
Die Zunge ist ein länglicher, von Schleimhaut überzogener Muskelkörper bei Menschen sowie den meisten anderen Wirbeltieren, der auf dem Boden der Mundhöhle liegt. Sie nimmt am Kauen, Saugen und Schlucken teil und ist mit Sinnesorganen für das Schmecken und Tasten ausgestattet. Die menschliche Zunge spielt auch eine wichtige Rolle in der Artikulation der Sprache. Daher sind auch in vielen Sprachen das Wort für „Sprache“ oder Ausdrücke für die Fähigkeit, Sprache zu gebrauchen, von dem jeweiligen Wort für Zunge abgeleitet. Die Zunge in deutschen Sprichwörtern als Ausdruck für Sprache und sprechen ein Beispiel dafür.
Die Zunge dient zur Bewegung der Nahrung im Mund, sodass diese gut durchgekaut werden kann. Beim Schlucken befördert sie die Speise vom Mund in den Rachen. Die Zunge ermöglicht das Schmecken. Es werden die Geschmacksqualitäten süß, sauer, bitter, salzig und umami unterschieden. Nach neuerer Erkenntnis soll auch einen Rezeptor, der auf Fett reagiert, vorhanden sein. Ebenso erfüllt die Zunge die Aufgabe der „Selbstreinigung“ der Zähne. Beim Sprechen ist die Zunge unverzichtbar. Viele Sprachlaute, aber auch Pfeifen, können ohne Zunge nicht erzeugt werden.
Wie bei den Menschen ist bei den Wirbeltieren in der Regel eine Zunge vorhanden. Einige Primaten und Beuteltiere verfügen zusätzlich über eine verhornte, muskellose Unterzunge. Die meisten Säugetierzungen weisen eine gewisse Ähnlichkeit miteinander auf. Je nach Funktion und Ausformung lassen sich unter anderem Schleuderzungen (Chamäleon) von Klappzungen und gespaltenen Zungen unterscheiden. Bei Weichtieren übernimmt die Radula der Zunge vergleichbare Aufgaben.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Zunge
https://de.wikipedia.org/wiki/Zunge_(Begriffsklärung)
Advokatenzungen müssen mit Gold geschmiert werden.
Alle Bosheit von der Zunge fährt, dass man gar manchen Meineid schwört.
Alle Glieder am Menschen sind Zungen.
Armut muss des Reichtums Hand, Zung, und Fuß sein.
(Das bedeutet laut Petri im Jahr 1605: „Was die Reichen zu tun haben, das müssen die armen Leute verrichten.“ Das bedeutet, die Reichen leben und haben ihren Reichtum von und durch die Arbeit der Armen, die Reichen ernten die Früchte der Armen. Daran hat sich bis heute fast nichts geändert.)
Beim Wein geht die Zunge auf Stelzen.
Bei seiner Zunge wird der Mann erkannt.
Besser in Dorn und Disteln baden als mit falschen Zungen sein beladen.
Es ist besser in Disteln und Dornen baden, denn mit falschen Zungen sein beladen.
Noch will ich lieber in Disteln und Domen baden, denn mit falschen Zungen sein beladen.
Besser mit den Füßen gestrauchelt als mit der Zunge.
Besser es strauchelt einer mit den Füßen als mit der Zunge.
Es ist besser mit dem Fuße, als mit der Zunge stolpern.
Es ist besser mit dem Fuße gleiten, als mit der Zunge.
Lieber mit den Füßen gestrauchelt als mit der Zunge.
Böse Zunge, (ein) bös Gewehr.
Böse Zungen haben oft fromme Leute verdrungen.
Böse Zungen schneiden schärfer als (denn) Schwerter.
Böse Zungen und böse Ohren ist eines so gut als das andre.
(Mit bösen Zungen sind die Verleumder und Lügner gemeint. Wer ihnen zuhört und möglicherweise die Lügen und Verleumdungen weitererzählt ist noch viel schlimmer, was zum nächsten Sprichwort führt.)
Böse Zunge und böses Ohr sind beide des Teufels.
Brauch recht der Zunge, willst du leben, tu ihr nicht stets zu viel nachgeben.
Das Auge, des Herzens Zunge.
Das Haupt mit der Zunge ist gedoppelten Wertes.
