
Blumen sind Pflanzen, die ins Auge fallende Blüten hervorbringt, oder eine „einzelne Blüte einer Blume mit Stiel. Eine Blume dient oft als Schmuck, z. B. als Schnittblume in einem Blumenstrauß, als Blumenkranz oder Blumengebinde. Eine Blume ist die bestäubungsbiologische Einheit der Blütenpflanzen. In der Botanik ist der Begriff Blume dagegen vom Begriff Blüte getrennt.
In der Blumensprache können Blumen in einem Strauß so nach Farbe und Form angeordnet werden, dass sie eine Botschaft enthalten. Durch die Blume gesagt bezeichnet eine Form der Verhüllung einer Aussage durch beschönigende Wortwahl. Kunstblumen sind aus synthetischem oder natürlichem Material gefertigte Schmuckelemente, die als Gesteck geformt länger haltbar sind als echte Blumen.
Der Ausdruck Blume kann neben der blühenden Pflanze aber auch die Schaumkrone eines gefüllten Bierglases sein. In der Jägersprache ist die Blume der Schwanz von Hasen und Kaninchen und Winzer nennen den Geruch eines Weines Blume.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Blume
https://de.wiktionary.org/wiki/Blume
Blumen in deutschen Sprichwörtern können noch weit mehr sein. Man spricht mit Sprichwörtern buchstäblich durch die Blume, da sie einen Sachverhalt oft durch andere Ausdrücke umschreiben oder nur durch Kenntnis ihrer wahren Bedeutung Informationen oder Meinungen weitergeben. Im Gegensatz zu gemalten und künstlichen Blumen, die keinen Geruch haben, sind die Blumen in deutschen Sprichwörtern alle echt. Manche verraten ihre Bedeutung aber nur eingeweihten, wie den Lesern dieser Seite.
Blumen in deutschen Sprichwörtern:
Alle Kraft und Herrlichkeit der Welt wehrt eine kleine Zeit wie eine Blume.
An der Farbe erkennt man das Tuch, am Geschmack den Wein, am Geruch die Blumen, am Reden den Menschen.
An der Farb erkennt man das Tuch, am Geschmack den Wein, am Geruch die Blume, am Reden den Mann.
Blumen, die nicht wohl riechen, mögen sich wohl verkriechen.
Blumen, wenn sie frisch sind, hält man sie wert, nicht die welk und vernutzt sind.
Bunte Blumen riechen nicht.
Das Alter macht aus Blumen Wachs.
Das Kraut und die schönen Blumen stehen schön und wohl beisammen.
Der April macht die Blumen und der Mai hat den Dank dafür.
Die Blume gehört nicht zu deinem Sträusslein.
Die Erste in der Kirche, die Letzte beim Tanz sind zwei Blumen im Mädchenkranz.
Die Furcht des Herrn ist ein gesegneter Garten: Die schönsten Blumen und Früchte wachsen darin.
Die Immen küssen gern die schöne Blumen und sie bleiben doch schön.
Die Jugend schnell verschwind, wie eine Blume oder Wind.
Die Spinne saugt aus der Blume das Gift so gut, als die Biene den Honig.
Die Spinne saugt Gift, die Biene Honig aus allen Blumen.
Die weißen Blumen stehen wohl auf einem jungen Haupte.
(Mit weißen Blumen sind hier weiße Haare gemeint.)
Ein Blümlein kann man wohl malen, man kann aber keinen Geruch daran geben.
Wer eine Blume malet, kann ihr doch den Geruch nicht geben.
Eine alte Blume hat keinen Geruch noch Geschmack.
Eine Blume macht keinen Kranz.
Eine Obrigkeit soll allenthalben Blumen suchen, damit sie den Kranz ihrer Stadt zieren.
Eine schöne Blume im Garten auf'm Stängel ist anmutig, ist sie abgebrochen und verwelkt, so ist die Schönheit dahin.
Eine schöne Blume verliert auch ihren Geruch.
Ein Finger macht keine Hand noch eine Blume den Frühling.
Ein jeder seinen Schalk verblümt und sich der wehrten Jugend rühmt und wie man bei den Alten liest, jeder sich selbst ein Heuchler ist.
Ein Maler kann eine schöne Blume malen, kann ihr doch keinen Geruch geben.
Ein Mann macht keinen Tanz, eine Blume keinen Kranz.
Ein schöner Tag hat auch ein Abend, eine schöne Blume wird welk und verliert ihren Geruch.
Frische Blumen hat man gern.
(Das über 500 Jahre alte Sprichwort bedeutet, das Jungfrauen beliebter und bevorzugt wurden, als andere, die schon Erfahrungen mit Männern gesammelt hatten und keine Jungfrauen mehr waren, im Sinne des Sprichworts waren sie keine frischen Blumen mehr.)
Frische Rosen und Blumen hat man lieber als die welken.
(Das bedeutet laut Christoph Lehmann 1630, dass ein Mann lieber eine schöne Jungfrau als eine ältere Witwe heiraten will.)
Gemalte Blumen riechen nicht.
(Dies Sprichwort soll eine Warnung vor etwas Falschem sein. Dazu gehören falsche Versprechen, falsche Nachrichten (alternative Fakten = Fake News) und alles andere Falsche und Unechte. Gleiches gilt für Gewaltsblumen und jede Gewalt überhaupt.)
Gewalt-Blumen riechen nicht.
Gewalts Blumen riechen nicht.
Graue Haare sind Kirchhofsblumen.
Gute Prediger tragen mehr Früchte als Blumen vor.
Herrengunst, Geld und Kunst, Ehr und Pracht hat keine Macht und der Welt Ruhm ist ein Wiesen Blum.
Heute Blume, morgen Heu.
