
Ein Vater ist bei den Menschen der männliche Elternteil. Der biologische Vater ist durch die Zeugung blutsverwandt mit dem Kind. Der rechtliche Vater hat alle Elternrechte und auch alle Pflichten und trägt die rechtliche Verantwortung. Soziale Vater können persönliche Verantwortung übernehmen. Daneben wird auch zwischen Schwiegervater, Stiefvater, Pflegevater, Ersatzvätern und biologischen Vater unterschieden.
Das Wort „Vater“ gehört zu den ältesten Teilen vieler Sprachen und ist verwandt mit dem altindischen Sanskrit pitar, dem griechisch pater, dem lateinisch pater, dem altirisch athir und anderen. Persönlich Namen für einen Vater können Vati, Papa, Papi, Paps, Pa, Babba, dad, daddy und ähnlich sein.
Quelle und Informationen zum Vater im Internet unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Vater
Neben anderen Familienangehörigen gibt es auch die Väter in deutschen Sprichwörtern. Andere Väter wie Großväter, Hausväter sind ebenso in deutschen Sprichwörtern vertreten und genauso findet man sie im Vaterland und dem Veterunser.
Aller Adel hat einen Misthaufen zum Vater und die Fäulnis zur Mutter.
Am Vater erkennt man gemeiniglich die Kinder.
Bacchus der Vater, Venus die Mutter, Ira die Hebamm erzeugen das Podagram.
Bacchus der Vater, Venus die Mutter, Zorn die Hebamm erzeugen das Podagram.
(Podagra = akuter Gichtanfall am Grundgelenk der großen Zehe. Auch akuten Gichtanfall an anderen Gelenken werden manchmal als Podagra bezeichnet.)
Böse Kinder machen den Vater fromm.
Das ehlich geborne Kind behält seines Vaters Heerschild.
Das hätten wir gehabt, sagte Hans, als er seinen Vater begrub.
Das Kind muss einen Vater haben.
Das Kind schlägt nach dem Vater.
Das Wetter erkennt man an dem Wind, den Vater an dem Kind, den Herrn an dem Gesind.
Das Wetter kennt man beim Winde, den Vater bei seinem Kinde, den Herrn beim Gesinde.
Den Vater erkennt man am Kind, wie das Wetter am Wind.
Den Vater kennt man an dem Kind, den Herrn an seinem (Haus)gesind.
Den Vater kennt man bei dem Kind, und den Herrn bei dem Gesind.
Das will ich tun, es ist des Vaters Wille.
Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens.
Der Wunsch war (ist) der Vater des Gedankens.
(Das bedeutet, eine angebliche Tatsache wird so dargestellt, als ob sie real wäre, in Wahrheit ist es nur ein Wunsch, der auf Utopien oder möglichen Plänen beruht. Man will eine Sache so sehen, wie man sie sich wünscht oder vorstellt, und nicht, wie sie tatsächlich ist. Neuerdings versuchen etliche, Politiker, Präsidenten oder Manager großer Firmen durch Veröffentlichen von „Alternativen Fakten“ oder ähnlichen Lügen, diese Wünsche anderen vermehrt als Tatsachen zu verkaufen. Einige haben sich darauf spezialisiert, um die öffentliche Meinung zu manipulieren, oft sind es dieselben, die andere dessen bezichtigen oder einfach als Lügenpresse diffamieren.
Wahrscheinlich ist dies ein jüngeres Sprichwort, da alte Hinweise fehlen. Als Ursprung wird das Drama „Heinrich IV“ von Shakespeare (1591–1592) angenommen, wo Heinrich IV. im 4. Aufzug diesen Satz zu seinem Sohn sagt. Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wird er auch auf Deutsch zitiert.)
Deine Mutter ein' Hur', dein Vater ein Dieb; hast du Geld, so bist du lieb.
Die (Deine) Mutter ein Hur, der Vater ein Dieb, hast du Geld, so bist du lieb.
Hätt' ich Geld, so wär' ich lieb, und wär' ich ein Hur', mein' Mutter ein Sack und mein Vater ein Dieb!
Wär dein Mutter ein Hur, dein Vater ein Dieb, doch hättest du Geld, so wärest du lieb.
Deinen Vater ehren ist deine eigne Ehre.
Dem Beichtvater, Arzt und Advokaten darf man nichts verschweigen.
