
Bettler sind Menschen, die von Almosen und milden Gaben anderer leben. Meistens wird um Geld gebettelt. Meist sind Armut, Krankheit oder eine Sucht, sozialer und wirtschaftlicher Misserfolg, Unfälle oder Krieg und Vertreibung die Ursachen. Trennung oder Tod, Behinderung oder psychische Probleme, oft verbunden mit Obdachlosigkeit können weitere Ursachen sein.
Früher war Bettelei ein wesentlich weiter verbreitet als in heutigen modernen Gesellschaften. Bereits im Mittelalter empfand die Obrigkeit das rasche Anwachsen der Bettelei als Gefahr für ihre Herrschaft. Ziel von Maßnahmen war oft, die öffentliche Bettelei zu unterbinden und ortsfremde Bettler fernzuhalten. Trotzdem werden sie wie früher auch heute besonders in schlechten Zeiten mehr.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bettler
Heute bräuchte es von Gesetz wegen eigentlich keine Bettler mehr geben? Sozialhilfe, Hartz IV, Bürgergeld oder wie sonst die jeweilige Regierung ihre Regeln nennt, sollte es eigentlich verhindern. Trotzdem gibt es Bettler in Deutschland. Ebenso wie überall anderswo, gibt es auch Bettler in deutschen Sprichwörtern. Sie sind weit verbreitet und wie im wirklichen Leben sind Bettler in Sprichwörtern nicht gut angesehen. Neben den Bettlern werden auch das Betteln, der Bettelstab und der Bettelsack in deutschen Sprichwörtern erwähnt. Die alte Bezeichnung Pracher für einen Bettler kommt ebenso vor.
Am Morgen ein Juncker, am Abend (Nachmittag) ein Bettler.
Am Tage ein Bettler, nachts ein Dieb.
Am Tag ein Bettler, zu nachts ein Dieb.
Besser betteln und bitten, als am Galgen Kapriolen geschnitten.
Besser ist betteln als gefährlich aufborgen.
(Das Sprichwort steht bei Florilegium Politicum von Christoph Lehmann aus dem Jahr 1662, Seite 122, Nr. 8. Johann Wolfgang von Goethe verkürzte es für ein kurzes Gedicht auf „Besser betteln als borgen.“, veröffentlicht in seinen Zahmen Xenien IV., das Wander und andere, die von ihm abschrieben.)
Besser kaufen als betteln.
Besser sterben, denn betteln.
Bettelbrot, (ein) teuer Brot.
(Das bedeutet, das Bettelbrot kostet Scham, Schimpf und Schande.)
Bettelei schmeckt wohl einem unverschämten Maul.
Bettel hat (einen) langen Zettel.
Bettel hat (einen) langen Zettel: man trägt aller Welt Garn darin.
Der Bettelsack hat einen langen Zettel, man trägt aller Welt Garn darein.
Bettelleute sind Sommer Vögel und nicht ein Storch, der ein Federpelz anhat.
Betteln heißt Armut verzetteln.
Betteln ist besser als stehlen.
Betteln ist ein Orden, darin viel zu Herrn sind worden.
Betteln ist ein Orden, darin viele sind zu Herrn worden.
Betteln ist keine Sünd noch Schand, den nicht ernähren kann, seine Hand.
Betteln tut niemand weh.
Betteln und Appellieren steht jedermann frei.
Betteln und Brotheischen geht in einen Sack.
Betteln verdirbt niemand, man wird aber sein unwert.
Betteln viele in einen Sack, so wird er bald voll.
Bettelsack hat ein gähnend Maul.
Bettelsack ist bodenlos.
Der Bettelsack ist bodenlos.
Bettelsack sagt, ich habe nie genug.
Bettelsack sagt nie, ich hab genug.
Bettelsack ward nie voll.
Bettelsack steht allzeit leer.
(Den) Bettel und Geiz kann niemand erfüllen.
Arme mag man haben, Bettler nicht.
Armut geht nicht betteln.
Bauern machen Kaufleute, Kaufleute machen Junker, Junker machen Bettler.
