
Der Begriff Tugend stammt vom mittelhochdeutschen tugent für gute Eigenschaft, Kraft, Macht, Fertigkeit und Vorzüglichkeit. Das lateinisch virtus bezeichnet in der Ethik wichtig und erstrebenswert geltende Charaktereigenschaften, die befähigt, das sittlich Gute zu tun. Menschen mit diesen Eigenschaften gebührt und der Person Lob und Bewunderung. Tugend bezeugte um 1000 Tüchtigkeit‘ ‚Kraft‘ ‚Brauchbarkeit. Im Mittelhochdeutschen hate tugent zusätzlich die Bedeutungen von männlicher Tüchtigkeit und Heldentat. Später erhielt die Tugend spezifisch moralische Bedeutung und bezeichnete eine sittliche Vollkommenheit im christlichen Sinn im Gegensatz zu Laster und Sünde. Für Frauen war Tugend auch ein Synonym von Keuschheit.
Bis heute veränderte sich die Bedeutung des Begriffs Tugend durch die Auslegung von Theologen, Philosophen oder Politiker. Je nach Standpunkt definiert man bis heute verschieden Tugenden, wie Kardinaltugenden, christliche Tugenden, göttlichen Tugenden, bürgerliche Tugenden, himmlische Tugenden, wissenschaftliche Tugenden, Herrschertugenden, soldatische Tugenden und andere. Etliche bekannte Persönlichkeiten verbreiteten ihre eigenen Vorstellungen zur Tugend mit Zitaten. Je nach den Herrschenden wurden die Tugenden auch zur Verfolgung von Gegnern gebraucht. So wurden verschiedenen Tugenden jeweils eine negative Untugend gegenüber gestellt. Der positiv bewerteten Demut wurde Hochmut gegenüber gestellt, der Keuschheit die Wollust, der Geduld der Zorn, dem Fleiß die Faulheit und anderes.
Quellen und Informationen im Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/Tugend
https://de.wikiquote.org/wiki/Tugend
Tugend in deutschen Sprichwörtern ist weit verbreitet. Im Gegensatz zum wirklichen Leben ist die Untugend in deutschen Sprichwörtern nicht so häufig vertreten.
Zum Schluss: Tugenden sind allgemein die guten Eigenschaften des Menschen nach anerkannten Werten. Wer tugendhaft ist, führt ein anerkannte gutes und moralisches Leben. Moral und Tugend sind verschiedene nicht austauschbare Begriffe. Mit den Sprichwörtern versuchten die Menschen seit je her andere zu beraten und zu helfen, ein tugendhaftes Leben zu führen.
Adel geht aus Tugend oder ist aus Tugend gemacht.
Adel mit Tugend wohl steht.
Adel steht wohl bei Tugend.
Adel, Tugend, Kunst sind ohne Geld umsunst.
Adel, Tugend, Wissenschaft und Kunst, sind ohne Geld umsonst.
Allein die Tugend fürchtet das Alter und den Tod nicht.
Alles vergeht, Tugend besteht.
Alle Tugend muss sich an den Stab der Beständigkeit halten, sonst stehen sie wie ein Schatten.
An einem Mann wird hoch gepreist, wenn Ehr und Tugend er beweist.
Arbeit gibt Tugend, Tugend bringt Ehre.
Arbeit und Tugend ist der größte Reichtum.
Armut ist eine böse Stiefmutter guter Sitten und Tugend.
Armut lehrt mäßig leben, Mäßigkeit aber macht uns zu aller Übung der Tugend geschickter.
Auf Tugend acht man wenig.
Aus der Furcht, Scham, Lust und Lehr, komm alle Ehr und Tugend her.
Aus Neigungen werden Tugenden und Laster.
Bei wem die Tugend ist, der hat alle Güter.
Beständigkeit ist Regentin aller Tugend, sonst fallen sie alle in Kot.
Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, ziert das Alter wie die Jugend.
Demut, diese schöne Tugend, ziert das Alter wie die Jugend.
Das Gewissen ist der Tugend Schauplatz.
Das Glück ist rund, halt dich an die Tugend.