Dem Vater nicht gebührt groß Ehr, der Kindern gönnt kein Lieb noch Lehr.
Dem Vater und Mutter gebührt keine Ehre, der seine Kinder weist keine Zucht und Ehre.
„Den Galgen hat mein Vater gebaut“, sagte der Dieb, und der Vater war doch kein Zimmermann.
Der Bauer glaubt nur seinem Vater.
Der Erfolg hat viele Väter. Der Misserfolg ist ein Waisenkind.
Der ist ein Stiefvater, der Kinder zeugt und sie nicht liebt, lehrt und erzieht.
Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
(Ein Sprichwort aus der Zeit, als Krieg noch für Politik mit anderen Mitteln gehalten wurde. Das einzig sichere ist, das im Krieg nur Tod und Verderben über das Land kommt und einer versucht, beim anderen so viel wie möglich zu zerstören. Alles, was während eines Krieges oder vorher für einen Krieg entwickelt wird, dient nur dem einen Zweck, zu zerstören. Neues und Nützliches wird erst später in Friedenszeiten hervorgebracht, auch um die Schäden von Kriegen zu beseitigen.)
Der Sohn gerät nach dem Vater.
Der Vater Alte ein Sparer, der Sohn ein Geuder.
Der Vater ein Schlemmer, der Sohn ein Bettler.
Der Vater ist oft sich selbst und den seinen der ärgste Dieb.
Der Vater muss dem Kinde den Namen geben.
Der Vater sagt nicht zum Kind, willst du?, sondern, da hast du.
Der Vater sieht nicht wohl, die Mutter drückt ein (tut das) Auge zu.
Der Vater zeigt den Kindern wohl einen roten Gulden*13 und gibt ihnen gleichwohl nur, was sie haben sollen.
Des Vaters Strafe ist die rechte Liebe.
Des Vaters Strafe ist rechte Liebe, drum ja mitnichten ihn betrübe.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 3, 12: „denn wen der Herr liebt, den weist er zurecht, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn.“)
Des Vaters Strafe ja nicht veracht, denn Strafe viele fromme Kinder macht.
Die Gerechtigkeit und Wahrheit sind die ältesten Töchter vom Himmel, weil Gott ihr Vater ist.
Die Wahrheit ist die älteste Tochter vom Himmel, weil Gott ihr Vater ist.
(Ähnliches Sprichwort: Wahrheit ist der Zeit Tochter.)
Die Jugend muss entweder des Vaters Rut oder des Henkers Schwert leiden.
Die Mutter sagt's, der Vater glaubt's, und ein Narr zweifelt daran.
(Dies Sprichwort ist die Erwiederung auf Geschwätz über die Vaterschaft eines Kindes.)
Die Söhne folgen dem Vater nach, weil sie nicht gar eines scharfen Aufsehens bedürfen.
Die Söhne sind adeliger denn die Väter, denn sie haben ein Glied mehr.
Die Tochter geht vor der Mutter, aber der Sohn folgt hinter dem Vater.
Die Tochter zahlt, was der Vater ausgeborgt hat.
Eine getreue Mutter sieht mehr mit einem, denn der Vater mit zehn Augen.
Einem zähen Vater folgt ein milder Sohn.
Einem zähen Vater gehört ein milder Sohn.
Einerlei Speise gar jeglichen Tag, selbst nicht des Königs Beichtvater mag.
Ein frommer Sohn ist des Vaters Mauer und Schutz.
Ein frommer Vater kann wohl einen bösen Buben zeugen.
Ein frommer Vater stirbt desto sanfter, wenn er einen geschickten Sohn hinter sich lässt.
Ein Fürst das Zepter nützlich führt, wenn wie ein Vater er regiert.
Ein gelehrter Sohn ist dem Vater eine Ehre, ein ungelehrter eine Schande.
Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als (denn) zehn Kinder einen Vater.
Ein Vater kann leichter zehn Kinder ernähren, als zehn Kinder einen Vater.
Ein Vater kann eher zehn Kinder ernähren, als zehn Kinder einen Vater.
Es kann eher ein Vater zehn Kinder ernähren, als zehn Kinder einen Vater.
Ein Vater in einem Haus ist besser denn zehn Söhne.
Ein Vater soll seinen Stab nicht aus der Hand geben, so lang er ihn führen kann.
Er hat ihr gleich getan, wie der Vater der Mutter.
Er ist seines Mauls Stiefvater.
