
Bauer ist ein Beruf der Landwirtschaft. Zwischenzeitlich veraltet auch als Ökonom bezeichnet ist er in heutiger Sprache ein Landwirt. Landwirte produzieren tierische oder pflanzliche Erzeugnisse, die überwiegend als Nahrungsmittel dienen. Früher war jemand Bauer, weil seine Vorfahren ebenfalls Bauern waren und er Hof und Beruf erbte. Heute ist der Beruf Landwirts ein Lehrberuf mit anschließender Meisterausbildung und/oder einem Fachschulbesuch oder Studium.
Der Bauer war seit dem ausgehenden Frühmittelalter ein Angehörige des untersten Standes der Gesellschaft, dem neben dem Adel, der Ritter und Bürger allein das Betreiben von Landwirtschaft blieb. Später wird Bauer zur Standesbezeichnung des Bauernstands. Regional wurde auch zwischen Ackermann, Vollbauer, Halbbauer, Vollspänner, Halbspänner, Kötner, Häusler oder andere. Heute wird oft zwischen Vollerwerbslandwirt und Nebenerwerbslandwirt unterschieden.
Bauern in deutschen Sprichwörtern gibt es, solange es deutsche Sprichwörter gibt. Trotz des realen allgemeinen Höfesterbens in Deutschland werden die Bauern in deutschen Sprichwörtern nicht weniger. Sie überdauerten alle Revolutionen, egal ob gesellschaftlich, technische oder wirtschaftlich. Sie sind möglicherweise nicht so modern, fahren noch mit Pferd und Wagen und kümmern sich um ihr Vieh und verharren in ihrer Zeit. Die Bauern in deutschen Sprichwörtern zeigen oft die Zustände der Vergangenheit, geben aber trotzdem viele Anregungen zur heutigen Zeit. Bauern werden oft für dumm gehalten, was in dem Sprichwort mit den dicken Kartoffeln zum Ausdruck kommt und die Ablehnung von Änderungen und Neuem im Sprichwort „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“
Obwohl der Bauer seit langen als unterste gesellschaftliche Gruppe angesehen wurde, sind die Bauern mit ihrer Nahrungsmittelproduktion überhaupt erst die Voraussetzung für kulturelle und staatliche Entwicklung seit dem Altertum.
Adel ist von Bauern her.
Adelsbrief und Hofsuppen sind gemeiner denn ein Bauernjuppen.
Adelsbrief und Hofsuppen sind zu Hof (niemandem versagt) wohlfeiler denn ein Bauernjuppen.
Alles mit Maß, sagte der Bauer, da trank er eine Maß Branntwein.
Als der Bauernbub in eine andre Haut schlüpfte, gewann die Magd ein Kind.
Amtleute sollen den Bauern hegen und nicht fegen, sich ihrer erbarmen und sie nicht verarmen, in der Not erfreuen, nicht mit Strafe bedräuen, ihre Arbeit ehren und nicht beschweren.
Auch der Bauer isst nichts ungesalzen.
Auch gut, hat der Bauer gesagt, da hatt` er einen Floh gefangen; er war aber auf den Läusefang aus.
Bauernarbeit ist am fröhlichsten und hat die meisten und gewisseste Hoffnung.
Bauern darf man nicht starken teuren Wein geben, es tuts ihnen leicht ein frischer Brunnen und Stück Brot, da ist ihnen wohl dabei.
Bauerndienst, Bauernlohn, Herrendienst, Herrenlohn.
Bauern haben gern lange Bratwürste und kurze Predigten.
Bauern hätten gut Leben, wenn sie`s wüssten.
Bauern machen Fürsten.
Bauern machen Kaufleute, Kaufleute machen Junker, Junker machen Bettler.