(Das bedeutet, Bauernkinder wollen Kaufleute werden, die Kinder der Kaufleute wollen Junker werden und verschulden sich, wodurch sie Bettler werden. Jeder will mehr werden und sein als die Eltern. Wer am Ende aber zu viel will, verliert alles und wird Bettler. Am Anfang der deutschen Bundesrepublik wünschten sich die Eltern, ihren Kindern soll es einmal besser gehen. Heute geht es beiden, Eltern und Kindern meist gut, da es aber nicht unendlich so weitergehen kann, fürchten alle wegen der vermeintlich fehlenden Perspektive ein Schlechterwerden. Es geht immer weiter aufwärts und wegen der Endlichkeit des Aufschwungs wird das Erreichte vertan und es folgt der Absturz. Schon im 16. Jahrhundert vorhergesehen und zum Sprichwort gemacht.)
Beim Bettlerhandwerk verdirbt niemand.
Bei vielen bekommt der Bettler viel.
Bettler beschmeißen alle Land.
Bettler fasten selten.
Bettler sind Freiherrn.
Bettlers Säcke haben keinen Boden.
(Der) Bettelsack hat keinen Boden.
Bettler und Krämer sind nie vom Weg(e) ab.
Bettler verderben nicht.
Kein Bettler verdirbt.
Das ist, als wenn der Teufel einen Betteljungen kriegt.
Das wär' das Rechte, dann kommst du vom Hund auf den Bettelsack.
Dem Armen hilf, den Bettler verjag.
Dem Bettler gib: Trag Wasser in ein Sieb.
Den Geiz, das Aug und Bettel kann niemand füllen.
Der Bettler feiert sechs Tag' in der Woche und den siebenten sitzt er vor der Kirche.
Der Bettler treibt das goldene faule Handwerk, davon (dabei) er sechs Tage feiert und den siebenten vor der Kirche sitzt.
Der Bettler greift nie fehl.
Der Bettler hat Fett und Mehl, Haus und Hof, Kisten und Kasten bei anderen Leuten.
Der Bettler hat vollauf ohne Müh und Arbeit.
Der Bettler hat vollauf ohne Sorg und Arbeit.
Der Bettler sagt nie: es ist zu viel.
Kein Bettler sagt, es ist zu viel.
Der Bettler schlägt kein Almosen, der Hund keine Bratwurst, der Krämer keine Lüge aus.
Ein Bettler schlägt nicht Almosen ab, der Krämer nicht einen Kauffman, der Hund nicht eine Bratwurst.
Der Faule spricht, es ist nicht Tag; der Arme, ich das nicht haben mag; der Geizige, ich muss hungers sterben; der Bettler, ich kann nichts erwerben, und lügen doch, so viel ihr ist, drum glaub nicht leicht, so du klug bist.
Der Geizige ist ein reicher Bettler.
Der Geiz und der Bettelsack sind bodenlos.
Geiz ist bodenlos, dem Bettelsack der Boden aus.
Den Geiz und Bettelsack kann niemand füllen.
Der ist so arm, dass der Bettelsack an der Wand verzweifelt.
Der nichts kann als fromm sein, muss betteln.
Der reiche Mann will alles han und sollt der Arme gleich betteln gahn.
(Daran hat sich in den letzten 2000 Jahren leider nichts geändert. Heute soll bei den Leistungen von Krankenkassen und Pflege gespart und gestrichen werden, was vorwiegend die Ärmeren trifft. Abgaben, Beiträge oder Steuern für Reiche und Wohlhabende sollen laut der Regierung in der Gesundheitsreform 2026 nicht erhöht werden. Kein Wunder, das das sich das Geldvermögen der Reichen weiter vergrößert und der Anteil der ärmeren Bevölkerung auch im letzten Jahr weiter erhöht hat.)
Der Tod geht auf des Königs Schloss, wie auf des Bettlers Hütte los.
Der Vater ein Schlemmer, der Sohn ein Bettler.
Der wahre Bettler ist der wahre König.
Der zuerst gewann, ward zuletzt ein Bettelmann.
Die Bettler sind den Hunden feind und die Hunde den Bettlern.
Die Freiheit hat ein armer Mann, das man ihn doch lässt betteln gahn, ob man ihn gleich sieht übel an.