Heut ein Blumen, morgen Heu.
Jeder Tag bricht eine Blume von der Schönheit, darum hat sie kein Bestand.
Liebe regiert in der Welt und im Wasser, darum wird sie gemahlt mit einer Blume in der einen und mit einem Fisch in der andern Hand.
Manche bringen ihr Gras viel teurer als andre ihre Blumen heraus.
Man macht nicht aus allen Blumen ein Sträuslein.
Man steckt ein Blümlein auf den Hut und nicht den Scherben mit dem Stock.
Nicht alle Blumen taugen zum Sträußchen.
Schöne Blumen stehen nicht lang am Wege.
(Dieses alte Sprichwort meinte früher schöne Mädchen, die nicht lange auf Verehrer warten müssen. Leider stimmt es heute auch wörtlich. Schöne und attraktive Blumen werden gern ausgerissen, Blumenbeete werden für ein einzelnes Selfie großflächig zertrampelt und dauerhaft zerstört. Diese Zerstörungen der Natur geht schon so weit, das die Gärtner im Hamburger Vorzeigepark „Planten un Blomen“ nicht mehr mit den Reparaturen hinterherkommen und der NDR am 30.05.2026 einen Sonderbeitrag über den „Vandalismus bei Planten un Blomen“ im Hmburg Journal zeigte.
Selbst auf dem neuangelegten Deckelpark auf dem Stellinger Deckel über der A7 in Hambur-Stellingen werden Beete zertrampelt, bevor kleine Pflanzen überhaupt Gelegenheit zum Wachsen hatten. Wegen eines Bildes von Holunderblüten zerstören „Naturliebhaber“ quadratmeterweise kleine Bodendeckerpflanzen und wiederholen es im Herbst nochmals, um die Holunderbeeren vom Strauch zu rupfen. Zur Krönung wurden wiederholte Male die neu angepflanzten Büsche zur Notdurft genutzt - in Sichtweite und unter Beobachtung der Anwohner wenige Meter nebenan.)
So manche Blum' im Felde steht, so manches Leid die Lieb' angeht.
Unter schönen Blumen und grünem Gras verschleichen sich oft die Schlangen.
Was sollen die Blumen, die niemand bricht.
(Das bedeutete vor 500 Jahren, was soll ein schönes Mädchen oder Jungfrau, für die sich kein Mann interessiert?)
Wehe der welken Blumen.
Wenn das Alte alles gut ist, so muss das Neue alles bös sein, aber wer hat nicht lieber ein frische Blume als eine dürre.
Wer eine Blume malt, der kann ihr doch den Geruch nicht gehen.
Wer eine Blume malt, kann ihr doch den Geruch nicht geben.
Wer nach dem Kranze strebt, bekommt doch eine Blume (daraus).
Wer sein Geld auf Zins leihet, der schafft seinen Nutz mehr als des andern, weil sein Geld Blumen trägt.
Wie die Blume, so ist die Frucht.
Auf Rosenblätter ist nicht zu bauen.
Es ist nicht auf Rosenblätter zu bauen.
Behalte dir ein gut Blatt auf die Letzt.
Besser trinken von einer Fliege, als von einem Weidenblatt, denn das fällt ins Wasser, eine Fliege wohl in gutem Bier oder Wein liegt.
Buhlersäckel ist mit Lauchblättern zugebunden.
Der Buhler Säckel ist mit Lauchblättern zugeknöpft.
Der Buhler Säckel ist mit Lauchblättern zugeschnürt.
Das Blatt hat sich gewendet.
Das Blättchen hat sich gewandt.
Dem Furchtsamen rauschen alle Blätter.
Der Hosenteufel findet statt, seit Adams grünem Feigenblatt.
(Hosenteufel sind Pluderhosen, die im 16. Jahrhundert in Mode waren. Sie wurden bekämpft und verteufelt, wegen der Stoffverschwendung. Man brauchte sehr viel und teuren Futterstoff, meist aus Seide, für das hervorquellende Futter. Deswegen wurden Pluderhosen an vielen Orten von Kirche und Staat verboten oder beim Antreffen in der Öffentlichkeit zerstört, was für die Betroffenen sehr peinlich war, da sie ohne Hosen nach Hause gehen mussten.)
Der Schuldige fürchtet sich vor einem rauschenden Blatt.
Der Wein nimmt kein Blatt vors Maul.
Die Liebe hat der Sonnen-Art; fällt so bald auf ein Kuhdreck als auf ein Rosenblatt.
Die Liebe hat Sonnen-Art; fällt sowohl auf 'nen Kuhdreck, als auf 'n Rosenblatt.
Die Liebe ist blind, sie fällt so bald auf Kuhmist als auf ein Rosenblatt, so bald auf Ungestalt als auf Wohlgestalt.
Die Wahrheit nimmt kein Blatt vor den Mund.
Die Wahrheit nimmt kein Blatt vors Maul.
Die Welt ist ein schöner Baum, im Lenzen wachsen die Blätter, im Herbst fallen sie ab; einen trägt man zur Taufe, den andern zum Grabe.
Du bist mein Herzblatt, wenn ich dich sehe, bin ich dich satt.
Durch salben und schmieren wird das Spiel verblättert.
Ein bös Gewissen erschrickt auch vor einem rauschenden Blatt.
Ein dürres Blatt kann ein bös Gewissen erschrecken.
Ein dürres Blatt kann ein bös Gewissen erschrecken, dass es meint, es sei eitel Donner und Blitz.
Eine faule Entschuldigung ist soviel nutz als Adams Feigenblätter zum Hosentuch.
Ein rauschend Blatt hat keine Hörner, hat auch keinen erschlagen, gleichwohl fürcht sich der Gottlose für ihm.