Er ist der Mäuler Stiefvater.
Er war schon auf seines Vaters Hochzeit.
Er will seinen Vater lehren Kinder machen.
Er will seines Vater Liedlein nicht singen.
Es gilt gleich der Vater oder Herr Pater, wie jener Frauen bei Nacht.
Es gilt gleich Vater oder Pater, sprach die Frau bei Nacht.
Es ist besser, das Kind weine denn der Vater.
Besser das Kind weine, denn der Vater.
Es ist besser, dass der Vater Gevatter werde, denn dass das Kind ungetauft bleibe.
(Gevatter = Mitvater = Taufpate)
Es ist ein kluges (weises) Kind, das seinen Vater kennt.
Ein frommes Kind kennt seinen Vater.
Es muss gestäupet sein, tuts der Vater nicht, so tuts der Henker.
(Stäupen = mit der Rute schlagen, bestrafen, auch öffentliche Strafe.)
Fleiß ist des Glückes Vater.
Fromme Fürsten und Herren sind immerdar gute Kirchenväter gewesen.
Geiz, Neid und Vorteil sind Geschwister Kinder und kommen von einem Vater her, der heißt ein Lauser und karger Filz.
Glückselig ist der Sohn, dessen Vater nicht in der Hölle ist.
Gottes Wort durch die Kirchenväter auslegen heißt, Milch durch 'nen Kohlsack seigen.
(seigen, seihen = niedersinken, sich senken, niederfallen, tropfend fallen, fließen, strömend sich bewegen. Bedeutung: durch den Kohlsack filtern wie heute den Kaffee durch den Filter gießen.)
Gott ist allmächtig, allwissend, geschäftig und sorgfältig, der sich der seinen annimmt, wie ein Vater seiner Kinder.
Grimmiger Vater, grimmiger Sohn.
Gute Gesellen und bös Kinder Väter soll man fliehen als Aprilen Wetter.
Guter Gesell, böser Kindvater.
Ein guter Gesell, (aber) ein böser Kinds Vater.
Hat dich dein Vater lieb und schon, so gib ihm wider Lieb zum Lohn.
In der Kirche gibt es wohl viel Zuchtmeister, aber wenig Väter.
Ist der Vater ein Dieb und die Mutter eine Hure, so geraten die Kinder nicht desto besser.
Jedes Kind behält seines Vaters Recht.
Jedes Kind ist seines Vaters.
Je frommer Vater, je ärger Kind.
Je mehr Vermögen der Vater, je weniger Tugend hat der Sohn.
Kein Vater kann seinen Sohn schelten.
Kennte jedes Kind seinen Vater, wo wolltest du deinen finden?
Lehr du mich Karpfen kennen! mein Vater war ein Fischer.
Lehre mich die Karpfen nicht kennen, mein Vater war ein Fischer.
Lügen ist Teufels Tochter und braucht ihres Vaters Sprach, sie weiß es anders und redt es anders.
Lustig! Der Vater hat das Haus verkauft, die Mutter die Scheuer*28 abgebrannt.
Machte der Bart heilig, so wär` der Geißbock Heiliger Vater.
Man muss das Beste vermuten und nicht das Böse, denn jedes Kind ist seines Vaters.
Man muss dem Kind einen andern Vater machen.
Man sieht's dem Kind an, was es für einen Vater hat.
Mein Vater hat mich nicht gelehrt, aus einem leeren Glase trinken.
Mein Vater ist der Höchste in Konstanz, sprach die Tochter des Turmwarts.
Mergel macht den Vater reich und den Sohn arm.
(Dazu der Kommentar von Körte 1837: „wenn nämlich der Vater den Acker übermergelt oder ausmergelt.“ Mergeln bedeutet düngen, die Fruchtbarkeit des Ackers erhalten. Im Augenblick passiert gerade das, durch zu viel Dünger wird fast alles Land überdüngt, die immer höher werdenden Nitratwerte im Grundwasser fast überall belegen es. Mit der immer mehr werdenden Massentierhaltung und Gülleeinfuhren aus den Niederlanden auf die Felder verdienen die Väter gerade Geld, in Zukunft werden die Söhne mit ungenießbarem Grundwasser, überdüngten Böden und Missernten zurechtkommen müssen.)
Mutter dich, liebes Kind, und nimm des Vaters Weis an.
Mutterflüche kleben nicht und Vaterzorn schwöret nicht.