(An etlichen Orten haben Arme diese Freiheit nicht, betteln verboten.)
Ein Bettler neidet den andern.
Es neidet ein Bettler den andern.
Es neidet je ein Bettler den andern.
Einem Bettler ist es leid, wenn er den anderen betteln sieht.
Es ist dem einen Bettler leid, das der andere vor der Türe steiht.
Es ist einem Bettler leid, wenn der andere vor der Tür steht.
Es verdrießt einen Bettler, wenn der andere vor der Tür steht.
Ein früher Junker, ein später Bettler.
Ein Jahrmarkt ohne Diebe, schön Mädchen ohne Liebe, eine Scheuer*32 ohne Mäuse, ein Bettler ohne Läuse, eine Vettel ohne Schelten: Die fünfe find't man selten.
Erbettelter Pfennig ist besser denn gestohlener Taler*34.
Er hat es im Griff wie der Bettler die Laus.
Er schlägt's (es) aus, wie der Bettler das Almosen.
Er schlägt's aus wie der Pfaff' das Opfer und der Bettler den Batzen*2.
Es erschrickt kein Bettler vor einem großen Stück.
Es geht alles in Bettel.
Es hängt kein Geldsack hundert Jahr vor der Tür, aber auch kein Bettelsack.
Es hat wohl mehr denn ein König gebettelt.
Es ist besser in Demut betteln, als durch Stehlen Stolz sein.
Es ist ein schlechter Bettler, der nicht eine Türe meiden kann.
Es ist kein größer Almosen, als das ein Bettler dem andern gibt.
Es ist nicht Ärmeres, denn der Bettel, den kann man nicht füllen.
Es ist nichts reicher als der Bettel.
Es ist nichts schlimmer, als wenn aus dem Pracher*26 ein Herr wird.
Es ist so viel als ein Bettelbub in die Hölle.
Es ist so viel, als ob man einen Bettelbub in die Hölle würfe.
Es kommt alles aufs Höchste, sagt der Bettler, wenn ihm die Läuse am Hut herumkriechen.
Es sind viele reiche Bettler auf Erden.
Fromme Leute lobt jedermann und lässt sie betteln.
Fromme Leute lobt jedermann und lässt sie doch betteln gahn.
Frömmigkeit lobt jedermann, man lässt sie aber betteln gahn.
Fünfzehn Handwerk, das sechszehnte Betteln.
Gaben, die ein Armer einem Reichen gibt, sind Bettelei.
Gebetteltes Brot schmeckt süß.
Geht es an die Steuer zum gemeinen Nutzen, so sucht jedermann den Bettelmantel hervor.
Gottlose Bettler geben gern Verräter, Mordbrenner und Meuchelmörder.
Große Künstler werden gemeiniglich Bettler oder Narren.
Guter Wille muss am Ende betteln gehn.
Gutschmecke macht Bettelsäcke.
Habt Dank ist eine Bettlers Gab, ein Bettler gibt auch nicht mehr.
Heute ein Kaufmann, morgen ein Bettelmann.
Heut ist ein Kaufmann, morgen ein Bettelmann.
Heute reich, morgen ein Bettler.
Heut reich, morgen arm oder ein Bettler.
Hochmut bettelt zudringlicher als Armut.
Hopfen ohne Meltau und Bettler ohne Läuse sind selten zu finden.
Hunde sind der Bettler feind; der Neid deren, die nach Ehr und Wohlfahrt streben.
Hurerei und Kuppelei enden oft in Bettelei.
Je schwächerer Bettler, je stärkere Krücke. Je ärgerer Schalk, je größer Glücke.
Je schwächer der Bettler, je stärker die Krücke, je ärger der Schalk, je größer das Glück.