Ein rauschend Blatt soll sie jagen.
Er hat ein vierblätteriges Kleeblatt gefunden.
Er liest gern in Büchern, wo man die Blätter mit dem Knie umwendet.
Er nimmt kein Blatt vors Maul.
Frauenlieb, Herrengunst und Rosenblätter verkehren sich wie Aprilwetter.
Herrengunst, Frauenlieb' und Rosenblätter, verändern (wandeln) sich wie Aprilwetter.
Fürstengunst, Aprilenwetter, Frauenlieb und Rosenblätter, Würfelspiel und Kartenglück wechseln (verändern sich) jeden Augenblick.
Großen Herrn und schönen Jungfrauen soll man gerne dienen, aber wenig trauen, denn ihre Lieb hat Sonnen Art, fällt so bald auf einen Dreck als Rosenblatt.
Herr Doktor kehrt das Blatt um, da steht's anders.
Ich habe schon mehr Blätter rauschen hören.
Im Winter fallen die Blätter vom Baum, und sind weiß vom Reif, der Stamm aber bleibt doch gesund.
(Das Sprichwort meint die alten Männer, die weiße Haare bekommen. Man sollte sie nicht unterschätzen und sie wegen ihres Alters abtun und gering schätzen. Die meisten haben mehr wissen und Erfahrung gesammelt als die Jungen für möglich halten.)
In schönen Büchern blättert man gern.
Liebesschläge fallen wie Rosenblätter.
Mancher baut sich selbst wie die Kinder Häuser, Dorf und Städte von Kartenblättern, die so leicht umzustoßen als sie gemacht.
Man muss ein gut Blatt zum Stich behalten.
Mit Geduld und Zeit wirds Maulbeerblatt zum Atlaskleid.
(Die Seidenraupe frisst die Maulbeerblätter und spinnt daraus den Seidenfaden, aus dem die Seidenstoffe gewebt werden. Bei Körte steht 1837 dazu: Geduld, Vernunft und Zeit, das sind gar schöne Sachen, die, was unmöglich scheint, noch möglich können machen.)
Nach Blättern fallen Bäume.
Nach den Blättern fallen die Bäume.
(Das bedeutet, wenn jemand kleine Beleidigungen widerspruchslos erträgt, folgen bald größere und schwerere nach.)
Oft spielt einer mit den Leuten, als wären sie alte Kartenblätter.
Ostern wolle oder wolle nicht, so kommt sie nicht ohne Blätter und Gras.
Rosen und Jungfern sind bald verblättert.
Welch Mensch ein bös Gewissen hat, der fürcht sich auch vorm rauschend Blatt.
Wenn die besten Blätter oder Farben verworfen, so kann man nichts mehr stechen.
Wenn die Blätter sind abgefallen, so haut man doch den Baum nicht ab.
Wenn keine Blätter vom Baum fielen, so müsst er endlich brechen.
Wenn man vom Baum die Blätter abzupft, so wird er damit nicht ausgewurzelt.
Wer aller Leute Stichblatt ist, kann gut parieren.
Wer blattscheu ist, muss nicht in Busch gehen.
(Das bedeutet, wer das Rauschen oder Rascheln der Blätter fürchtet, soll nicht in den Wald oder anderen Orten mit vielen Blättern gehen. Übertragen bedeutet es, wer die Folgen einer Sache oder Unternehmung fürchtet, sollte sie nicht beginnen oder sich darauf einlassen.)
Wie die Wurzel, so die Blätter.
Die Blüte einer Pflanze ist ein unverzweigter Kurzspross mit begrenztem Wachstum, dessen Blätter indirekt oder direkt im Dienst der geschlechtlichen Fortpflanzung stehen. Durch Duft, Farbe und Gestalt locken sie meist Insekten an, die sie bestäuben. Die Blüte ist auch der Hauptbestandteil, die für den Menschen die Blumen ausmachen.
Außer Blumen blüht in den deutschen Sprichwörtern einiges mehr, es blüht manchmal etwas Gutes, oft auch Schlechtes oder Böses. Bei den Früchten sollte man deshalb vorsichtig sein.
Quelle und weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Blüte
Auf die Blüte folgt Frucht, auf ein gutes Leben Ehre.
(Dieses Sprichwort steht 1685 unter Nr. 1000/88 bei Paul Winckler. Wander verändert es wie viele andere für sein Deutsches Sprichwörter Lexikon und macht „Auf gute Blüte folgt gute Frucht.“ daraus. Nicht nur die Wörter ändert Wander, auch der Sinn des Sprichworts wird dadurch verändert.)
Blüht ein Bäumlein wohl, so bringt es Frucht, blüht es nicht, so hofft man vergebens auf Äpfel.
Das Unglück blüht ihm vor der Tür.
Der Pfaff in Waffen, die Jungfer geil, im Märzen Blüte, bringt wenig Heil.
Der Wein gärt, wenn die Trauben blühn.
Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder.
(Der Ursprun ist das Gedicht „Resignation“ von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1786)
Die Bäume müssen erst blühen, ehe sie Frucht tragen.
Die Begierde ist ein Land, da das Korn allzeit in der Saat, der Wein in Trauben, die Bäume im Blühen, die Vögel in Schalen sind. Sie ist ein Traum ohne Schlaf und das Land des verlorenen Sohnes, da allzeit Hunger ist.
(Bei Winckler steht dieses Sprichwort unter Nr. 800/72 in einem Stück. Im Deutschen Sprichwörter Lexikon macht Wander ganze drei daraus; Begierde Nr. 7 und 8 mit der korrekten Quellenangabe und „Die Begierde ist ein Traum ohne Schlaf.“ unter Begierde Nr. 9 ohne Quellenangabe.)