(In mehreren Sprichwörtersammlungen steht dieses Sprichwort, nur bei Karl Simrock steht „Vaters Zorn schwärt“ anstelle des obigen Textes. Wahrscheinlich hat Simrock falsch abgeschrieben oder es ist ein Druckfehler bei ihm.)
Nächst Gott sollst du gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein.
Nimmer Vater, nimmer liebes Kind.
O Wucher, wer hat dich erdacht, der Teufel hat dich aufgebracht, der als ein Vater aller Sünd, nichts Ärgers je hat stiften konnt.
Rot Haar, bös Haar! Es verrät den Vater.
Rühme dich nicht, Räuplein, dein Vater war ein Kohlwurm.
Rühme dich Räuplein, dein Vater war ein Kohlwurm.
Rühm dich nicht, Räuplein! Sagte der Maikäfer zur Raupe, dein Vater war ein Kohlwurm.
Rühme dich, Räuplein, dein Vater war ein Kohlwurm, deine Mutter eine Maikäferin, dein Vetter ein Molkendieb.
(Das bedeutet, man soll nicht prahlerisch sein und ruhmrätig sein (sich selbst über Gebühr grundlos rühmen). Die Raupe ist selbst unscheinbar und bedeutungslos, ihre Familie von niederer und zweifelhafter Herkunft, ungeachtet dessen rühmt sie sich offensichtlich unbegründet. Dieses Verhalten kann nur zum eigenen Schaden zu Hohn und Spott führen.)
So Ostern auf einen Sonntag fällt, ist jedes Kind seines Vaters.
Wenn Ostern auf 'nen Sonntag fällt, ist jedes Kind seines Vaters.
Wenn der Ostertag auf einen Sonntag fällt, so ist jedes Kind seines Vaters.
Stiehlt mein Vater, so hängt ein Dieb.
(Das bedeutet, das Kind soll keinen Anteil an des Vaters Schande tragen.)
Um eines gottlosen Vaters willen sind die Kinder verachtet.
Vatersegen baut den Kindern Häuser, Mutterfluch reißt sie nieder.
Des Vaters Segen baut den Kindern Häuser, der Mutter Fluch reißt sie nieder.
Des Vaters Segen baut den Kindern Häuser.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach (neu 3, 9) alt 3, 11: „Denn des Vaters Segen baut den Kindern Häuser; aber der Mutter Fluch reißt sie nieder.“)
Vaters Zorn soll gnädig sein.
Vater und Mutter hat man lieb, und doch viel mehr ein eheliches Weib.
Wäre der Vater ein Dieb, die Mutter hielte sich nicht ehrlich, doch hättest du Geld, so liebte dich die Welt.
Was dem Kalbfell gehorsamer ist denn Vater und Mutter, dem ist nicht zu helfen.
(Mit Kalbfell ist die Trommeln der Soldaten gemeint, die mit einem Kalbfell bespannt ist. Ähnlich das Sprichwort: Wer den Eltern nicht folgen will, muss . . .)
Was dem Vater Ehr gewinnt und Gold, dem sind die Weiber selten hold.
Was den Kindern wehe tut, das geht dem Vater um den kleinen Finger und der Mutter um den ganzen Leib.
(Ein Vorurteil zum Nachteil der Männer. Wenn Männer und Frauen gleichberechtigt in Rechten und Pflichten sind, darf man den Männern auch die Gefühle nicht absprechen. Falls es bei manchen Männern doch der Fall sein sollte, so haben meist die Frauen (Mütter) durch falsche Erziehung dazu beigetragen, da auch heute noch die Erziehung der Kinder meist durch Frauen erfolgt.)
Was der Mutter ans Herz geht, das geht dem Vater nur an die Knie.
Was der Vater erspart, vertut der Sohn.
Was der Vater spart, verbringt der Sohn.
Was ein Vater kann erwerben, kann ein böser Sohn verderben.
Was Vater und Mutter nicht ziehen kann, das ziehe der Henker.
Weib und Kind sind lieber, denn Vater und Mutter.
Weil ein Vater einen Stab tragen kann, soll er seinen Kindern sein Gut nicht übergeben oder vermachen.
Welcher Vater das sein gibt aus der Gewalt, den soll man totschlagen mit den Keulen bald.