(Das bedeutet, Bauernkinder wollen Kaufleute werden, die Kinder der Kaufleute wollen Junker werden und verschulden sich, wodurch sie Bettler werden. Jeder will mehr werden und sein als die Eltern. Wer am Ende aber zu viel will, verliert alles und wird Bettler. Am Anfang der deutschen Bundesrepublik wünschten sich die Eltern, ihren Kindern soll es einmal besser gehen. Heute geht es beiden, Eltern und Kindern meist gut, da es aber nicht unendlich so weitergehen kann, fürchten alle wegen der vermeintlich fehlenden Perspektive ein Schlechterwerden. Es geht immer weiter aufwärts und wegen der Endlichkeit des Aufschwungs wird das Erreichte vertan und es folgt der Absturz. Schon im 16. Jahrhundert vorhergesehen und zum Sprichwort gemacht.)
Bauern sagen auch (etwas) wahr.
Bauern schimpfen nicht, sie schlagen dreimal auf eine Stätte.
Bauern schlagen nicht zu Borge.
Bauern sind alleweg ins zukünftige Jahr reich.
Bauern sind allzeit ins zukünftige Jahr reich.
Die Bauern sind alle zukünftiges Jahr reich.
Die Bauern sind allweg ins zukünftige Jahr reich.
(Laut Sprichwort sind die Bauern im zukünftigen Jahr reich. In verschiedenen Sprichwörtersammlungen sind es mal die Bauern, der Bauer oder einfach Bauer. In der Sammlung von Düringsfeld und Reinsberg-Düringsfeld ist es auch in einigen Fremdsprachen enthalten. Nur bei Wilhelm Körte sind die Bauern mit Bäumen vertauscht, was wahrscheinlich ein Schreib- oder Druckfehler ist: „Bäume sind allweg ins zukünftige Jahr reich.“.)
Bauern sind auch Leute.
Bauern sind Bauern.
Bauern sind Schälke, wers nicht glaubt ist auch einer.
Bauern soll man nicht ins Regiment setzen.
Bauern tun Bauerntat.
Bauern und Arme haben auch ihren Zorn, er hat aber die Wehre nicht.
(Wehre = Kraft, Mut, Möglichkeit zum Widerstand gegen mögliche körperliche oder rechtliche Angriffe, sich zu wehren. Heute sind es nicht mehr die vermeintlich dummen und rechtlosen Bauern, die sich gegen Willkür und Schikanen der Obrigkeit wehren mussten. Es sind jetzt die vielen kleinen Bürger, die meinen, alleine gegen die Verwaltung, Behörden, den Staat oder große Konzerne und die Reichen nicht ankommen zu können und resignieren. Damit werden die Rücksichtslosen und andere, die glauben, sich über alles Hinwegsetzen zu können aber nur gestärkt. Jeder Widerstand gegen Missstände stärkt die Gerechtigkeit und macht das Zusammenleben besser.)
Bauern und Glöckner richten selten Ketzerei an.
Bei den Bauern muss man in die Krüge und Sackpfeife blasen.
Bei den Früchten erkennt man den Bauer.
Bei Gott gilt der Bauer so viel als der Junker.
Beim Licht ist eine Bauernmagd schön genug.
Besser Bauern-Fried', als Bürger-Krieg.
Besser bäurisch gefahren denn herrisch gelaufen.
Besser ein Bauernfünfer, als ein X für ein U.
(Das X für ein U stammt von den alten römischen Zahlen, die auch heute teilweise noch verwendet werden und der alten Schreibweise mit nur Großbuchstaben, bei der das „U“ und das „V“ beide als „V“ geschrieben wurden.(So schreibt Wander dieses Sprichwort mit „U“ und gibt Eiselein als Quelle an, wo das Sprichwort auf Seite 62 mit „V“ geschrieben wird.) Die römische Zahl X bedeutet 10 und die römische Zahl V bedeutet 5. Wenn das V etwas nach unten verlängert wurde, entstand daraus ein X, eine Verdoppelung. Bei Rechnungen oder Schuldscheinen konnte so in betrügerischer Absicht die Summe nachträglich unerkannt erhöht werden. So konnte beispielsweise ein Wirt ein V auf dem Kerbholz leicht in ein X ändern und der Gast musste 10 Getränke bezahlen, obwohl nur 5 getrunken wurden. Daraus entstanden die Sprichwörter und Redewendungen, wenn jemand andere täuschen, irreführen, hinters Licht führen, betrügen oder übers Ohr hauen wollte.)