Die Neuigkeit blüht wohl schön, sie trägt aber böse Früchte.
Es wird ihm in die Blüten regnen.
Freude wegen Macht, Ehr, Pracht und Herrlichkeit ist ein Gras und Blumenfreude, die heute blüht und morgen verwelkt.
Fried und Einigkeit blüht selten oder verdorrt je bald in der feindseligen und zänkischen Welt.
Graue Haare sind des Todes Blüten.
Heut blühte der Mensch wie Rosen rot, bald krank und tot, ist allenthalben Mühe und Not.
Ist die Blüte abgefallen, so haut man darum den Baum nicht um.
Mancher ist wie ein Maulbeerbaum, der trifts immer mit der Blüte und Frucht, er schlägt nicht aus, die Kälte sei dann vorüber.
Was nicht blüht, das bringt keine Frucht, die Blüte geht den Früchten vor.
Was nicht blüht, körnert nicht.
Wie du tust, also gewinnst ein Blust (Blüte).
Besser in Dorn und Disteln baden als mit falschen Zungen sein beladen.
Es ist besser in Disteln und Dornen baden, denn mit falschen Zungen sein beladen.
Noch will ich lieber in Disteln und Domen baden, denn mit falschen Zungen sein beladen.
Dem Esel träumt von Disteln.
Der Esel trägt das Korn in die Mühle und bekommt Disteln.
Die Welt ist ein Distelkopf, wo man den selbigen hinkehrt, so recket (kehrt) er die Stacheln über sich.
Distelkraut ist der rechte Salat für den Esel.
Disteln sind des Esels Salat.
Disteln tragen keine Trauben.
(Böse Gesinnungen können nie gute Handlungen erzeugen. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 7, 16: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?“ Vergleichbares Sprichwort von derselben Bibelstelle: Von Dornen kann man keine Trauben lesen.)
Disteln und Dorn stechen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.
Dorn und Disteln stechen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.
Ein ungebauter Acker bringt Disteln und Hecken.
Esel verstehen kein Saitenspiel, denen muss man Disteln vorlegen.
Es frisst auch ein Esel, mit Gold beladen, nur Disteln.
Es ist Maul wie Salat, sagt der Esel, wenn er Disteln frisst.
Es ist nicht not, dass man nach Disteln in den Wald gehe, man findet sie wohl näher.
Man muss dem Esel die Disteln lassen und keine Wolle dafür fordern.
Man muss die Disteln in ihrer eigenen Suppe kochen.
Schickt uns Gott Kreuze zu, so singen wir darüber, wie die Distelfinken zwischen den Dornen, so bald wir das Glück finden, so werden wir wiederum stumm.
Ungebauter Acker kann sich des Unkrauts (der Disteln) nicht erwehren.
Wenn die Disteln hoch wachsen, gibts viel Schnee.
Wer auf sein Land kein Korn sät, der wird Disteln ernten.
Wer Disteln säet, wird Stacheln ernten.
Alte Pferde schlägt man ins Gras.
Auf dem Weg, den viele gehn, wächst kein Gras.
Auf vielbetretenem Fußsteig wächst kein Gras.
Auf einem heißen Ofen kann kein Gras wachsen.
Aus Gras wird Heu.
(Bei verschiedenen Autoren folgen weitere Teile. Bei Wander im Deutschen Sprichwörter Lexikon steht: „Aus Gras wird Heu, aus frischen Blumen Streu.“ Im Buch „Der erste Unterricht“ von Ernst Tillich aus dem Jahr 1803 steht auf Seite 58: „Aus Gras wird Heu, aus Korn wird Mehl, aus Mehl wird Teig, aus Teig wird Brot.“ Im Roman „Die Glücksritter“ von von August Schrader (1853) steht: „Aus Gras wird Heu, aus Heu Milch, aus Milch Käse, aus Käse und Wein ein herrliches Abendvesper.“)
Aus Kräutern und Gras kann man ein Seil machen, das ein Kamel kann binden.
Begossen Gras wächst am besten.
Da jedermann geht, wächst kein Gras.
Die Pferde, die den Hafer bauen, füttert man mit Gras und Heu.
(bauen = anbauen.)
Eine Ziege springt nie um eines Mauls voll Grases willen übern Zaun.
Ein Schaf ist wohl fromm, es gras(e)t aber genau.
Das Schaf ist gewiss fromm, aber es grast genau.
(Das bedeutet, wo Schafe hingekommen sind, da findet das Rindvieh nichts mehr.)
Er hört's Gras wachsen und die Mücken an der Wand niesen.
Er ist so klug, er hört das Gras wachsen.
Das Gras wachsen hören.
Es kommt nur hohen Bergen zu, Schnee und Gras auf eine Zeit zu haben.
(In diesem Sprichwort werden die hohen Berge mit älteren Menschen verglichen, die durch ihr Alter Verstand entwickeln konnten. Seltener sieht man Jugend und Verstand beisammen.)
Es wird dir bekommen wie dem Hunde das Gras.
Es wird ihm bekommen, wie dem Hund das Grasfressen.
Freude wegen Macht, Ehr, Pracht und Herrlichkeit ist ein Gras und Blumenfreude, die heute blüht und morgen verwelkt.
Gleisner*11 sind wie die Milchmücken, die im Sommer umherfliegen und schöne Gestalt haben, aus ihrem Geschmeiß wachsen nur Raupen, die Laub, Gras, Bäume und ganze Gärten verderben.
Glück und Gras, wie bald wächst das!
Grünes Gras wird auch Heu.
In anderer Leute (fremdem) Garten ist gut grasen.
Je höher das Gras gewachsen ist, je eher man's abhaut.