Das Haupt ohne Zunge ist nicht eines Riemens wert.
Das Herz auf der Zunge haben.
(Der Ursprung für dieses und ähnliche Sprichwörter ist in der Bibel. Jesus Sirach , Lutherbibel 2017, 21, 26: Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge, aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. Lutherbibel 1912 (1545), 21, 28 Die Narren haben ihr Herz im Maul; aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. (Dje Narren haben jr Hertz im maul, Aber die Weisen haben jren mund im hertzen.) Es bedeutet im Negativen, geschwätzig sein, alles gleich ausplaudern, auch Geheimnisse oder Beleidigungen. In seiner positiven Bedeutung heißt es, offenherzig und ehrlich zu sein.)
Das Lasterfeuer löscht sich gemeiniglich selber mit eigner Zunge aus, wer es aber zu frühe dämpfen will, tut eben dieses, was der Schmied, der seine Kohlen löscht, dass sie hernach desto größere Hitze geben sollen.
Deine Zunge langt von der Erde bis in den Himmel, wenn du den Toten die Ehre abschneidest.
Der ist fürwahr ein weiser Mann, der seine Zunge wohl steuern kann und seinen Dingen raten.
Der Koch muss seines Herren Zunge haben.
Der Teufel mag's wohl leiden, dass Christus über die Zunge geht, wenn er darunterliegt.
Der Verleumder hat den Teufel auf der Zunge, der Zuhörer in den Ohren.
Der Verleumder hat den Teufel auf der Zunge, und wer (der) ihm zuhört, den Teufel in den Ohren.
Der Vorsatz spricht: ich will dem Löwen die Zunge aus dem Rachen reißen; die Tat bedingt sich aus, dass ihm zuerst die Zähne ausgebrochen werden.
Der Weise hat die Ohren lang, die Zunge kurz.
Der Zahn beißt oft die Zunge, und doch bleiben sie gute Nachbarn (Freunde).
Oft beißt der Zahn die Zunge und doch bleiben sie gute Nachbarn.
Der Zorn kann nicht allzeit die Zunge im Zügel halten.
Die Lästerzunge ist ein Schwert, das mit einem Streich drei zugleich tötet: Sich selbst, den Beleidigten und den Zuhörer.
Die Ohren, Augen, haben auch ihre Zungen.
Die Welt hat ein Wolfsherz und eine Löwenzunge.
Die Zunge geht ihm auf Stelzen.
(Das bedeutet, er stottert oder redet wie ein Betrunkener.)
Die Zunge ist das beste und das böseste Glied.
Die Zunge ist der Dolmetscher und der Wiederschall der Seelen.
Die Zunge ist des Herzens Dolmetscher (Verräter).
Die Zunge ist der falscheste Zeuge des Herzens.
Die Zunge ist der Sabel im Schnabel.
(Sabel = Säbel)
Die Zunge ist eine Abbildung des Gemüts.
Die Zunge lässt sich nicht meistern.
Die Zunge läuft, wohin der Zahn will.
Die Zunge liegt insgemein, wo der Zahn wehe tut.
Wo der Zahn weh tut, da stößt gemeiniglich die Zunge an.
Die Zunge soll nicht klüger sein als der Kopf.
Die Zunge soll nicht eher reden, sie habe dann zuvor bei dem Herzen angehalten und um Rat gefragt.
Die Zunge soll nicht reden, ehe sie zuvor das Herz gefragt hat.
Die Zunge wird oft vom Zahn gebissen, die doch immer beieinander sein müssen.
Disteln und Dorn stechen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.
Dorn und Disteln stechen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.
Drei Dinge zieren die Jugend: Witz im Kopfe, Verschwiegenheit auf der Zunge, Schamröte im Gesicht.
Eine falsche Zunge die sei verflucht, die jedermann zu verletzen sucht.
Eine falsche Zunge ist ein starkes Gift.
Eine falsche Zunge ist ein Teufel.
Eine falsche Zunge verrät ein falsches Herz.
Eine Frau hat kein ander Schwert, denn (ohne) die Zungen.
Eine freche Zunge macht keinen frommen Mann.
Eine gezähmte Zunge ist ein seltener Vogel.
Eine kluge Hand schreibt nicht alles, was eine närrische Zunge will.