Besser ein gesunder Bauer denn ein kranker Kaiser.
Besser ein reicher Bauer denn ein armer Edelmann.
Bittet man den Bauern, so schwillt ihm der Bauch.
Böse Hunde sind gute Wächter, sagte ein Bauer von seinem bösen Weibe.
Bürgern und Bauern stehen höfische Zeremonien läppisch an.
Bürger und Bauer scheidet nichts denn (als) die Mauer.
Bürger und Bauer scheidet nichts als Zaun und Mauer.
Bürger und Bauer trennt nur die Mauer.
Caute! Die Bauern verstehen auch Latein.
Da der Bauer den Fliegen die Stätte nicht gönnte und wollt sie mit eine in Strohwisch verbrennen, steckt er das ganze Haus an.
Das geht, dass es schnaubt, hat der Bauer gesagt, da ritt er auf der Sau.
Das ist ein fauler Bauer, der Fleisch vom Metzger kauft und in seinen Schornstein hängt.
Das ist schändlich, sagte der Bauer, da die Kuh ins Wasser schiss, das Land ist groß genug.
Den Bauern erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel.
Den Bauern gehört Haberstroh.
Einem Bauern gehört Haberstroh.
In Bauern gehört Heu oder Haberstroh.
(Haberstroh = Haferstroh.)
Den Bauern ist gut pfeifen.
(Ein Jahrhundert altes Sprichwort mit dem Vorurteil, Bauern verstehen keine komplizierten Zusammenhänge, sondern nur einfachste Zeichen.)
Den Bauern ist gut predigen.
Den Bauern soll man die Wahrheit durch ein Wildgarn sichten.
Den Bauern trauen auf ihren Eid, heißt trauen einem Wolf auf wilder Heid.
Den Bauern und Kaufleuten gebührt, zu halten, was sie geloben.
Der Acker muss schwächer sein als der Bauer.
Der Adel tut wie die Schweine, die Bauern wie die Hunde, die stehen nicht fest einer bei dem andern.
Der Bauer bleibt ein Bauer, auch wenn er schläft bis Mittag.
Der Bauer den Bauern in Nacken schlägt, wenn er gleich Gold und Sammet trägt.
Der Bauer gehört an den Pflug.
Der Bauer glaubt nur seinem Vater.
Der Bauer hinter den Pflug, der Esel in die Mühle, der Schüler in die Schule.
Der Bauer ist ein Lauer.
Der Bauer ist nicht zu verderben, man hau` ihm denn Hand und Fuß ab.
Der Bauer ist nie ärmer, als wenn er eingesammelt hat.
Der Bauer ist stolzer als der Barbier, er darf auf sein Werk hofieren.
Der Bauer muss dienen, wie er bespannt ist.
Der Bauer und sein Stier sind ein Tier.
Bauer und Stier sind ein Tier.
(Das bedeutet, beide sind gleich störrisch.)
Der Bauer unter den Doktoren, der Esel unter den Affen.
Der Baumann erhält Land und Leute.
(Aus dem Grammatisch-kritischem Wörterbuch von Johann Christoph Adelung: „Der Baumann = die Bauleute, an einigen Orten, besonders Oberdeutschlandes, so viel als ein Bauer oder Ackermann; in welcher Bedeutung dieses Wort schon in dem Schwabenspiegel vorkommt.“)
Der Baumann füllt Kasten und Keller.
Der dümmste Bauer hat die dicksten Kartoffeln.
Die dümmsten Bauern ernten (haben) die dicksten Kartoffeln.
Der Esel gehört in die Mühle, dass er Säcke trägt, der Bauer hinter den Pflug.
Der Herren Sünde, der Bauern Buße.
Der Herren Sünden müssen die Bauern beweinen.
Der Mälzer zieht dem Bauern den Rock aus, der Gerber dem Schuster.
Der Papst frisst Bauern, säuft Edelleute und sch– Mönche.
Der Pfennig ernährt manchen Bauer und ihm wird seine Nahrung sauer.
Der Soldaten Zähne tun den Bauern wehe.
Der Teufel mag Herrgott sein, rief der Bauer, der Christum spielte, und warf das Kreuz hinweg.