Küsters Kuh darf auf dem Kirchhof grasen.
Langes Gras macht großes Heu.
Laßdünkel (Ladunkel) hört auch das Gras wachsen.
Manche bringen ihr Gras viel teurer als andre ihre Blumen heraus.
Mancher hört das Gras wachsen und will das Magnifikat verbessern.
Mancher meint, in andrer Leut Garten sei auch gut grasen.
(Wenn man weiß, das dieses Sprichwort bei Christoph Lehmann im Jahr 1630 im Kapitel Hurerei steht, kann wohl jeder die eigentliche Bedeutung erkennen.)
Man muss den alten Gaul nicht ins Gras schlagen, der ungemengten Hafer verdienet.
Nach dem Regen wächst Kraut und Gras, nach dem Wein mag man schwätzen bass.
Nach Regen wächst Kraut und Gras, der Wein macht schwätzen bass.
Nach Regen wächst Kraut und Gras, nach Wein man schwätzet bass.
(ḅass = aus dem Alt.- und Mittelhochdeutschem, besser als etwas, wohl, gut, auch bass erstaunt (verwundert) sein.)
Ochse, wart des Grases.
Ostern wolle oder wolle nicht, so kommt sie nicht ohne Blätter und Gras.
Raupen haben oft eine schöne Gestalt, beschmeißen und verderben doch Bäume, Laub und Gras.
Schlechtes Gras, schlechtes Heu.
So manches Gras aus der Erde sprießt, so manche Gefahr aus Buhlschaft.
Stirb nicht, lieber Hengst, es kommt die Zeit, wo Gras wächst.
Unter schönen Blumen und grünem Gras verschleichen sich oft die Schlangen.
Von kleinem Grase wächst ein großes Tier.
Von kleinem Gras wächst ein großes Vieh (Biest).
Während das Gras wächst, ist der Hengst tot.
Wenn das Gras wächst, ist der Hengst tot.
Weil das Gras wächst, stirbt das Pferd.
Indessen das Gras wächst, verhungert der Gaul.
Das Pferd stirbt oft, eh das Gras wächst.
Bis das Gras nachwächst, mittlerweile stirbt das Pferd.
Wälzender Stein begraset nicht.
Weil einer kann, so braucht man ihn; darnach schlägt man ihn ins Gras.
Wenn der Hirt nicht mehr Freiheit hätte als das Schaf, so müsste er auch Gras essen.
Hätte der Hirt nicht mehr Freiheit als das Schaf, so müsste er auch Gras fressen.
Wenn eine Ziege will in allen Gärten Gras fressen, da sie vorüber geht, so kriegt sie endlich das Maul zu voll.
Wenn einmal Lämmer neben Wölfen grasen, scheint eine andre Sonne.
Wenn man der Ausbeute und dem Einkommen zu viel auflegt, so verschwindet Laub und Gras.
Wenn wüchs das Laub und auch das Gras, so viel als Untreu, Neid und Hass, so hätten Ochsen wohl bereit zu essen genug in Winterzeit.
Wer kann Gras wachsen hören?
Wer nicht kann über hohe Tannen fliegen, der mag übers Gras laufen.
Wer seine Wiesen verpachtet, darf nicht drauf grasen.
Wer sich im Bart grasen lässt, dem hofiert man zuletzt ins Maul.
Wer sich im Barte lässt umgrasen, dem hofiert man zuletzt ins Maul.
Wer Unglück haben soll, stolpert im Grase, fällt auf den Rücken und bricht die Nase.
Wer weiß, wo Hans ist, wenn's Gras wächst.
Wo die Wies(e) ist gemein, ist das Gras gerne (gewöhnlich) klein.
Wo ist Hengst, wenn Grass wächst.
Wo jedermann geht, (da) wächst kein Gras.
(Auf den Trampelpfaden durch Grünanlagen sieht man das überall bestätigt. Das Sprichwort selbst bedeutet, das Geschäfte, die von vielen betrieben werden und damit die Konkurrenz groß ist, der Gewinn recht gering ausfällt.)
Wo man das Gras hegt, da wächst es.
Wo man hadert*14 und zankt, da verschwindet Laub und Gras.
Zu Weihnachten Gras, zu Ostern Eis.
Alle Menschen wissen nicht, was ein gut Kraut kostet.
Aus dem stinkenden Kraute wächst die schöne Lilie.
Die schöne wohlriechende Lilie wächst aus'm stinkenden Kraut.
Aus Kräutern und Gras kann man ein Seil machen, das ein Kamel kann binden.
Besser eine Laus im Kraut als gar kein Fleisch.
Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochs mit Hass.
Besser ein Gericht Kraut mit Ruhe als ein gemästeter Ochse mit Unruhe.
Ein Gerichtlein Krauts mit Liebe ist besser, denn ein gemästeter Ochse in Hass.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 15, 17: „Der Gerechte erbarmt sich seines Viehs; aber das Herz der Gottlosen ist unbarmherzig.“)
Bruder Einigkeit ein seltsam Kraut, in wenig Gärten wird gebaut.
Das Kraut kenn ich, sagte der Teufel, da setzte er sich in die Brennnesseln.
Das Kräutlein Geduld wächst nicht in allen Gärten.
Das Kraut und die schönen Blumen stehen schön und wohl beisammen.
Der Fürst wäre glückselig, wenn er das Kraut Moly wider seine Heuchler am Hofe haben könnte.
Der Teufel ist allenthalben im Kraut, ist allenthalben ein Schalk.
Die Liebe ist ein bitter Kraut.
Distelkraut ist der rechte Salat für den Esel.
Einen Schalk kennt man bei den Worten, wie ein Kraut bei dem Geruch.