Halt dich an die Tugend, das Glück ist rund.
Das ist Tugend, dass man vor Tugend exerziert und nicht davon man disputiert.
Das Mittel ist der Tugend Straße.
Demut ist die Seele aller Tugend.
Der Hof ohne Tugend ist eine Nacht ohne Sterne.
Der ist mit der Tugend der Verschwiegenheit begabt, der das verborgen hält, was ihm und andern zu Nachteil und Unglimpf gereicht.
Der ist recht edel in der Welt, der Tugend liebt und nicht das Geld.
Der ist tugendhaft, der tut, was gut ist und der das Laster meidet.
Der ist zunächst an den Grenzen der Tugend, der den Schalksbalg hat abgestreift.
Der kann nicht fallen, der die Tugend zum Wegweiser hat.
Der Laster Verachtung ist der Tugend Lob.
Der Mensch ohne Tugend ist ein ungeprägter Pfennig.
Der schönen Jugend, geziert mit Tugend, gebührt der Preis vor dem alten Unweis.
Der Tugend Lob besteht in Werken, nicht in Worten.
Der Tugend Lob stirbt nimmermehr.
Der Tugend Straße ist streng und hart, langweilig und trauriger Art.
Des Mannes Ehre ist der Frauen Tugend.
Die Laster gehen mit aller Macht, Frömmigkeit und Tugend ist veracht.
Die Laster stehlen der Tugend die Kleidung.
Die Leute geben der Tugend die Hände, aber (und) nicht das Herz.
Es geben die Leute der Tugend die Hände, aber nicht das Herz.
Die Schönheit fliegt hinweg, als wer sie nie gewesen; wer sie mit Tugend schmückt, ist selig und genesen.
Die studierte Tugend kann der natürlichen nicht das Wasser reichen; die Natur gibt Gold, die Kunst Betrug.
Die Tugend adelt mehr als das Geblüt.
Die Tugend alleine hat die Art an sich, je mehr Buhler, je weniger Eifersucht sie hat.
Die Tugend hat eine ewige Jugend.
Die Tugend ist eine Angel der Ehr.
Die Tugend ist so gut eine Wehr, die nimmt einem nimmermehr.
Die Tugend kennt man beim Ende.
Die Weiber haben insgemein 4 Tugenden in sich: Klagen ohne Ursach, Lügen ohne Bedacht, gehen wohin sie können und weinen wenn sie wollen.
Dürr und gesund, leicht von Tugend und mit Geld unbeschwert.
(Petri fügt 1605 in seiner Sammlung hinzu: „ist armer Gesellen Spruch.“)
Edel und unedel Blut ist von einer Farbe. Ist nur unsere Wiege nicht Durchlauchtig gewesen, so bemüht man sich durch Tugend, dass es das Grab werde.
Ehre ist der Tugend Lohn.
Ehre ist der Tugend Schatten.
Ehr ist der Tugend Sold, sagt der alte Ehrenhold.
Ehr, Tugend, Glimpf*12 und Höflichkeit liebt und geht zu Herzen mehr denn aller Schmuck.
Ehr, Tugend, Verstand, Treue, Lieb und Freundschaft soll durch der Weiber dünnen Schleier scheinen und schimmern.
Ehr und Tugend begehrt man nicht.
Ehr und Tugend ist billig Lobes wert.
Eines andern Ehr und Tugend soll uns auch verursachen ehrlich und wohl zu handeln.
Eine Schande tötet alle Tugend.
Ein gutes Gewissen ist ein Zeughaus voller Tugendwaffen, die man daselbst wider alle Stürme fertig und unverrostet finden kann.
Ein neidischer Mensch hat mehr mitleiden mit einem Pferd, Hund und anderem Tier als mit einem frommen tugendhaften Menschen.
Ein tugendhafter Mensch ist wie ein Zeiger an der Uhr, der bleibt, wie er ist und wie es Zeit ist, so richt er sich nach der Stunde.
Ein tugendreiches Alter ist des Regiments Erhalter.