Der Tod acht kein Gewalt noch Gut, dem Papst er wie dem Bauern tut.
Die Bauern bitten nichts so sehr (hoch) von Gott, als dass den (ihren) Junkern die Rosse nicht sterben, sonst würden sie die Bauern mit Sporen reiten.
Die Bauern lehren einen Mores.
Die Bauern schlagen einander tot, aber die Edelleute machen einander die Kinder.
Die Bauern sind in ihrer Art witziger als die Bürger in Städten, jene werfen im Pflanzen die Narren weg, diese pflanzen sie in Rat.
Die Beamte haben die Schlüssel zu der Bauern Geld.
Die Edelleute scheren die Bauern, die Advokaten aber die Edelleute.
Die großen Kreuze tragen die Bauern voran, die Kreuzlein die Pfaffen hinterdrein.
Die Pfaffen tragen die kleinen Kreuze hintennach, die Bauern die großen voran.
Die Herren müssen die Bauern kaufen, die Bergleute kommen von selber gelaufen.
Die Metzger sagen, es ist nichts mehr mit den Bauern zu machen, seit sie in der Bibel lesen und die Kinder selbst machen.
Die Schaufel macht keinen Bauer, noch die Lanze einen Ritter.
Dieses sind die besten Pferde, die den Hafer von ihrem eignen Bauern fressen.
Die Sonne hat noch keinen Bauern zum Lande hinausgeschienen.
Die Sonne hat noch keinen Bauer aus seinem Hofe hinausgeschienen, aber 's Wasser schon manchen herausgeschwemmt.
Drei Finger im Salzfass ist der Bauern Wappen.
Ein alter Wolf fragt nichts nach der Bauern Geschrei.
Ein Armer, der reich geworden und ein Bauer, der Edel ward, soll man nicht zu Freunden wünschen.
Ein Bauer auf seinem Mist ist so stolz als ein Edelmann auf seinem Schloss.
Ein Bauer gibt kein gutes Wort, als wann er etwas gewinnen oder einen betrügen will.
Ein Bauer gibt nicht eine Wurst um aller gelehrten Kunst.
Ein Bauer kommt so bald in den Himmel als ein Edelmann.
Ein Bauernhund hält keine Gemeinschaft mit einem Jagdhund.
Ein Bauer zwischen zwei Advokaten ist ein Fisch zwischen zwei Katzen.
Ein böser Bauer wäre gern einäugig, damit der Schultheiß gar erblinde.
Ein Doktor und ein Bauer wissen mehr denn ein Doktor alleine.
Einem Bauern gehört ein Flegel in die Hand oder ein Karst und eine Mistgabel an die Seite.
Einen vollen Bauern oder Mann soll ein geladener Wagen oder Fuder Heu weichen.
Einem vollen Bauer soll auch ein beladener Wagen ausweichen.
Ein gesunder Bauer ist ein großer Herr.
Ein getaufter Bauer ist besser als ein ungetaufter Edelmann.
Ein reicher Bauer kennt seine Verwandtschaft nicht.
Eins nach dem andern, so isst der Bauer seine Wurst.
Ein starker geschäftiger Bauer ist edler, denn ein fauler feiger Edelmann.
Ein verdorbener Bauer gibt einen guten Hof- und Schirrmeister ab.
Er fährt hinein wie der Bauer in die Stiefel.
Er hat Eile wie der Bauer, der in's Loch kriechen soll.
Er nimmt's überhaupt, wie der Teufel die Bauern.
Er tuts so (es) gern, wie der Bauer in den Turm steigt.
(Der Turm war früher ein Gefängnis. Es konnte auch ein Schuldturm sein, ein Gefängnis, aus dem man erst nach Bezahlung seiner Schulden entlassen wurde.)
Es ist dem Schulzen genug, dass er den Bauern vorgeht.
Es ist dem Schulzen genug, dass er über den Bauern geht.
Es ist kein Messer, das schärfer schiert, als wenn der Bauer ein Edelmann wird.
Kein Messer ist, das schärfer schiert, als so der Bauer ein Edelmann wird.
Es ist nicht alles Heiligtum, was die Bauern küssen.