(Verschiedene Versionen eines Sprichworts. Je nach Gewichtung des jeweiligen Sammlers wurden verschiedene Teile oder Wortzusammenstellungen in die Sammlungen der letzten Jahrhunderte aufgenommen. Das Sprichwort meint, je schwächer und hilfloser einer aussieht, desto mehr Mitleid erregt er bei anderen, ihm wird schneller und mehr geholfen als anderen. Seine vermeintliche Schwäche ist die eigentliche Stärke der Bettler und Faulenzer. Dazu steht in der Sprichwörtersammlung von Wilhelm Körte 1837 folgende Geschichte: „In der Stadt Basel war ein Bettler, welcher dem ersten Kinde, das ihm sein Weib gebar, den Fuß zerbrach; dem Zweiten wollt' er den Arm zerbrechen; die Mutter aber wollte wenigstens ein Kind mit ganzen Gliedern behalten. „Gut,“ sprach der Bettler, „nimm's hin! Willst du einen Hungerleider haben, so behalt' ihn; ich wollte einen Herrn draus machen, der zu leben hätte, ohne viel Arbeit!““)
Je povrer der Pracher*26, je fetter die Laus.
Jung denk an den alten Mann, wenn du nicht willst betteln gahn.
Denk jung an den alten Mann, willst du nicht betteln gahn.
Junge Faulenzer, alte Bettler.
Junge Reiter, alte Bettler.
Junger Schlemmer, alter Bettler.
Junger Schwelger, alter Bettler.
Junger Spieler, alter Bettler.
Junge Spieler, alter Bettler.
Kaiserhaft gelebt, bettelhaft gestorben.
Kein Bettler erschrickt vor einem großen Stück.
Kein Bettler ist je hungers gestorben.
Kein Bettler schlägt ein Almosen aus, kein Hund eine Bratwurst, kein Krämer eine Lüge.
Kommt der Bettler auf den Gaul, so wird er stolz wie König Saul.
Kunst geht niemals betteln.
(Kunst bedeut hier „Können“. Das Sprichwort bedeutet, wer etwas gelernt hat und seinen Beruf kann, der wird immer eine Arbeit finden und sein Auskommen haben und braucht man nicht betteln gehen.)
Kunst und Geschicklichkeit geht oft nach Brot oder geht im Bettelrock.
Kürschner und Bettler sind Betrüger; jene wenden das Schöne heraus, diese hinein und das hässliche vor.
Man kann mit Bettlern keine Ehre einlegen.
Mit Bettlern ist keine Ehr einzulegen.
Mit nackten Bettlern ist keine Ehr einzulegen.
Mönche trugen ihren Bettelstab viel mehr, denn zehn frommen Hausvätern ihre ehrliche Nahrung.
Moses bringt mit Not das wohl bescholten Bettels Brot.
Pfründenbrot ist Bettelbrot.
Prasser eilen zum Bettelstab.
Redlichkeit lobt jedermann, jedoch lässt man sie betteln gahn.
Die Redlichkeit lobt jedermann, (und) doch lässt man sie bettel gahn.
Reicher Leute Kinder und Bettelhütten werden (gemeiniglich) geschwinde alt.
Sauf's gar aus, halb trunken ist Bettelei.
Schwerredenden Kindern hilft es, Bettelbrot zu essen.
Sie decken sich mit einem Bettelmantel.
(Das wird von denen gesagt, die sich mit ihrer Armut entschuldigen.)
Sobald einem der Bettelstab in der Hand warm geworden ist, tut er kein gut mehr.
Sobald einem der Bettelstab in der Hand erwärmt, tut er nimmer kein gut.
Sobald einem der Bettelsack in der Hand erwärmet, so legt er ihn nimmer ab.
Wem der Bettelstab einmal in der Hand erwarmt, der tut nimmer gut zur Arbeit.
Wem erwärmet der Bettelstab in der Hand, des Herz ist von aller Arbeit abgewandt.
Soldatentod ist besser als Bettelbrot.
Trag her, mehr her, gebt mir, mangelt ihr; also läuten der Bettler Glocken.
Traue nicht lachenden Wirten und weinenden Bettlern.
Trau nicht den lachenden Wirten und den weinenden Bettlern.
Um bald ein Bettler zu werden, muss man zur See handeln.
Unverschämt wird ein guter Bettler.
Viel Handwerke, Betteln das Beste.
Viel Handwerk in der Welt, Betteln das Beste.
Vier reiche Bettler sind in der Welt: Barfüßer, Dominicaner, Augustiner und Karmeliter.