(Schon im 16. Jahrhundert wird dieses Sprichwort in Luthers Tischreden erwähnt. Aus dem Buch „Colloquia oder christliche nützliche Tischreden, Doctor Martin Luthers“ aus dem Jahr 1577, Seite 415b: „Gib nicht alles aus der Hand, weil du lebst, denn die Kinder halten nicht Glauben. Ein Vater kann wohl zehn Kinder ernähren, aber zehn Kinder können nicht einen Vater ernähren. Darum predigte man vor Zeiten wider die undankbaren Kinder von einem Vater, der sein Testament hatte gemacht, welches er heimlich in ein Kasten verschloss und legte einen Zettel dazu samt einer Keule mit diesen Worten: Welcher Vater das seine gibt aus der Gewalt, den soll man totschlagen mit der Keule tot.“)
Wenn der Sohn um ein Ei bittet, so gibt hm der Vater keinen Stein dafür.
Wenn die Kinder eine Stiefmutter haben, so haben sie auch einen Stiefvater.
Wer eine Stiefmutter hat, hat auch (wohl) einen Stiefvater.
(Das bedeutet, des lieben Hausfriedens mit seiner neuen Frau willens, wird auch der leibliche Vater leicht stiefväterlich.)
Wenn ist der Vater Tugend ohn, selten besser denn gerät der Sohn.
Wenn's der Vater sieht, tut's der Sohn nicht.
Wenn's Wenn nicht wär', so wär' mein Vater ein Ratsherr.
Wer dem Vater nicht folgen will, der folge dem Kalbsfell.
Wer Vater und Mutter nicht folgen will, muss dem Kalbfell (der Trommel) folgen.
Wer Vater und Mutter nicht hört, muss das Kalbfell hören.
(Erklärung von Körte 1837 in seine Sprichwörtersammlung dazu: „Bis 1806 war das Soldatenwesen eine Zwangs- und Strafanstalt; seitdem ists Ehrenpflicht, Soldat zu sein „für Gott, König und Vaterland.“ Später gab es die Wehrpflicht, die im Ende des 20. Jahrhunderts in Deutschland abgeschafft wurde. Heute folgen die Kinder oft keinem Vorbild, viele Eltern geben auch keinen Anlass mehr dazu.)
Wer Vater und Mutter Lehr nicht folgt, der hat einen dummen Mut.
Wer den Vater veracht, dem wird ein Stiefvater.
Wer seinem Vater nicht folgt, muss dem Stiefvater folgen.
Wer seinem Vater nicht gehorchen will, muss seinem Stiefvater gehorchen.
(Laut Körte: „Dieser Stiefvater heiße nun: Unteroffizier, Schließer, Gefangenenwärter, Büttel*6, Armut, Not, Jammer, oder sonst wie er wolle“.)
Wer soll den Vater loben als ein ungeratner Sohn?
Wer Vater und Mutter ehrt, der lebt lang.
Wer weiß, wem der Vater den Schimmel schenkt?
Wie der Acker, so die Rüben, wie der Vater, so die Buben.
Wie der Vater ist, so ist auch der Sohn.
Wie der Sohn nach dem Vater, also gerät die Tochter nach der Mutter.
Wie der Vater, so der Sohn; wie die Mutter, so die Tochter.
Wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt.
Wo man Vater und Mutter spricht, da hört man die freundlichsten Namen.
Bei den Großvätern sind die Weisheit und der Verstand bei den Alten.
Er meint, er sei des großen Hunds Großvater.
Ich bin ehrbar, wie mein seliger Großvater.
(Hermann Frischbier erklärt das Sprichwort 1865 in seiner Sammlung mit: „Scherz zur Bemäntelung eines nicht ganz gehörigen Lachens.“)
Meister Gutdünkel ist aller Ketzerei Großvater (Wurzel).
Was muss sich der Mensch quälen, eh' er Großvater (Großmutter) wird.
Die den Hausvater Beelzebub heißen, die heißen vielmehr also seine Hausgenossen.
Wer den Hausvater Beelzebub heißt, der wird vielmehr sein Gesinde also heißen.
Einem Hausvater steht es besser an, zu verkaufen als zu kaufen.
Ein guter Hausvater muss drei Pfennige haben: einen Ehrenpfennig, Zehrpfennig und Notpfennig.
Drei Pfennige muss ein guter Hausvater haben: einen Zehr-, Ehr- und Not-Pfennig.
Ein Hausvater soll kein Tier ziehen, das krumme Nägel hat.