Es ist (doch) nicht alles Heiltum, was die Bauern küssen.
(Das Wort Heiltum ist kein Schreibfehler von Heiligtum, sondern absichtlich schon zu Luthers Zeiten im 16. Jahrhundert so genannt. (Nur in der Sammlung von Wilhelm Körte steht das falsche Wort „Heiligtum“.) Damit meinte man die angeblichen heiligen Reliquien, die aus Knochenstückchen oder anderen Teilen von früheren Heiligen, Märtyrern, Päpsten und anderen verehrten Menschen stammen sollte. Da solche Dinge nicht nachprüfbar waren, aber rege Nachfrage bestand, sind etliche solcher Dinge oder kleine Behälter mit fraglichem Inhalt verbreitet gewesen. Man versprach sich Heilung und Hilfe von vielen verschiedenen Dingen und küsste die angeblichen Reliquien, obwohl man fast sicher sein konnte, dass es kein Heiligtum war, deswegen eben nur Heiltum.)
Es ist nicht Not, dass die Pfaffen heiraten, solange die Bauern Weiber haben.
Es kann ein Bauer so wohl ein weises Wort reden als ein großer Doktor.
Es kommt ihm wie den Bauern das Aderlassen.
Es kommt, sagte der Bauer, da hatt' er drei Tag auf dem Nachtstuhl gesessen.
Es kostet den Bauern was, so er der Edelleute Gevatter sein will.
Es kostet die Bauern etwas, wenn sie der Edelleute Gevattern werden.
Es kostet ja kein Geld, hat der Bauer gesagt, da walkte er seinen Jungen durch.
Es liegt am Tage wie der Bauer an der Sonne.
Es mag leicht sein, dass einen ein Bauer lobt.
Es müssen scharfe Augen sein, die im Beinhaus einen Herren oder Knecht, Bischof oder Bader*1, Edelmann oder Bauer, Doktor oder Leien voreinander kennen sollte.
Es soll ein jeder Achtung haben: Der Kaufmann, wenn die Ware geht, der Schiffer, wenn der Wind sich dreht, der Winzer, wenn die Traube schwillt, der Bauer, wenn der Roggen gilt.
Fängt ein Bauer einen Hasen im Kraut so muss ers büßen mit der Haut.
Geld macht aus Bauern Edelleute.
Gemach ins Dorf, die Bauern sind trunken!
Gemach ins Dorf, die Bauern sitzen über den Eiern.
Geradeweg, wie der Teufel die Bauern holt.
Gibt der Bauer, so sieht er sauer.
Gott hat drei Stände erschaffen, Adel, Bauernvolk und Pfaffen.
Große Herren meinen, die Hölle sei nur für die Bauern gemacht und diese halten das Widerspiel.
Große Herren sehen an Bürgern und Bauern auf Demut und Gehorsam und nicht auf Zeremonien.
Große Herrn machens mit ihren Offizieren, wie die Bauern, wenn sie ein Messer aus der Scheide verlieren, stecken sie ein Hölzlein in die leere Stell, das sie nicht rostig werde.
Große Herrn tun mit Kriegen oft größere Torheit als trunkene Bauern, die sich um ein zerbrochen Glas rupfen.
Hat der Bauer Geld, hat es die ganze Welt.
Heiraten ist kein (nicht) Bauerndienst.
Hinter sich hinaus tragen die Bauern die Spieße.
Ich muss glauben, wiewohl es nicht wahr ist, sagte jener Bauer, den man überredete, grün wäre blau.
Ich strafe mein Weib mit guten Worten, sagte jener Bauer, da warf er ihr die Bibel an den Hals.
Ich will den Bauern essen bis auf die Stiefel.
In Bauern gehört Heu und Haferstroh.
In Bauernhäusern stinkt's nicht so übel als in Herrenhöfen.
In den Fasten leeren die Bauern Keller und Kasten.
In der Ernte ist zwischen Pfarrer und Bauern kein Unterschied.
Ist der April auch noch so gut, schneit`s dem Bauern auf den Hut.
Jedem das Seine, sagte der Bauer, da aß er dem Kinde seinen Brei auf.