Ein tugendsames Weib ist ihres Mannes Seel und Ehrenkranz.
Er hat mehr Tugenden, denn ein alt Weib Zähne im Mund.
Er hat so viel Tugenden, als ein alt Weib Zähne.
(Da in früheren Zeiten ohne Zahnärzte schlechte Zähne einfach ausfielen, hatten alte Weiber (Frauen) meist keine Zähne mehr. Es ist also ein schlechter Mensch ohne jede Tugend gemeint.)
Es geht und steht recht in der Welt, wenn Weisheit und Tugend ihr Ehr und Vorzug haben.
Es ist adlig und eines Herrn Tugend, fremden und ehrlichen Leuten allen guten willen bezeigen.
Es ist besser Injurien verzeihen als rächen; verzeihen ist eine Tugend, rächen ist ein Laster.
(Injurien = aus dem Lat. Injuria, eine vorsätzliche Beleidigung, welche die Ehre eines andern angreift.)
Es mag nichts werter sein, denn Tugend im Herzen rein.
Es sind viele so beschaffen, wenn man sie lobt, so gewinnen sie Eselsohren, aber bei etlichen wächst davon die Tugend, wie ein fruchtbarer Baum.
Frommen gefallen ist Ehr und Tugend.
Für Güter und Schätze achte allein die Tugend.
Geduld ist die größte Tugend.
Gehorsam ist aller Tugend Krone und Ehr.
Gekreuzigte Tugend steht nach drei Tagen wieder auf.
Geld ist Königin, Tugend und Kunst ihre Schüsselwascherinnen.
Geld und Gut gilt allein, Ehr und Tugend nichts.
(Ein über 500 Jahre altes deutsches Sprichwort, welches in den Jahrhunderten nichts an seiner Gültigkeit eingebüßt hat. Jüngstes Beispiel sind die superreichen Milliardäre, die sich um scheinbar mächtige Präsidenten versammelt haben und meinen, mit Geld Macht, Einfluss und Recht kaufen und beeinflussen zu können und dabei ihre Ehre und alle Tugenden verlieren.)
Gern wollen fromm sein und Sünde hassen ist die höchste Tugend und größte Frömmigkeit, die wir tun können.
Gezwungen Tugend ist keine Tugend.
Gold, Silber und Edelstein vergehen, Zucht, Tugend, Kunst allzeit bestehen.
Gold weicht der Tugend wie Silber dem Gold.
Große Ehrentitel verändern Sitte und bringen doch selten Tugend mit.
Große Herren, große Tugend; wenig Wort, aber viel Kraft.
Große Leute, große Tugend.
Große Tugenden, große Fehler.
Große Tugend und Reichtum vertragen sich schwer miteinander.
Gute Nacht, Tugend: hab ich Geld, so bin ich lieb.
Ade Tugend, hab ich Geld, so bin ich lieb.
Hätt' ich dein Geld und du meine Tugend!
In der Mitte ist die Tugend.
In kleinen Leuten ist die meiste Tugend.
In Worten, Kräutern, Steinen wohl, groß Kraft und Tugend sein soll.
Je größer Leute, je größer Tugend und sehnlicher Liebe.
Je mehr Vermögen der Vater, je weniger Tugend hat der Sohn.
Jetzt ist die Tugend sehr veracht und Wollust*36 steht in großer Pracht.
Jugend hat keine Tugend.
Jugend hat nicht Tugend.
Jugend hat nicht allzeit Tugend.
Keine Flamme ohne Rauch, keine Tugend ohne Neid.
Kein Feuer ohne Rauch, keine Tugend ohne Neid.
Leichtfertigkeit, die glücklich zuschlägt, wird für Tugend gehalten.
Liebe ohne Tugend ist den wilden Tieren gleich.
Lob ist der Tugend Lohn.
Lust haben zur Tugend, ist auch Tugend.
Mach aus der Not eine Tugend.
Aus der Not eine Tugend machen.
Man muss aus der Not eine Tugend machen.
Manch Bubenstück hat solchen Schein, als sollt es eitel Tugend sein.