Einem ungezähmten Ross ist besser zu trauen als einer bösen Zunge.
Eine närrische Zunge kam viel Böses anrichten.
Eine schnelle Zunge bringt viel Unrat.
Eine schwatzhaftige Zunge bringt Ungemach.
Eines Verleumders Zunge ist schärfer, denn ein Schermesser.
Eine ungehaltene Zunge ist ein schändliches Ding.
Eine ungehaltene Zunge und frech am Menschen ist ein groß Gebrech.
Eine Zunge ist böser, denn ein Dieb, seit dass sie stielt Ehr, Glimpf und Lieb.
Eine Zunge ist kein Bein, schlägt aber manchem den Rücken ein.
Die Zunge hat kein Bein, schlägt aber manchem den Rücken ein.
Ein Geschrei hat viele Zungen und Münder.
(Geschrei = Gerücht)
Ein giftig Herz und böse Zunge verdirbt alle Richtigkeit und Einigkeit.
Ein guter Fürst soll eine Feder, eine Zunge und ein Herz haben.
Ein gut Gewissen betrachtet falsche Zungen.
Ein Kopf ohne Zunge ist nichts wert.
Ein paar gute Ohren ermüden hundert Zungen.
Ein Schmeichler hat eine vergiftete Zunge.
Ein Zungenstich ist schlimmer als ein Lanzenstich.
Er hat sich in die eigene Zunge gebissen.
Es ist auf Erden kein besser List, denn wer seiner Zunge (ein) Meister ist.
Es ist besser, die Zunge zu kurz, als zu lang ausgestreckt.
Es ist ein falsches Geläute, wenn die Glocke der Zunge mit dem Zeiger des Herzens nicht überein kommt.
Es ist kein besser Bollwerk, als wenn die Zunge wohl verwahrt ist.
Es liegt ihm ein Joachimstaler*34 auf der Zunge.
(Das bedeutet, er wurde bestochen. Er hat von einem anderen einen Taler bekommen, den er im Mund auf der Zunge verwahrt und folglich nichts mehr gegen den anderen sagen kann.)
Es muss sein Lachen mancher stillen, um aller falschen Zungen willen.
Es tut kein Wildtier größeren Schaden, denn eine falsche Zunge.
Es versetzen die Leute wohl die Kleider, aber nicht die Zunge.
Falsche Zungen, falsche Zeitungen.
(Zeitungen waren früher einfach nur Neuigkeiten und Nachrichten, die von anderen Berichtet wurden. Falsche Zungen = Lügen, Verleumdungen; falsche Zeitungen = alternative Fakten, Fake News. Etwas, was bei sogenannten sozialen Medien, populistischen Parteien und auch bei einem ehemaligen US-Präsidenten sehr beliebt ist und war, aber auch schon in der Vergangenheit öfters praktiziert wurde. Ebenso werden Fake News von totalitären Regierungen und Diktaturen gerne eingesetzt, um die eigene Meinung durchzusetzen, bevor sie zu Gewalt und Mord gehen. Selbst im Ausland sind geflohene Regimekritiker und Oppositionelle ihres Lebens nicht sicher, wie die Morde in jüngster Vergangenheit im Bezug auf Russland, Belarus und Iran beweisen. Durch das Internet wird versucht, nicht nur für das eigene Land, sondern auch in anderen Lügen und Propaganda zu verbreiten. Die Lügen bleiben, nur die Bezeichnungen wechseln mit den Jahren.)
Falsche Zungen sind wollfeil.
Für böse Zungen hilft kein Harnisch.
Groß Unglück ist der Zunge beschert, die alle Dinge zum ärgsten kehrt.
Gute Worte machen keine Wunden in die Zunge, machen keine stumpfen Zähne.
Haltet eure Zungen im Zaum.
Hasenlungen, Karpfenzungen, Barbenmäulichen verzehren manchem Ross und Gäulichen.
Honig auf der Zunge, schaue nach dem Beutel.
(Das bedeutet, wenn jemand besonders freundlich ist und förmlich Honig auf der Zunge hat und ihn einem um den Bart schmieren will, ist besondere Vorsicht angebracht. Meist steckt ein Betrugsversuch dahinter.)
Honig auf der Zunge, und das Scheermesser am Gürtel.
