen nicht schmeicheln.



Heuchler in Verkleidung anderer Wörter in deutschen Sprichwörtern


Heuchler kommen nicht nur wörtlich in deutschen Sprichwörtern vor. Oft verstecken sich die Heuchler in anderen Wörtern, die dasselbe bedeuten, beschrieben und andeuten. Die Heuchler verstecken sich wie im wirklichen Leben hinter scheinbar wohlklingendem und falschem Lob oder Zustimmung. Es sind die falschen Freunde​, die einem Honig ums Maul streichen und Dreck hinein. Es sind die schönen Worte, welche die Welt betrügen. Es sind auch heute überall Leisetreter, falsch Lehrer und Prdiger, die mit alternativen Wahlversprechen die Wähler eifangen wollen, um später ihre extremen und schädlichen Vorstellungen gegen Andersdenkende zu verwirklichen.


Breite Worte, anderthalb Schuh lang.

Breite Worte glatt schleifen.

Glatte Worte schleifen.

(Breite und glatte Worte schleifen bedeutet, jemanden mit feinen Worten überlisten, den anderen durch schöne Worte betrügen, Komplimente machen und einschmeicheln. Seit Jahrhunderten vielfach geübt und immer modern, nur die Worte und Bezeichnungen haben sich geändert.)


Brennte Falschheit wie Feuer, so wäre das Holz nicht halb so teuer.


Den falben Hengst streicheln.

Wer streichen kann das fahle Pferd, der ist zu Hofe lieb und wert.

(fahl = grau, weißlich; scheckig von blasser Färbung, fast farblos. Dies alte Sprichwort ist heutzutage besonders bei amerikanischen und russischen Präsidenten und ihrem Hofstaat gültig! Wer selbst ohne eigene Meinung und Trump und Putin schmeichelt und heuchelt, deren Meinung zu sein, der ist bei ihnen besonders angesehen und lieb und wert.)


Der Flattierer bläst und behält doch das Mehl im Maul.


Jetzt hilft manchem das flattieren herfür der sonst müsst bleiben hinter der Tür.

(Flattierer = Schmeichler, flattieren = (veraltend) mit der flachen Hand streicheln, über etwas gleiten lassen: jemandem schmeicheln.)


Der Teufel hat ein verleckert Maul, er frisst gern das Allerbeste, wie der Bär den Honig.

(Christoph Lehmann erklärt 1630 dazu (Seite 745, Nr. 25): „Die heiligen Gleisner*11, die Gelehrten und Reichen sind des Teufels Leckerbislein, was arm, verachtet, gering und einfältig ist, das gehört Gott.“)


Du streichst mir Honig um das Maul und streichst mir Dreck drein.

Einem Honig um den Mund

schmieren und Dreck hinein.

Er schmiert ihm das Maul und gibt ihm einen Dreck drein.

Er streicht ihm Honig ums Maul und gibt ihm 'nen Dreck drein.

(Die verschiedenen Varianten des Sprichworts meinen alle dasselbe: Man schmeichelt jemandem mit positiven Aussagen, um ihn günstig zu stimmen. Später bekommt er aber nichts oder nur Wertloses oder hat den Schaden. Schon Agricola erklärte 1529 das Sprichwort so: „Das ist, er betrügt ihn, er sagt es ihm gut für, und meint es nicht. . . Das andere ist, das nach diesen hohen zusagen nichts folget.“)


Ein falscher Freund zeucht (zieht) gute Seiten auf.


Ein falscher Lehrer ist wie ein Pfau; der hat ein englisches Gewand, ein teuflischer Gesang und diebischen Gang.


Ein falscher Prediger ist ein Dornenstrauch.


Ein Falscher seine Kleider verkehrt, wie ihn der Wind und Wetter lehrt.


Ein falsches Herz ist wie ein Lockvogel auf dem Kloben.


Ein falsches Herz mehrt Unglück.


Er ist ein Leisetreter.

(Andere alte Ausdrücke für Leisetreter: Polstermacher, Fuchsschwänzer, Suppen- und Hopffenfreund. Leisetreter ist meist abwerten gemeint, jemand, der seine Meinung nicht offen sagt, keinen Widerstand zu leisten traut, ein Duckmäuser, Schleicher, Kriecher, Feigling, Hasenfuß, Memme, Speichellecker, Scheinheiliger, Opportunist, der es vermeidet aufzufallen, der sich unterordnet, keine Zivilcourage hat. Etwas weniger abwertend: Person, die zurückhaltend und vorsichtig verhält und versucht, nicht aufzufallen. Das Wort ist seit dem 15. Jahrhundert belegt. Andre Bedeutung: besonders leise Schuhe, besonders bei Einbrechern beliebt.)


Er zündet Kerzen für den Teufel an.

(Er schmeichelt sich auf allen Seiten ein und versucht, sich auf allen Seiten, auch bei Feinden und Gegnern, Freunde zu machen. Heute passt es auf manchen Abgeordneten in deutschen Parlamenten, die sich vorstellen könnten, auch mit der AFD zusammenzuarbeiten. Diese Praxis hat 1933 Hitler möglich gemacht! Wer weiß, was heute daraus werden könnte?)


Hüte dich, wenn der Fuchs den Raben lobt.

(Ein Sprichwort, entstanden nach der Fabel vom Fuchs und dem Raben von Äsop. Der Rabe hatte ein Stück Käse gestohlen und wollte ihn fressen. Der Fuchs sah den Raben und lobte sein gutes Aussehen. Wenn der Rabe auch noch so schön singen könnte, wie er aussieht, müsste er der König der Vögel werden. Vom Lob des Fuchses verführt, wollte der Rabe seinen Gesang vorführen und verlor beim Öffnen des Schnabels den Käse. Der Fuchs fing ihn auf und fraß den Käse. Fabel und Sprichwort sollen eine Warnung vor Schmeichlern sein, auf die man nicht hereinfallen sollte. Die Fabel im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Fuchs_und_Raben)


Lach mich an, gib mich hin, ist der falschen Freunde Sinn.

Lach mich an, gib mich hin, ist des falschen Freundes Sinn.


Mit schönen Schein will die Welt betrogen sein.


Schweig, Herz, und rede, Maul.

(Das ist das Motto von Schmeichlern und Heuchlern.)


Wer einen Schranz von Stroh hat, fürchtet sich vor dem Feuer.

(Schranzen sind besonders als schmeichelnde und intrigierende Höflinge bekannt, weshalb der Ausdruck meist in Verbindung mit Hof als Hofschranze verbreitet ist. Wer sich vornehm oder wichtig gibt, aber keine Substanz dafür besitzt, muss sich immer und überall vor Enttarnung fürchten.)