Jeder Bauer hofft, er wolle übers Jahr reicher werden.
Je mehr man den Bauer bittet, je trotziger wird er.
Je näher dem Kloster, je ärmer der Bauer.
Jener Bauern Bub schlüpft in eine andere Haut und bracht der Magd ein Kind.
Kein Messer ist, das schärfer schiert, denn wenn ein Bauer ein Herr wird.
Kein Schermesser schärfer schert, als wenn der Bauer ein Herr wird.
(Wenn ein von seinen Vorgesetzten oft ungerecht oder lieblos behandelter Mensch selbst einmal über andere zu bestimmen hat, ist es nicht verwunderlich, wenn der genauso oder schlimmer handelt.)
Kurzes Holz ist des Bauern Stolz.
Kurz Gebet und lange Bratwürste haben die Bauern gern.
Landsknecht ins Feld, Bauern hinter den Pflug und Bürger auf den Wall.
Lass Bauern auch Leute sein.
Lieber, lass Bauern auch Leute sein.
Lass dem Bauern die Kirmes, so bleibst du ungeschlagen.
Man lasse den Bauern die Kirchmess, so bleibt man ungeschlagen.
Lass dem Bauern sein Schwein.
Lebt der Adel ohne Vernunft, so gehört er in die Bauern Zunft.
Man kann Bären und Bauern zähmen, warum nicht auch böse Buben?
Man kennt den Wolf am Gang,
die Glock am Klang,
den Franziskaner am Strang,
den Bauer an der Gabel,
den Advokaten am Schnabel.
Man muss einem Bauer die Schaufel, nicht eine Lanze in die Hand geben.
Man soll im Dorf den Bauern die Hunde nicht wecken.
Man muss den Bauern die Hunde nicht wecken.
(Schlafende Hunde soll man nicht wecken.)
Mit aller Pläsier, sagt der Bauer, wenn er muss.
Mit gelehrten Worten überredet man Bauern.
Mit Verlaub kann man dem Bauern das Pferd aus dem Stall stehlen.
Nach der Violine lässt sich gut tanzen, sagte der Bauer, da kriegt' er einen Schinken.
Oft der adlig und verständig ist, den Bauern und Unflätigen dient zu Tisch.
Oft sitzt zu Hof und in einer Stadt einer im hohen vornehmen Amt, den 20 Baueren auf'm Dorf nicht zum Schultheißen würdig hielten.
(Heute sind es die Politiker in manchen Parlamenten oder Präsidenten großer Weltmächte.)
O wie wohl ist ein Bauersmann, wenn er's nur recht erkennen kann.
Pfirsichbaum und Bauerngewalt wächst schnell, vergeht bald.
Pfirsichbaum und Bauernregiment wächst schnell, nimmt bald ein End.
Practica est multiplex, sagte der Bauer, da zog er sich einen Wurm heraus und band den Schuh damit zu.
Priester bete, Fürst vertrete, Bauer jäte!
Reben können einen (den) Bauer ausziehen, aber auch wieder an(ziehen).
Reicht der Busch dem Reiter an die Sporen, so hat der Bauer sein Recht verloren.
Reihet euch, sagte der Bauer: da hatt' er eine Kuh im Stall.
Reihet euch, sagte der Bauer, da hatte er nur eine Kuh im Stalle.
Rüben in die Bauern, Heu in die Ochsen.
Stroh in den Ochsen und Rüben in den Bauern.
Scherz ohne Salz ist Bauernschmalz.
Schlafen die Bauern, so wachen die Gänse.
Sei Priester beim Buche, Bauer beim Pfluge, Jäger im Walde und Krüger im Kruge.
Selbst gesponnen, selbst gemacht, rein dabei, ist Bauerntracht.
Sich prüfen und bürsten, ziemt Bauern und Fürsten.
So fragt man die Bauern aus.
Soldaten können die Bürger und Bauern viel unmögliche Dinge lehren.
Soldatenzähne tun den Bauern weh.
So lernt man den Bauern die Künste ab.
Sommerroggen und Ziegenmist lassen den Bauern, wie er ist.