Mancher ist mit Tugend beladen, wie ein Krebs mit Baumwolle.
Mancher nehm ein Lot Gold und Gunst und lies einem einen Wollsack Recht, Tugend und Kunst.
Mäßigkeit ist eine Zierde aller Tugend.
Maß trägt aller Tugend Krone.
Mit Tugend erlangt man Amt und Gewalt.
Müßiggang, der Tugend Untergang.
Müßiggang ist der Tugend Untergang.
Nach Tugend streben, heißt selig leben.
Ohne Demut sind alle Tugend Laster.
Rechten Adel spürt man an adeligen Tugenden, nicht an Kleidern oder Ketten.
Reichtum ist ins gemein eine Stiefmutter der Tugend.
Reichtum vergeht, Tugend besteht.
Ringen um Tugend ist recht gefochten.
Schande hindert Tugend.
Schande tötet Tugend.
Schönheit ohne Tugend ist verdorbener Wein.
Schönheit vergeht, Tugend besteht.
Schweigen ist eine Tugend.
(Christoph Lehmann kommentiert dies Sprichwort 1630 mit „und alle Tugend besteht im gewissen Maß, also ist Schweigen auch gut, so man darin das rechte Maß trifft, denn zu wenig und zu viel verderbt alles Spiel.)
Sein edel geboren ein Schlechtes ist, die Tugend adelt zu aller frist.
Selig ist der Mann, dem Gott ein tugendsam Weib gan.
Streb nach Tugend und Ehren, so wird dein Preis und Gut sich mehren.
Trauern trägt Tugend.
Tugend altert nie.
Tugend bedarf des Glücks nicht.
Tugend bedarf keinen, der sie ausruft, sie kann es selbst.
Tugend behält selten im Menschen beständige Farbe.
Tugend braucht keines Ausrufens.
Tugend bringt Ehr.
Tugend bringt Ehr, Wollust*35 Herzeleid.
Tugend darf nicht gen Hof kommen.
Tugenden muss man achten, Untugenden kann man lieben.
Tugenden und ein Gewerbe sind der Kinder bestes Erbe.
Tugend erbet nicht.
Tugend erkennt man, wenns zum Treffen kommt.
Tugend gebiert Tugend, Untugend gebiert Untugend.
Tugend geht vor Ehr, Gut und Schön.
Tugend gehet vor Gewalt.
Tugend gibt Lob und ewigen Lohn, aber man isst gar übel davon.
Tugend hat eine tiefe Wurzel.
Tugend hat ewige Jugend.
Tugend hat man lieb.
Tugend hat Mühe.
Tugend hat und behält ihr Lob und Preis auch bei den Feinden.
Tugend hin und Tugend her, ohne Geld bin ich ein armer Herr.
Tugend ist auch ohne Glück Tugend.
Tugend ist der beste Adel.
Tugend ist der beste Schmuck.
Tugend ist des Geldes Knecht.
Tugend ist des Lands vertrieben, Untreu und Bosheit drin verblieben.
Tugend ist die höchste Zier.
Tugend ist ein Ehrenkleid, drum spart es jedermann.
Tugend ist ganz freudenreich.
Tugend ist geben, wo man nicht begehrt.
Tugend ist gülden.
Tugend ist schwer, drum kleiden sich die Leut mit ihrem Schein.
Tugend kennt sich selber nicht.
Tugend kommt nicht um.
Tugend leid't oft Not, aber nicht (nimmer) den Tod.
Tugend lernt man aus Übung und nicht aus Büchern.
Tugend macht edel, aber Adel gibt keine Tugend. (macht nicht Tugend.)
Tugend macht und erhält Freundschaft.
Tugend mit Weile, böse Stücke gehen mit Eile.
Tugend ohne Adel wird gekrönt, Adel ohne Tugend wird verhöhnt.
Tugend ohne Gold gibt keinen Speck in die Wurst, keinen Zucker auf den Reis, kein Mehl in den Sack.
Tugend ohne Gut ist ein schöner Wintertag, Gut ohne Tugend ist ein Tag ohne Sonne.
Tugendreich ist Edel und schön genug.