Von Betteln wird man nicht arm, nur unwert.
Vor Mittag ein Bettler, nach Mittag ein Kaufmann.
Mancher ist ein Kaufmann, vor Mittag bettelt er Brot, nach Mittag verkauft ers; was er sammelt, ist lauter Gewinn.
Was der Bettler erbettelt, steckt er in seinen eignen Sack.
Was der Bettler fischt, kann man nicht alles auf der Waage wiegen.
Weh den Eseln oder Pferden, so die Bettler reiten werden.
Wenn das Wörtlein wenn nicht wär, wär mancher Bettler ein reicher Herr.
Wenn der Bettler aufs Ross kommt, so reitet er vornehmer als der Herr.
Wenn der Bettler nichts haben soll, so verliert er das Brot aus der Tasche.
Wenn der Bettler nichts haben soll, verliert er das Brot aus dem (Bettel) Sack.
Wenn der Pracher*26 was hat, so hat er keinen Napf.
(Verschiedenste Sprichwörter gibt es auch in etlichen deutschen Mundarten. In Plattdeutsch: Wenn de Pracher wat hett, ſo hett he keenen Napp.)
Wenn ein Bettler aufs Pferd kommt, so kann ihm kein Teufel mehr voreilen.
(Das obige Sprichwort bei Simrock Nr. 1052 verfälscht Wander in seinem Deutschen Sprichwörter Lexikon, indem der daraus unter Bettler Nr. 134 seine veränderte Version „Wenn der Bettler aufs Pferd kommt, so kann ihm kein Teufel mehr vorreiten.“ macht.)
Wenn ein Sänger niederkniet, so steht ein Bettler auf.
Wer einem andern das Brot bettelt, der esse es oft selbst lieber.
Wer einen Bettler von der Gasse zur Ehe nimmt, der hat immer einen Eselsmann am Tisch sitzen.
Wer geistliche Güter macht gemein, der wird zum Bettler, ehe er meint.
Wer in jeder Woche einen blauen Montag und einen grünen Donnerstag macht, bescheidet seinen Kindern den Bettelstab und den Gemeinkasten.
Wer keine Zeit hat, ist ärmer als der ärmste Bettler.
Wer mehr will verzehren,
als sein Pflug mag ernähren,
der mag sich nicht erwehren,
ihn muss Bettel oder Stegreif nähren.
Wer mit Bettlern ficht, gewinnt nur Läuse (bekommt Läuse).
Wer mit Bettlern rauft, hat für den Sieg Läuse.
Wer sich des Bettels nicht schämt, nährt sich reichlich (der nährt sich wohl).
Willst du des Podagrams sein ab, so richt dich an den Bettelstab.
(Podagram, Podagra (aus dem Griech. + Lat.), früherer Name einer Krankheit der Füße, welche sich durch empfindliche Schmerzen in den untern Teilen des Fußes äußert. Heute eine Gichtform, welche die Zehengelenke betrifft und zu akuten, schmerzhaften, entzündlichen Attacken führt.)
Willst du in der Jugend dem alten Manne nicht Zehrung, Wegsteuer und Krückengeld schaffen, so geh im Alter betteln.
Wirfst du den Hund mit einem feisten Bein und den Bettler mit einem Pfennig, so kommt er wieder.
Wohlgeschmack bringt Bettelsack.
Wohlschmack bringt (macht) Bettelsack.
Wunderliche Diener bleiben ihr Leben lang Bettler.
Zehn Handwerke, das elfte der Bettelstab.
Zehn Handwerke, ein Bettler.
(Das bedeutet, wenn einer zu viele verschiedene Tätigkeiten und Handwerke ausübt, kann er keines richtig gut und macht viel schlecht und unvollkommen. Da bei zehn Handwerken kenes einen Mann ernähren kann, wird man am Ende Betteln müssen. Um die Kunden vor mangelhafter Ausführung und Ware zu schützen, war in früheren Zeiten nur ein anerkanntes Innungsmitglied oder Zunftmeister zu bestimmten Arbeiten berechtigt. Insgemein wurde aber auch gemutmaßt, sich auf diese Weise unliebsamer Konkurrenz zu erwehren.)