(Das bedeutet, das der Ziegenmist ein schlechter Dünger auf den Feldern sein soll und der Sommerroggen nicht sehr ertragreich ist. Der Bauer hat gerade soviel Gewinn davon, als er Arbeit und Geld dafür aufwendet, er bleibt und hat soviel als vorher. Das Sprichwort ist in etlichen alten Sammlungen enthalten, nur der Bauer wird oft anders als Wirt, Ackerwirt, Ackersmann, Landwirt oder Bauer genannt.)
Stünde sein Antlitz am Himmel; die Bauern würden zum Wetter läuten.
(So einer würde gar schrecklich aussehen und könnte als Vogelscheuche oder zum Einbrecher und Diebe verjagen und Kinder erschrecken dienen. Heutzutage wird so ein Makel meist mit plastischer Chirurgie behoben.)
Suppen machen Schnuppen, füllen den Bauern nicht die Juppen.
Tadeln kann ein jeder Bauer, besser machen wird ihm sauer.
Tät der Bauer, die Welt wäre bald vergangen.
Trille den Bauern, oder er trillt dich.
(Trill, trillen, drill, drillen = eigentlich im Kreise herum drehen. Bohren mit einem Drillbohrer. Wahrscheinliche Bedeutung im Sprichwort = Plagen, beschwerlich fallen, jemanden drillen - jemanden plagen.)
Tu, was du tust. und lass der Bauern Gänse gehen.
Unserm Herrgott ist nicht zu trauen, sagte jener Bauer, da machte er Heu am Sonntag.
Unter den Bauern pfeift auch Corydon wohl.
(Corydon (griechisch Κορύδων) = Name für einen Hirten in antiken griechischen Hirtengedichten und Fabeln.)
Unverworren mit trunkenen Bauern! sie schlagen gern.
Verworren mit trunkenen Bauern! sie schlagen gern.
Volle Bauern soll man zu Dorfe lassen.
Von Herzen gern, sagen die Bauern, wenn sie müssen.
Von kleinen Fischen werden die Hechte groß, und die Mönche von den Bauern feist.
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.
Was die Herren sündigen, das büßen die Bauern.
Was soll einem Bauern ein zart Mägdlein, ihm gehört eine starke Bäuerin, die ihm Butter und Käse macht.
Was versteht der Bauer von Safran?
Was weiß der Bauer von Gurkensalat? Er isst ihn mit der Mistgabel.
Weiberlist, Gottes Gnade und der Bauern Schalkheit hat nimmer ein Ende (sind unermesslich).
Weiber weinen, trunkenen Bauern beten und Spieler schwören geschieht alles ohne Andacht.
Weidenkopf und stolzen Bauer soll man alle drei Jahre behauen.
Weiden und Bauern muss man alle drei Jahre beschneiden, sonst werden sie zu geil.
Weiden Köpfe und stolze Bauern muss man in dreien Jahren einmal behauen.
Die Weiden und Bauern muss man alle drei Jahre behauen und die Äst stumpfen.
Wein den Hänsen, Wasser den Gänsen, Bier den Bauern, (und) Branntwein den Huren.
Weise einem Bauer einen Finger, so will er die ganze Hand haben.
Wenn Bauern anfangen zu wüten, so hilft an ihnen kein Güten. (keine Güte.)
Wenn Bauern nicht wären und ihre Güld', wär' ein der Edelleut' Schild.
Wenn Bürger und Bauer mit Fürsten und Herrn wollen gehen, so müssen sie Geld oder Haar geben.
Wenn Bürger und Bauern Freiheit haben zu jagen, münzen und fischen, so gehen sie den Herren zur Seite.
(Wenn alle die gleichen Rechte haben und dieselben Regeln befolgen, wird das heute Demokratie genannt.)
Wenn der Bauer aufsitzt, so reitet er.
Wenn der Bauer aufs Pferd kommt, reitet er schärfer als der Edelmann.
Wenn der Bauer nicht muss, (so) rührt er weder Hand noch Fuß.
Wenn der Bauer wohlgesehen sein will, so muss er mit den Füßen in den Händen kommen.