Eine zarte und weiche Haut frisst nicht gern Muss und Kraut.
Ein frech bös Weib tut selten gut, der Mann löse sie denn aus der Höllen oder lege ihr Fünffingerkraut übers Angesicht.
(Fünffingerkraut = mittelalterliche Bezeichnung für das Kriechende Fingerkraut oder Kriechender Gänserich oder Kriechender Gänsefuß (Potentilla reptans), eine Pflanze der Familie der Rosengewächse.)
Ein unerfahrener Mann ist ein ungesalzenes Kraut.
Ein ungeübter Mensch ist wie ein ungeschmalzt Kraut.
Er sät Unkraut unter den Weizen.
Es ist ein bitter Kraut um den Tod.
Es ist ein Kraut, heißt mulier, davor hüt dich semper.
(Aus dem Lateinischen; mulier = Frau, Weib; semper = immer, stets, jederzeit)
Es sieht nicht jeder die Schlange, die unter dem Kraut liegt.
(Das bedeutet, es sieht nicht jeder den Hacken hinter dem Köder, den Betrug beim scheinbar guten Geschäft oder der Gelegenheit. Entsprechen steht dieses Sprichwort schon 1630 bei Lehman auf Seite 89 im Kapitel über den Betrug.)
Es wissen nicht alle Leute, was ein gutes Kraut kostet zu kochen.
Fängt ein Bauer einen Hasen im Kraut so muss ers büßen mit der Haut.
Für den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.
Für Torheit hilft kein Alter, für den Tod kein Kraut.
Geduld ist ein edel Kraut, wächst aber nicht in allen Gärten.
Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.
Habe ich nicht Vögel, so esse ich Kraut.
Hät' er das Kräutlein Jahrab, so würd' es besser mit ihm.
Wer das Kraut Jahrab hätte, dem wäre geholfen.
Wer ein Kraut hätte, heißt Jarab, mit dem wirds besser nach der Krankheit.
Wer ein Kraut hätte, heißt Jarab, mit dem wurd es besser.
Wer ein Kraut hätte, Jahrab, mit dem würde es besser.
(Wer das Kraut Jahrab hätte, würde der Sage nach nicht älter werden und immer leben. Ein Sprichwort, welches in verschiedenen Variationen in etlichen alten Sprichwörtersammlungen enthalten ist. Wilhelm Körte kommentierte es 1837 mit: „Man erzählt vom ewigen Juden, welchem das Kraut Jahrab gegeben worden sei, also dass er nimmer sterben konnte; er sah immer nur das tausendmal Erlebte wiederkehren, und obgleich immer im schönsten Mannesalter, ward er doch bald lebensmüde, so das er mit Neid in jedes Grab sah und eine hinwelkende Blume ihn mit Sehnsucht erfüllte, auch in sich den Keim zu einem neuen Leben zu empfinden. – Das Kraut Jahrab taugt für die Menschenkinder nichts; nur der Menschheit frommt's und die hat's auch; deshalb ist sie ewig dieselbe.“)
Holz und Unkraut wächst für alle Menschen.
(Dieses Sprichwort stammt aus sehr alter Zeit, als sich noch jeder frei aus dem Wald nehmen durfte, was er wollte. Es hatte schon Anfang des 19. Jahrhunderts, als es erstmals in Büchern gedruckt wurde, keine Gültigkeit mehr. (Handbuch über Forstrecht und Forstpolizei, Hrsg: Karl Friedrich Schenck 1825, Seite 306))
Im Regiment muss man um der Leute Bosheit willen oft viel übersehen und dulden, das nicht recht ist und das Unkraut mit dem Weizen wachsen lassen damit nicht ärger erfolge.
Im Reichtum soll man sich halten, wie ein Schwan der ist ein Wasservogel, hat sein Leben und Wesen im Wasser bleibt darin allzeit empor, frisst auch keinen Fisch, sondern nur was im Wasser wächst und hält dieselbe vom Unkraut sauber.
Jeder hat die Freiheit, dass er Kraut mit Löffeln isst.
Kraut und Rüben haben mich vertrieben: Hätt' meine Mutter Fleisch gekocht, so wär' ich bei ihr blieben.
Muss ist ein bitter Kraut.
Muss ist ein böses Kraut.
Soll und muss ist ein bitter Kraut.
Soll und muss ist ein bitteres Kraut.
Nach dem Regen wächst Kraut und Gras, nach dem Wein mag man schwätzen bass.
Nach Regen wächst Kraut und Gras, der Wein macht schwätzen bass.
Nach Regen wächst Kraut und Gras, nach Wein man schwätzet bass.
(ḅass = aus dem Alt.- und Mittelhochdeutschem, besser als etwas, wohl, gut, auch bass erstaunt (verwundert) sein.)
Not ist ein bitter Kraut.
Selbst ein gutes Kraut wächst aber nicht in allen Gärten.
Selbst ist ein gut Kraut, (sie) wächst aber in allen Gärten nicht.
Selbst ist ein gut Kraut, (es) wächst aber nicht in allen Gärten.
Selbst ist ein herrlich Kraut, wächst aber nicht in jedem Garten.
Tausendgüldenkraut tut Wunder.
Undank ist böses Kraut.
Unerfahrener Mann ist wie ungesalzenes Kraut.
Unerfahrener Mann, ungesalzen Kraut.
Ungebauter Acker kann sich des Unkrauts (der Disteln) nicht erwehren.
Ungerechtes Gut werden die Erben quitt ohne alles Wurmkraut.
Unkraut bleibt allzeit oben.
Unkraut darf man nicht gießen, es wächst über Nacht.
Unkraut lässt vom Garten nicht.
Das Unkraut lässt vom Garten nicht.