Hüte dich vor falschen Zungen.
Hütet eurer Zungen, ist Alten gut und Jungen.
Insgemein sind diejenigen kurz von Händen, so lang von Zungen.
(Das bedeutet, wer lange Zungen hat (das heißt, viel verspricht) hat meistens eine kurze Hand (er hält und tut wenig). Im Deutschen Sprichwörter Lexikon (Hand Nr. 240) kürzt Wander das Sprichwort in: „Kurz von Händen, lang von Zungen.“ und lässt zudem die Quelle weg. Er nennt nur ein vergleichbares Niederländisches Sprichwort, das er bei Harrebomée findet: „Die kort van handen zijn, zijn gemeenlijk lang van tong.“ Das bedeutet, Wanders Spruch hat zwar dieselbe Bedeutung, entspricht aber weder seiner deutschen Quelle (Oben die Version von Paul Wibckler Nr. 900/33 aus dem Jahr 1685) noch ist es die korrekte Übersetzung aus dem Niederländischen, es ist seine eigene Schöpfung.)
Jedwedem bösen Vögelein dient die Zunge anstatt eines Messers.
Je kleiner Herz, je größer Zunge.
Je länger Zunge, je kürzer Hand.
Je schärfer die Zunge, je stumpfer der Spieß/Degen.
(Dieses Sprichwort steht in verschiedenen alten Sammlungen, nur die Waffen ändern sich. Bei Paul Winckle ist die bevorzugte Waffe 1685 noch der Spieß, bei Andreas Sutor in „Latinum Chaos, ein deutsches durcheinander“ aus dem Jahr 1716 ist daraus ein Degen geworden. Heute wäre möglicherweise das Gewehr G36 daraus geworden.)
Liebe oft zu Feindschaft wird gezwungen, das kommt von bösen falschen Zungen.
Man bindet die Ochsen bei den Hörnern und die Menschen bei den Zungen.
Man hat seine Zunge an eine goldene Kette gelegt.
Seine Zunge ist an ein golden Seil gelegt.
(Das bedeutet, der Betreffende ist bestochen worden und redet, was der andere will.)
Mir ist die Zunge so trocken, als wenn die Sonne die Hundstage (über) drauf geschienen hätte.
Pflastertreter, Zungendrescher.
(Pflastertreter = Müßiggänger, müßig Herumschlendernder, Streuner, Taugenichts.)
Pflasterkneter, Zungendrescher.
(Pflasterkneter = in vergangenen Jahrhunderten konnte man noch keine fertigen, industriell hergestellte Pflaster kaufen. Sie wurden in Apotheken extra per Hand gefertigt. Die klebenden Bestandteile wie Gummiartige, Wachse, Fette, Harze oder andere schmelzbare wurden am Feuer verflüssigt, danach gemischt und geknetet, bis eine gleichmäßige Konsistenz entstand. Danach kamen andere flüchtige Bestandteile hinzu. Je nach Verwendungszweck wurde die so entstandene klebrige Substanz auf Leder, Leinwand oder ein anderes Trägermaterial gestrichen. Das Metallgefäß zum Mischen, Kneten und Erhitzen der einzelnen Zutaten war der Pflasterkneter, der heute nur noch in einigen wenigen Sammlungen von alten Gerätschaften aus früheren Apotheken zu finden ist.
Zungendrescher = Phrasendrescher, Plappermaul, Plaudertasche, Quasselkopf, Quasselstrippe, Ränkeschmied, Schwätzer, Zanksüchtiger.
Das Sprichwort mit Pflastertreter steht 1837 bei Körte und 1840 in den Sechstausend deutschen Sprichwörtern von Braun, nur bei Simrock steht 1846 Pflasterkneter. Wahrscheinlich hat Simrock falsch abgeschrieben, da der Ausdruck vor ihm nicht vorkommt. Das richtige Sprichwort lautet daher: „Pflastertreter, Zungendrescher.“ Eine Erklärung zum Pflastertreter steht schon 1819 in „Vollständiges Wörterbuch zur Verdeutschung der in unsere Schrift- und Umgangssprache eingeschlichenen fremden Ausdrücke“ ab Seite 467: „wer gern und gewöhnlich müßig ist, weil er alle Beschäftigung scheut, der geht müßig, er ist ein Müßiggänger. Es gibt wohl keine Menschen, denen der Unwille vielfältigere und verächtlichere Ekelnamen gegeben hat, als den Müßiggängern, die, weil sie selbst ohne Beschäftigung sind, ihren beschäftigten Nebenmenschen die Zeit stehlen: Tagediebe, Pflastertreter, Klatschmäuler, Hechelträger, Kaffeeschwestern, Luleie, Trätscher, Neuigkeitsjäger, Zungendrescher.“ Ähnliches ist auch an anderen Orten zu finden, was bei Pflasterkneter nicht der Fall ist.)