(Das bedeutet, er muss mit den Füßen Hühnern, Gänsen und Enten in der Hand kommen. Er ist überall willkommen, wenn er mit Geflügel in den Händen als Geschenk kommt.)
Wenn der Fuchs die Pfoten leckt, so mögen die Bauern Achtung auf die Hühner geben.
Wenn der Mai ein Gärtner ist, ist er auch ein Bauer.
Wenn die Bauern besoffen sind, laufen die Pferde am besten.
Wenn die Bauern Eis sch–, dann muss es kalt sein.
Wenn die Bauern mit Edelleuten wollen zum Bier gehen, so müssen sie Geld oder Haare geben.
Wenn die Bürger zu Rathaus gehen, so geht der Bauer vor.
Wenn die Herren bauern und die Bauern herren, so gibts Lumpen.
Wenn die Herren sich raufen, müssen die Bauern Haar lassen.
Wenn große Herren raufen, müssen die Bauern Haare lassen.
Wenn sich die Herren raufen, müssen die Bauern die Haare darleihen.
Wo die Herren raufen, muss der Bauer Haare lassen.
(darleihen = veraltet: als Darlehen geben. Variationen von diesem alten Sprichwort lassen sich bis ins 16. Jahrhundert zurück nachweisen. Es gilt heute genauso wie vor Jahrhunderten, wenn die großen sich streiten, leiden immer die Kleinen. Die Untertanen, früher meist Bauern, litten unter den Kriegen der Herrscher und Könige. Im Dreißigjährigen Krieg starb die Hälfte der deutschen Bevölkerung, im 2. Weltkrieg starben über 60 Millionen Menschen, nur wegen Machtansprüchen und Größenwahn. Heute, ab 2022, sterben die russischen Soldaten für den Größenwahn ihres Präsidenten und ermorden dafür Tausende unschuldiger Ukrainer. Putin will das Ukrainische Volk vernichten und auslöschen: wer kein Russe sein will, soll aus den von Russland besetzten Teilen, oder möglichst aus der ganzen Ukraine vertrieben werden, falls er nicht schon vorher geflohen oder getötet wurde. Putin will eine von Ukrainern befreite Ukraine der Russischen Föderation als Neurussland einverleiben. Mir kommen da die Pläne der Nazis in den Sinn bei ihrem Angriff auf die Sowjetunion. Die Nazis haben auf ihrem Rückzug nur verbrannte Erde hinterlassen wollen, Putin verbrennt und zerstört bei seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg schon vorher alles. Wo Putin angreift oder Land erobern will, leiden und sterben alle anderen.)
Wenn die Scheuer*32 leer ist, kann der Bauer dreschen.
Wenn die Soldaten gewinnen, so verlieren die Bauern.
Wenn ein Bauer ein Edelmann wird, so sterben ihm alle Freunde.
Wenn ein Bauer weiß zu pflügen, Mist und Heu zu laden und zu mähen; so meint er, er weiß so viel als Salomon.
Wenn man den Bauer bittet, schwillt ihm der Bauch.
Wenn man den (einen) Bauern bittet, so schwellen ihm die Stiefel.
Wenn man den Bauern bittet, wird er um eine Spanne länger.
Wenn man den Bauer im Hintern kratzt, so scheißt er einem in die Hand.
Wenn man den Bauer im Hintern kratzt, so tut er einen zum Lohn in die Händ.
Wenn man dem Bauer den Finger bietet, will er gar die Faust haben.
Wenn man den Bauern einen Finger beut, so will er die Faust gar haben.
Wenn man einen Bauern verderben will, so muss einen Bauern dazu gebrauchen.
Wenn man einen Bauern verderben will, so muss einen über den andern setzen.
Wer Bauern verderben will, muss Bauern mit dazu nehmen.
Wer einen Bauern plagen will, nehme einen Bauern dazu.
Wer einen Bauer plagen will, der nehme einen Bauer dazu.
Wer einen Bauern plagen will, der muss einen anderen mitbringen.
Wer einen Bauern strafen will, der setze ihm einen Bauer zu Haupte.
Wenn man manchem Edelmann die Bauernader aufschnitte, müsste er sich zu Tode bluten.