Unkraut verdirbt nicht, es käm' eher ein Platzregen drauf.
Unkraut vergeht nicht.
Unkraut wächst auch ungewartet.
Unkraut wächst selbst.
Unkraut wächst besser als der Weizen.
Das Unkraut wuchert besser als der Weizen.
Unkraut wächst in jedermanns Garten.
Unkraut wächst (auch) ungesät.
Untereinander wie Kraut und Rüben.
Unter Nussbäumen und Edelleuten kommt kein gut Kraut auf.
(Braun fügt 1840 in Klammern gesetzt „(und im Klosterschatten)“ hinzu.)
Verleumden ist zu Hof ein gemeines Kraut.
Wahrheit ist böses Kraut.
Wahrheit ist ein selten Kraut, noch seltner, wer sie wohl verdaut.
Wer das Kraut nimmt, dass er kennt, der irrt nicht.
(Das Sprichwort steht 1630 bei Lehmann im Kapitel „Welcher Heirat ist der Best?“ und bedeutet, man sollte seinen Partner vorher kennenlernen, nachher ist es zu spät.)
Wer den Acker nicht baut, dem wächst Unkraut.
Wer Klebkraut will ausjäten, der soll zusehen, dass er nicht Fichtenmistel pflanze.
(Petri erklärt das Sprichwort 1605 mit „Das ist, wer einen Schalk vom Amt absetzt, der sehe, dass er nicht einen ärgern wieder dran nehme.“)
Wer Rosse hütet beim Haferacker, Kühe bei Wiesen, Gänse beim Wasser, Geiß beim Krautgarten, ein Weib beim Buhlen, bei denen ist Sorge und Hut verloren.
Wider die Liebe hilft kein Kraut.
Wider die Liebe ist kein Kraut gewachsen.
Anstatt zu klagen, dass die Rosen Dornen haben, Freude sollst du haben, dass der Dornenstrauch Rosen trägt.
Auf manche Menschen regnet es Unglücke und auf andere schneit es hingegen Dukaten in Rosenwaser geweicht.
Auf Rosenblätter ist nicht zu bauen.
Es ist nicht auf Rosenblätter zu bauen.
Dass die Dornen werden geacht, das haben allein die Rosen gemacht.
Dass man der Dornen acht, (das) haben die Rosen gemacht.
Der Dornstrauch wird nicht mehr geacht, wenn die Rosen sind davon gebracht.
Des Christen Herz auf Rosen geht, wenn`s mitten unterm Kreuze steht.
Die Finger sticht, wer Rosen bricht.
Wer Rosen bricht, die Finger sticht.
(Bei Petri im Jahr 1605 stand die untere Version, ebenso 1837 bei Wilelm Körte (Nr. 5096). Erst Karl Simrock (Nr. 8523, obere Version) drehte 1864 die Reihenfolge um.)
Die Liebe hat Sonnen-Art; sie fällt auf Kuhdreck und Rosen zart.
Die Liebe hat der Sonnen-Art; fällt so bald auf ein Kuhdreck als auf ein Rosenblatt.
Die Liebe hat Sonnen-Art; fällt sowohl auf 'nen Kuhdreck, als auf 'n Rosenblatt.
Die Liebe ist blind, sie fällt so bald auf Kuhmist als auf ein Rosenblatt, so bald auf Ungestalt als auf Wohlgestalt.
Die Liebe ist wie der Tau, sie fällt auf Rosen und Kuhfladen (Mist).
Die Rose, die man lang in den Händen trägt und daran riecht, bleibt nicht.
Die Rose weiß nicht, in welchen Händen sie sticht, noch das Feuer, wessen Kappe brennt.
Eine Rose macht keinen Kranz.
Einer Witwe achtet man wie eines Dornstrauchs, wenn die Rosen davon sind.
Eine Witwe ist wie ein Dornenstrauch, da die Rosen von sind.
Ein gottweiser Mann ist, wie ein Rose unter den Dornen.
Ein Stock weicht nicht, aber ein Rosensträuchlein weicht oder muss weichen.
Es ist keine Rose, sie ist zuvor ein Knopf gewesen.
Es wird ihm keine Rosen tragen.
Das wird ihm keine Rosen tragen (keinen Segen bringen).
Frauenlieb, Herrengunst und Rosenblätter verkehren sich wie Aprilwetter.
Herrengunst, Frauenlieb' und Rosenblätter, verändern (wandeln) sich wie Aprilwetter.
Frische Rosen und Blumen hat man lieber als die welken.
(Das bedeutet laut Christoph Lehmann 1630, dass ein Mann lieber eine schöne Jungfrau als eine ältere Witwe heiraten will.)
Fürchte nicht der Dornen Stechen, willst du schöne Rosen brechen.
Wer will Rosen brechen, der muss die Dornen nicht fürchten.
Fürstengunst, Aprilenwetter, Frauenlieb und Rosenblätter, Würfelspiel und Kartenglück wechseln (verändern sich) jeden Augenblick.
Geduld bringt Rosen.
Großen Herrn und schönen Jungfrauen soll man gerne dienen, aber wenig trauen, denn ihre Lieb hat Sonnen Art, fällt so bald auf einen Dreck als Rosenblatt.
Heut blühte der Mensch wie Rosen rot, bald krank und tot, ist allenthalben Mühe und Not.
Ist der Apfel rosenrot, der Wurm ist darinnen, ist die Jungfrau hübsch und schön, sie ist von bösem Sinne.
Ist der Apfel rosenrot, so ist der Wurm darinnen, ist das Mägdelein schön und rot, so ist sie falsch von Sinnen.
Keine Rose ohne Dornen.
Keine Rose so schön, dass sie nicht auch endlich welkte.
Liebesschläge fallen wie Rosenblätter.