Ein Hausvater soll sein der letzte ins Bett, der erste heraus.
Ein rechter Hausvater ist der Erste auf, (und) der Letzte nieder.
Ein Hausvater soll der Erste sein auf, der Letzte nieder.
Ein Herr und Hausvater befiehlt oft etwas und will doch, dass Frau, Diener und Gesinde ein anderes tun. Also tun Diener und Gesinde nicht, was der Herr heißt, so tun sie doch, was sein Wille ist.
Fleißiger Hausvater macht hurtig Gesinde.
Ein fleißiger Hausvater macht hurtig Gesinde.
Hühner, die daheim essen und anderen Eier legen, soll ein Hausvater abschaffen.
Was das Gesinde einbrockt, muss der Hausvater aufessen (ausessen).
Wenn ein Hausvater seine Arbeiter redlich bezahlt, so dient man ihm auch hinterm Rücken wohl.
Wer die Gans gar hinnach wirft, wenn ihr eine Feder ausgerupft ist, der ist ein närrischer Hausvater.
Wo der Hausvater ein Splitterrichter ist, da lernet's das Gesinde auch bald.
(Splitterrichter = eine Person, welche die geringen Fehler anderer auf eine lieblose Art beurteilt und die eigenen nicht bemerken. Ein nach der Bibel, Matthäus 7, 4 - 5, entstandenes Sprichwort.)
Wohl dem Haus, das einen guten Hausvater hat.
Adelig Blut, das für das Vaterland vergossen wird, ist aller Ehren wert.
(Nicht nur das adlige Blut, alles Blut und Leben, das in Selbstverteidigung des Vaterlandes geopfert wird, ist aller Ehren wert. Die Ukrainer, die seit dem verbrecherischen und völkerrechtswidrigen russischen Angriffs- und Eroberungskrieg für ihr Vaterland Ukraine ihre Gesundheit und Leben verloren haben, verdienen alle Ehren und können nicht genug von der freien Welt geehrt werden.)
Alle Land sind des Weisen Vaterland.
Das Vaterland ist lieb und süß, dass man sein stets gedenken muss.
Das Vaterland lässt sein nicht vergessen.
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.
Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande.
Der Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterlande (Lande).
Kein Prophet ist geachtet in seinem Vaterland.
Es ist kein Prophet angenehm (geachtet) in seinem Vaterlande.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Das Evangelium nach Matthäus, 13, 57. Jesus sagte es, nachdem die Menschen seine Weisheit und Taten anzweifelten.)
Es müsste ein schändlicher Schelm sein, der seinem Vaterland nicht günstig sein wollt.
Freundschaft ist für den Reichen eine Gnade, für den Armen eine Rente, für den Vertriebenen ein Vaterland, für den Kranken Hoffmann'sche Tropfen.
Für Gottes Wort und Vaterland, nimmt man mit fug (Recht) das Schwert zur Hand.
Lieber, sag, wo ist der Mann,
der jedermann gefallen kann?
Niemand ist er genannt,
nusquam ist sein Vaterland.
(nusquam = nirgends, nirgendwo)
Wer sein Vaterland verteidigt, der ist lobenswert, ob er gleich dem Feinde keine Festung abgewinnt.
Wo es mir wohl geht, da ist mein Vaterland.
Böser Leute Fluch ist eitel Vaterunser und Segen über die Frommen.
Das Vaterunser ist armer Leute Vorrat und Zinsgut.
Das Vaterunser ist der größte Märtyrer auf Erden.
Das Vaterunser ist ein hoher Zaun und dickes Gehege, darüber der Teufel nicht kann steigen.
Der Gläubigen Vaterunser und heiße Tränen sind wohl zu fürchten.
Ein aufrichtiges Donnerwetter ist besser als ein falsches Vaterunser.
Er betet das Vaterunser hinter sich, wie die Hexen.
Das Vaterunser hinter sich beten (wie die Hexen).
Es ist ihm so geläufig wie das Vaterunser.
Fromm Weib hat nur ein Vaterunser.
In Heiraten soll man das Vaterunser zu Hilfe nehmen.
Man kann lange fluchen, ehe man ein Vaterunser zuwege bringt.
So viel Kinder, so viel Vaterunser.
Viele Kinder, viele Vaterunser.
Viel Kinder, viel Vaterunser; viel Vaterunser, viel Segen.
Vaterunser ist der (des) Armen Zinsgut.