Tugendreich ist wohlgeboren, Adel ohne Tugend ist verloren.
Tugendsame Frauenworte dringen durch Mark und Bein.
Tugend schwebt in ewigem Ruhm.
Tugend soll man loben, Laster strafen, verschweigen und zudecken.
Tugend steht in Werk und Brauch.
Tugend stößt keinen von sich.
Tugend überwindet Gewalt.
Tugend und ein schöner Leib stehen wohl beieinander.
Tugend und Gewürz werden je mehr gestoßen, je stärker.
Tugend ist dem Gewürze gleich, welches keine Kraft hat, wenn es nicht zerstoßen wird.
Tugend und gute Sitten erben nicht.
Tugend und gute Sitten kleiden am besten.
Tugend und Jugend sind selten beisammen.
Tugend und Öl schwimmen immer über Wasser.
Tugend und Untugend mögen nicht zusammen.
Tugend und Weisheit aus Büchern studieren ist, als wenn einer aus Büchern lernt fechten, oder als wenn einer vom schönen gemalten Bild wollt reden und gehen lernen.
Tugend vor Adel geht, Adel mit Tugend wohl besteht.
Tugend wächst im Unglück.
Tugend wird gedrückt, aber nicht erstickt.
Tugend, Zucht und Gehorsam stehen noch heut so wohl, als vor tausend Jahren.
Um Tugend willen ein frommer Knecht die Laster meid und hält sich recht.
Ungeduld verschüttet alle Tugend.
Unrecht ist Recht und Untugend ist Tugend, Schande ist Ehre geworden in der Welt.
Unsere Werke dienen nichts, wenn sie nicht mit Tugend balsamiert sind, welche auch der Palast der Seele ist.
Untugend trägt oft den Mantel der Tugend.
(Das bedeutet, mancher Bösewicht gibt sich scheinheilig unter dem Deckmantel der Rechtlichkeit als Ehrenmann aus. Heute sind es Trickbetrüger, vermeintlich in Not geratene Verwandte, die schnell Geld brauchen oder Anlageberater im Internet, die schnellen großen Gewinn versprechen.)
Verdunkelte Tugend scheint heller.
Vier Tugenden hat die Welt: Scham, recht zu tun, Abbruch des Guten, Liebe seiner selbst und eigner Nutz.
Von der Tugend redet und schreibt man gar ungleich.
Was hilft die Tugend zu aller Frist, obs schon groß, doch verborgen ist.
Was hilft's, dass man weiß, was Tugend ist, wenn man sie nicht tut?
Was recht adelig und tugendreich ist, das ist auch schamhaft.
Welche der Eltern Güter und nicht ihre Tugenden erben, die sind nur halbe Erben.
Wem Gott ein ehrlich Weib beschert, mit Tugend, Glaub und Zucht verehrt, der hat den schönsten Schatz auf Erd.
Wen Arbeit verdrießt, dem schadet nicht, ob er die Güter der Tugend hie zeitlich und dort ewig verliert.
Wenig und bedächtig reden ist eine Herrentugend.
Wen liebt der Tugend Schein, der muss nicht schläfrig sein.
Wenn in der Jugend Tugend war, kein besser Leben zu finden war.
Wenn ist der Vater Tugend ohn, selten besser denn gerät der Sohn.
Wenn man Ehr lässt Ehr sein und Tugend mit Ehr lohnt und hält Schand für Schand, so gehts und steht's recht in der Welt.
Wenn sich ein Jungfräulein färbet, so man anspricht, da spürt man gewiss Tugend und gute Art.
Wenn Tugend gelobt und Laster gestraft werden, so gehts recht in der Welt.
Wenn Tugend nicht Glück zum Beistand hat, so ist sie wie eine Windmühle ohne Wind und ein Ritter ohne Pferd.
Wenn zur Tugend kommt Schönheit, so bringt es Lieb und Freundlichkeit.
Wer Geld hat, der hat, was er will, Tugend und Kunst gelten nicht viel.
Tugend und Kunst gelten nicht viel, wer Geld hat, der hat, was er will.