Liebe währt oft so lang, als der Geruch der dürren Rosen.
Man findet keine Rosen ohne Dornen.
Man kann nicht immer auf Rosen gehen.
Man kann nicht immer Rosen pflücken (auf Rosen gehen).
Man muss im Herbste nicht mehr von Rosen und Tulpen träumen.
Mit der Zeit pflückt man Rosen.
Mit frischen Rosen und Jungfern darf man nicht lange scherzen.
Pflück die Rose, wenn sie blüht, schmiede, wenn das Eisen glüht.
Rosen kann nicht jedermann brechen.
Rosen sind mit Dornen vermischt.
Rosen und Jungfern sind bald verblättert.
Rosen wachsen unter Dornen, das Gute unter dem Bösen.
Säue wühlen nur den Kot auf und sehen die Rosen nicht im Garten.
Um weniger Rosen willen hegt man einen großen stachligen Dornenstrauch.
Unter Dornen wachsen Rosen.
Aus Dornen wachsen Rosen.
Was eine Rose werden will, das blüht bald.
Was kann die Rose dazu, dass ihr süsser Honig der Spinnen zu Gift wird.
Was wir hier kosen, bleib' unter den Rosen.
Was wir hier treiben und kosen, soll bleiben unter der Rosen.
Wer die Rose bricht, muss leiden, dass sie ihn sticht.
Wer Honig will sammeln und Rosen will brechen, muss leiden, dass Bienen und Dornen ihn stechen.
Wer die Rose nicht im Sommer bricht, der bricht sie auch im Winter nicht.
Wer Rosen nicht im Sommer bricht, der bricht sie auch im Winter nicht.
(Das Sprichwort bedeutet, das man eine Gelegenheit nicht verpassen sollte, die wahrscheinlich nicht mehr wiederkommt.)
Wer sich an Bienen, Fluss und Dornen nicht will wagen, wird weder Honig, Fisch noch Rosen davontragen.
Zeit bringt Rosen.
Zeit bringt Rosen, aber auch Dornen.
Zeit bringt Rosen (nicht der Stock).
Zeit bringt Rosen und nicht der Stock.
Zeit bringt Rosen und nimmt sie wieder hin.
Zeit bringt Rosen und nimmt sie wieder hin (oder verwelkt sie.)
Außer der Stauden ist gut teidigen.
Aus der Staude ist gut Fechten.
Auf der Weiten oder außer der Stauden ist gut teidingen.
(teidigen, auch teidingen, tagedingen, tegedingen, tädingen, thedingen, tädigen, tedigen oder ähnlich = ein teiding halten = aus dem Mittelhochdeutschem, gerichtlich verhandeln, prozessieren, Gerichtstag, später verhandeln, unterhandeln, vermitteln, ein Übereinkommen treffen. Der Ausdruck war bis zum 15. Jahrhundert gebräuchlich. Daraus entstanden - tagading = an einem bestimmten Tag, Termin, stattfindende Verhandlung; vertagedingen - vor Gericht vertreten = verteidigen.
Das Sprichwort bedeutet, von einem sicheren Standpunkt oder Standort ist es gut oder einfach zu verhandeln oder zu verteidigen. Das gilt sowohl vor Gericht, im täglichen Leben oder im Krieg auf dem Schlachtfeld.)
Dem Faulen wächst das Seine unter den Stauden.
Dem Faulen wächst das Seine unter der Stauden.
Dem Faulsten wächst das Seine unter der Stauden.
Der Neid ist ein starker Wind, der nur die hohen Bäume umwirft, bei Stauden und Hecken streicht er vorüber.
Die Affekten machen oft ein Lärmen im Menschen wider seinen Willen, wischen auf wie ein Has aus den Stauden, fladern auf wie Stroh.
(In Adelungs Wörterbuch aus den Jahren 1793 - 1801 steht unter Affekt: „Der Affekt, vom Lateinischen Afectus, ein hoher Grad einer Gemütsbewegung und dessen Ausbruch. Anm. Leidenschaft und Affekt werden oft für gleich bedeutend gehalten, sind es aber nicht. Affekt bezeichnet jede starke Gemütsbewegung; aber Leidenschaft setzt vermöge der Ableitungssilbe -schaft eine Tätigkeit voraus, und bezeichnet eine zur Fertigkeit gewordene Gemütsbewegung.“)
Die kleinen Weidenstauden drehen sich mit jedem Wind um und bleiben unversehrt stehen, starke Bäume so widerstand tun, werden ausgerissen und umgeworfen.
Die niedrigen Stauden weichen dem Wind, dass er darüber hingeht; die starken Bäume widerstehen und werden umgeworfen.
Stauden können den Eichen keinen trutz bieten.
Die Stauden können den hohen Eichen kein trutz bieten.
Vom Donner fällt kein Baum oder Staude.
(Das bedeute, leere Drohungen haben keine Wirkung.)
Wer alle Stauden flieht, kommt nie in einen Wald.
Wer alle Stauden flieht, kommt nimmer in kein Wald.
Wer alle Stauden flieht, kommt nimmermehr in kein Holz.
Wer alle Stauden will fliehen, der kommt nimmermehr in keinen Wald.
Wer alle Stauden will fliehen, kommt nie in Wald.
Wer alle Stauden will fliehen, kommt in keinen Wald.
Wer die Stauden flieht, kommt nicht in den Wald.
Wer alle Stauden fürcht, der kommt nicht in Wald.
Der kommt nimmer in den Wald, der jeden Strauch fürchtet.
Wer fürchtet, das hinter allen Stauden Wölfe liegen, der bleibt gern daheim.
Man muss im Herbste nicht mehr von Rosen und Tulpen träumen.