Sauersehen vertreibt heimliche Zungen.
Scharfe Schwerter schneiden sehr, scharfe Zungen noch viel mehr.
Sichere Worte sollen eher unter die Feile als auf die Zunge kommen.
Sie schicken sich schlecht zusammen, die Zunge von Gold, das Herz von Eisen.
Sind Hände und Füße gebunden, so läuft die Zunge am meisten.
Wenn die Füße gebunden sind, so läuft die Zunge am meisten.
Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt.
Trinken, dass die Zungen hinken.
Vom Schweigen tut dir die Zunge nicht weh.
Von Schweigen tut dir die Zunge nicht weh.
Vor Schande war nie besser List, als wer der Zunge Meister ist.
Wahrheit tut der Zunge weh.
Wäre des Kläffers Zunge ein Spieß, so hätte er viel hingerichtet, doch braucht er sie zur Hechel und Striegel.
Wäre die Zunge ein Spieß, so täte mancher (er) mehr als zehn andere.
Wäre seine Zunge ein Spieß, er täte mehr Wunder, als andere zehn.
Was der Pfaff mit der Zunge und der Soldat mit dem Schwerte gewinnt, das faselt nicht.
Was die unbesonnene Zunge redet, das ist die Hand zu halten nicht schuldig.
Was richt der Teufel nicht an durch neidische Augen und vergoldet Zungen.
Weiberzunge ist glatt.
Weise Leute haben ihre Zunge im Herzen, die Narren das Herz auf der Zunge.
(Der Ursprung für dieses Sprichwort ist in der Bibel. Jesus Sirach , Lutherbibel 2017, 21, 26: Die Narren tragen ihr Herz auf der Zunge, aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. Lutherbibel 1912 (1545), 21, 28 Die Narren haben ihr Herz im Maul; aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. (Dje Narren haben jr Hertz im maul, Aber die Weisen haben jren mund im hertzen.) Einige andere ähnliche Sprichwörter haben ihren Ursprung wahrscheinlich auf der gleichen Bibelstelle.)
Weiser Mann hat Ohren lang und Zunge kurz.
Wem der Frieden wohl tut, der hält seine Zunge in hut.
Wenn das Herz das Fieber hat, kann die Zunge nicht [unmöglich] wohlauf sein (ist auch die Zunge krank).
Wenn das Wort von der Zunge, so ist der Mann gebunden.
Wenn der Verleumder seine Zunge nicht kann meistern, so hat der großes Lob, der seine Ohren meistern kann.
Wenn die Zunge die Grenze der Zähne überschreitet, ist sie in eines anderen Botmäßigkeit.
Wenn die Zunge ein Spieß wäre, was müssten wir für Barbiere (Wundärzte) haben!
Wenn ein Narr die Waage braucht, steht die Zunge nie grade.
Wer eine dumme Zunge hat, der isst zu Hof nicht gern Schwarzes.
Wer eine Zunge hat, gehe nach Rom.
Wer leben will und gute Tag sehen, der schweige seine Zunge, dass sie nicht Böses rede.
Wer zu viel von andern redet, verbrennt sich die Zunge.
Wo die Liebe redet, kann die Zunge wohl müßig bleiben.
Wo sich die Zunge vergnügt, da muss das Auge nicht Hunger leiden.
Wunden mit Waffen geschlagen, kann man heilen, aber die Wunden, so böse vergiftete Zungen ins Herz schlagen, sind bei vielen unheilbar.
Zur Aufzublasung des Lasterfeuers gehören zwei Teufel, einer, der die Zunge, und der andere so die Ohren dazu ausrüstet.
Zwo (Zwei) Zungen stehen übel in einem Munde.