Wer Lob und Ehr erlangen will, der muss in Tugend wachen viel, denn keiner je aus faulem Orden ist ein gestrenger Ritter worden.
Wer nicht viel Tugend tut, der lerne doch von Tugend reden.
Wer Ruhm und Ehre begehrt, der such sie durch Tugend und ehrlichen Taten, nicht durch böse Händel*14.
Wer tausend Tugend wohl begeht und tut dagegen ein Missetat, der Tugend aller wird vergessen und sein Untugend ihm gemessen.
Wer Tugend ehrt, ist Ehren wert.
Wer Tugend hat, ist wohlgeboren.
Wer Tugend hat, ist wohl geboren, ohne Tugend ist der Adel verloren.
Wer wohl tut ist wohlgeboren, ohne Tugend ist der Adel (gar) verloren.
Wer Tugend liebt und nicht das Geld, der ist recht Edel in der Welt.
Wer Tugend sät, erntet Ehre.
Wer Tugend sät, der erntet einen guten Namen.
Wer von der Tugend weicht, der weicht von seinem Glücke.
Wer will nach Ehr und Tugend stahn, muss sich Arbeit nicht verdrießen lahn.
(Manche Worte in Sprichwörtern wurden absichtlich falsch geschrieben, damit ein Reim entstehen kann: stahn = stehen, lahn = lassen.)
Wie Silber dem Gold nicht mag gleichen, also muss Gold der Tugend weichen.
Wild in der Jugend bringt im Alter Tugend.
Willst du, dass dirs wohl gehe, so hab Tugend lieb.
Willst du der Tugend werden frei, so wohne den Hofdiensten bei.
Wo große Tugenden sind, da sind auch große Gebrechen.
Wo keine Scham ist, ist auch keine Tugend.
Wo keine Tugend ist, da ist kein Heil.
Wo kein Laster ist, da ist keine Tugend.
Wollust*35 vergeht wie Schnee und Eis, Tugend und Kunst behält ewig preis.
Wo man die Tugend in (Wind) schlagen soll, da ist Mühe und Arbeit verloren.
Wo man die Tugend nicht belohnt, gar bald der Laster man gewohnt.
Wo Scham ist, ist Tugend.
Wo Tugend drin ist, da kommt sie auch heraus.
Zeitliche Güter erbt man, Zucht, Tugend kommt nicht also an.
Zucht der Jugend ist eine Anzeige der Tugend.
Zuletzt siegt Wahrheit, Tugend und Mut.
Zur Tugend bedarf man nicht viel Wissen, sondern ein gut Gewissen.
Aufruhr ist eine Sintflut aller Untugend.
Deine Güte an des Nächsten Bosheit wetzt deine Liebe und gnad an der nächsten Sünd und Untugend.
Je mehr Gesetz, je mehr Sünd und Untugend.
Keine Bosheit und Untugend ist so falscher Gestalt, als der Neid, wer den erkennen will muss scharfe Luxaugen haben.
Neid ist nicht der Bosheit und Untugend feind, sondern nur dem, was löblich, nutz und gut ist.
Tugenden muss man achten, Untugenden kann man lieben.
Tugend gebiert Tugend, Untugend gebiert Untugend.
Tugend und Untugend mögen nicht zusammen.
Unrecht ist Recht und Untugend ist Tugend, Schande ist Ehre geworden in der Welt.
Untugend trägt oft den Mantel der Tugend.
(Das bedeutet, mancher Bösewicht gibt sich scheinheilig unter dem Deckmantel der Rechtlichkeit als Ehrenmann aus. Heute sind es Trickbetrüger, vermeintlich in Not geratene Verwandte, die schnell Geld brauchen oder Anlageberater im Internet, die schnellen großen Gewinn versprechen.)
Verleumden ist ein Laster und aller Untugend Ziehpflaster.
Wer tausend Tugend wohl begeht und tut dagegen ein Missetat, der Tugend aller wird vergessen und sein Untugend ihm gemessen.
Wo man nicht straft die Jugend, da wächst sie auf in aller Untugend.